DVDs: Margit Carstensen

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Die bitteren Tränen der Petra von Kant - Irm HermannDie bitteren Tränen der Petra von Kant
Irm Hermann, Margit Carstensen, Hanna Schygulla

DVD, 2. Februar 2007
     Verkaufsrang: 16002      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 18,99 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Arthaus Die bitteren Tränen der Petra von Kant, USK/FSK: 16+ VÃ-Datum: 02.02.07

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Was wir bereit sind, für Liebe zu geben      5 von 5 Punkten
DIE BITTEREN TRÄNEN DER PETRA VON KANT mag heute etwas dialoglastig, langsam und theaterhaft erscheinen, aber er ist ein Schlüsselwerk im Schaffen des Regisseurs, er war ein großer internationaler Erfolg, und Fassbinders unglaubliche Präzision, mit der er das Beziehungsdrama an nur einem einzigen Schauplatz (Petras Wohnung) inszeniert, fasziniert heute noch wie seinerzeit, wenn man sich darauf einlässt.
Petra (Margit Carstensen) ist eine erfolgreiche Modedesignerin, die ihre Sekretärin schlecht behandelt und sich in Karin (Hanna Schygulla) verliebt. Karin zieht zu Petra, und damit beginnt der Horror. Die anfangs so klar verteilten Rollen (Petra ist mit ihrer Bildung, ihrem Erfolg und ihrer Eleganz der dominante Part, Karin unterwirft sich gerne) verschieben sich. Petra wird unsicher. Aus Liebe wird Abhängigkeit, aus Überheblichkeit schließlich Masochismus. Das Tee-Geschirr geht zu Bruch, die Liebe ebenfalls. Grausamkeit und Qual sind das Ende der Gefühle - oder sind sie das Höchste der Gefühle? Für Liebe tun wir alles, geben wir alles, nehmen alles auf uns. Und werden deswegen nie glücklich. "Ich will doch nur, dass ihr mich liebt" lautet der Titel eines weiteren Fassbinder-Films. "Wir brauchen den anderen, aber wir haben nicht gelernt, miteinander zu leben", sagt Petra von Kant. Und werden es auch nie.
Wie Fassbinder hier mit dem geringsten Aufwand die Beziehung zweier Menschen seziert, ist schlicht großartig. Margit Carstensen ist eine Offenbarung als Petra von Kant. In einer kleinen, aber wichtigen Nebenrolle brilliert Irm Herrmann als still vor sich hinliebende und leidende Sekretärin Marlene. Die langen Kamera-Einstellungen sind genauestens duchkomponiert, kein Dekorationsstück steht zufällig an seinem Platz. Die Schaufensterpuppen in Petras Wohnung sind die glücklicheren Geschöpfe. Ohne Gefühle können sie einfach nur schön sein.
Man darf dazu sagen, dass Fassinder mit PETRA VON KANT seine eigene komplizierte Liebesbeziehung zu Schauspieler Günther Kaufmann verarbeitet hat, doch seine Charaktere sind stellvertretend für uns alle wahrhaftig. PETRA VON KANT gehört zu den Sternstunden des deutschen Films. So anspruchsvoll und lohnenswert kann Kino sein.
Und neben all den klugen Sachen, die bereits über Fassbinders Werke und ihre Komplexität gesagt wurden, gerät eine Tatsache leicht in Vergessenheit, gerade weil seine Filme so oft in Hoffnungslosigkeit und Chaos enden - er hatte einen bösartigen, anarchischen Humor, der sogar seine spröderen Werke auszeichnet und die Zeit glänzend überdauert. Man darf über Petras Liebesfrust und Qualen auch lachen, und doch ist man sich immer bewusst, dass sie dem eigenen Ich erschreckend ähnlich sieht.

Laaaaangatmig      3 von 5 Punkten
Themroc ist einer der skurrilsten Filme, dieser hier einer der langatmigsten...

Zwei Frauen (die dritte tippt auf einer Schreibmaschine) reden über Kollektionen, Beziehungen und reden und reden und reden und reden und reden und reden und reden und reden und reden und reden und reden... (manchmal schweigen sie, nur um dann wieder zu reden und zu reden und zu reden und zu reden und...)

Dachte immer, meine Freundin redet viel, aber sie wird um Längen von den beiden Hauptdarstellerinnen in diesem Film geschlagen ;-) (meine redet wenigstens über sinnvolle oder interessante Themen...)

Sie reden relativ langsam, daher ist dieser Film auf 119 Minuten aufgebläht...

Man muss schon viel Zeit und Geduld aufbringen, um sich diesen Film anzusehen...


Martha - Margit CarstensenMartha
Margit Carstensen, Karlheinz Böhm, Gisela Fackeldey

DVD, 22. Juni 2004
     Verkaufsrang: 9871      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 17,99 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Die 31-jährige Martha ist noch Jungfrau und arbeitet als Angestellte in einer Bibliothek. Als sie in Rom den Geschäftsmann Helmut kennen lernt, glaubt sie, das große Glück gefunden zu haben. Sie heiraten, doch die Ehe entwickelt sich bald zur Qual. Der dominante und herrschsüchtige Helmut unterdrückt die von Unsicherheit geplagte Frau und unterwirft sie seinen Bedürfnissen. Er unterbindet ihre Kontakte zur Außenwelt und drängt sie immer weiter in die Isolation. Als treue Gattin lässt Martha ihn gewähren. Als sie nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt ist, ist sie Helmut schließlich völlig ausgeliefert...

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

must-see      5 von 5 Punkten
Fassbinder liebt die Menschen, er ist ein mutiger, aufrichtiger auch schonungsloser Ankläger von dem alltäglichen Betrug durch Andere und durch uns Selbst. Die Würde des Menschen, der Feminismus im besseren Sinn und der Tod sind sein Thema. Er ist im nicht- abgeschmackten Sinne gesellschaftskritisch, er ist ein hellsichtiger Zeitzeuge und psychologisch ein feiner Menschenkenner. Nicht Alles was ich sah ( Ca. 10 Filme ) ist genial aber Martha, Angst vor der Angst , Frau Küsters fährt zum Himmel sind Tips. Ich urteile nicht als Cineast oder Kenner von Kameraeinstellungen ( obwohl teilweise genial ) sondern als Mensch der berührt wurde von den Botschaften dieser Filme.


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Chinesisches Roulette - Margit CarstensenChinesisches Roulette
Margit Carstensen, Anna Karina, Ulli Lommel

DVD, 8. November 2005
     Verkaufsrang: 19881      Gewöhnlich versandfertig in 5 bis 6 Tagen.

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Kinowelt Chinesisches Roulette, USK/FSK: 16+ VÃ-Datum: 08.11.05

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

In Glas und um Glas und um Glas herum...      5 von 5 Punkten
CHINESISCHES ROULETTE gilt als schwächerer Fassbinder, zu sperrig und distanziert ist er vielen, zu unklar seine Aussage. Für mich gehört er zu den besten Werken des Regisseurs, gerade wegen dieser Kritikpunkte. Fassbinder nimmt die Ausgangssituation einer typischen Boulevard-Komödie - fremdgehendes Ehepaar trifft zufällig mit dem jeweiligen Liebhaber in einem Landhaus aufeinander - und verwandelt sie in ein intellektuelles Puzzle. CHINESISCHES ROULETTE ist ein kalter Film über kalte Beziehungen und kalte Menschen, die grausame Spiele miteinander treiben (Margit Carstensen richtet "nur zum Spaß" eine geladene Pistole auf ihre gehbehinderte Tochter, die sie für ihr ruiniertes Leben verantwortlich macht). Eine Stunde lang baut Fassbinder seine Geschichte auf und spielt dann bis zum Schluss nur eine einzige Situation, das chinesische Roulette. Und das geht so: Eine Hälfte der Wochenend-Gäste sucht sich eine Person aus, die andere Hälfte muss Fragen stellen, um die Person zu erraten - z. B. wenn diese Person ein Tier wäre, was für eines wäre sie? Die Fragen sind nebensächlich (zumindest bis zur alles entscheidenden letzten Frage, die wie ein Hammer kommt), aber die Antworten haben es in sich. Fasziniert schaut man zu, wie sich im Frage- und Antwortspiel menschliche Dramen, Abrechnungen, verlogene Liebeserklärungen, Hass, Wut und Verachtung entladen. Fassbinder führt seine Figuren zu einem Punkt, an dem praktisch alles passieren kann, ist somit nicht nur Psychodrama, sondern auch Psycho-Thriller. Was in der Erzählung komplett statisch klingt, wird dabei von Kameramann Michael Ballhaus so atemberaubend beweglich inszeniert, dass es einem die Sprache verschlägt. Die Kamera kreist unentwegt um die Glasvitrinen und Spiegel, welche Teil der Ausstattung und gleichzeitig Symbol für Fassbinders Experiment sind. Wie ein Versuchsaufbau unter Glas beobachtet man die Darsteller und ihren Beziehungskrieg. Neben Fassbinders Stammschauspielern (Ulli Lommel, Brigitte Mira, Volker Spengler und - großartig: Margit Carstensen) spielen die europäischen Arthaus-Darsteller Anna Karina und Macha Méril. So sollte CHINESISCHES ROULETTE auch Fassbinders Eintrittskarte zu internationalen Co-Produktionen sein. Es spricht für die Qualität des Films und Fassbinder als Schauspielführer, dass alle gemeinsam ein homogenes Ensemble bilden. Und ein Film, in dem die liebenswerte und unvergessene Brigitte Mira so überzeugend ein kaltherziges, eitles Miststück spielt, kann nicht wirklich schlecht sein.
Auch ich kann nicht sagen, was uns Fassbinder letztlich mit CHINESISCHES ROULETTE sagen will, aber das spielt auch keine Rolle. Der Film ist faszinierend schön, betörend und seltsam, sperrig und undurchschaubar, frustrierend und ernüchternd. Genau wie das Leben.

Fassbinder und Ballhaus...ein (Alp)Traum!      5 von 5 Punkten
Tolle Darsteller wie z.B. Margit Carstensen (mit ihrer Gehbehinderten Tochter überforderte Mutter und betrogene und betrügende Ehefrau), Brigitte Mira (misteriöse Hotelbesitzerin)u. Annna Karina(!)(die schöne Liebhaberin) in einem wunderschön gefilmten Film über die Ehe und die Schwierigkeiten von Treue, Loyalität, Familie Lust und Liebe.
Nicht einfach in Worte zu fassen, einfach nur schön!
Sehr gute DVD mit schönen Extras: u.a. Doku "Fassbinder und die Frauen"


Angst vor der Angst - Margit CarstensenAngst vor der Angst
Margit Carstensen, Ulrich Faulhaber, Constanze Haas

DVD, 4. Oktober 2005
     Verkaufsrang: 13942      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Arthaus Angst vor der Angst, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 04.10.05

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Fassbinder, Carstensen und die Depressionen einer Hausfrau      5 von 5 Punkten
ANGST VOR DER ANGST ist ein sehr kleiner, 1975 fürs deutsche Fernsehen produzierter Film des großen Rainer Werner Fassbinder. In der Hauptrolle brilliert Margit Carstensen als Hausfrau Margot, die plötzlich von Angstzuständen geplagt wird, für die es keinen objektiven Grund gibt. Immer wieder verschwimmt ihr Spiegelbild, verschwimmen die Menschen um sie herum. Nachts liegt sie wach - "Es geht wieder los", sagt sie. Der Arzt verschreibt ihr Valium, der Apotheker fängt eine Affäre mit ihr an, denkt aber nur an seine eigene Befriedigung. Niemand kann Margot helfen. Nur der geisteskranke Mann von gegenüber (Kurt Raab - unvergesslich) scheint ihr Problem zu kennen, doch mit dem mag sich Margot nicht unterhalten. Er passt nicht in ihre Mittelklasse-Welt, bzw. darf nicht passen. Aber passt sie selbst? Mutter und Schwägerin (Irm Herrmann und Brigitte Mira) wohnen nur ein Stockwerk höher und quälen Margot, wo sie können. Sie spüren, dass Margot nicht in diese "heile" Welt der bundesdeutschen Bürgerlichkeit passt (und mein Gott, sind das Figuren, die man aus seinem eigenen Familienkreis kennt! Es verschlägt einem die Sprache).
Margot träumt von Freiheit. Sie hört Chansons (Leonard Cohen) unter Kopfhörern, macht sich hübsch, schafft sich Inseln. Aber alle Versuche, eine eigene Identität zu finden, werden gnadenlos von Familie und Umwelt zerstört. Margot fängt an zu trinken, man kann es ihr nicht übel nehmen. Interessant ist die Rolle von Margots Ehemann (Ulrich Faulhaber). Fassbinder entgeht der Versuchung, ihn abstoßend oder desinteressiert zu zeigen. Er ist warmherzig und sorgt sich um Margot, aber auch er findet keinen Zugang. Seine Versuche, Mutter und Schwester abzuschalten, scheitern, er ist schwach und selbst ein Gefangener, muss in seine Rolle als Familienvater passen und mehr Geld verdienen. Der Druck dieser Erwartung entfremdet ihn. "Du bist so weit weg", flüstert Margot im Bett neben ihrem Mann. Er versteht nicht, was sie sagt.

Fassbinders Filme sind oft Zeitdokumente und gleichzeitig ihrer Zeit so weit voraus. ANGST VOR DER ANGST ist ganze Lichtjahre voraus. Die Depression ist heute allgegenwärtig, Margot ist kein Einzelfall - und war es auch damals nicht, man sprach nur nicht darüber. ANGST VOR DER ANGST verweist auf ein weiteres Fassbinder-Werk: WARUM LÄUFT HERR R. AMOK? - Allein schon wegen der Anwesenheit von Kurt Raab, der seine Rolle als Herr R. hier wiederholt (und zwar bis zum Äußersten). Hier wie da kämpfen die (Anti-) Helden ums Überleben in einem bürgerlichen Umfeld, das ihnen die Luft zum Atmen raubt. Herr R. bringt am Ende alle um. Margots Schicksal ist wesentlich gewaltloser, aber nicht minder erschütternd.


Mutter Küsters' Fahrt zum Himmel - Brigitte MiraMutter Küsters' Fahrt zum Himmel
Brigitte Mira, Ingrid Caven, Margit Carstensen

DVD, 7. Juni 2005
     Verkaufsrang: 28191      Gewöhnlich versandfertig in 5 bis 6 Tagen.

Preis: € 16,99 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Arthaus Mutter Küsters' Fahrt zum Himmel, USK/FSK: 16+ VÃ-Datum: 07.06.05

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Fassbinder-Klassiker mit Brigitte Mira      5 von 5 Punkten
Zusammen mit Fassbinder's "Angst essen Seele auf" und "Faustrecht der Freiheit" gehört dieser Film zu meinen RWF-Favoriten. Brigitte Mira war eine klasse Schauspielerin. In Fassbinder's Filmen kam ihr großes Talent wirklich zum Ausdruck. Interessant ist auch, das ein alternatives Ende auf der DVD ist.


Meisterwerk von Fassbinder      5 von 5 Punkten
Ein weiteres Meisterwerk aus der Filmschmiede des leider allzu früh verstorbenen R.W. Fassbinder.
Neben Brigitte Mira, die hier erneut in einer Charakterrolle GLÄNZT (in "Angst essen Seele auf", ebenfalls ein Fassbinder-Film), spielen - wie immer genial - Ingrid Caven und Irm Hermann.
Und der Film ist aktueller denn je: Massenentlassungen, politische Geschehnisse und Kriminalität.
Ein Film über menschlichen Egoismus, mangelnder Solidarität und Verführbarkeit von Menschen.
Ein spannendes Zeitdokument mit der wunderschönen Musik von Peer Raben.


Satansbraten - Kurt RaabSatansbraten
Kurt Raab, Margit Carstensen, Helen Vita

DVD, 17. August 2007
     Verkaufsrang: 32329      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,99 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Arthaus Satansbraten, USK/FSK: 16+ VÃ-Datum: 17.08.07



Scherbentanz - Jürgen VogelScherbentanz
Jürgen Vogel, Margit Carstensen, Nadja Uhl

DVD, 15. Januar 2004
     Verkaufsrang: 13149     

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Concorde Scherbentanz (bayr. Filmpreis), USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 15.01.04

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Schwere Kost und anspruchsvolles Kino      5 von 5 Punkten
Nichts ist, wie es scheint.
Was zunächst als kleine, eher unscheinbare Geschichte daherkommt, entwickelt im Laufe des Films eine Eigendynamik, die den Zuschauer einfach in den Bann zieht. Scherbentanz regt auf, schockt mit unverblümter Wahrheit und Darstellung und regt zum Nachdenken an. Die wunderbar authentische Darstellung der Hauptfiguren, der Mut zur Hässlichkeit und die feinen Zwischentöne des Films sind es, die mich sehr berührt und verblüfft haben.
Kein schöner Film im ursprünglichen Sinne, aber wunderbar in Aussage und Umsetzung.
Ein Film, über den man sprechen muß, sobald der Abspann läuft - der zu Diskussionen anregt und in jedem Zuschauer ein anderes Gefühl auslöst. Von Abscheu bis Unverständnis. Von Wahrheit und dem schönen Schein.
Eine Geschichte übers Leben - und letztlich der Liebe, in ihrer ganzen Form.
Keine leichte Kost, aber absolut sehenswert für Freunde des anspruchsvollen Kinos und der leisen Töne. Für alle, die gerne
hinter die Fassade schauen und zwischen den Zeilen lesen wollen.
Denn nichts ist wie es scheint.


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Satansbraten - Kurt RaabSatansbraten
Kurt Raab, Margit Carstensen, Helen Vita

Videokassette, 22. August 2002
     Verkaufsrang: 14354     

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Bei der Uraufführung im Jahr 1976 wurde Satansbraten, Rainer Werner Fassbinders Groteske über die finanziellen wie die sexuellen Nöte eines Dichters, vor allem als Provokation wahrgenommen. Man gab sich schockiert von der wüsten, kolportagehaften Geschichte und ihrer nicht minder radikalen Umsetzung und sah in beidem nichts als eine egomanische Übertretung jeglicher Grenzen des (guten) Geschmacks. Auch heute, mehr als ein Vierteljahrhundert später, hat Fassbinders schonungslose Demontage des bundesrepublikanischen Kunst- und Kulturbetriebs der 70er-Jahre nichts von ihrer Intensität verloren. Nur ermöglicht die zeitliche Distanz einen anderen Blick, in dem die spontane Entrüstung einem tieferen Verständnis weicht. Fassbinder mag damals von sich und seiner eigenen Situation in Deutschland besessen gewesen sein, aber er ist sich dieser Besessenheit durchaus bewusst und hat ihr seinen vielleicht komödiantischsten Film abgerungen.
In den Jahren des Aufbruchs hat man Walter Kranz (Kurt Raab) als Dichter der Revolution gefeiert, doch 1968 ist Mitte der 70er-Jahre weit weg, viel weiter als die reinen Jahreszahlen vermuten ließen. Seit geraumer Zeit leidet er nun schon an einer Schreibblockade; seine Mittel werden immer knapper; seine Gönnerinnen und Bewunderinnen gehen auf Distanz; und zu Hause hat er mit den Forderungen seiner Frau (Helen Vita) und den Ticks seines zurückgebliebenen Bruders (Volker Spengler) zu kämpfen. Nachdem er ein Gedicht geschrieben hat, das exakt Stefan Georges "Der Albatross" entspricht, steigert er sich in die Idee hinein, ein Wiedergänger Georges zu sein. Kranz versammelt nach dessen Vorbild einen "Kreis" um sich, nur muss er dessen Teilnehmer bezahlen und leistet damit seinem Niedergang weiteren Vorschub.
Walter Kranz ist - auch wie ihn Kurt Raab in einer beispiellosen schauspielerischen Tour de Force verkörpert - eine Art von Monster. Dieser kleine, korpulente Mann will die Menschen um sich herum nur manipulieren und beherrschen. Er spielt mit ihnen und hasst sie. Nur seine Eigenliebe ist noch größer als seine Verachtung für die anderen; zugleich genießt er nichts mehr als Erniedrigungen. In seinem Weg vom Idol der revolutionären Linken zu einem misanthropischen Propheten des zivilisatorischen Verfalls der menschlichen Gesellschaft, der ihn in die Nähe der rechten Dichter und Denker der 20er-Jahre rückt, spiegelt sich für Fassbinder der Weg, den die Bundesrepublik nach 1968 genommen hat.
Man spürt Fassbinders Verbitterung und Verzweiflung angesichts einer Gesellschaft, die nichts aus ihrer eigenen Geschichte gelernt hat, die verdammt zu sein scheint, ihre Fehler immer und immer wieder zu wiederholen. Statt zu resignieren und wie Kranz einfach nur zu hassen, reagiert er auf seine düstere Wahrnehmung der deutschen Wirklichkeit mit beißendem Humor. In den bizarren Überzeichnungen offenbart sich aber nicht nur Fassbinders Bild vom faschistischen Typus, das er in den folgenden Jahren in Filmen wie Bolwieser und Despair - Eine Reise ins Licht noch weiter ausgeführt hat; sie geben ihm auch den Raum für einige seiner atemberaubendsten visuellen Kompositionen. Manchmal wirkt Satansbraten wie eine Vorstudie zu seinem elegantesten Film Lili Marleen. In diesen Momenten von überirdischer Schönheit offenbaren sich eine geradezu unerhörte Zärtlichkeit und Sentimentalität unterhalb der grotesken Oberfläche. In ihnen liegt eine künstlerische und menschliche Größe, die den ursprünglichen, von Unverständnis und Wut geprägten Reaktionen auf Satansbraten jede Basis nimmt. -Sascha Westphal




Die bitteren Tränen der Petra von Kant - Irm HermannDie bitteren Tränen der Petra von Kant
Irm Hermann, Margit Carstensen, Hanna Schygulla

Videokassette, 22. August 2002
     Verkaufsrang: 14452     

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In den 13 Jahren, in denen seine Fernseh- und Kinofilme entstanden sind, hat Rainer Werner Fassbinder zugleich immer auch noch an verschiedenen Bühnen in Deutschland gearbeitet und dort eigene genauso wie fremde Stücke inszeniert. Einige dieser Theaterarbeiten hat er dann später selbst verfilmt. So basiert neben seinem zweiten Film Katzelmacher auch das 1972 entstandene Melodrama Die bitteren Tränen der Petra von Kant auf einem von ihm geschriebenen Stück, das er 1971 bei der Experimenta in Frankfurt uraufgeführt hat. Doch während Katzelmacher mit seinen wechselnden Schauplätzen die Spuren seiner Entstehung etwas zu verwischen scheint, betont Fassbinder bei seiner Umsetzung von Petra von Kant den Ursprung des Stoffes ganz bewusst und lässt uns nie vergessen, dass wir hier Kino gewordenes Theater sehen.
Die Modeschöpferin Petra von Kant (Margit Carstensen) lebt nach der Scheidung von ihrem Mann alleine mit ihrer die ganze Zeit über stumm bleibenden Dienerin Marlene (Irm Hermann) in einer großbürgerlichen Wohnung zusammen. Getrieben von ihren emanzipatorischen Vorstellungen kritisiert sie jede Form von Liebe, die auf Herrschaft und Unterwürfigkeit basiert. Nur vergisst sie augenblicklich ihre Ideen, als sie sich in die aus dem Arbeitermilieu kommende Karin (Hanna Schygulla) verliebt. Die Jüngere ist zwar bereit, sich kaufen zu lassen, aber ihre Freiheit will sie auf keinen Fall aufgeben. So bleibt ihr letztlich nichts anderes übrig, als Petra zu verlassen. Nach einem Zusammenbruch an ihrem 35. Geburtstag erkennt die Modeschöpferin, dass sie lernen muss, zu lieben, ohne Forderungen zu stellen.
Nach den ersten sehr spröden Filmen, die sich einer konventionellen oder auch nur klassischen Kinoästhetik konsequent entzogen haben, begann Rainer Werner Fassbinder relativ bald mit seiner Suche nach einer Filmsprache, in der sich seine Ideen und die Traditionen des großen Erzählkinos zu einer perfekten Einheit fügen. Bei Die bitteren Tränen der Petra von Kant hat er diese ersehnte Harmonie zum ersten Mal erreicht. Auch wenn das Theaterhafte des Projekts - der Film verlässt den Raum, in dem Petra arbeitet und schläft, liebt und herrscht, praktisch nicht, und auch die ursprüngliche Akteinteilung ist noch genau zu erkennen - ganz im Vordergrund steht, war Fassbinder mit keinem anderen Film, vielleicht einmal abgesehen von Lili Marleen, Hollywood so nah wie hier.
Die Geschichte der Modeschöpferin, die von einer anderen, gleichberechtigten Liebe träumt und doch die Fehler ihres Mannes wiederholt, ist Fassbinders Version eines der amerikanischen Woman's Films, der Frauenfilme der 40er- und 50er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Wie George Cukor, Joseph Mankiewicz und Douglas Sirk porträtiert er nicht nur das Schicksal einer Frau, die sich im gleichen Maße selbst zerstört, wie sie von anderen zerstört wird, er seziert zugleich die gesellschaftlichen Bedingungen, die den Niedergang seiner Heldin unvermeidlich machen. In der bürgerlichen Welt, deren Gefangene Petra von Kant ist - sie scheint ihre Wohnung nie zu verlassen -, wird Liebe immer einem Besitzverhältnis gleichkommen. Diese wahrhaft bittere Erkenntnis präsentiert uns Fassbinder hier in so kunstvollen wie künstlichen Bildkompositionen, deren betörende Schönheit nie von Margit Carstensens grandioser Charakterstudie ablenkt, ihr ganz im Gegenteil sogar noch eine größere Intensität verleiht. -Sascha Westphal


Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Kammerspiel, Trauerspiel, Lustspiel, Frustspiel-Geilo!      5 von 5 Punkten
Das klassische Lindenberg-Geilo für eine Doppel-DVD der Extraklasse:
DVD 1: Fassbinders Verfilmung des Theaterstücks mit einer alles sehr gute noch bei weitem übertreffenden Margit Carstensen in der Rolle der Petra von Kant. Sie spielt so intensiv, dass man
den Eindruck hat, man stünde direkt mit ihr in der Szene. Hanna Schygulla und Irm Hermann, als Gesichtsvorgängerin von Zellweger im Bridget Jones-Stil zurechtgeschminkt, flankieren und quälen die Carstensen verlässlich klassisch. Genial auch Eva Mattes im Internats-Outfit und mit Bubiköpfchen toupiert. Zwei Stunden intensive Dialogintensität und Bildpower vom Meister der Kamera, Michael Ballhaus. Die Ausstattung ist besonders erwähnenswert.
Extra hier: Interview mit Irm Hermann, Bios von Schygulla, Carstensen, Hermann.
DVD2: Life, Love und Celluloid: Semidoku-Film von J.Lorenz über Fassbinder-Retro im MOMA, New York, featuring Gotti John, Rosi Zech, Günni Lamprecht und Hanna Schygulla als Sängerin.
Dazu: Fassbinders Kurzfilm "Stadtstreicher". Legendärer Anfangsstreifen Fassbinders, in München aufgenommen.
Schade, dass RWF so früh abtrat, aber wenn einer, dann konnte er sich einen so zeitigen Abgang leisten wie das vorliegende 2DVD-Set einmal mehr eindrucksvoll beweist.
5 Sterne für faszinierendes Filmschaffen, tolle Menschen und würdige Wiederveröffentlichungen durch die Fassi Foundation.
Hut ab!


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Die bitteren Tränen der Petra von Kant - Irm HermannDie bitteren Tränen der Petra von Kant
Irm Hermann, Margit Carstensen, Hanna Schygulla

DVD, 4. September 2002
     Verkaufsrang: 60915     

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In den 13 Jahren, in denen seine Fernseh- und Kinofilme entstanden sind, hat Rainer Werner Fassbinder zugleich immer auch noch an verschiedenen Bühnen in Deutschland gearbeitet und dort eigene genauso wie fremde Stücke inszeniert. Einige dieser Theaterarbeiten hat er dann später selbst verfilmt. So basiert neben seinem zweiten Film Katzelmacher auch das 1972 entstandene Melodrama Die bitteren Tränen der Petra von Kant auf einem von ihm geschriebenen Stück, das er 1971 bei der Experimenta in Frankfurt uraufgeführt hat. Doch während Katzelmacher mit seinen wechselnden Schauplätzen die Spuren seiner Entstehung etwas zu verwischen scheint, betont Fassbinder bei seiner Umsetzung von Petra von Kant den Ursprung des Stoffes ganz bewusst und lässt uns nie vergessen, dass wir hier Kino gewordenes Theater sehen.
Die Modeschöpferin Petra von Kant (Margit Carstensen) lebt nach der Scheidung von ihrem Mann alleine mit ihrer die ganze Zeit über stumm bleibenden Dienerin Marlene (Irm Hermann) in einer großbürgerlichen Wohnung zusammen. Getrieben von ihren emanzipatorischen Vorstellungen kritisiert sie jede Form von Liebe, die auf Herrschaft und Unterwürfigkeit basiert. Nur vergisst sie augenblicklich ihre Ideen, als sie sich in die aus dem Arbeitermilieu kommende Karin (Hanna Schygulla) verliebt. Die Jüngere ist zwar bereit, sich kaufen zu lassen, aber ihre Freiheit will sie auf keinen Fall aufgeben. So bleibt ihr letztlich nichts anderes übrig, als Petra zu verlassen. Nach einem Zusammenbruch an ihrem 35. Geburtstag erkennt die Modeschöpferin, dass sie lernen muss, zu lieben, ohne Forderungen zu stellen.
Nach den ersten sehr spröden Filmen, die sich einer konventionellen oder auch nur klassischen Kinoästhetik konsequent entzogen haben, begann Rainer Werner Fassbinder relativ bald mit seiner Suche nach einer Filmsprache, in der sich seine Ideen und die Traditionen des großen Erzählkinos zu einer perfekten Einheit fügen. Bei Die bitteren Tränen der Petra von Kant hat er diese ersehnte Harmonie zum ersten Mal erreicht. Auch wenn das Theaterhafte des Projekts - der Film verlässt den Raum, in dem Petra arbeitet und schläft, liebt und herrscht, praktisch nicht, und auch die ursprüngliche Akteinteilung ist noch genau zu erkennen - ganz im Vordergrund steht, war Fassbinder mit keinem anderen Film, vielleicht einmal abgesehen von Lili Marleen, Hollywood so nah wie hier.
Die Geschichte der Modeschöpferin, die von einer anderen, gleichberechtigten Liebe träumt und doch die Fehler ihres Mannes wiederholt, ist Fassbinders Version eines der amerikanischen Woman's Films, der Frauenfilme der 40er- und 50er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Wie George Cukor, Joseph Mankiewicz und Douglas Sirk porträtiert er nicht nur das Schicksal einer Frau, die sich im gleichen Maße selbst zerstört, wie sie von anderen zerstört wird, er seziert zugleich die gesellschaftlichen Bedingungen, die den Niedergang seiner Heldin unvermeidlich machen. In der bürgerlichen Welt, deren Gefangene Petra von Kant ist - sie scheint ihre Wohnung nie zu verlassen -, wird Liebe immer einem Besitzverhältnis gleichkommen. Diese wahrhaft bittere Erkenntnis präsentiert uns Fassbinder hier in so kunstvollen wie künstlichen Bildkompositionen, deren betörende Schönheit nie von Margit Carstensens grandioser Charakterstudie ablenkt, ihr ganz im Gegenteil sogar noch eine größere Intensität verleiht. -Sascha Westphal


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Kammerspiel, Trauerspiel, Lustspiel, Frustspiel-Geilo!      5 von 5 Punkten
Das klassische Lindenberg-Geilo für eine Doppel-DVD der Extraklasse:
DVD 1: Fassbinders Verfilmung des Theaterstücks mit einer alles sehr gute noch bei weitem übertreffenden Margit Carstensen in der Rolle der Petra von Kant. Sie spielt so intensiv, dass man
den Eindruck hat, man stünde direkt mit ihr in der Szene. Hanna Schygulla und Irm Hermann, als Gesichtsvorgängerin von Zellweger im Bridget Jones-Stil zurechtgeschminkt, flankieren und quälen die Carstensen verlässlich klassisch. Genial auch Eva Mattes im Internats-Outfit und mit Bubiköpfchen toupiert. Zwei Stunden intensive Dialogintensität und Bildpower vom Meister der Kamera, Michael Ballhaus. Die Ausstattung ist besonders erwähnenswert.
Extra hier: Interview mit Irm Hermann, Bios von Schygulla, Carstensen, Hermann.
DVD2: Life, Love und Celluloid: Semidoku-Film von J.Lorenz über Fassbinder-Retro im MOMA, New York, featuring Gotti John, Rosi Zech, Günni Lamprecht und Hanna Schygulla als Sängerin.
Dazu: Fassbinders Kurzfilm "Stadtstreicher". Legendärer Anfangsstreifen Fassbinders, in München aufgenommen.
Schade, dass RWF so früh abtrat, aber wenn einer, dann konnte er sich einen so zeitigen Abgang leisten wie das vorliegende 2DVD-Set einmal mehr eindrucksvoll beweist.
5 Sterne für faszinierendes Filmschaffen, tolle Menschen und würdige Wiederveröffentlichungen durch die Fassi Foundation.
Hut ab!


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Satansbraten - Kurt RaabSatansbraten
Kurt Raab, Margit Carstensen, Helen Vita

DVD, 4. September 2002
     Verkaufsrang: 62986     

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Bei der Uraufführung im Jahr 1976 wurde Satansbraten, Rainer Werner Fassbinders Groteske über die finanziellen wie die sexuellen Nöte eines Dichters, vor allem als Provokation wahrgenommen. Man gab sich schockiert von der wüsten, kolportagehaften Geschichte und ihrer nicht minder radikalen Umsetzung und sah in beidem nichts als eine egomanische Übertretung jeglicher Grenzen des (guten) Geschmacks. Auch heute, mehr als ein Vierteljahrhundert später, hat Fassbinders schonungslose Demontage des bundesrepublikanischen Kunst- und Kulturbetriebs der 70er-Jahre nichts von ihrer Intensität verloren. Nur ermöglicht die zeitliche Distanz einen anderen Blick, in dem die spontane Entrüstung einem tieferen Verständnis weicht. Fassbinder mag damals von sich und seiner eigenen Situation in Deutschland besessen gewesen sein, aber er ist sich dieser Besessenheit durchaus bewusst und hat ihr seinen vielleicht komödiantischsten Film abgerungen.
In den Jahren des Aufbruchs hat man Walter Kranz (Kurt Raab) als Dichter der Revolution gefeiert, doch 1968 ist Mitte der 70er-Jahre weit weg, viel weiter als die reinen Jahreszahlen vermuten ließen. Seit geraumer Zeit leidet er nun schon an einer Schreibblockade; seine Mittel werden immer knapper; seine Gönnerinnen und Bewunderinnen gehen auf Distanz; und zu Hause hat er mit den Forderungen seiner Frau (Helen Vita) und den Ticks seines zurückgebliebenen Bruders (Volker Spengler) zu kämpfen. Nachdem er ein Gedicht geschrieben hat, das exakt Stefan Georges "Der Albatross" entspricht, steigert er sich in die Idee hinein, ein Wiedergänger Georges zu sein. Kranz versammelt nach dessen Vorbild einen "Kreis" um sich, nur muss er dessen Teilnehmer bezahlen und leistet damit seinem Niedergang weiteren Vorschub.
Walter Kranz ist - auch wie ihn Kurt Raab in einer beispiellosen schauspielerischen Tour de Force verkörpert - eine Art von Monster. Dieser kleine, korpulente Mann will die Menschen um sich herum nur manipulieren und beherrschen. Er spielt mit ihnen und hasst sie. Nur seine Eigenliebe ist noch größer als seine Verachtung für die anderen; zugleich genießt er nichts mehr als Erniedrigungen. In seinem Weg vom Idol der revolutionären Linken zu einem misanthropischen Propheten des zivilisatorischen Verfalls der menschlichen Gesellschaft, der ihn in die Nähe der rechten Dichter und Denker der 20er-Jahre rückt, spiegelt sich für Fassbinder der Weg, den die Bundesrepublik nach 1968 genommen hat.
Man spürt Fassbinders Verbitterung und Verzweiflung angesichts einer Gesellschaft, die nichts aus ihrer eigenen Geschichte gelernt hat, die verdammt zu sein scheint, ihre Fehler immer und immer wieder zu wiederholen. Statt zu resignieren und wie Kranz einfach nur zu hassen, reagiert er auf seine düstere Wahrnehmung der deutschen Wirklichkeit mit beißendem Humor. In den bizarren Überzeichnungen offenbart sich aber nicht nur Fassbinders Bild vom faschistischen Typus, das er in den folgenden Jahren in Filmen wie Bolwieser und Despair - Eine Reise ins Licht noch weiter ausgeführt hat; sie geben ihm auch den Raum für einige seiner atemberaubendsten visuellen Kompositionen. Manchmal wirkt Satansbraten wie eine Vorstudie zu seinem elegantesten Film Lili Marleen. In diesen Momenten von überirdischer Schönheit offenbaren sich eine geradezu unerhörte Zärtlichkeit und Sentimentalität unterhalb der grotesken Oberfläche. In ihnen liegt eine künstlerische und menschliche Größe, die den ursprünglichen, von Unverständnis und Wut geprägten Reaktionen auf Satansbraten jede Basis nimmt. -Sascha Westphal




Chinesisches Roulette - Margit CarstensenChinesisches Roulette
Margit Carstensen, Anna Karina, Ulli Lommel, Alexander Allerson, Andrea Schober

Videokassette, 18. Juli 2003
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Der wohl größte Verdienst der neuen Werkausgabe von Rainer Werner Fassbinders Spielfilmen liegt darin, dass man durch sie endlich auch weit gehend untergegangene und in Vergessenheit geratene Nebenwerke wie Chinesisches Roulette in vorbildlichen Editionen noch einmal oder eben zum ersten Mal entdecken kann. In den 13 Jahren, die zwischen Liebe ist kälter als der Tod und Querelle. Ein Pakt mit dem Teufel liegen, hat Fassbinder so ziemlich das komplette Spektrum des Kinos abgeschritten. In seinem Werk steht Klassisches neben Experimentellem, Politisches neben Privatem, Melodramatisches neben Essayistischem. Und auch wenn sich im Lauf der Zeit einzelne Aspekte seines Werks vor die anderen geschoben haben, stehen sie doch alle gleichberechtigt nebeneinander. Natürlich fällt das nahezu mathematisch durchkalkulierte Familiendrama Chinesiches Roulette erst einmal aus Fassbinders Oeuvre heraus, aber auf der anderen Seite ist es gerade wieder dieses Herausfallen, das ihn zu einem zentralen Teil des Schaffens eines Künstlers macht, der sich nie festlegen lassen wollte.
Die Ehe von Ariane (Margit Carstensen) und Gerhard (Alexander Allerson) besteht im Prinzip nur noch nach Außen hin. Jeder wahrt gerade noch den letzten Rest der Fassade. Doch auch der zerbricht schließlich an einem Wochenende, das beide ungestört - er mit seiner Geliebten Irene (Anna Karina), sie mit ihrem Liebhaber Kolbe (Ulli Lommel) - verbringen wollten. Eine Intrige bringt alle vier in Gerhards Schloss zusammen. Die angespannte Situation, zu der auch die Verwalterin Kast (Brigitte Mira) und ihr schriftstellernder Sohn Gabriel (Volker Spengler) ihren Teil beitragen, gerät völlig außer Kontrolle, als auch noch Arianes und Gerhards gehbehinderte Tochter Angela (Andrea Schober) mit ihrer stummen Erzieherin (Macha Méril) im Schloss eintrifft. Angela hasst ihre Eltern und versteht es zudem perfekt, sie zu manipulieren. Sie treibt ihr Spiel mit ihnen, das dann am zweiten Abend im "Chinesischen Roulette" gipfelt. Bei diesem Wahrheitsspiel, das auf gezielt gestreuten Behauptungen und Andeutungen basiert, brechen die Lebenslügen der Erwachsenen endgültig auf, und die angestaute Gewalt entlädt sich in einem so sinnlosen wie symbolischen Schuss.
Die Konstellation in Chinesisches Roulette hat etwas von einer Versuchsanordnung. Fassbinder führt eine Gruppe von acht Menschen, die durch vielfältigste Beziehungen und Gefühle aneinander gebunden sind, an einem Ort zusammen und spielt dann die Möglichkeiten durch, die sich aus einer solchen Situation ergeben können. Man erfährt fast nichts über die einzelnen Figuren. Immer wenn man meint, auf der richtigen Spur zu sein, kommt ein neues Detail ins Spiel, das alles wieder ungewiss und ambivalent erscheinen lässt. So reduzieren sich alle auf ihre Reaktionen in der Extremsituation des Wochenendes. Und was sich dabei offenbart, gehört sicher zum düstersten, was Fassbinder je auf die Leinwand gebracht hat. Die Verzweiflung, die In einem Jahr mit dreizehn Monden kennzeichnete, ist hier kaltem Hass gewichen. Jeder zerstört den anderen, jeder belügt sich selbst, und auf Erlösung braucht man gar nicht erst zu hoffen.
Der Film gleicht einer Vivisektion, und Fassbinder nutzt Michael Ballhaus' Kamera wie ein Skalpell. Die entscheidenden Szenen spielen in einem großen Saal mit mehreren Spiegeln und Plexiglas-Vitrinen. So werden die Figuren von deren spiegelnden oder durchsichtigen Flächen mal zerschnitten und mal verdoppelt. Jede Einstellung bringt etwas hervor, das unter der Oberfläche schlummert, und jede Kamerabewegung schafft neue Beziehungen und zerstört alte. Die Eleganz der Inszenierung erreicht hier eine Unerbittlichkeit, wie man sie sonst höchstens noch aus den Filmen Josef von Sternbergs kennt. -Sascha Westphal




100 Jahre Adolf Hitler - Volker Spengler100 Jahre Adolf Hitler
Volker Spengler, Brigitte Kausch, Margit Carstensen

Videokassette

Verkaufsrang: 20295

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Chinesisches Roulette - Margit CarstensenChinesisches Roulette
Margit Carstensen, Anna Karina, Ulli Lommel

DVD, 28. Januar 2003

Verkaufsrang: 100756

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The Bitter Tears of Petra Von Kant - Margit CarstensenThe Bitter Tears of Petra Von Kant
Margit Carstensen, Hanna Schygulla

DVD


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Mother Kusters Goes to Heaven - Brigitte MiraMother Kusters Goes to Heaven
Brigitte Mira, Margit Carstensen

DVD


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Scherbentanz - Jürgen VogelScherbentanz
Jürgen Vogel, Margit Carstensen, Nadja Uhl

Videokassette, 15. Januar 2004

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Die 120 Tage von Bottrop - Margit CarstensenDie 120 Tage von Bottrop
Margit Carstensen, Irm Hermann, Volker Spengler

Videokassette, 11. Dezember 2000

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Die Zärtlichkeit der Wölfe - Kurt RaabDie Zärtlichkeit der Wölfe
Kurt Raab, Margit Carstensen, Brigitte Mira, Ingrid Caven

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Chinese Roulette (Deutscher Originalton mit englischen Untertiteln) - Anna KarinaChinese Roulette (Deutscher Originalton mit englischen Untertiteln)
Anna Karina, Margit Carstensen, Ulli Lommel, Brigitte Mira, Macha Meril

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