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Das 1. Kapitel

1. Es war ein Mann von Ramathaim-Zophim, vom Gebirge Ephraim, der hieß Elkana, ein Sohn Jerohams, des Sohns Elihus, des Sohns Thohus, des Sohns Zuphs, welcher von Ephrath war.

2. Und er hatte zwei Weiber; eine hieß Hanna, die andere Peninna. Peninna aber hatte Kinder, und Hanna hatte keine Kinder.

3. Und derselbe Mann ging hinauf von seiner Stadt zu seiner Zeit, dass er anbetete und opferte dem Herrn Zebaoth zu Silo. Daselbst waren aber Priester des Herrn Hophni und Pinehas, die zwei Söhne Elis.

4. Da es nun eines Tages kam, dass Elkana opferte, gab er seinem Weibe Peninna und allen ihren Söhnen und Töchtern Stücke.

5. Aber Hanna gab er ein Stück traurig; denn er hatte Hanna lieb; aber der Herr hatte ihren Leib verschlossen.

6. Und ihre Widerwärtige betrübte sie und trotzte ihr sehr, dass der Herr ihren Leib verschlossen hätte.

7. Also ging es alle Jahre, wenn sie hinaufzog zu des Herrn Haus, und betrübte sie also; so weinte sie dann und aß nichts.

8. Elkana aber, ihr Mann, sprach zu ihr: Hanna, warum weinest du, und warum isst du nichts, und warum gehabt sich dein Herz so übel? Bin ich dir nicht besser denn zehn Söhne?

9. Da stand Hanna auf, nachdem sie gegessen hatte zu Silo und getrunken. (Eli aber, der Priester, saß auf einem Stuhl an der Pfoste des Tempels des Herrn.)

10. Und sie war von Herzen betrübt und betete zum Herrn und weinte.

11. Und gelobte ein Gelübde und sprach: Herr Zebaoth, wirst du deiner Magd Elend ansehen und an mich gedenken und deiner Magd nicht vergessen und wirst deiner Magd einen Sohn geben, so will ich ihn dem Herrn geben sein Leben lang, und soll kein Schermesser auf sein Haupt kommen.

12. Und da sie lange betete vor dem Herrn, hatte Eli acht auf ihren Mund.

13. Denn Hanna redete in ihrem Herzen; allein ihre Lippen regten sich, und ihre Stimme hörte man nicht. Da meinte Eli, sie wäre trunken,

14. und sprach zu ihr: Wie lange willst du trunken sein? Laß den Wein von dir kommen, den du bei dir hast!

15. Hanna aber antwortete und sprach: Nein, mein Herr, ich bin ein betrübt Weib. Wein und stark Getränke hab ich nicht getrunken, sondern habe mein Herz vor dem Herrn ausgeschüttet.

16. Du wollest deine Magd nicht achten wie ein loses Weib; denn ich habe aus meinem großen Kummer und Traurigkeit geredet bisher.

17. Eli antwortete und sprach: Gehe hin mit Frieden! Der Gott Israels wird dir geben deine Bitte, die du von ihm gebeten hast.

18. Sie sprach: Laß deine Magd Gnade finden vor deinen Augen. Also ging das Weib hin ihres Weges und aß und sah nicht mehr so traurig.

19. Und des Morgens frühe machten sie sich auf, und da sie angebetet hatten vor dem Herrn, kehrten sie wieder um und kamen heim gen Ramath. Und Elkana erkannte sein Weib Hanna; und der Herr gedachte an sie.

20. Und da etliche Tage um waren, wurde sie schwanger und gebar einen Sohn und hieß ihn Samuel; denn ich habe ihn von dem Herrn gebeten.

21. Und da der Mann Elkana hinaufzog mit seinem ganzen Hause, dass er dem Herrn opferte das Opfer zur Zeit gewöhnlich, und sein Gelübde,

22. zog Hanna nicht mit hinauf, sondern sprach zu ihrem Manne: Bis der Knabe entwöhnt werde, so will ich ihn bringen, dass er vor dem Herrn erscheine und bleibe daselbst ewiglich.

23. Elkana, ihr Mann, sprach zu ihr: So tue, wie dir's gefällt; bleibe, bis du ihn entwöhnest; der Herr bestätige aber, was er geredet hat! Also blieb das Weib und säugte ihren Sohn, bis dass sie ihn entwöhnte.

24. Und brachte ihn mit ihr hinauf, nachdem sie ihn entwöhnt hatte, mit drei Farren, mit einem Epha Mehl und einer Flasche Weins; und brachte ihn in das Haus des Herrn zu Silo. Der Knabe aber war noch jung.

25. Und sie schlachteten einen Farren und brachten den Knaben zu Eli.

26. Und sie sprach: Ach, mein Herr, so wahr deine Seele lebt, mein Herr, ich bin das Weib, das hie bei dir stand und bat den Herrn,

27. da ich um diesen Knaben bat. Nun hat der Herr meine Bitte gegeben, die ich von ihm bat.

28. Darum gebe ich ihn dem Herrn wieder sein Leben lang, weil er vom Herrn erbeten ist. Und sie beteten daselbst den Herrn an.

Das 2. Kapitel

1. Und Hanna betete und sprach: Mein Herz ist fröhlich in dem Herrn, mein Horn ist erhöht in dem Herrn. Mein Mund hat sich weit aufgetan über meine Feinde; denn ich freue mich deines Heils.

2. Es ist niemand heilig, wie der Herr; außer dir ist keiner; und ist kein Hort, wie unser Gott ist.

3. Lasst euer groß Rühmen und Trotzen, lasst aus eurem Munde das Alte; denn der Herr ist ein Gott, der es merkt, und läßt solch Vornehmen nicht gelingen.

4. Der Bogen der Starken ist zerbrochen, und die Schwachen sind umgürtet mit Stärke.

5. Die da satt waren, sind ums Brot verkauft worden, und die Hunger litten, hungert nicht mehr, bis dass die Unfruchtbare sieben gebar, und die viel Kinder hatte, abnahm.

6. Der Herr tötet und macht lebendig, führt in die Hölle und wieder heraus.

7. Der Herr macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht.

8. Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus dem Kot, dass er ihn setze unter die Fürsten und den Stuhl der Ehren erben lasse. Denn der Welt Ende sind des Herrn, und er hat den Erdboden drauf gesetzt.

9. Er wird behüten die Füße seiner Heiligen; aber die Gottlosen müssen zunichte werden in Finsternis; denn viel Vermögen hilft doch niemand.

10. Die mit dem Herrn hadern, müssen zugrunde gehen; über ihnen wird er donnern im Himmel. Der Herr wird richten der Welt Ende und wird Macht geben seinem Könige und erhöhen das Horn seines Gesalbten.

11. Elkana aber ging hin gen Ramath in sein Haus, und der Knabe war des Herrn Diener vor dem Priester Eli.

12. Aber die Söhne Elis waren böse Buben; die fragten nicht nach dem Herrn,

13. noch nach dem Recht der Priester an das Volk. Wenn jemand etwas opfern wollte, so kam des Priesters Knabe, weil das Fleisch kochte, und hatte eine Kreuel mit drei Zacken in seiner Hand;

14. und stieß in den Tiegel, oder Kessel, oder Pfanne, oder Topf; und was er mit der Kreuel hervorzog, das nahm der Priester davon. Also taten sie dem ganzen Israel, die daselbst hinkamen zu Silo.

15. Desselbengleichen, ehe denn sie das Fett anzündeten, kam des Priesters Knabe und sprach zu dem, der das Opfer brachte: Gib mir das Fleisch, dem Priester zu braten; denn er will nicht gekocht Fleisch von dir nehmen, sondern roh.

16. Wenn dann jemand zu ihm sagte: Laß das Fett anzünden, wie sich's heute gebührt, und nimm danach, was dein Herz begehrt, so sprach er zu ihm: Du sollst mir's jetzt geben; wo nicht, so will ich's mit Gewalt nehmen.

17. Darum war die Sünde der Knaben sehr groß vor dem Herrn; denn die Leute lästerten das Speisopfer des Herrn.

18. Samuel aber war ein Diener vor dem Herrn; und der Knabe war umgürtet mit einem leinenen Leibrock.

19. Dazu machte ihm seine Mutter einen kleinen Rock und brachte ihn ihm hinauf zu seiner Zeit, wenn sie mit ihrem Mann hinaufging, zu opfern die Opfer zu seiner Zeit.

20. Und Eli segnete Elkana und sein Weib und sprach: Der Herr gebe dir Samen von diesem Weibe um die Bitte, die sie vom Herrn gebeten hat. Und sie gingen an ihren Ort.

21. Und der Herr suchte Hanna heim, dass sie schwanger wurde; und gebar drei Söhne und zwo Töchter. Aber Samuel, der Knabe, nahm zu bei dem Herrn.

22. Eli aber war sehr alt und erfuhr alles, was seine Söhne taten dem ganzen Israel, und dass sie schliefen bei den Weibern, die da dienten vor der Tür der Hütte des Stifts.

23. Und er sprach zu ihnen: Warum tut ihr solches? Denn ich höre euer böses Wesen von diesem ganzen Volk.

24. Nicht, meine Kinder das ist nicht ein gut Geschrei, das ich höre. Ihr macht des Herrn Volk übertreten.

25. Wenn jemand wider einen Menschen sündigt, so kann's der Richter schlichten. Wenn aber jemand wider den Herrn sündigt, wer kann für ihn bitten? Aber sie gehorchten ihres Vaters Stimme nicht, denn der Herr hatte Willen, sie zu töten.

26. Aber der Knabe Samuel ging und nahm zu; und war angenehm bei dem Herrn und bei den Menschen.

27. Es kam aber ein Mann Gottes zu Eli und sprach zu ihm: So spricht der Herr: Ich habe mich offenbart deines Vaters Hause, da sie noch in Ägypten waren in Pharaos Hause,

28. und habe ihn daselbst mir erwählt vor allen Stämmen Israels zum Priestertum, dass er opfern sollte auf meinem Altar und Räuchwerk anzünden und den Leibrock vor mir tragen; und habe deines Vaters Hause gegeben alle Feuer der Kinder Israel.

29. Warum löckest du denn wider meine Opfer und Speisopfer, die ich geboten habe in der Wohnung? Und du ehrest deine Söhne mehr denn mich, dass ihr euch mästet von dem Besten aller Speisopfer meines Volks Israel.

30. Darum spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe geredet, dein Haus und deines Vaters Haus sollten wandeln vor mir ewiglich. Aber nun spricht der Herr: Es sei ferne von mir, sondern wer mich ehrt, den will ich auch ehren; wer aber mich verachtet, der soll wieder verachtet werden.

31. Siehe, es wird die Zeit kommen, dass ich will entzweibrechen deinen Arm und den Arm deines Vaters Hauses, dass kein Alter sei in deinem Hause.

32. Und wirst sehen deinen Widerwärtigen in der Wohnung in allerlei Gut, das Israel geschehen wird; und wird kein Alter sein in deines Vaters Hause ewiglich.

33. Doch will ich aus dir niemand von meinem Altar ausrotten, auf dass deine Augen verschmachten und deine Seele sich gräme; und alle Menge deines Hauses sollen sterben, wenn sie Männer worden sind.

34. Und das soll dir ein Zeichen sein, das über deine zwei Söhne, Hophni und Pinehas, kommen wird: auf einen Tag werden sie beide sterben.

35. Ich aber will mir einen treuen Priester erwecken, der soll tun, wie es meinem Herzen und meiner Seele gefällt; dem will ich ein beständig Haus bauen, dass er vor meinem Gesalbten wandele immerdar.

36. Und wer übrig ist von deinem Hause, der wird kommen und vor jenem niederfallen um einen silbernen Pfennig und Stück Brots und wird sagen: Lieber, laß mich zu einem Priesterteil, dass ich einen Bissen Brot esse.

Das 3. Kapitel

1. Und da Samuel, der Knabe, dem Herrn diente unter Eli, war des Herrn Wort teuer zu derselbigen Zeit, und war wenig Weissagung.

2. Und es begab sich, zur selben Zeit lag Eli an seinem Ort, und seine Augen fingen an dunkel zu werden, dass er nicht sehen konnte.

3. Und Samuel hatte sich gelegt im Tempel des Herrn, da die Lade Gottes war, ehe denn die Lampe Gottes verlosch.

4. Und der Herr rief Samuel. Er aber antwortete: Siehe, hie bin ich.

5. Und lief zu Eli und sprach: Siehe, hie bin ich, du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe dich nicht gerufen; gehe wieder hin und lege dich schlafen. Und er ging hin und legte sich schlafen.

6. Der Herr rief abermal: Samuel! Und Samuel stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hie bin ich, du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn; gehe wieder hin und lege dich schlafen.

7. Aber Samuel kannte den Herrn noch nicht, und des Herrn Wort war ihm noch nicht offenbart.

8. Und der Herr rief Samuel aber zum drittenmal. Und er stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hie bin ich, du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der Herr dem Knaben rief,

9. und sprach zu ihm: Gehe wieder hin und lege dich schlafen; und so du gerufen wirst, so sprich: Rede, Herr; denn dein Knecht hört. Samuel ging hin und legte sich an seinen Ort.

10. Da kam der Herr und trat dahin und rief wie vormals: Samuel, Samuel! Und Samuel sprach: Rede, denn dein Knecht hört.

11. Und der Herr sprach zu Samuel: Siehe, ich tue ein Ding in Israel, dass, wer das hören wird, dem werden seine beiden Ohren gellen.

12. An dem Tage will ich erwecken über Eli, was ich wider sein Haus geredet habe; ich will's anfahen und vollenden.

13. Denn ich hab's ihm angesagt, dass ich Richter sein will über sein Haus ewiglich um der Missetat willen, dass er wußte, wie seine Kinder sich schändlich hielten, und hatte nicht einmal sauer dazu gesehen.

14. Darum habe; ich dem Hause Eli geschworen, dass diese Missetat des Hauses Eli soll nicht versöhnt werden weder mit Opfer noch mit Speisopfer ewiglich.

15. Und Samuel lag bis an den Morgen; und tat die Tür auf am Hause des Herrn. Samuel aber fürchtete sich, das Gesicht Eli anzusagen.

16. Da rief ihm Eli und sprach: Samuel, mein Sohn! Er antwortete: Siehe, hie bin ich.

17. Er sprach: Was ist das Wort, das dir gesagt ist? Verschweige mir nichts. Gott tue dir dies und das, wo du mir etwas verschweigest, das dir gesagt ist!

18. Da sagte es ihm Samuel alles an und verschwieg ihm nichts. Er aber sprach: Es ist der Herr; er tue, was ihm wohlgefällt!

19. Samuel aber nahm zu, und der Herr war mit ihm; und fiel keines unter allen seinen Worten auf die Erde.

20. Und ganz Israel, von Dan an bis gen Berseba, erkannte, dass Samuel ein treuer Prophet des Herrn war.

21. Und der Herr erschien hinfort zu Silo; denn der Herr war Samuel offenbart worden zu Silo durch das Wort des Herrn.

Das 4. Kapitel

1. Und Samuel fing an zu predigen dem ganzen Israel. Israel aber zog aus den Philistern entgegen in den Streit; und lagerten sich bei Eben-Ezer. Die Philister aber hatten sich gelagert zu Aphek

2. und rüsteten sich gegen Israel. Und der Streit teilte sich weit. Und Israel wurde vor den Philistern geschlagen, und schlugen in der Ordnung im Felde bei viertausend Mann.

3. Und da das Volk ins Lager kam, sprachen die Ältesten Israels: Warum hat uns der Herr heute schlagen lassen vor den Philistern? Laßt uns zu uns nehmen die Lade des Bundes des Herrn von Silo und laßt sie, unter uns kommen, dass sie uns helfe von der Hand unserer Feinde.

4. Und das Volk sandte gen Silo und ließ von dannen holen die Lade des Bundes des Herrn Zebaoth, der über den Cherubim sitzt. Und waren da die zwei Söhne Elis mit der Lade des Bundes Gottes, Hophni und Pinehas.

5. Und da die Lade des Bundes des Herrn in das Lager kam, jauchzte das ganze Israel mit einem großen Jauchzen, dass die Erde erschallete.

6. Da aber die Philister hörten das Geschrei solches Jauchzens, sprachen sie: Was ist das Geschrei solches großen Jauchzens in der Ebräer Lager? Und da sie erfuhren, dass die Lade des Herrn ins Lager kommen wäre,

7. fürchteten sie sich und sprachen: Gott ist ins Lager kommen; und sprachen weiter: Wehe uns! denn es ist vorhin nicht also gestanden.

8. Wehe uns! Wer will uns erretten von der Hand dieser mächtigen Götter? Das sind die Götter, die Ägypten schlugen mit allerlei Plage in der Wüste.

9. So seid nun getrost und Männer, ihr Philister, dass ihr nicht dienen müsst den Ebräern, wie sie euch gedient haben. Seid Männer und streitet!

10. Da stritten die Philister, und Israel wurde geschlagen, und ein jeglicher floh in seine Hütte. Und es war eine sehr große Schlacht, dass aus Israel fielen dreißigtausend Mann Fußvolks.

11. Und die Lade Gottes wurde genommen, und die zwei Söhne Elis, Hophni und Pinehas, starben.

12. Da lief einer von Benjamin aus dem Heer und kam gen Silo desselben Tages; und hatte seine Kleider zerrissen und hatte Erde auf sein Haupt gestreut.

13. Und siehe, als er hineinkam, saß Eli auf dem Stuhl, dass er auf den Weg sähe; denn sein Herz war zaghaft über der Lade Gottes. Und da der Mann in die Stadt kam, sagte er's an; und die ganze Stadt schrie.

14. Und da Eli das laute Schreien hörte, fragte er: Was ist das für ein laut Getümmel? Da kam der Mann eilend und sagte es Eli an.

15. (Eli aber war achtundneunzig Jahre alt, und seine Augen waren dunkel, dass er nicht sehen konnte.)

16. Der Mann aber sprach zu Eli: Ich komme und bin heute aus dem Heer geflohen. Er aber sprach: Wie geht es zu, mein Sohn?

17. Da antwortete der Verkündiger und sprach: Israel ist geflohen vor den Philistern, und ist eine große Schlacht im Volk geschehen; und deine zwei Söhne, Hophni und Pinehas, sind gestorben; dazu die Lade Gottes ist genommen.

18. Da er aber der Lade Gottes gedachte, fiel er zurück vom Stuhl am Tor und brach seinen Hals entzwei und starb; denn er war alt und ein schwerer Mann. Er richtete aber Israel vierzig Jahre.

19. Seine Schnur aber, Pinehas Weib, war schwanger und sollte schier geliegen. Da sie das Gerücht hörte, dass die Lade Gottes genommen und ihr Schwäher und Mann tot wäre, krümmete sie sich und gebar, denn es kam sie ihr Wehe an.

20. Und da sie jetzt starb, sprachen die Weiber, die neben ihr standen: Fürchte dich nicht, du hast einen jungen Sohn. Aber sie antwortete nichts und nahm's auch nicht zu Herzen.

21. Und sie hieß den Knaben Ikabod und sprach: Die Herrlichkeit ist dahin von Israel; weil die Lade Gottes genommen war und ihr Schwäher und ihr Mann.

22. Und sprach abermal: Die Herrlichkeit ist dahin von Israel; denn die Lade Gottes ist genommen.

Das 5. Kapitel

1. Die Philister aber nahmen die Lade Gottes und brachten sie von Eben-Ezer gen Asdod,

2. in das Haus Dagons, und stelleten sie neben Dagon.

3. Und da die von Asdod des andern Morgens frühe aufstanden, fanden sie Dagon auf seinem Antlitz liegen auf der Erde vor der Lade des Herrn. Aber sie nahmen den Dagon und setzten ihn wieder an seinen Ort.

4. Da sie aber des andern Morgens frühe aufstanden, fanden sie Dagon abermal auf seinem Antlitz liegen auf der Erde vor der Lade des Herrn, aber sein Haupt und seine beiden Hände abgehauen auf der Schwelle, dass der Rumpf allein drauf lag.

5. Darum treten die Priester Dagons und alle, die in Dagons Haus gehen, nicht auf die Schwelle Dagons zu Asdod bis auf diesen Tag.

6. Aber die Hand des Herrn wurde schwer über die von Asdod und verdarb sie und schlug Asdod und alle ihre Grenzen an heimlichen Orten.

7. Da aber die Leute zu Asdod sahen, dass es so zuging, sprachen sie: Laßt die Lade des Gottes Israels nicht bei uns bleiben; denn seine Hand ist zu hart über uns und unsern Gott Dagon.

8. Und sandten hin und versammelten alle Fürsten der Philister zu sich und sprachen: Was sollen wir mit der Lade des Gottes Israels machen? Da antworteten sie: Lasst die von Gath die Lade des Gottes Israels umhertragen.

9. Und sie trugen die Lade des Gottes Israels umher. Da sie aber dieselbe umhertrugen, wurde durch die Hand des Herrn in der Stadt ein sehr großer Rumor, und schlug die Leute in der Stadt, beide klein und groß, und kriegten heimliche Plage an heimlichen Orten.

10. Da sandten sie die Lade des Herrn gen Ekron. Da aber die Lade Gottes gen Ekron kam, schrieen die von Ekron: Sie haben die Lade Gottes umhergetragen zu mir, dass sie mich töte und mein Volk.

11. Da sandten sie hin und versammelten alle Fürsten der Philister und sprachen: Sendet die Lade des Gottes Israels wieder an ihren Ort, dass sie mich und mein Volk nicht töte. Denn die Hand Gottes machte einen sehr großen Rumor mit Würgen in der ganzen Stadt.

12. Und welche Leute nicht starben, die wurden geschlagen an heimlichen Orten, dass das Geschrei der Stadt auf gen Himmel ging.

Das 6. Kapitel

1. Also war die Lade des Herrn sieben Monde im Lande der Philister.

2. Und die Philister riefen ihren Priestern und Weissagern und sprachen: Was sollen wir mit der Lade des Herrn machen? Lehrt uns, womit sollen wir sie an ihren Ort senden?

3. Sie sprachen: Wollt ihr die Lade des Gottes Israels senden, so sendet sie nicht leer, sondern sollt ihr vergelten ein Schuldopfer, so werdet ihr gesund werden und wird euch kund werden, warum seine Hand nicht von euch läßt.

4. Sie aber sprachen: Welches ist das Schuldopfer, das wir ihm geben sollen? Sie antworteten: Fünf güldene Ärse und fünf güldene Mäuse nach der Zahl der fünf Fürsten der Philister; denn es ist einerlei Plage gewesen über euch alle und über eure Fürsten.

5. So müsst ihr nun machen gleiche Gestalt euren Ärsen und euren Mäusen, die euer Land verdorben haben, dass ihr dem Gott Israels die Ehre gebt; vielleicht wird seine Hand leichter werden über euch und über euren Gott und über euer Land.

6. Warum verstocket ihr euer Herz, wie die Ägypter und Pharao ihr Herz verstockten? Ist's nicht also, da er sich an ihnen beweise, ließen sie sie fahren, dass sie hingingen?

7. So nehmt nun und macht einen neuen Wagen und zwo junge säugende Kühe, auf die nie kein Joch kommen ist, und spannet sie an den Wagen und lasst ihre Kälber hinter ihnen daheim bleiben.

8. Und nehmt die Lade des Herrn und legt sie auf den Wagen; und die güldenen Kleinode, die ihr ihm zum Schuldopfer gebt, tut in ein Kästlein neben ihre Seiten und sendet sie hin und lasst sie gehen.

9. Und seht ihr zu. Geht sie hinauf dem Wege ihrer Grenze gen Beth-Semes, so hat er uns all das große Übel getan. Wo nicht, so werden wir wissen, dass seine Hand uns nicht gerührt hat, sondern es ist uns ohngefähr widerfahren.

10. Die Leute taten also und nahmen zwo junge säugende Kühe und spanneten sie an einen Wagen und behielten ihre Kälber daheim.

11. Und legten die Lade des Herrn auf den Wagen und das Kästlein mit den güldenen Mäusen und mit den Bildern ihrer Ärse.

12. Und die Kühe gingen stracks Weges zu Beth-Semes zu auf einer Straße; und gingen und blöketen und wichen nicht, weder zur Rechten noch zur Linken. Und die Fürsten der Philister gingen ihnen nach bis an die Grenze Beth-Semes.

13. Die Beth-Semiter aber schnitten eben in der Weizenernte im Grunde; und huben ihre Augen auf und sahen die Lade und freuten sich, dieselbe zu sehen.

14. Der Wagen aber kam auf den Acker Josuas, des Beth-Semiters, und stand daselbst stille. Und war ein großer Stein daselbst. Und sie spalteten das Holz vom Wagen und opferten die Kühe dem Herrn zum Brandopfer.

15. Die Leviten aber huben die Lade des Herrn herab und das Kästlein, das neben dran war, darinnen die güldenen Kleinode waren, und setzten sie auf den großen Stein. Aber die Leute zu Beth-Semes opferten dem Herrn desselben Tages Brandopfer und andere Opfer.

16. Da aber die fünf Fürsten der Philister zugesehen hatten, zogen sie wiederum gen Ekron desselben Tages.

17. Dies sind aber die güldenen Ärse, die die Philister dem Herrn zum Schuldopfer gaben: Asdod einen, Gasa einen, Asklon einen, Gath einen und Ekron einen.

18. Und güldene Mäuse nach der Zahl aller Städte der Philister unter den fünf Fürsten, beide der gemauerten Städte und Dörfer, und bis an das große Abel, darauf sie die Lade des Herrn ließen, bis auf diesen Tag, auf dem Acker Josuas, des Beth-Semiters.

19. Und etliche zu Beth-Semes wurden geschlagen, darum dass sie die Lade des Herrn gesehen hatten. Und er schlug des Volks fünfzigtausend und siebenzig Mann. Da trug das Volk Leid, dass der Herr so eine große Schlacht im Volk getan hatte.

20. Und die Leute zu Beth-Semes sprachen: Wer kann stehen vor dem Herrn, solchem heiligen Gott? und zu wem soll er von uns ziehen?

21. Und sie sandten Boten zu den Bürgern Kiriath-Jearims, und ließen ihnen sagen: Die Philister haben die Lade des Herrn wiedergebracht; kommt herab und holet sie zu euch hinauf.

Das 7. Kapitel

1. Also kamen die Leute von Kiriath-Jearim und holeten die Lade des Herrn hinauf und brachten sie ins Haus Abinadabs zu Gibea; und seinen Sohn Eleasar heiligten sie, dass er der Lade des Herrn hütete.

2. Und von dem Tage an, da die Lade des Herrn zu Kiriath-Jearim blieb, verzog sich die Zeit so lange, bis zwanzig Jahre wurden; und das ganze Haus Israel weinte vor dem Herrn.

3. Samuel aber sprach zu dem ganzen Hause Israel: So ihr euch mit ganzem Herzen bekehrt zu dem Herrn, so tut von euch die fremden Götter und Astharoth und richtet euer Herz zu dem Herrn und dient ihm allein, so wird er euch erretten aus der Philister Hand.

4. Da taten die Kinder Israel von sich Baalim und Astharoth und dienten dem Herrn allein.

5. Samuel aber sprach: Versammelt das ganze Israel gen Mizpa, dass ich für euch bitte zum Herrn.

6. Und sie kamen zusammen gen Mizpa und schöpften Wasser und gossen es aus vor dem Herrn; und fasteten denselben Tag und sprachen daselbst: Wir haben dem Herrn gesündigt. Also richtete Samuel die Kinder Israel zu Mizpa.

7. Da aber die Philister hörten, dass die Kinder Israel zusammenkommen waren gen Mizpa, zogen die Fürsten der Philister hinauf wider Israel. Da das die Kinder Israel hörten, fürchteten sie sich vor den Philistern

8. und sprachen zu Samuel: Laß nicht ab, für uns zu schreien zu dem Herrn, unserm Gott, dass er uns helfe aus der Philister Hand.

9. Samuel nahm ein Milchlämmlein und opferte dem Herrn ein ganz Brandopfer und schrie zum Herrn für Israel; und der Herr erhörte ihn.

10. Und indem Samuel das Brandopfer opferte, kamen die Philister herzu, zu streiten wider Israel. Aber der Herr ließ donnern einen großen Donner über die Philister desselben Tages und schreckte sie, dass sie vor Israel geschlagen wurden.

11. Da zogen die Männer Israels aus von Mizpa und jagten die Philister und schlugen sie bis unter Beth-Kar.

12. Da nahm Samuel einen Stein und setzte ihn zwischen Mizpa und Sen; und hieß ihn Eben-Ezer und sprach: Bis hieher hat uns der Herr geholfen.

13. Also wurden die Philister gedämpfet und kamen nicht mehr in die Grenze Israels; und die Hand des Herrn war wider die Philister, solange Samuel lebte.

14. Also wurden Israel die Städte wieder, die die Philister ihnen genommen hatten, von Ekron an bis gen Gath samt ihren Grenzen; die errettete Israel von der Hand der Philister; denn Israel hatte Frieden mit den Amoritern.

15. Samuel aber richtete Israel sein Leben lang.

16. Und zog jährlich umher zu Bethel und Gilgal und Mizpa. Und wenn er Israel an allen diesen Orten gerichtet hatte,

17. kam er wieder gen Ramath, denn da war sein Haus; und richtete Israel daselbst und baute dem Herrn daselbst einen Altar.

Das 8. Kapitel

1. Da aber Samuel alt wurde, setzte er seine Söhne zu Richtern über Israel.

2. Sein erstgeborner Sohn hieß Joel und der andere Abia; und waren Richter zu Berseba.

3. Aber seine Söhne wandelten nicht in seinem Wege, sondern neigten sich zum Geiz und nahmen Geschenk und beugeten das Recht.

4. Da versammelten sich alle Ältesten in Israel und kamen gen Ramath zu Samuel.

5. Und sprachen zu ihm: Siehe, du bist alt worden, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen; so setze nun einen König über uns, der uns richte, wie alle Heiden haben.

6. Das gefiel Samuel übel, dass sie sagten: Gib uns einen König, der uns richte. Und Samuel betete vor dem Herrn.

7. Der Herr aber sprach zu Samuel: Gehorche der Stimme des Volks in allem, das sie zu dir gesagt haben; denn sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, dass ich nicht soll König über sie sein.

8. Sie tun dir, wie sie immer getan haben von dem Tage an, da ich sie aus Ägypten führte; bis auf diesen Tag, und haben mich verlassen und andern Göttern gedient.

9. So gehorche nun ihrer Stimme. Doch bezeuge ihnen und verkündige ihnen das Recht des Königs, der über sie herrschen wird.

10. Und Samuel sagte alle Worte des Herrn dem Volk, das von ihm einen König forderte.

11. Das wird des Königs Recht sein, der über euch herrschen wird: Eure Söhne wird er nehmen zu seinem Wagen und Reitern, die vor seinem Wagen her traben,

12. und zu Hauptleuten über tausend und über fünfzig und zu Ackerleuten, die ihm seinen Acker bauen, und zu Schnittern in seiner Ernte, und dass sie seinen Harnisch, und was zu seinem Wagen gehört, machen.

13. Eure Töchter aber wird er nehmen, dass sie Apothekerinnen, Köchinnen und Bäckerinnen seien.

14. Eure besten Äcker und Weinberge und Ölgärten wird er nehmen und seinen Knechten geben.

15. Dazu von eurer Saat und Weinbergen wird er den Zehnten nehmen und seinen Kämmerern und Knechten geben.

16. Und eure Knechte und Mägde und eure feinsten Jünglinge und eure Esel wird er nehmen und seine Geschäfte damit ausrichten.

17. Von euren Herden wird er den Zehnten nehmen, und ihr müsst seine Knechte sein.

18. Wenn ihr dann schreien werdet zu der Zeit über euren König, den ihr euch erwählt habt; so wird euch der Herr zu derselbigen Zeit nicht erhören.

19. Aber das Volk weigerte sich, zu gehorchen der Stimme Samuels, und sprachen: Mitnichten, sondern es soll ein König über uns sein,

20. dass wir seien auch wie alle andern Heiden, dass uns unser König richte und vor uns her ausziehe, wenn wir unsere Kriege führen.

21. Da gehorchte Samuel alle dem, das das Volk sagte, und sagte es vor den Ohren des Herrn.

22. Der Herr aber sprach zu Samuel: Gehorche ihrer Stimme und mache ihnen einen König! Und Samuel sprach zu den Männern Israels: Geht hin, ein jeglicher in seine Stadt!

Das 9. Kapitel

1. Es war aber ein Mann von Benjamin mit Namen Kis, ein Sohn Abiels, des Sohns Zerors, des Sohns Bechoraths, des Sohns Apiahs, des Sohns eines Mannes Jemini, ein weidlicher Mann.

2. Der hatte einen Sohn mit Namen Saul; der war ein junger feiner Mann, und war kein feinerer unter den Kindern Israel, eines Hauptes länger denn alles Volk.

3. Es hatte aber Kis, der Vater Sauls, seine Eselinnen verloren; und er sprach zu seinem Sohne Saul: Nimm der Knaben einen mit dir, mache dich auf, gehe hin und suche die Eselinnen!

4. Und er ging durch das Gebirge Ephraim und durch das Land Salisa, und fanden sie nicht; sie gingen durch das Land Saalim, und sie waren nicht da; sie gingen durchs Land Jemini und fanden sie nicht.

5. Da sie aber kamen ins Land Zuph, sprach Saul zu dem Knaben, der mit ihm war: Komm, laß uns wieder heimgehen; mein Vater möchte von den Eselinnen lassen und für uns sorgen.

6. Er aber sprach: Siehe, es ist ein berühmter Mann Gottes in dieser Stadt; alles, was er sagt, das geschieht. Nun laß uns dahin gehen; vielleicht sagt er uns unsern Weg, den wir gehen.

7. Saul aber sprach zu seinem Knaben: Wenn wir schon hingehen, was bringen wir dem Manne? Denn das Brot ist dahin aus unserem Sack; so haben wir sonst keine Gabe, die wir dem Mann Gottes bringen. Was haben wir?

8. Der Knabe antwortete Saul wieder und sprach: Siehe, ich habe ein Vierteil eines silbernen Sekels bei mir; den wollen wir dem Mann Gottes geben, dass er uns unsern Weg sage.

9. Vorzeiten in Israel, wenn man ging, Gott zu fragen, sprach man: Kommt, laßt uns gehen zu dem Seher! Denn die man jetzt Propheten heißt, die hieß man vorzeiten Seher.

10. Saul sprach zu seinem Knaben: Du hast wohl geredet; komm, laß uns gehen! Und da sie hingingen zu der Stadt, da der Mann Gottes war,

11. und zur Stadt hinaufkamen, fanden sie Dirnen, die herausgingen, Wasser zu schöpfen. Zu denselben sprachen sie: Ist der Seher hie?

12. Sie antworteten ihnen und sprachen: Ja, siehe, da ist er; eile, denn er ist heute in die Stadt kommen, weil das Volk heute zu opfern hat auf der Höhe.

13. Wenn ihr in die Stadt kommt, so werdet ihr ihn finden, ehe denn er hinaufgeht auf die Höhe zu essen. Denn das Volk wird nicht essen, bis er komme, sintemal er segnet das Opfer; danach essen die, so geladen sind. Darum so geht hinauf, denn jetzt werdet ihr ihn eben antreffen.

14. Und da sie hinauf zur Stadt kamen und mitten in der Stadt waren, siehe, da ging Samuel heraus ihnen entgegen und wollte auf die Höhe gehen.

15. Aber der Herr hatte Samuel seinen Ohren offenbart einen Tag zuvor, ehe denn Saul kam, und gesagt:

16. Morgen um diese Zeit will ich einen Mann zu dir senden aus dem Lande Benjamin; den sollst du zum Fürsten salben über mein Volk Israel, dass er mein Volk erlöse von der Philister Hand. Denn ich habe mein Volk angesehen, und sein Geschrei ist vor mich kommen.

17. Da nun Samuel Saul ansah, antwortete ihm der Herr: Siehe, das ist der Mann, davon ich dir gesagt habe, dass er über mein Volk herrsche.

18. Da trat Saul zu Samuel unter dem Tor und sprach: Sage mir, wo ist hie des Sehers Haus?

19. Samuel antwortete Saul und sprach: Ich bin der Seher; gehe vor mir hinauf auf die Höhe, denn ihr sollt heute mit mir essen: morgen will ich dich lassen gehen, und alles, was in deinem Herzen ist, will ich dir sagen.

20. Und um die Eselinnen, die du vor drei Tagen verloren hast, bekümmere dich jetzt nicht; sie sind gefunden. Und wes wird sein alles, was das Beste ist in Israel? Wird's nicht dein und deines Vaters ganzen Hauses sein?

21. Saul antwortete: Bin ich nicht ein Sohn von Jemini und von den geringsten Stämmen Israels, und mein Geschlecht das kleinste unter allen Geschlechtern der Stämme Benjamin? Warum sagst du denn mir solches?

22. Samuel aber nahm Saul und seinen Knaben und führte sie in die Eßlaube und setzte sie obenan unter die, so geladen waren, deren war bei dreißig Mann.

23. Und Samuel sprach zu dem Koch: Gib her das Stück, das ich dir gab und befahl, du solltest es bei dir behalten.

24. Da trug der Koch eine Schulter auf, und das daran hing. Und er legte es Saul vor und sprach: Siehe, das ist überblieben; lege vor dich und iß; denn es ist auf dich behalten eben auf diese Zeit, da ich das Volk lud. Also aß Saul mit Samuel des Tages.

25. Und da sie hinabgingen von der Höhe zur Stadt, redete er mit Saul auf dem Dache.

26. Und standen frühe auf; und da die Morgenröte aufging, rief Samuel dem Saul auf dem Dache und sprach: Auf! dass ich dich gehen lasse. Und Saul machte sich auf, und die beiden gingen miteinander hinaus, er und Samuel.

27. Und da sie kamen hinab an der Stadt Ende, sprach Samuel zu Saul: Sage dem Knaben, dass er vor uns hingehe (und er ging vorhin); du aber stehe jetzt stille, dass ich dir kundtue, was Gott gesagt hat.

Das 10. Kapitel

1. Da nahm Samuel ein Ölglas und goß auf sein Haupt und küsste ihn und sprach: Siehest du, dass dich der Herr zum Fürsten über sein Erbteil gesalbt hat?

2. Wenn du jetzt von mir gehest, so wirst du zwei Männer finden bei dem Grabe Rahels in der Grenze Benjamins zu Zelzah, die werden zu dir sagen: Die Eselinnen sind gefunden, die du zu suchen bist gegangen; und siehe, dein Vater hat die Esel aus der Acht gelassen und sorgt um euch und spricht: Was soll ich um meinen Sohn tun?

3. Und wenn du dich von dannen fürbaß wendest, so wirst du kommen zu der Eiche Thabor; daselbst werden dich antreffen drei Männer, die hinaufgehen zu Gott gen Bethel. Einer trägt drei Böcklein, der andere drei Stücke Brots, der dritte eine Flasche mit Wein.

4. Und sie werden dich freundlich grüßen und dir zwei Brote geben. Die sollst du von ihren Händen nehmen.

5. Danach wirst du kommen auf den Hügel Gottes, da der Philister Lager ist; und wenn du daselbst in die Stadt kommst, wird dir begegnen ein Haufe Propheten von der Höhe herabkommend und vor ihnen her ein Psalter und Pauken und Pfeifen und Harfen, und sie weissagend.

6. Und der Geist des Herrn wird über dich geraten, dass du mit ihnen weissagst; da wirst du ein anderer Mann werden.

7. Wenn dir nun diese Zeichen kommen, so tue, was dir unter Händen kommt; denn Gott ist mit dir.

8. Du sollst aber vor mir hinabgehen gen Gilgal; siehe, da will ich zu dir hinabkommen, zu opfern Brandopfer und Dankopfer. Sieben Tage sollst du harren, bis ich zu dir komme und dir kundtue, was du tun sollst.

9. Und da er seine Schultern wandte, dass er von Samuel ging, gab ihm Gott ein ander Herz; und kamen alle diese Zeichen auf denselben Tag.

10. Und da sie kamen an den Hügel, siehe, da kam ihm ein Prophetenhaufe entgegen; und der Geist Gottes geriet über ihn, dass er unter ihnen weissagte.

11. Da ihn aber sahen alle, die ihn vorhin gekannt hatten, dass er mit den Propheten weissagte, sprachen sie alle untereinander: Was ist dem Sohne Kis geschehen? Ist Saul auch unter den Propheten?

12. Und einer daselbst antwortete und sprach: Wer ist ihr Vater? Daher ist das Sprichwort kommen: Ist Saul auch unter den Propheten?

13. Und da er ausgeweissagt hatte, kam er auf die Höhe.

14. Es sprach aber Sauls Vetter zu ihm und zu seinem Knaben: Wo seid ihr hingegangen? Sie antworteten: Die Eselinnen zu suchen; und da wir sahen, dass sie nicht da waren, kamen wir zu Samuel.

15. Da sprach der Vetter Sauls: Sage mir, was sagte euch Samuel?

16. Saul antwortete seinem Vetter: Er sagte uns, dass die Eselinnen gefunden wären. Aber von dem Königreich sagte er ihm nicht, was Samuel gesagt hatte.

17. Samuel aber berief das Volk zum Herrn gen Mizpa

18. und sprach zu den Kindern Israel: So sagt der Herr, der Gott Israels: Ich habe Israel aus Ägypten geführt und euch von der Ägypter Hand errettet und von der Hand aller Königreiche, die euch zwangen.

19. Und ihr habt heute euren Gott verworfen, der euch aus all eurem Unglück und Trübsal geholfen hat, und sprecht zu ihm: Setze einen König über uns! Wohlan, so tretet nun vor den Herrn nach euren Stämmen und Freundschaften.

20. Da nun Samuel alle Stämme Israels herzubrachte, wurde getroffen der Stamm Benjamin.

21. Und da er den Stamm Benjamin herzubrachte mit seinen Geschlechtern, wurde getroffen das Geschlecht Matris, und wurde getroffen Saul, der Sohn Kis. Und sie suchten ihn, aber sie fanden ihn nicht.

22. Da fragten sie fürder den Herrn: Wird er auch noch herkommen? Der Herr antwortete: Siehe, er hat sich unter die Fässer versteckt.

23. Da liefen sie hin und holeten ihn von dannen. Und da er unter das Volk trat, war er eines Haupts länger denn alles Volk.

24. Und Samuel sprach zu allem Volk: Da seht ihr, welchen der Herr erwählt hat, denn ihm ist keiner gleich in allem Volk. Da jauchzte alles Volk und sprach: Glück zu dem Könige!

25. Samuel aber sagte dem Volk alle Rechte des Königreichs und schrieb's in ein Buch und legte es vor den Herrn. Und Samuel ließ alles Volk gehen, einen jeglichen in sein Haus.

26. Und Saul ging auch heim gen Gibea; und ging mit ihm des Heers ein Teil, welcher Herz Gott rührte.

27. Aber etliche lose Leute sprachen: Was sollte uns dieser helfen? Und verachteten ihn und brachten ihm kein Geschenk. Aber er tat, als hörte er's nicht.

Das 11. Kapitel

1. Es zog aber herauf Nahas, der Ammoniter, und belagerte Jabes in Gilead. Und alle Männer zu Jabes sprachen zu Nahas: Mache einen Bund mit uns, so wollen wir dir dienen.

2. Aber Nahas, der Ammoniter, antwortete ihnen: Darin will ich mit euch einen Bund machen, dass ich euch allen das rechte Auge aussteche und mache euch zuschanden unter dem ganzen Israel.

3. Da sprachen zu ihm die Ältesten zu Jabes: Gib uns sieben Tage, dass wir Boten senden in alle Grenzen Israels; ist dann niemand, der uns errette, so wollen wir zu dir hinausgehen.

4. Da kamen die Boten gen Gibea zu Saul und redeten solches vor den Ohren des Volks. Da hub alles Volk seine Stimme auf und weinte.

5. Und siehe, da kam Saul vom Felde hinter den Rindern her und sprach: Was ist dem Volk, dass es weint? Da erzählten sie ihm die Sache der Männer von Jabes.

6. Da geriet der Geist Gottes über ihn, als er solche Worte hörte, und sein Zorn ergrimmte sehr.

7. Und nahm ein Paar Ochsen und zerstückte sie und sandte in alle Grenzen Israels durch die Boten und ließ sagen: Wer nicht auszeucht, Saul und Samuel nach, des Rindern soll man also tun. Da fiel die Furcht des Herrn auf das Volk, dass sie auszogen, gleich als ein einiger Mann.

8. Und machte die Ordnung zu Basek. Und der Kinder, Israel waren dreihundertmal tausend Mann, und der Kinder Juda dreißigtausend.

9. Und sie sagten den Boten, die kommen waren: Also sagt den Männern zu Jabes in Gilead: Morgen soll euch Hilfe geschehen, wenn die Sonne beginnet heiß zu scheinen. Da die Boten kamen und verkündigten das den Männern zu Jabes, wurden sie froh.

10. Und die Männer Jabes sprachen: Morgen wollen wir zu euch hinausgehen, dass ihr uns tut alles, was euch gefällt.

11. Und des andern Morgens stellete Saul das Volk in drei Haufen; und kamen ins Lager um die Morgenwache und schlugen die Ammoniter, bis der Tag heiß wurde; welche aber überblieben, wurden also zerstreut, dass ihrer nicht zwei beieinander blieben.

12. Da sprach das Volk zu Samuel: Wer sind sie, die da sagten: Sollte Saul über uns herrschen? Gebet sie her, die Männer, dass wir sie töten!

13. Saul aber sprach: Es soll auf diesen Tag niemand sterben; denn der Herr hat heute Heil gegeben in Israel.

14. Samuel sprach zum Volk: Kommt, laßt uns gen Gilgal gehen und das Königreich daselbst erneuern!

15. Da ging alles Volk gen Gilgal; und machten daselbst Saul zum Könige vor dem Herrn zu Gilgal und opferten Dankopfer vor dem Herrn. Und Saul samt allen Männern Israels freuten sich daselbst fast sehr.

Das 12. Kapitel

1. Da sprach Samuel zum ganzen Israel: Siehe, ich habe eurer Stimme gehorcht in allem, das ihr mir gesagt habt, und habe einen König über euch gemacht.

2. Und nun siehe, da zeucht euer König vor euch her. Ich aber bin alt und grau worden, und meine Söhne sind bei euch, und ich bin vor euch hergegangen von meiner Jugend auf bis auf diesen Tag.

3. Siehe, hie bin ich, antwortet wider mich vor dem Herrn und seinem Gesalbten, ob ich jemandes Ochsen oder Esel genommen habe, ob ich jemand habe Gewalt oder Unrecht getan, ob ich von jemandes Hand ein Geschenk genommen habe und mir die Augen blenden lassen? so will ich's euch wiedergeben.

4. Sie sprachen: Du hast uns keine Gewalt noch Unrecht getan und von niemandes Hand etwas genommen.

5. Er sprach zu ihnen: Der Herr sei Zeuge wider euch und sein Gesalbter heutiges Tages, dass ihr nichts in meiner Hand funden habt. Sie sprachen: Ja, Zeugen sollen sie sein.

6. Und Samuel sprach zum Volk: Ja, der Herr, der Mose und Aaron gemacht hat und eure Väter aus Ägyptenland geführt hat.

7. So tretet nun her, dass ich mit euch rechte vor dem Herrn über aller Wohltat des Herrn, die er an euch und euren Vätern getan hat.

8. Als Jakob nach Ägypten kommen war, schrieen eure Väter zu dem Herrn, und er sandte Mose und Aaron, dass sie eure Väter aus Ägypten führten und sie an diesem Ort wohnen ließen.

9. Aber da sie des Herrn, ihres Gottes, vergaßen, verkaufte er sie unter die Gewalt Sisseras, des Hauptmann zu Hazor, und unter die Gewalt der Philister und unter die Gewalt des Königs der Moabiter, die stritten wider sie.

10. Und schrieen aber zum Herrn und sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir den Herrn verlassen und Baalim und Astharoth gedient haben; nun aber errette uns von der Hand unserer Feinde, so wollen wir dir dienen.

11. Da sandte der Herr Jerubbaal, Bedan, Jephthah und Samuel und errettete euch von eurer Feinde Händen umher und ließ euch sicher wohnen.

12. Da ihr aber saht, dass Nahas, der König der Kinder Ammon, wider euch kam, spracht ihr zu mir: Nicht du, sondern ein König soll über uns herrschen, so doch der Herr, euer Gott, euer König war.

13. Nun, da habt ihr euren König, den ihr erwählt und gebeten habt; denn siehe, der Herr hat einen König über euch gesetzt.

14. Werdet ihr nun den Herrn fürchten und ihm dienen und seiner Stimme gehorchen und dem Munde des Herrn nicht ungehorsam sein, so werdet beide ihr und euer König, der über euch herrscht, dem Herrn, eurem Gott, folgen.

15. Werdet ihr aber des Herrn Stimme nicht gehorchen, sondern seinem Munde ungehorsam sein, wird die Hand des Herrn wider euch und wider eure Väter sein.

16. Auch tretet nun her und seht das große Ding, das der Herr vor euren Augen tun wird.

17. Ist nicht jetzt die Weizenernte? Ich will aber den Herrn anrufen, dass er soll donnern und regnen lassen, dass ihr inne werdet und sehen sollt das große Übel, das ihr vor des Herrn Augen getan habt, dass ihr euch einen König gebeten habt.

18. Und da Samuel den Herrn anrief, ließ der Herr donnern und regnen desselben Tages. Da fürchtete das ganze Volk sehr den Herrn und Samuel.

19. Und sprachen alle zu Samuel: Bitte für deine Knechte den Herrn, deinen Gott, dass wir nicht sterben; denn über alle unsere Sünde haben wir auch das Übel getan, dass wir uns einen König gebeten haben.

20. Samuel aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, ihr habt zwar das Übel alles getan; doch weicht nicht hinter dem Herrn ab, sondern dient dem Herrn von ganzem Herzen.

21. Und weicht nicht dem Eiteln nach; denn es nützet nicht und kann nicht erretten, weil es ein eitel Ding ist.

22. Aber der Herr verlässt sein Volk nicht um seines großen Namens willen; denn der Herr hat angefangen, euch ihm selbst zum Volk zu machen.

23. Es sei aber auch ferne von mir, mich also an dem Herrn zu versündigen, dass ich sollte ablassen, für euch zu beten und euch zu lehren den guten und richtigen Weg.

24. Fürchtet nur den Herrn und dient ihm treulich von ganzem Herzen; denn ihr habt gesehen, wie große Dinge er mit euch tut.

25. Werdet ihr aber übel handeln, so werdet beide, ihr und euer König verloren sein.

Das 13. Kapitel

1. Saul war ein Jahr König gewesen; und da er zwei Jahre über Israel regiert hatte,

2. erwählte er ihm dreitausend Mann aus Israel. Zweitausend waren mit Saul zu Michmas und auf dem Gebirge Bethel und eintausend mit Jonathan zu Gibea-Benjamin; das andere Volk aber ließ er gehen, einen jeglichen in seine Hütte.

3. Jonathan aber schlug die Philister in ihrem Lager, das zu Gibea war; das kam vor die Philister. Und Saul ließ die Posaune blasen im ganzen Lande und sagen: Das lasst die Ebräer hören!

4. Und ganz Israel hörte sagen: Saul hat der Philister Lager geschlagen; denn Israel stank vor den Philistern. Und alles Volk schrie Saul nach gen Gilgal.

5. Da versammelten sich die Philister, zu streiten mit Israel, dreißigtausend Wagen, sechstausend Reiter und sonst Volk, so viel wie Sand am Rande des Meers, und zogen herauf und lagerten sich zu Michmas, gegen Morgen vor Beth-Aven.

6. Da das sahen die Männer Israels, dass sie in Nöten waren (denn dem Volk war bange), verkrochen sie sich in die Höhlen und Klüfte und Felsen und Löcher und Gruben.

7. Die Ebräer aber gingen über den Jordan ins Land Gad und Gilead. Saul aber war noch zu Gilgal, und alles Volk wurde hinter ihm zag.

8. Da harrete er sieben Tage auf die Zeit, von Samuel bestimmt. Und da Samuel nicht kam gen Gilgal, zerstreute sich das Volk von ihm.

9. Da sprach Saul: Bringt mir her Brandopfer und Dankopfer! Und er opferte Brandopfer.

10. Als er aber das Brandopfer vollendet hatte, siehe, da kam Samuel. Da ging Saul hinaus ihm entgegen, ihn zu segnen.

11. Samuel aber sprach: Was hast du gemacht? Saul antwortete: Ich sah, dass das Volk sich von mir zerstreute, und du kamest nicht zu bestimmter Zeit, und die Philister waren versammelt zu Michmas.

12. Da sprach ich: Nun werden die Philister zu mir herabkommen gen Gilgal, und ich habe das Angesicht des Herrn nicht erbeten; da wagte ich's und opferte Brandopfer.

13. Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht getan und nicht gehalten des Herrn, deines Gottes, Gebot, das er dir geboten hat; denn er hätte dein Reich bestätigt über Israel für und für.

14. Aber nun wird dein Reich nicht bestehen. Der Herr hat ihm einen Mann ersucht nach seinem Herzen, dem hat der Herr geboten, Fürst zu sein über sein Volk; denn du hast des Herrn Gebot nicht gehalten.

15. Und Samuel machte sich auf und ging von Gilgal gen Gibea-Benjamin. Aber Saul zählte das Volk, das bei ihm war, bei sechshundert Mann.

16. Saul aber und sein Sohn Jonathan und das Volk, das bei ihm war, blieben auf dem Hügel Benjamin. Die Philister aber hatten sich gelagert zu Michmas.

17. Und aus dem Lager der Philister zogen drei Haufen, das Land zu verheeren. Einer wandte sich auf die Straße gen Ophra, ins Land Sual;

18. der andere wandte sich auf die Straße Beth-Horon; der dritte wandte sich auf die Straße, die da langt an das Tal Zeboim, an der Wüste.

19. Es wurde aber kein Schmied im ganzen Lande Israel erfunden, denn die Philister gedachten, die Ebräer möchten Schwert und Spieß machen.

20. Und mußte ganz Israel hinabziehen zu den Philistern, wenn jemand hatte eine Pflugschar, Haue, Beil oder Sense zu schärfen.

21. Und die Schneiden an den Sensen und Hauen und Gabeln und Beilen waren abgearbeitet und die Stacheln stumpf worden.

22. Da nun der Streittag kam, wurde kein Schwert noch Spieß funden in des ganzen Volks Hand, das mit Saul und Jonathan war; nur Saul und sein Sohn hatten Waffen.

23. Und der Philister Lager zog heraus vor Michmas über.

Das 14. Kapitel

1. Es begab sich eines Tages, dass Jonathan, der Sohn Sauls, sprach zu seinem Knaben, der sein Waffenträger war: Komm, laß uns hinübergehen zu der Philister Lager, das da drüben ist. Und sagte es seinem Vater nicht an.

2. Saul aber blieb zu Gibea am Ende unter einem Granatenbaum, der in der Vorstadt war; und des Volks, das bei ihm war, war bei sechshundert Mann.

3. Und Ahia, der Sohn Ahitobs, Ikabods Bruder, Pinehas Sohn, des Sohns Elis, war Priester des Herrn zu Silo und trug den Leibrock an. Das Volk wußte auch nicht, dass Jonathan war hingegangen.

4. Es waren aber an dem Wege, da Jonathan suchte, hinüberzugehen zu der Philister Lager, zwei spitze Felsen, einer diesseits, der andere jenseits; der eine hieß Bozez, der andere Senne.

5. Und einer sah von Mitternacht gegen Michmas und der andere von Mittag gegen Gaba.

6. Und Jonathan sprach zu seinem Waffenträger: Komm, laß uns hinübergehen zu dem Lager dieser Unbeschnittenen, vielleicht wird der Herr etwas durch uns ausrichten; denn es ist dem Herrn nicht schwer, durch viel oder wenig helfen.

7. Da antwortete ihm sein Waffenträger: Tue alles, was in deinem Herzen ist; fahre hin, siehe, ich bin mit dir, wie dein Herz will.

8. Jonathan sprach: Wohlan, wenn wir hinüberkommen zu den Leuten und ihnen ins Gesicht kommen,

9. werden sie dann sagen: Steht stille, bis wir an euch gelangen, so wollen wir an unserm Ort stehen bleiben und nicht zu ihnen hinaufgehen.

10. Werden sie aber sagen: Kommt zu uns herauf, so wollen wir zu ihnen hinaufsteigen, so hat sie uns der Herr in unsere Hände gegeben. Und das soll uns zum Zeichen sein.

11. Da sie nun der Philister Lager beide ins Gesicht kamen, sprachen die Philister: Siehe, die Ebräer sind aus den Löchern gegangen, darin sie sich verkrochen hatten.

12. Und die Männer im Lager antworteten Jonathan und seinem Waffenträger und sprachen: Kommt herauf zu uns, so wollen wir's euch wohl lehren. Da sprach Jonathan zu seinem Waffenträger: Steige mir nach; der Herr hat sie gegeben in die Hände Israels.

13. Und Jonathan kletterte mit Händen und mit Füßen hinauf, und sein Waffenträger ihm nach. Da fielen sie vor Jonathan danieder, und sein Waffenträger würgte ihm immer nach,

14. also dass die erste Schlacht, die Jonathan und sein Waffenträger tat, war bei zwanzig Mann, beinahe eine halbe Hufe Ackers, die ein Joch treibt.

15. Und es kam ein Schrecken ins Lager auf dem Felde und im ganzen Volk des Lagers, und die streifenden Rotten erschraken auch, also dass das Land erbebete; denn es war ein Schrecken von Gott.

16. Und die Wächter Sauls zu Gibea-Benjamin sahen, dass der Haufe zerrann und verlief sich und wurde zerschmissen.

17. Saul sprach zu dem Volk, das bei ihm war: Zählet und beseht, wer von uns sei weggegangen. Und da sie zählten, siehe, da war Jonathan und sein Waffenträger nicht da.

18. Da sprach Saul zu Ahia: Bringe herzu die Lade Gottes (denn die Lade Gottes war zu der Zeit bei den Kindern Israel).

19. Und da Saul noch redete mit dem Priester, da wurde das Getümmel und das Laufen in der Philister Lager größer. Und Saul sprach zum Priester: Zeuch deine Hand ab.

20. Und Saul rief und alles Volk, das mit ihm war, und kamen zum Streit; und siehe, da ging eines jeglichen Schwert wider den andern, und war ein sehr groß Getümmel.

21. Auch die Ebräer, die vorhin bei den Philistern gewesen waren und mit ihnen im Lager hinaufgezogen waren umher, taten sich zu Israel, die mit Saul und Jonathan waren.

22. Und alle Männer von Israel, die sich auf dem Gebirge Ephraim verkrochen hatten, da sie hörten, dass die Philister flohen, strichen hinter ihnen her im Streit.

23. Also half der Herr zu der Zeit Israel. Und der Streit währte bis gen Beth-Aven.

24. Und da die Männer Israels matt waren desselben Tages, beschwor Saul das Volk und sprach: Verflucht sei jedermann, wer etwas isst bis zu Abend, dass ich mich an meinen Feinden räche! Da aß das ganze Volk nichts.

25. Und das ganze Land kam in den Wald. Es war aber Honig im Felde.

26. Und da das Volk hineinkam in den Wald, siehe, da floß der Honig. Aber niemand tat desselben mit der Hand zu seinem Munde; denn das Volk fürchtete sich vor dem Eide.

27. Jonathan aber hatte nicht gehört, dass sein Vater das Volk beschworen hatte, und reckte seinen Stab aus, den er in seiner Hand hatte, und tunkte mit der Spitze in den Honigseim und wandte seine Hand zu seinem Munde; da wurden seine Augen wacker.

28. Da antwortete einer des Volks und sprach: Dein Vater hat das Volk beschworen und gesagt: Verflucht sei jedermann, der heute etwas isset! Und das Volk war matt worden.

29. Da sprach Jonathan: Mein Vater hat das Land geirrt; seht, wie wacker sind meine Augen worden, dass ich ein wenig dieses Honigs gekostet habe.

30. Weil aber das Volk heute nicht hat müssen essen von der Beute seiner Feinde, die es funden hat, so hat auch nun die Schlacht nicht größer werden können wider die Philister.

31. Sie schlugen aber die Philister des Tages von Michmas bis gen Ajalon. Und das Volk wurde sehr matt.

32. Und das Volk richtete die Ausbeute zu und nahmen Schafe und Rinder und Kälber; und schlachteten's auf der Erde und aßen's so blutig.

33. Da verkündigte man Saul: Siehe, das Volk versündigt sich an dem Herrn, dass es Blut isset. Er sprach: Ihr habt übel getan; wälzt her zu mir jetzt einen großen Stein.

34. Und Saul sprach weiter: Zerstreut euch unter das Volk und sagt ihnen, dass ein jeglicher seinen Ochsen und seine Schafe zu mir bringe; und schlachtet es allhie, dass ihr's esst und euch nicht versündigt an dem Herrn mit dem Blut essen. Da brachte alles Volk ein jeglicher seinen Ochsen mit seiner Hand herzu des Nachts und schlachteten es daselbst.

35. Und Saul baute dem Herrn einen Altar. Das ist der erste Altar, den er dem Herrn baute.

36. Und Saul sprach: Laßt uns hinabziehen den Philistern nach bei der Nacht und sie berauben, bis dass licht Morgen wird, dass wir niemand von ihnen überlassen. Sie antworteten: Tue alles, was dir gefällt. Aber der Priester sprach: Laßt uns hieher zu Gott nahen!

37. Und Saul fragte Gott: Soll ich hinabziehen, den Philistern nach? und willst du sie geben in Israels Hände? Aber er antwortete ihm zu der Zeit nicht.

38. Da sprach Saul: Laßt herzutreten alle Haufen es Volks, und erfahrt und seht, an welchem die Sünde sei zu dieser Zeit;

39. denn so wahr der Herr lebt, der Heiland Israels, und ob sie gleich an meinem Sohn Jonathan wäre, so soll er sterben. Und niemand antwortete ihm aus dem ganzen Volk.

40. Und er sprach zu dem ganzen Israel: Seid ihr auf jener Seite; ich und mein Sohn Jonathan wollen sein auf dieser Seite. Das Volk sprach zu Saul: Tue, was dir gefällt.

41. Und Saul sprach zu dem Herrn, dem Gott Israels: Schaffe Recht! Da wurde Jonathan und Saul getroffen; aber das Volk ging frei aus.

42. Saul sprach: Werfet über mich und meinen Sohn Jonathan. Da wurde Jonathan getroffen.

43. Und Saul sprach zu Jonathan: Sage mir, was hast du getan? Jonathan sagte es ihm und sprach: Ich habe ein wenig Honigs gekostet mit dem Stabe, den ich in meiner Hand hatte; und siehe, ich muß darum sterben.

44. Da sprach Saul: Gott tue mir dies und das, Jonathan, du mußt des Todes sterben.

45. Aber das Volk sprach zu Saul: Sollte Jonathan sterben, der ein solch groß Heil in Israel getan hat? Das sei ferne! So wahr der Herr lebt, es soll kein Haar von seinem Haupt auf die Erde fallen; denn Gott hat's heute durch ihn getan. Also erlöste das Volk Jonathan, dass er nicht sterben mußte.

46. Da zog Saul herauf von den Philistern, und die Philister zogen an ihren Ort.

47. Aber da Saul das Reich über Israel eingenommen hatte, stritt er wider alle seine Feinde umher: wider die Moabiter, wider die Kinder Ammon, wider die Edomiter, wider die Könige Zobas, wider die Philister; und wo er sich hinwandte, da übte er Strafe.

48. Und machte ein Heer und schlug die Amalekiter und errettete Israel von der Hand aller, die sie zwackten.

49. Saul aber hatte Söhne: Jonathan, Iswi, Malchisua. Und seine zwo Töchter hießen also: die erstgeborne Merob und die jüngste Michal.

50. Und das Weib Sauls hieß Ahinoam, eine Tochter Ahimaaz. Und sein Feldhauptmann hieß Abner, ein Sohn Ners, Sauls Vetters.

51. Kis aber war Sauls Vater; Ner aber, Abners Vater, war ein Sohn Abiels.

52. Es war aber ein harter Streit wider die Philister, solange Saul lebte. Und wo Saul sah einen starken und rüstigen Mann, den nahm er zu sich.

Das 15. Kapitel

1. Samuel aber sprach zu Saul: Der Herr hat mich gesandt, dass ich dich zum König salbte über sein Volk Israel; so höre nun die Stimme der Worte des Herrn.

2. So spricht der Herr Zebaoth: Ich habe bedacht, was Amalek Israel tat, und wie er ihm den Weg verlegte, da er aus Ägypten zog.

3. So zeuch nun hin und schlage die Amalekiter und verbanne sie mit allem, das sie haben. Schone seiner nicht, sondern töte beide Mann und Weib, Kinder und Säuglinge, Ochsen und Schafe, Kamele und Esel.

4. Saul ließ solches vor das Volk kommen; und er zählte sie zu Thelaim, zweihunderttausend Fußvolks und zehntausend Mann aus Juda.

5. Und da Saul kam zu der Amalekiter Stadt, machte er einen Hinterhalt am Bach

6. und ließ dem Keniter sagen: Geht hin, weicht und zieht herab von den Amalekitern, dass ich euch nicht mit ihnen aufräume; denn ihr tatet Barmherzigkeit an allen Kindern Israel, da sie aus Ägypten zogen. Also machten sich die Keniter von den Amalekitern.

7. Da schlug Saul die Amalekiter von Hevila an bis gen Sur, die vor Ägypten liegt.

8. Und griff Agag, der Amalekiter König, lebendig, und alles Volk verbannte er mit des Schwerts Schärfe.

9. Aber Saul und das Volk schonte des Agag, und was gute Schafe und Rinder und gemästet war, und der Lämmer und alles, was gut war, und wollten's nicht verbannen; was aber schnöde und untüchtig war, das verbannten sie.

10. Da geschah des Herrn Wort zu Samuel und sprach:

11. Es reut mich, dass ich Saul zum Könige gemacht habe; denn er hat sich hinter mir abgewandt und meine Worte nicht erfüllt. Des wurde Samuel zornig und schrie zu dem Herrn die ganze Nacht.

12. Und Samuel machte sich frühe auf, dass er Saul am Morgen begegnete. Und ihm wurde angesagt, dass Saul gen Karmel kommen wäre und hätte ihm ein Siegeszeichen aufgerichtet und wäre herumgezogen und gen Gilgal hinabkommen.

13. Als nun Samuel zu Saul kam, sprach Saul zu ihm: Gesegnet seist du dem Herrn! Ich habe des Herrn Wort erfüllt.

14. Samuel antwortete: Was ist denn das für ein Blöken der Schafe in meinen Ohren und ein Brüllen der Rinder, die ich höre?

15. Saul sprach: Von den Amalekitern haben sie sie gebracht; denn das Volk verschonte der besten Schafe und Rinder um des Opfers willen des Herrn, deines Gottes; das andere haben wir verbannt.

16. Samuel aber antwortete Saul: Laß dir sagen, was der Herr mit mir geredet hat diese Nacht. Er sprach: Sage her!

17. Samuel sprach: Ist's nicht also, da du klein warst vor deinen Augen, wurdest du das Haupt unter den Stämmen Israels, und der Herr salbte dich zum König über Israel?

18. Und der Herr sandte dich auf den Weg und sprach: Zeuch hin und verbanne die Sünder, die Amalekiter, und streite wider sie, bis du sie vertilgest.

19. Warum hast du nicht gehorcht des Herrn Stimme, sondern hast dich zum Raube gewandt und übel gehandelt vor den Augen des Herrn?

20. Saul antwortete Samuel: Habe ich doch der Stimme des Herrn gehorcht und bin hingezogen des Weges, den mich der Herr sandte; und habe Agag, der Amalekiter König, gebracht und die Amalekiter verbannt.

21. Aber das Volk hat des Raubes genommen, Schafe und Rinder, das Beste unter dem Verbanneten, dem Herrn, deinem Gott, zu opfern in Gilgal.

22. Samuel aber sprach: Meinst du, dass der Herr Lust habe am Opfer und Brandopfer als am Gehorsam der Stimme des Herrn? Siehe, Gehorsam ist besser denn Opfer und Aufmerken besser denn das Fett von Widdern;

23. denn Ungehorsam ist eine Zaubereisünde, und Widerstreben ist Abgötterei und Götzendienst. Weil du nun des Herrn Wort verworfen hast, hat er dich auch verworfen, dass du nicht König seist.

24. Da sprach Saul zu Samuel: Ich habe gesündigt, dass ich des Herrn Befehl und deine Worte übergangen habe; denn ich fürchtete das Volk und gehorchte ihrer Stimme.

25. Und nun vergib mir die Sünde und kehre mit mir um, dass ich den Herrn anbete.

26. Samuel sprach zu Saul: Ich will nicht mit dir umkehren; denn du hast des Herrn Wort verworfen, und der Herr hat dich auch verworfen, dass du nicht König seist über Israel.

27. Und als sich Samuel umwandte, dass er wegginge, ergriff er ihn bei einem Zipfel seines Rocks, und er zerriss.

28. Da sprach Samuel zu ihm: Der Herr hat das Königreich Israels heute von dir gerissen und deinem Nächsten gegeben, der besser ist denn du.

29. Auch lügt der Held in Israel nicht und gereut ihn nicht; denn er ist nicht ein Mensch, dass ihn etwas gereuen sollte.

30. Er aber sprach: Ich habe gesündigt; aber ehre mich doch jetzt vor den Ältesten meines Volks und vor Israel; und kehre mit mir um, dass ich den Herrn, deinen Gott, anbete.

31. Also kehrte Samuel um und folgte Saul nach, dass Saul den Herrn anbetete.

32. Samuel aber sprach: Laß her zu mir bringen Agag, der Amalekiter König! Und Agag ging zu ihm getrost und sprach: Also muß man des Todes Bitterkeit vertreiben.

33. Samuel sprach: Wie dein Schwert Weiber ihrer Kinder beraubt hat, also soll auch deine Mutter ihrer Kinder beraubt sein unter den Weibern. Also zerhieb Samuel den Agag zu Stücken vor dem Herrn in Gilgal.

34. Und Samuel ging hin gen Ramath; Saul aber zog hinauf zu seinem Hause zu Gibea-Saul.

35. Und Samuel sah Saul fürder nicht mehr bis an den Tag seines Todes. Aber doch trug Samuel Leid um Saul, dass den Herrn gereut hatte, dass er Saul zum Könige über Israel gemacht hatte.

Das 16. Kapitel

1. Und der Herr sprach zu Samuel: Wie lange trägst du Leid um Saul, den ich verworfen habe, dass er nicht König sei über Israel? Fülle dein Horn mit Öl und gehe hin, ich will dich senden zu dem Bethlehemiter Isai; denn unter seinen Söhnen habe ich mir einen König ersehen.

2. Samuel aber sprach: Wie soll ich hingehen? Saul wird's erfahren und mich erwürgen. Der Herr sprach: Nimm ein Kalb von den Rindern zu dir und sprich: Ich bin kommen, dem Herrn zu opfern.

3. Und sollst Isai zum Opfer laden; da will ich dir weisen, was du tun sollst, dass du mir salbest, welchen ich dir sagen werde.

4. Samuel tat, wie ihm der Herr gesagt hatte, und kam gen Bethlehem. Da entsetzten sich die Ältesten der Stadt und gingen ihm entgegen und sprachen: Ist's Friede, dass du kommest?

5. Er sprach: Ja, ich bin kommen, dem Herrn zu opfern; heiligt euch und kommt mit mir zum Opfer! Und er heiligte den Isai und seine Söhne und lud sie zum Opfer.

6. Da sie nun hereinkamen, sah er den Eliab an und gedachte, ob der vor dem Herrn sei sein Gesalbter.

7. Aber der Herr sprach zu Samuel: Siehe nicht an seine Gestalt noch seine große Person; ich habe ihn verworfen. Denn es geht nicht, wie ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an.

8. Da rief Isai dem Abinadab und ließ ihn vor Samuel übergehen. Und er sprach: Diesen hat der Herr auch nicht erwählt.

9. Da ließ Isai vorübergehen Samma. Er aber sprach: Diesen hat der Herr auch nicht erwählt.

10. Da ließ Isai seine sieben Söhne vor Samuel übergehen. Aber Samuel sprach zu Isai: Der Herr hat der keinen erwählt.

11. Und Samuel sprach zu Isai: Sind das die Knaben alle? Er sprach: Es ist noch übrig der Kleinste; und siehe, er hütet der Schafe. Da sprach Samuel zu Isai: Sende hin und laß ihn holen; denn wir werden uns nicht setzen, bis er hieher komme.

12. Da sandte er hin und ließ ihn holen. Und er war bräunlich, mit schönen Augen und guter Gestalt. Und der Herr sprach: Auf! und salbe ihn; denn der ist's.

13. Da nahm Samuel sein Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn geriet über David von dem Tage an und fürder. Samuel aber machte sich auf und ging gen Rama.

14. Der Geist aber des Herrn wich von Saul, und ein böser Geist vom Herrn machte ihn sehr unruhig.

15. Da sprachen die Knechte Sauls zu ihm: Siehe, ein böser Geist von Gott macht dich sehr unruhig.

16. Unser Herr sage seinen Knechten, die vor ihm stehen, dass sie einen Mann suchen, der auf der Harfe wohl spielen könne, auf dass, wenn der böse Geist Gottes über dich kommt, er mit seiner Hand spiele, dass besser mit dir werde.

17. Da sprach Saul zu seinen Knechten: Seht nach einem Manne, der es wohl kann auf Saitenspiel, und bringt ihn zu mir.

18. Da antwortete der Knaben einer und sprach: Siehe, ich habe gesehen einen Sohn Isais, des Bethlehemiten, der kann wohl auf Saitenspiel; ein rüstiger Mann und streitbar und verständig in Sachen und schön, und der Herr ist mit ihm.

19. Da sandte Saul Boten zu Isai und ließ ihm sagen: Sende deinen Sohn David zu mir, der bei den Schafen ist!

20. Da nahm Isai einen Esel mit Brot und ein Legel Weins und ein Ziegenböcklein und sandte es Saul durch seinen Sohn David.

21. Also kam David zu Saul und diente vor ihm, und er gewann ihn sehr lieb, und er wurde sein Waffenträger.

22. Und Saul sandte zu Isai und ließ ihm sagen: Laß David vor mir bleiben, denn er hat Gnade funden vor meinen Augen.

23. Wenn nun der Geist Gottes über Saul kam, so nahm David die Harfe und spielete mit seiner Hand; so erquickte sich Saul, und wurde besser mit ihm, und der böse Geist wich von ihm.

Das 17. Kapitel

1. Die Philister sammelten ihre Heere zum Streit und kamen zusammen zu Socho in Juda und lagerten sich zwischen Socho und Aseka, am Ende Damim.

2. Aber Saul und die Männer Israels kamen zusammen und lagerten sich im Eichgrunde; und rüsteten sich zum Streit gegen die Philister.

3. Und die Philister standen auf einem Berge jenseits und die Israeliten auf einem Berge diesseits, dass ein Tal zwischen ihnen war.

4. Da trat hervor aus den Lagern der Philister ein Riese mit Namen Goliath von Gath, sechs Ellen und einer Hand breit hoch;

5. und hatte einen ehernen Helm auf seinem Haupt und einen schuppichten Panzer an, und das Gewicht seines Panzers war fünftausend Sekel Erzes;

6. und hatte eherne Beinharnische an seinen Schenkeln und einen ehernen Schild auf seinen Schultern.

7. Und der Schaft seines Spießes war wie ein Weberbaum und das Eisen seines Spießes hatte sechshundert Sekel Eisens und sein Schildträger ging vor ihm her.

8. Und er stand und rief zu dem Zeuge Israels und sprach zu ihnen: Was seid ihr ausgezogen, euch zu rüsten in einen Streit? Bin ich nicht ein Philister und ihr Sauls Knechte? Erwählet einen unter euch, der zu mir herabkomme!

9. Vermag er wider mich zu streiten, und schlägt mich, so wollen wir eure Knechte sein; vermag ich aber wider ihn und schlage ihn, so sollt ihr unsere Knechte sein, dass ihr uns dient.

10. Und der Philister sprach: Ich habe heutigen Tages dem Zeuge Israels Hohn gesprochen; gebt mir einen und laßt uns miteinander streiten!

11. Da Saul und ganz Israel diese Rede des Philisters hörten, entsetzten sie sich und fürchteten sich sehr.

12. David aber war eines ephrathischen Mannes Sohn, von Bethlehem-Juda, der hieß Isai, der hatte acht Söhne und war ein alter Mann zu Sauls Zeiten und war betagt unter den Männern.

13. Und die drei größten Söhne Isais waren mit Saul in Streit gezogen und hießen mit Namen: Eliab, der erstgeborne, Abinadab, der andere, und Samma, der dritte.

14. David aber war der jüngste. Da aber die drei ältesten mit Saul in den Krieg zogen,

15. ging David wiederum von Saul, dass er der Schafe seines Vaters hütete zu Bethlehem.

16. Aber der Philister trat herzu frühe morgens und abends und stellete sich dar vierzig Tage.

17. Isai aber sprach zu seinem Sohn David: Nimm für deine Brüder diese Epha Sangen und diese zehn Brote und lauf in das Heer zu deinen Brüdern,

18. und diese zehn frischen Käse, und bringe sie dem Hauptmann; und besuche deine Brüder, ob's ihnen wohlgehe, und nimm, was sie dir befehlen.

19. Saul aber und sie und alle Männer Israels waren im Eichgrunde und stritten wider die Philister.

20. Da machte sich David des Morgens frühe auf und ließ die Schafe dem Hüter und trug und ging hin, wie ihm Isai geboten hatte, und kam zur Wagenburg. Und das Heer war ausgezogen und hatte sich gerüstet, und schrieen im Streit.

21. Denn Israel hatte sich gerüstet, so waren die Philister wider ihren Zeug auch gerüstet.

22. Da ließ David das Gefäß, das er trug, unter dem Hüter der Gefäße und lief zu dem Zeuge; und ging hinein und grüßte seine Brüder.

23. Und da er noch mit ihnen redete, siehe, da trat herauf der Riese mit Namen Goliath, der Philister von Gath, aus der Philister Zeug und redete wie vorhin; und David hörte es.

24. Aber jedermann in Israel, wenn er den Mann sah, floh er vor ihm und fürchtete sich sehr.

25. Und jedermann in Israel sprach: Habt ihr den Mann gesehen herauftreten? Denn er ist heraufgetreten, Israel Hohn zu sprechen. Und wer ihn schlägt, den will der König sehr reich machen und ihm seine Tochter geben und will seines Vaters Haus frei machen in Israel.

26. Da sprach David zu den Männern, die bei ihm standen: Was wird man dem tun, der diesen Philister schlägt und die Schande von Israel wendet? Denn wer ist der Philister, dieser Unbeschnittene, der den Zeug des lebendigen Gottes höhnet?

27. Da sagte ihm das Volk wie vorhin: So wird man tun dem, der ihn schlägt.

28. Und Eliab, sein größter Bruder hörte ihn reden mit den Männern und ergrimmte mit Zorn wider David und sprach: Warum bist du herabkommen? und warum hast du die wenigen Schafe dort in der Wüste verlassen? Ich kenne deine Vermessenheit wohl und deines Herzens Bosheit. Denn du bist herabkommen, dass du den Streit sehest.

29. David antwortete: Was habe ich denn nun getan? Ist mir's nicht befohlen?

30. Und wandte sich von ihm gegen einen andern und sprach, wie er vorhin gesagt hatte. Da antwortete ihm das Volk wie vorhin.

31. Und da sie die Worte hörten, die David sagte, verkündigten sie es vor Saul, und er ließ ihn holen.

32. Und David sprach zu Saul: Es entfalle keinem Menschen das Herz um deswillen; dein Knecht soll hingehen und mit dem Philister streiten.

33. Saul aber sprach zu David: Du kannst nicht hingehen wider diesen Philister, mit ihm zu streiten; denn du bist ein Knabe, dieser aber ist ein Kriegsmann von seiner Jugend auf.

34. David aber sprach zu Saul: Dein Knecht hütete der Schafe seines Vaters, und es kam ein Löwe und ein Bär und trug ein Schaf weg von der Herde.

35. Und ich lief ihm nach und schlug ihn und errettete es aus seinem Maul. Und da er sich über mich machte, ergriff ich ihn bei seinem Bart und schlug ihn und tötete ihn.

36. Also hat dein Knecht geschlagen beide den Löwen und den Bären. So soll nun dieser Philister, der Unbeschnittene, sein gleichwie deren einer, denn er hat geschändet den Zeug des lebendigen Gottes.

37. Und David sprach: Der Herr, der mich von dem Löwen und Bären errettet hat, der wird mich auch erretten von diesem Philister.

38. Und Saul sprach zu David: Gehe hin, der Herr sei mit dir! Und Saul zog David seine Kleider an und setzte ihm einen ehernen Helm auf sein Haupt und legte ihm einen Panzer an.

39. Und David gürtete sein Schwert über seine Kleider und fing an zu gehen, denn er hatte es nie versucht. Da sprach David zu Saul: Ich kann nicht also gehen, denn ich bin's nicht gewohnt; und legte es von sich.

40. Und nahm seinen Stab in seine Hand und erwählte fünf glatte Steine aus dem Bach und tat sie in die Hirtentasche, die er hatte, und in den Sack, und nahm die Schleuder in seine Hand und machte sich zu dem Philister.

41. Und der Philister ging auch einher und machte sich zu David, und sein Schildträger vor ihm her.

42. Da nun der Philister sah und schaute David an, verachtete er ihn. Denn er war ein Knabe, bräunlich und schön.

43. Und der Philister sprach zu David: Bin ich denn ein Hund, dass du mit Stecken zu mir kommst? Und fluchte dem David bei seinem Gott.

44. Und sprach zu David: Komm her zu mir, ich will dein Fleisch geben den Vögeln unter dem Himmel und den Tieren auf dem Felde!

45. David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Spieß und Schild; ich aber komme zu dir im Namen des Herrn Zebaoth, des Gottes des Zeuges Israels, den du gehöhnet hast.

46. Heutigestages wird dich der Herr in meine Hand überantworten, dass ich dich schlage und nehme dein Haupt von dir und gebe den Leichnam des Heers der Philister heute den Vögeln unter dem Himmel und dem Wild auf Erden, dass alles Land inne werde, dass Israel einen Gott hat,

47. und dass alle diese Gemeinde inne werde, dass der Herr nicht durch Schwert noch Spieß hilft; denn der Streit ist des Herrn, und wird euch geben in unsere Hände.

48. Da sich nun der Philister aufmachte, ging daher und nahte sich gegen David, eilte David und lief vom Zeuge gegen den Philister.

49. Und David tat seine Hand in die Tasche und nahm einen Stein daraus und schleuderte und traf den Philister an seine Stirn, dass der Stein in seine Stirn fuhr, und er zur Erde fiel auf sein Angesicht.

50. Also überwand David den Philister mit der Schleuder und mit dem Stein; und schlug ihn und tötete ihn. Und da David kein Schwert in seiner Hand hatte,

51. lief er und trat zu dem Philister und nahm sein Schwert und zog es aus der Scheide und tötete ihn und hieb ihm den Kopf damit ab. Da aber die Philister sahen, dass ihr Stärkster tot war, flohen sie.

52. Und die Männer Israels und Judas machten sich auf und riefen und jagten den Philistern nach, bis man kommt ins Tal, und bis an die Tore Ekrons. Und die Philister fielen erschlagen auf dem Wege zu den Toren bis gen Gath und gen Ekron.

53. Und die Kinder Israel kehrten um von dem Nachjagen der Philister und beraubten ihr Lager.

54. David aber nahm des Philisters Haupt und brachte es gen Jerusalem; seine Waffen aber legte er in seine Hütte.

55. Da aber Saul David sah ausgehen wider den Philister, sprach er zu Abner, seinem Feldhauptmann: Wes Sohn ist der Knabe? Abner aber sprach: So wahr deine Seele lebt, König, ich weiß nicht.

56. Der König sprach: So frage danach, wes Sohn der Jüngling sei.

57. Da nun David wiederkam von der Schlacht des Philisters, nahm ihn Abner und brachte ihn vor Saul; und er hatte des Philisters Haupt in seiner Hand.

58. Und Saul sprach zu ihm: Wes Sohn bist du, Knabe? David sprach: Ich bin ein Sohn deines Knechts Isai, des Bethlehemiten.

Das 18. Kapitel

1. Und da er hatte ausgeredet mit Saul, verband sich das Herz Jonathans mit dem Herzen Davids; und Jonathan gewann ihn lieb wie sein eigen Herz.

2. Und Saul nahm ihn des Tages und ließ ihn nicht wieder zu seines Vaters Haus kommen.

3. Und Jonathan und David machten einen Bund miteinander; denn er hatte ihn lieb wie sein eigen Herz.

4. Und Jonathan zog aus seinen Rock, den er anhatte, und gab ihn David, dazu seinen Mantel, sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gürtel.

5. Und David zog aus, wohin ihn Saul sandte, und hielt sich klüglich. Und Saul setzte ihn über die Kriegsleute; und er gefiel wohl allem Volk, auch den Knechten Sauls.

6. Es begab sich aber, da er wiedergekommen war von des Philisters Schlacht, dass die Weiber aus allen Städten Israels waren gegangen mit Gesang und Reigen dem Könige Saul entgegen mit Pauken, mit Freuden und mit Geigen.

7. Und die Weiber sangen gegeneinander und spielten und sprachen: Saul hat tausend geschlagen, aber David zehntausend.

8. Da ergrimmte Saul sehr, und gefiel ihm das Wort übel und sprach: Sie haben David zehntausend gegeben und mir tausend; das Königreich will noch sein werden.

9. Und Saul sah David sauer an von dem Tage und fortan.

10. Des andern Tages geriet der böse Geist von Gott über Saul und weissagte daheim im Hause; David aber spielte auf den Saiten mit seiner Hand, wie er täglich pflegte. Und Saul hatte einen Spieß in der Hand

11. und schoß ihn und gedachte: Ich will David an die Wand spießen. David aber wandte sich zweimal von ihm.

12. Und Saul fürchtete sich vor David; denn der Herr war mit ihm und war von Saul gewichen.

13. Da tat ihn Saul von sich und setzte ihn zum Fürsten über tausend Mann; und er zog aus und ein vor dem Volk.

14. Und David hielt sich klüglich in all seinem Tun; und der Herr war mit ihm.

15. Da nun Saul sah, dass er sich so klüglich hielt, scheuete er sich vor ihm.

16. Aber ganz Israel und Juda hatte David lieb; denn er zog aus und ein vor ihnen her.

17. Und Saul sprach zu David: Siehe, meine größte Tochter Merob will ich dir zum Weibe geben; sei nur freudig und führe des Herrn Kriege! Denn Saul gedachte: Meine Hand soll nicht an ihm sein, sondern die Hand der Philister.

18. David aber antwortete Saul: Wer bin ich, und was ist mein Leben und Geschlecht meines Vaters in Israel, dass ich des Königs Eidam werden soll?

19. Da aber die Zeit kam, dass Merob, die Tochter Sauls, sollte David gegeben werden, wurde sie Adriel, dem Meholathiter, zum Weibe gegeben.

20. Aber Michal, Sauls Tochter, hatte den David lieb. Da das Saul angesagt wurde, sprach er: Das ist recht.

21. Ich will sie ihm geben, dass sie ihm zum Fall gerate, und der Philister Hände über ihn kommen. Und sprach zu David: Du sollst heute mit der andern mein Eidam werden.

22. Und Saul gebot seinen Knechten: Redet mit David heimlich und sprecht: Siehe, der König hat Lust zu dir, und alle seine Knechte lieben dich; so sei nun des Königs Eidam!

23. Und die Knechte Sauls redeten solche Worte vor den Ohren Davids. David aber sprach: Dünket euch das ein Geringes sein, des Königs Eidam zu sein? Ich aber bin ein armer, geringer Mann.

24. Und die Knechte Sauls sagten ihm wieder und sprachen: Solche Worte hat David geredet.

25. Saul sprach: So sagt zu David: Der König begehrt keine Morgengabe ohne hundert Vorhäute von den Philistern, dass man sich räche an des Königs Feinden. Denn Saul trachtete, David zu fällen durch der Philister Hand.

26. Da sagten seine Knechte David an solche Worte und deuchte David die Sache gut sein, dass er des Königs Eidam würde. Und die Zeit war noch nicht aus.

27. Da machte sich David auf und zog hin mit seinen Männern und schlug unter den Philistern zweihundert Mann. Und David brachte ihre Vorhaute und vergnügte dem Könige die Zahl, dass er des Königs Eidam würde. Da gab ihm Saul seine Tochter Michal zum Weibe.

28. Und Saul sah und merkte, dass der Herr mit David war. Und Michal, Sauls Tochter, hatte ihn lieb.

29. Da fürchtete sich Saul noch mehr vor David und wurde sein Feind sein Leben lang.

30. Und da der Philister Fürsten auszogen, handelte David klüglicher denn alle Knechte Sauls, wenn sie auszogen, dass sein Name hochgepriesen wurde.

Das 19. Kapitel

1. Saul aber redete mit seinem Sohn Jonathan und mit allen seinen Knechten, dass sie David sollten töten. Aber Jonathan, Sauls Sohn, hatte David sehr lieb;

2. und verkündigte es ihm und sprach: Mein Vater Saul trachtet danach, dass er dich töte. Nun, so bewahre dich morgen und bleibe verborgen und verstecke dich.

3. Ich aber will herausgehen und neben meinem Vater stehen auf dem Felde, da du bist, und von dir mit meinem Vater reden; und was ich sehe, will ich dir kund tun.

4. Und Jonathan redete das Beste von David mit seinem Vater Saul und sprach zu ihm: Es versündige sich der König nicht an seinem Knechte David; denn er hat keine Sünde wider dich getan, und sein Tun ist dir sehr nütze;

5. und er hat sein Leben in seine Hand gesetzt und schlug den Philister, und der Herr tat ein groß Heil dem ganzen Israel. Das hast du gesehen und dich des gefreut. Warum willst du dich denn an unschuldigem Blut versündigen, dass du David ohne Ursache tötest?

6. Da gehorchte Saul der Stimme Jonathans und schwur: So wahr der Herr lebt, er soll nicht sterben!

7. Da rief Jonathan David und sagte ihm alle diese Worte; und brachte ihn zu Saul, dass er vor ihm war wie vorhin.

8. Es erhub sich aber wieder ein Streit; und David zog aus und stritt wider die Philister und tat eine große Schlacht, dass sie vor ihm flohen.

9. Aber der böse Geist vom Herrn kam über Saul; und er saß in seinem Hause und hatte einen Spieß in seiner Hand; David aber spielte auf den Saiten mit der Hand.

10. Und Saul trachtete, David mit dem Spieß an die Wand zu spießen. Er aber riss sich von Saul, und der Spieß fuhr in die Wand. David aber floh und entrann dieselbige Nacht.

11. Saul sandte aber Boten zu Davids Haus, dass sie ihn bewahrten und töteten am Morgen. Das verkündigte dem David sein Weib Michal und sprach: Wirst du nicht diese Nacht deine Seele erretten, so mußt du morgen sterben.

12. Da ließ ihn Michal durchs Fenster hernieder, dass er hinging, entfloh und entrann.

13. Und Michal nahm ein Bild und legte es ins Bett; und legte ein Ziegenfell zu seinen Häupten und deckte es mit Kleidern zu.

14. Da sandte Saul Boten, dass sie David holeten. Sie aber sprach: Er ist krank.

15. Saul aber sandte Boten, David zu besehen, und sprach: Bringt ihn herauf zu mir mit dem Bette, dass er getötet werde.

16. Da nun die Boten kamen, siehe, da lag das Bild im Bette und ein Ziegenfell zu seinen Häupten.

17. Da sprach Saul zu Michal: Warum hast du mich betrogen und meinen Feind gelassen, dass er entrinne? Michal sprach zu Saul: Er sprach zu mir: Laß mich gehen, oder ich töte dich!

18. David aber entfloh und entrann; und kam zu Samuel gen Rama und sagte ihm an alles, was ihm Saul getan hatte. Und er ging hin mit Samuel, und blieben zu Najoth.

19. Und es wurde Saul angesagt: Siehe, David ist zu Najoth in Rama.

20. Da sandte Saul Boten, dass sie David holeten. Und sie sahen zwei Chöre Propheten weissagen, und Samuel war ihr Aufseher. Da kam der Geist Gottes auf die Boten Sauls, dass sie auch weissagten.

21. Da das Saul wurde angesagt, sandte er andere Boten, die weissagten auch. Da sandte er die dritten Boten, die weissagten auch.

22. Da ging er selbst auch gen Rama; und da er kam zum großen Brunnen, der zu Seku ist, fragte er und sprach: Wo ist Samuel und David? Da wurde ihm, gesagt: Siehe, zu Najoth in Rama.

23. Und er ging daselbst hin gen Najoth in Rama. Und der Geist Gottes kam auch auf ihn; und ging einher und weissagte, bis er kam gen Najoth in Rama.

24. Und er zog auch seine Kleider aus und weissagte auch vor Samuel; und fiel bloß nieder den ganzen Tag und die ganze Nacht. Daher spricht man: Ist Saul auch unter den Propheten?

Das 20. Kapitel

1. David aber floh von Najoth zu Rama; und kam und redete vor Jonathan: Was habe ich getan? Was habe ich mißgehandelt? Was habe ich gesündigt vor deinem Vater, dass er nach meinem Leben steht?

2. Er aber sprach zu ihm: Das sei ferne, du sollst nicht sterben. Siehe, mein Vater tut nichts, weder Großes noch Kleines, das er nicht meinen Ohren offenbare; warum sollte denn mein Vater dies vor mir verbergen? Es wird nicht so sein.

3. Da schwur David weiter und sprach: Dein Vater weiß wohl, dass ich Gnade vor deinen Augen funden habe, darum wird er denken: Jonathan soll solches nicht wissen, es möchte ihn bekümmern. Wahrlich, so wahr der Herr lebt, und so wahr deine Seele lebt, es ist nur ein Schritt zwischen mir und dem Tode!

4. Jonathan sprach zu David: Ich will an dir tun, was dein Herz begehrt.

5. David sprach zu ihm: Siehe, morgen ist der Neumond, da ich mit dem Könige zu Tische sitzen sollte; so laß mich, dass ich mich auf dem Felde verberge bis an den Abend des dritten Tages.

6. Wird dein Vater nach mir fragen, so sprich: David bat mich, dass er gen Bethlehem, zu seiner Stadt, laufen möchte; denn es ist ein jährlich Opfer daselbst dem ganzen Geschlechte.

7. Wird er sagen: Es ist gut, so steht es wohl um deinen Knecht. Wird er aber ergrimmen, so wirst du merken, dass Böses bei ihm beschlossen ist.

8. So tue nun Barmherzigkeit an deinem Knechte; denn du hast mit mir, deinem Knechte, einen Bund im Herrn gemacht. Ist aber eine Missetat in mir, so töte du mich; denn warum wolltest du mich zu deinem Vater bringen?

9. Jonathan sprach: Das sei ferne von mir, dass ich sollte merken, dass Böses bei meinem Vater beschlossen wäre, über dich zu bringen, und sollte dir's nicht ansagen.

10. David aber sprach: Wer will mir's ansagen, so dir dein Vater etwas Hartes antwortet?

11. Jonathan sprach zu David: Komm, laß uns hinaus aufs Feld gehen! Und gingen beide hinaus aufs Feld.

12. Und Jonathan sprach zu David: Herr, Gott Israels, wenn ich erforsche an meinem Vater morgen und am dritten Tage, dass es wohlsteht mit David, und nicht hinsende zu dir und vor deinen Ohren offenbare,

13. so tue der Herr Jonathan dies und jenes. Wenn aber das Böse meinem Vater gefällt wider dich, so will ich's auch vor deinen Ohren offenbaren und dich lassen, dass du mit Frieden weggehest. Und der Herr sei mit dir, wie er mit meinem Vater gewesen ist!

14. Tue ich's nicht, so tue keine Barmherzigkeit des Herrn an mir, weil ich lebe, auch nicht, so ich sterbe.

15. Und wenn der Herr die Feinde Davids ausrotten wird, einen jeglichen aus dem Lande, so reiße du deine Barmherzigkeit nicht von meinem Hause ewiglich.

16. Also machte Jonathan einen Bund mit dem Hause Davids und sprach: Der Herr fordere es von der Hand der Feinde Davids!

17. Und Jonathan fuhr weiter und schwur David, so lieb hatte er ihn; denn er hatte ihn so lieb als seine Seele.

18. Und Jonathan sprach zu ihm: Morgen ist der Neumond, so wird man nach dir fragen; denn man wird dein vermissen, da du zu sitzen pflegest.

19. Des dritten Tages aber komm bald hernieder und gehe an einen Ort, da du dich verbergest am Werkeltage, und setze dich bei den Stein Asel,

20. so will ich zu seiner Seite drei Pfeile schießen, als ich zum Sichermal schösse.

21. Und siehe, ich will den Knaben senden: Gehe hin, suche die Pfeile! Werde ich zum Knaben sagen: Siehe, die Pfeile liegen hierwärts hinter dir, hole sie! so komm, denn es ist Friede und hat keine Fahr, so wahr der Herr lebt.

22. Sage ich aber zum Jünglinge: Siehe, die Pfeile liegen dortwärts vor dir, so gehe hin, denn der Herr hat dich lassen gehen.

23. Was aber du und ich miteinander geredet haben, da ist der Herr zwischen mir und dir ewiglich.

24. David verbarg sich im Felde. Und da der Neumond kam, setzte sich der König zu Tische zu essen.

25. Da sich aber der König gesetzt hatte an seinen Ort, Wie er vorhin gewohnt war, an der Wand, stand Jonathan auf, Abner aber setzte sich an die Seite Sauls. Und man vermissete Davids an seinem Ort.

26. Und Saul redete des Tages nichts; denn er gedachte: Es ist ihm etwas widerfahren, dass er nicht rein ist.

27. Des andern Tages des Neumonds, da man Davids vermissete an seinem Ort, sprach Saul zu seinem Sohn Jonathan: Warum ist der Sohn Isais nicht zu Tische kommen, weder gestern noch heute?

28. Jonathan antwortete Saul: Er bat mich, dass er gen Bethlehem ginge,

29. und sprach: Laß mich gehen, denn unser Geschlecht hat zu opfern in der Stadt, und mein Bruder hat mir's selbst geboten; habe ich nun Gnade vor deinen Augen funden, so will ich hinweg und meine Brüder sehen. Darum ist er nicht kommen zu des Königs Tisch.

30. Da ergrimmte der Zorn Sauls wider Jonathan und sprach zu ihm: Du ungehorsamer Bösewicht! Ich weiß wohl, dass du den Sohn Isais auserkoren hast, dir und deiner unartigen Mutter zu Schanden.

31. Denn solange der Sohn Isais lebt auf Erden, wirst du, dazu auch dein Königreich, nicht bestehen. So sende nun hin und laß ihn herholen zu mir; denn er muß sterben.

32. Jonathan antwortete seinem Vater Saul und sprach zu ihm: Warum soll er sterben? Was hat er getan?

33. Da schoß Saul den Spieß nach ihm, dass er ihn spießete. Da merkte Jonathan, dass bei seinem Vater gänzlich beschlossen war, David zu töten.

34. Und stand auf vom Tisch mit grimmigem Zorn und aß desselben andern Tages des Neumonds kein Brot; denn er war bekümmert um David, dass ihn sein Vater also verdammte.

35. Des Morgens ging Jonathan hinaus aufs Feld, dahin er David bestimmt hatte, und ein kleiner Knabe mit ihm.

36. Und sprach zu dem Knaben: Lauf und suche mir die Pfeile, die ich schieße! Da aber der Knabe lief, schoß er einen Pfeil über ihn hin.

37. Und als der Knabe kam an den Ort, dahin Jonathan den Pfeil geschossen hatte, rief ihm Jonathan nach und sprach: Der Pfeil liegt dortwärts vor dir.

38. Und rief abermal ihm nach: Eile rasch und stehe nicht stille! Da las der Knabe Jonathans die Pfeile auf und brachte sie zu seinem Herrn.

39. Und der Knabe wußte nichts drum; allein Jonathan und David wußten um die Sache.

40. Da gab Jonathan seine Waffe seinem Knaben und sprach zu ihm: Gehe hin und trag's in die Stadt.

41. Da der Knabe hineinkam, stand David auf vom Ort gegen Mittag und fiel auf sein Antlitz zur Erde und betete dreimal an; und küssten sich miteinander und weinten miteinander, David aber am allermeisten.

42. Und Jonathan sprach zu David: Gehe hin mit Frieden! Was wir beide geschworen haben im Namen des Herrn und gesagt: Der Herr sei zwischen mir und dir, zwischen meinem Samen und deinem Samen, das bleibe ewiglich.

43. Und Jonathan machte sich auf und kam in die Stadt.

Das 21. Kapitel

1. David aber kam gen Nobe zum Priester Ahimelech. Und Ahimelech entsetzte sich, da er David entgegenging, und sprach zu ihm: Warum kommst du allein und ist kein Mann mit dir?

2. David sprach zu Ahimelech, dem Priester: Der König hat mir eine Sache befohlen und sprach zu mir: Laß niemand wissen, warum ich dich gesandt habe und was ich dir befohlen habe. Denn ich habe auch meine Knaben etwa hie oder daher beschieden.

3. Hast du nun was unter deiner Hand, ein Brot oder fünf, die gib mir in meine Hand, oder was du findest.

4. Der Priester antwortete David und sprach: Ich habe kein gemein Brot unter meiner Hand, sondern heilig Brot; wenn sich nur die Knaben von Weibern enthalten hätten!

5. David antwortete dem Priester und sprach zu ihm: Es sind die Weiber drei Tage uns versperret gewesen, da ich auszog, und der Knaben Zeug war heilig; ist aber dieser Weg unheilig, so wird er heute geheiligt werden an dem Zeuge.

6. Da gab ihm der Priester des heiligen, weil kein ander Brot da war denn die Schaubrote, die man vor dem Herrn aufhub, dass man ander frisch Brot auflegen sollte des Tages, da er die weggenommen hatte.

7. Es war aber des Tages ein Mann drinnen versperret vor dem Herrn aus den Knechten Sauls mit Namen Doeg, ein Edomiter, der mächtigste unter den Hirten Sauls.

8. Und David sprach zu Ahimelech: Ist nicht hie unter deiner Hand ein Spieß oder Schwert? Ich habe mein Schwert und Waffen nicht mit mir genommen; denn die Sache des Königs war eilend.

9. Der Priester sprach: Das Schwert des Philisters Goliath, den du schlugest im Eichgrunde, das ist hie, gewickelt in einen Mantel hinter dem Leibrock. Willst du dasselbige, so nimm's hin, denn es ist hie kein anderes denn das. David sprach: Es ist seinesgleichen nicht; gib mir's!

10. Und David machte sich auf und floh vor Saul; und kam zu Achis, dem Könige zu Gath.

11. Aber die Knechte Achis sprachen zu ihm: Das ist der David, des Landes König, von dem sie sangen am Reigen und sprachen: Saul schlug tausend, David aber zehntausend.

12. Und David nahm die Rede zu Herzen und fürchtete sich sehr vor Achis, dem Könige zu Gath.

13. Und verstellte seine Gebärde vor ihnen und kollerte unter ihren Händen und stieß sich an die Tür am Tor, und sein Geifer floß ihm in den Bart.

14. Da sprach Achis zu seinen Knechten: Siehe, ihr seht, dass der Mann unsinnig ist; warum habt ihr ihn zu mir gebracht?

15. Habe ich der Unsinnigen zu wenig, dass ihr diesen herbrächtet, dass er neben mir rasete? Sollte der in mein Haus kommen?

Das 22. Kapitel

1. David ging von dannen und entrann in die Höhle Adullam. Da das seine Brüder hörten und das ganze Haus seines Vaters, kamen sie zu ihm hinab daselbst hin.

2. Und es versammelten sich zu ihm allerlei Männer, die in Not und Schuld und betrübtes Herzens waren; und er war ihr Oberster, dass bei vierhundert Mann bei ihm waren.

3. Und David ging von dannen gen Mizpe, in der Moabiter Land, und sprach zu der Moabiter König: Laß meinen Vater und meine Mutter bei euch aus und ein gehen, bis ich erfahre, was Gott mit mir tun wird.

4. Und er ließ sie vor dem Könige der Moabiter, dass sie bei ihm blieben, solange David in der Burg war.

5. Aber der Prophet Gad sprach zu David: Bleibe nicht in der Burg, sondern gehe hin und komm ins Land Juda. Da ging David hin und kam in den Wald Hareth.

6. Und es kam vor Saul, dass David und die Männer, die bei ihm waren, wären hervorkommen. Als nun Saul wohnte zu Gibea unter einem Hain, in Rama, hatte er seinen Spieß in der Hand und alle seine Knechte standen neben ihm.

7. Da sprach Saul zu seinen Knechten, die neben ihm standen: Hört, ihr Kinder Jeminis, wird auch der Sohn Isais euch alle Äcker und Weinberge geben und euch alle über tausend und über hundert zu Obersten machen,

8. dass ihr euch alle verbunden habt wider mich, und ist niemand, der es meinen Ohren offenbarte, weil auch mein Sohn einen Bund gemacht hat mit dem Sohne Isais? Ist niemand unter euch, den es kränke meinethalben und meinen Ohren offenbare? Denn mein Sohn hat meinen Knecht wider mich auferweckt, dass er mir nachstellet, wie es am Tage ist.

9. Da antwortete Doeg, der Edomiter, der neben den Knechten Sauls stand, und sprach: Ich sah den Sohn Isais, dass er gen Nobe kam zu Ahimelech, dem Sohn Ahitobs.

10. Der fragte den Herrn für ihn und gab ihm Speise und das Schwert Goliaths, des Philisters.

11. Da sandte der König hin und ließ rufen Ahimelech, den Priester, den Sohn Ahitobs, und seines Vaters ganzes Haus, die Priester, die zu Nobe waren. Und sie kamen alle zum Könige.

12. Und Saul sprach: Höre, du Sohn Ahitobs! Er sprach: Hie bin ich, mein Herr.

13. Und Saul sprach zu ihm: Warum habt ihr einen Bund wider mich gemacht, du und der Sohn Isais, dass du ihm Brot und Schwert gegeben und Gott für ihn gefragt hast, dass du ihn erweckest, dass er mir nachstelle, wie es am Tage ist?

14. Ahimelech antwortete dem Könige und sprach: Und wer ist unter allen deinen Knechten als David, der getreu ist und des Königs Eidam und geht in deinem Gehorsam und ist herrlich gehalten in deinem Hause?

15. Habe ich denn heute erst angefangen, Gott für ihn zu fragen? Das sei ferne von mir! Der König lege solches seinem Knechte nicht auf in meines Vaters ganzem Hause; denn dein Knecht hat von all diesem nichts gewußt, weder Kleines noch Großes.

16. Aber der König sprach: Ahimelech du mußt des Todes sterben, du und deines Vaters ganzes Haus.

17. Und der König sprach zu seinen Trabanten, die neben ihm standen: Wendet euch und tötet des Herrn Priester; denn ihre Hand ist auch mit David, und da sie wußten, dass er floh, haben sie mir's nicht eröffnet. Aber die Knechte des Königs wollten ihre Hände nicht an die Priester des Herrn legen, sie zu erschlagen.

18. Da sprach der König zu Doeg:. Wende du dich und erschlage die Priester. Doeg, der Edomiter, wandte sich und erschlug die Priester, dass des Tages starben fünfundachtzig Männer, die leinene Leibröcke trugen.

19. Und die Stadt der Priester, Nobe, schlug er mit der Schärfe des Schwerts, beide Mann und Weib, Kinder und Säuglinge, Ochsen und Esel und Schafe.

20. Es entrann aber ein Sohn Ahimelechs, des Sohns Ahitobs, der hieß Abjathar, und floh David nach.

21. Und verkündigte ihm, dass Saul die Priester des Herrn erwürgt hätte.

22. David aber sprach zu Abjathar: Ich wußte es wohl an dem Tage, da der Edomiter Doeg da war, dass er's würde Saul ansagen; ich bin schuldig an allen Seelen deines Vaters Hauses.

23. Bleibe bei mir und fürchte dich nicht! Wer nach meinem Leben steht, der soll auch nach deinem Leben stehen, und sollst mit mir behalten werden.

Das 23. Kapitel

1. Und es wurde David angesagt: Siehe, die Philister streiten wider Kegila und berauben die Tennen.

2. Da fragte David den Herrn und sprach: Soll ich hingehen und diese Philister schlagen? Und der Herr sprach zu David: Gehe hin, du wirst die Philister schlagen und Kegila erretten.

3. Aber die Männer bei David sprachen zu ihm: Siehe, wir fürchten uns hie in Juda und wollen hingehen gen Kegila, zu der Philister Zeug?

4. Da fragte David wieder den Herrn; und der Herr antwortete ihm und sprach: Auf, zeuch hinab gen Kegila; denn ich will die Philister in deine Hände geben.

5. Also zog David samt seinen Männern gen Kegila und stritt wider die Philister und trieb ihnen ihr Vieh weg; und tat eine große Schlacht an ihnen. Also errettete David die zu Kegila.

6. Denn da Abjathar, der Sohn Ahimelechs, floh zu David gen Kegila, trug er den Leibrock mit sich hinab.

7. Da wurde Saul angesagt, dass David gen Kegila kommen wäre, und sprach: Gott hat ihn in meine Hände übergeben, dass er verschlossen ist, nun er in eine Stadt kommen ist, mit Toren und Riegeln verwahrt.

8. Und Saul ließ alles Volk rufen zum Streit hinnieder gen Kegila, dass sie David und seine Männer belegten.

9. Da aber David merkte, dass Saul Böses über ihn gedachte, sprach er zu dem Priester Abjathar: Lange den Leibrock her!

10. Und David sprach: Herr, Gott Israels, dein Knecht hat gehört, dass Saul danach trachte, dass er gen Kegila komme, die Stadt zu verderben um meinetwillen.

11. Werden mich auch die Bürger zu Kegila überantworten in seine Hände? Und wird aber Saul herab kommen, wie dein Knecht gehört hat? Das verkündige, Herr, Gott Israels, deinem Knechte. Und der Herr sprach: Er wird herabkommen.

12. David sprach: Werden aber die Bürger zu Kegila mich und meine Männer überantworten in die Hände Sauls? Der Herr sprach: Ja.

13. Da machte sich David auf samt seinen Männern, deren bei sechshundert waren, und zogen aus von Kegila und wandelten, wo sie hin konnten. Da nun Saul angesagt wurde, dass David von Kegila entronnen war, ließ er sein Ausziehen anstehen.

14. David aber blieb in der Wüste, in der Burg, und blieb auf dem Berge in der Wüste Siph. Saul aber suchte ihn sein Leben lang; aber Gott gab ihn nicht in seine Hände.

15. Und David sah, dass Saul ausgezogen war, sein Leben zu suchen. Aber David war in der Wüste Siph, in der Heide.

16. Da machte sich Jonathan auf, der Sohn Sauls, und ging hin zu David in die Heide und stärkte seine Hand in Gott;

17. und sprach zu ihm: Fürchte dich nicht; meines Vaters Sauls Hand wird dich nicht finden, und du wirst König werden über Israel, so will ich der nächste um dich sein; auch weiß solches mein Vater wohl.

18. Und sie machten beide einen Bund miteinander vor dem Herrn. Und David blieb in der Heide, aber Jonathan zog wieder heim.

19. Aber die Siphiter zogen hinauf zu Saul gen Gibea und sprachen: Ist nicht David bei uns verborgen in der Burg, in der Heide, auf dem Hügel Hachila, der zur Rechten liegt an der Wüste?

20. So komme nun der König hernieder nach all seines Herzens Begehr, so wollen wir ihn überantworten in des Königs Hände.

21. Da sprach Saul: Gesegnet seid ihr dem Herrn, dass ihr euch mein erbarmt habt!

22. So geht nun hin und werdet es noch gewisser, dass ihr wisst und seht, an welchem Ort seine Füße gewesen sind, und wer ihn daselbst gesehen habe; denn mir ist gesagt, dass er listig ist.

23. Beseht und erkundet alle Örter, da er sich verkreucht, und kommt wieder zu mir, wenn ihr's gewiss seid, so will ich mit euch ziehen. Ist er im Lande, so will ich nach ihm forschen unter allen Tausenden in Juda.

24. Da machten sie sich und gingen gen Siph vor Saul hin. David aber und seine Männer waren in der Wüste Maon, auf dem Gefilde zur Rechten der Wüste.

25. Da nun Saul hinzog mit seinen Männern zu suchen, wurde es David angesagt; und er machte sich hinab in den Fels und blieb in der Wüste Maon. Da das Saul hörte, jagte er David nach in der Wüste Maon.

26. Und Saul mit seinen Männern ging an einer Seite des Berges, David mit seinen Männern an der andern Seite des Berges. Da David aber eilte, dem Saul zu entgehen, da umringte Saul samt seinen Männern David und seine Männer, dass er sie griffe.

27. Aber es kam ein Bote zu Saul und sprach: Eile und komm; denn die Philister sind ins Land gefallen!

28. Da kehrte sich Saul von dem Nachjagen Davids und zog hin den Philistern entgegen; daher heißt man den Ort Sela-Mahelkoth.

29. Und David zog hinauf von dannen und blieb in der Burg Engedi.

Das 24. Kapitel

1. Da nun Saul wiederkam von den Philistern, wurde ihm gesagt: Siehe, David ist in der Wüste Engedi.

2. Und Saul nahm dreitausend junger Mannschaft aus ganz Israel und zog hin, David samt seinen Männern zu suchen auf den Felsen der Gemsen.

3. Und da er kam zu den Schafhürden am Wege, war daselbst eine Höhle, und Saul ging hinein, seine Füße zu decken. David aber und seine Männer saßen hinten in der Höhle.

4. Da sprachen die Männer Davids zu ihm: Siehe, da ist der Tag, davon der Herr dir gesagt hat: Siehe, ich will deinen Feind in deine Hände geben, dass du mit ihm tust, was dir gefällt. Und David stand auf und schnitt leise einen Zipfel vom Rock Sauls.

5. Aber danach schlug ihm sein Herz, dass er den Zipfel Saul hatte abgeschnitten,

6. und sprach zu seinen Männern: Das lasse der Herr ferne von mir sein, dass ich das tun sollte und meine Hand legen an meinen Herrn, den Gesalbten des Herrn; denn er ist der Gesalbte des Herrn.

7. Und David weisete seine Männer von sich mit Worten und ließ sie nicht wider Saul sich auflehnen. Da aber Saul sich aufmachte aus der Höhle und ging auf dem Wege,

8. machte sich danach David auch auf und ging aus der Höhle; und rief Saul hinten nach und sprach: Mein Herr König! Saul sah hinter sich. Und David neigte sein Antlitz zur Erde und betete an.

9. Und sprach zu Saul: Warum gehorchest du Menschen Wort, die da sagen: David sucht dein Unglück?

10. Siehe, heutigen Tages sehen deine Augen, dass dich der Herr heute hat in meine Hand gegeben in der Höhle, und es wurde gesagt, dass ich dich sollte erwürgen. Aber es wurde dein verschont, denn ich sprach: Ich will meine Hand nicht an meinen Herrn legen, denn er ist der Gesalbte des Herrn.

11. Mein Vater, sieh doch den Zipfel von deinem Rock in meiner Hand, dass ich dich nicht erwürgen wollte, da ich den Zipfel von deinem Rock schnitt. Erkenne und sieh, dass nichts Böses in meiner Hand ist, noch keine Übertretung. Ich habe auch an dir nicht gesündigt; und du jagest meine Seele, dass du sie wegnehmest.

12. Der Herr wird Richter sein zwischen mir und dir und mich an dir rächen; aber meine Hand soll nicht über dir sein.

13. Wie man sagt nach dem alten Sprichwort: Von Gottlosen kommt Untugend. Aber meine Hand soll nicht über dir sein.

14. Wem zeuchst du nach, König von Israel? Wem jagest du nach? Einem toten Hunde, einem einigen Floh?

15. Der Herr sei Richter und richte zwischen mir und dir und sehe drein; und führe meine Sache aus und rette mich von deiner Hand.

16. Als nun David solche Worte zu Saul hatte ausgeredet, sprach Saul: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul hub auf seine Stimme und weinte.

17. Und sprach zu David: Du bist gerechter denn ich. Du hast mir Gutes bewiesen, ich aber habe dir Böses bewiesen.

18. Und du hast mir heute angezeigt, wie du Gutes an mir getan hast, dass mich der Herr hatte in deine Hände beschlossen, und du mich doch nicht erwürgt hast.

19. Wie sollte jemand seinen Feind finden und ihn lassen einen guten Weg gehen? Der Herr vergelte dir Gutes für diesen Tag, das du an mir getan hast!

20. Nun siehe, ich weiß, dass du König werden wirst, und das Königreich Israels steht in deiner Hand.

21. So schwöre mir nun bei dem Herrn, dass du nicht ausrottest meinen Samen nach mir und meinen Namen nicht austilgest von meines Vaters Haus.

22. Und David schwur Saul. Da zog Saul heim; David aber mit seinen Männern machten sich hinauf auf die Burg.

Das 25. Kapitel

1. Und Samuel starb; und das ganze Israel versammelte sich, trugen Leid um ihn und begruben ihn in seinem Hause zu Rama. David aber machte sich auf und zog hinab in die Wüste Paran.

2. Und es war ein Mann zu Maon, und sein Wesen zu Karmel; und der Mann war fast großen Vermögens und hatte dreitausend Schafe und tausend Ziegen. Und begab sich eben, dass er seine Schafe beschor zu Karmel.

3. Und er hieß Nabal; sein Weib aber hieß Abigail und war ein Weib guter Vernunft und schön von Angesicht; der Mann aber war hart und boshaftig in seinem Tun und war einer von Kaleb.

4. Da nun David in der Wüste hörte, dass Nabal seine Schafe beschor,

5. sandte er aus zehn Jünglinge und sprach zu ihnen: Geht hinauf gen Karmel, und wenn ihr zu Nabal kommt, so grüßt ihn von meinetwegen freundlich

6. und sprecht: Glück zu, Friede sei mit dir und deinem Hause und mit allem, das du hast!

7. Ich habe gehört, dass du Schafscherer hast. Nun, deine Hirten, die du hast, sind mit uns gewesen; wir haben sie nicht verhöhnet, und hat ihnen nichts gefehlt an der Zahl, solange sie zu Karmel gewesen sind.

8. Frage deine Jünglinge darum, die werden's dir sagen; und laß die Jünglinge Gnade finden vor deinen Augen, denn wir sind auf einen guten Tag kommen. Gib deinen Knechten und deinem Sohn David, was deine Hand findet.

9. Und da die Jünglinge Davids hinkamen und von Davids wegen alle diese Worte mit Nabal geredet hatten, hörten sie auf.

10. Aber Nabal antwortete den Knechten Davids und sprach: Wer ist der David? und wer ist der Sohn Isais? Es werden jetzt der Knechte viel, die sich von ihren Herren reißen.

11. Sollte ich mein Brot, Wasser und Fleisch nehmen, das ich für meine Scherer geschlachtet habe, und den Leuten geben, die ich nicht kenne, wo sie her sind?

12. Da kehrten sich die Jünglinge Davids wieder auf ihren Weg; und da sie wieder zu ihm kamen, sagten sie ihm solches alles.

13. Da sprach David zu seinen Männern: Gürte ein jeglicher sein Schwert um sich! Und ein jeglicher gürtete sein Schwert um sich, und David gürtete sein Schwert auch um sich, und zogen ihm nach hinauf bei vierhundert Mann; aber zweihundert blieben bei dem Geräte.

14. Aber der Abigail, Nabals Weibe, sagte an der Jünglinge einer und sprach: Siehe, David hat Boten gesandt aus der Wüste, unsern Herrn zu segnen; er aber schnaubte sie an.

15. Und sie sind uns doch sehr nütze Leute gewesen und haben uns nicht verhöhnet, und hat uns nichts gefehlt an der Zahl, solange wir bei ihnen gewandelt haben, wenn wir auf dem Felde waren,

16. sondern sind unsere Mauern gewesen Tag und Nacht, solange wir der Schafe bei ihnen gehütet haben.

17. So merke nun und siehe, was du tust; denn es ist gewiss ein Unglück vorhanden über unsern Herrn und über sein ganzes Haus; und er ist ein heilloser Mann, dem niemand etwas sagen darf.

18. Da eilte Abigail und nahm zweihundert Brote und zwei Legel Weins und fünf gekochte Schafe und fünf Scheffel Mehl und hundert Stück Rosinen und zweihundert Stück Feigen und lud es auf Esel.

19. Und sprach zu ihren Jünglingen: Geht vor mir hin; siehe, ich will kommen hernach. Und sie sagte ihrem Manne Nabal nichts davon.

20. Und als sie auf dem Esel ritt und hinabzog im Dunkel des Berges, siehe, da begegnete ihr David und seine Männer hinab, dass sie auf sie stieß.

21. David aber hatte geredet: Wohlan, ich habe umsonst behütet alles, was dieser hat in der Wüste, dass nichts gefehlt hat an allem, was er hat; und er bezahlte mir Gutes mit Bösem.

22. Gott tue dies und noch mehr den Feinden Davids, wo ich diesem bis licht Morgen überlasse einen, der an die Wand pisset, aus allem, das er hat!

23. Da nun Abigail David sah, stieg sie eilend vom Esel und fiel vor David auf ihr Antlitz und betete an zur Erde.

24. Und fiel zu seinen Füßen und sprach: Ach, mein Herr, mein sei diese Missetat, und laß deine Magd reden vor deinen Ohren und höre die Worte deiner Magd!

25. Mein Herr setze nicht sein Herz wider diesen Nabal, den heillosen Mann; denn er ist ein Narr, wie sein Name heißt, und Narrheit ist bei ihm. Ich aber, deine Magd, habe die Jünglinge meines Herrn nicht gesehen, die du gesandt hast.

26. Nun aber, mein Herr, so wahr der Herr lebt, und so wahr deine Seele lebt, der Herr hat dich verhindert, dass du nicht kämest wider das Blut, und hat dir deine Hand erlöst. So müssen nun werden wie Nabal deine Feinde, und die meinem Herrn übel wollen.

27. Hie ist der Segen, den deine Magd meinem Herrn hergebracht hat; den gib den Jünglingen, die unter meinem Herrn wandeln.

28. Vergib deiner Magd die Übertretung! Denn der Herr wird meinem Herrn ein beständig Haus machen, denn du führest des Herrn Kriege; und laß kein Böses an dir gefunden werden dein Leben lang.

29. Und wenn sich ein Mensch erheben wird, dich zu verfolgen, und nach deiner Seele steht, so wird die Seele meines Herrn eingebunden sein im Bündlein der Lebendigen bei dem Herrn, deinem Gott; aber die Seele deiner Feinde wird geschleudert werden mit der Schleuder.

30. Wenn denn der Herr all das Gute meinem Herrn tun wird, das er dir geredet hat, und gebieten, dass du ein Herzog seist über Israel,

31. so wird's dem Herzen meines Herrn nicht ein Stoß noch Ärgernis sein, dass du nicht Blut vergossen hast ohne Ursache und dir selber geholfen; so wird der Herr meinem Herrn wohltun, und wirst an deine Magd gedenken.

32. Da sprach David zu Abigail: Gelobt sei der Herr, der Gott Israels, der dich heutigen Tages hat mir entgegengesandt!

33. Und gesegnet sei deine Rede und gesegnet seist du, dass du mir heute erwehrt hast, dass ich nicht wider Blut kommen bin und mich mit eigener Hand erlöst habe.

34. Wahrlich, so wahr der Herr, der Gott Israels, lebt, der mich verhindert hat, dass ich nicht übel an dir täte, wärst du nicht eilend mir begegnet, so wäre dem Nabal nicht überblieben auf diesen lichten Morgen einer, der an die Wand pisset.

35. Also nahm David von ihrer Hand, was sie ihm gebracht hatte, und sprach zu ihr: Zeuch mit Frieden hinauf in dein Haus; siehe, ich habe deiner Stimme gehorcht und deine Person angesehen.

36. Da aber Abigail zu Nabal kam, siehe, da hatte er ein Mahl zugerichtet in seinem Hause wie eines Königs Mahl; und sein Herz war guter Dinge bei ihm selbst und er war sehr trunken. Sie aber sagte ihm nichts, weder Kleines noch Großes, bis an den lichten Morgen.

37. Da es aber Morgen wurde, und der Wein von Nabal kommen war, sagte ihm sein Weib solches. Da erstarb sein Herz in seinem Leibe, dass er wurde wie ein Stein.

38. Und über zehn Tage schlug ihn der Herr, dass er starb.

39. Da das David hörte, dass Nabal tot war, sprach er: Gelobt sei der Herr, der meine Schmach gerochen hat an dem Nabal und seinen Knecht enthalten hat vor dem Übel, und der Herr hat dem Nabal das Übel auf seinen Kopf vergolten. Und David sandte hin und ließ mit Abigail reden, dass er sie zum Weibe nähme.

40. Und da die Knechte Davids zu Abigail kamen gen Karmel, redeten sie mit ihr und sprachen: David hat uns zu dir gesandt, dass er dich zum Weibe nehme.

41. Sie stand auf und betete an auf ihr Angesicht zur Erde und sprach: Siehe, hie ist deine Magd, dass sie diene den Knechten meines Herrn und ihre Füße wasche.

42. Und Abigail eilte und machte sich auf; und ritt auf einem Esel und fünf Dirnen, die unter ihr waren; und zog den Boten Davids nach und wurde sein Weib.

43. Auch nahm David Ahinoam von Jesreel; und waren beide seine Weiber.

44. Saul aber gab Michal, seine Tochter, Davids Weib, Phalti, dem Sohn Lais von Gallim.

Das 26. Kapitel

1. Die aber von Siph kamen zu Saul gen Gibea und sprachen: Ist nicht David verborgen auf dem Hügel Hachila vor der Wüste?

2. Da machte sich Saul auf und zog herab zur Wüste Siph und mit ihm dreitausend junger Mannschaft in Israel, dass er David suchte in der Wüste Siph.

3. Und lagerte sich auf dem Hügel Hachila, der vor der Wüste liegt am Wege. David aber blieb in der Wüste. Und da er sah, dass Saul kam ihm nach in die Wüste,

4. sandte er Kundschafter aus und erfuhr, dass Saul gewisslich kommen wäre.

5. Und David machte sich auf und kam an den Ort, da Saul sein Lager hielt, und sah die Stätte, da Saul lag mit seinem Feldhauptmann Abner, dem Sohn Ners. Denn Saul lag in der Wagenburg und das Heervolk um ihn her.

6. Da antwortete David und sprach zu Ahimelech, dem Hethiter, und zu Abisai, dem Sohne Zerujas, dem Bruder Joabs: Wer will mit mir hinab zu Saul ins Lager? Abisai sprach: Ich will mit dir hinab.

7. Also kam David und Abisai zum Volk des Nachts. Und siehe, Saul lag und schlief in der Wagenburg, und sein Spieß steckte in der Erde zu seinen Häupten. Abner aber und das Volk lag um ihn her.

8. Da sprach Abisai zu David: Gott hat deinen Feind heute in deine Hand beschlossen; so will ich ihn nun mit dem Spieß stechen in die Erde einmal, dass er es nicht mehr bedarf.

9. David aber sprach zu Abisai: Verderbe ihn nicht; denn wer will die Hand an den Gesalbten des Herrn legen und ungestraft bleiben?

10. Weiter sprach David: So wahr der Herr lebt, wo der Herr nicht ihn schlägt, oder seine Zeit kommt, dass er sterbe, oder in einen Streit ziehe und komme um,

11. so lasse der Herr ferne von mir sein, dass ich meine Hand sollte an den Gesalbten des Herrn legen. So nimm nun den Spieß zu seinen Häupten und den Wasserbecher und laß uns gehen.

12. Also nahm David den Spieß und den Wasserbecher zu den Häupten Sauls und ging hin; und war niemand, der es sah noch merkte, noch erwachte, sondern sie schliefen alle. Denn es war ein tiefer Schlaf vom Herrn auf sie gefallen.

13. Da nun David hinüber auf jenseit kommen war, trat er auf des Berges Spitze von ferne, dass ein weiter Raum war zwischen ihnen.

14. Und schrie das Volk an und Abner, den Sohn Ners, und sprach: Hörest du nicht, Abner? Und Abner antwortete und sprach: Wer bist du, dass du so schreist gegen dem Könige?

15. Und David sprach zu Abner: Bist du nicht ein Mann? und wer ist dein gleich in Israel? Warum hast du denn nicht behütet deinen Herrn, den König? Denn es ist des Volks einer hineinkommen, deinen Herrn, den König, zu verderben.

16. Es ist aber nicht fein, das du getan hast. So wahr der Herr lebt, ihr seid Kinder des Todes, dass ihr euren Herrn, den Gesalbten des Herrn, nicht behütet habt. Nun siehe, hie ist der Spieß des Königs und der Wasserbecher, die zu seinen Häupten waren.

17. Da erkannte Saul die Stimme Davids und sprach: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? David sprach: Es ist meine Stimme, mein Herr König.

18. Und sprach weiter: Warum verfolgt mein Herr also seinen Knecht? Was habe ich getan, und was Übels ist in meiner Hand?

19. So höre doch nun mein Herr, der König, die Worte seines Knechts: Reizet dich der Herr wider mich, so lasse man ein Speisopfer riechen; tun es aber Menschenkinder, so seien sie verflucht vor dem Herrn, dass sie mich heute verstoßen, dass ich nicht hafte in des Herrn Erbteil, und sprechen: Gehe hin, diene andern Göttern!

20. So verfalle nun mein Blut nicht auf die Erde von dem Angesicht des Herrn. Denn der König Israels ist ausgezogen, zu suchen einen Floh, wie man ein Rebhuhn jagt auf den Bergen.

21. Und Saul sprach: Ich habe gesündigt; komm wieder, mein Sohn David! Ich will dir kein Leid fürder tun, darum dass meine Seele heutigen Tages teuer gewesen ist in deinen Augen. Siehe, ich habe töricht und sehr unweislich getan.

22. David antwortete und sprach: Siehe, hie ist der Spieß des Königs; es gehe der Jünglinge einer herüber und hole ihn.

23. Der Herr aber wird einem jeglichen vergelten nach seiner Gerechtigkeit und Glauben. Denn der Herr hat dich heute in meine Hand gegeben, ich aber wollte meine Hand nicht an den Gesalbten des Herrn legen.

24. Und wie heute deine Seele in meinen Augen ist groß geachtet gewesen, so werde meine Seele groß geachtet vor den Augen des Herrn und errette mich von aller Trübsal.

25. Saul sprach zu David: Gesegnet seist du, mein Sohn David; du wirst es tun und hinausführen. David aber ging seine Straße, und Saul kehrte wieder an seinen Ort.

Das 27. Kapitel

1. David aber gedachte in seinem Herzen: Ich werde der Tage einen Saul in die Hände fallen; es ist mir nichts besser, denn dass ich entrinne in der Philister Land, dass Saul von mir ablasse, mich fürder zu suchen in allen Grenzen Israels; so werde ich seinen Händen entrinnen.

2. Und machte sich auf und ging hinüber, samt den sechshundert Mann, die bei ihm waren, zu Achis, dem Sohn Maochs, Könige zu Gath.

3. Also blieb David bei Achis zu Gath, mit seinen Männern, ein jeglicher mit seinem Hause; David auch mit seinen zweien Weibern, Ahinoam, der Jesreelitin, und Abigail, des Nabals Weibe, der Karmelitin.

4. Und da Saul angesagt wurde, dass David gen Gath geflohen wäre, suchte er ihn nicht mehr.

5. Und David sprach zu Achis: Hab ich Gnade vor deinen Augen funden, so laß mir geben einen Raum in der Städte einer auf dem Lande, dass ich drinnen wohne; was soll dein Knecht in der königlichen Stadt bei dir wohnen?

6. Da gab ihm Achis des Tages Ziklag. Daher ist Ziklag der Könige Judas bis auf diesen Tag.

7. Die Zeit aber, die David in der Philister Lande wohnte, ist ein Jahr und vier Monate.

8. David aber zog hinauf samt seinen Männern und fiel ins Land der Gessuriter und Girsiter und Amalekiter; denn diese waren die Einwohner von alters her dieses Landes, als man kommt gen Sur, bis an Ägyptenland.

9. Da aber David das Land schlug, ließ er weder Mann noch Weib leben, und nahm Schafe, Rinder, Esel, Kamele und Kleider; und kehrte wieder und kam zu Achis.

10. Wenn denn Achis sprach: Seid ihr heute nicht eingefallen? so sprach David: Gegen den Mittag Judas und gegen den Mittag der Jerahmeeliter und gegen den Mittag der Keniter.

11. David aber ließ weder Mann noch Weib lebendig gen Gath kommen, und gedachte, sie möchten wider uns reden und schwätzen. Also tat David, und das war seine Weise, solange er wohnte in der Philister Lande.

12. Darum glaubte Achis David und gedachte: Er hat sich stinkend gemacht vor seinem Volk Israel, darum soll er immer mein Knecht sein.

Das 28. Kapitel

1. Und es begab sich zu derselben Zeit, dass die Philister ihr Heer versammelten, in Streit zu ziehen wider Israel. Und Achis sprach zu David: Du sollst wissen, dass du und deine Männer sollt mit mir ausziehen ins Heer.

2. David sprach zu Achis: Wohlan, du sollst erfahren, was dein Knecht tun wird. Achis sprach zu David: Darum will ich dich zum Hüter meines Haupts setzen mein Leben lang.

3. Samuel aber war gestorben, und ganz Israel hatte Leid um ihn getragen und ihn begraben in seiner Stadt Rama. So hatte Saul aus dem Lande vertrieben die Wahrsager und Zeichendeuter.

4. Da nun die Philister sich versammelten und kamen und lagerten sich zu Sunem, versammelte Saul auch das ganze Israel, und lagerten sich zu Gilboa.

5. Da aber Saul der Philister Heer sah, fürchtete er sich, und sein Herz verzagte sehr.

6. Und er ratfragte den Herrn; aber der Herr antwortete ihm nicht, weder durch Träume, noch durchs Licht, noch durch Propheten.

7. Da sprach Saul zu seinen Knechten: Sucht mir ein Weib die einen Wahrsagergeist hat, dass ich zu ihr gehe und sie frage. Seine Knechte sprachen zu ihm: Siehe, zu Endor ist ein Weib, die hat einen Wahrsagergeist.

8. Und Saul wechselte seine Kleider und zog andere an; und ging hin, und zwei andere mit ihm, und kamen bei der Nacht zum Weibe; und sprach: Lieber, weissage mir durch den Wahrsagergeist und bringe mir herauf, den ich dir sage.

9. Das Weib sprach zu ihm: Siehe, du weißest wohl, was Saul getan hat, wie er die Wahrsager und Zeichendeuter ausgerottet hat vom Lande; warum willst du denn meine Seele in das Netz führen, dass ich ertötet werde?

10. Saul aber schwur ihr bei dem Herrn und sprach: So wahr der Herr lebt, es soll dir dies nicht zur Missetat geraten.

11. Da sprach das Weib: Wen soll ich dir denn heraufbringen? Er sprach: Bringe mir Samuel herauf.

12. Da nun das Weib Samuel sah, schrie sie laut und sprach zu Saul: Warum hast du mich betrogen? Du bist Saul.

13. Und der König sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, was siehst du? Das Weib sprach zu Saul: Ich sehe Götter heraufsteigen aus der Erde.

14. Er sprach: Wie ist er gestaltet? Sie sprach: Es kommt ein alter Mann herauf und ist bekleidet mit einem Seidenrock. Da vernahm Saul, dass es Samuel war, und neigte sich mit seinem Antlitz zur Erde und betete an.

15. Samuel aber sprach zu Saul: Warum hast du mich unruhig gemacht, dass du mich heraufbringen lässt? Saul sprach: Ich bin sehr geängstigt, die Philister streiten wider mich, und Gott ist von mir gewichen und antwortet mir nicht, weder durch Propheten noch durch Träume; darum habe ich dich lassen rufen, dass du mir weisest, was ich tun solle.

16. Samuel sprach: Was willst du mich fragen, weil der Herr von dir gewichen und dein Feind worden ist?

17. Der Herr wird dir tun, wie er durch mich geredet hat, und wird das Reich von deiner Hand reißen und David, deinem Nächsten, geben,

18. darum dass du der Stimme des Herrn nicht gehorcht und den Grimm seines Zorns nicht ausgerichtet hast wider Amalek hat dir der Herr solches jetzt getan.

19. Dazu wird der Herr Israel mit dir auch geben in der Philister Hände. Morgen wirst du und deine Söhne mit mir sein. Auch wird der Herr das Heer Israels in der Philister Hände geben.

20. Da fiel Saul zur Erde, so lang er war, und erschrak sehr vor den Worten Samuels, dass keine Kraft mehr in ihm war; denn er hatte nichts gegessen den ganzen Tag und die ganze Nacht.

21. Und das Weib ging hinein zu Saul und sah, dass er sehr erschrocken war, und sprach zu ihm: Siehe, deine Magd hat deiner Stimme gehorcht und habe meine Seele in meine Hand gesetzt, dass ich deinen Worten gehorchte, die du zu mir sagtest.

22. So gehorche auch nun du deiner Magd Stimme. Ich will dir einen Bissen Brots vorsetzen, dass du essest, dass du zu Kräften kommest und deine Straße gehest.

23. Er aber weigerte sich und sprach: Ich will nicht essen. Da nötigten ihn seine Knechte und das Weib, dass er ihrer Stimme gehorchte. Und er stand auf von der Erde und setzte sich aufs Bett.

24. Das Weib aber hatte daheim ein gemästetes Kalb; da eilte sie und schlachtete es; und nahm Mehl und knetete es und buk es ungesäuert.

25. Und brachte es herzu vor Saul und vor seine Knechte. Und da sie gegessen hatten, standen sie auf und gingen die Nacht.

Das 29. Kapitel

1. Die Philister aber versammelten alle ihre Heere zu Aphek; und Israel lagerte sich zu Ain in Jesreel.

2. Und die Fürsten der Philister gingen daher mit Hunderten und mit Tausenden; David aber und seine Männer gingen hinten nach bei Achis.

3. Da sprachen die Fürsten der Philister: Was sollen diese Ebräer? Achis sprach zu ihnen: Ist nicht das David, der Knecht Sauls, des Königs Israels, der nun bei mir gewesen ist Jahr und Tag, und habe nichts an ihm gefunden, seit der Zeit er abgefallen ist, bis her?

4. Aber die Fürsten der Philister wurden zornig auf ihn und sprachen zu ihm: Laß den Mann umkehren und an seinem Ort bleiben, da du ihn hin bestellt hast, dass er nicht mit uns hinabziehe zum Streit und unser Widersacher werde im Streit. Denn woran könnte er seinem Herrn baß Gefallen tun denn an den Köpfen dieser Männer?

5. Ist er nicht der David, von dem sie sangen am Reigen: Saul hat tausend geschlagen, David aber zehntausend?

6. Da rief Achis David und sprach zu ihm: So wahr der Herr lebt, ich halte dich für redlich, und dein Ausgang und Eingang mit mir im Heer gefällt mir wohl, und habe nichts Arges an dir gespüret, seit der Zeit du zu mir kommen bist, bis her; aber du gefällst den Fürsten nicht.

7. So kehre nun um und gehe hin mit Frieden, auf dass du nicht übel tust vor den Augen der Fürsten der Philister.

8. David aber sprach zu Achis: Was habe ich getan, und was hast du gespüret an deinem Knechte, seit der Zeit ich vor dir gewesen bin, bis her, dass ich nicht sollte kommen und streiten wider die Feinde meines Herrn, des Königs?

9. Achis antwortete und sprach zu David: Ich weiß wohl; denn du gefällst meinen Augen, als ein Engel Gottes. Aber der Philister Fürsten haben gesagt: Laß ihn nicht mit uns hinauf in Streit ziehen.

10. So mache dich nun morgen frühe auf, und die Knechte deines Herrn, die mit dir kommen sind; und wenn ihr euch morgen frühe aufgemacht habt, dass licht ist, so geht hin.

11. Also machten sich David und seine Männer frühe auf, dass sie des Morgens hingingen und wieder in der Philister Land kämen. Die Philister aber zogen hinauf gen Jesreel.

Das 30. Kapitel

1. Da nun David des dritten Tages kam gen Ziklag mit seinen Männern, waren die Amalekiter hereingefallen zum Mittag und zu Ziklag und hatten Ziklag geschlagen und mit Feuer verbrannt;

2. und hatten die Weiber draus weggeführt, beide klein und groß; sie hatten aber niemand getötet, sondern weggetrieben und waren dahin ihres Weges.

3. Da nun David samt seinen Männern zur Stadt kam und sah, dass sie mit Feuer verbrannt war, und ihre Weiber, Söhne und Töchter gefangen waren,

4. hub David und das Volk, das bei ihm war, ihre Stimme auf und weinten, bis sie nicht mehr weinen konnten.

5. Denn Davids zwei Weiber waren auch gefangen, Ahinoam, die Jesreelitin, und Abigail, Nabals Weib, des Karmeliten.

6. Und David war sehr geängstigt; denn das Volk wollte ihn steinigen, denn des ganzen Volks Seele war unwillig, ein jeglicher über seine Söhne und Töchter. David aber stärkte sich in dem Herrn, seinem Gott

7. und sprach zu Abjathar, dem Priester, Ahimelechs Sohn: Bringe mir her den Leibrock. Und da Abjathar den Leibrock zu David gebracht hatte,

8. fragte David den Herrn und sprach: Soll ich den Kriegsleuten nachjagen und werde ich sie ergreifen? Er sprach: Jage ihnen nach, du wirst sie ergreifen und Rettung tun.

9. Da zog David hin und die sechshundert Mann, die bei ihm waren; und da sie kamen an den Bach Besor, blieben etliche stehen.

10. David aber und die vierhundert Mann jagten nach; die zweihundert Mann aber, die stehen blieben, waren zu müde, über den Bach Besor zu gehen.

11. Und sie fanden einen ägyptischen Mann auf dem Felde, den führten sie zu David und gaben ihm Brot, dass er aß, und tränkten ihn mit Wasser;

12. und gaben ihm ein Stück Feigen und zwei Stück Rosinen. Und da er gegessen hatte, kam sein Geist wieder zu ihm; denn er hatte in drei Tagen und drei Nächten nichts gegessen und kein Wasser getrunken.

13. David sprach zu ihm: Wes bist du? und woher bist du? Er sprach: Ich bin ein ägyptischer Knabe, eines Amalekiters Knecht; und mein Herr hat mich verlassen, denn ich war krank vor drei Tagen.

14. Wir sind hereingefallen zum Mittag Krethi und auf Juda und zum Mittag Kaleb und haben Ziklag mit Feuer verbrannt.

15. David sprach zu ihm: Willst du mich hinabführen zu diesen Kriegsleuten? Er sprach: Schwöre mir bei Gott, dass du mich nicht tötest noch in meines Herrn Hand überantwortest, so will ich dich hinabführen zu diesen Kriegsleuten.

16. Und er führte sie hinab. Und siehe, sie hatten sich zerstreut auf der ganzen Erde, aßen und tranken und feierten über all dem großen Raub, den sie genommen hatten aus der Philister und Judas Lande.

17. Und David schlug sie von dem Morgen an bis an den Abend gegen den andern Tag, dass ihrer keiner entrann, ohne vierhundert Jünglinge, die fielen auf die Kamele und flohen.

18. Also errettete David alles, was die Amalekiter genommen hatten, und seine zwei Weiber;

19. und fehlte an keinem, weder klein noch groß, noch Söhne, noch Töchter, noch Raub, noch alles, das sie genommen hatten: David brachte es alles wieder.

20. Und David nahm die Schafe und Rinder und trieb das Volk vor ihm her; und sie sprachen: Das ist Davids Raub.

21. Und da David zu den zweihundert Männern kam, die zu müde gewesen, David nachzufolgen, und am Bach Besor geblieben waren, gingen sie heraus, David entgegen und dem Volk, das mit ihm war. Und David trat zum Volk und grüßte sie freundlich.

22. Da antworteten, was böse und lose Leute waren unter denen, die mit David gezogen waren, und sprachen: Weil sie nicht mit uns gezogen sind, soll man ihnen nichts geben von dem Raube, den wir errettet haben, sondern ein jeglicher führe sein Weib und seine Kinder und gehe hin.

23. Da sprach David: Ihr sollt nicht so tun, meine Brüder, mit dem, das uns der Herr gegeben hat, und hat uns behütet und diese Kriegsleute, die wider uns kommen waren, in unsere Hände gegeben.

24. Wer sollte euch darinnen gehorchen? Wie das Teil derjenigen, die in Streit hinabgezogen sind, so soll auch sein das Teil derjenigen, die bei dem Geräte geblieben sind, und soll gleich geteilt werden.

25. Das ist seit der Zeit und forthin in Israel eine Sitte und Recht worden bis auf diesen Tag.

26. Und da David gen Ziklag kam, sandte er des Raubes den Ältesten in Juda, seinen Freunden, und sprach: Siehe, da habt ihr den Segen aus dem Raub der Feinde des Herrn;

27. nämlich denen zu Bethel, denen zu Ramoth am Mittage, denen zu Jathir,

28. denen zu Aroer, denen zu Siphamoth, denen zu Esthemoa,

29. denen zu Rachal, denen in Städten der Jerahmeeliter, denen in Städten der Keniter,

30. denen zu Horma, denen zu Bor-Asan, denen zu Athach,

31. denen zu Hebron und allen Orten, da David gewandelt hatte mit seinen Männern.

Das 31. Kapitel

1. Die Philister aber stritten wider Israel; und die Männer Israels flohen vor den Philistern und fielen erschlagen auf dem Gebirge Gilboa.

2. Und die Philister hingen sich an Saul und seine Söhne und schlugen Jonathan und Abinadab und Malchisua, die Söhne Sauls.

3. Und der Streit wurde hart wider Saul, und die Schützen trafen auf ihn mit Bogen; und wurde sehr verwundet von den Schützen.

4. Da sprach Saul zu seinem Waffenträger: Zeuch dein Schwert aus und erstich mich damit, dass nicht diese Unbeschnittenen kommen und mich erstechen und treiben einen Spott aus mir. Aber sein Waffenträger wollte nicht; denn er fürchtete sich sehr. Da nahm Saul das Schwert und fiel drein.

5. Da nun sein Waffenträger sah, dass Saul tot war, fiel er auch in sein Schwert und starb mit ihm.

6. Also starb Saul und seine drei Söhne und sein Waffenträger und alle seine Männer zugleich auf diesen Tag.

7. Da aber die Männer Israels, die jenseit des Grundes und jenseit des Jordans waren, sahen, dass die Männer Israels geflohen waren, und dass Saul und seine Söhne tot waren, verließen sie die Städte und flohen auch; so kamen die Philister und wohnten drinnen.

8. Des andern Tages kamen die Philister, die Erschlagenen auszuziehen, und fanden Saul und seine drei Söhne liegen auf dem Gebirge Gilboa.

9. Und hieben ihm sein Haupt ab und zogen ihm seine Waffen ab und sandten sie in der Philister Land umher, zu verkündigen im Hause ihrer Götzen und unter dem Volk.

10. Und legten seinen Harnisch in das Haus Astharoths, aber seinen Leichnam hingen sie auf die Mauer zu Bethsan.

11. Da die zu Jabes in Gilead hörten, was die Philister Saul getan hatten,

12. machten sie sich auf, was streitbare Männer waren, und gingen die ganze Nacht und nahmen die Leichname Sauls und seiner Söhne von der Mauer Bethsans und brachten sie gen Jabes und verbrannten sie daselbst.

13. Und nahmen ihre Gebeine und begruben sie unter dem Baum zu Jabes; und fasteten sieben Tage.





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