DVDs: Andre Eisermann

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Schlafes Bruder - André EisermannSchlafes Bruder
André Eisermann, Dana Vávrová, Ben Becker

DVD, 4. Mai 2004
     Verkaufsrang: 1472      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 11,95 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Genies faszinierten die Menschen schon immer und wenn das Genie auch noch ein Außenseiter ist, bietet es hochwertigen Stoff für Romane. Das war so bei Patrick Süßkinds Das Parfüm, wo das olfaktorische Genie ein mörderisches Monster ist und auch bei Robert Schneiders von der Grundstimmung sehr ähnlichem Debütroman Schlafes Bruder, in dem das musikalische Genie in einer monströsen Umwelt zugrunde geht.
1995 verfilmte Joseph Vilsmaier den literarischen Sensationserfolg Schneiders und bestätigte seinen Ruf als Spezialist für modern umgesetzte Heimatthemen. Schon 1988 hatte er mit der Verfilmung des autobiographischen Bauernromans Herbstmilch von Anna Wimschneider auf sich aufmerksam gemacht. 1997 sorgte er dann mit Comedian Harmonists für den größten deutschen Kinohit des Jahres. Hier wirkte auch Ben Becker mit, der in Schlafes Bruder die zweite männliche Hauptrolle spielt. Zum Durchbruch wurde der Streifen für André Eisermann (Kaspar Hauser) als musikalisches Wunderkind Elias, das keine Noten lesen kann, es aber versteht, mit seinem Orgelspiel göttliche Gefühle herauf zu beschwören.
Die Geschichte spielt Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, und Vilsmaier versucht, die bäuerliche Tristesse und die in Elias' kleinem Heimatdorf herrschende Inzucht realistisch abzubilden. Interessant ist, wie er sich die damalige Dorfgesellschaft vorstellt, mit bigotten Geistlichen, prügelnden Lehrern und verbohrten Bauern. Ob das wirklichkeitsnah ist oder nicht, hier wirkt sie wie die Gemeinschaft der Vorhölle und für den fast heiligen Helden des Films gereicht sie zum Untergang. Der Film kam beim Publikum sehr gut an, wurde aber von der Kritik nicht nur gelobt, einige halten die Adaption des Romans für zu pathetisch. Trotzdem, ein 111 Minuten langer Sog wird für denjenigen entstehen, der sich auf die mystischen Stimmungen und die starken Bilder des Films einlässt. -Daphne von Unruh


Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 27 Bewertungen)

es geht nicht immer gut aus - wie im richtigen Leben!      5 von 5 Punkten
Die Handlung des Filmes muss nach so vielen Rezensionen nicht mehr im Detail erwähnt werden. Daher zum Wesentlichen, nämlich dazu, was wir aus einen solchen Film lernen können oder wo das Besondere des Filmes liegt:

1. Auch wenn wir die Meinung und Weltanschaung vieler unserer heutigen Mitbürger und Erdenbewohner für eigenartig, unflexibel oder verbohrt halten: Vor 200 Jahren gab es in vielen Dörfern genau EINE "richtige" Ansicht. Und wer davon abwich, war einfach ein schlechter Mensch. Wer behindert war, hatte die Erbsünde.

Die damalige geistige Enge ist für uns heute nicht mehr vorstellbar. Der Film stellt diese Enge für mich sehr eindrucksvoll dar.

2. Beziehungen zwischen Mann und Frau leben von der Kommunikation. Er liebte sie, sie liebte ihn. Doch beide kamen nicht zusammen. Sie (Elsbeth) war zum Schluß erstaulich offen, viel offener als es sich zur damaligen Zeit für eine Frau gehört hätte. Doch Elias kannte nur seine Musik, wollte die Liebesbeziehung romantischerweise in der Musik der neuen Orgel abbilden - ein wunderbarer Gedanke und eine Liebeserklärung, wie sie schöner nicht sein konnte. Doch Elsbeth verstand dies nicht, und Elias verstand nicht, dass sie es nicht verstand.

Damals wie heute gilt: Leute, REDET drüber. Und packt die Gelegenheiten bei den Hörnern. Lasst es nicht anbrennen, wenn es um die Liebe geht.

3. Beziehungen zwischen Mann und Frau haben eine kulturelle und triebhafte Schiene. Elbeth entscheidet sich für die triebhafte Schiene, die Arterhaltung ist ihr letzten Endes wichtiger als die Liebe zu dem Partner. Der Partner wird zur lebensspendenen Maschine und zum Versorger - doch auch nicht mehr. Elias lebt die kulturelle Schiene. Ihm ist die Musik wichtiger anstatt die Gelegenheit zumindest mal zu einem Kuss zu nutzen.

Ein Urteil, welche Schiene wohl die Bessere sei, liege mir fern. Beide nehmen jedoch einen großen Teil ihres Schicksals durch ihr eigenes Verhalten selbst in die Hand. Die Unerfülltheit der Liebe zwischen den Beiden ist also die Schuld beider - und diese Einsicht ist das eigentlich Elend in dieser Beziehung.

3. Wir sind gewohnt, dass zum Schluss einen Filmes sich eine Art Happy-End einstellt. Doch hier warten wir vergebens.
Elison hätte nach dem Brand auch die schwangere Elsbeth genommen - doch es wird nichts draus, obwohl sie ihn liebt. Elsbeths Bruder hätte sich mehr Nähe zu Elias gewünscht, auch körperlich - doch es wird nichts draus. Und der Lohn für die außergewöhnliche Begabung Elisons bleibt ebenfalls aus, artet gleich in bedrohliche Massenbegeisterung aus, die für einen Bergler zu viel ist.

Insgesamt gelingt es dem Film, eine einzigartige Stimmung und Tragik aufzubauen, auf die 99 Prozent aller Filme verzichten müssen. Selbst die verbrecherische Brandstiftung mit Mordversuch und der Mord an einem Unschuldigen treten gegenüber der Liebesgeschichte in den Hintergrund und bleiben unkommentiert und ungesühnt.

So haftet diesem Film bei aller Schlichtheit etwas monumentales und mächtiges an.

Ein sehr empfehlenswerter Film, der nachdenklich macht.


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Kaspar Hauser - André EisermannKaspar Hauser
André Eisermann, Jeremy Clyde, Udo Samel

DVD, 9. Januar 2007
     Verkaufsrang: 19903      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 10,99 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Cine Plus Kaspar Hauser, USK/FSK: 12+

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Das macht "süchtig"      5 von 5 Punkten
Super, ich empfehle diesen Film!
Das ist Kunst und kein billiger Klamauk!!
Es wurde ja auch schon recht gut in Worte gebracht-mir ist es aber wichtig, meine positive Beurteilung zu geben: vielleicht wird dann mehr von diesem Niveau geboten!
Andre Eisermann (ich sah ihn hier zum 1.mal als Darsteller)überzeugt mich sehr-die anderen Schauspieler sowieso.
Nicht nur das Werk vom Haschisch werde ich mir zulegen...
Auch Qualität von super guten Schauspielern kann süchtig machen-da bleibe ich gerne "abhängig":
Sehr gut!


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Kaspar Hauser - André EisermannKaspar Hauser
André Eisermann, Jeremy Clyde, Udo Samel

DVD, 1. Mai 1999
     Verkaufsrang: 27366     

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Am Pfingstmontag des Jahres 1828 wird der 12 Jahre lang in einem Nürnberger Keller eingesperrte Kaspar Hauser freigelassen. Etwa 5½ Jahre später stirbt er an einer Stichwunde. Sein Fall gehört zu den berühmtesten der deutschen Kriminalgeschichten des 19. Jahrhunderts und hat schon zu seinen Lebzeiten für ungeheures Aufsehen gesorgt. Schon damals hieß es, dass er im Frühjahr 1812 als Erbprinz des Hauses Baden zur Welt gekommen ist und schon kurze Zeit nach seiner Geburt im Auftrag der Gräfin Hochberg entführt wurde, die so die Erbfolge ihrer eigenen Linie sichern wollte.
Peter Sehr hat sich bei seiner Verfilmung des Schicksals Kaspar Hausers für diese nie zweifelsfrei bewiesene politische Interpretation der Ereignisse entschieden. Sein Findling, den André Eisermann eindrucksvoll verkörpert, ist das Opfer einer verkommenen, nur noch durch Intrigen und Machtmissbrauch aufrechterhaltenen Politik. Die Adligen, allen voran die Gräfin Hochberg (Katharina Thalbach in ihrer vielleicht besten Kinorolle) und Ludwig von Baden (Uwe Ochsenknecht), erinnern dabei an die Herrschenden, die in den bürgerlichen Trauerspielen Schillers und Lessings die Menschen verderben und zugrunde richten.
Damit stellt sich Sehr mit seinem Film ganz bewusst in die literarische Tradition, die zu Kaspar Hausers Zeiten vorherrschte, und verleiht seiner Fiktion neben der historischen auch eine künstlerische Authentizität, nur dass bei ihm das Bürgertum den Machenschaften des Adels nichts entgegenzusetzen hat. Ein äußerst düsteres Bild der Zeit entsteht, das zugleich aber weit über die konkreten historischen Ereignisse hinausgeht. Peter Sehr, der Elemente des bürgerlichen Trauerspiels sehr Kino-wirksam mit Thriller- und Melodram-Momenten verknüpft, verwandelt Kaspar Hauser in ein zeitloses Lehrstück über Macht, ihren Erhalt und ihre Pervertierung.
Aber der Film besticht nicht nur durch seine konsequente Inszenierung. Gernot Rolls Kameraarbeit, die zwar auf Realismus angelegt ist, aber zugleich mit ihren Stilisierungen Sehrs Ideen in mächtige Bilder umsetzt, gehört visuell zum Aufregendsten, was das deutsche Kino in den 90ern hervorgebracht hat. -Sascha Westphal


Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

(K)Eine Dokumentation      5 von 5 Punkten
Eine letzlich spekulative Verfilmung des historisch nur in Teilen belegten Falls Caspar Hauser. Eisermann gelingt es ein sensibeles Bild der Person Hauser zu zeichnen. Der tragische Kern des Stoffs ist deteiliert und glaubwürdig vorgetragen und trägt den Betrachter auch durch die umfängliche Rahmenhandlung.



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Schlafes Bruder - André EisermannSchlafes Bruder
André Eisermann, Dana Vávrová, Ben Becker

DVD, 15. Mai 2000
     Verkaufsrang: 28468     

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Genies faszinierten die Menschen schon immer und wenn das Genie auch noch ein Außenseiter ist, bietet es hochwertigen Stoff für Romane. Das war so bei Patrick Süßkinds Das Parfüm, wo das olfaktorische Genie ein mörderisches Monster ist und auch bei Robert Schneiders von der Grundstimmung sehr ähnlichem Debütroman Schlafes Bruder, in dem das musikalische Genie in einer monströsen Umwelt zugrunde geht.
1995 verfilmte Joseph Vilsmaier den literarischen Sensationserfolg Schneiders und bestätigte seinen Ruf als Spezialist für modern umgesetzte Heimatthemen. Schon 1988 hatte er mit der Verfilmung des autobiographischen Bauernromans Herbstmilch von Anna Wimschneider auf sich aufmerksam gemacht. 1997 sorgte er dann mit Comedian Harmonists für den größten deutschen Kinohit des Jahres. Hier wirkte auch Ben Becker mit, der in Schlafes Bruder die zweite männliche Hauptrolle spielt. Zum Durchbruch wurde der Streifen für André Eisermann (Kaspar Hauser) als musikalisches Wunderkind Elias, das keine Noten lesen kann, es aber versteht, mit seinem Orgelspiel göttliche Gefühle herauf zu beschwören.
Die Geschichte spielt Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, und Vilsmaier versucht, die bäuerliche Tristesse und die in Elias' kleinem Heimatdorf herrschende Inzucht realistisch abzubilden. Interessant ist, wie er sich die damalige Dorfgesellschaft vorstellt, mit bigotten Geistlichen, prügelnden Lehrern und verbohrten Bauern. Ob das wirklichkeitsnah ist oder nicht, hier wirkt sie wie die Gemeinschaft der Vorhölle und für den fast heiligen Helden des Films gereicht sie zum Untergang. Der Film kam beim Publikum sehr gut an, wurde aber von der Kritik nicht nur gelobt, einige halten die Adaption des Romans für zu pathetisch. Trotzdem, ein 111 Minuten langer Sog wird für denjenigen entstehen, der sich auf die mystischen Stimmungen und die starken Bilder des Films einlässt. -Daphne von Unruh


Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 27 Bewertungen)

es geht nicht immer gut aus - wie im richtigen Leben!      5 von 5 Punkten
Die Handlung des Filmes muss nach so vielen Rezensionen nicht mehr im Detail erwähnt werden. Daher zum Wesentlichen, nämlich dazu, was wir aus einen solchen Film lernen können oder wo das Besondere des Filmes liegt:

1. Auch wenn wir die Meinung und Weltanschaung vieler unserer heutigen Mitbürger und Erdenbewohner für eigenartig, unflexibel oder verbohrt halten: Vor 200 Jahren gab es in vielen Dörfern genau EINE "richtige" Ansicht. Und wer davon abwich, war einfach ein schlechter Mensch. Wer behindert war, hatte die Erbsünde.

Die damalige geistige Enge ist für uns heute nicht mehr vorstellbar. Der Film stellt diese Enge für mich sehr eindrucksvoll dar.

2. Beziehungen zwischen Mann und Frau leben von der Kommunikation. Er liebte sie, sie liebte ihn. Doch beide kamen nicht zusammen. Sie (Elsbeth) war zum Schluß erstaulich offen, viel offener als es sich zur damaligen Zeit für eine Frau gehört hätte. Doch Elias kannte nur seine Musik, wollte die Liebesbeziehung romantischerweise in der Musik der neuen Orgel abbilden - ein wunderbarer Gedanke und eine Liebeserklärung, wie sie schöner nicht sein konnte. Doch Elsbeth verstand dies nicht, und Elias verstand nicht, dass sie es nicht verstand.

Damals wie heute gilt: Leute, REDET drüber. Und packt die Gelegenheiten bei den Hörnern. Lasst es nicht anbrennen, wenn es um die Liebe geht.

3. Beziehungen zwischen Mann und Frau haben eine kulturelle und triebhafte Schiene. Elbeth entscheidet sich für die triebhafte Schiene, die Arterhaltung ist ihr letzten Endes wichtiger als die Liebe zu dem Partner. Der Partner wird zur lebensspendenen Maschine und zum Versorger - doch auch nicht mehr. Elias lebt die kulturelle Schiene. Ihm ist die Musik wichtiger anstatt die Gelegenheit zumindest mal zu einem Kuss zu nutzen.

Ein Urteil, welche Schiene wohl die Bessere sei, liege mir fern. Beide nehmen jedoch einen großen Teil ihres Schicksals durch ihr eigenes Verhalten selbst in die Hand. Die Unerfülltheit der Liebe zwischen den Beiden ist also die Schuld beider - und diese Einsicht ist das eigentlich Elend in dieser Beziehung.

3. Wir sind gewohnt, dass zum Schluss einen Filmes sich eine Art Happy-End einstellt. Doch hier warten wir vergebens.
Elison hätte nach dem Brand auch die schwangere Elsbeth genommen - doch es wird nichts draus, obwohl sie ihn liebt. Elsbeths Bruder hätte sich mehr Nähe zu Elias gewünscht, auch körperlich - doch es wird nichts draus. Und der Lohn für die außergewöhnliche Begabung Elisons bleibt ebenfalls aus, artet gleich in bedrohliche Massenbegeisterung aus, die für einen Bergler zu viel ist.

Insgesamt gelingt es dem Film, eine einzigartige Stimmung und Tragik aufzubauen, auf die 99 Prozent aller Filme verzichten müssen. Selbst die verbrecherische Brandstiftung mit Mordversuch und der Mord an einem Unschuldigen treten gegenüber der Liebesgeschichte in den Hintergrund und bleiben unkommentiert und ungesühnt.

So haftet diesem Film bei aller Schlichtheit etwas monumentales und mächtiges an.

Ein sehr empfehlenswerter Film, der nachdenklich macht.


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Schlafes Bruder - André EisermannSchlafes Bruder
André Eisermann, Dana Vávrová, Ben Becker

Videokassette, 1. Juli 2000
     Verkaufsrang: 931     

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Genies faszinierten die Menschen schon immer und wenn das Genie auch noch ein Außenseiter ist, bietet es hochwertigen Stoff für Romane. Das war so bei Patrick Süßkinds Das Parfüm, wo das olfaktorische Genie ein mörderisches Monster ist und auch bei Robert Schneiders von der Grundstimmung sehr ähnlichem Debütroman Schlafes Bruder, in dem das musikalische Genie in einer monströsen Umwelt zugrunde geht.
1995 verfilmte Joseph Vilsmaier den literarischen Sensationserfolg Schneiders und bestätigte seinen Ruf als Spezialist für modern umgesetzte Heimatthemen. Schon 1988 hatte er mit der Verfilmung des autobiographischen Bauernromans Herbstmilch von Anna Wimschneider auf sich aufmerksam gemacht. 1997 sorgte er dann mit Comedian Harmonists für den größten deutschen Kinohit des Jahres. Hier wirkte auch Ben Becker mit, der in Schlafes Bruder die zweite männliche Hauptrolle spielt. Zum Durchbruch wurde der Streifen für André Eisermann (Kaspar Hauser) als musikalisches Wunderkind Elias, das keine Noten lesen kann, es aber versteht, mit seinem Orgelspiel göttliche Gefühle herauf zu beschwören.
Die Geschichte spielt Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, und Vilsmaier versucht, die bäuerliche Tristesse und die in Elias' kleinem Heimatdorf herrschende Inzucht realistisch abzubilden. Interessant ist, wie er sich die damalige Dorfgesellschaft vorstellt, mit bigotten Geistlichen, prügelnden Lehrern und verbohrten Bauern. Ob das wirklichkeitsnah ist oder nicht, hier wirkt sie wie die Gemeinschaft der Vorhölle und für den fast heiligen Helden des Films gereicht sie zum Untergang. Der Film kam beim Publikum sehr gut an, wurde aber von der Kritik nicht nur gelobt, einige halten die Adaption des Romans für zu pathetisch. Trotzdem, ein 111 Minuten langer Sog wird für denjenigen entstehen, der sich auf die mystischen Stimmungen und die starken Bilder des Films einlässt. -Daphne von Unruh


Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 27 Bewertungen)

es geht nicht immer gut aus - wie im richtigen Leben!      5 von 5 Punkten
Die Handlung des Filmes muss nach so vielen Rezensionen nicht mehr im Detail erwähnt werden. Daher zum Wesentlichen, nämlich dazu, was wir aus einen solchen Film lernen können oder wo das Besondere des Filmes liegt:

1. Auch wenn wir die Meinung und Weltanschaung vieler unserer heutigen Mitbürger und Erdenbewohner für eigenartig, unflexibel oder verbohrt halten: Vor 200 Jahren gab es in vielen Dörfern genau EINE "richtige" Ansicht. Und wer davon abwich, war einfach ein schlechter Mensch. Wer behindert war, hatte die Erbsünde.

Die damalige geistige Enge ist für uns heute nicht mehr vorstellbar. Der Film stellt diese Enge für mich sehr eindrucksvoll dar.

2. Beziehungen zwischen Mann und Frau leben von der Kommunikation. Er liebte sie, sie liebte ihn. Doch beide kamen nicht zusammen. Sie (Elsbeth) war zum Schluß erstaulich offen, viel offener als es sich zur damaligen Zeit für eine Frau gehört hätte. Doch Elias kannte nur seine Musik, wollte die Liebesbeziehung romantischerweise in der Musik der neuen Orgel abbilden - ein wunderbarer Gedanke und eine Liebeserklärung, wie sie schöner nicht sein konnte. Doch Elsbeth verstand dies nicht, und Elias verstand nicht, dass sie es nicht verstand.

Damals wie heute gilt: Leute, REDET drüber. Und packt die Gelegenheiten bei den Hörnern. Lasst es nicht anbrennen, wenn es um die Liebe geht.

3. Beziehungen zwischen Mann und Frau haben eine kulturelle und triebhafte Schiene. Elbeth entscheidet sich für die triebhafte Schiene, die Arterhaltung ist ihr letzten Endes wichtiger als die Liebe zu dem Partner. Der Partner wird zur lebensspendenen Maschine und zum Versorger - doch auch nicht mehr. Elias lebt die kulturelle Schiene. Ihm ist die Musik wichtiger anstatt die Gelegenheit zumindest mal zu einem Kuss zu nutzen.

Ein Urteil, welche Schiene wohl die Bessere sei, liege mir fern. Beide nehmen jedoch einen großen Teil ihres Schicksals durch ihr eigenes Verhalten selbst in die Hand. Die Unerfülltheit der Liebe zwischen den Beiden ist also die Schuld beider - und diese Einsicht ist das eigentlich Elend in dieser Beziehung.

3. Wir sind gewohnt, dass zum Schluss einen Filmes sich eine Art Happy-End einstellt. Doch hier warten wir vergebens.
Elison hätte nach dem Brand auch die schwangere Elsbeth genommen - doch es wird nichts draus, obwohl sie ihn liebt. Elsbeths Bruder hätte sich mehr Nähe zu Elias gewünscht, auch körperlich - doch es wird nichts draus. Und der Lohn für die außergewöhnliche Begabung Elisons bleibt ebenfalls aus, artet gleich in bedrohliche Massenbegeisterung aus, die für einen Bergler zu viel ist.

Insgesamt gelingt es dem Film, eine einzigartige Stimmung und Tragik aufzubauen, auf die 99 Prozent aller Filme verzichten müssen. Selbst die verbrecherische Brandstiftung mit Mordversuch und der Mord an einem Unschuldigen treten gegenüber der Liebesgeschichte in den Hintergrund und bleiben unkommentiert und ungesühnt.

So haftet diesem Film bei aller Schlichtheit etwas monumentales und mächtiges an.

Ein sehr empfehlenswerter Film, der nachdenklich macht.


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Kaspar Hauser - André EisermannKaspar Hauser
André Eisermann, Jeremy Clyde, Udo Samel

DVD, 1. November 2004
     Verkaufsrang: 10335     

Bei Amazon direkt z.Zt. nicht lieferbar,   Bei anderem Anbieter bestellen



Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Ein Höhepunkt der deutschen Filmlandschaft      5 von 5 Punkten
Ist Kaspar Hauser das Opfer einer politischen Intrige? Bis heute ist nicht zweifelsfrei geklärt, wer sich hinter Kaspar Hauser verbirgt. Der Regisseur Peter Sehr stützt sich bei seiner Verfilmung auf eine Theorie, die davon ausgeht, dass Kaspar Hauser der Erbprinz des Hauses Baden ist, der schon kurz nach seiner Geburt im Auftrag der Gräfin Hochberg entführt wurde, die so die Erbfolge ihrer eigenen Linie sichern wollte. Kaspar Hauser wird - seiner Identität beraubt - demzufolge Opfer einer intriganten Politik, die an die Dramen Schillers und Lessings erinnert. Bis heute hat das Haus Baden seine Archive nicht geöffnet, was natürlich für weitere Spekulationen sorgt.
Der Film besticht durch seine Vielseitigkeit: Er ist Kriminalgeschichte, Historienfilm, Politthriller, Zeitdokument, zeitloses Lehrstück über Macht, ihren Erhalt und ihre Pervertierung. Die schauspielerische Leistung von André Eisermann muss besonders erwähnt werden: herausragend! Aber auch alle anderen Rollen sind großartig besetzt. Die DVD erhält zusätzlich noch einige Produktionsnotizen sowie Informationen über Schauspieler und Filmteam, die aber wenig weiterführendes Wissen bereithalten. Doch allein schon der Film rechtfertigt den Kauf der DVD ohne Zweifel: ein Höhepunkt der deutschen Filmlandschaft!


Schlafes Bruder - André EisermannSchlafes Bruder
André Eisermann, Dana Vávrová, Ben Becker

DVD, 1. Juli 2000
     Verkaufsrang: 50076     

Bei Amazon direkt z.Zt. nicht lieferbar,   Bei anderem Anbieter bestellen

Genies faszinierten die Menschen schon immer und wenn das Genie auch noch ein Außenseiter ist, bietet es hochwertigen Stoff für Romane. Das war so bei Patrick Süßkinds Das Parfüm, wo das olfaktorische Genie ein mörderisches Monster ist und auch bei Robert Schneiders von der Grundstimmung sehr ähnlichem Debütroman Schlafes Bruder, in dem das musikalische Genie in einer monströsen Umwelt zugrunde geht.
1995 verfilmte Joseph Vilsmaier den literarischen Sensationserfolg Schneiders und bestätigte seinen Ruf als Spezialist für modern umgesetzte Heimatthemen. Schon 1988 hatte er mit der Verfilmung des autobiographischen Bauernromans Herbstmilch von Anna Wimschneider auf sich aufmerksam gemacht. 1997 sorgte er dann mit Comedian Harmonists für den größten deutschen Kinohit des Jahres. Hier wirkte auch Ben Becker mit, der in Schlafes Bruder die zweite männliche Hauptrolle spielt. Zum Durchbruch wurde der Streifen für André Eisermann (Kaspar Hauser) als musikalisches Wunderkind Elias, das keine Noten lesen kann, es aber versteht, mit seinem Orgelspiel göttliche Gefühle herauf zu beschwören.
Die Geschichte spielt Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, und Vilsmaier versucht, die bäuerliche Tristesse und die in Elias' kleinem Heimatdorf herrschende Inzucht realistisch abzubilden. Interessant ist, wie er sich die damalige Dorfgesellschaft vorstellt, mit bigotten Geistlichen, prügelnden Lehrern und verbohrten Bauern. Ob das wirklichkeitsnah ist oder nicht, hier wirkt sie wie die Gemeinschaft der Vorhölle und für den fast heiligen Helden des Films gereicht sie zum Untergang. Der Film kam beim Publikum sehr gut an, wurde aber von der Kritik nicht nur gelobt, einige halten die Adaption des Romans für zu pathetisch. Trotzdem, ein 111 Minuten langer Sog wird für denjenigen entstehen, der sich auf die mystischen Stimmungen und die starken Bilder des Films einlässt. -Daphne von Unruh


Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 27 Bewertungen)

es geht nicht immer gut aus - wie im richtigen Leben!      5 von 5 Punkten
Die Handlung des Filmes muss nach so vielen Rezensionen nicht mehr im Detail erwähnt werden. Daher zum Wesentlichen, nämlich dazu, was wir aus einen solchen Film lernen können oder wo das Besondere des Filmes liegt:

1. Auch wenn wir die Meinung und Weltanschaung vieler unserer heutigen Mitbürger und Erdenbewohner für eigenartig, unflexibel oder verbohrt halten: Vor 200 Jahren gab es in vielen Dörfern genau EINE "richtige" Ansicht. Und wer davon abwich, war einfach ein schlechter Mensch. Wer behindert war, hatte die Erbsünde.

Die damalige geistige Enge ist für uns heute nicht mehr vorstellbar. Der Film stellt diese Enge für mich sehr eindrucksvoll dar.

2. Beziehungen zwischen Mann und Frau leben von der Kommunikation. Er liebte sie, sie liebte ihn. Doch beide kamen nicht zusammen. Sie (Elsbeth) war zum Schluß erstaulich offen, viel offener als es sich zur damaligen Zeit für eine Frau gehört hätte. Doch Elias kannte nur seine Musik, wollte die Liebesbeziehung romantischerweise in der Musik der neuen Orgel abbilden - ein wunderbarer Gedanke und eine Liebeserklärung, wie sie schöner nicht sein konnte. Doch Elsbeth verstand dies nicht, und Elias verstand nicht, dass sie es nicht verstand.

Damals wie heute gilt: Leute, REDET drüber. Und packt die Gelegenheiten bei den Hörnern. Lasst es nicht anbrennen, wenn es um die Liebe geht.

3. Beziehungen zwischen Mann und Frau haben eine kulturelle und triebhafte Schiene. Elbeth entscheidet sich für die triebhafte Schiene, die Arterhaltung ist ihr letzten Endes wichtiger als die Liebe zu dem Partner. Der Partner wird zur lebensspendenen Maschine und zum Versorger - doch auch nicht mehr. Elias lebt die kulturelle Schiene. Ihm ist die Musik wichtiger anstatt die Gelegenheit zumindest mal zu einem Kuss zu nutzen.

Ein Urteil, welche Schiene wohl die Bessere sei, liege mir fern. Beide nehmen jedoch einen großen Teil ihres Schicksals durch ihr eigenes Verhalten selbst in die Hand. Die Unerfülltheit der Liebe zwischen den Beiden ist also die Schuld beider - und diese Einsicht ist das eigentlich Elend in dieser Beziehung.

3. Wir sind gewohnt, dass zum Schluss einen Filmes sich eine Art Happy-End einstellt. Doch hier warten wir vergebens.
Elison hätte nach dem Brand auch die schwangere Elsbeth genommen - doch es wird nichts draus, obwohl sie ihn liebt. Elsbeths Bruder hätte sich mehr Nähe zu Elias gewünscht, auch körperlich - doch es wird nichts draus. Und der Lohn für die außergewöhnliche Begabung Elisons bleibt ebenfalls aus, artet gleich in bedrohliche Massenbegeisterung aus, die für einen Bergler zu viel ist.

Insgesamt gelingt es dem Film, eine einzigartige Stimmung und Tragik aufzubauen, auf die 99 Prozent aller Filme verzichten müssen. Selbst die verbrecherische Brandstiftung mit Mordversuch und der Mord an einem Unschuldigen treten gegenüber der Liebesgeschichte in den Hintergrund und bleiben unkommentiert und ungesühnt.

So haftet diesem Film bei aller Schlichtheit etwas monumentales und mächtiges an.

Ein sehr empfehlenswerter Film, der nachdenklich macht.


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Kaspar Hauser - Der Mensch. Der Mythos. Das Verbrechen - André EisermannKaspar Hauser - Der Mensch. Der Mythos. Das Verbrechen
André Eisermann, Jeremy Clyde, Udo Samel

Videokassette, 8. August 1995
     Verkaufsrang: 7937     

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Am Pfingstmontag des Jahres 1828 wird der 12 Jahre lang in einem Nürnberger Keller eingesperrte Kaspar Hauser freigelassen. Etwa 5½ Jahre später stirbt er an einer Stichwunde. Sein Fall gehört zu den berühmtesten der deutschen Kriminalgeschichten des 19. Jahrhunderts und hat schon zu seinen Lebzeiten für ungeheures Aufsehen gesorgt. Schon damals hieß es, dass er im Frühjahr 1812 als Erbprinz des Hauses Baden zur Welt gekommen ist und schon kurze Zeit nach seiner Geburt im Auftrag der Gräfin Hochberg entführt wurde, die so die Erbfolge ihrer eigenen Linie sichern wollte.
Peter Sehr hat sich bei seiner Verfilmung des Schicksals Kaspar Hausers für diese nie zweifelsfrei bewiesene politische Interpretation der Ereignisse entschieden. Sein Findling, den André Eisermann eindrucksvoll verkörpert, ist das Opfer einer verkommenen, nur noch durch Intrigen und Machtmissbrauch aufrechterhaltenen Politik. Die Adligen, allen voran die Gräfin Hochberg (Katharina Thalbach in ihrer vielleicht besten Kinorolle) und Ludwig von Baden (Uwe Ochsenknecht), erinnern dabei an die Herrschenden, die in den bürgerlichen Trauerspielen Schillers und Lessings die Menschen verderben und zugrunde richten.
Damit stellt sich Sehr mit seinem Film ganz bewusst in die literarische Tradition, die zu Kaspar Hausers Zeiten vorherrschte, und verleiht seiner Fiktion neben der historischen auch eine künstlerische Authentizität, nur dass bei ihm das Bürgertum den Machenschaften des Adels nichts entgegenzusetzen hat. Ein äußerst düsteres Bild der Zeit entsteht, das zugleich aber weit über die konkreten historischen Ereignisse hinausgeht. Peter Sehr, der Elemente des bürgerlichen Trauerspiels sehr Kino-wirksam mit Thriller- und Melodram-Momenten verknüpft, verwandelt Kaspar Hauser in ein zeitloses Lehrstück über Macht, ihren Erhalt und ihre Pervertierung.
Aber der Film besticht nicht nur durch seine konsequente Inszenierung. Gernot Rolls Kameraarbeit, die zwar auf Realismus angelegt ist, aber zugleich mit ihren Stilisierungen Sehrs Ideen in mächtige Bilder umsetzt, gehört visuell zum Aufregendsten, was das deutsche Kino in den 90ern hervorgebracht hat. -Sascha Westphal


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

(K)Eine Dokumentation      5 von 5 Punkten
Eine letzlich spekulative Verfilmung des historisch nur in Teilen belegten Falls Caspar Hauser. Eisermann gelingt es ein sensibeles Bild der Person Hauser zu zeichnen. Der tragische Kern des Stoffs ist deteiliert und glaubwürdig vorgetragen und trägt den Betrachter auch durch die umfängliche Rahmenhandlung.



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