Bayreuth

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Wagner-Edition-Live aus Bayreuth (Lim.Edition) - NilssonWagner-Edition-Live aus Bayreuth (Lim.Edition)
Nilsson, Silja, Varnay, Weikl, Sotin, Windgassen, Böhm

Audio CD, 2. Mai 2008
     Verkaufsrang: 99      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 44,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Ein Muß!      3 von 5 Punkten
Warum ein Muß? Weil man früher auch für historische Aufnahmen einen großen Batzen Geld hinlegen mußte (z. B. den Böhm-Ring). Und weil wir Zu-spät-geborenen nie das Glück hatten, Varnay, Wächter, Bumbry, Nilsson etc. live hören zu können. Zweifelsohne und natürlicherweise kommen die Einspielungen nicht an die technische Brillianz der heutigen Aufnahmequalitäten ran. Hingegen muß man kritisch sagen, daß die damaligen Sänger (bis in die 80er Jahre hinein) nicht nur singen sondern auch sprechen (ARTIKULATION!) konnten, weshalb man die Handlung auch ohne ständiges Schielen auf's Libretto mitverfolgen kann (was heute kaum möglich ist). Nur enttäuscht mich - wie schon bei anderen Aufnahmen - Wolfgang Windgassen. Er intoniert unsauber und singt, als kämpfte er mit seinen Dritten Zähnen. Schade! Auch wenn ich heute im Einzelnen andere Aufnahmen aus meiner Sammlung vorziehen würde (Aufnahmetechnik etc.), so sollte diese BOX in keiner Wagner-Sammlung fehlen (wie übrigens auch der Keilberth-Ring von Bayreuth '55)!

Gesammeltes Bayreuth      5 von 5 Punkten
Auch wenn diese Box jetzt nicht mehr zum unschlagbar günstigen Einführungspreis zu haben ist - nicht nur preislich ist sie für Wagner-Liebhaber und -anfänger praktisch unverzichtbar:

Enthalten sind alle 10 (!) von Wagner für Bayreuth authorisierten Werke (also ohne die Jugendwerke "Die Feen" und "Das Liebesverbot" sowie den "Rienzi") in Live-Mitschnitten von den Bayreuther Festspielen zwischen 1961 und 1985. Auch die älteren Aufnahmen profitieren dabei von der hervorragenden Akustik des Festspielhauses, so dass man vom Klang her kaum Kompromisse machen muss. Und musikalisch gehören die hier versammelten Aufnahmen zu den besten überhaupt:

Die drei frühesten Opern sind hier auch die ältesten Aufnahmen: "Der fliegende Holländer" stammt von 1961, der "Tannhäuser" und "Lohengrin" von 1962. Dirigiert werden alle drei Opern von Wolfgang Sawallisch, dessen eher schlanker, energischer, flotter Stil gerade diesen drei Opern sehr entgegenkommt und bis heute modern wirkt. Allein diese drei Aufnahmen, die leider seit einiger Zeit nicht mehr einzeln erhältlich waren, machen die gesamte Box unverzichtbar:

Der Holländer ist m. E. schlicht die beste Aufnahme dieser Oper, die es überhaupt gibt: Der elegante, verführerische Holländer von Franz Crass und die endlich einmal wirklich jugendliche Senta von Anja Silja - die noch dazu die Ballade in der höheren Original-Tonart singt und trotzdem nicht brüllen muss - sind schlicht die Idealbesetzung.

Kaum schlechter ist der Tannhäuser gelungen, ebenfalls eine schwer vermisste Spitzenaufnahme: Zu Siljas jugendlicher Elisabeth gesellt sich der Bayreuther Tenor vom Dienst, Wolfgang Windgassen, in seiner vielleicht besten Rolle als gequälte Kreatur, und - damals eine Sensation - die warm-sinnliche Venus von Grace Bumbry.

Der Lohengrin, mit Silja und Jess Thomas in den Titelrollen, ist nicht ganz so einheitlich gelungen, aber interessant v. a. wegen der Bayreuth-Veteranen Ramon Vinay und Astrid Varnay (sehr intensiv) als "bösem" Paar.

Der zweite Dirigent, der diese Sammlung prägt, ist Karl Böhm, der hier außer dem "Ring" (1966/67) auch "Tristan und Isolde" (1966) leitet. Auch er dirigiert einen sehr flotten Wagner, noch aggressiver als Sawallisch, was besonders dem Ring gut bekommt, der sich auch von den Sängern nicht verstecken muss:

Das Gesamtniveau reicht von ausgezeichnet (Theo Adams Wotan, Windgassens Siegfried) bis sensationell (Birgit Nilssons Brünnhilde, James Kings Siegmund, Gustav Neidlingers legendärer Alberich) und kann sich mit den meisten Studio-Aufnahmen mehr als nur messen. Allenfalls der Keilberth-Ring von 1955 hat vielleicht die Nase vorn.

Der Tristan ist zunächst die aufnahmetechnisch beste Aufnahme der Box. Sie war kein einfacher Mitschnitt, sondern wurde wochenlang vorbereitet, um das ideale Klangbild zu finden, weil sie von vornherein für die komerzielle Veröffentlichung (durch die Deutsche Grammophon) gedacht war. Aber auch künstlerisch gehört sie zu den besten dieses problematischen Werkes: Die Besetzung ist schlicht luxuriös, von Birgit Nilssons heldischer Isolde über Christa Ludwigs balsamische Brangäne bis zu Peter Schreier als jungem Seemann. Eine bessere Aufnahme hätte man kaum finden können.

Damit bleiben noch die "Nachzügler" - Silvio Varvisos "Meistersinger von Nürnberg" von 1974 und James Levines "Parsifal" von 1985:

Aus Varvisos weniger prominenter Besetzung ragt Karl Ridderbuschs schön gesungener, aber etwas zahnloser Sachs hervor. Eine eher solide als glanzvolle Einspielung.

James Levine dagegen kann mit Prominenz aufwarten - Waltraut Meier, Simon Estes, Matti Salminen -, sein Parsifal könnte allerdings etwas weniger Schönklang und etwas mehr Innenspannung vertragen - und Peter Hofmann in der Titelrolle ist Ggeschmackssache.

Fazit: 8 von 10 Opern in sehr guten bis überragenden Aufnahmen, die übrigen beiden gut - was also will man mehr?

Lohnt es sich?      4 von 5 Punkten
Um es gleich vorweg zu sagen: Dem Anfänger, der sich in Wagner "reinhören" möchte, ist diese Edition auf jeden Fall zu empfehlen. Für ca 40,- ¬ wird man so schnell kein ähnliches Angebot in guter künstlerischer und teilweise auch guter aufnahmetechnischer Qualität bekommen. Wie sieht es nun bei den Wagnerianern, zu denen ich mich (allerdings nicht alles andere ausschließend) zähle, aus. Mein Schrank ist u.a. mit Wagner-Gesamtaufnahmen gefüllt. Referenz für den Nibelungen-Ring ist die bei DECCA produzierte Culshaw-/Solti-Aufnahme in der in den neunziger Jahren neu erstellten Abmischung, daneben existieren noch weitere, davon 2 in Bayreuth entstandene unter Boulez und Barenboim. Der "Lohengrin" ist etwa zehnmal vertreten, von Peter Anders und Rudolf Schock bis zu Peter Seifert in der Titelrolle. Bei allen anderen Opern verhält es sich ähnlich.

Was konnte mich also reizen, diese Superbox anzuschaffen? Der "Holländer" oder der "Tannhäuser" von 1961 bzw. 1962? Bestimmt nicht, beide Aufnahmen sind sowohl in Vinyl als auch CD hier vorhanden. Zumindest aus aufnahmetechnischer Sicht gibt es da wesentlich besseres und der "Holländer" Wieland Wagners in der Frühfassung ohne Erlösungsmotiv und den beiden Verwandlungsmusiken ist gewöhnungsbedürftig. Ganz anders der in dieser Edition vermißte "Parzifal" Hans Knappertsbusch, der wie der "Tannhäuser" 1962 entstanden ist, aber akustisch wesentlich besser gelungen ist. Die um ca eine halbe Stunde längere Aufnahme von James Levine aus den Achzigern finde ich dagegen langweilig. Letzteres dürfte auch auf die in der Box enthaltenen "Meistersinger" zutreffen. Bei dieser Oper ist die Dresdener Aufnahme der EMI mein ungeschlagener Favorit.

Was bleibt also? Nun, es gibt 2 Gründe und beide heißen Karl Böhm. Obwohl der "Tristan" bei mir in Aufnahmen von Carlos Kleiber, Georg Solti und Karajan vertreten ist, reizte mich dieser Bayreuther "Tristan" von 1966 unter Böhm und ich empfinde ihn als Bereicherung in meiner Sammlung. Noch mehr freut mich der Bayreuther Ring von Böhm von 1967 (nicht 1971 wie teilweise im Booklet vermerkt ist), der jetzt nach der Solti-Aufnahme den 2. Platz in meiner Ring-Sammlung,noch vor Boulez und Barenboim einnimmt. Künstlerisch gefallen mir beide Favoriten gleich gut. Eigentlich kein Wunder, wo doch die Besetzungen teilweise identisch sind. Wenn die Solti-Aufnahme ein klein wenig besser davon kommt, liegt das sowohl an der besseren damaligen Qualifikation der DECCA-Aufnahmeteams gegenüber dem der Philips, aber vielleicht war die Akustik in den inzwischen ausgebrannten Sofiensälen in Wien noch etwas besser für diese Aufnahmen geeignet als die sagenhafte Akustik in Bayreuth.

Ich glaube somit ein gutes Schnäppchen mit dieser sehr preisgünstigen Edition gemacht zu haben und kann allen anderen Liebhabern der Opern Richard Wagners empfehlen, diese Box anzuschaffen wenn deren Kriterien ähnlich ausfallen.

Preis und Qualität      5 von 5 Punkten
Beides stimmt perfekt! Die Vorrezensionen sind vollkommen zutreffend.
Ich bin noch nicht mit allem durch, daher stört mich nicht, dass ein Levine Parsifal dabei ist. Den Knapperstbusch habe ich ohnedies, den Levine noch nicht. (So gesehen wäre mir der Boulez Ring lieber gewesen, wobei der Böhm Ring um Klassen besser ist, keine Frage).
Natürlich merkt man auch hier das Alter der einzelnen Aufnahmen, aber das ist mE völlig egal.
Es gilt: Zugreifen!


DIE Bayreuth-Edition      5 von 5 Punkten
Alle zehn "Bayreuth"-Opern von Richard Wagner, live aus Bayreuth in anerkannt hervorragenden Einspielungen und bestmöglicher Soundqualität, und alles von DECCA für nur ca. 40 Euro, geht das?? Ja, wenn z.B. alle 33 CDs in relativ schmucklosen Papierhüllen stecken und das einen halben Zentimeter dicke Booklet nicht viel mehr als die Tracklistings und kurze Inhaltsangaben der zehn Opern enthält! Die Box bietet nichts wirklich Neues, wem aber die Bayreuther Holzbänke auf dem Grünen Hügel zu hart sind und die Eintrittskarten zu rar und teuer, für den gibt es keine bessere Alternative, als sich diese Opern in dieser Edition nach Hause zu holen!


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Bayreuth 3 (Limited Edition) - WittBayreuth 3 (Limited Edition)
Witt

Audio CD, 27. Januar 2006
     Verkaufsrang: 5134      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,95 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Nach zwei weniger spektakulären Alben, Eisenherz (2002) und Pop (2004), präsentiert Joachim Witt den dritten Teil seiner Bayreuth-Werkreihe. Bereits auf dem 1998 erschienen Bayreuth 1 und dem zwei Jahre später folgenden Bayreuth 2 hat sich der Musiker intensiv mit dem Werk von Richard Wagner auseinandergesetzt und damit viel Widerspruch provoziert. Und auch auf Bayreuth 3 sorgt er wieder für Zündstoff. Dabei ist die neue Platte ungleich politischer als die ersten beiden Teile der Reihe. Witt beschäftigt sich in den 15 Tracks intensiv mit den Auswirkungen der Globalisierung auf unsere Gesellschaft. Dabei macht er aus seiner Sympathie für Nichtregierungsorganisationen wie ATTAC und ihren Zielen keinen Hehl. Für Witt steht außer Frage, dass sich unsere Gesellschaft entscheidende wandeln muss um auf Dauer zu überleben. Seine Wut auf Gier und ungezügeltes Machtstreben der Politiker artikuliert er in Songs wie "Menschen" oder dem stark hitverdächtigen "Wem gehört das Sternenlicht" mehr als deutlich. Unterstützt von den Silly-Musikern Ritchie Barton (Streicherarrangements), Uwe Hassbecker (Gitarre) und Jäcki Reznicek (Bass) sowie Sängerin Nadja Marie Saeger und Schlagzeuger Carsten Klick läuft Joachim Witt zu großer Form und überzeugt mit gewohnt provokanten Texten und für seine Verhältnisse geradezu eingängigen Melodien, siehe Stücke wie "Schmutz" und "Wo versteckt sich Gott?". Zu den eindeutigen Höhepunkten des Album zählt neben seiner ebenso ungewöhnlichen wie elektrisierenden Zusammenarbeit mit Tilo Wolf von Lacrimosa beim Titel "Abendrot" vor allem seine Interpretation des Songs "Der Turm" aus der Feder von Michelle Leonard (Text) und Kiko Maasbaum (Musik), seiner Verbeugung vor den NS-Widerstandkämpfern Edelweißpiraten. --Norbert Schiegl

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 23 Bewertungen)

Ein weiterer Meilenstein!!      5 von 5 Punkten
Ich bin immer wieder begeistert, welche gigantische Entwicklung dieser charismatische Künstler genommen hat und bewundere ihn dafür, dass er die Mißstände in Politik und unserer Gesellschaft, sowie auch Tabuthemen in seinen Songs offen anspricht! Mit Bayreuth 3 knüpft Joachim Witt nahtlos an seine beiden Vorgänger aus der Bayreuth-Reihe an. Auf diesem Album ist Witt aber noch politischer in seinen Texten geworden,es geht in seinen Texten um Globalisierung und Veränderungen innerhalb der Gesellschaft. Wieder ist kein einziger schwacher Song dabei und ganz besonders bin ich von dem Song "Abendrot" angetan mit Tilo Wolf von Lacrimosa. Allein wegen dieses Songs lohnt sich schon das Album! Was für eine Wahnsinns-Melodie, die schon fast etwas Hymnisches hat und dann diese orchestralen Einlagen. Gigantisch. Die Texte von Witt sind provokant, aber auch sehr tiefsinnig und zeitkritisch. Ganz stark auch "Ich spreng den Tag". Joachim Witt, Du bist ein ganz Großer, daher unbedingte Kaufempfehlung.


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Bayreuth 2 - WittBayreuth 2
Witt

Audio CD, 28. November 2000
     Verkaufsrang: 4781      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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BAYREUTH 2

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 14 Bewertungen)

Ein gigantisches Meisterwerk!!      5 von 5 Punkten
Es ist eine Wohltat die Musik von Joachim Witt zu hören, sie ist so herrlich anders, als das was die heutigen Charts bevölkert! Sie wühlt auf, sie berührt und man wird seiner Musik auch nach mehrmaligem Hören noch nicht überdrüßig. Man entdeckt immer wieder etwas Neues in seiner Musik. Tolle Melodien und tiefsinnige Texte. Ein Witt vom Feinsten! Ganz groß die Version des Silly Klassikers "Batallion D'Amour". Eine ganz tolle Interpretation von Joachim Witt! Gänsehaut pur! Außerdem zeichnet Witt so herrlich düstere Landschaften und so bekommen die Naturmetaphern bei ihm in den Songs einen hohen Stellenwert. Grandios "Der Sturm", "Über den Ozean" und "Seenot". Man fühlt die Atmosphäre und es ist einfach grandios mit welchen Melodien Witt diese Naturgewalten zeichnet und man fragt sich, wo nimmt er nur diese tollen Melodien her? Ein Geniestreich. Ganz großes Kino! Super auch der Song "Stay?", der sehr schön verträumt und melancholisch klingt. Genial auch die Interpretation von Nietzsches "Jetzt und Ehedem"! Ein gekonnter Nachfolger seiner grandiosen Comback CD "Bayreuth 1"-CD. Diese CD hat keinen einzigen schwachen Song und wenn jemand sehr gefühlsbetonte und düstere Romantik liebt, so sollte er sich diese CD unbedingt kaufen! Ein Meisterwerk!


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Bayreuth 1 - WittBayreuth 1
Witt

Audio CD, 4. Mai 1998
     Verkaufsrang: 6182      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,95 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Als Joachim Witts erstes Album seit fünf Jahren, Bayreuth I, beinahe zeitgleich mit Rammsteins Zweitwerk Sehnsucht im Frühjahr '98 auf den Markt kam und ein grandioser Überraschungserfolg wurde, warfen die Medien die beiden Projekte kurzerhand in einen großen Topf, prägten dafür den Begriff Neue Deutsche Härte und faselten was von faschistischer Ästhetik und Nationalgefühl. Was zumindest im Falle von Witt völliger Humbug ist, alleine künstlerisch: sollte Sehnsucht der Manta unter einheimischen Hardcore-Platten sein, so ist Bayreuth I deren Jaguar XS. Denn Rammstein wie Witt berufen sich in ihren Stücken auf Industrial, Electro und Mystik, textlich dreht sich alles um bedeutungsschwangere Romantik, wüsten Sex und Todessehnsucht. Doch während die Rammstein-Beats einfach nur wild knallen, sind sie bei Witt der Herzschlag einer sensiblen, deformierten Seele. Und die gehört bei dem 1949 geborenen Hamburger nun wirklich nicht ins rechte Polit-Spektrum. Witt ist vielmehr ein Dada-Original, der seit Beginn seiner über 20jährigen Musikerkarriere rhythmisch stets auf der Höhe der Zeit war und textlich ein provokanter Wortakrobat, der mit einer Handvoll Verben die schmale Gratwanderung zwischen Ironie, Sehnsucht, Exzess und den sogenannten großen Gefühlen des Lebens kongenial meisterte. Mit Bayreuth I war der König des Neo-Romantischen jedenfalls definitiv am Gipfel seines Schaffens angekommen. Das Publikum dankte es ihm und kaufte -- überraschend genug und wohlverdient. --Michael Fuchs-Gamböck

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 13 Bewertungen)

Fantastisch!!!!!      5 von 5 Punkten
Mit "Die Flut" ist Joachim Witt ein grandioses Come-Back gelungen. Ich war damals auf dem Konzert in Speyer und Joachim Witt ist ein wahrer Künstler. Das Konzert war einfach fantastisch und ich muss noch heute daran denken, als wär's erst gestern gewesen. Witt kann sich auf der Bühne repräsentieren, das ist überhaupt keine Frage! Ich kann nur sagen, Bayreuth 1 ist ein herrliches Album, aber die Videos sind ebenfalls nicht zu verachten. Die sind nämlich schon fast richtige Kunstfilme. Aber seht sie euch ruhig an. Es wird sicherlich niemand bereuen.
Fazit: 5 Sterne für dieses grandiose Album.


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Wagner: Der fliegende Holländer (Gesamtaufnahme) (Bayreuth 1971) - StewartWagner: Der fliegende Holländer (Gesamtaufnahme) (Bayreuth 1971)
Stewart, Ek, Jones, Böhm, Obf

Audio CD, 2. Juni 1993
     Verkaufsrang: 1370      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 18,95 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Referenz      5 von 5 Punkten
Wie schon oben gesagt - Klemperers Aufnahme ist ein Meilenstein in der Rezeptionsgeschichte des "Holländer". Auch der jüngst bei Gala erschienene Mitschnitt von 1960 (Rysanek/London/Böhm, Met) kann als maßstabsetzend gelten. Doch kaum eine Aufnahme vereint Feuer und Präzision wie diese, Stewarts Holländer ist berührend, wundervoll gesungen und bedrohlich zugleich; Gwyneth Jones' riesiges Organ und schonungslose Hingabe sind beispielhaft. Trotz Rysanek, London, Klemperer oder auch Varnay / Knappertsbusch (Bayreuth 1955): Dies ist die definitive Holländer - Aufnahme.

Hervorragend      5 von 5 Punkten
Im Vergleich mit anderen, hochgelobten Aufnahmen (Klemperer/Adam, Nelsson/Estes) überrascht es mich sehr, dass noch niemand eine Lanze für diese Einspielung gebrochen hat. Noch nie hatte ich den Eindruck, dass die Sturm-Atmosphäre vom ersten Takt an bis zuletzt so präsent ist, ohne dass der dramatische Bogen jemals überspannt wirkt. Auch wenn die Männerchöre hie und da vielleicht sehr "hemdsärmelig" auftreten; das sind MATROSEN! Thomas Stewart singt den Holländer mit zähneknirschender Verbissenheit, die erschauern lässt, Gwyneth Jones singt eine schnörkellose Senta und Karl Böhm macht aus diesem Frühwerk Wagners eine "Sturm und Drang"-Oper im besten Sinne des Wortes. Liebhaber der Klemperer-Aufnahme mögen vielleicht ob dieser Interpretation schockiert sein, letzten Endes bleibt vieles Geschmacksache.


Seen and Heard - Canadian BrassSeen and Heard
Canadian Brass

Audio CD, 15. Juni 2004
     Verkaufsrang: 3609      Gewöhnlich versandfertig in 7 bis 10 Tagen.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Blasmusik ohne Lederhosen      4 von 5 Punkten
Dass Blasmusik nicht immer nur im krachledernen Volksfest-Outfit daher kommen muss, beweisen diese Herren schon seit Jahren. Und auch auf der neuen CD greifen Sie wieder tief in den Fundus musikalischer Schätze, den sie mit gewohnter Brillianz zum glänzen bringen.


Wagner in Bayreuth (Höhepunkte aus den 10 Festspiel-Opern) - NilssonWagner in Bayreuth (Höhepunkte aus den 10 Festspiel-Opern)
Nilsson, Silja, Boulez, Böhm

Audio CD, 6. Juni 1997
     Verkaufsrang: 6209     

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Die Bayreuther (Nachkriegs-)Festspiele feiern ihr 50. Jubiläum und aus diesem Anlass gibt Philips ein Büchlein nebst CD heraus mit etlichen Essays und sämtlichen musikalischen Höhepunkten: 78 Minuten Musik und 144 Seiten Text und Bilder für nur 7,95 DM. Ein tolles Angebot!

Peter Emmerich zeichnet die Lebensgeschichte des Komponisten nach: Eine grafisch sehr schön aufbereitete Darstellung, die sich bemüht, inhaltlich sachlich zu bleiben, wenngleich sie sich nicht ganz dem Sog entziehen kann, den nur egozentrische Tyrannen wie Richard Wagner auszuüben imstande sind. Bei Emmerich bleiben die Wagner'schen Hetzschriften und antisemitischen Pamphlete und seine terroristische Veranlagung nicht unerwähnt, er stellt sie aber so dar, als seien sie notwendige Bestandteile eines künstlerischen Entwicklungsprozesses, der nur auf das eine große Ziel zusteuert: das Gesamtkunstwerk. Unerwähnt bleibt, dass Wagner ein von Ressentiment und Neid erfüllter Mann war, der sehr schwer darunter gelitten hat, dass er "von Hause aus" nicht wirtschaftlich unabhängig war, wie etwa Mendelssohn oder Meyerbeer. Ein Mann, der außer Stande war, andere Künstler, schon gar nicht solche hohen Ranges, neben sich zu ertragen und dessen Ideen nicht mehr als ein sonderbares, nicht sehr klares aber immer sehr eigennütziges und opportunistisches Gemisch aus Republikanertum, Sozialismus und Reform "von oben" waren. Die Revolution würde immer nur seine Revolution sein.

Oswald Georg Bauer beschreibt die Geschichte der Bayreuther Festspiele mit all ihren Höhen und Tiefen und hebt besondere Inszenierungen hervor. Eine Antwort auf die derzeit heißdiskutierte Frage, wer wohl die Nachfolge des ebenso greisen wie sturen Hausherrn Wolfgang Wagner antritt, gibt es nicht, zumal der Artikel aus dem Jahre 1992 stammt. Ferner werden Meistereinspielungen der "Bayreuther Zehn" vorgestellt, die auch einzeln zu erwerben sind (insgesamt 32 CDs). Die beigefügte CD schließlich präsentiert Ausschnitte daraus mit hochkarätigen Wagner-Interpreten wie Birgit Nilsson, Anja Silja, Peter Hofmann, Pierre Boulez, Karl Böhm, Wolfgang Sawallisch und viele viele andere. --Teresa Pieschacón Raphael



Bayreuth 3 - Joachim WittBayreuth 3
Joachim Witt

Audio CD, 21. September 2007
     Verkaufsrang: 45401      Der Artikel ist bald verfügbar. Sichern Sie sich jetzt Ihr Exemplar!

Preis: € 27,99 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Nach zwei weniger spektakulären Alben, Eisenherz (2002) und Pop (2004), präsentiert Joachim Witt den dritten Teil seiner Bayreuth-Werkreihe. Bereits auf dem 1998 erschienen Bayreuth 1 und dem zwei Jahre später folgenden Bayreuth 2 hat sich der Musiker intensiv mit dem Werk von Richard Wagner auseinandergesetzt und damit viel Widerspruch provoziert. Und auch auf Bayreuth 3 sorgt er wieder für Zündstoff. Dabei ist die neue Platte ungleich politischer als die ersten beiden Teile der Reihe. Witt beschäftigt sich in den 15 Tracks intensiv mit den Auswirkungen der Globalisierung auf unsere Gesellschaft. Dabei macht er aus seiner Sympathie für Nichtregierungsorganisationen wie ATTAC und ihren Zielen keinen Hehl. Für Witt steht außer Frage, dass sich unsere Gesellschaft entscheidende wandeln muss um auf Dauer zu überleben. Seine Wut auf Gier und ungezügeltes Machtstreben der Politiker artikuliert er in Songs wie "Menschen" oder dem stark hitverdächtigen "Wem gehört das Sternenlicht" mehr als deutlich. Unterstützt von den Silly-Musikern Ritchie Barton (Streicherarrangements), Uwe Hassbecker (Gitarre) und Jäcki Reznicek (Bass) sowie Sängerin Nadja Marie Saeger und Schlagzeuger Carsten Klick läuft Joachim Witt zu großer Form und überzeugt mit gewohnt provokanten Texten und für seine Verhältnisse geradezu eingängigen Melodien, siehe Stücke wie "Schmutz" und "Wo versteckt sich Gott?". Zu den eindeutigen Höhepunkten des Album zählt neben seiner ebenso ungewöhnlichen wie elektrisierenden Zusammenarbeit mit Tilo Wolf von Lacrimosa beim Titel "Abendrot" vor allem seine Interpretation des Songs "Der Turm" aus der Feder von Michelle Leonard (Text) und Kiko Maasbaum (Musik), seiner Verbeugung vor den NS-Widerstandkämpfern Edelweißpiraten. --Norbert Schiegl

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 23 Bewertungen)

Ein weiterer Meilenstein!!      5 von 5 Punkten
Ich bin immer wieder begeistert, welche gigantische Entwicklung dieser charismatische Künstler genommen hat und bewundere ihn dafür, dass er die Mißstände in Politik und unserer Gesellschaft, sowie auch Tabuthemen in seinen Songs offen anspricht! Mit Bayreuth 3 knüpft Joachim Witt nahtlos an seine beiden Vorgänger aus der Bayreuth-Reihe an. Auf diesem Album ist Witt aber noch politischer in seinen Texten geworden,es geht in seinen Texten um Globalisierung und Veränderungen innerhalb der Gesellschaft. Wieder ist kein einziger schwacher Song dabei und ganz besonders bin ich von dem Song "Abendrot" angetan mit Tilo Wolf von Lacrimosa. Allein wegen dieses Songs lohnt sich schon das Album! Was für eine Wahnsinns-Melodie, die schon fast etwas Hymnisches hat und dann diese orchestralen Einlagen. Gigantisch. Die Texte von Witt sind provokant, aber auch sehr tiefsinnig und zeitkritisch. Ganz stark auch "Ich spreng den Tag". Joachim Witt, Du bist ein ganz Großer, daher unbedingte Kaufempfehlung.


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Das Rheingold (Bayreuth 1955) - KeilberthDas Rheingold (Bayreuth 1955)
Keilberth, Hotter, Neidlinger, Ludwig, Weber

Audio CD, 16. Oktober 2006
     Verkaufsrang: 8344      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 30,99 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Wagner-Sternstunde      4 von 5 Punkten
Kaum eine Veröffentlichung hat in den vergangenen Jahren derartig viel Aufsehen erregt wie dieser "Ring des Nibelungen" von den Bayreuther Festspielen 1955 - die erste Stereo-Aufnahme des Werkes überhaupt, jetzt erstmals überhaupt veröffentlicht. Wer es noch nicht gehört hat, fragt sich vielleicht, warum: Immerhin gibt es aus den 50ern schon Bayreuther Ring-Mitschnitte unter Keilberth selbst, Knappertsbusch und Krauss mit fast identischer Besetzung und sehr ordentlichem (Mono-)Klang.

Um es gleich zu sagen: Das Klangerlebnis ist atemberaubend - als wenn man einen Film, den man immer in Schwarz-weiß gesehen hat, erstmals in Farbe erleben würde. Die Tonqualität ist mindestens so gut wie diejenige des 1967 entstandenen Böhm-Rings. Und damit können sich die legendären Bayreuther Aufführungen der Nachkriegszeit erstmals auf Augenhöhe mit den großen Studio-(Solti, Karajan, Janowski) und Live-Produktionen (Furtwängler, Böhm, Sawallisch, Barenboim, etc.) messen - und lassen fast alle hinter sich: Die Balance zwischen Sängern und Orchester ist vorbildlich, der Orchesterklang ist natürlich, transparent und trotzdem voll, die Tempi sind temperamentvoll, aber nicht gehetzt, das Drama kommt optimal zur Geltung. Was die Sänger angeht, braucht sich auch dieses Rheingold nicht zu verstecken, wenn auch die Besetzung - im Gegensatz zu den drei anderen Opern - vermeidbare Schwachpunkte aufweist.

Hans Hotters Wotan gehört nicht dazu: Er ist hier (anders als in dem zu spät entstandenen Solti-Ring) stimmlich in ausgezeichneter Verfassung, hat sein problematisches Tremolo (verursacht durch chronisches Asthma) gut unter Kontrolle und überzeugt nicht nur mit mächtiger Stimme, sondern durch eine sehr subtile Interpretation: Dieser Wotan ist mehr Opfer als Täter.

Georgine von Milinkovic passt als sehr menschliche Fricka sehr gut zu ihm. Maria von Ilosvay macht aus der Erda-Szene einen echten dramatischen Höhepunkt - zwei zu Unrecht auf Platten unterrepräsentierte große Sängerinnen.

Gustav Neidlinger ist bis heute für eine ganze Generation von Wagner-Hörern der Inbegriff des Alberich - mit seiner kernigen Bassbariton-Stimme, seiner deutlichen Artikulation und der dämonischen Ausstrahlung war er für diese Rolle geboren. Mit Paul Kuen steht ihm ein sehr eleganter, musikalischer Mime zur Seite.

Ludwig Weber und Josef Greindl geben den Riesen Fafner und Fasolt ein sehr menschliches Gesicht.

Auch die übrige Besetzung ist ausgezeichnet, leider aber mit zwei - wichtigen - Einschränkungen: Rudolf Lustigs Loge ist musikalisch zwar nicht zu beanstanden, aber reichlich schwerfällig geraten. Das mephistofelisch-hintergründige der Rolle geht bei ihm leider verloren. Und die Rheintöchter werden von der jammernden Woglinde von Jutta Vulpius angeführt, was das Vergnügen an deren Szenen ziemlich reduziert.

Deshalb ist dieses Rheingold die einzige Aufnahme dieses Rings, bei der ich mich mit einer uneingeschränkten Kaufempfehlung etwas schwer tue. Dies insbesondere angesichts des bislang extrem hohen Preises der einzelnen Opern, wobei das Rheingold allerdings wegen seiner Kürze noch halbwegs im Rahmen bleibt. Dafür ist dann aber wie gesagt der Qualitätsunterschied zu den Alternativen nicht so groß. Insofern empfehle ich zumindest beim Rheingold eine der zahlreichen bayreuther Mono-Aufnahmen - z. B. den Keilberth-Ring von 1953.


Bayreuth 1 -- The Vinyl Classics (CD in Vinyl-Optik) - WittBayreuth 1 -- The Vinyl Classics (CD in Vinyl-Optik)
Witt

Audio CD, 1. November 2004
     Verkaufsrang: 101521      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 7,97 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Als Joachim Witts erstes Album seit fünf Jahren, Bayreuth I, beinahe zeitgleich mit Rammsteins Zweitwerk Sehnsucht im Frühjahr '98 auf den Markt kam und ein grandioser Überraschungserfolg wurde, warfen die Medien die beiden Projekte kurzerhand in einen großen Topf, prägten dafür den Begriff Neue Deutsche Härte und faselten was von faschistischer Ästhetik und Nationalgefühl. Was zumindest im Falle von Witt völliger Humbug ist, alleine künstlerisch: sollte Sehnsucht der Manta unter einheimischen Hardcore-Platten sein, so ist Bayreuth I deren Jaguar XS. Denn Rammstein wie Witt berufen sich in ihren Stücken auf Industrial, Electro und Mystik, textlich dreht sich alles um bedeutungsschwangere Romantik, wüsten Sex und Todessehnsucht. Doch während die Rammstein-Beats einfach nur wild knallen, sind sie bei Witt der Herzschlag einer sensiblen, deformierten Seele. Und die gehört bei dem 1949 geborenen Hamburger nun wirklich nicht ins rechte Polit-Spektrum. Witt ist vielmehr ein Dada-Original, der seit Beginn seiner über 20jährigen Musikerkarriere rhythmisch stets auf der Höhe der Zeit war und textlich ein provokanter Wortakrobat, der mit einer Handvoll Verben die schmale Gratwanderung zwischen Ironie, Sehnsucht, Exzess und den sogenannten großen Gefühlen des Lebens kongenial meisterte. Mit Bayreuth I war der König des Neo-Romantischen jedenfalls definitiv am Gipfel seines Schaffens angekommen. Das Publikum dankte es ihm und kaufte -- überraschend genug und wohlverdient. --Michael Fuchs-Gamböck

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 13 Bewertungen)

Fantastisch!!!!!      5 von 5 Punkten
Mit "Die Flut" ist Joachim Witt ein grandioses Come-Back gelungen. Ich war damals auf dem Konzert in Speyer und Joachim Witt ist ein wahrer Künstler. Das Konzert war einfach fantastisch und ich muss noch heute daran denken, als wär's erst gestern gewesen. Witt kann sich auf der Bühne repräsentieren, das ist überhaupt keine Frage! Ich kann nur sagen, Bayreuth 1 ist ein herrliches Album, aber die Videos sind ebenfalls nicht zu verachten. Die sind nämlich schon fast richtige Kunstfilme. Aber seht sie euch ruhig an. Es wird sicherlich niemand bereuen.
Fazit: 5 Sterne für dieses grandiose Album.


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Richard Wagner - Parsifal - Werkschau Bayreuth 2004 - Christoph SchlingensiefRichard Wagner - Parsifal - Werkschau Bayreuth 2004
Christoph Schlingensief

Audio CD, 24. August 2004
     Verkaufsrang: 71903      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Werkschau Parsifal Bayreuth 2004, die CD zum Bühnenweihfestspiel beleuchtet die Hintergründe der Historie und der aktuellen Produktion. Sie vereint Ausschnitte aus einem Interview mit dem Regisseur Christoph Schlingensief, Äußerungen des Dirigenten Pierre Boulez und Statements der Bühnenbildner, bietet aber auch präzise Einblicke in die Problematik des Werks. Interviews: Christoph Schlingensief, Ruhrfestspielhaus Recklinghausen, 2004 Daniel Angermayr, Voxi Bärenklau, Thomas Goerge, Festspielhaus Bayreuth, 2004 Musik: Parsifal, Bayreuth 1951 Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele unter der Leitung von Hans Knappertsbusch Text und Dramaturgie: Dr. Frank Piontek



Richard Wagner: Parsifal (Gesamtaufnahme) (Live, Bayreuth 1951) - George LondonRichard Wagner: Parsifal (Gesamtaufnahme) (Live, Bayreuth 1951)
George London, Arnold van Mill, Ludwig Weber, Wolfgang Windgassen, Hermann Uhde, Martha Mödl

Audio CD, 26. März 1993
     Verkaufsrang: 13382     

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Richard Wagners Alterswerk Parsifal ist mit einer Spieldauer von fast fünf Stunden wohl das langsamste Bühnenwerk in der Operngeschichte, aber auch das geheimnisvollste. Die Vermengung von Motiven aus allen möglichen Mythologien, Sagen und Legenden und die reiche Symbolik und Mystik sowie die seltsame Mischung christlicher und buddhistischer Auffassungen verleihen dem Drama etwas Unwirkliches. Wagner trachtete mit seinem Drama danach, eine neue Kunstreligion zu etablieren. Nach dem Willen des Komponisten sollte das "Bühnenweihfestpiel" ausschließlich im Festspielhaus zu Bayreuth aufgeführt werden; wie ernst es ihm war, belegt das "Applausverbot", das Wagner nach dem ersten Akt anordnete.

Unter den etlichen Parsifal-Inszenierungen, die auf CD gebannt wurden, ragt dieser Mitschnitt heraus. Er entstand im Sommer 1985 und dokumentiert die gegenwärtige Wagner-Interpretation mit James Levine am Dirigentenpult und Götz Friedrich als Regisseur. Dass die Aufnahme von ausgezeichneter Klangqualität ist -- wegen der Live-Situation natürlich nicht ganz keimfrei -- überrascht nicht, wurde das Haus gerade ob seiner Akustik weltberühmt. Das Orchester erstrahlt in all seinen Farben; fulminante Leistungen erbringt der stets sehr präsente Chor. Levines langsame Tempi und sein Hang zu schweren Phrasierungen schaffen zuweilen sehr lautstarke Plateaus, die aber dem Werk nicht seine dunkle Intensität und beschwörende Wirkung nehmen. Franz Mazura agiert als strammer und vitaler Zauberer Klingsor und Simon Estes überzeugt als leidender Gralskönig Amfortas. Einen künstlerischen Höhepunkt setzt Waltraud Meier in der Rolle der Kundry. Geist, Farbe und Nuancen verleiht sie ihrem Bühnencharakter, der gleichsam eine Doppelexistenz ist: einerseits ist sie hässliche Gralsbotin, dann wieder mimt sie die verführerisch teuflische Schönheit.

Kritiker haben immer wieder ihre Stimme als zu leichtgewichtig für das schwere Wagner-Fach empfunden. Bedenken, die zerstreut werden, wenn man sie einmal auf der Bühne erlebt hat: Wie sie sich da geschmeidig und in zauberhafter Schönheit an den Jüngling Parsifal heranpirscht und ihn mit allerlei Dingen zu umgarnen sucht, ist mehr als nur überzeugend. Auf der Höhe seiner Wagner-Kunst erleben wir Peter Hofmann in der Rolle des irrenden Parsifal. In Anbetracht seiner kernigen, sehr geschmeidig geführten Stimme und seiner (stimmlich) genuinen Wagner-Affinität erscheint unbegreiflich, warum er seine Künstler-Laufbahn in Pop-Gefilde abdriften ließ. --Teresa Pieschacón Raphael

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

diese Aufnahme ist ihr Geld wert.      5 von 5 Punkten
Wenn große Künstler große Aufnahmen produzieren und dabei dann der Name Peter Hofmann auftaucht, sind versnobbte "Alt-Wagnerianer" schnell mit vorlautem Mundwerk dabei, auf das Niveau von Volkshochschulkursen zurückzufallen, nur um sich von der Schande reinzuwaschen, dass es ein Wagner-Tenor gewagt hat, neben der Klassik (insbesondere der Wagner-Interpretationen) auch noch andere Musikstile als gleichwertig zu erachten. Da wird dann schnell das Werk zu einer "Bankrotterklärung" degradiert und schwelgerisch von anderen K+nstlern geschwärmt, deren Heiligenschein dem jüngeren, an klassischer Musik interessierten Menschen auch nach oftmaligem Genuss nicht zu erschließen ist, denn er gründet meist auf einer Diffamierung dieser Einspielung mit Peter Hofmann. Da Hofmanns Leistung allerdings stimmlich in Ausruck, Facette und Volumen auch hierbei einmalig ist, muss ich enttäuscht konstatieren, dass es Peter Hofmann immer noch nicht verziehen wurde (was ihm ziemlich egal war und hoffentlich immer noch ist), jenen krampfadrigen, verknöcherten "Bayreuthhalbtoten" etwas lebendiges, unterhaltendes und forsches wie seine Rockmusikinterpretationen entgegengesetzt hat. Nein, auf dem absteigenden Ast war Hofmann zu dieser Zeit auf keinen Fall, und so etwas wäre ja in Bayreuth auch kein Ausschlussmerkmal, wenn man bedenkt, wie lange Herr Kollo Bayreuther Bühnen noch beglücken darf, ein großer Tenor, zweifelsohne, doch ihm fehlt(e) mehr als nur die einmalige Bühnenpräsent eines Peter Hofmann.
Es bleibt dabei: Wer unvoreingenommen Wagner genießen will und vorurteilsfrei das Gesamtkubstwerk wirken lässt, hat viel Freude mit dieser Aufnahme!


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Richard Wagner: Tristan und Isolde (Oper) (Gesamtaufnahme) (Bayreuth 1952) (3 CD) - Richard WagnerRichard Wagner: Tristan und Isolde (Oper) (Gesamtaufnahme) (Bayreuth 1952) (3 CD)
Richard Wagner, Ramon Vinay, Martha Mödl, Ira Malaniuk, Ludwig Weber, Hans Hotter, Hermann Uhde, Herbert von Karajan

Audio CD, 10. Mai 2004
     Verkaufsrang: 11234      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Tristan als Ereignis      4 von 5 Punkten
Auch wenn Karajan den Tristan 1972 mit einer teilweise hervorragenden Besetzung (u. a. Jon Vickers als einem der besten Tristane aller Zeiten sowie Ludwig, Berry, Ridderbusch, Schreier) im Studio aufgenommen hat, ziehe ich diesen Live-Mitschnitt von den Bayreuther Festspielen 1952 vor, halte ihn für spannender, inspirierter und insgesamt bedeutender:

Das liegt zunächst an Karajan selbst, der hier nicht nur um einiges schneller (wenn auch objektiv immer noch recht getragen) dirigiert, sondern vor allem noch mit viel mehr Temperament und Spannung, mit der er offenbar auch die Sänger zu einer enorm intensiven Aufführung inspiriert hat.

Dies gilt vor allem für Martha Mödls Isolde, auch wenn ihre Stimme etwas gewöhnungsbedürftig ist, weil sie nicht leicht anspringt, sondern insbesondere oberhalb der Mittellage immer mit einem gewissen Druck zum Klingen gebracht werden muss. Hohe Töne werden grundsätzlich von unten hochgezogen, was teilweise etwas enervierend wirkt. Die ursprüngliche Altistin Mödl war klug und ehrlich genug, zu erkennen und zuzugeben, dass ihre Gesangstechnik verbesserungswürdig war, und beklagte, dass sie nie die Zeit dazu fand.

Was sie für mich trotzdem zu einer der ganz großen Isolden macht, ist ihre Intensität und Ausdruckstiefe: Das liegt nicht nur daran, dass Mödl so deutlich artikuliert, dass man bei ihr - für eine Live-Aufnahme sensationell - jedes Wort versteht. Vor allem versteht sie selbst den Text und nutzt auch ihr großes Gespür für Stimmfarben, um ihn umzusetzen. Nie sucht sie einfach den schönen Klang, sondern immer den richtigen Ausdruck. Ihr Zorn, ihre Verachtung im ersten, ihr exaltierter Jubel im zweiten Akt reißen einen unweigerlich mit. Wenn der Begriff der Singschauspielerin im positiven Sinne je auf eine Sängerin zugetroffen hat, dann auf sie.

Ramon Vinays Tristan erreicht nicht ganz Mödls Niveau: Rein vom Volumen kann er mithalten, seine Stimme klingt bis zur Mittellage mächtig, baritonal, bronzen, darüber wird sie etwas heiser. Hauptkritikpunkt bei Vinay ist sein Akzent, seine geringe Beziehung zum Text. Man hat - gerade neben Mödl - das Gefühl, dass er nicht wirklich immer versteht, was er da singt. Trotzdem ist er ein insgesamt überzeugender Tristan, vollbringt gerade im dritten Akt eine große Energieleistung.

Auch die übrigen Sänger werden von Hauptdarstellern und Dirigent zu großen darstellerischen Leistungen mitgerissen, wenn auch teilweise etwas zu Lasten der musikalischen Sorgfalt:

Ira Malaniuk ist eine warmherzige, sympathische, stimmlich im ersten Akt allerdings überforderte und in der Höhe scharfe Brangäne. Hans Hotter hat schon präziser, fokussierter gesungen, ist aber ein sehr liebenswerter, fürsorglicher Kurwenal. Der sonst so würdige Ludwig Weber singt hier einen heftig-verbitterten König Marke, nicht den üblichen resignierten guten Onkel - eine ganz große Leistung. Besonders überzeugend sind auch Hermann Uhdes düster-charismatischer Melot und Gerhard Ungers wirklich junger Seemann.

Zuletzt noch einige Anmerkungen zur Aufnahmetechnik: Dank der besonderen Bayreuther Akustik (Holzstühle, Deckel über dem Orchester) klingt dieser Live-Mitschnitt nicht viel schlechter als viele damalige Studioaufnahmen und ist zu diesem Preis allemal eine Empfehlung.

Es gibt diese Aufnahme allerdings auch in einer von der Firma Orfeo in Zusammenarbeit mit den Bayreuther Festspielen technisch überarbeiteten Fassung, die - auf der richtigen Anlage - klingt, als sei sie mindestens 20 Jahre neuer. Dafür ist sie dann auch um einiges teurer, auch im Verhältnis zu anderen Spitzenaufnahmen des Tristan (Furtwängler, Böhm, Kleiber).


Symphonie Nr. 9 - FurtwänglerSymphonie Nr. 9
Furtwängler, Bayreuth Festival

Audio CD, 23. Oktober 2006

Verkaufsrang: 9687
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Ring Des Nibelungen (Bayreuth 1953 -- Krauss, [ARCHIPEL REMASTERING -- 2004]) (UK Import) - Varnay, Resnik, Vinay, Windgassen HotterRing Des Nibelungen (Bayreuth 1953 -- Krauss, [ARCHIPEL REMASTERING -- 2004]) (UK Import)
Varnay, Resnik, Vinay, Windgassen Hotter, Wagner, Krauss

Audio CD

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Wagner: Die Walküre (Gesamtaufnahme) (Bayreuth 1992) - BarenboimWagner: Die Walküre (Gesamtaufnahme) (Bayreuth 1992)
Barenboim, Obf, Secun

Audio CD, 16. Juli 1993

Verkaufsrang: 15273
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Arias From Argenore Opera - Bayreuth W VonArias From Argenore Opera
Bayreuth W Von

Audio CD, 30. September 1998

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Bayreuth Eins - Joachim WittBayreuth Eins
Joachim Witt

Audio CD, 12. Oktober 1998

Verkaufsrang: 142732

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Markgräfin Wilhelmine Bayreuth - Adalbert KrausMarkgräfin Wilhelmine Bayreuth
Adalbert Kraus, Angelika Lutz

Audio CD, 1. Juli 1986

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Bayreuth 1 [Vinyl LP] - WittBayreuth 1 [Vinyl LP]
Witt

Schallplatte, 27. August 1998

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