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| DVDs: Philip Bond | Kundenmeinungen Kurzbeschreibungen Inhaltsangaben |
Fanny Hill [UK IMPORT] Rebecca Night, Alex Robertson, Alison Steadman, Samantha Bond, Hugo Speer DVD, 21. Januar 2008 Verkaufsrang: 49320 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Period drama für Erwachsene 5 von 5 Punkten In der Regel ist der Kuss vor dem Altar das Höchste, was der geneigte Zuschauer einer BBC-Literaturverfilmung an Erotik zu sehen bekommt. Und normalerweise bleibt es bei diesen auch bei verliebten Blicken und züchtigen, zarten Gesten. Nicht so bei "Fanny Hill", hier geht's ordentlich zur Sache. Die FSK 16 ist mehr als angebracht, handelt es sich bei Clelands Roman doch um einen Klassiker der erotischen Literatur, ähnlich D.H. Lawrences "Lady Chatterly".
"Fanny Hill" erzählt die Geschichte eines einfachen Mädchens vom Lande (wunderschön: Rebecca Night), das nach dem Tod seiner Eltern nach London kommt und dort auch gleich im Bordell landet. Mrs Brown (Alison "Mrs Bennet" Steadman) will ihre Jungfräulichkeit an den Meistbietenden verkaufen, doch bevor es dazu kommt gelingt Fanny die Flucht aus dem Bordell mit ihrer großen Liebe Charles. "And we didn't leave the bed for three days and nights!" Als Charles' Vater hinter das Verhältnis kommt, verbannt dieser seinen Sohn und Fanny steht allein und mit hohen Schulden da. Rettung naht in Gestalt des mysteriösen Mr H (toll: Hugo Speer), der Fanny zu seiner Mätresse macht. Fannys erotische Abenteuer führen sie nach dem Ende dieser Beziehung ins Bordell der Mrs Coles. Schließlich entscheidet sie sich dann aber doch für ein anständiges Leben und findet nicht nur ihren Mann Charles, sondern auch noch das große Glück.
Dieser Film basiert -wie gesagt- auf einem erotischen Roman, daher sollte man hier keine gesellschaftskritische Studie zur Situation gefallener, leichter Mädchen suchen. Elend, schmutzige Gesichter, die dunklen Seiten der Prostitution oder dreckige Hinterzimmer sucht man vergebens, hier geht es eindeutig um Liebe, Lust und Laster. Die Geschichte ist auch keineswegs moralisch (Fanny könnte ja durchaus auch anständigen Berufen nachgehen, sie müßte nicht ihren Körper verkaufen), anständig schon gar nicht (die Bordelle Londons müssen die reinsten Partytempel jener Zeit gewesen sein), aber sie ist verdammt unterhaltsam erzählt.
Andrew Davies, der viele englische Literaturklassiker von Austen bis Throllope bereits für die BBC adaptiert hat, hat ein in jedem Sinne reizendes Drehbuch verfasst und Sally Head ("Fingersmith", "Tipping the velvet", "The mayor of Casterbridge") hat damit einen sehr sinnlichen, witzigen und von Anfang bis Ende frivolen Film produziert. Unter der Regie von James Hawes ("Dr Who")entstand dann auch ein period drama für Erwachsene, das dabei in keinster Weise geschmacklos ist oder droht, in einen Softporno abzurutschen, auch wenn die Grenze in diesem Fall wohl ziemlich dünn ist.
Hinzu kommt ein durch die Bank weg großartig besetztes Ensemble. Rebecca Night ist eine zauberhafte Fanny Hill, Alex Robertson als Charles passt dazu wie Pott auf Deckel und Hugo Speer als Mr H ist einfach nur großartig. Auch die Nebenrollen sind perfekt besetzt, wenn auch Ruth Sheen als Mrs Jones und Emma Stansfield als Ester etwas blass bleiben. Ihre Motive werden irgendwie nicht so wirklich klar.
Daß einiges zu sehr an der Oberfläche bleibt und dabei irgendwie die Handlung nicht immer logisch verläuft (das Ende kommt ziemlich plötzlich, wie Charles Fanny auf einmal wiederfindet, bleibt doch seeehr mysteriös), ist wohl vor allem der literarischen Vorlage zu verdanken, in der -wie üblich in diesem Genre- die Handlung nicht immer wirklich von Bedeutung ist. ;) Bei dieser Geschichte wäre eindeutig etwas mehr Platz für Erklärungen und weitere Handlungen möglich gewesen.
Aber Schwamm drüber, bei einer so charmanten Erzählerin wie Fanny Hill sei das verziehen.
"Fanny Hill" ist ein geschmackvolles Stück erotic period drama und somit vielleicht eher weniger geeignet für einen netten Mädels-Abend unter Freundinnen. Dafür kann man sich besser seinen Partner aufs Sofa holen... |
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