Drittes Buch: Die Akkader-Zeit

1. Kapitel: Tektamus und seine Söhne

Als Lugalzagisi an die Macht kam (426 ndFl), war Isaak- Tektamus ein Jüngling. Die Annahme ist nicht abwegig, dass sein ältester Bruder Henoch (II) ihn an den Hof des Lugalzagisi holte, was um etwa 435 ndFl frühestens geschehen sein dürfte, möglicherweise aber auch erst nach dem missratenen Putschversuch des Luzifer bzw. Pro-Methu(sa)el, also ungefähr zehn Jahre später. Sollte Henoch II jedoch bei dem Putsch seines Schwagers ums Leben gekommen sein, dann könnte Doros-Kain-Hephaistos selbst dafür gesorgt haben, dass sein jüngerer Sohn Tektamus an die Stelle des älteren an den Hof kam. Zu beachten ist dabei allerdings, dass der "Herr" seinerzeit Henoch-Ganymed als achten "Erzengel" an den Hof "entrückte". Möglicherweise wurde Isaak-Tektamus der Nachfolger des geflohenen oder verstoßenen Prometheus- Luzifer, während die achte Position, die Henoch eingenommen hatte, unbesetzt blieb. Hierzu sind Einzelheiten nicht zugänglich.

Vermutlich war Isaak-Tektamus auch der Schwiegersohn des Henoch-Ganymed, dessen um 425 ndFl geborene Tochter die Mutter der Töchter Ana (* ca. 438 ndFl) und Ada (* ca. 451 ndFl) war, aber auch des Sohnes Poseidon, der schon um 440 ndFl geboren worden sein muss. Jedenfalls hatten diese drei Kinder eine arische Mutter.

Wie wir schon gesehen haben, leitet sich der Name Isaak von dem Wort isakku für Statthalter ab, das mit dem Wort schakkanak, das dieselbe Bedeutung hat, nahe verwandt ist: i-schakka-. Die in der Bibel angedeutete Herleitung des Namens Isaak von (hebr. für) der Lacher ist natürlich eine Wortspielerei. Angeblich soll die neunzigjährige Sarah gelacht haben, als ihr die bevorstehende Geburt ihres und des hundertjährigen Abraham Sohnes angekündigt wurde. Dies ist die einzige Stelle im AT, an der gelacht wird - und das auch noch in Gegenwart Gottes. Da nun Isaak weder der Sohn des Abraham noch dessen (angeblicher) Frau Sarah ist, so können wir von der Deutung der Lacher getrost absehen.

Nach dem Sturz des Lugalzagisi durch Pusar-Ikunum, den Sohn des Prometheus, der sich Scharrukenu bzw. Sargon (I) nannte, treffen wir Isaak-Tektamus unter seinem neuen Namen Jaggid-Lim bzw. Idi-Ilum als Nachfolger des Larsaiten Laasgaan als Isakku (= Statthalter) in Mari an (451 ndFl). Er heiratete kurz darauf die Tochter Rebekka des Bethuel = Pro-Methu(sa)el = Lapidoth und der Debora (* ca.420 ndFl). Es kann aber Debora auch die Amme bzw. Stiefmutter und nicht die Mutter der Rebekka gewesen sein, wenn nämlich Pandora die Mutter der Rebekka gewesen und gestorben wäre, was im Zusammenhang mit der Seuche, die der Sage nach aus der "Büchse der Pandora entwichen" sein soll, nicht abwegig ist. Hier sind aber nur Spekulationen möglich. Als gesichert anzusehen ist dagegen die Übereinstimmung der Namen Bethuel und Methuel, da "m" und "b" in vielen altorientalischen Sprachen austauschbar sind.

Rebekka, die Schwester des Laban, ebenfalls eines Sohnes von Bethuel-Lapidoth-Prometheus, wurde im Jahre 453 ndFl die Mutter des für die biblische Geschichte wichtigsten Sohnes von Isaak, nämlich des Jakob. Sie war die "halbsemitische" Frau (* ca.435 ndFl) des Isaak, die Tochter des Syrers (= Halbsemiten; vgl. 1. Mose 25,20; 28,5) Bethuel, des Sohnes von Nahor und Milka (1. Mose 22, 20-23), der Tochter des Haran (bzw. an anderer Stelle des Zelophedad, welches der richtige Name dieses Gründers von Haran gewesen sein könnte). Milka (hebr. für Königin) wäre als Mutter des Pro-Methu(sa)el die Gemahlin des Japetos bzw. des Irischum gewesen, also des Schriftgottes Na-bu, an Stelle dessen Namens der Name Na-hor gesetzt wurde. Haran ist als Ortsname zu deuten, da es die Söhne Haran, Nahor und Abram des Tharah ohnehin nicht gegeben hat, wie wir noch sehen werden. Haran liegt im sabäischen Bezirk, in welchem sich einst die aus Südmesopotamien ausgewanderten semitischen Frühkanaaniter niedergelassen hatten.

Das Reich Sargons I, des Begründers der Akkader-Dynastie, war in seinen Grenzen das alte Großreich, wie es zur Zeit Eannatums schon bestanden hatte. Es umfasste als Zentralgebiet Mesopotamien, dazu Nordsyrien mit Teilen Kleinasiens, Armenien (Parsu-Masch) und Medien (Gutiland). Einen Versuch, auch die Gebiete an der Ostküste des Mittelmeeres oder gar bis hinunter nach Ägypten dem Reich hinzuzugewinnen, hatte es ersichtlich bislang noch nicht gegeben. Dies blieb offensichtlich dem Akkader vorbehalten. Sargon suchte sich dafür den geeignetsten Mann aus, wie wir im nachhinein feststellen können, und löste damit einen Ablauf der Weltgeschichte aus, dessen Ergebnisse noch die Politik der heutigen Zeit beeinflussen:

Sargon I schickte Isaak nach Ägypten.

Isaak zog nach der Geburt seines Sohnes Jakob noch im selben Jahre (453 ndFl), spätestens jedoch im Jahre 454 ndFl nach Ägypten, das damals noch Magan1 hieß.

Die wichtigste Volksgruppe, mit der Isaak auf seinem Zug nach Ägypten in Edom-Seirirot, dem späteren Kanaan, zusammentraf, waren die Esauiter. Sie gehörten zu der großen Gruppe der karischen Megalithiker, die in dieser Gegend auch als Enakiter, als "Söhne des Riesen Enak", bezeichnet wurden. Sie waren die Riesen, die großwüchsigen, rundäugigen (griech. kyklops) Kyklopen der griechischen Überlieferung. Sie lebten hauptsächlich auf dem Gebirge Seir, dem späteren Gebirge Ephraim. Ihre Wohngebiete dürften aber weit darüber hinaus gelegen haben. Sie wurden auch Edomiter genannt; die Wörter seir, esau und edom sind sinnverwandt: haarig, rot, rauh, rothaarig, rauhhaarig.

Sie verehrten in dieser Region vermutlich nicht nur die karertypischen Unterweltsgötter, sondern sie benannten sich möglicherweise nach dem prädynastischen ägyptischen Sonnengott Horus Horiter. Da sich von diesem Namen auch die Bezeichnung Churriter für diese Völker ableitet (vgl. "Churri und Scheri"!) und nicht zuletzt auch der gängige Sammelbegriff Karer, so muss davon ausgegangen werden, dass die Karer in bestimmten Regionen sehr wohl auch eine Sonnengott-Verehrung kannten.

In Europa waren die Megalithbauern vorwiegend als Erbauer der Hünengräber und der "Steinzeit"-Observatorien (Stonehenge in England und Carnac in der Bretagne) ihrem Namen treu; denn mega bedeutet im Griechischen groß, und lithos ist der Stein. Diese großsteinschleppenden Obelixe hießen an der griechischen Ostküste noch lange Zeit später Lapithen, worin unüberhörbar das lateinische Wort für Stein mitklingt: lapis. Die Griechen nannten diese Ureinwohner ihrer späteren Heimat aber auch Pelasger, was sich möglicherweise als Kurzform aus dem Wort Palaichthonen (= Alterdige im Sinne von Alteingesessene) ergab.

In Nordafrika saßen die Karer ebenfalls, und hier hinterließen sie besonders in Ägypten ihre Spuren, wo ihre Könige als Horusdiener zum Teil sogar namentlich bekannt sind. Sie waren vermutlich die Nachfolger der Pyramidenbauer. Es ist wenig wahrscheinlich, dass sie selbst die Erbauer jener Gebilde waren, obwohl ihre Beziehung zu Steinen mehr als nur sprichwörtlich war. Man hat aber keine vergleichbaren Bauwerke dieser Präzision gefunden, die von den Megalithikern geschaffen worden sein könnten. Auch in Ägypten verehrten sie neben dem Sonnengott Horus (die Sonne wurde als das Auge des Horus-Falken aufgefasst) Erdgottheiten. Hier war der Name des Erdgottes Chnum, während er in Griechenland Hades (später Heros) hieß. Angeblich leitet sich dieser Name von dem griechischen Wort an-eides für unsichtbar ab.

Der Name des Erdgottes Chnum gelangte wie die übrigen prädynastischen Götternamen (zum Beispiel Osiris, Horus, Thot und Ptah) auch in die Götterwelt des dynastischen Ägypten, dessen Beginn sehr wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Vertreibung Isaaks zu sehen ist. Diese Gleichzeitigkeit mag dem Leser unwahrscheinlich vorkommen, da er eine tiefverwurzelte Vorstellung von einer fast dreitausendjährigen Geschichte Ägyptens hat; doch ich werde zeigen, dass der sehr bekannte Pharao Tutanchamun keineswegs im 14. Jahrhundert v.Chr. gelebt hat, sondern dass seine Zeit tausend Jahre später anzusetzen ist. Mit anderen Worten: Zu der hier in Rede stehenden Zeit (426 v.Chr.) war dieser junge Pharao noch nicht einmal geboren!

Wir begeben uns jetzt wieder in das Jahr (880 minus 454 =) 426 v.Chr., in dem Isaak in Edom-Seirirot bzw. Seiria, dem späteren Israel bzw. Kanaan einfiel. Wir werden im Alten Testament über die Expedition durch Kanaan nach Ägypten in einer etwas entstellten Form unterrichtet; denn dort werden alle diese Vorgänge mit Jakob verbunden, obwohl einige ganz unzweifelhaft zu Isaak gehören:

1. Mose 35: (1) Und Gott sprach zu Jakob: Mache dich auf und ziehe gen Beth-El und wohne daselbst und mache daselbst einen Altar dem Gott, der dir erschien, da du flohest vor deinem Bruder Esau. ... (4) Da gaben sie ihm alle fremden Götter, die unter ihren Händen waren, und ihre Ohrenspangen; und er vergrub sie unter einer Eiche, die neben Sichem stand. ... (6) Also kam Jakob gen Lus im Lande Kanaan, das da Beth-El heißt, samt all dem Volk, das mit ihm war, (7) und baute daselbst einen Altar und hieß die Stätte El-Beth-El, darum dass ihm daselbst Gott offenbart war, da er floh vor seinem Bruder.

Die "Eiche von Sichem" spielt im weiteren Verlauf der Geschichte noch mehrfach eine Rolle. Dasselbe gilt auch für die Eiche bei Beth-El:

1. Mose 35, 8: Da starb Debora, der Rebekka Amme, und ward begraben unterhalb Beth-El unter der Eiche; und die ward genannt die Klageiche (= Allon Bakuth).

In der falschen biblischen Chronologie, derzufolge Abraham der Großvater des Jakob ist, liegt die Gründung von Bethel natürlich früher:

1. Mose 12,8: Danach brach er (Abram) auf von dort (von Sichem) an einen Berg, der lag gen Morgen von der Stadt Beth-El, und richtete seine Hütte auf, dass er Bethel gegen Abend und Ai gegen Morgen hatte, und baute daselbst dem Herrn einen Altar und predigte von dem Namen des Herrn.

Man beachte die Reihenfolge: von Sichem nach Beth-El sowohl bei Jakob als auch bei Abram. Wer aus Mesopotamien, das heißt von Norden in dieses Land kam, berührte zuerst die Gegend, in der Sichem lag, und kam dann nach Beth-El, das weiter südlich liegt. In Wirklichkeit wurde das Heiligtum von Beth-El von demjenigen schon gegründet, der als Erster von Norden nach Sichem kam und hier die Götzenbilder und Ohrspangen vergraben ließ: Eli-El = Elihu = Isaak. Er war es auch, der die Stadt Lus auf den Namen Beth-El umbenannte; denn es ist nicht möglich, dass Abraham schon bei Beth-El gewohnt haben kann, wenn er Isaaks Vater gewesen wäre und dieser Ort zur Zeit seines angeblichen Enkels Jakob noch Lus geheißen haben sollte.

Isaak war es und nicht Jakob, der mit Esau, der Edom ist, zum erstenmal in Berührung kam. Offensichtlich wurde er von den Esauitern bei Sichem besiegt und musste die Reisekasse hier unter einer Eiche vergraben, damit sie nicht den Esauitern in die Hände fallen konnte. Bezeichnend ist der Hinweis (1. Mose 35, 1.7) ... da du flohest vor deinem Bruder Esau. Danach werden erst die Wertsachen vergraben.

Schon Isaak - und nicht als Erster Jakob - zog nach Magan-Ägypten weiter. Bei seiner Rückkehr von dort besiegte er die Esauiter bei Lus und benannte die Stadt in Beth-El um zu Ehren seines neuen Gottes, dessen Bild er gemeinsam mit Hiob entwickelt hatte. Er schloss mit den Esauitern einen Frieden, den sie durch Hochzeiten besiegelten. Eine Vertreibung Esaus ins Ostjordanland fand erst unter Jakob statt, womit der Aussage im AT wieder gefolgt werden kann. Westjordanland behielt von nun an den Namen Edom-Seirirot, woraus sich der Name Je-Seira-El und hieraus die Namen Jesreel und Israel entwickelten.

Eine Korrektur dürfte auch an den beiden folgenden Versen angebracht sein; denn wie wir noch sehen werden, ist Isaak jener Seth, der aus Ägypten vertrieben wurde. Das bedeutet aber, dass er, wenn er von dort wieder vertrieben werden konnte, zunächst dorthin gelangt sein muss:

1. Mose 26: (1) Es kam aber eine Teuerung ins Land nach der vorigen, so zu Abrahams Zeiten war. Und Isaak zog zu Abimelech, der Philister König, gen Gerar. (2) Da erschien ihm der Herr und sprach: "Ziehe nicht hinab nach Ägypten, sondern bleibe in dem Lande, das ich dir sage. (3) Sei ein Fremdling in diesem Lande ...!"... (6) Also wohnte Isaak zu Gerar. (Die Identität von Gerar mit Sichem wird in einem späteren Kapitel erst erläutert.)

An diesen Versen gäbe es einiges zu korrigieren; es soll aber hier nur festgehalten werden, dass Isaak sehr wohl, und zwar auf Geheiß seines "Herrn" Sargon I, nach seiner Niederlage bei Sichem von hier aus geradezu fluchtartig nach Ägypten zog, und dass die Begebenheiten, die unter Abraham und dessen angeblichem Enkel Jakob aufgeführt werden, wenigstens zum Teil erst bzw. schon zu Isaak gehören.

Memphis, die heilige Stadt des prädynastischen Gottes Ptah (= Put, ägyptisch Petech), heißt auf koptisch Na-phthach = Wohnung/Leute des Ptah; daraus wurde der hebräische Name Noph, der jedoch auch von dem dynastisch-ägyptischen Namen für Memphis, Men-nofre = Weiße Mauer, abgeleitet worden sein kann, was wiederum aus den beiden Namen Men(es) und (S)nofru zusammengesetzt sein könnte.

In Memphis, wo später der Sohn der Hathor von Hermes-Thot geboren wurde, der dann als Wiedergeburt des Gottes Ptah angesehen wurde und den Namen Epaphos (= Ap[oph]is, Hapi usw.) erhielt, baute Seth-Isaak für seinen Vater Seth-Enos-Kenan = El-Kana = Vul-kan den Hephaistos-Tempel, der später wieder dem Gott Ptah gewidmet war. Mit dem Bau eines "heidnischen" Tempels durch Isaak wird eigentlich ausgedrückt, dass Isaak (noch) kein Jahwe-Verehrer war und unter Seth-Enos-Kenan = Vul-Kana nicht der Ja-Anu- bzw. Jahwe-Kult eingeführt worden sein kann.

Der Irrtum liegt aber vermutlich darin, dass man den Tempel des neuen Gottes in Memphis für den des Vulkan bzw. (wie Herodot sagt) Hephaistos ansah, ohne zu bemerken, dass hier der erste Jahwe-Tempel in Ägypten gebaut worden war. Erst recht hinterließ der Jahwe-Kult keinen dauerhaften Eindruck bei den Horus-Dienern, die Seth-Isaak bald danach schon wieder aus dem Lande vertreiben konnten.

Es dürfte legitim sein, die Vertreibung des Seth-Isaak aus Ägypten mit den beginnenden Vorstößen der Äthiopier, der Hamiten aus dem Süden, in Verbindung zu bringen. Wir sind darüber jedoch zu dürftig unterrichtet, um uns ein genaues Bild machen zu können. Isaak wurde aber sehr wahrscheinlich nicht von den Amun-Verehrern, den Hamiten des AT (Ham = [Ch]Amun) vertrieben, sondern noch von den prädynastischen Verehrern des Erdgottes Chnum und des Sonnengottes Re-Horus/Ra-Hara.

Er kam auf dem Rückweg nach Lus, wo er nach dem Sieg über die Esauiter zur Bekräftigung des Vertragsabschlusses mit ihnen einen Altar baute und den Ort in Beth-El umbenannte. Hier starb im Jahre 465 ndFl Debora, seine mutmaßliche Schwiegermutter bzw. die Amme oder besser: Stiefmutter seiner Frau Rebekka, nachdem sie acht Jahre als erste in dem von Isaak geschaffenen Amt des Richters in Israel gewirkt hatte. Das war noch vor der Durchreise (ihres Enkels?) Jakob der Fall, so dass die suggerierte Gleichzeitigkeit in 1. Mose 35, 8 (Gründung von Beth-El und Tod der Amme Debora) nicht den Tatsachen entsprechen kann.

Der Vertrag zwischen Israel (das soll der Name des Jakob geworden sein) und Edom, der Esau ist, wurde bei Lus, dem späteren Beth-El geschlossen, und zwar von Isaak, während die erste Begegnung mit den Esauitern bei Sichem schon etwa zwei Jahre zuvor stattgefunden hatte. Nicht Isaak, sondern Abraham traf viel später erst mit Abimelech zusammen, der zudem kein Philisterkönig war. Selbst zu dieser Zeit hieß Sichem noch Gerar.

Gerar-Sichem und Lus-Bethel sind mithin die wichtigsten Stationen der Durchreise Isaaks:

Sichem, das damals noch Gerar hieß, steht für die erste Begegnung mit den Esauitern, die Niederlage der "Israeliten" und das Vergraben der "Wertsachen" im Jahre 453/4 ndFl,

Beth-El, das vormalige Lus, steht für die Vertrags- und Eheschließung mit ihnen nach ihrer Niederlage im Jahre 456 ndFl.


An der Reihenfolge der Stationen Isaaks, nämlich Sichem = Gerar auf dem Hinweg (Flucht vor "Bruder" Esau) und Beth- El = Lus auf dem Rückweg von Ägypten kann kein Zweifel bestehen. Die im Kapitel 1. Mose 35 beschriebenen Ereignisse gehören schon zu Isaak und nicht erst zu dessen (tatsächlichem) Sohn Jakob.

Den Horus-Dienern brachte der Begründer des dynastischen Ägypten, der aus der Gegend um Theben in Oberägypten stammende Narmer, eine empfindliche Niederlage bei, nach der sie sich als alleinherrschende Dynastie aus der Geschichte verabschiedeten. Das war sehr wahrscheinlich noch im Jahre des Auszugs Isaaks aus Ägypten. Lediglich in der Konstruktion eines Doppelkönigtums konnte sich der alte Adel noch eine gewisse Zeit in Ägypten an einer stark eingeschränkten Macht halten. Dann aber dominierte das (zunächst hamitische) dynastische Ägypten.

Snofru, der vermutlich der letzte Horusdiener war, brauchte sich den neuen Herrschern nicht völlig zu unterwerfen, da denen ein totaler Sieg offenbar nicht gelungen war. So konnte er seinen Nachkommen einen dauerhaften Platz in der ägyptischen Geschichte erhalten, zunächst unter den Äthiopiern, später dann auch unter den Sethariden. Bezeichnenderweise trug sein Sohn Cheops den Namen des horitischen Erdgottes: Chnum-Chefu. Über weitere Einzelheiten der Gründung des dynastischen Ägypten soll erst an anderer Stelle ausführlicher abgehandelt werden.

Obwohl der Maganzug des Seth-Isaak-Tektamus oder Idi-Ilum alles andere als ein überwältigender Erfolg war, so wurde dennoch das Sethariden-Geschlecht später zu einem zweiten Haupthaus neben der äthiopisch-hamitischen Amun-Dynastie in Ägypten. Dies ging aber nicht auf das Konto des Isaak, sondern das war das Verdienst seines Sohnes Poseidon. Darauf kann hier natürlich ebenfalls noch nicht eingegangen werden.

Vor seiner Vertreibung konnte Seth-Isaak, der in Ägypten außerdem auch noch Baal-Zephon hieß, sich selbst in seiner Eigenschaft als Astronom und Geodät ein Denkmal setzen:

Seth-Isaak-Baal-Zephon legte durch den damaligen
Nordpunkt Ägyptens, der im Osten des Deltas beim
heutigen Damietta lag, den Null-Meridian.

Er benannte diesen Ort nach sich selbst: Ba'-Djed. Daraus machten die Juden Baal-Zephon, und die Ägypter nannten den Ort später Bechdet. Mit dem Namen Zephon wird im Hebräischen der Begriff Norden verbunden. Dies ist in doppelter Hinsicht aufschlussreich; einmal war der Herr des Nordens (= Baal-Zephon) Isaak selbst, wenn er auch nur in Vertretung seines Oberherrn Sargon I hier war, und zum anderen lag in Baal-Zephon damals der Nordpunkt Ägyptens.

Seth kam allerdings nicht mehr dazu, den Schnittpunkt dieses Nullmeridians mit dem Wendekreis durch eine Neugründung zu markieren, was seinen Nachfahren erst 160 Jahre später zu tun vergönnt war. Sein Urenkel und sein Ururenkel konnten endlich die von ihm und seinem Enkel gewünschte Stadt Achet-Aton (= Horizont des Sonnenlaufes = Wendekreis!) bauen. Darüber wird natürlich noch ausführlich abzuhandeln sein.

Heute, nach der Polverlagerung von 624 ndFl durch Typhon, liegt weder der nördlichste Punkt Ägyptens bei Damietta, noch liegt das Ruinenfeld von Achet-Aton auf dem Wendekreis. Die Suche nach den Überresten von Bahdid-Behdet am heutigen Nordpunkt Ägyptens ist daher völlig sinnlos.

Aus dem Namen Zephon hat das AT auch die Namen Zuph (von Elkana!) und Zophai gemacht, der als Sohn des Elkana gilt, also des Kain (vgl. El-Kana = Vul-kan!). Diese Bibelstelle (1. Sam. 1, 1 bzw. 1. Chron. 6, 26) scheint vor der Hand nichts mit Isaak zu tun zu haben; denn hier ist von den Vorfahren des Samuel die Rede; aber wenn bei diesen Vorfahren auch noch der Name Thohus erscheint, dessen Name auch Toach lauten kann, was über das akkadische (!) Wort tachu (= Kind) direkt auf Tek-tamus (= Thochu-Etam und Tachtim-Hodschi) hindeutet, dann erkennen wir unter den Vorfahren Samuels die Herren Kain und Isaak, zumal als dritter Vorfahre ein gewisser Elihu genannt wird, in dem wir schon seit der Besprechung des Buches Hiob ebenfalls Isaak erkennen.

Tatsächlich war Isaak der Vater Samuels, wie wir schon bald sehen werden. Die Namen Eli-hu oder Eli-El sind auch in den Namen Jaggid-Lim und Idi-Ilum enthalten. Die letzten beiden Suffices bedeuten wie El und Baal (eigentlich = Herr) Gott. Überdies wird Samuel als ein Nachfahre des Ephraimiters Zuph aufgefasst, was nicht überrascht; denn Seth-Isaak, der in Ägypten Djed-ef-Re = Seth-Eph-Ra bzw. Re-Djed, Re-Seth oder Re-Zet hieß, brachte von hier eine Anhängerschaft mit, die sich nach ihm benannte: Eph-Ra-im, woraus der biblische Name Ephraimiter wurde: Seth-Zuph = Zet-Re = Djed-ef-Ra ist Ef-Ra, der Stammvater der Eph-ra-imiter. Ohne neue Bundesgenossen hätte Isaak vermutlich die Esauiter bei der zweiten Begegnung mit ihnen nicht besiegen können.

In Isaaks Gefolge befanden sich auch Amalekiter aus den esauitischen Gebieten, die Isaak durchzogen hatte, die aber zu den Ephraim gehören: Aus Ephraim die, so ihre Wurzel haben in Amalek (Richt. 5, 14). Es ist daher als sicher anzunehmen, dass die Ephraimiter aus Ägypten stammten, aus einer Gegend, wo später die Amalekiter wohnten. Amalek selbst ist - wie wir noch sehen werden - ebenfalls ein Sohn des Isaak, und zwar mit einer esauitischen Frau.

Da es nach der Flucht vor Esau, der Edom ist, zunächst keine Besiedlung Kanaans durch die "Isaakiter" gegeben haben kann, müssen diese Vorgänge im Zusammenhang mit der Rückkehr aus Magan und der Unterwerfung der Esauiter gesehen werden.

Als Isaak aus Naphthach nach Israel zurückkam, war er ein Naphthuchiter, und seine Gefolgsleute, die sich ihm in dieser Stadt angeschlossen hatten, waren Naphthuchim. Sie bekamen in Kanaan Land zugewiesen, das sie Naphthali nannten. Somit bleibt die Frage offen, wer denn die Stammtruppe des Isaak war, die aus Mesopotamien mitgekommen war.

Aus seinem Namen pa-Re-Seth = Pe-Re-Zet (pa ist der ägyptische Artikel) wurde der Volksname Pereziter bzw. Pheresiter. Letztere heißen in anderem Zusammenhang auch Philister. Diese Gruppe wurde ein Jahrhundert lang als Fremdkörper in Israel empfunden, obwohl sie ganz offensichtlich zum Gefolge des Isaak gehörte, das aus Mesopotamien mitgekommen war. Sie waren keine überzeugten Jahwe-Verehrer, wie aus der Vergrabung der Götzenbilder unter der Sichem-Eiche zu ersehen ist. Da aber der "Herr", nämlich Sargon I von Akkad, ebenfalls kein Anhänger der von Hiob und Isaak geschaffenen Religion war, die daher nicht als offizielle Staatsreligion angesehen werden darf, so hatte Isaak auf die Auswahl seiner Leute nach religiösen Gesichtspunkten keinerlei Einfluss.

Während den Philistern das Odium der Götzenverehrung noch mehr als hundert Jahre anhaftete, hatten sich die auf dem Gebirge Ephraim angesiedelten Ephraimiter dem Jahwe-Glauben offensichtlich schon in Ägypten angeschlossen. Sie übernahmen den Dienst an Jahwe von Anfang an. Damit lief allerdings nicht immer alles zur Zufriedenheit der obersten Sittenwächter. Die Klagen hierüber sind in den ersten Kapiteln des Richterbuches unüberhörbar.

Die aus Mesopotamien mitgekommenen Sabäer, Nachfahren der Frühkanaaniter zur Zeit ihres großen Königs Dumuzi, waren natürlich Verehrer des semitischen Gottes Dagan oder Dagon = Dao(no)s bzw. Dumuzi. Sie gaben sich nach der Rückkehr des Isaak = Re-Zet aus Ägypten den Namen pa-Re-Zeter und benannten den Landstrich an der Küste, den sie von nun an bewohnten, nach Isaak Re-Zet und nach ihrem Gott Dagan:

Erzeth-Dagan.


Der ägyptische Name für Palästina blieb noch über lange Zeit Re-Zet-nu. Vom Erzeth-Dagan an der Küste Palästinas wurden die Philister später nach Osten abgedrängt, worauf ich noch zurückkomme. Die Bezeichnung dieses Gebietes als Philistäa (= Palästina) geht demnach zurück auf die von Seth-Isaak mitgebrachten Sabäer, und zwar auf die, die von dem neuen Gott des Isaak nichts wissen wollten und lieber an Dagon, dem Gott ihrer Vorfahren, festhielten. Offenbar war es leichter, die neuen Völker, die Ephraim und Naphthaliter, von dem neuen Glauben zu überzeugen.

Es ist denkbar, dass diejenigen Sabäer, die sich dem neuen Glauben geöffnet hatten, die Manassiter und Sebuloniter waren, die ebenfalls als eine Stammtruppe Isaaks angesehen werden könnten; denn sie waren später die Gebieter und hielten den Führerstab in der Hand (Richt. 5, 14). Wie ich in einem der folgenden Kapitel noch zeigen werde, ist es allerdings eher vorstellbar, dass diese beiden Volksgruppen erst zu einem späteren Zeitpunkt von Mesopotamien nach Kanaan kamen.

Von nun an wird es deutlich, dass das Land Edom-Seirirot- Kanaan sowohl im Besitz der nicht zum Jahwe-Glauben zu bekehrenden Philister aus der sabäischen Heimat des Isaak, als auch der fremdländischen Ephraimiter und Naphthaliter ist, die sich dem neuen Glauben angeschlossen hatten.

In griechischer Tradition zeugte Seth nach seiner Vertreibung aus Ägypten in Jerusalem (Jeruschalma) die beiden Söhne Judaios und Hierosolymos bzw. Jeruschalma, was von der konventionellen Wissenschaft als blanker Unsinn abgetan wird; denn zweifellos ist Judaios der biblische Juda und Hierosolymos ist der griechische Name für Jerusalem. Aber diese "unter den Teppich gekehrte" Überlieferung entspricht exakt den Tatsachen! Es handelt sich hierbei um die angeblichen Söhne des Jakob-Israel, die ihm von zwei verschiedenen Frauen geboren wurden, um Sem-Juda und um Samuel-Benjamin, die in der historisch anerkannten Amurru-Liste unter den Namen Sumu-Abi und Sumu-la-il erscheinen. In der Liste fällt auf, dass der zweite nicht als der Sohn des ersteren bezeichnet wird, wie es sonst in dieser Liste üblich ist. Sie waren auch gar nicht Vater und Sohn, sondern Halbbrüder. Der Name Jeru-Schalma steht eindeutig für Sumula = Salma = Samuel. Auf dessen weitere Namen werde ich unten zurückkommen.

Ungewohnt ist an obiger Mitteilung, dass ein Ägypter mit Namen Seth der Vater des Juda gewesen sein soll, der doch - dem AT zufolge - ein Sohn Jakobs war. Wie wir aber schon gesehen haben, sind viele Ereignisse, die unzweifelhaft zu Isaak gehören, mit dessen Sohn Jakob in Beziehung gesetzt worden.

Man kennt allgemein nur zwei Personen mit Namen Seth. Der eine ist der dritte Sohn Adams, der Stammvater der Sethiter (1. Mose 5) bzw. Sethariden, und der andere ist der Gegenspieler des Osiris in der ägyptischen Überlieferung. Um die Frage zu beantworten, wieviele Seths es insgesamt gab, muss ich dem chronologischen Ablauf etwas vorgreifen:

Seth I = Kain-Doros-Hephaistos, der "Lehrmeister der Götter und Menschen", der Sohn des Zeus-Adam = Iluschuma;
Seth II = Isaak-Tektamus, der Sohn des vorigen Seth, wie er in diesem Kapitel besprochen wird;
Seth III = Asterion, der Sohn des Tektamus; er ist auch Poseidon (pa-Sendi, Sethenes; 2. ägyptische Dynastie) und Erechtheus = Re-Harachte (Re- Hara-Acha-Tetej bzw. Athotis; 1. Dynastie);
Seth IV = Radamanthos, der Sohn des Asterion; er ist auch Atlas (Se-chem-ib [A]Tlas; 2. Dynastie des Manetho), der Sohn des Poseidon, und der ägyptische Himmelsträger Schu (Thum, A-Tum = Aton, Timaios), der Sohn des Re-Harachte, und "Tem, der große Gott von Heliopolis und erste Gottmensch auf Erden", als Vater des Phiops. Er ist auch der Mörder des Osiris.
Der Vollständigkeit halber sei auch noch Anubis, der Sohn des Seth aufgeführt. Dabei wird deutlich, dass Anubis der Sohn des letzten der oben aufgeführten Seths war, was sich aus der bloßen Betrachtung der ägyptischen Mythologie ohne die berichtigte Geschichte nicht so leicht erkennen lässt:
Anubis, Sohn des Seth = Ramses III/VIII Achan-Amun bzw. pa-Ino-djem (Painozem) Echn-Amun bzw. Echn-Aton (I), der Sohn des Schu-Thum; er ist auch Phiops, der Sohn des Tem, und der Vater des Ka-mose (Ramses IX) Nefer-Chaemuse = Echnaton (II = Mose bzw. dessen ägyptischer Teilaspekt!).


In Ägypten oder in Kanaan heiratete Isaak die beiden Töchter seines Schwagers Laban, der mit seiner Familie offensichtlich am Maganzug Isaaks teilgenommen hatte; denn die Niederkunft der beiden Frauen fand noch in Edom-Kanaan statt. Nicht nur hinsichtlich des Ehemannes der beiden Frauen, sondern auch was die Begleitumstände angeht, die zu den Ehen mit diesen Frauen führen, sind im AT (1. Mose 29, 16ss) abweichende Angaben gemacht. Die Geburt der Söhne Jakobs, von denen nur Levi historisch echt ist, stellt eines der großartigsten Wortspiele im AT dar, worauf hier aber nicht näher eingangen werden soll. Bezeichnend ist, dass die Söhne Benjamin (1. Mose 35,18) und Juda (1. Mose 29,35) die letzten Söhne ihrer Mütter Rahel und Lea waren. Benjamin war sogar Rahels einziger, da Joseph weder ihr noch des Jakob Sohn war. Auch die übrigen Söhne der Lea, die diese angeblich von Jakob hatte, sind fiktiv.

Jakob, der Sohn Isaaks, der die beiden Töchter des Laban angeblich in ihrer Heimat Haran ehelichte, war zu diesem Zeitpunkt ganze vier Jahre alt, wenn wir die Vertreibung Seth-Isaaks ins Jahr 456/57 ndFl ansetzen, was ich für richtig halte. Die Eheschließungen stellen sich im AT in derselben zeitlichen Reihenfolge wie in der Wirklichkeit dar. Was nun die zweimal sieben Jahre betrifft, die Jakob für beide Frauen bei Laban Dienst tun musste, so ist dabei an den gleich großen Abstand zwischen den Geburten der Töchter Ana (* ca. 438 ndFl) und Ada (* ca. 451 ndFl) zu denken, die Isaak-Tektamus von der Tochter oder den Töchtern des Henoch-Ganymed bekam. Hießen die Mütter dieser beiden Frauen etwa wie die Mägde Silpa (der Lea) und Bilha (der Rahel), die Laban seinen Töchtern mit in die Ehe gab? Wie dem auch sei: die Söhne Jakobs, ob von seinen Frauen oder von deren Mägden, sind bis auf Levi, der natürlich nicht der Sohn der Lea (1. Mose 29, 34) gewesen sein kann, unhistorisch. Auf die wichtige Person Levi und auf die Tochter Dina des Jakob komme ich noch ausführlich zurück.

Rebekka war meines Erachtens nicht mitgezogen, da sie mit ihrem neugeborenen Söhnchen Jakob ihre sabäische Heimat nicht verlassen wollte. Debora aber, ihre Stiefmutter oder Amme, war mit Isaak ausgezogen und wurde von ihm, bevor er Kanaan wieder in Richtung Mesopotamien verließ, in ein neugeschaffenes Amt eingesetzt, das noch mehr als zweihundert Jahre Bestand hatte: sie wurde die erste Richterin und sie blieb die einzige Frau überhaupt, die dieses Amt je bekleidet hat. Später setzte man sie an ihrer Wirkungsstätte in Kanaan bei (1. Mose 35, 8).

Von den drei sabäischen Frauen Isaaks, die alle aus dem Hause des Prometheus-Methusael stammten, des Sohnes der Milka aus Haran, leitet sich die "semitische" Linie ab. Was nun die Gleichsetzung zum einen des Sem mit Juda und zum anderen des Samuel mit Benjamin anbelangt, so will ich zunächst die Identität des Sohnes der anfänglich unfruchtbaren Rahel (1. Mose 29, 31) mit dem Sohn der "verschlossenen", also der ebenfalls zunächst unfruchtbaren, Hanna erläutern.

Der Vater Samuels hatte zwei Frauen. Die eine, Peninna, war fruchtbar, was sie mit Lea, der Mutter des Juda, identifizierbar macht, während die Mutter Samuels, die lange Zeit "verschlossen" war, hierin der Rahel gleicht, die als ersten den Sohn Joseph (1. Mose 30, 23.24) gebar. Einige Jahre später, als Jakob wieder in seiner kanaanitischen Heimat war, brachte sie mit Mühe den zweiten Sohn Ben-Oni zur Welt, den sein Vater nach dem Tode Rahels in Ben-Jamin umbenannte:

1. Mose 35: (15) Und Jakob hieß den Ort, da Gott mit ihm geredet hatte, Beth-El. (16) Und sie zogen von Beth-El. Und da noch ein Feld Weges war von Ephrath, gebar Rahel. (17) Und es kam sie hart an über der Geburt. Da ihr aber die Geburt so schwer war, sprach die Wehmutter zu ihr: Fürchte dich nicht; denn diesen Sohn wirst du auch haben. (18) Da ihr aber die Seele ausging, dass sie sterben musste, hieß sie ihn Ben-Oni (= Sohn meines Schmerzes); aber sein Vater hieß ihn Ben-Jamin (= Sohn des Glücks). (19) Also starb Rahel und ward begraben an dem Wege gen Ephrath, das nun heißt Bethlehem. (20) Und Jakob richtete ein Mal auf über ihrem Grabe; dasselbe ist das Grabmal Rahels bis auf diesen Tag.

Kaleb-Ephrata, das spätere Beth-Lehem, liegt südlich von Beth-El. Das Grabmal der Rahel lag in der Gegend des von Jeruschalma-Samuel-Benjamin später gegründeten Jerusalem. Die Stadt Bethlehem wurde erst von dem Sohn Kaleb-Lehem des Samuel-Benjamin gegründet. Bezeichnenderweise wird der Sohn Ben-Oni = Ben-Jamin nicht wie seine älteren Brüder in der Heimat des Laban, sondern erst später in der richtigen Heimat Sem-Judas und Samuel-Benjamins geboren. Es hat den Anschein, als seien Jakob und seine Familie aus Mesopotamien kommend über Beth-El weiter nach Süden gezogen. Da wir aber wissen, dass es sich bei Rahel nicht um die Frau des Jakob, sondern um die des Isaak handelt, so können wir davon ausgehen, dass Benjamin auf dem Rückweg des Isaak von seinem Maganzug geboren wurde.

Im 1. Buch Samuel, Kapitel 1, werden die Vorfahren Samuels in der folgenden Weise aufgeführt (Vers 1):

Zuph,
|
|
ein Ephraimiter; er ist Baal-Zephon = Seth-ef-
Ra = Isaak
;
Thohus
|
(= Tochu; vgl. Tektamus, also ebenfalls Isaak)
Elihu
|
|
(offensichtlich mit dem jungen Isaak aus dem
Buch Hiob identisch)
Jeroham
|
Elkana,
|
|
(= Kain), ein Mann aus Ramathaim-Zophim vom
Gebirge Ephraim; also eine Mischung aus Kain
und Zuph-Zephon bzw. Ephraim-Isaak;
Samuel


Um welche Personen es sich dabei in Wirklichkeit handelt, habe ich jeweils dazugeschrieben. Jeroham ist sogar ein Alterego des Samuel selbst. Er ist mit Jerach-meel bzw. Jeruch-schalma (vgl. Hierosolymos !) identisch. Zu den Namen Samuels wird an anderer Stelle mehr zu sagen sein.

Die Geburt des Samuel-Benjamin, des jüngsten Sohnes von Isaak (und nicht von Elkana noch von Jakob!), fand erst nach der Vertreibung des Seth aus Ägypten statt, wie schon gesagt wurde. Für die letztgeborenen Söhne Seth-Isaaks, die in Israel (nahe Jerusalem!) auf die Welt kamen, ergibt sich als Geburtsjahr 456 bzw. 457 ndFl; denn Rahel starb noch in Israel. Der Tod der Rahel, der offensichtlich die Folge einer schweren Geburt war, ist demnach ebenfalls in diese Zeit zu datieren. Obwohl der Tod und die Beisetzung Deboras schon im Vers 8 desselben Kapitels beschrieben werden, in dem auch der Tod der Rahel mitgeteilt wird (in Vers 19), so kann doch mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass Debora erst einige Jahre nach Rahel verstarb.

Wie die meisten mit dem frühen Jakob verbundenen Ereignisse im 1. Buch Mose nicht ihn, sondern seinen Vater Seth = Isaak betreffen, so kann auch die folgende Stelle zu Isaak gehören:

1. Mose 33: (18) Jakob zog mit Frieden zu der Stadt Sichem (im Text heißt es: Sichems), die im Lande Kanaan liegt, (nachdem er aus Mesopotamien gekommen war) und machte sein Lager vor der Stadt.

Auch hier wird bestätigt, dass die erste Begegnung mit den Esauitern, als Isaak (oder betrifft es diesmal tatsächlich Jakob?) aus Mesopotamien kam, bei Sichem stattfand. Im dem Falle, dass Isaak gemeint sein sollte, stand die Auseinandersetzung mit Esau-Seir-Hor noch bevor. Wenn aber Jakob gemeint sein sollte, der dieses Land fast zwanzig Jahre später als sein Vater durchquerte, dann wäre ein ganz anderer Vorgang damit gemeint. Darauf wird an einer anderen Stelle einzugehen sein.

Die in 1. Mose 34 gegebene Darstellung, nach der Jakob aus Sichem auszog, weil er stinkend geworden war vor den Einwohnern dieses Landes, den Kanaanitern und Pheresitern (= Philistern; pa-Re-Zet = Isaak war ihr Anführer), ist daher ins richtige Licht zu rücken:

Wenn in diesem Falle tatsächlich Jakob gemeint sein sollte, dann hatte er ohnehin die Absicht, nach Ägypten weiterzuziehen, auch ohne "stinkend" (das heißt ein Verräter) geworden zu sein. Er wäre dann eventuell auch über Beth-El weitergezogen, da es eine Gründung seines Vaters war. Wenn aber wieder einmal Isaak gemeint sein sollte, dann gelangte er nicht von Sichem aus und nicht aus diesem Grunde nach Beth-El, sondern nach seiner Vertreibung aus Ägypten.

Die Niederlage des Esau, der im Alten Testament immer wieder betont mit Edom gleichgesetzt wird ("... denn er ist der Edom."), kann von der Vertreibung Esaus hinter den Jordan getrennt werden, wenn wir Isaak bereits mit einem Sieg über die Esauiter-Seiriter-Horiter-Enakiter in Verbindung bringen wollen, während wir die Vertreibung hinter den Jordan - dem AT folgend - mit Jakob verbinden.

In 1. Mose 36, 2ff werden Esaus Nachfahren, die von drei unterschiedlichen Frauen abstammen sollen, aufgezählt. Dabei lassen sich Generations-Verschiebungen erkennen. Diese waren erforderlich, um Isaak an seinen Ururenkel Abraham als dessen angeblichen Sohn anzuhängen. Esau soll folgende Frauen aus den Töchtern Kanaans genommen haben:

1. Ada, die Tochter Elons, des Hethiters. Sie gebar dem Esau Eliphas.

Eliphas ist natürlich mit Elon = Elihu = Eli-El = Isaak-Tektamus identisch. Dies geht aus den bereits besprochenen Überlegungen zum Buch Hiob hervor, worin Elihu als hauptsächlicher Gesprächspartner des Hiob später noch durch die "drei Freunde" erweitert wurde, deren einer Eliphas heißt. Wie im vorigen Kapitel bereits dargelegt wurde, tragen die drei Freunde solche Namen, die eindeutig zu Elihu = Isaak gehören.

Isaak-Eliphas ist nicht der Sohn, sondern der Vater Adas, die jedoch nicht von Esau, sondern von Lamech-Zeus-Adam (II) geheiratet wurde. Ihr Sohn war Jabal = Hermes (II), der auch als Nabu (II) aufgefasst werden kann. Er ist der Bruder Nebajoth der Basmath, der dritten Frau des Esau.

2. Oholibama, die Tochter des Ana, die Enkelin Zibeons, des Heviters.

Bei dieser angeblichen Frau handelt es sich um einen Mann, nämlich um (O)CHALUB(AMA) = KALEB. Er war ein Sohn der Abinoam, der Tochter Jabimaels, des Sohnes von Esau, die Samuel heiratete, der Sohn des Zibeon-Zephon-Isaak. Insofern war Kaleb-Oholibama ein Enkel des Zibeon, des Heviters.

Die (C)Hevi-ter sind die aus Chavi-la = Ägypten zurückgekehrten Anhänger Isaak-Zephons und letztlich auch dieser selbst. Ana war die Tochter Zibeon-Isaaks, die Schwester der Ada folglich. Ana heiratete Esau!

3. Basmath, die Tochter Ismaels, die Schwester Nebajoths.

Da es sich bei Nebajoth mit hoher Wahrscheinlichkeit um Jabal = Hermes II = Nabu II handelt, kann Basmath nur die Tochter Lamechs, der hier fälschlich mit Ismael (= Ischma- ilu, Ischme-Dagan), einem Sohn des Samuel, gleichgesetzt wird, und der Ada (siehe oben!) sein.

Basmath heiratete nicht Esau, sondern dessen Sohn mit Ana, der Tochter des Isaak-Zibeon, nämlich Baal-Hanan. Er war der König von Edom-Seirirot, um dessen Tochter Keret = Barak = Heber warb und sie dann auch nach dem Sieg über Terah und Sisera (505 ndFl) heiratete; ihr Name war Jael. Ihre Rolle wird in Richter Kapitel 4 und 5 weitgehend von Debora eingenommen, die zu diesem Zeitpunkt bereits längst verstorben war. Abinoam ist nicht der Vater, sondern die Mutter des Barak.

+========================================================+
|                 Stammbaum der Esauiter                 |
+--------------------------------------------------------+
SERACH von BOZRA    ELIHU-ELIPHAS-ZIBEON-ZUPH = ISAAK
SEIR    =  BOSOR    |
ESAU    =  BEOR  oo ANA * ca. 442 ndFl
|  ACH  -  BOR      |
|  * ca. 400 ndFl   +-------------------------+
|  reg. ca. 430-465                           |
+------------+-------------------+            |
JABIMAEL     LOTAN, Sohn Seirs   THIMNA       BAAL-HANAN,
JOBAB, Sohn         *ca. 423     *ca.440      Sohn Achbors
       Serachs      |            oo           * ca. 458
= BILEAM ----- oo --T.*ca.445    ELIPHAS      reg. ca.
= BELA, Sohn Beors         |     = ISAAK      486-505 ndFl
*ca. 422, reg.ca. 465-486  |     |            oo
                           |     AMALEK       BASMATH, T.
SETH II = ELIPHAS-ISAAK    |     *ca.458      Lamechs,
|                          |                  | *ca. 470
SAMUEL *457    oo    ABINOAM *ca.465 ndFl     |
|                                             |
BARAK(-NUNNA) = HEBER = KERET *ca. 482/3  oo  JAEL *ca.488

Hierin sind die angeblichen Enkel des Esau noch nicht enthalten.
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Isaak heiratete die Tochter Thimna (* ca. 440 ndFl) des Esau, von der er den Sohn Amalek bekam, der somit tatsächlich ein Enkel Esaus war (1. Mose 36, 12). Seine Geburt gehört in die Zeit der Rückkehr Isaaks aus Ägypten (um 457 ndFl). Amalek als Volk sind demnach die Esauiter bzw. die Enakiter von Israel an bis ins Mittagsland Midian. Zu der Zeit, als die Eph-Ra-im, "deren Wurzel in Amalek ist", von hier mit Zet-Ef-Ra = Isaak in Richtung Kanaan aufbrachen, kann das Land folglich noch nicht Amalek geheißen haben. Mit dem Mann Amalek werden wir uns noch beschäftigen.

Der Aufenthalt Isaaks in Ägypten war nicht sehr lang, und der Erfolg dieser Mission daher auch nicht überwältigend. Erst durch die Mission des Sargon-Sohnes Naram-Sin, der mit dem Sohn Jakob des Isaak einen zweiten Maganzug unter Sargon unternahm, entstanden dauerhafte Bindungen zwischen den Asiaten und den Ägyptern. Trotz des Misserfolges Isaaks in Ägypten war seine Expedition nicht nur für die damalige Zeit, sondern auch weltgeschichtlich bis in unsere Gegenwart von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Isaak holte Palästina in die "Welt" der Großkönige. Somit steht er am Anfang der Geschichte Israels. Er machte den Esauiter botmäßig und verschwägerte sich mit ihm. Sein Sohn Jakob vertrieb die Esauiter später hinter den Jordan. Seit diesem Sieg, der im AT über Jakobs angeblichen Bruder Esau errungen wird, gehörte das Land in den Kulturkreis der Großreiche. Es mochte akkadisch, amoritisch, sabäisch, ägyptisch oder selbständig sein - es blieb noch lange Zeit ein Bestandteil der Welt der Antike, wenn wir darunter die Vorstufe der abendländischen Kultur verstehen wollen. Erst nach dem Zerfall des Römischen Reiches hielt in dieser Region das Morgenland Einzug.

Sargon, der "Herr" des Reiches, belohnte Isaak für die Gewinnung Edom-Israels mit der Lehensvergabe dieses Teiles des Reiches an ihn und seine Nachkommenschaft:

(1. Mose 26, 3) ... denn dir und deinem Samen will ich alle diese Länder geben und will meinen Eid bestätigen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe...

(1. Mose 12, 7) Da erschien der Herr dem Abram und sprach: Deinem Samen will ich dies Land geben.

Man sieht, wie die Redakteure der letzten Fassung des ATs mit der Vertauschung von Abra(ha)m und Isaak Probleme hatten. Man sieht aber auch, welche Auswirkung diese Passagen auf die Gegenwart noch haben! In der Tat blieb Edom-Seirirot-Israel bis zuletzt, bis zur Vernichtung Judaeas in der Römerzeit, ein Lehen der Isaak-Familie. Die moderne Tragik ist der in späterer Zeit vorgenommenen Übertragung der Landvergabe von Sargon auf Gott zu verdanken.

Die Identität des Sem mit Juda ergibt sich nicht so leicht wie die des Samuel mit Benjamin. Lediglich die Geburt des Juda, des Sohnes der fruchtbaren Lea-Peninna, quasi als Gegenstück zu der Geburt des Samuel-Benjamin, des Sohnes der anfänglich unfruchtbaren Rahel-Hanna, kann als Hinweis auf die Familie des Isaak in Mari aufgefasst werden. Hinzu kommen noch weitere Hinweise auf die Identität des Juda mit Sem, die weiter unten besprochen werden sollen.

Zunächst kam, sobald es feststand, dass Jakob nicht mehr aus Ägypten nach Mari zurückkommen würde, dort sein jüngerer Bruder auf den Statthalterthron, nämlich Sem-Juda. Er erscheint in Mari unter dem Namen Ischtup-Ilum, der Sohn des Idi-Ilum. Der Namensteil "ischt" weist auf die Sethariden-Dynastie hin: Ischt-ar = Eschtar, Stern bzw. Seth. Auch von diesem Statthalter fand Parrot einige Inschriften; das wichtigste aber, was er von ihm fand, war sein Standbild. André Parrot schreibt:

Die auf der rechten Schulter eingravierte Inschrift lautet "Ischtup-Ilum, Schakkanak von Mari". Ischtup-Ilum bedeutet etwa "Gott hat am Leben erhalten"; der Titel Schakkanak kann wohl mit Fürst übersetzt werden. Es handelt sich also nicht um einen König, sondern um eine Persönlichkeit, die in der Epoche, als die Könige von Ur (III) die Stadt am Euphrat beherrschten (Anm.: gemeint ist Mari), das Amt eines Statthalters oder Patesis (Anm.: bedeutet ebenfalls "Statthalter") innehatte. Das Bildnis ist in neusumerischem Stil mit einer kompromisslosen, beinahe geometrischen Strenge in den Stein gehauen. Ischtup-Ilum ließ sich stehend, in der Haltung eines Adoranten, darstellen. Aber der Gesichtsausdruck zeigt unnachgiebige, verachtungsvolle Härte. ... Der zu einem Rechteck gestutzte, bis auf die nackte Brust reichende Vollbart und ein ausladender Oberlippenbart darüber verdecken das halbe Gesicht, auf dem nicht der Schatten eines Lächelns, kein Hauch von Nachsicht oder Zartheit zu entdecken ist. Nur Kraft und eine Grausamkeit kommen zum Ausdruck, die die großen, leeren Augen mit den erweiterten Pupillen noch unterstreichen.2

Ob Parrot auch dann noch, wenn er gewusst hätte, dass er den biblischen Sem-Juda vor sich hatte, so "kompromisslos" über dieses Bildnis geurteilt hätte? Tatsache ist aber, dass Sem alles andere als freundlich in die Welt blinzelt. Ischtup- Ilum ist auch jener Man-ischtu-schu, der konventionell als einer der beiden Söhne Sargons und Vater des Naram-Sin gilt, was jedoch beides falsch ist. Richtig ist, dass Manisch-Tuschu der Vater des Hacha-Manisch = Perseus- Achaimenes war, des Begründers des ersten Perser-Reiches. Bevor dieser jedoch geboren wird (500 ndFl), kommen erst noch diejenigen Söhne Juda's auf die Welt, die ihm von der Tochter des Kanaaniters Sua in den Jahren ab 477 ndFl geboren wurden: Ger und Onan. Als dritter Sohn wird Sela genannt, zu dem ich weiter unten eingehend Stellung nehmen werde.

Die Namen der Söhne Sems werden im AT abweichend von den Namen der Söhne Juda's angegeben mit Elam, Assur, Lud und Aram. Es handelt sich hierbei aber um die Provinzen des von Sem = Sumu-Abi, dem "Semiten" oder Amoriter, gegründeten Amurru-Reiches, nämlich um Elam-Persien, Assyrien, Lydien-Kleinasien und Mesopotamien = Aram-Naharaim. Ob Sem bereits eine derartige Machtfülle besessen hat, ist jedoch fraglich; die von ihm geschaffene Amoriter-Dynastie dehnte ihren Machtbereich tatsächlich später bis Kleinasien aus.

Der Name Aram steht für den größten König der aramäischen Amoriter-Dynastie (= Dynastie von Amurru), für Hammur-abi. Die Amurru-Dynastie stellte auch die Könige (besser: die Statthalter) der III. Dynastie von Ur, deren Schakkanaks von Mari (vgl. obigen Kommentar von André Parrot!) Jaggid- Lim, Jachdun-Lim, Idi-Ilum und Ischtup-Ilum gewesen sein sollen. Hier wurde konventionell nicht erkannt, dass die Statthalter-Könige von Ur damals auch nur Schakkanaks der Akkader waren, während unter deren Schakkanaks von Mari sich die späteren Amoriter-Könige Sumu-Abi = Sem-Juda = Ischtup-Ilum und Sumu-la-il = Samuel-Benjamin = Jaschmach- Adad befanden.

Wie ich noch zeigen werde, ist der erste "König" der Dynastie Ur III, Ur-Nammu, mit Hammurabi identisch. Dieser war ein "Konferenzkind", was ich weiter unten erläutern werde. Er war keiner der Söhne der Tochter Suas, sondern offenbar der (488 ndFl geborene) Sohn einer anderen Kanaanitin, der Tochter eines gewissen Hira (hebr. für Adel von Geburt), der in der Stadt Adullam in der Ebene Juda wohnte. Hier dürfte im AT einiges durcheinander gehen; denn der jüngste Sohn Sela der Tochter Suas kann auch für Zimri-Lim, Aram- Hammurabi oder sogar für Perseus-Arphachsad stehen.

Sem-Juda's ältester Sohn Ger wurde um 477 ndFl geboren. Er heiratete um 495 ndFl die etwas jüngere Tochter Ar-Tamara des Lamech-Pusarummas, von der er keine Kinder bekommen haben soll. Es kann sich um eine politische Heirat gehandelt haben, wie wir noch sehen werden. Nach dem Tode Gers sollte Ar-Tamara mit dessen Bruder Onan verheiratet werden, der sich jedoch offenbar weigerte, die Ehe mit seiner Ex-Schwägerin zu vollziehen. Danach warb Juda selbst um die Schwiegertochter, heiratete Tamara auch und bekam von ihr den Sohn Perez-Ussa, der niemand anderer als der Sohn Perseus der Danae-Naema (= Diana, Artemis, Ar-Tamara) ist, aber auch der Sohn Arphachsad bzw. Arpaxad des Sem. Hier ergibt sich also der erste Anhaltspunkt, dass Sem mit Juda identisch ist.

Diesen Arpaxad hält Flavius Josephus, der meines Erachtens der unnachsichtigste aller antiken Historiografen ist, für den Stammvater der Chaldäer. Genauer gesagt: er hält die Provinz Arpaxad = Arrapachitis, deren Name sich von Arphachsad ableiten lässt, für das Stammland der Chaldäer. Im Prinzip bedeutet das aber dasselbe. War etwa Sela dieser Arpaxad-Perseus?

Sela, so heißt es (1. Mose 38), wurde in Chesib geboren, was aber vermutlich "Kesed" heißen soll, nämlich Chaldäa. Kesed, angeblich ein Sohn des Nahor mit der Milka, gilt ebenfalls als der Stammvater der Chaldäer. An dieser Aussage ist nun ganz besonders interessant, dass wir weiter oben bereits Nahor gemeinsam mit dem babylonischen Gott Nabu in der Person des Irischum (= Abel I) gesehen und festgestellt haben, dass Nabu-Merkur dem chaldäisch-hethitischen Gott Chaldi entspricht, dem Namensgeber der Chaldäer. Japetos = Nahor-Chaldi und Milka waren die Eltern des Lapidoth-Promethusael, der nicht mit Kesed identisch sein dürfte.

Nun heißt es aber auch, Juda habe seine verwitwete Schwiegertochter, nachdem Onan, sein zweitältester Sohn, sie ausgeschlagen habe, nicht seinem jüngsten Sohn Sela geben können, da dieser noch zu jung gewesen sei. Insofern kann Sela nicht mit dem Sohn Perez-Perseus der Ar-Tamara identisch sein, statt dessen aber mit Zimri-Lim (* ca. 483 ndFl) oder mit Aram-Hammurabi (* 488 ndFl), die um diese Zeit erst höchstens 17 oder 13 Jahre alt gewesen sein können (Ger müsste in den Jahren 498-500 ndFl gestorben sein).

Wir haben es bei Sela offensichtlich wieder mit einer Doppelperson zu tun, die, wenn es um Tamara geht, einen der beiden jüngeren, aber noch vor Perseus-Perez-Arphachsad geborenen Söhne Judas darstellt, die noch die Söhne der "anderen" Kanaanitin waren. Wenn es aber um die Stammvaterschaft an den Chaldäern geht, dann soll Sela offenbar der effektiv jüngste Sohn Sem-Judas sein: Perseus-Arpaxad.

Isaak-Seths Sohn von einer Arierin, der später zum griechischen Meeresgott avancierte Seth-Poseidon, war der ältere Halbbruder der "semitischen" Söhne Isaaks, nämlich des Jakob und der nach Isaaks Vertreibung aus Ägypten in Edom-Seirirot geborenen Halbbrüder Sem-Juda und Samuel- Benjamin. Mit Poseidon wird sich das übernächste Kapitel ausführlicher befassen.

Ein anderer bedeutender Sohn des Doros-Kain-Hephaistos, also ein Bruder des Tektamus-Isaak, war Lykurgos, der auch unter den Namen Illyrios und Lakedaimon in die Geschichte Eingang gefunden hat. Er war der erste namentlich bekannte Arier, der in Europa eindrang. Lakedaimon, der Sohn von Zeus und Taygete, heiratete dort die Tochter eines einheimischen Königs, vermutlich des Königs der Sparten, der Ureinwohner des griechischen Theben, die den Namen Sparte hatte bzw. bekam. Ihre Eltern sollen Eurotas und Kleba geheißen haben. So überliefert es jedenfalls die griechische Mythologie. Unverkennbar ist, dass in der Elterngeneration bekannte Namen aus der Geografie Spartas auftauchen. Doch dieser Lykurg ist nicht mit seinem viel späteren Nachfahren gleichen Namens zu verwechseln, der in Sparta die von Lykurg I geschaffene lakonische Verfassung einführte.

Der erste Lykurg wird uns am Beginn des folgenden Jahrhunderts wieder beschäftigen, der zweite erst über hundert Jahre später. Lykurg I wurde um 465 ndFl der Schwiegervater des Poseidon, indem dieser die Tochter Autonoë, angeblich des Kadmos, realiter aber wohl dessen ebenfalls nur angeblichen Sohnes Illyrios heiratete. Hier ist die griechische Mythologie arg ins Schleudern geraten. Autonoë ist meines Erachtens mit Thetis bzw. Tethis identisch, der Meeresgöttin und Gemahlin des Poseidon. Die nachstehenden Aufstellungen führen dem Leser Herkunft und Namensvielfalt Isaaks noch einmal vor Augen.

==========================================================
(TUBAL-)  KAIN,      Vater des Isaak; Kainiter (1. Mose 4)
=      EL-KANA  =
      VUL-KAN   =
          KENAS,     Stammvater der Kenisiter  (AT)
SETH-ENOS-KENAN =    "          "   Sethiter   (1. Mose 5)
      NUS-KU    =    NER-GAL = NER-EUS = HALIOS GERON
CHEPA-HESTIOS   =                        HELIOS
 HEPH-AISTOS    =    DOROS   =  ARES I = SCHIUINI = CHIUN
* ca. 380 ndFl                                PIT - CHANAS
|                               Herr von PURRUSCH - CHANDA
|                                                 = CHONSU
|                               SETHAR = SITAREH  = SATURN
|
oo HAL-MASCH-TU, die "Throngöttin",die Mutter des Anittas.
==========================================================

==========================================================
                PITCHANAS von Kussara = SCHIUINI =
                           |
KAIN    =     DOROS    =   | HEPHAISTOS = DOROS  = KENAS
|             |            | |          = ARES I   |
|             |            | |            |        |
+-------------+------------+-+------------+--------+------
HENOCH II     TEKTAMUS     | PANDORA   LYKURGOS    OTHNIEL
CHANNIG-MADAI *ca.410      | *ca.410   ILLYRIOS    *ca.430
 GA-NY -MED        ndFl    |     ndFl  LAKE-DAIMON    ndFl
*ca.405 ndFl               |           PYTHON-DRACHE
                           |           *ca.425 ndFl
                  ANITTAS von Kussara
                  * ca. 408 ndFl
                (Zerstörer von Hattusas)
==========================================================

==========================================================
TOHU-ETAM =  SETH (II) =  JA - DJID - LIM (= Jaggid-Lim),
TEK - TAMUS                      IDI-ILUM (= Haggedolim),
                        (Isakku = Schakkanak = Statthalter
                         von Mari; daher der Name "ISAAK")
TACH- TIM - Hodschi von Tach-schi = Phönizien: Tjeker bzw.
                                    Tager, Kar-Thager!
       JE-PHTHACH, Jeph-Thach
=      NA-PHTHACH (Naph-thuchim) =  NAPHTHALI
pa-Re-ZET = Pheresiter, Philister im ER-ZET-DAGAN = REZENU
=    DJED-EF-RA  =  EPHRA-IM
=      JAMIN (ONI)
=        ZUPH-ONI
= (BAAL-)ZEPH-ON, ZOPHAI, ZOPHAR (Buch Hiob) = ZELOPHEDAD?
=    ELI-HU = ELIPHAS, BILDAD (= BAAL-DJED ?)
*ca. 410 ndFl, +ca. 473 ndFl
==========================================================

Letzter Stand: 13. April 2014

1 Magan war der Name für das vordynastische Ägypten. Als Jakob seinen Zug dorthin unternahm, gab es diesen Namen nicht mehr; denn mittlerweile war von Ham- Amun-Menes das dynastische Ägypten gegründet worden.
2 André Parrot, Rückkehr in die Vergangenheit, Verlag Hoffmann und Campe
Die Geschichte des Altertums in neuer Sicht Band 1 bis 3 der Geschichte des Altertums in neuer Sicht
gibt es inzwischen auch gedruckt.

Sie können sie hier beim Lulu-Marktplatz bestellen:
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