DVDs: Bert Freed

Kundenmeinungen
Kurzbeschreibungen
Inhaltsangaben

Barracuda - Wayne CrawfordBarracuda
Wayne Crawford, Jason Evers, Roberta Leighton, Cliff Emmich, William Kerwin

DVD, 2. Januar 2006
     Verkaufsrang: 45096     

Bei Amazon direkt z.Zt. nicht lieferbar,   Bei anderem Anbieter bestellen



Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 1.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Dialoge bestimmen den Film      1 von 5 Punkten
der aber dennoch gut anzuschauen ist.Man darf sich allerdings nicht zuviel erhoffen.

Fazit:Muss man nicht sehen.


Where The Sidewalk Ends [UK IMPORT] - Dana AndrewsWhere The Sidewalk Ends [UK IMPORT]
Dana Andrews, Gene Tierney, Gary Merrill, Bert Freed, Tom Tully

DVD, 29. März 2004
     Verkaufsrang: 69226      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 25,99 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
  In einen Einkaufswagen
  Bei Amazon weiterinformieren oder bestellen



Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Der erste fanatische Bulle?      5 von 5 Punkten
Ein Ausflug in die Filmgeschichte: Norbert Grob lobt in seinem Buch über den Filmregisseur William Wyler dessen "Polizeirevier 21", der noch vor "Where The Sidewalk Ends" und "The Big Heat" einen von der Verbrecherjagd geradezu besessenen, vom Haß zerfressenen Cop thematisiere. Nun, alle drei Filme sind hervorragend, alle drei sind von großen Regisseuren (The Big Heat von Fritz Lang), aber: Lieber Herr Grob, in den Jahreszahlen liegen Sie daneben. Otto Premingers "Where The Sidewalk Ends" ist der älteste dieser drei Steifen, also finden wir hier vielleicht (ohne dass ich das sicher weiß) den ersten fanatischen Bullen.

Los geht's mit einem Entsetzen: Da pfeift ein Passant eine kurze Melodie - WÜRG!!! Kenne ich die nicht aus dem weitgehend vergurkten Streifen "Wie angelt man sich einen Millionär" (Monroe u.a. spielen vergeblich gegen CinemaScope an - und verlieren)? Oh jaaa, aber zur Verwechslung besteht schon von der Qualität her kein Anlaß. Für den späteren "Millionär" wurde das Thema einfach recycelt und mit Orchestersoße zugepappt, hier hingegen ist nur der Passant - wir werden es mit einem Film noir zu tun haben, der uns die Schattenseiten der glitzernden Großstadt präsentiert, und die sind ja auch viel interessanter. Wobei das mit den Schattenseiten so eine Sache ist: Dies ist kein cinéma vérité, dies ist auch keiner der ab Ende der 40er so populären semidocumentaries, eines Subgenres des Film noir. Dies ist ein Film der Fox, hier haben wir die Darsteller der Fox, eine atemberaubend schöne Gene Tierney, einen schmierlappigen Nadelstreifengangster Gary Merrill (Bette Davis' Gatte Nr. 3), den toughen Dana Andrews, den knubbelnasigen Karl Malden, und wenn ich mich nicht täusche, hat der distinguierte, immer etwas snobistisch wirkende Clifton Webb ("Laura", "Auf Messers Schneide") einen Cameo als Croupier. Hier haben wir die Sets der Fox, hier haben wir Häuserfassaden, die immer ein wenig künstlich wirken, extrem harte Schwarzweißkontraste im Vordergrund, dunkelgraue Häuserfassaden im Hintergrund, die so gleichflächig aussehen, als wären sie gemalt, und aus denen Lichter aufleuchten, als hätten die Bewohner sämtlich 2000-Watt-Halogenlampen in ihren Wohnzimmern.

Doch mit diesen Stilmitteln und mit diesen Darstellern schafft Regisseur Otto Preminger seine eigene Wahrheit, und das kann er gut. Er kann erzählen. Was erzählt er? Der Cop ist besessen, den Nadelstreifengangster dingfest zu machen, er leistet sich dann einen Fehltritt, welchen er zu vertuschen gedenkt, wobei er sich natürlich immer tiefer in ein Netz von Lügen verstrickt. Ein biographisches Motiv für seine Obsession gibt es darüber hinaus, und wie das ganze ausgeht, möge hier nicht verraten werden.

Warum ist das nun so gut? Das Ganze ist zunächst einmal recht spannend, es gibt gute Darsteller, einen ganzen Sack voller herrlicher, bisweilen angenehm skurriler Nebenfiguren (von denen besonders eine schnodderige Gastwirtin hervorsticht), eine interessante, psychologisch stimmige Geschichte. Es gibt, nun ja, die atemberaubend schöne Gene Tierney, da bin ich immer etwas subjektiv, kommen wir wieder zur Sache. Es gibt bei allem im besten Sinne Konventionellen dann doch einige angenehm überraschende Wendungen und Erzähltricks. An zwei Stellen erzählt Preminger, obwohl dies ein mitunter wirklich spannender und zu keiner Zeit langweiliger Film ist, seine Geschichte betont antidramatisch. Er lässt Dinge aus, die ein weniger begabter Regisseur weidlich ausgekostet hätte. Dies findet zu Beginn beim ersten Mord statt, am Ende bei der Festnahme der Gangster. Preminger erzählt jeweils das Davor und das Danach, lässt den gewalttätigsten Höhepunkt aber aus, denn es ist nach dem Gezeigten einfach nicht mehr nötig, noch einen draufzusetzen. "Seht her, die Geschichte funktioniert auch so hervorragend, sie funktioniert sogar besser, wenn ich mich aufs Wesentliche konzentriere, hier gibt's Schuld uns Sühne statt Sex and Crime", so scheint der schlaue Fuchs Preminger zu sprechen. Dies zeugt von einer bemerkenswerten Reife eines Regisseurs, der damals noch gar nicht so alt war und von dem noch weitere bedeutende Werke folgen sollten.
Bemerkenswert ist auch, wie er an der Figur des "Schmierlappens" die Erwartungshaltung düpiert. Üblicherweise gehen solche Typen dann ja doch irgendwann entweder an der eigenen Dummheit oder an der eigenen Eitelkeit zugrunde, oder sie werden bis aufs Blut gereizt, so dass sie wunschgemäß explodieren und damit ihr eigenes Todesurteil / Gefängnis-Urteil unterschreiben. Nicht so hier, ein entsprechender Versuch des "Helden" (man muss das in Gänsefüßchen setzen), der in Filmen dieser Epoche meist klappt, geht gewaltig in die Binsen. Der Schmierlappen wird zwar gefasst, aber so ganz befriedigt uns das nicht, er hat sich im Grunde als dem Cop überlegen gezeigt, und mit einem beunruhigenden Gefühl schalten wir den DVD-Player/Videorecorder aus. Wann wird der wieder raus sein? Sicherlich bald, und dann wird er weitermachen wie bisher oder es wird andere wie ihn geben oder beides. Nein, so ganz happy ist das end nicht.

Und Preminger kann in Bildern sprechen. Von der eigenwilligen, immer etwas künstlichen Atmosphäre war bereits die Rede. Innovativ ist auch, die ersten Credits auf den Fußweg zu malen, da werden der Cop und die Schöne "mit Füßen getreten", und die Kamera schwenkt dann auch gleich auf die Gosse. So nah kam der Gosse sonst nur ein weiterer Film eines großen Regisseurs, nämlich "Sunset Boulevard" von Billy Wilder, der einen ähnlichen Credit-Verweis hat. Wer sich die Mühe macht, genau hinzusehen, wird übrigens während des ganzen Films reichlich belohnt, auch bei den scheinbar konventionellen Bildern. Die Bildkompositionen sind vielleicht nicht ganz so auffällig wie bei William Wyler (der aber ab "Die Erbin" auffällig unauffälliger wurde), aber es gibt sie, und gerade das auffällig unauffällige ist Premingers Meisterstück. So braucht Preminger gar nicht, wie z.B. Brain De Palma, mit einer split screen zu arbeiten, er schafft sich in mehreren Fällen durch ein bestimmtes Objekt eine "natürliche split screen", d.h. eine mittige, vertikale Teilung des Bildes, und natürlich ist es dann wichtig, was jeweils links und rechts passiert, es ist nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich getrennt, aber irgendwie doch zusammenhängend (Bsp.: Mann 1 klopft an eine Tür, um Mann 2 zusammenzuschlagen, aber Mann 3 versucht gerade, die Leiche von Mann 2 wegzuschaffen und darf von Mann 1 nicht gesehen werden). Ein weiteres Beispiel: Bereits bei "Laura", seinem ersten großen Erfolg mit dem im wesentlichen selben Team, hat Preminger vorzugsweise mehr als zwei Personen zugleich ins Bild gerückt, dadurch auf Schuss-Gegenschuss verzichtet und diese Personen zueinander in Beziehung gesetzt. Wie in einem Theaterstück wird der Zuschauer nicht bevormundet, er kann sich selbst aussuchen, wo er gerade hinsieht (Preminger sagte einmal, er vertraue eben auf die Intelligenz des Publikums). So befragt einmal der Partner des von Andrews gespielten Detective Dixon Gene Tierney. Dieser Partner ist rechts im Vordergrund, Gene Tierney in der Mitte im Hintergrund, Dixon links im Vordergrund, noch etwas vor dem Partner und größer im Bild. Alles ist tiefenscharf, wir können immer alle genau erkennen. Dixon hat ein Geheimnis, er hält sich sehr bei der Befragung zurück, guckt die Tierney nicht einmal an, sie kann ihn nicht sehen, aber wir können sein Gesicht sehen. Wir können in jeder Faser studieren, was gerade in ihm passiert, und da passiert eine Menge, vor allem als die Tierney sagt, derjenige, über den sie gerade befragt werde, sei ihr Ehemann (Dixon weiß bereits, dass dieser Mann tot ist). Indes spielt sich auch bei der Tierney eine Menge ab, bei einigen unangenehmen Fragen guckt sie weg, bei einigen dem Frager genau in die Augen, und ein weniger guter Regisseur hätte mit Focuswechseln gearbeitet, so dass auch der letzte Depp kapiert, wann er zu Gene Tierney und wann zu Dixon gucken muss. Hier gibt es aber immer bei beiden etwas zu beobachten. Darum ist es auch so schön, diesen Film auf Video/DVD zu haben. Die Szene lohnt sich, mehrfach anzuschauen, es gibt für ein Mal einfach zu viel zu sehen, und man kann sich das eine Mal mehr auf Tierney, das andere Mal mehr auf Dixon konzentrieren.
Diese Einzelszene ist nicht etwa ein Ausreißer nach oben, sondern symptomatisch für einen im Ganzen blitzgescheiten Film im Tarngewande der Genrekost. Schließlich bemerkenswert ist die Musik, die eigentlich nur aus Variationen des bereits erwähnten Pfeif-Themas besteht, aber diese Verfremdungen sind mitunter so stark und variationsreich, dass man es beim ersten Mal kaum bemerkt, stattdessen aber einen sehr vielseitigen Soundtrack hat. Gut ist auch, dass die Musik eher sparsam eingesetzt wird (es gibt z.B. außer dem kurzen Pfeifen überhaupt keine Titelmusik), aber wenn, dann auch mal deutlich, je nach Stimmung bedrohlich, schrill, verhalten - die ganze Palette der Gefühlswelt wird aus im Grunde nur einer Handvoll Haupttönen herausgeholt.

Okay, was soll ich noch sagen? Gucken, gucken, gucken!


Where The Sidewalk Ends [UK IMPORT] - Dana AndrewsWhere The Sidewalk Ends [UK IMPORT]
Dana Andrews, Gene Tierney, Gary Merrill, Bert Freed

Videokassette, 29. März 2004
     Verkaufsrang: 43002     

Bei Amazon direkt z.Zt. nicht lieferbar,   Bei anderem Anbieter bestellen



Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Der erste fanatische Bulle?      5 von 5 Punkten
Ein Ausflug in die Filmgeschichte: Norbert Grob lobt in seinem Buch über den Filmregisseur William Wyler dessen "Polizeirevier 21", der noch vor "Where The Sidewalk Ends" und "The Big Heat" einen von der Verbrecherjagd geradezu besessenen, vom Haß zerfressenen Cop thematisiere. Nun, alle drei Filme sind hervorragend, alle drei sind von großen Regisseuren (The Big Heat von Fritz Lang), aber: Lieber Herr Grob, in den Jahreszahlen liegen Sie daneben. Otto Premingers "Where The Sidewalk Ends" ist der älteste dieser drei Steifen, also finden wir hier vielleicht (ohne dass ich das sicher weiß) den ersten fanatischen Bullen.

Los geht's mit einem Entsetzen: Da pfeift ein Passant eine kurze Melodie - WÜRG!!! Kenne ich die nicht aus dem weitgehend vergurkten Streifen "Wie angelt man sich einen Millionär" (Monroe u.a. spielen vergeblich gegen CinemaScope an - und verlieren)? Oh jaaa, aber zur Verwechslung besteht schon von der Qualität her kein Anlaß. Für den späteren "Millionär" wurde das Thema einfach recycelt und mit Orchestersoße zugepappt, hier hingegen ist nur der Passant - wir werden es mit einem Film noir zu tun haben, der uns die Schattenseiten der glitzernden Großstadt präsentiert, und die sind ja auch viel interessanter. Wobei das mit den Schattenseiten so eine Sache ist: Dies ist kein cinéma vérité, dies ist auch keiner der ab Ende der 40er so populären semidocumentaries, eines Subgenres des Film noir. Dies ist ein Film der Fox, hier haben wir die Darsteller der Fox, eine atemberaubend schöne Gene Tierney, einen schmierlappigen Nadelstreifengangster Gary Merrill (Bette Davis' Gatte Nr. 3), den toughen Dana Andrews, den knubbelnasigen Karl Malden, und wenn ich mich nicht täusche, hat der distinguierte, immer etwas snobistisch wirkende Clifton Webb ("Laura", "Auf Messers Schneide") einen Cameo als Croupier. Hier haben wir die Sets der Fox, hier haben wir Häuserfassaden, die immer ein wenig künstlich wirken, extrem harte Schwarzweißkontraste im Vordergrund, dunkelgraue Häuserfassaden im Hintergrund, die so gleichflächig aussehen, als wären sie gemalt, und aus denen Lichter aufleuchten, als hätten die Bewohner sämtlich 2000-Watt-Halogenlampen in ihren Wohnzimmern.

Doch mit diesen Stilmitteln und mit diesen Darstellern schafft Regisseur Otto Preminger seine eigene Wahrheit, und das kann er gut. Er kann erzählen. Was erzählt er? Der Cop ist besessen, den Nadelstreifengangster dingfest zu machen, er leistet sich dann einen Fehltritt, welchen er zu vertuschen gedenkt, wobei er sich natürlich immer tiefer in ein Netz von Lügen verstrickt. Ein biographisches Motiv für seine Obsession gibt es darüber hinaus, und wie das ganze ausgeht, möge hier nicht verraten werden.

Warum ist das nun so gut? Das Ganze ist zunächst einmal recht spannend, es gibt gute Darsteller, einen ganzen Sack voller herrlicher, bisweilen angenehm skurriler Nebenfiguren (von denen besonders eine schnodderige Gastwirtin hervorsticht), eine interessante, psychologisch stimmige Geschichte. Es gibt, nun ja, die atemberaubend schöne Gene Tierney, da bin ich immer etwas subjektiv, kommen wir wieder zur Sache. Es gibt bei allem im besten Sinne Konventionellen dann doch einige angenehm überraschende Wendungen und Erzähltricks. An zwei Stellen erzählt Preminger, obwohl dies ein mitunter wirklich spannender und zu keiner Zeit langweiliger Film ist, seine Geschichte betont antidramatisch. Er lässt Dinge aus, die ein weniger begabter Regisseur weidlich ausgekostet hätte. Dies findet zu Beginn beim ersten Mord statt, am Ende bei der Festnahme der Gangster. Preminger erzählt jeweils das Davor und das Danach, lässt den gewalttätigsten Höhepunkt aber aus, denn es ist nach dem Gezeigten einfach nicht mehr nötig, noch einen draufzusetzen. "Seht her, die Geschichte funktioniert auch so hervorragend, sie funktioniert sogar besser, wenn ich mich aufs Wesentliche konzentriere, hier gibt's Schuld uns Sühne statt Sex and Crime", so scheint der schlaue Fuchs Preminger zu sprechen. Dies zeugt von einer bemerkenswerten Reife eines Regisseurs, der damals noch gar nicht so alt war und von dem noch weitere bedeutende Werke folgen sollten.
Bemerkenswert ist auch, wie er an der Figur des "Schmierlappens" die Erwartungshaltung düpiert. Üblicherweise gehen solche Typen dann ja doch irgendwann entweder an der eigenen Dummheit oder an der eigenen Eitelkeit zugrunde, oder sie werden bis aufs Blut gereizt, so dass sie wunschgemäß explodieren und damit ihr eigenes Todesurteil / Gefängnis-Urteil unterschreiben. Nicht so hier, ein entsprechender Versuch des "Helden" (man muss das in Gänsefüßchen setzen), der in Filmen dieser Epoche meist klappt, geht gewaltig in die Binsen. Der Schmierlappen wird zwar gefasst, aber so ganz befriedigt uns das nicht, er hat sich im Grunde als dem Cop überlegen gezeigt, und mit einem beunruhigenden Gefühl schalten wir den DVD-Player/Videorecorder aus. Wann wird der wieder raus sein? Sicherlich bald, und dann wird er weitermachen wie bisher oder es wird andere wie ihn geben oder beides. Nein, so ganz happy ist das end nicht.

Und Preminger kann in Bildern sprechen. Von der eigenwilligen, immer etwas künstlichen Atmosphäre war bereits die Rede. Innovativ ist auch, die ersten Credits auf den Fußweg zu malen, da werden der Cop und die Schöne "mit Füßen getreten", und die Kamera schwenkt dann auch gleich auf die Gosse. So nah kam der Gosse sonst nur ein weiterer Film eines großen Regisseurs, nämlich "Sunset Boulevard" von Billy Wilder, der einen ähnlichen Credit-Verweis hat. Wer sich die Mühe macht, genau hinzusehen, wird übrigens während des ganzen Films reichlich belohnt, auch bei den scheinbar konventionellen Bildern. Die Bildkompositionen sind vielleicht nicht ganz so auffällig wie bei William Wyler (der aber ab "Die Erbin" auffällig unauffälliger wurde), aber es gibt sie, und gerade das auffällig unauffällige ist Premingers Meisterstück. So braucht Preminger gar nicht, wie z.B. Brain De Palma, mit einer split screen zu arbeiten, er schafft sich in mehreren Fällen durch ein bestimmtes Objekt eine "natürliche split screen", d.h. eine mittige, vertikale Teilung des Bildes, und natürlich ist es dann wichtig, was jeweils links und rechts passiert, es ist nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich getrennt, aber irgendwie doch zusammenhängend (Bsp.: Mann 1 klopft an eine Tür, um Mann 2 zusammenzuschlagen, aber Mann 3 versucht gerade, die Leiche von Mann 2 wegzuschaffen und darf von Mann 1 nicht gesehen werden). Ein weiteres Beispiel: Bereits bei "Laura", seinem ersten großen Erfolg mit dem im wesentlichen selben Team, hat Preminger vorzugsweise mehr als zwei Personen zugleich ins Bild gerückt, dadurch auf Schuss-Gegenschuss verzichtet und diese Personen zueinander in Beziehung gesetzt. Wie in einem Theaterstück wird der Zuschauer nicht bevormundet, er kann sich selbst aussuchen, wo er gerade hinsieht (Preminger sagte einmal, er vertraue eben auf die Intelligenz des Publikums). So befragt einmal der Partner des von Andrews gespielten Detective Dixon Gene Tierney. Dieser Partner ist rechts im Vordergrund, Gene Tierney in der Mitte im Hintergrund, Dixon links im Vordergrund, noch etwas vor dem Partner und größer im Bild. Alles ist tiefenscharf, wir können immer alle genau erkennen. Dixon hat ein Geheimnis, er hält sich sehr bei der Befragung zurück, guckt die Tierney nicht einmal an, sie kann ihn nicht sehen, aber wir können sein Gesicht sehen. Wir können in jeder Faser studieren, was gerade in ihm passiert, und da passiert eine Menge, vor allem als die Tierney sagt, derjenige, über den sie gerade befragt werde, sei ihr Ehemann (Dixon weiß bereits, dass dieser Mann tot ist). Indes spielt sich auch bei der Tierney eine Menge ab, bei einigen unangenehmen Fragen guckt sie weg, bei einigen dem Frager genau in die Augen, und ein weniger guter Regisseur hätte mit Focuswechseln gearbeitet, so dass auch der letzte Depp kapiert, wann er zu Gene Tierney und wann zu Dixon gucken muss. Hier gibt es aber immer bei beiden etwas zu beobachten. Darum ist es auch so schön, diesen Film auf Video/DVD zu haben. Die Szene lohnt sich, mehrfach anzuschauen, es gibt für ein Mal einfach zu viel zu sehen, und man kann sich das eine Mal mehr auf Tierney, das andere Mal mehr auf Dixon konzentrieren.
Diese Einzelszene ist nicht etwa ein Ausreißer nach oben, sondern symptomatisch für einen im Ganzen blitzgescheiten Film im Tarngewande der Genrekost. Schließlich bemerkenswert ist die Musik, die eigentlich nur aus Variationen des bereits erwähnten Pfeif-Themas besteht, aber diese Verfremdungen sind mitunter so stark und variationsreich, dass man es beim ersten Mal kaum bemerkt, stattdessen aber einen sehr vielseitigen Soundtrack hat. Gut ist auch, dass die Musik eher sparsam eingesetzt wird (es gibt z.B. außer dem kurzen Pfeifen überhaupt keine Titelmusik), aber wenn, dann auch mal deutlich, je nach Stimmung bedrohlich, schrill, verhalten - die ganze Palette der Gefühlswelt wird aus im Grunde nur einer Handvoll Haupttönen herausgeholt.

Okay, was soll ich noch sagen? Gucken, gucken, gucken!


Invaders From Mars [UK IMPORT] - Jimmy HuntInvaders From Mars [UK IMPORT]
Jimmy Hunt, Bert Freed, Douglas Kennedy, Janine Perreau, William Phipps

DVD, 26. Juni 2006
     Verkaufsrang: 97336     

Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar!



Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Where is Col. Fielding when you need him?      5 von 5 Punkten
Be sure to notice all the standard Sci-fi actors and even the Beaver's mother "Kelston's Secretary" (Barbara Billingsley). This movie was well done with just the right amount of spookiness and has a kid's perspective on what is happening. This is not a kid is smarter than his/her parents movie. There are lots of strange happenings and lots of tension. I will not go into the details as if you have not seen the movie it is more fun to be surprised.
Right from the beginning Little David MacLean sees a flying saucer land in the sandpit behind the house. He tells his parents. They being good parents check it out for him and naturally find nothing out of the ordinary. Maybe he had a nightmare or maybe the nightmare is just beginning as everyone starts acting strange and only David can sound the alarm. What would you do?


There Was a Crooked Man.. - Kirk DouglasThere Was a Crooked Man..
Kirk Douglas, Henry Fonda, Hume Cronyn, Warren Oates, Burgess Meredith

DVD


Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar!



 


Seiten:
  1  
Nächste