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| DVDs: Heinz Ehrenfreud | Kundenmeinungen Kurzbeschreibungen Inhaltsangaben |
Straßenfeger 10 - Die Frau in Weiss / Der rote Schal Heidelinde Weis, Christoph Bantzer, Pinkas Braun, Eric Pohlmann, Ellen Schwiers DVD, 27. Februar 2009 Verkaufsrang: 5429 Noch nicht veröffentlicht Mit der Strassenfeger Edition bannt ARD Video die Hochphase deutschen Krimifernsehschaffens erstmals auf DVD. Mit viel Liebe zum Detail wurden 15 Klassiker in 10 Boxsets zusammengefasst und in ausgezeichnet restaurierter Fassung veröffentlicht. Ende der 50er Jahre begann das goldene Zeitalter des deutschen Krimis, freilich mit tatkräftiger Beteiligung eines Briten. Francis Durbridge lieferte die Drehbücher für die meisten Krimis, die als Strassenfeger, quasi als deutsches Äquivalent zum amerikanischen Blockbuster, in die Fernsehgeschichte eingehen sollten. Unfassbare Einschaltquoten die sich regelmässig um die 90% einpendelten, bescherten der ARD einen unübertroffenen Wert und stürzten das Land in einen Ausnahmezustand. Die Strassen waren im wahrsten Sinne des Wortes leergefegt und der passende Begriff bezeichnete ein Phänomen, das als singuläres Ereignis in dieser Form nie wiederkehren sollte. Geschichten machten die Runde in denen von ganzen Wohn! vierteln berichtet wurde, deren Bewohner sich um einige wenige Schwarzweiss-Fernseher gruppierten. Die Durbridge Krimis blieben in ihrer Popularität bis Heute unerreicht und werden es schon aufgrund der vollkommen veränderten Fernsehlandschaft auf immer bleiben. DerAndere, Tim Frazer, Melissa, Das Messer und vor allen Dingen Das Halstuch werden einer ganzen Generation an Fernsehzuschauern einen wohligen Schauer über den Rücken jagen. Es waren Fernsehhappenings, die weit über das hinausgingen, was wir heute von diesem manchmal anachronistisch anmutendem Medium gewohnt sind. Die Filme waren identitätsstiftende Ereignisse, in ihrer Wirkung am ehesten vergleichbar mit Fussball-Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen. Die Filme waren allerorten Gesprächsthema Nummer eins und die Begeisterung und Erwartungshaltung der Zuschauer lässt sich am ehesten mit dem "Halstuch-Eklat" beschreiben. Als der Kabarettist Wolfgang Neuss 1962! in einer Zeitung den Namen des Mörders bereits vor dem Ausstrahlungs termin verrät, handelt er sich diverse Morddrohungen ein und muss um sein Leben fürchten. Die Volksseele kocht und die Bild-Zeitung denunziert Neuss gar als "Vaterlandsverräter". In der Rückbetrachtung sind derartige Auswüchse kaum mehr vorstellbar, aber die Strassenfeger hatten für die bundesrepublikanische Wirklichkeit tatsächlich eine wichtige Funktion. Für die Zeitzeugen ist die Edition sicherlich ein nostalgisches Wiedererleben lang vergangener Tage und für den Rest bietet die Sammlung ausgezeichnetes Anschauungsmaterial. Denn auch auf handwerklicher Ebene sind die Krimis einen Blick wert. -Thomas Reuthebuch
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Klassiker-Verfilmung 5 von 5 Punkten Die Verfilmung von Wilkie Collins'Klassiker "Die Frau in Weiß" Anfang der Siebzigerjahre war damals eines der absoluten Fernseh-Highlights. Eine glänzende Besetzung bis in kleine Nebenrollen und eine Regie, die die vielen komplizierten Handlungsstränge sehr überzeugend aufrollte. Unvergesslich geblieben sind mir Helmut Käutner als hypochondrischer Frederick Fairlie, und der Wiener Schauspieler Eric Pohlmann,der als Conte Fosco einen der überzeugendsten Filmschurken aller Zeiten hinlegte. Auch Pinkas Braun mit seiner unverwechselbaren Stimme war die Idealbesetzung für den Dämon Sir Percival Glyde. Jenny Thelen ist in ihrer kurzen Szene als Mutter der Anne Catherick auch heute noch von einer derartig eisigen Präsenz, dass es mir beim Anschauen kalt den Rücken herunterläuft.
Auf der Seite der "Guten", die habens gegen die Bösewichter natürlich viel schwerer, ist Heidelinde Weis in einer komplizierten Doppelrolle als Laura Fairlie und Anne Catherick zu sehen. Eva Christian und Christoph Bantzer sind im Rahmen ihrer Rollen ebenfalls hervorragend gewesen.
Von der technischen Seite her störte mich schon damals das wohl von der BBC abgeschaute Verfahren, alle Innenaufnahmen im Studio auf Video zu drehen, die Aussenaufnahmen aber in einem körnigen 16 mm, ich kann mir nicht vorstellen, dass es 35 mm war. Das ist eine große Diskrepanz, aber die damaligen riesigen Kamera-Särge für das noch junge Farbfernsehen waren sicher noch nicht ausserhalb der Studios verwendbar.
Es bleibt abzuwarten, wie diese Filme auf DVD aussehen. Ich habe noch die letzte Ausstrahlung auf VHS aufgenommen. Anscheinend war bereits damals das Material stark gealtert und hatte in den Videos die für das damalige AMPEX Verfahren typischen Querstreifen und Umschalteffekte der Kopfräder, die man sieht, wenn die Bänder altern. Hoffentlich ist daran etwas getan worden. Ich freue mich, dass diese Filme nun auf DVD kommen und würde mir "Der Strick um den Hals" mit der großen Erika Pluhar ebenfalls wünschen, der soviel ich weiß der letzte Film dieser Reihe war.
Die Verfilmung brachte mich übrigens dazu, auch das Buch von Wilkie Collins zu lesen, das immerhin von keinem Geringeren als Arno Schmidt kongenial ins Deutsche übersetzt worden ist. Wenn man damit anfängt, sollte man das Telefon aushängen und das Handy irgendwo vergraben...
Meisterhafte Verfilmung eines Krimiklassikers vor dem ausgehenden viktorianischen Zeitalter 5 von 5 Punkten Berühmt und literaturhistorisch bedeutend wurde der Autor Wilkie Collins als Begründer des modernen englischen Kriminalromans, vor allem durch "DIE FRAU IN WEISS".
Von dunklen Familiengeheimnissen in einer nach außen heilen Gesellschaftsordnung, von Giftmischerei, Intrigen, Geheimbünden und vom sporadischen Einbruch des Übernatürlichen in Form erschreckender Visionen handelt dieser frühe "viktorianische Mystery Thriller".
Der junge Zeichenlehrer Walter Hartright, die Hauptfigur dieses Romans, ist zwar noch kein professioneller Detektiv wie so unzählig viele seiner Nachfolger, aber er ermittelt und beobachtet in dieser Geschichte um eine mysteriöse Erbschaft genauso, um der geheimnsivollen "Frau in Weiß" auf die Spur zu kommen.
Der Film bedient sich einer verschachtelten Erzählweise, die Augenzeugenberichte, Tagebuchaufzeichnungen und Briefe der beteiligten Personen kombiniert.
Ganz in der Tradition des Fortsetzungsromans "dosiert" dieser Dreiteiler Informationen und Andeutungen, legt falsche Fährten und lässt die Spannungskurve zum Ende der Kapitel rapide ansteigen.
Collin's Roman erschien 1860 zunächst als dreibändige Fortsetzungsgeschichte und wurde blitzartig von Publikum und Kritik begeistert aufgenommen. Allein im Erscheinungsjahr erschienen sieben weitere Auflagen, die den Kriminalroman weltweit bis heute zu einem Bestseller seiner Zeit machten.
Die deutsche Version des Klassikers ist spannend von der ersten bis zur letzten Minute und stellt eine meisterhafte Verfilmung dar, bei der man vor lauter Spannung kaum Zeit zum Luft holen hat. Grund hierfür ist neben der atmosphärisch aufgeladenen Inszenierung an engl. Originalschauplätzen auch die erstklassige Besetzung - allen voran Heidelinde Weiß und Helmut Käutner.
Der Dreiteiler war so erfolgreich, dass in den folgenden Jahren auch die Collins-Bücher "DER ROTE SCHAL" (1972) und "DER MONDDIAMANT" (1974) von Wilhelm Semmelroth für den WDR verfilmt wurden. |
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