DVDs: Christine Ebersole

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Seite 1

Mick... mein Freund vom anderen Stern - Christine EbersoleMick... mein Freund vom anderen Stern
Christine Ebersole, Jonathan Ward, Jade Calegory

DVD, 1. Februar 1999
     Verkaufsrang: 23775      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 3,99 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Lieber E.T.,nicht grade der Renner      2 von 5 Punkten
Meine Kinder finden E.T viel besser und dem kann ich mich nur anschließen.Die Szenerie wurde anscheinend von E.T abgeschaut aber kann bei weitem nicht mit halten.Ansonsten kann ich nicht viel dazu sagen,ganz nett aber für das Geld lieber E.T


Folks! [UK IMPORT] - Tom SelleckFolks! [UK IMPORT]
Tom Selleck, Don Ameche, Anne Jackson, Christine Ebersole

DVD, 7. Juni 2004
     Verkaufsrang: 30977     

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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Herrliche Komödie - wo bleibt die DVD ?      5 von 5 Punkten
Dieser Film ist so unendlich komisch, dass es nicht nachzuvollziehen ist, weshalb er nicht zu kaufen ist. Nie habe ich Tom Selleck so witzig gesehen - ein toller Spaß.

Super Film      5 von 5 Punkten
Das ist einer der witzigsten Filme überhaupt. Haben ihn schon viele male gesehen und immer wieder herrlich gelacht. Wann gibt es endlich die DVD auch in deutscher Sprache?
Ein MUSS für alle, die gerne Komödien sehen


My Favorite Martian [UK IMPORT] - Jeff DanielsMy Favorite Martian [UK IMPORT]
Jeff Daniels, Christopher Lloyd, Elizabeth Hurley, Daryl Hannah, Wallace Shawn

DVD, 1. April 2004
     Verkaufsrang: 44573      Gewöhnlich versandfertig in 1 bis 3 Wochen.

Preis: € 20,99 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Move over Invaders. This is the real story.      4 von 5 Punkten
Usually with a remake you either loose some of the original zing or regardless of how good it is just not the same (nostalgia factor). Well this time you are in for a treat. The original was improved on and it is a positive exaggeration of the TV program. I am not sure that a talking suit really adds to the movie. However it does not distract.
All the original characters are in the movie and some added characters to round it off. I appreciated the method used buy Coleye (Wallace Shawn) to test for alien residue. By the way if his first name was Ernest, he could be "E. Coleye." Jeff Daniels made a believable Tim O'Hara. And it was a nice touch to put the late Ray Walston (the original Martian) in this picture as the investigator.
This film is a laugh a minute and so realistic. They must have hired Dave Barry for their science advisor. Sharon 'Mae' West the real script supervisor also was script supervisor for "Twin Peaks" (1990) If you do not see this movie to the very end you will miss the whole point.

Ein toller Filmspaß      4 von 5 Punkten
Ein außerirdisches Raumschiff mit ausgelösten Selbstzerstörungsmechanismus, ein verrückter Marsianer (Christopher Lloyd)als dessen Kapitän, ein Fernsehmann (Jeff Daniels bekannt von Dumm und Dümmer), seine Kolleginnen (Elizabet Hurley und Darryl Hannah), die ebenfalls eine Story widdern, ein Raumanzug mit Eigenleben und herumliegende Gliedmaßen sind schon so eine Garantie für Filmspaß. Besonders wenn er so gut wie dieser gemacht ist. Nicht nur die NASA auch die X-Akten und der American Way of Life in Form eines Strandboulvards mit einer Boutique, nichts bleibt verschont. Passend dazu auch der Untertitel auf dem Booklet: Sind wir allein im Universum? Besser wär's.


Mr. Traffic - John GoodmanMr. Traffic
John Goodman, Josh Charles, Peter Riegert, Christine Ebersole, Anne Heche

DVD, 26. November 2001
     Verkaufsrang: 44993      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,90 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Sweetie      3 von 5 Punkten
Mir ist die DVD-Ausstattung wurst,aber für Extrem-Romantiker und Schauspieler-Anhimmler wie mich: Josh Charles ist in diesem Film einfach zum Knutschen!! ;)

Schwach!      1 von 5 Punkten
Ich kann nur von diesem Film abraten. Ich weiß ja nicht in welchen Trockenzeiten von Josh Charles und John Goodmann dieser Film gemacht wurde, aber er ist einfach langweilig!
Der Plot: Ein großer Junge möchte seinem Idol, einem Verkehrsreporter für's Radio (wer denkt sich sowas aus?!), nacheifern und es gelingt ihm nicht. Statt dessen landet er andauernd mit seiner Vermieterin und später dann auch mit seiner ehemaligen Jugendfreundin im Bett.
Der Fehler des Films: Er ist nicht lustig, nicht dramatisch, nicht irgendwas, nur schlecht!

Lustige Romanze      3 von 5 Punkten
Charly Dunlop ein begeisteter Staureporter liebt fast nichts mehr als den Verkehr, ausser seine Jugendliebe Amy, doch beides lässt sich zusammen nur sehr schwer unter einen Hut bringen.......
Die DVD selbst ist leider extrem mager ausgestattet.Sie besitzt keinerlei Extras und keinen Dolby Surround Sound sondern enthält nur eine Stereo Tonspur. Allein das Bild vermag zu überzeigen.
Wer sich nicht von der Ausstattung der DVD abschrecken lässt, darf eine lustige Romanze mit dem etwas anderen Happy End geniessen.Da heißt es also zugreifen!!!!!!!


My Girl 2 [UK IMPORT] - Dan AykroydMy Girl 2 [UK IMPORT]
Dan Aykroyd, Anna Chlumsky, Austin O'Brien, Jamie Lee Curtis, Richard Masur

Videokassette, 4. Mai 1998
     Verkaufsrang: 42514     

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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Es kam was kommen mußte...      2 von 5 Punkten
... eine Fortsetzung! In diesem Fall meiner Meinung nach nicht so gelungen! Das schaffen nur ganz wenige!

Super Film      4 von 5 Punkten
Tag! Der Film ist zwar nicht ganz so gut wie der erste Teil, aber auch immernoch lustig und traurig zugleich. es ist gut, dass auch mal mehr über Vaidas Mum geredet wird. Es ist mehr Handlung als in Teil eins. Trotzdem wird leider Thomas J. nicht gerade viel erwähnt. Für fans von teil eins trotzdem ein Muss!!!

Kitschig, aber genial      5 von 5 Punkten
Ich habe diesen Film jetzt schon über fünfmal gesehen und finde ihn auch jetzt noch gut. Dieser zweite Teil gefällt mir noch viel besser als der erste, da hier viel mehr Gefühle enthalten sind. Die Schauspieler waren auch diesmal hervorragend.

spitze      5 von 5 Punkten
Der Film ist eine gelungene Fortsetzung zu Teil eins. Vada, die inzwischen ein Teenager ist fliegt zu ihrem Onkel nach LA um einen Aufsatz über ihre verstorbene Mutter schreiben zu können. Dieser Film ist Drama und Komödie zu gleich und trotzdem anspruchsreich.

für anna chlumsky fans auf jeden fall ein muss!!!      4 von 5 Punkten
Es steht nachwuchs an im hause Sultenfuss, und das gefällt vada(13)(Anna chlumsky) überhaupt nicht, weil das baby ihr zimmer bekommen soll. Sie versucht sich mit einem schulaufsatz, der über eine person die etwas außergewöhnliches geleistet hat, und die man nicht privat gekannt hat, handeln soll vom stress im elternhaus abzulenken. Doch sie weiß zu wenig über ihre mutter, und so beschließt sie zu ihren verwandten nach los angeles zu fliegen, um dort etwas über ihre mutter zu erfahren. Es beginnt schon mit einer überraschung, denn nicht ihr onkel sondern ein junge namens nick (Austin O`Brian) holt sie vom flughafen ab. Die reise beginnt mit einer reihe niederschläge für vada, da anscheinend keiner von ihrer mutter bescheid weiß. Doch dann stellen sich erfolge ein und sie entwickelt gefühle für nick. Der film enthält deutlich zu viel kitschige szenen, aber anna chlumsky entschädigt ein dafür!!!


 Weitere Kundenmeinungen


Richie Rich [UK-Import] - Macaulay CulkinRichie Rich [UK-Import]
Macaulay Culkin, John Larroquette, Edward Herrmann, Jonathan Hyde, Christine Ebersole

Videokassette, 4. März 1996
     Verkaufsrang: 33425     

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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Cool      3 von 5 Punkten
In diesem Film geht es um einen sehr sehr reichen Jungen namens Richie, der alles hat- außer Freunde. Da er sehr gern Football spielt, aber keiner seiner schnöseligen Klassenkameraden diese Leidenschaft teilt, freundet er sich mit ein paar durchschnittlichen (also normal bürgerlichen) Kindern an. Diese mögen ihn anfangs aufgrund seiner eingebildeten Ausstrahlung nicht, doch schon bald (spätestens, als sie das hauseigene McDonalds entdecken) ändern sie ihre Meinung.
Eigentlich könnte Richie jetzt ja glücklich sein, doch der habgierige Mitarbeiter in der Firma seines Vaters hat es auf Richis Eltern, oder besser: auf ihr Geld abgesehen. Er will Richies Eltern töten.
Diese aber überleben sein Attentat und schwimmen dann hilflos in einem Gummiboot im Meer umher.
Richie bekommt die ganze Verantwortung, also muss der Mann ihn ausschaltten. Richie geht gegen ihn vor, doch er ist nicht mehr allein....


Amadeus - Abraham F. MurrayAmadeus
Abraham F. Murray, Tom Hulce, Elizabeth Berridge, Simon Callow, Roy Dotrice

Videokassette
    

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Das satirische Fingerspitzengefühl von Autor Peter Shaffer und Regisseur Milos Forman (Einer flog über das Kuckucksnest) passte bei dieser Filmfassung von Shaffers erfolgreichem Stück über die Rivalität zwischen zwei Komponisten am Hof des österreichischen Königs Joseph II - dem offiziellen Hofkomponisten Antonio Salieri (F. Murray Abraham) und dem jüngeren und besseren Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart (Tom Hulce) - perfekt zusammen. Die Situation ist ausgesprochen delikat: Salieri hasst insgeheim Mozarts rüde und flegelhafte Persönlichkeit, ist aber verblüfft über die Schönheit seiner Musik. Das ist der Kern von Salieris Qual - obwohl er sich in einer Position befindet, die ihm erlaubt, Mozarts Musik und Karriere sowohl anzuerkennen als auch zu fördern, ist er von Neid zerfressen und voller Unsicherheit gegenüber diesem Genie. Dass solch eine wunderbare Musik von so einer vulgären Kreatur geschrieben wird, hält Salieri für einen von Gottes schlechteren Scherzen und es macht ihn wahnsinnig. Amadeus kreiert einzigartige und bezaubernde Kontraste zwischen den perfekt wiedergegebenen historischen Details der verschwenderischen Ausstattung sowie dem schrillen (aber erfrischend humorvollen und lockeren) modernen Geist seiner Dialoge und Darstellungen.
All dies dient dazu, uns daran zu erinnern, dass wir es in erster Linie mit Menschen zu tun haben, bevor diese zu historischen und künstlerischen Figuren wurden. Jeffrey Jones, bekannt für seine Rolle als Schuldirektor in Ferris macht blau, ist besonders gut als stümperhafter Kaiser (er spricht wie ein moderner Geschäftsmann). Die acht Oscars wurden unter anderem für die Kategorien Beste Regie (Forman), Bester Schauspieler (Abraham, Hulce war ebenfalls nominiert), Bestes Drehbuch und Bester Film vergeben. -Jim Emerson


Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 56 Bewertungen)

Amadeus      5 von 5 Punkten
Auweh Flo, was hast du mir da bloß angetan. Deinetwegen musste ich mich, nachdem du meine Gedanken und mittlerweile eher spärlichen Erinnerungen an den Film aus den unscharfen Tiefen meines Gedächtnisses an die Oberfläche, mitten in mein Bewusstsein, gerufen hast, trotz Gipsfuß 33 Stufen ins Wohnzimmer runterhangeln und den Film (wäre da unten nicht vor kurzem umgeräumt worden, er hätte sicher ordentlich Staub angesetzt) aus dem Regal holen (von den qualvollen 33 Stufen hinauf auf einem Bein schweige ich lieber).
Aber eigentlich muss ich dir danken, lieber Flo. Denn wie ich schon in meinem Versuch einer provisorischen Kritik gesagt habe: Ich habe diesen Film wirklich lang, lange Zeit nicht gesehen, obwohl ich immer wieder kurz daran gedacht habe und ihn eigentlich immer in Griffweite hatte. Danke dir und deinem Thread und der Notwendigkeit, in diesen einige Zeilen zu schreiben, habe ich mich endlich aufgerafft und ihn angesehen, denn dieser Film verdient einen Versuch einer richtigen Kritik Tatsache ist: Während ich das hier schreibe sehe ich ihn mir gerade noch mal an. Der Film hat also auch in seiner zweiten Blüteperiode bei mir den gleichen Effekt: Mehrmaliges Ansehen hintereinander ist nicht nur NICHT ermüdend, sondern, im Gegenteil, erwünscht.
Aber jetzt mal alles der Reihe nach.

Zum einer Schande muss ich gestehen: Der Name Milos Forman war mir bis vor drei Tagen nicht geläufig. Das ist gleich aus drei Gründen bitter.
1. Ist das hier ein Filmforum und diese Unkenntnis beweist einmal mehr dass ich nicht gerade das bin, was man im Allgemeinen einen Filmexperten nennt.
2. Ich habe Einer flog über das Kuckucksnest bei mir im Regal stehen und halte ihn, wie könnte es auch anders sein, für einen genialen Film.
3. Bekräftigt sich nach dieser Erkenntnis immer mehr der Eindruck, dass dieser Mann wohl noch mehr als nur" diese zwei Meisterwerke gemacht hat. Wenn ich das doch früher gewusst hätte, ich könnte mich jetzt ein wenig mehr Filmexperte" nennen.
Na egal, wieder einen kleinen Schritt auf dem langen, steinigen Weg zum Olymp der wahren Filmkenner zurückgelegt.

Dieser Milos Forman jedenfalls hat seine zwei Oscars für die beste Regie völlig zu Recht gewonnen. Was die Erschaffung von Atmosphäre betrifft macht ihm wirklich kaum jemand etwas vor. Und die Atmosphäre ist eine der ganz großen Stärken von Amadeus.
Dabei hilft ihm natürlich auch die Tatsache, dass er mit Prag und Wien die best möglichen Drehorte ausgesucht hat (wobei natürlich Wien als Drehort auf der Hand lag, Prag für den Tschechen Milos eigentlich auch). Der Zauber dieser beiden wunderschönen Städte fängt einen schon in den ersten Minuten, als der schwer verletzte Salieri durch die Straßen der Wiener Altstadt in Richtung Sanatorium gekarrt wird, während gleichzeitig ein einem toll geschmückten Saal ein Ball stattfindet. Er lässt einen den ganzen Film über nicht mehr los, dafür bietet der Film einfach viel zu viel für das Auge: Opulente Saale, rauschende Feste, die herrliche Wiener Staatsoper, die Kostüme und die Opern selbst.
Vor allem zwei dieser Punkte verdienen besonderer Erwähnung:
Zum einen die fantastischen Kostüme, die Theodor Pistek für den Film gebastelt hat. Auch er hat seinen Oscar mehr als verdient, Mozart, Salieri und Constanze waren einfach perfekt gekleidet. Ihre Darsteller hätten sich vor ihren Figuren sicher nicht schämen müssen.
Zum anderen die Opern! Wieso können Opern nicht immer so aussehen? Gerade heutzutage, wo man doch alle technischen Möglichkeiten hat, werden einem moderne Operninszenierungen vorgesetzt dass einem das Grausen kommt (zumindest mir). Wieso fliegen heute keine schwarzen Todgestalten durch die Luft, wieso bricht heute kein Feuer auf der Bühne auf, wenn Don Giovanni sein Schicksal ereilt, wieso muss man sich heute mit lieblos gestalteten Bühnenbildern abgeben, die nicht einmal Kleinkinder heutzutage beeindruck. Mag sein, dass man früher nicht solche Feuerwerke auf die Bühne gezaubert hat wie im Film dargestellt, aber ich bin mir sicher, dass man heutzutage VIELE Opernaufführungen hat, über die man früher nur gelacht hätte. Meine Meinung nach sollte sich JEDER, der Opern für langweilig hält, diesen Film ansehen um zu sehen: So kann so was aussehen, wenn man sich Mühe gibt. Aber man will ja heutzutage kein Geld ausgeben, wo man doch auch genauso gut ins Kino gehen kann... naja, ich bin ja nicht besser, aber irgendwie ist es schon schade.

Was auch maßgeblich zur tollen Atmosphäre beiträgt ist der, wenn man es so nennen will, Soundtrack. Eigentlich ist es ja hauptsächlich eine Auswahl von Mozartwerken, aber Forman setzt sie wirklich genial ein. Eine meiner Lieblingsstellen ist zum Beispiel, als Mozart zur, wenn ich da richtig liege, Ouvertüre der Zauberflöte durch die Wohnung tanzt, bis die Musik, als er die Türe öffnet und in die Maske von Salieri starrt, urplötzlich umschlägt. Es ist zwar schade, dass man jetzt nicht wie sonst einen Howard Shore oder Elfman loben kann für die tolle Arbeit, die sie für einen Film geleistet haben, aber: Kann man sich denn einen besseren Filmkomponisten als Mozart wünschen? Eine Kritik an der Musik erübrigt sich dadurch jedenfalls und der Oscar für die Beste Tonmischung war wohl nur Formsache. ;-)

Die Oscars scheinen bisher also alle am rechten Fleck. Auch der für den besten Hauptdarsteller? Ich kann mich noch erinnern wie ich mich damals, als ich den Film das erste Mal sah, gefragt habe, warum denn der Darsteller des sympathischen, lustigen Mozart keinen Oscar bekommen hat, der des intriganten, unsympathischen Salieri aber schon. Erst jetzt ist mir aufgefallen, wie phänomenal F. Murray Abraham seine Rolle spielt. Eigentlich sind es ja gleich vier Rollen die er spielen muss:
- Die des alten, vom Wahnsinn umfächelte Salieri, der in der Irrenanstalt dahinvegetiert und bei einem Pfarrer seine Art der Beichte" ablegt
- Die des jüngeren Salieri, der wo er nur kann gegen Mozart intrigiert.
- Die des Erzählers, der teilweise auftritt als wäre es ein Interview.
- Die des Kommentators.

Vor allem die Rolle des Kommentators gefällt mir sehr gut, wenn er schwelgend aber gleichzeitig zerfressen von Eifersucht die Opern und die Musik von Mozart begleitet und erklärt, was diese Noten für ihn und für den Rest der Welt bedeuten. Diese Szenen, in denen er so verträumt Analyse betreibt, während sich im Hintergrund die Musik aufbaut (und dann, hoch darüber, eine Oboe..."), könnte ich mir wohl dutzende Male hintereinander ansehen, sie würden mich immer noch zum Lächeln bringen. Sie sind wohl auch einer der Gründe, warum ich, wann immer der Abspann von Amadeus über den Bildschirm flimmert, am liebsten noch einmal auf Play drücken würde.

Diese Szenen würden aber nicht halb so gut funktionieren, wäre die Synchronisation nicht eine der besten, die ich je gesehen, beziehungsweise gehört, habe. Einige der militanten Verfechter des O-Tons werden mich jetzt vielleicht belächeln, aber ich glaube, das ist so ein Film, der in einer anderen Sprache als der Muttersprache der Protagonisten" einfach nicht ganz so gut ist. Im englischen gibt es diesen herrlichen, dezenten wienerischen Akzent des Kaisers ebenso wenig wie den ausgeprägten Dialekt der Magd, die Salieri ins Haus der Mozarts schmuggelt. Ich habe heute trotzdem die englische Tonspur gewählt. Sie tut dem Film natürlich keinen Abbruch, ist auf ihre Weise auch sehr gelungen (vor allem das immer wieder auftauchende Italienisch), aber einige Sachen brachten mich immer wieder zum Schmunzeln, vor allem wenn vom Hörrn Kapällmeistär", von Hörr Mozrt, Wulfgäng oder Wulfi die Rede war.

Noch ein paar Worte zu den Schauspielern: Auch wenn Abraham den Oscar noch mehr verdient hat als sein Gegenüber, Hulce wäre ein genauso legitimer Oscargewinner gewesen. Beide spielen ihre Rollen perfekt. Wobei auch an den Rollen aller anderen Schauspieler, vom Nebendarsteller bis zum Komparsen, so gut wie nichts zu deuteln gibt. Darum lass ich's auch.

Was bleibt also, wenn man wirkliche Kritik an Amadeus üben will? Dass Die Zauberflöte" und Die Entführung aus dem Serail" im Film englisch gesungen werden hat mich zwar gestört, aber ein richtiger, großer Kritikpunkt ist das ja nicht.
Es bleibt wohl nur noch die, bei Filmen mit historischem Kern, obligatorische historische Ungenauigkeit. Und tatsächlich, würde man es darauf anlegen, man könnte den Film über Seiten hinweg deshalb in der Luft zerreißen. Mozart war gar nicht so viel jünger als Salieri, Mozart war in Wahrheit gar kein infantiler Bengel, der außer Unsinn und Alkohol nichts im Kopf hat, wenn er nicht gerade Musik macht, sondern ein hoch gebildeter Mann, sprach mehrere Sprachen, philosophierte in seinen Briefen über allerhand wichtige Themen und hatte sicher nichts gegen Späße und war auch sicher etwas exzentrisch. Salieri war auch kein Intriganter Neider, der Mozart verachtet hat und alles unternommen hat, damit ihm der Erfolg verwehrt bleibt... diese Liste könnte man noch lange fortführen. In meinen Augen ist das aber ein Unterfangen, das einfach unsinnig ist. Es ist doch recht unwahrscheinlich, dass es Formans Intention war, eine Biographie zu machen. Hätte er das gewollt hätte er sich sicher mehr an Fakten gehalten, für einen Meister wie ihn wäre es wohl keine große Kunst gewesen, auch ohne Abänderungen der Tatsachen einen tollen Film zu machen. Stattdessen baute er um die eher groben Vorgaben eine Handlung, die auch ohne Mozart, Wien und Salieri funktioniert hätte, mit Mozart, Wien und Salieri aber genial harmoniert. Dazu diese sehr ungewöhnliche Erzählstruktur, die nicht um den eigentlichen Protagonisten Mozart, sondern um dessen Gegenspieler Salieri aufgebaut ist.

Und so bleibt wirklich nur ein einziger, kleiner Kritikpunkt: Dieses Lachen! Dieses schrille, penetrante Lachen von Mozart. Das ist zwar sicher so gewollt, aber mir stehen dabei immer sämtliche Haare zu Berge.

Fazit: Forman kleidet den Kampf des ordentlichen, strengen und gottesfürchtigen Menschen Salieri gegen das berauschte, lustvolle und wirklich gottgesegnete Genie Mozart, an dessen Ende der Sieger zwar rufen konnte Gott(es Kind) ist tot und ICH, nur ICH bin sein Mörder", aber letztendlich doch angesichts der eigentlichen Niederlage verzweifelt, in ein phantastisches Kleid aus Musik (nicht irgendeiner, wir reden hier immerhin vom wohl größten Musikgenie aller Zeiten), farbenprächtigen Kostümen und Kulissen und einer ungewöhnlichen, aber genialen Erzählstruktur. Ich bin jetzt endlich soweit zu sagen: Amadeus ist einer der besten Filme aller Zeiten!

Schäm dich Flo, wegen dir muss ich wahrscheinlich bald noch einmal 33 lange Stufen hinunterstolpern und noch längere 33 Stufen wieder hinaufhumpeln, um mir unsere DVD der Zauberflöte zu holen. Aber wahrscheinlich, ach was, ganz sicher ist es die Sache am Ende wieder wert.


 Weitere Kundenmeinungen


Mick... mein Freund vom anderen Stern - Christine EbersoleMick... mein Freund vom anderen Stern
Christine Ebersole, Jonathan Ward, Jade Calegory

Videokassette
     Verkaufsrang: 34964     

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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Lieber E.T.,nicht grade der Renner      2 von 5 Punkten
Meine Kinder finden E.T viel besser und dem kann ich mich nur anschließen.Die Szenerie wurde anscheinend von E.T abgeschaut aber kann bei weitem nicht mit halten.Ansonsten kann ich nicht viel dazu sagen,ganz nett aber für das Geld lieber E.T


My Favorite Martians [UK IMPORT] - Jeff DanielsMy Favorite Martians [UK IMPORT]
Jeff Daniels, Christopher Lloyd, Elizabeth Hurley, Daryl Hannah, Wallace Shawn

Videokassette, 8. Mai 2000
     Verkaufsrang: 45780     

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Move over Invaders. This is the real story.      4 von 5 Punkten
Usually with a remake you either loose some of the original zing or regardless of how good it is just not the same (nostalgia factor). Well this time you are in for a treat. The original was improved on and it is a positive exaggeration of the TV program. I am not sure that a talking suit really adds to the movie. However it does not distract.
All the original characters are in the movie and some added characters to round it off. I appreciated the method used buy Coleye (Wallace Shawn) to test for alien residue. By the way if his first name was Ernest, he could be "E. Coleye." Jeff Daniels made a believable Tim O'Hara. And it was a nice touch to put the late Ray Walston (the original Martian) in this picture as the investigator.
This film is a laugh a minute and so realistic. They must have hired Dave Barry for their science advisor. Sharon 'Mae' West the real script supervisor also was script supervisor for "Twin Peaks" (1990) If you do not see this movie to the very end you will miss the whole point.

Ein toller Filmspaß      4 von 5 Punkten
Ein außerirdisches Raumschiff mit ausgelösten Selbstzerstörungsmechanismus, ein verrückter Marsianer (Christopher Lloyd)als dessen Kapitän, ein Fernsehmann (Jeff Daniels bekannt von Dumm und Dümmer), seine Kolleginnen (Elizabet Hurley und Darryl Hannah), die ebenfalls eine Story widdern, ein Raumanzug mit Eigenleben und herumliegende Gliedmaßen sind schon so eine Garantie für Filmspaß. Besonders wenn er so gut wie dieser gemacht ist. Nicht nur die NASA auch die X-Akten und der American Way of Life in Form eines Strandboulvards mit einer Boutique, nichts bleibt verschont. Passend dazu auch der Untertitel auf dem Booklet: Sind wir allein im Universum? Besser wär's.


Mac And Me [UK IMPORT] - Christine EbersoleMac And Me [UK IMPORT]
Christine Ebersole, Jonathan Ward, Katrina Caspary, Lauren Stanley, Andrew Divoff

Videokassette, 10. Februar 1992
    

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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Lieber E.T.,nicht grade der Renner      2 von 5 Punkten
Meine Kinder finden E.T viel besser und dem kann ich mich nur anschließen.Die Szenerie wurde anscheinend von E.T abgeschaut aber kann bei weitem nicht mit halten.Ansonsten kann ich nicht viel dazu sagen,ganz nett aber für das Geld lieber E.T


Amadeus - Abraham F. MurrayAmadeus
Abraham F. Murray, Tom Hulce, Elizabeth Berridge, Simon Callow, Roy Dotrice

DVD, 1. Oktober 2000
    

Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar!

Das satirische Fingerspitzengefühl von Autor Peter Shaffer und Regisseur Milos Forman (Einer flog über das Kuckucksnest) passte bei dieser Filmfassung von Shaffers erfolgreichem Stück über die Rivalität zwischen zwei Komponisten am Hof des österreichischen Königs Joseph II - dem offiziellen Hofkomponisten Antonio Salieri (F. Murray Abraham) und dem jüngeren und besseren Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart (Tom Hulce) - perfekt zusammen. Die Situation ist ausgesprochen delikat: Salieri hasst insgeheim Mozarts rüde und flegelhafte Persönlichkeit, ist aber verblüfft über die Schönheit seiner Musik. Das ist der Kern von Salieris Qual - obwohl er sich in einer Position befindet, die ihm erlaubt, Mozarts Musik und Karriere sowohl anzuerkennen als auch zu fördern, ist er von Neid zerfressen und voller Unsicherheit gegenüber diesem Genie. Dass solch eine wunderbare Musik von so einer vulgären Kreatur geschrieben wird, hält Salieri für einen von Gottes schlechteren Scherzen und es macht ihn wahnsinnig. Amadeus kreiert einzigartige und bezaubernde Kontraste zwischen den perfekt wiedergegebenen historischen Details der verschwenderischen Ausstattung sowie dem schrillen (aber erfrischend humorvollen und lockeren) modernen Geist seiner Dialoge und Darstellungen.
All dies dient dazu, uns daran zu erinnern, dass wir es in erster Linie mit Menschen zu tun haben, bevor diese zu historischen und künstlerischen Figuren wurden. Jeffrey Jones, bekannt für seine Rolle als Schuldirektor in Ferris macht blau, ist besonders gut als stümperhafter Kaiser (er spricht wie ein moderner Geschäftsmann). Die acht Oscars wurden unter anderem für die Kategorien Beste Regie (Forman), Bester Schauspieler (Abraham, Hulce war ebenfalls nominiert), Bestes Drehbuch und Bester Film vergeben. -Jim Emerson


Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 56 Bewertungen)

Amadeus      5 von 5 Punkten
Auweh Flo, was hast du mir da bloß angetan. Deinetwegen musste ich mich, nachdem du meine Gedanken und mittlerweile eher spärlichen Erinnerungen an den Film aus den unscharfen Tiefen meines Gedächtnisses an die Oberfläche, mitten in mein Bewusstsein, gerufen hast, trotz Gipsfuß 33 Stufen ins Wohnzimmer runterhangeln und den Film (wäre da unten nicht vor kurzem umgeräumt worden, er hätte sicher ordentlich Staub angesetzt) aus dem Regal holen (von den qualvollen 33 Stufen hinauf auf einem Bein schweige ich lieber).
Aber eigentlich muss ich dir danken, lieber Flo. Denn wie ich schon in meinem Versuch einer provisorischen Kritik gesagt habe: Ich habe diesen Film wirklich lang, lange Zeit nicht gesehen, obwohl ich immer wieder kurz daran gedacht habe und ihn eigentlich immer in Griffweite hatte. Danke dir und deinem Thread und der Notwendigkeit, in diesen einige Zeilen zu schreiben, habe ich mich endlich aufgerafft und ihn angesehen, denn dieser Film verdient einen Versuch einer richtigen Kritik Tatsache ist: Während ich das hier schreibe sehe ich ihn mir gerade noch mal an. Der Film hat also auch in seiner zweiten Blüteperiode bei mir den gleichen Effekt: Mehrmaliges Ansehen hintereinander ist nicht nur NICHT ermüdend, sondern, im Gegenteil, erwünscht.
Aber jetzt mal alles der Reihe nach.

Zum einer Schande muss ich gestehen: Der Name Milos Forman war mir bis vor drei Tagen nicht geläufig. Das ist gleich aus drei Gründen bitter.
1. Ist das hier ein Filmforum und diese Unkenntnis beweist einmal mehr dass ich nicht gerade das bin, was man im Allgemeinen einen Filmexperten nennt.
2. Ich habe Einer flog über das Kuckucksnest bei mir im Regal stehen und halte ihn, wie könnte es auch anders sein, für einen genialen Film.
3. Bekräftigt sich nach dieser Erkenntnis immer mehr der Eindruck, dass dieser Mann wohl noch mehr als nur" diese zwei Meisterwerke gemacht hat. Wenn ich das doch früher gewusst hätte, ich könnte mich jetzt ein wenig mehr Filmexperte" nennen.
Na egal, wieder einen kleinen Schritt auf dem langen, steinigen Weg zum Olymp der wahren Filmkenner zurückgelegt.

Dieser Milos Forman jedenfalls hat seine zwei Oscars für die beste Regie völlig zu Recht gewonnen. Was die Erschaffung von Atmosphäre betrifft macht ihm wirklich kaum jemand etwas vor. Und die Atmosphäre ist eine der ganz großen Stärken von Amadeus.
Dabei hilft ihm natürlich auch die Tatsache, dass er mit Prag und Wien die best möglichen Drehorte ausgesucht hat (wobei natürlich Wien als Drehort auf der Hand lag, Prag für den Tschechen Milos eigentlich auch). Der Zauber dieser beiden wunderschönen Städte fängt einen schon in den ersten Minuten, als der schwer verletzte Salieri durch die Straßen der Wiener Altstadt in Richtung Sanatorium gekarrt wird, während gleichzeitig ein einem toll geschmückten Saal ein Ball stattfindet. Er lässt einen den ganzen Film über nicht mehr los, dafür bietet der Film einfach viel zu viel für das Auge: Opulente Saale, rauschende Feste, die herrliche Wiener Staatsoper, die Kostüme und die Opern selbst.
Vor allem zwei dieser Punkte verdienen besonderer Erwähnung:
Zum einen die fantastischen Kostüme, die Theodor Pistek für den Film gebastelt hat. Auch er hat seinen Oscar mehr als verdient, Mozart, Salieri und Constanze waren einfach perfekt gekleidet. Ihre Darsteller hätten sich vor ihren Figuren sicher nicht schämen müssen.
Zum anderen die Opern! Wieso können Opern nicht immer so aussehen? Gerade heutzutage, wo man doch alle technischen Möglichkeiten hat, werden einem moderne Operninszenierungen vorgesetzt dass einem das Grausen kommt (zumindest mir). Wieso fliegen heute keine schwarzen Todgestalten durch die Luft, wieso bricht heute kein Feuer auf der Bühne auf, wenn Don Giovanni sein Schicksal ereilt, wieso muss man sich heute mit lieblos gestalteten Bühnenbildern abgeben, die nicht einmal Kleinkinder heutzutage beeindruck. Mag sein, dass man früher nicht solche Feuerwerke auf die Bühne gezaubert hat wie im Film dargestellt, aber ich bin mir sicher, dass man heutzutage VIELE Opernaufführungen hat, über die man früher nur gelacht hätte. Meine Meinung nach sollte sich JEDER, der Opern für langweilig hält, diesen Film ansehen um zu sehen: So kann so was aussehen, wenn man sich Mühe gibt. Aber man will ja heutzutage kein Geld ausgeben, wo man doch auch genauso gut ins Kino gehen kann... naja, ich bin ja nicht besser, aber irgendwie ist es schon schade.

Was auch maßgeblich zur tollen Atmosphäre beiträgt ist der, wenn man es so nennen will, Soundtrack. Eigentlich ist es ja hauptsächlich eine Auswahl von Mozartwerken, aber Forman setzt sie wirklich genial ein. Eine meiner Lieblingsstellen ist zum Beispiel, als Mozart zur, wenn ich da richtig liege, Ouvertüre der Zauberflöte durch die Wohnung tanzt, bis die Musik, als er die Türe öffnet und in die Maske von Salieri starrt, urplötzlich umschlägt. Es ist zwar schade, dass man jetzt nicht wie sonst einen Howard Shore oder Elfman loben kann für die tolle Arbeit, die sie für einen Film geleistet haben, aber: Kann man sich denn einen besseren Filmkomponisten als Mozart wünschen? Eine Kritik an der Musik erübrigt sich dadurch jedenfalls und der Oscar für die Beste Tonmischung war wohl nur Formsache. ;-)

Die Oscars scheinen bisher also alle am rechten Fleck. Auch der für den besten Hauptdarsteller? Ich kann mich noch erinnern wie ich mich damals, als ich den Film das erste Mal sah, gefragt habe, warum denn der Darsteller des sympathischen, lustigen Mozart keinen Oscar bekommen hat, der des intriganten, unsympathischen Salieri aber schon. Erst jetzt ist mir aufgefallen, wie phänomenal F. Murray Abraham seine Rolle spielt. Eigentlich sind es ja gleich vier Rollen die er spielen muss:
- Die des alten, vom Wahnsinn umfächelte Salieri, der in der Irrenanstalt dahinvegetiert und bei einem Pfarrer seine Art der Beichte" ablegt
- Die des jüngeren Salieri, der wo er nur kann gegen Mozart intrigiert.
- Die des Erzählers, der teilweise auftritt als wäre es ein Interview.
- Die des Kommentators.

Vor allem die Rolle des Kommentators gefällt mir sehr gut, wenn er schwelgend aber gleichzeitig zerfressen von Eifersucht die Opern und die Musik von Mozart begleitet und erklärt, was diese Noten für ihn und für den Rest der Welt bedeuten. Diese Szenen, in denen er so verträumt Analyse betreibt, während sich im Hintergrund die Musik aufbaut (und dann, hoch darüber, eine Oboe..."), könnte ich mir wohl dutzende Male hintereinander ansehen, sie würden mich immer noch zum Lächeln bringen. Sie sind wohl auch einer der Gründe, warum ich, wann immer der Abspann von Amadeus über den Bildschirm flimmert, am liebsten noch einmal auf Play drücken würde.

Diese Szenen würden aber nicht halb so gut funktionieren, wäre die Synchronisation nicht eine der besten, die ich je gesehen, beziehungsweise gehört, habe. Einige der militanten Verfechter des O-Tons werden mich jetzt vielleicht belächeln, aber ich glaube, das ist so ein Film, der in einer anderen Sprache als der Muttersprache der Protagonisten" einfach nicht ganz so gut ist. Im englischen gibt es diesen herrlichen, dezenten wienerischen Akzent des Kaisers ebenso wenig wie den ausgeprägten Dialekt der Magd, die Salieri ins Haus der Mozarts schmuggelt. Ich habe heute trotzdem die englische Tonspur gewählt. Sie tut dem Film natürlich keinen Abbruch, ist auf ihre Weise auch sehr gelungen (vor allem das immer wieder auftauchende Italienisch), aber einige Sachen brachten mich immer wieder zum Schmunzeln, vor allem wenn vom Hörrn Kapällmeistär", von Hörr Mozrt, Wulfgäng oder Wulfi die Rede war.

Noch ein paar Worte zu den Schauspielern: Auch wenn Abraham den Oscar noch mehr verdient hat als sein Gegenüber, Hulce wäre ein genauso legitimer Oscargewinner gewesen. Beide spielen ihre Rollen perfekt. Wobei auch an den Rollen aller anderen Schauspieler, vom Nebendarsteller bis zum Komparsen, so gut wie nichts zu deuteln gibt. Darum lass ich's auch.

Was bleibt also, wenn man wirkliche Kritik an Amadeus üben will? Dass Die Zauberflöte" und Die Entführung aus dem Serail" im Film englisch gesungen werden hat mich zwar gestört, aber ein richtiger, großer Kritikpunkt ist das ja nicht.
Es bleibt wohl nur noch die, bei Filmen mit historischem Kern, obligatorische historische Ungenauigkeit. Und tatsächlich, würde man es darauf anlegen, man könnte den Film über Seiten hinweg deshalb in der Luft zerreißen. Mozart war gar nicht so viel jünger als Salieri, Mozart war in Wahrheit gar kein infantiler Bengel, der außer Unsinn und Alkohol nichts im Kopf hat, wenn er nicht gerade Musik macht, sondern ein hoch gebildeter Mann, sprach mehrere Sprachen, philosophierte in seinen Briefen über allerhand wichtige Themen und hatte sicher nichts gegen Späße und war auch sicher etwas exzentrisch. Salieri war auch kein Intriganter Neider, der Mozart verachtet hat und alles unternommen hat, damit ihm der Erfolg verwehrt bleibt... diese Liste könnte man noch lange fortführen. In meinen Augen ist das aber ein Unterfangen, das einfach unsinnig ist. Es ist doch recht unwahrscheinlich, dass es Formans Intention war, eine Biographie zu machen. Hätte er das gewollt hätte er sich sicher mehr an Fakten gehalten, für einen Meister wie ihn wäre es wohl keine große Kunst gewesen, auch ohne Abänderungen der Tatsachen einen tollen Film zu machen. Stattdessen baute er um die eher groben Vorgaben eine Handlung, die auch ohne Mozart, Wien und Salieri funktioniert hätte, mit Mozart, Wien und Salieri aber genial harmoniert. Dazu diese sehr ungewöhnliche Erzählstruktur, die nicht um den eigentlichen Protagonisten Mozart, sondern um dessen Gegenspieler Salieri aufgebaut ist.

Und so bleibt wirklich nur ein einziger, kleiner Kritikpunkt: Dieses Lachen! Dieses schrille, penetrante Lachen von Mozart. Das ist zwar sicher so gewollt, aber mir stehen dabei immer sämtliche Haare zu Berge.

Fazit: Forman kleidet den Kampf des ordentlichen, strengen und gottesfürchtigen Menschen Salieri gegen das berauschte, lustvolle und wirklich gottgesegnete Genie Mozart, an dessen Ende der Sieger zwar rufen konnte Gott(es Kind) ist tot und ICH, nur ICH bin sein Mörder", aber letztendlich doch angesichts der eigentlichen Niederlage verzweifelt, in ein phantastisches Kleid aus Musik (nicht irgendeiner, wir reden hier immerhin vom wohl größten Musikgenie aller Zeiten), farbenprächtigen Kostümen und Kulissen und einer ungewöhnlichen, aber genialen Erzählstruktur. Ich bin jetzt endlich soweit zu sagen: Amadeus ist einer der besten Filme aller Zeiten!

Schäm dich Flo, wegen dir muss ich wahrscheinlich bald noch einmal 33 lange Stufen hinunterstolpern und noch längere 33 Stufen wieder hinaufhumpeln, um mir unsere DVD der Zauberflöte zu holen. Aber wahrscheinlich, ach was, ganz sicher ist es die Sache am Ende wieder wert.


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Amadeus [UK-Import] - Abraham F. MurrayAmadeus [UK-Import]
Abraham F. Murray, Tom Hulce, Elizabeth Berridge, Simon Callow, Roy Dotrice

Videokassette, 20. März 2000
     Verkaufsrang: 18151     

Bei Amazon direkt z.Zt. nicht lieferbar,   Bei anderem Anbieter bestellen

Das satirische Fingerspitzengefühl von Autor Peter Shaffer und Regisseur Milos Forman (Einer flog über das Kuckucksnest) passte bei dieser Filmfassung von Shaffers erfolgreichem Stück über die Rivalität zwischen zwei Komponisten am Hof des österreichischen Königs Joseph II - dem offiziellen Hofkomponisten Antonio Salieri (F. Murray Abraham) und dem jüngeren und besseren Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart (Tom Hulce) - perfekt zusammen. Die Situation ist ausgesprochen delikat: Salieri hasst insgeheim Mozarts rüde und flegelhafte Persönlichkeit, ist aber verblüfft über die Schönheit seiner Musik. Das ist der Kern von Salieris Qual - obwohl er sich in einer Position befindet, die ihm erlaubt, Mozarts Musik und Karriere sowohl anzuerkennen als auch zu fördern, ist er von Neid zerfressen und voller Unsicherheit gegenüber diesem Genie. Dass solch eine wunderbare Musik von so einer vulgären Kreatur geschrieben wird, hält Salieri für einen von Gottes schlechteren Scherzen und es macht ihn wahnsinnig. Amadeus kreiert einzigartige und bezaubernde Kontraste zwischen den perfekt wiedergegebenen historischen Details der verschwenderischen Ausstattung sowie dem schrillen (aber erfrischend humorvollen und lockeren) modernen Geist seiner Dialoge und Darstellungen.
All dies dient dazu, uns daran zu erinnern, dass wir es in erster Linie mit Menschen zu tun haben, bevor diese zu historischen und künstlerischen Figuren wurden. Jeffrey Jones, bekannt für seine Rolle als Schuldirektor in Ferris macht blau, ist besonders gut als stümperhafter Kaiser (er spricht wie ein moderner Geschäftsmann). Die acht Oscars wurden unter anderem für die Kategorien Beste Regie (Forman), Bester Schauspieler (Abraham, Hulce war ebenfalls nominiert), Bestes Drehbuch und Bester Film vergeben. -Jim Emerson


Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 56 Bewertungen)

Amadeus      5 von 5 Punkten
Auweh Flo, was hast du mir da bloß angetan. Deinetwegen musste ich mich, nachdem du meine Gedanken und mittlerweile eher spärlichen Erinnerungen an den Film aus den unscharfen Tiefen meines Gedächtnisses an die Oberfläche, mitten in mein Bewusstsein, gerufen hast, trotz Gipsfuß 33 Stufen ins Wohnzimmer runterhangeln und den Film (wäre da unten nicht vor kurzem umgeräumt worden, er hätte sicher ordentlich Staub angesetzt) aus dem Regal holen (von den qualvollen 33 Stufen hinauf auf einem Bein schweige ich lieber).
Aber eigentlich muss ich dir danken, lieber Flo. Denn wie ich schon in meinem Versuch einer provisorischen Kritik gesagt habe: Ich habe diesen Film wirklich lang, lange Zeit nicht gesehen, obwohl ich immer wieder kurz daran gedacht habe und ihn eigentlich immer in Griffweite hatte. Danke dir und deinem Thread und der Notwendigkeit, in diesen einige Zeilen zu schreiben, habe ich mich endlich aufgerafft und ihn angesehen, denn dieser Film verdient einen Versuch einer richtigen Kritik Tatsache ist: Während ich das hier schreibe sehe ich ihn mir gerade noch mal an. Der Film hat also auch in seiner zweiten Blüteperiode bei mir den gleichen Effekt: Mehrmaliges Ansehen hintereinander ist nicht nur NICHT ermüdend, sondern, im Gegenteil, erwünscht.
Aber jetzt mal alles der Reihe nach.

Zum einer Schande muss ich gestehen: Der Name Milos Forman war mir bis vor drei Tagen nicht geläufig. Das ist gleich aus drei Gründen bitter.
1. Ist das hier ein Filmforum und diese Unkenntnis beweist einmal mehr dass ich nicht gerade das bin, was man im Allgemeinen einen Filmexperten nennt.
2. Ich habe Einer flog über das Kuckucksnest bei mir im Regal stehen und halte ihn, wie könnte es auch anders sein, für einen genialen Film.
3. Bekräftigt sich nach dieser Erkenntnis immer mehr der Eindruck, dass dieser Mann wohl noch mehr als nur" diese zwei Meisterwerke gemacht hat. Wenn ich das doch früher gewusst hätte, ich könnte mich jetzt ein wenig mehr Filmexperte" nennen.
Na egal, wieder einen kleinen Schritt auf dem langen, steinigen Weg zum Olymp der wahren Filmkenner zurückgelegt.

Dieser Milos Forman jedenfalls hat seine zwei Oscars für die beste Regie völlig zu Recht gewonnen. Was die Erschaffung von Atmosphäre betrifft macht ihm wirklich kaum jemand etwas vor. Und die Atmosphäre ist eine der ganz großen Stärken von Amadeus.
Dabei hilft ihm natürlich auch die Tatsache, dass er mit Prag und Wien die best möglichen Drehorte ausgesucht hat (wobei natürlich Wien als Drehort auf der Hand lag, Prag für den Tschechen Milos eigentlich auch). Der Zauber dieser beiden wunderschönen Städte fängt einen schon in den ersten Minuten, als der schwer verletzte Salieri durch die Straßen der Wiener Altstadt in Richtung Sanatorium gekarrt wird, während gleichzeitig ein einem toll geschmückten Saal ein Ball stattfindet. Er lässt einen den ganzen Film über nicht mehr los, dafür bietet der Film einfach viel zu viel für das Auge: Opulente Saale, rauschende Feste, die herrliche Wiener Staatsoper, die Kostüme und die Opern selbst.
Vor allem zwei dieser Punkte verdienen besonderer Erwähnung:
Zum einen die fantastischen Kostüme, die Theodor Pistek für den Film gebastelt hat. Auch er hat seinen Oscar mehr als verdient, Mozart, Salieri und Constanze waren einfach perfekt gekleidet. Ihre Darsteller hätten sich vor ihren Figuren sicher nicht schämen müssen.
Zum anderen die Opern! Wieso können Opern nicht immer so aussehen? Gerade heutzutage, wo man doch alle technischen Möglichkeiten hat, werden einem moderne Operninszenierungen vorgesetzt dass einem das Grausen kommt (zumindest mir). Wieso fliegen heute keine schwarzen Todgestalten durch die Luft, wieso bricht heute kein Feuer auf der Bühne auf, wenn Don Giovanni sein Schicksal ereilt, wieso muss man sich heute mit lieblos gestalteten Bühnenbildern abgeben, die nicht einmal Kleinkinder heutzutage beeindruck. Mag sein, dass man früher nicht solche Feuerwerke auf die Bühne gezaubert hat wie im Film dargestellt, aber ich bin mir sicher, dass man heutzutage VIELE Opernaufführungen hat, über die man früher nur gelacht hätte. Meine Meinung nach sollte sich JEDER, der Opern für langweilig hält, diesen Film ansehen um zu sehen: So kann so was aussehen, wenn man sich Mühe gibt. Aber man will ja heutzutage kein Geld ausgeben, wo man doch auch genauso gut ins Kino gehen kann... naja, ich bin ja nicht besser, aber irgendwie ist es schon schade.

Was auch maßgeblich zur tollen Atmosphäre beiträgt ist der, wenn man es so nennen will, Soundtrack. Eigentlich ist es ja hauptsächlich eine Auswahl von Mozartwerken, aber Forman setzt sie wirklich genial ein. Eine meiner Lieblingsstellen ist zum Beispiel, als Mozart zur, wenn ich da richtig liege, Ouvertüre der Zauberflöte durch die Wohnung tanzt, bis die Musik, als er die Türe öffnet und in die Maske von Salieri starrt, urplötzlich umschlägt. Es ist zwar schade, dass man jetzt nicht wie sonst einen Howard Shore oder Elfman loben kann für die tolle Arbeit, die sie für einen Film geleistet haben, aber: Kann man sich denn einen besseren Filmkomponisten als Mozart wünschen? Eine Kritik an der Musik erübrigt sich dadurch jedenfalls und der Oscar für die Beste Tonmischung war wohl nur Formsache. ;-)

Die Oscars scheinen bisher also alle am rechten Fleck. Auch der für den besten Hauptdarsteller? Ich kann mich noch erinnern wie ich mich damals, als ich den Film das erste Mal sah, gefragt habe, warum denn der Darsteller des sympathischen, lustigen Mozart keinen Oscar bekommen hat, der des intriganten, unsympathischen Salieri aber schon. Erst jetzt ist mir aufgefallen, wie phänomenal F. Murray Abraham seine Rolle spielt. Eigentlich sind es ja gleich vier Rollen die er spielen muss:
- Die des alten, vom Wahnsinn umfächelte Salieri, der in der Irrenanstalt dahinvegetiert und bei einem Pfarrer seine Art der Beichte" ablegt
- Die des jüngeren Salieri, der wo er nur kann gegen Mozart intrigiert.
- Die des Erzählers, der teilweise auftritt als wäre es ein Interview.
- Die des Kommentators.

Vor allem die Rolle des Kommentators gefällt mir sehr gut, wenn er schwelgend aber gleichzeitig zerfressen von Eifersucht die Opern und die Musik von Mozart begleitet und erklärt, was diese Noten für ihn und für den Rest der Welt bedeuten. Diese Szenen, in denen er so verträumt Analyse betreibt, während sich im Hintergrund die Musik aufbaut (und dann, hoch darüber, eine Oboe..."), könnte ich mir wohl dutzende Male hintereinander ansehen, sie würden mich immer noch zum Lächeln bringen. Sie sind wohl auch einer der Gründe, warum ich, wann immer der Abspann von Amadeus über den Bildschirm flimmert, am liebsten noch einmal auf Play drücken würde.

Diese Szenen würden aber nicht halb so gut funktionieren, wäre die Synchronisation nicht eine der besten, die ich je gesehen, beziehungsweise gehört, habe. Einige der militanten Verfechter des O-Tons werden mich jetzt vielleicht belächeln, aber ich glaube, das ist so ein Film, der in einer anderen Sprache als der Muttersprache der Protagonisten" einfach nicht ganz so gut ist. Im englischen gibt es diesen herrlichen, dezenten wienerischen Akzent des Kaisers ebenso wenig wie den ausgeprägten Dialekt der Magd, die Salieri ins Haus der Mozarts schmuggelt. Ich habe heute trotzdem die englische Tonspur gewählt. Sie tut dem Film natürlich keinen Abbruch, ist auf ihre Weise auch sehr gelungen (vor allem das immer wieder auftauchende Italienisch), aber einige Sachen brachten mich immer wieder zum Schmunzeln, vor allem wenn vom Hörrn Kapällmeistär", von Hörr Mozrt, Wulfgäng oder Wulfi die Rede war.

Noch ein paar Worte zu den Schauspielern: Auch wenn Abraham den Oscar noch mehr verdient hat als sein Gegenüber, Hulce wäre ein genauso legitimer Oscargewinner gewesen. Beide spielen ihre Rollen perfekt. Wobei auch an den Rollen aller anderen Schauspieler, vom Nebendarsteller bis zum Komparsen, so gut wie nichts zu deuteln gibt. Darum lass ich's auch.

Was bleibt also, wenn man wirkliche Kritik an Amadeus üben will? Dass Die Zauberflöte" und Die Entführung aus dem Serail" im Film englisch gesungen werden hat mich zwar gestört, aber ein richtiger, großer Kritikpunkt ist das ja nicht.
Es bleibt wohl nur noch die, bei Filmen mit historischem Kern, obligatorische historische Ungenauigkeit. Und tatsächlich, würde man es darauf anlegen, man könnte den Film über Seiten hinweg deshalb in der Luft zerreißen. Mozart war gar nicht so viel jünger als Salieri, Mozart war in Wahrheit gar kein infantiler Bengel, der außer Unsinn und Alkohol nichts im Kopf hat, wenn er nicht gerade Musik macht, sondern ein hoch gebildeter Mann, sprach mehrere Sprachen, philosophierte in seinen Briefen über allerhand wichtige Themen und hatte sicher nichts gegen Späße und war auch sicher etwas exzentrisch. Salieri war auch kein Intriganter Neider, der Mozart verachtet hat und alles unternommen hat, damit ihm der Erfolg verwehrt bleibt... diese Liste könnte man noch lange fortführen. In meinen Augen ist das aber ein Unterfangen, das einfach unsinnig ist. Es ist doch recht unwahrscheinlich, dass es Formans Intention war, eine Biographie zu machen. Hätte er das gewollt hätte er sich sicher mehr an Fakten gehalten, für einen Meister wie ihn wäre es wohl keine große Kunst gewesen, auch ohne Abänderungen der Tatsachen einen tollen Film zu machen. Stattdessen baute er um die eher groben Vorgaben eine Handlung, die auch ohne Mozart, Wien und Salieri funktioniert hätte, mit Mozart, Wien und Salieri aber genial harmoniert. Dazu diese sehr ungewöhnliche Erzählstruktur, die nicht um den eigentlichen Protagonisten Mozart, sondern um dessen Gegenspieler Salieri aufgebaut ist.

Und so bleibt wirklich nur ein einziger, kleiner Kritikpunkt: Dieses Lachen! Dieses schrille, penetrante Lachen von Mozart. Das ist zwar sicher so gewollt, aber mir stehen dabei immer sämtliche Haare zu Berge.

Fazit: Forman kleidet den Kampf des ordentlichen, strengen und gottesfürchtigen Menschen Salieri gegen das berauschte, lustvolle und wirklich gottgesegnete Genie Mozart, an dessen Ende der Sieger zwar rufen konnte Gott(es Kind) ist tot und ICH, nur ICH bin sein Mörder", aber letztendlich doch angesichts der eigentlichen Niederlage verzweifelt, in ein phantastisches Kleid aus Musik (nicht irgendeiner, wir reden hier immerhin vom wohl größten Musikgenie aller Zeiten), farbenprächtigen Kostümen und Kulissen und einer ungewöhnlichen, aber genialen Erzählstruktur. Ich bin jetzt endlich soweit zu sagen: Amadeus ist einer der besten Filme aller Zeiten!

Schäm dich Flo, wegen dir muss ich wahrscheinlich bald noch einmal 33 lange Stufen hinunterstolpern und noch längere 33 Stufen wieder hinaufhumpeln, um mir unsere DVD der Zauberflöte zu holen. Aber wahrscheinlich, ach was, ganz sicher ist es die Sache am Ende wieder wert.


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     Verkaufsrang: 17062     

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Das satirische Fingerspitzengefühl von Autor Peter Shaffer und Regisseur Milos Forman (Einer flog über das Kuckucksnest) passte bei dieser Filmfassung von Shaffers erfolgreichem Stück über die Rivalität zwischen zwei Komponisten am Hof des österreichischen Königs Joseph II - dem offiziellen Hofkomponisten Antonio Salieri (F. Murray Abraham) und dem jüngeren und besseren Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart (Tom Hulce) - perfekt zusammen. Die Situation ist ausgesprochen delikat: Salieri hasst insgeheim Mozarts rüde und flegelhafte Persönlichkeit, ist aber verblüfft über die Schönheit seiner Musik. Das ist der Kern von Salieris Qual - obwohl er sich in einer Position befindet, die ihm erlaubt, Mozarts Musik und Karriere sowohl anzuerkennen als auch zu fördern, ist er von Neid zerfressen und voller Unsicherheit gegenüber diesem Genie. Dass solch eine wunderbare Musik von so einer vulgären Kreatur geschrieben wird, hält Salieri für einen von Gottes schlechteren Scherzen und es macht ihn wahnsinnig. Amadeus kreiert einzigartige und bezaubernde Kontraste zwischen den perfekt wiedergegebenen historischen Details der verschwenderischen Ausstattung sowie dem schrillen (aber erfrischend humorvollen und lockeren) modernen Geist seiner Dialoge und Darstellungen.
All dies dient dazu, uns daran zu erinnern, dass wir es in erster Linie mit Menschen zu tun haben, bevor diese zu historischen und künstlerischen Figuren wurden. Jeffrey Jones, bekannt für seine Rolle als Schuldirektor in Ferris macht blau, ist besonders gut als stümperhafter Kaiser (er spricht wie ein moderner Geschäftsmann). Die acht Oscars wurden unter anderem für die Kategorien Beste Regie (Forman), Bester Schauspieler (Abraham, Hulce war ebenfalls nominiert), Bestes Drehbuch und Bester Film vergeben. -Jim Emerson


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 56 Bewertungen)

Amadeus      5 von 5 Punkten
Auweh Flo, was hast du mir da bloß angetan. Deinetwegen musste ich mich, nachdem du meine Gedanken und mittlerweile eher spärlichen Erinnerungen an den Film aus den unscharfen Tiefen meines Gedächtnisses an die Oberfläche, mitten in mein Bewusstsein, gerufen hast, trotz Gipsfuß 33 Stufen ins Wohnzimmer runterhangeln und den Film (wäre da unten nicht vor kurzem umgeräumt worden, er hätte sicher ordentlich Staub angesetzt) aus dem Regal holen (von den qualvollen 33 Stufen hinauf auf einem Bein schweige ich lieber).
Aber eigentlich muss ich dir danken, lieber Flo. Denn wie ich schon in meinem Versuch einer provisorischen Kritik gesagt habe: Ich habe diesen Film wirklich lang, lange Zeit nicht gesehen, obwohl ich immer wieder kurz daran gedacht habe und ihn eigentlich immer in Griffweite hatte. Danke dir und deinem Thread und der Notwendigkeit, in diesen einige Zeilen zu schreiben, habe ich mich endlich aufgerafft und ihn angesehen, denn dieser Film verdient einen Versuch einer richtigen Kritik Tatsache ist: Während ich das hier schreibe sehe ich ihn mir gerade noch mal an. Der Film hat also auch in seiner zweiten Blüteperiode bei mir den gleichen Effekt: Mehrmaliges Ansehen hintereinander ist nicht nur NICHT ermüdend, sondern, im Gegenteil, erwünscht.
Aber jetzt mal alles der Reihe nach.

Zum einer Schande muss ich gestehen: Der Name Milos Forman war mir bis vor drei Tagen nicht geläufig. Das ist gleich aus drei Gründen bitter.
1. Ist das hier ein Filmforum und diese Unkenntnis beweist einmal mehr dass ich nicht gerade das bin, was man im Allgemeinen einen Filmexperten nennt.
2. Ich habe Einer flog über das Kuckucksnest bei mir im Regal stehen und halte ihn, wie könnte es auch anders sein, für einen genialen Film.
3. Bekräftigt sich nach dieser Erkenntnis immer mehr der Eindruck, dass dieser Mann wohl noch mehr als nur" diese zwei Meisterwerke gemacht hat. Wenn ich das doch früher gewusst hätte, ich könnte mich jetzt ein wenig mehr Filmexperte" nennen.
Na egal, wieder einen kleinen Schritt auf dem langen, steinigen Weg zum Olymp der wahren Filmkenner zurückgelegt.

Dieser Milos Forman jedenfalls hat seine zwei Oscars für die beste Regie völlig zu Recht gewonnen. Was die Erschaffung von Atmosphäre betrifft macht ihm wirklich kaum jemand etwas vor. Und die Atmosphäre ist eine der ganz großen Stärken von Amadeus.
Dabei hilft ihm natürlich auch die Tatsache, dass er mit Prag und Wien die best möglichen Drehorte ausgesucht hat (wobei natürlich Wien als Drehort auf der Hand lag, Prag für den Tschechen Milos eigentlich auch). Der Zauber dieser beiden wunderschönen Städte fängt einen schon in den ersten Minuten, als der schwer verletzte Salieri durch die Straßen der Wiener Altstadt in Richtung Sanatorium gekarrt wird, während gleichzeitig ein einem toll geschmückten Saal ein Ball stattfindet. Er lässt einen den ganzen Film über nicht mehr los, dafür bietet der Film einfach viel zu viel für das Auge: Opulente Saale, rauschende Feste, die herrliche Wiener Staatsoper, die Kostüme und die Opern selbst.
Vor allem zwei dieser Punkte verdienen besonderer Erwähnung:
Zum einen die fantastischen Kostüme, die Theodor Pistek für den Film gebastelt hat. Auch er hat seinen Oscar mehr als verdient, Mozart, Salieri und Constanze waren einfach perfekt gekleidet. Ihre Darsteller hätten sich vor ihren Figuren sicher nicht schämen müssen.
Zum anderen die Opern! Wieso können Opern nicht immer so aussehen? Gerade heutzutage, wo man doch alle technischen Möglichkeiten hat, werden einem moderne Operninszenierungen vorgesetzt dass einem das Grausen kommt (zumindest mir). Wieso fliegen heute keine schwarzen Todgestalten durch die Luft, wieso bricht heute kein Feuer auf der Bühne auf, wenn Don Giovanni sein Schicksal ereilt, wieso muss man sich heute mit lieblos gestalteten Bühnenbildern abgeben, die nicht einmal Kleinkinder heutzutage beeindruck. Mag sein, dass man früher nicht solche Feuerwerke auf die Bühne gezaubert hat wie im Film dargestellt, aber ich bin mir sicher, dass man heutzutage VIELE Opernaufführungen hat, über die man früher nur gelacht hätte. Meine Meinung nach sollte sich JEDER, der Opern für langweilig hält, diesen Film ansehen um zu sehen: So kann so was aussehen, wenn man sich Mühe gibt. Aber man will ja heutzutage kein Geld ausgeben, wo man doch auch genauso gut ins Kino gehen kann... naja, ich bin ja nicht besser, aber irgendwie ist es schon schade.

Was auch maßgeblich zur tollen Atmosphäre beiträgt ist der, wenn man es so nennen will, Soundtrack. Eigentlich ist es ja hauptsächlich eine Auswahl von Mozartwerken, aber Forman setzt sie wirklich genial ein. Eine meiner Lieblingsstellen ist zum Beispiel, als Mozart zur, wenn ich da richtig liege, Ouvertüre der Zauberflöte durch die Wohnung tanzt, bis die Musik, als er die Türe öffnet und in die Maske von Salieri starrt, urplötzlich umschlägt. Es ist zwar schade, dass man jetzt nicht wie sonst einen Howard Shore oder Elfman loben kann für die tolle Arbeit, die sie für einen Film geleistet haben, aber: Kann man sich denn einen besseren Filmkomponisten als Mozart wünschen? Eine Kritik an der Musik erübrigt sich dadurch jedenfalls und der Oscar für die Beste Tonmischung war wohl nur Formsache. ;-)

Die Oscars scheinen bisher also alle am rechten Fleck. Auch der für den besten Hauptdarsteller? Ich kann mich noch erinnern wie ich mich damals, als ich den Film das erste Mal sah, gefragt habe, warum denn der Darsteller des sympathischen, lustigen Mozart keinen Oscar bekommen hat, der des intriganten, unsympathischen Salieri aber schon. Erst jetzt ist mir aufgefallen, wie phänomenal F. Murray Abraham seine Rolle spielt. Eigentlich sind es ja gleich vier Rollen die er spielen muss:
- Die des alten, vom Wahnsinn umfächelte Salieri, der in der Irrenanstalt dahinvegetiert und bei einem Pfarrer seine Art der Beichte" ablegt
- Die des jüngeren Salieri, der wo er nur kann gegen Mozart intrigiert.
- Die des Erzählers, der teilweise auftritt als wäre es ein Interview.
- Die des Kommentators.

Vor allem die Rolle des Kommentators gefällt mir sehr gut, wenn er schwelgend aber gleichzeitig zerfressen von Eifersucht die Opern und die Musik von Mozart begleitet und erklärt, was diese Noten für ihn und für den Rest der Welt bedeuten. Diese Szenen, in denen er so verträumt Analyse betreibt, während sich im Hintergrund die Musik aufbaut (und dann, hoch darüber, eine Oboe..."), könnte ich mir wohl dutzende Male hintereinander ansehen, sie würden mich immer noch zum Lächeln bringen. Sie sind wohl auch einer der Gründe, warum ich, wann immer der Abspann von Amadeus über den Bildschirm flimmert, am liebsten noch einmal auf Play drücken würde.

Diese Szenen würden aber nicht halb so gut funktionieren, wäre die Synchronisation nicht eine der besten, die ich je gesehen, beziehungsweise gehört, habe. Einige der militanten Verfechter des O-Tons werden mich jetzt vielleicht belächeln, aber ich glaube, das ist so ein Film, der in einer anderen Sprache als der Muttersprache der Protagonisten" einfach nicht ganz so gut ist. Im englischen gibt es diesen herrlichen, dezenten wienerischen Akzent des Kaisers ebenso wenig wie den ausgeprägten Dialekt der Magd, die Salieri ins Haus der Mozarts schmuggelt. Ich habe heute trotzdem die englische Tonspur gewählt. Sie tut dem Film natürlich keinen Abbruch, ist auf ihre Weise auch sehr gelungen (vor allem das immer wieder auftauchende Italienisch), aber einige Sachen brachten mich immer wieder zum Schmunzeln, vor allem wenn vom Hörrn Kapällmeistär", von Hörr Mozrt, Wulfgäng oder Wulfi die Rede war.

Noch ein paar Worte zu den Schauspielern: Auch wenn Abraham den Oscar noch mehr verdient hat als sein Gegenüber, Hulce wäre ein genauso legitimer Oscargewinner gewesen. Beide spielen ihre Rollen perfekt. Wobei auch an den Rollen aller anderen Schauspieler, vom Nebendarsteller bis zum Komparsen, so gut wie nichts zu deuteln gibt. Darum lass ich's auch.

Was bleibt also, wenn man wirkliche Kritik an Amadeus üben will? Dass Die Zauberflöte" und Die Entführung aus dem Serail" im Film englisch gesungen werden hat mich zwar gestört, aber ein richtiger, großer Kritikpunkt ist das ja nicht.
Es bleibt wohl nur noch die, bei Filmen mit historischem Kern, obligatorische historische Ungenauigkeit. Und tatsächlich, würde man es darauf anlegen, man könnte den Film über Seiten hinweg deshalb in der Luft zerreißen. Mozart war gar nicht so viel jünger als Salieri, Mozart war in Wahrheit gar kein infantiler Bengel, der außer Unsinn und Alkohol nichts im Kopf hat, wenn er nicht gerade Musik macht, sondern ein hoch gebildeter Mann, sprach mehrere Sprachen, philosophierte in seinen Briefen über allerhand wichtige Themen und hatte sicher nichts gegen Späße und war auch sicher etwas exzentrisch. Salieri war auch kein Intriganter Neider, der Mozart verachtet hat und alles unternommen hat, damit ihm der Erfolg verwehrt bleibt... diese Liste könnte man noch lange fortführen. In meinen Augen ist das aber ein Unterfangen, das einfach unsinnig ist. Es ist doch recht unwahrscheinlich, dass es Formans Intention war, eine Biographie zu machen. Hätte er das gewollt hätte er sich sicher mehr an Fakten gehalten, für einen Meister wie ihn wäre es wohl keine große Kunst gewesen, auch ohne Abänderungen der Tatsachen einen tollen Film zu machen. Stattdessen baute er um die eher groben Vorgaben eine Handlung, die auch ohne Mozart, Wien und Salieri funktioniert hätte, mit Mozart, Wien und Salieri aber genial harmoniert. Dazu diese sehr ungewöhnliche Erzählstruktur, die nicht um den eigentlichen Protagonisten Mozart, sondern um dessen Gegenspieler Salieri aufgebaut ist.

Und so bleibt wirklich nur ein einziger, kleiner Kritikpunkt: Dieses Lachen! Dieses schrille, penetrante Lachen von Mozart. Das ist zwar sicher so gewollt, aber mir stehen dabei immer sämtliche Haare zu Berge.

Fazit: Forman kleidet den Kampf des ordentlichen, strengen und gottesfürchtigen Menschen Salieri gegen das berauschte, lustvolle und wirklich gottgesegnete Genie Mozart, an dessen Ende der Sieger zwar rufen konnte Gott(es Kind) ist tot und ICH, nur ICH bin sein Mörder", aber letztendlich doch angesichts der eigentlichen Niederlage verzweifelt, in ein phantastisches Kleid aus Musik (nicht irgendeiner, wir reden hier immerhin vom wohl größten Musikgenie aller Zeiten), farbenprächtigen Kostümen und Kulissen und einer ungewöhnlichen, aber genialen Erzählstruktur. Ich bin jetzt endlich soweit zu sagen: Amadeus ist einer der besten Filme aller Zeiten!

Schäm dich Flo, wegen dir muss ich wahrscheinlich bald noch einmal 33 lange Stufen hinunterstolpern und noch längere 33 Stufen wieder hinaufhumpeln, um mir unsere DVD der Zauberflöte zu holen. Aber wahrscheinlich, ach was, ganz sicher ist es die Sache am Ende wieder wert.


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All dies dient dazu, uns daran zu erinnern, dass wir es in erster Linie mit Menschen zu tun haben, bevor diese zu historischen und künstlerischen Figuren wurden. Jeffrey Jones, bekannt für seine Rolle als Schuldirektor in Ferris macht blau, ist besonders gut als stümperhafter Kaiser (er spricht wie ein moderner Geschäftsmann). Die acht Oscars wurden unter anderem für die Kategorien Beste Regie (Forman), Bester Schauspieler (Abraham, Hulce war ebenfalls nominiert), Bestes Drehbuch und Bester Film vergeben. -Jim Emerson


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Amadeus      5 von 5 Punkten
Auweh Flo, was hast du mir da bloß angetan. Deinetwegen musste ich mich, nachdem du meine Gedanken und mittlerweile eher spärlichen Erinnerungen an den Film aus den unscharfen Tiefen meines Gedächtnisses an die Oberfläche, mitten in mein Bewusstsein, gerufen hast, trotz Gipsfuß 33 Stufen ins Wohnzimmer runterhangeln und den Film (wäre da unten nicht vor kurzem umgeräumt worden, er hätte sicher ordentlich Staub angesetzt) aus dem Regal holen (von den qualvollen 33 Stufen hinauf auf einem Bein schweige ich lieber).
Aber eigentlich muss ich dir danken, lieber Flo. Denn wie ich schon in meinem Versuch einer provisorischen Kritik gesagt habe: Ich habe diesen Film wirklich lang, lange Zeit nicht gesehen, obwohl ich immer wieder kurz daran gedacht habe und ihn eigentlich immer in Griffweite hatte. Danke dir und deinem Thread und der Notwendigkeit, in diesen einige Zeilen zu schreiben, habe ich mich endlich aufgerafft und ihn angesehen, denn dieser Film verdient einen Versuch einer richtigen Kritik Tatsache ist: Während ich das hier schreibe sehe ich ihn mir gerade noch mal an. Der Film hat also auch in seiner zweiten Blüteperiode bei mir den gleichen Effekt: Mehrmaliges Ansehen hintereinander ist nicht nur NICHT ermüdend, sondern, im Gegenteil, erwünscht.
Aber jetzt mal alles der Reihe nach.

Zum einer Schande muss ich gestehen: Der Name Milos Forman war mir bis vor drei Tagen nicht geläufig. Das ist gleich aus drei Gründen bitter.
1. Ist das hier ein Filmforum und diese Unkenntnis beweist einmal mehr dass ich nicht gerade das bin, was man im Allgemeinen einen Filmexperten nennt.
2. Ich habe Einer flog über das Kuckucksnest bei mir im Regal stehen und halte ihn, wie könnte es auch anders sein, für einen genialen Film.
3. Bekräftigt sich nach dieser Erkenntnis immer mehr der Eindruck, dass dieser Mann wohl noch mehr als nur" diese zwei Meisterwerke gemacht hat. Wenn ich das doch früher gewusst hätte, ich könnte mich jetzt ein wenig mehr Filmexperte" nennen.
Na egal, wieder einen kleinen Schritt auf dem langen, steinigen Weg zum Olymp der wahren Filmkenner zurückgelegt.

Dieser Milos Forman jedenfalls hat seine zwei Oscars für die beste Regie völlig zu Recht gewonnen. Was die Erschaffung von Atmosphäre betrifft macht ihm wirklich kaum jemand etwas vor. Und die Atmosphäre ist eine der ganz großen Stärken von Amadeus.
Dabei hilft ihm natürlich auch die Tatsache, dass er mit Prag und Wien die best möglichen Drehorte ausgesucht hat (wobei natürlich Wien als Drehort auf der Hand lag, Prag für den Tschechen Milos eigentlich auch). Der Zauber dieser beiden wunderschönen Städte fängt einen schon in den ersten Minuten, als der schwer verletzte Salieri durch die Straßen der Wiener Altstadt in Richtung Sanatorium gekarrt wird, während gleichzeitig ein einem toll geschmückten Saal ein Ball stattfindet. Er lässt einen den ganzen Film über nicht mehr los, dafür bietet der Film einfach viel zu viel für das Auge: Opulente Saale, rauschende Feste, die herrliche Wiener Staatsoper, die Kostüme und die Opern selbst.
Vor allem zwei dieser Punkte verdienen besonderer Erwähnung:
Zum einen die fantastischen Kostüme, die Theodor Pistek für den Film gebastelt hat. Auch er hat seinen Oscar mehr als verdient, Mozart, Salieri und Constanze waren einfach perfekt gekleidet. Ihre Darsteller hätten sich vor ihren Figuren sicher nicht schämen müssen.
Zum anderen die Opern! Wieso können Opern nicht immer so aussehen? Gerade heutzutage, wo man doch alle technischen Möglichkeiten hat, werden einem moderne Operninszenierungen vorgesetzt dass einem das Grausen kommt (zumindest mir). Wieso fliegen heute keine schwarzen Todgestalten durch die Luft, wieso bricht heute kein Feuer auf der Bühne auf, wenn Don Giovanni sein Schicksal ereilt, wieso muss man sich heute mit lieblos gestalteten Bühnenbildern abgeben, die nicht einmal Kleinkinder heutzutage beeindruck. Mag sein, dass man früher nicht solche Feuerwerke auf die Bühne gezaubert hat wie im Film dargestellt, aber ich bin mir sicher, dass man heutzutage VIELE Opernaufführungen hat, über die man früher nur gelacht hätte. Meine Meinung nach sollte sich JEDER, der Opern für langweilig hält, diesen Film ansehen um zu sehen: So kann so was aussehen, wenn man sich Mühe gibt. Aber man will ja heutzutage kein Geld ausgeben, wo man doch auch genauso gut ins Kino gehen kann... naja, ich bin ja nicht besser, aber irgendwie ist es schon schade.

Was auch maßgeblich zur tollen Atmosphäre beiträgt ist der, wenn man es so nennen will, Soundtrack. Eigentlich ist es ja hauptsächlich eine Auswahl von Mozartwerken, aber Forman setzt sie wirklich genial ein. Eine meiner Lieblingsstellen ist zum Beispiel, als Mozart zur, wenn ich da richtig liege, Ouvertüre der Zauberflöte durch die Wohnung tanzt, bis die Musik, als er die Türe öffnet und in die Maske von Salieri starrt, urplötzlich umschlägt. Es ist zwar schade, dass man jetzt nicht wie sonst einen Howard Shore oder Elfman loben kann für die tolle Arbeit, die sie für einen Film geleistet haben, aber: Kann man sich denn einen besseren Filmkomponisten als Mozart wünschen? Eine Kritik an der Musik erübrigt sich dadurch jedenfalls und der Oscar für die Beste Tonmischung war wohl nur Formsache. ;-)

Die Oscars scheinen bisher also alle am rechten Fleck. Auch der für den besten Hauptdarsteller? Ich kann mich noch erinnern wie ich mich damals, als ich den Film das erste Mal sah, gefragt habe, warum denn der Darsteller des sympathischen, lustigen Mozart keinen Oscar bekommen hat, der des intriganten, unsympathischen Salieri aber schon. Erst jetzt ist mir aufgefallen, wie phänomenal F. Murray Abraham seine Rolle spielt. Eigentlich sind es ja gleich vier Rollen die er spielen muss:
- Die des alten, vom Wahnsinn umfächelte Salieri, der in der Irrenanstalt dahinvegetiert und bei einem Pfarrer seine Art der Beichte" ablegt
- Die des jüngeren Salieri, der wo er nur kann gegen Mozart intrigiert.
- Die des Erzählers, der teilweise auftritt als wäre es ein Interview.
- Die des Kommentators.

Vor allem die Rolle des Kommentators gefällt mir sehr gut, wenn er schwelgend aber gleichzeitig zerfressen von Eifersucht die Opern und die Musik von Mozart begleitet und erklärt, was diese Noten für ihn und für den Rest der Welt bedeuten. Diese Szenen, in denen er so verträumt Analyse betreibt, während sich im Hintergrund die Musik aufbaut (und dann, hoch darüber, eine Oboe..."), könnte ich mir wohl dutzende Male hintereinander ansehen, sie würden mich immer noch zum Lächeln bringen. Sie sind wohl auch einer der Gründe, warum ich, wann immer der Abspann von Amadeus über den Bildschirm flimmert, am liebsten noch einmal auf Play drücken würde.

Diese Szenen würden aber nicht halb so gut funktionieren, wäre die Synchronisation nicht eine der besten, die ich je gesehen, beziehungsweise gehört, habe. Einige der militanten Verfechter des O-Tons werden mich jetzt vielleicht belächeln, aber ich glaube, das ist so ein Film, der in einer anderen Sprache als der Muttersprache der Protagonisten" einfach nicht ganz so gut ist. Im englischen gibt es diesen herrlichen, dezenten wienerischen Akzent des Kaisers ebenso wenig wie den ausgeprägten Dialekt der Magd, die Salieri ins Haus der Mozarts schmuggelt. Ich habe heute trotzdem die englische Tonspur gewählt. Sie tut dem Film natürlich keinen Abbruch, ist auf ihre Weise auch sehr gelungen (vor allem das immer wieder auftauchende Italienisch), aber einige Sachen brachten mich immer wieder zum Schmunzeln, vor allem wenn vom Hörrn Kapällmeistär", von Hörr Mozrt, Wulfgäng oder Wulfi die Rede war.

Noch ein paar Worte zu den Schauspielern: Auch wenn Abraham den Oscar noch mehr verdient hat als sein Gegenüber, Hulce wäre ein genauso legitimer Oscargewinner gewesen. Beide spielen ihre Rollen perfekt. Wobei auch an den Rollen aller anderen Schauspieler, vom Nebendarsteller bis zum Komparsen, so gut wie nichts zu deuteln gibt. Darum lass ich's auch.

Was bleibt also, wenn man wirkliche Kritik an Amadeus üben will? Dass Die Zauberflöte" und Die Entführung aus dem Serail" im Film englisch gesungen werden hat mich zwar gestört, aber ein richtiger, großer Kritikpunkt ist das ja nicht.
Es bleibt wohl nur noch die, bei Filmen mit historischem Kern, obligatorische historische Ungenauigkeit. Und tatsächlich, würde man es darauf anlegen, man könnte den Film über Seiten hinweg deshalb in der Luft zerreißen. Mozart war gar nicht so viel jünger als Salieri, Mozart war in Wahrheit gar kein infantiler Bengel, der außer Unsinn und Alkohol nichts im Kopf hat, wenn er nicht gerade Musik macht, sondern ein hoch gebildeter Mann, sprach mehrere Sprachen, philosophierte in seinen Briefen über allerhand wichtige Themen und hatte sicher nichts gegen Späße und war auch sicher etwas exzentrisch. Salieri war auch kein Intriganter Neider, der Mozart verachtet hat und alles unternommen hat, damit ihm der Erfolg verwehrt bleibt... diese Liste könnte man noch lange fortführen. In meinen Augen ist das aber ein Unterfangen, das einfach unsinnig ist. Es ist doch recht unwahrscheinlich, dass es Formans Intention war, eine Biographie zu machen. Hätte er das gewollt hätte er sich sicher mehr an Fakten gehalten, für einen Meister wie ihn wäre es wohl keine große Kunst gewesen, auch ohne Abänderungen der Tatsachen einen tollen Film zu machen. Stattdessen baute er um die eher groben Vorgaben eine Handlung, die auch ohne Mozart, Wien und Salieri funktioniert hätte, mit Mozart, Wien und Salieri aber genial harmoniert. Dazu diese sehr ungewöhnliche Erzählstruktur, die nicht um den eigentlichen Protagonisten Mozart, sondern um dessen Gegenspieler Salieri aufgebaut ist.

Und so bleibt wirklich nur ein einziger, kleiner Kritikpunkt: Dieses Lachen! Dieses schrille, penetrante Lachen von Mozart. Das ist zwar sicher so gewollt, aber mir stehen dabei immer sämtliche Haare zu Berge.

Fazit: Forman kleidet den Kampf des ordentlichen, strengen und gottesfürchtigen Menschen Salieri gegen das berauschte, lustvolle und wirklich gottgesegnete Genie Mozart, an dessen Ende der Sieger zwar rufen konnte Gott(es Kind) ist tot und ICH, nur ICH bin sein Mörder", aber letztendlich doch angesichts der eigentlichen Niederlage verzweifelt, in ein phantastisches Kleid aus Musik (nicht irgendeiner, wir reden hier immerhin vom wohl größten Musikgenie aller Zeiten), farbenprächtigen Kostümen und Kulissen und einer ungewöhnlichen, aber genialen Erzählstruktur. Ich bin jetzt endlich soweit zu sagen: Amadeus ist einer der besten Filme aller Zeiten!

Schäm dich Flo, wegen dir muss ich wahrscheinlich bald noch einmal 33 lange Stufen hinunterstolpern und noch längere 33 Stufen wieder hinaufhumpeln, um mir unsere DVD der Zauberflöte zu holen. Aber wahrscheinlich, ach was, ganz sicher ist es die Sache am Ende wieder wert.


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Amadeus (Widescreen) [UK IMPORT] - Abraham F. MurrayAmadeus (Widescreen) [UK IMPORT]
Abraham F. Murray, Tom Hulce, Elizabeth Berridge, Simon Callow, Roy Dotrice

DVD, 1. Dezember 1998
     Verkaufsrang: 24359      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 31,99 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Das satirische Fingerspitzengefühl von Autor Peter Shaffer und Regisseur Milos Forman (Einer flog über das Kuckucksnest) passte bei dieser Filmfassung von Shaffers erfolgreichem Stück über die Rivalität zwischen zwei Komponisten am Hof des österreichischen Königs Joseph II - dem offiziellen Hofkomponisten Antonio Salieri (F. Murray Abraham) und dem jüngeren und besseren Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart (Tom Hulce) - perfekt zusammen. Die Situation ist ausgesprochen delikat: Salieri hasst insgeheim Mozarts rüde und flegelhafte Persönlichkeit, ist aber verblüfft über die Schönheit seiner Musik. Das ist der Kern von Salieris Qual - obwohl er sich in einer Position befindet, die ihm erlaubt, Mozarts Musik und Karriere sowohl anzuerkennen als auch zu fördern, ist er von Neid zerfressen und voller Unsicherheit gegenüber diesem Genie. Dass solch eine wunderbare Musik von so einer vulgären Kreatur geschrieben wird, hält Salieri für einen von Gottes schlechteren Scherzen und es macht ihn wahnsinnig. Amadeus kreiert einzigartige und bezaubernde Kontraste zwischen den perfekt wiedergegebenen historischen Details der verschwenderischen Ausstattung sowie dem schrillen (aber erfrischend humorvollen und lockeren) modernen Geist seiner Dialoge und Darstellungen.
All dies dient dazu, uns daran zu erinnern, dass wir es in erster Linie mit Menschen zu tun haben, bevor diese zu historischen und künstlerischen Figuren wurden. Jeffrey Jones, bekannt für seine Rolle als Schuldirektor in Ferris macht blau, ist besonders gut als stümperhafter Kaiser (er spricht wie ein moderner Geschäftsmann). Die acht Oscars wurden unter anderem für die Kategorien Beste Regie (Forman), Bester Schauspieler (Abraham, Hulce war ebenfalls nominiert), Bestes Drehbuch und Bester Film vergeben. -Jim Emerson


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Aber eigentlich muss ich dir danken, lieber Flo. Denn wie ich schon in meinem Versuch einer provisorischen Kritik gesagt habe: Ich habe diesen Film wirklich lang, lange Zeit nicht gesehen, obwohl ich immer wieder kurz daran gedacht habe und ihn eigentlich immer in Griffweite hatte. Danke dir und deinem Thread und der Notwendigkeit, in diesen einige Zeilen zu schreiben, habe ich mich endlich aufgerafft und ihn angesehen, denn dieser Film verdient einen Versuch einer richtigen Kritik Tatsache ist: Während ich das hier schreibe sehe ich ihn mir gerade noch mal an. Der Film hat also auch in seiner zweiten Blüteperiode bei mir den gleichen Effekt: Mehrmaliges Ansehen hintereinander ist nicht nur NICHT ermüdend, sondern, im Gegenteil, erwünscht.
Aber jetzt mal alles der Reihe nach.

Zum einer Schande muss ich gestehen: Der Name Milos Forman war mir bis vor drei Tagen nicht geläufig. Das ist gleich aus drei Gründen bitter.
1. Ist das hier ein Filmforum und diese Unkenntnis beweist einmal mehr dass ich nicht gerade das bin, was man im Allgemeinen einen Filmexperten nennt.
2. Ich habe Einer flog über das Kuckucksnest bei mir im Regal stehen und halte ihn, wie könnte es auch anders sein, für einen genialen Film.
3. Bekräftigt sich nach dieser Erkenntnis immer mehr der Eindruck, dass dieser Mann wohl noch mehr als nur" diese zwei Meisterwerke gemacht hat. Wenn ich das doch früher gewusst hätte, ich könnte mich jetzt ein wenig mehr Filmexperte" nennen.
Na egal, wieder einen kleinen Schritt auf dem langen, steinigen Weg zum Olymp der wahren Filmkenner zurückgelegt.

Dieser Milos Forman jedenfalls hat seine zwei Oscars für die beste Regie völlig zu Recht gewonnen. Was die Erschaffung von Atmosphäre betrifft macht ihm wirklich kaum jemand etwas vor. Und die Atmosphäre ist eine der ganz großen Stärken von Amadeus.
Dabei hilft ihm natürlich auch die Tatsache, dass er mit Prag und Wien die best möglichen Drehorte ausgesucht hat (wobei natürlich Wien als Drehort auf der Hand lag, Prag für den Tschechen Milos eigentlich auch). Der Zauber dieser beiden wunderschönen Städte fängt einen schon in den ersten Minuten, als der schwer verletzte Salieri durch die Straßen der Wiener Altstadt in Richtung Sanatorium gekarrt wird, während gleichzeitig ein einem toll geschmückten Saal ein Ball stattfindet. Er lässt einen den ganzen Film über nicht mehr los, dafür bietet der Film einfach viel zu viel für das Auge: Opulente Saale, rauschende Feste, die herrliche Wiener Staatsoper, die Kostüme und die Opern selbst.
Vor allem zwei dieser Punkte verdienen besonderer Erwähnung:
Zum einen die fantastischen Kostüme, die Theodor Pistek für den Film gebastelt hat. Auch er hat seinen Oscar mehr als verdient, Mozart, Salieri und Constanze waren einfach perfekt gekleidet. Ihre Darsteller hätten sich vor ihren Figuren sicher nicht schämen müssen.
Zum anderen die Opern! Wieso können Opern nicht immer so aussehen? Gerade heutzutage, wo man doch alle technischen Möglichkeiten hat, werden einem moderne Operninszenierungen vorgesetzt dass einem das Grausen kommt (zumindest mir). Wieso fliegen heute keine schwarzen Todgestalten durch die Luft, wieso bricht heute kein Feuer auf der Bühne auf, wenn Don Giovanni sein Schicksal ereilt, wieso muss man sich heute mit lieblos gestalteten Bühnenbildern abgeben, die nicht einmal Kleinkinder heutzutage beeindruck. Mag sein, dass man früher nicht solche Feuerwerke auf die Bühne gezaubert hat wie im Film dargestellt, aber ich bin mir sicher, dass man heutzutage VIELE Opernaufführungen hat, über die man früher nur gelacht hätte. Meine Meinung nach sollte sich JEDER, der Opern für langweilig hält, diesen Film ansehen um zu sehen: So kann so was aussehen, wenn man sich Mühe gibt. Aber man will ja heutzutage kein Geld ausgeben, wo man doch auch genauso gut ins Kino gehen kann... naja, ich bin ja nicht besser, aber irgendwie ist es schon schade.

Was auch maßgeblich zur tollen Atmosphäre beiträgt ist der, wenn man es so nennen will, Soundtrack. Eigentlich ist es ja hauptsächlich eine Auswahl von Mozartwerken, aber Forman setzt sie wirklich genial ein. Eine meiner Lieblingsstellen ist zum Beispiel, als Mozart zur, wenn ich da richtig liege, Ouvertüre der Zauberflöte durch die Wohnung tanzt, bis die Musik, als er die Türe öffnet und in die Maske von Salieri starrt, urplötzlich umschlägt. Es ist zwar schade, dass man jetzt nicht wie sonst einen Howard Shore oder Elfman loben kann für die tolle Arbeit, die sie für einen Film geleistet haben, aber: Kann man sich denn einen besseren Filmkomponisten als Mozart wünschen? Eine Kritik an der Musik erübrigt sich dadurch jedenfalls und der Oscar für die Beste Tonmischung war wohl nur Formsache. ;-)

Die Oscars scheinen bisher also alle am rechten Fleck. Auch der für den besten Hauptdarsteller? Ich kann mich noch erinnern wie ich mich damals, als ich den Film das erste Mal sah, gefragt habe, warum denn der Darsteller des sympathischen, lustigen Mozart keinen Oscar bekommen hat, der des intriganten, unsympathischen Salieri aber schon. Erst jetzt ist mir aufgefallen, wie phänomenal F. Murray Abraham seine Rolle spielt. Eigentlich sind es ja gleich vier Rollen die er spielen muss:
- Die des alten, vom Wahnsinn umfächelte Salieri, der in der Irrenanstalt dahinvegetiert und bei einem Pfarrer seine Art der Beichte" ablegt
- Die des jüngeren Salieri, der wo er nur kann gegen Mozart intrigiert.
- Die des Erzählers, der teilweise auftritt als wäre es ein Interview.
- Die des Kommentators.

Vor allem die Rolle des Kommentators gefällt mir sehr gut, wenn er schwelgend aber gleichzeitig zerfressen von Eifersucht die Opern und die Musik von Mozart begleitet und erklärt, was diese Noten für ihn und für den Rest der Welt bedeuten. Diese Szenen, in denen er so verträumt Analyse betreibt, während sich im Hintergrund die Musik aufbaut (und dann, hoch darüber, eine Oboe..."), könnte ich mir wohl dutzende Male hintereinander ansehen, sie würden mich immer noch zum Lächeln bringen. Sie sind wohl auch einer der Gründe, warum ich, wann immer der Abspann von Amadeus über den Bildschirm flimmert, am liebsten noch einmal auf Play drücken würde.

Diese Szenen würden aber nicht halb so gut funktionieren, wäre die Synchronisation nicht eine der besten, die ich je gesehen, beziehungsweise gehört, habe. Einige der militanten Verfechter des O-Tons werden mich jetzt vielleicht belächeln, aber ich glaube, das ist so ein Film, der in einer anderen Sprache als der Muttersprache der Protagonisten" einfach nicht ganz so gut ist. Im englischen gibt es diesen herrlichen, dezenten wienerischen Akzent des Kaisers ebenso wenig wie den ausgeprägten Dialekt der Magd, die Salieri ins Haus der Mozarts schmuggelt. Ich habe heute trotzdem die englische Tonspur gewählt. Sie tut dem Film natürlich keinen Abbruch, ist auf ihre Weise auch sehr gelungen (vor allem das immer wieder auftauchende Italienisch), aber einige Sachen brachten mich immer wieder zum Schmunzeln, vor allem wenn vom Hörrn Kapällmeistär", von Hörr Mozrt, Wulfgäng oder Wulfi die Rede war.

Noch ein paar Worte zu den Schauspielern: Auch wenn Abraham den Oscar noch mehr verdient hat als sein Gegenüber, Hulce wäre ein genauso legitimer Oscargewinner gewesen. Beide spielen ihre Rollen perfekt. Wobei auch an den Rollen aller anderen Schauspieler, vom Nebendarsteller bis zum Komparsen, so gut wie nichts zu deuteln gibt. Darum lass ich's auch.

Was bleibt also, wenn man wirkliche Kritik an Amadeus üben will? Dass Die Zauberflöte" und Die Entführung aus dem Serail" im Film englisch gesungen werden hat mich zwar gestört, aber ein richtiger, großer Kritikpunkt ist das ja nicht.
Es bleibt wohl nur noch die, bei Filmen mit historischem Kern, obligatorische historische Ungenauigkeit. Und tatsächlich, würde man es darauf anlegen, man könnte den Film über Seiten hinweg deshalb in der Luft zerreißen. Mozart war gar nicht so viel jünger als Salieri, Mozart war in Wahrheit gar kein infantiler Bengel, der außer Unsinn und Alkohol nichts im Kopf hat, wenn er nicht gerade Musik macht, sondern ein hoch gebildeter Mann, sprach mehrere Sprachen, philosophierte in seinen Briefen über allerhand wichtige Themen und hatte sicher nichts gegen Späße und war auch sicher etwas exzentrisch. Salieri war auch kein Intriganter Neider, der Mozart verachtet hat und alles unternommen hat, damit ihm der Erfolg verwehrt bleibt... diese Liste könnte man noch lange fortführen. In meinen Augen ist das aber ein Unterfangen, das einfach unsinnig ist. Es ist doch recht unwahrscheinlich, dass es Formans Intention war, eine Biographie zu machen. Hätte er das gewollt hätte er sich sicher mehr an Fakten gehalten, für einen Meister wie ihn wäre es wohl keine große Kunst gewesen, auch ohne Abänderungen der Tatsachen einen tollen Film zu machen. Stattdessen baute er um die eher groben Vorgaben eine Handlung, die auch ohne Mozart, Wien und Salieri funktioniert hätte, mit Mozart, Wien und Salieri aber genial harmoniert. Dazu diese sehr ungewöhnliche Erzählstruktur, die nicht um den eigentlichen Protagonisten Mozart, sondern um dessen Gegenspieler Salieri aufgebaut ist.

Und so bleibt wirklich nur ein einziger, kleiner Kritikpunkt: Dieses Lachen! Dieses schrille, penetrante Lachen von Mozart. Das ist zwar sicher so gewollt, aber mir stehen dabei immer sämtliche Haare zu Berge.

Fazit: Forman kleidet den Kampf des ordentlichen, strengen und gottesfürchtigen Menschen Salieri gegen das berauschte, lustvolle und wirklich gottgesegnete Genie Mozart, an dessen Ende der Sieger zwar rufen konnte Gott(es Kind) ist tot und ICH, nur ICH bin sein Mörder", aber letztendlich doch angesichts der eigentlichen Niederlage verzweifelt, in ein phantastisches Kleid aus Musik (nicht irgendeiner, wir reden hier immerhin vom wohl größten Musikgenie aller Zeiten), farbenprächtigen Kostümen und Kulissen und einer ungewöhnlichen, aber genialen Erzählstruktur. Ich bin jetzt endlich soweit zu sagen: Amadeus ist einer der besten Filme aller Zeiten!

Schäm dich Flo, wegen dir muss ich wahrscheinlich bald noch einmal 33 lange Stufen hinunterstolpern und noch längere 33 Stufen wieder hinaufhumpeln, um mir unsere DVD der Zauberflöte zu holen. Aber wahrscheinlich, ach was, ganz sicher ist es die Sache am Ende wieder wert.


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