DVDs: Willi Danek

Kundenmeinungen
Kurzbeschreibungen
Inhaltsangaben

Kaiserwalzer - Willi DanekKaiserwalzer
Willi Danek, Maria Holst, Rudolf Prack

DVD, 15. Dezember 2006
     Verkaufsrang: 24773      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 11,99 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen

Kinowelt Kaiserwalzer (1953), USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 15.12.06

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

K.u.K-Kitsch aus der zweiten Reihe      2 von 5 Punkten
Gleich zu Anfang: ich mag diese Schnulzen aus der "guten alten k.u.k-Zeit". Besonders im Winter gibt es für verregnete Sonntagnachmittage fast nichts besseres, als es sich mit einer Tasse Kakao auf dem Sofa bequem zu machen und sich einen solchen Film anzusehen. Also landete vor einigen Tagen "Kaiserwalzer" in meinem DVD-Player, ein Film, von dem ich bislang nur das Filmprogramm besaß und dessen Inhaltsangabe eigentlich genau das versprach, was man von einem solchen Film erwartet: große Gefühle vor imperialer Kulisse, versüßt durch eben jene "gute, alte Zeit", die es so nie gegeben hat, verquirlt mit Hofprotokoll und historischen Persönlichkeiten wie eben der österreichischen Kaiserin Elisabeth, die als "Sissi" ja zu ähnlich filmischen "Ehren" gekommen ist.
Leider muß man "Kaiserwalzer" attestieren, daß er einfach nicht das Zeug zum Klassiker seines Genres hat. Da ist zum ersten das schwarz/weiß-Format, in dem gedreht wurde. An sich habe ich nichts gegen schwarz/weiß, im Gegenteil, aber Tatsache ist, daß viele Landschaftsaufnahmen (Salzkammergut, Bad Ischl) besser in Farbe gedreht worden wären bzw. in ihrem schwarz/weiß für heutige Sehgewohnheiten leider vollkommen überaltert sind. Das weitaus größere Manko dieses Films sind aber definitiv die uninspirierte Regie und die mitunter vollkommen lustlos agierenden Schauspieler. So kann sich der Film nie ganz entscheiden, was er denn nun wirklich sein will, Komödie, Liebesfilm, Verwechslungskomödie oder Drama und pendelt so unentschlossen zwischen den verschiedenen Genres hin und her. Die Szenen um Gunther Philipp als Leutnant Zauner sind mit dem typischen (Verwechslungs-)Charme der späteren k.u.k.-Filme eines Ernst Marischka ("Sissi") ausgestattet und gehören sicherlich zu den stärksten Szenen des ganzen Films, wohl auch deshalb, weil Philipp selber am Drehbuch mitgeschrieben hat. Und hätte man das Drehbuch auch nur auf diese Geschichte des Leutnant Zauner beschränkt - es wäre eine sicherlich amüsante Komödie zum Schmunzeln geworden. Doch da ist ja noch die Haupthandlung um den (fiktiven) Erzherzog Ludwig (Rudolf Prack) und die Lehrerin Luise (Winnie Markus) und es sind gerade diese Szenen um die beiden, die den Film unnötig in die Länge ziehen und ihn leider nur zu einem eher zweitklassigen Film machen. Vor allem Prack spielt derartig enttäuschend und lustlos, daß man sich fragt, warum er in diesem Film überhaupt mitgewirkt hat. Das ehemals "lasterhafte" Lotterleben des Erzherzogs nimmt man ihm genau so wenig ab wie den "Liebenden", der sich unter dem Namen seines Dieners (eben jenes Leutnant Zauner)in die keusche Lehrerin vom Lande verliebt und ihr nichtmals gestehen kann, daß er der kaiserlichen Familie entstammt. Winnie Markus (beide Schauspieler konnte man übrigens wenige Jahre später in einem richtigen k.u.k.-Melodram, nämlich "Kronprinz Rudolfs letzte Liebe" als Rudolf und Gräfin Larisch sehen) reißt Pracks unterirdische Darstellung noch ein wenig raus, verkörpert aber letztlich einen Frauentyp, der selbst für die frühen 50er noch zu bieder und altmodisch wirkt. Maria Holst als Kaiserin Elisabeth wirkt derartig starr, daß man denken könnte, sie würde ihren Text lediglich ablesen, auch die anderen Nebendarsteller bleiben leider deutlich unter ihrem Niveau.
Das Drehbuch leidet an der Unentschlossenheit des Films, welchem Genre er denn nun angehören will, so verliert der Film sich leider in Nebenhandlungen, die man hätte kürzen können (die Tänzerin Annie und ihre Männer) und nachdem man gute 90 Minuten lang der Liebesgeschichte von Ludwig und Luise zugeschaut hat, schlägt in den letzten 10 Minuten das Hofzeremoniell zu, beide entsagen einander unter Tränen und 2 Minuten später sieht man die kleine Dorflehrerin sich brav in ein Schicksal fügen, daß ihr Stand für sie vorgesehen hat, damit auch ja jeder sein Happy-End bekommt. Das lässt selbst den härtesten Kitsch-Fan kopfschüttelnd zurück so daß es in den nächsten Wintern sonntags schon sehr heftig regnen muß, damit man sich diesen Film ein weiteres Mal ansieht.
Dennoch ein Kompliment an Kinowelt für die Ausstattung der DVD. Zwar enthält diese lediglich den original-Kinotrailer (immerhin, ein Trailer aus den 50ern!) und einige Texttafeln zu Rudolf Prack und Gunther Philipp, diese sind aber durchaus kritisch und fern von jeglicher Lobhudelei geschrieben und setzen sich -wenn auch nur im Nebensatz- auch mit den Untiefen der deutschen Filmszene der 70er auseinander, wo selbst "Kaiserwalzer"-Regisseur Antel ganz andere Filmchen gedreht hat...
Fazit zum Film: Unteres Mittelmaß, Marischka (Ernst, nicht Franz!) hat's besser hinbekommen. Muß man selbst als Hardcore-"Sissi"-Fan nicht unbedingt gesehen haben.



Kaiserwalzer - Willi DanekKaiserwalzer
Willi Danek, Maria Holst, Rudolf Prack

Videokassette, 1. Juni 1991

Verkaufsrang: 7629

Bei Amazon direkt z.Zt. nicht lieferbar,
  Bei anderem Anbieter bestellen



 


Seiten:
  1  
Nächste