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| DVDs: Constanze Haas | Kundenmeinungen Kurzbeschreibungen Inhaltsangaben |
Angst vor der Angst Margit Carstensen, Ulrich Faulhaber, Constanze Haas DVD, 4. Oktober 2005 Verkaufsrang: 19735 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Arthaus Angst vor der Angst, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 04.10.05
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Fassbinder, Carstensen und die Depressionen einer Hausfrau 5 von 5 Punkten ANGST VOR DER ANGST ist ein sehr kleiner, 1975 fürs deutsche Fernsehen produzierter Film des großen Rainer Werner Fassbinder. In der Hauptrolle brilliert Margit Carstensen als Hausfrau Margot, die plötzlich von Angstzuständen geplagt wird, für die es keinen objektiven Grund gibt. Immer wieder verschwimmt ihr Spiegelbild, verschwimmen die Menschen um sie herum. Nachts liegt sie wach - "Es geht wieder los", sagt sie. Der Arzt verschreibt ihr Valium, der Apotheker fängt eine Affäre mit ihr an, denkt aber nur an seine eigene Befriedigung. Niemand kann Margot helfen. Nur der geisteskranke Mann von gegenüber (Kurt Raab - unvergesslich) scheint ihr Problem zu kennen, doch mit dem mag sich Margot nicht unterhalten. Er passt nicht in ihre Mittelklasse-Welt, bzw. darf nicht passen. Aber passt sie selbst? Mutter und Schwägerin (Irm Herrmann und Brigitte Mira) wohnen nur ein Stockwerk höher und quälen Margot, wo sie können. Sie spüren, dass Margot nicht in diese "heile" Welt der bundesdeutschen Bürgerlichkeit passt (und mein Gott, sind das Figuren, die man aus seinem eigenen Familienkreis kennt! Es verschlägt einem die Sprache).
Margot träumt von Freiheit. Sie hört Chansons (Leonard Cohen) unter Kopfhörern, macht sich hübsch, schafft sich Inseln. Aber alle Versuche, eine eigene Identität zu finden, werden gnadenlos von Familie und Umwelt zerstört. Margot fängt an zu trinken, man kann es ihr nicht übel nehmen. Interessant ist die Rolle von Margots Ehemann (Ulrich Faulhaber). Fassbinder entgeht der Versuchung, ihn abstoßend oder desinteressiert zu zeigen. Er ist warmherzig und sorgt sich um Margot, aber auch er findet keinen Zugang. Seine Versuche, Mutter und Schwester abzuschalten, scheitern, er ist schwach und selbst ein Gefangener, muss in seine Rolle als Familienvater passen und mehr Geld verdienen. Der Druck dieser Erwartung entfremdet ihn. "Du bist so weit weg", flüstert Margot im Bett neben ihrem Mann. Er versteht nicht, was sie sagt.
Fassbinders Filme sind oft Zeitdokumente und gleichzeitig ihrer Zeit so weit voraus. ANGST VOR DER ANGST ist ganze Lichtjahre voraus. Die Depression ist heute allgegenwärtig, Margot ist kein Einzelfall - und war es auch damals nicht, man sprach nur nicht darüber. ANGST VOR DER ANGST verweist auf ein weiteres Fassbinder-Werk: WARUM LÄUFT HERR R. AMOK? - Allein schon wegen der Anwesenheit von Kurt Raab, der seine Rolle als Herr R. hier wiederholt (und zwar bis zum Äußersten). Hier wie da kämpfen die (Anti-) Helden ums Überleben in einem bürgerlichen Umfeld, das ihnen die Luft zum Atmen raubt. Herr R. bringt am Ende alle um. Margots Schicksal ist wesentlich gewaltloser, aber nicht minder erschütternd. |
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