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| DVDs: Douglas Hodge | Kundenmeinungen Kurzbeschreibungen Inhaltsangaben |
George Eliot's Middlemarch (1994) - 3er DVD Set Juliet Aubrey, Patrick Malahide, Douglas Hodge DVD, 10. Juli 2008 Verkaufsrang: 4548 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Das verschlafene Örtchen Middlemarch, irgendwo im England der anstehenden Industriellen Revolution: Der junge Arzt Dr. Tertius Lydgate (Douglas Hodge) kommt als Hoffnungsträger in die Stadt, er soll das neugeschaffene Hospital für Fieberkranke leiten. In seinen Augen wird er damit die Medizin revolutionieren, seinen Namen in den Geschichtsbüchern verewigen. Doch hat er nicht mit der Machtgier und Trägheit der Alteingesessenen gerechnet. Denn die scheut Veränderungen wie der Teufel das Weihwasser, wie er bald feststellen muss. Ähnlich ergeht es der jungen Dorothea Brooke (Juliet Aubrey). Von der Ehe mit dem Pfarrer Edward Casaubon (Patrick Malahide) erhofft sie sich geistigen Austausch, erntet jedoch nur Unwillen angesichts ihrer idealistischen Lebenseinstellung. Willkommen in Middlemarch! Hier trifft der Arzt auf den Bösewicht der Stadt, Nicholas Bulstrode (Peter Jeffrey), der unglücklicherweise als Bankier die ganz Stadt fest im Griff hat. An ihm kommt keiner vorbei, schon gar nicht mit so kruden Ideen, wie Lydgate sie hat. Ebenfalls zu schaffen machen ihm die überbordenden Liebesbezeugungen, die er von der schönen Rosamond Vincy (Trevyn McDowell) bekommt, schließlich ist er doch einzig und allein ein Mann der Wissenschaft, oder etwa nicht? Auch Dorothea ist verzweifelt. Statt der erhofften Aufmerksamkeit findet sie in ihrer Ehe nur Ablehnung. Der einzige Lichtblick scheint ihre Bekanntschaft mit einem Künstler zu sein, sein Name ist Will Ladislaw (Rufus Sewell). Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes wird Dorothea z einer wohlhabenden Witwe. Doch noch im Grabe will ihr Mann die Kontrolle über sie behalten. Sollte sie Ladislaw irgendwann heiraten, droht ihr die Enterbung. Welch ein Schicksal! Ähnlich prekär wird die Lage für Lydgate. Nachdem er dem Schmachten der schönen Rosamond erlegen ist, zwingt ihn diese als frischgebackene Ehefrau zu immer neuen Ausgaben. Bald ist der Arzt arm wie eine Kirchenmaus und landet bei seiner Suche nach finanzkräftiger Unterstützung ausgerechnet bei dem Fiesling Bulstrode. Kann es aus all diesem Schlamassel überhaupt ein Entrinnen geben? Als die englische Schriftstellerin Mary Ann Evans ihren Roman in den Jahren 1871 und 1872 veröffentlichte, musste sie dazu noch das Pseudonym George Elloit benutzen. Zu revolutionär waren ihre Ansichten, zu durchsichtig ihre versteckte Gesellschaftskritik. Diese großartige Verfilmung der BBC aus dem Jahr 1994 musste sich glücklicherweise keinerlei solche Selbstzensierung auferlegen. Drehbuchautor Andrew Davies (Stolz und Vorurteil, Bridget Jones) schafft es, die opulente Romanvorlage in packende siebenstündige Unterhaltung zu verwandeln, eine ausgewählte Schar talentierter Darsteller tut ihr übriges dazu. Die gewohnt liebevolle Ausstattung der BBC-Adaption lässt den Zuschauer in das vergangenen England neu erleben, man spürt förmlich die historische Last, unter der sich neue Ideen erst mühsam ihren Weg bahnen müssen oder gleich ganz von ihr erdrückt werden. Dementsprechend begeistert wurde der TV-Mehrteiler auch von den Kritikern aufgenommen. Bei den BAFTA-Awards, dem englischen Fernsehpreis, gewann Juliet Aubrey die Auszeichnung als beste Darstellerin des Jahres 1995, außerdem war "Middlemarch" in weiteren sieben Kategorien nominiert und gewann auch die Preise für das beste Make Up und die beste Musik. Auch in anderen Wettbewerben wurden die Darsteller und Autoren geehrt, "Middlemarch" sogar zur besten Serie des Jahres gewählt. Die Doppel-DVD von NewKSM präsentiert den Film in Deutsch sowie in der englischen Originalversion. Untertitel sind in Deutsch verfügbar. Als Extras gibt es ein Making Of.
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Das ist Middlemarch! 5 von 5 Punkten "Denn wenn die Welt immer besser wird, so ist das zum Teil auf Taten ohne historischen Rang zurückzuführen; und dass es um den Leser und mich nicht so schlecht steht, wie es sein könnte, das verdanken wir zur Hälfte den Menschen, die voll gläubigen Vertrauens ein Leben im Verborgenen geführt haben und in Gräbern ruhen, die kein Mensch kennt." (Schlusswort Middlemarch, George Eliot.)
Der fabelhafte Drehbuchautor Andrew Davies ("Stolz und Vorurteil 1995") hat es geschafft den umfangreichen und verschlungen erzählten Gesellschaftsroman aus dem 19. Jahrhundert werkgetreu, aber ohne belastende Längen und unnötige Kürzungen filmisch darzustellen. Dazu tragen natürlich auch die vielen exzellenten Schauspieler bei, die in jeder Rolle passend agieren und eine ganz eigene Welt vor den Augen der Zuschauer entstehen lassen. Willkommen in Middlemarch, einer kleinen verschlafenen Stadt, die eben den Wind aufregender Reformen und industriellen Fortschritts zu spüren bekommt!
Der junge Arzt Lydgate kommt voll Enthusiasmus und Elan nach Middlemarch um seinen neuen Posten anzutreten. Er möchte das Gesundheitswesen seines Landes reformieren und sieht dafür in der Kleinstadt ideale Möglichkeiten. Seine Vorsätze, ungebunden seinen Forschungen für den Fortschritt nachzugehen, werden jedoch unverhofft gestört, als er die Bekanntschaft mit der bezaubernden Rosamond Vinchy macht. Das Singvögelchen treibt ihn in eine kostspielige Ehe, die über seine finanziellen Möglichkeiten geht und bald schon seine Existenz als Arzt in Middlemarch bedroht.
Auch Dorothea Brooke (Juliet Aubrey) ist von dem Gedanken beseelt, ein großes Werk im Dienste der Menschheit zu tun. Allerdings sind ihre Chancen als junge, unverheiratete Frau denkbar schlecht. Als der verschrobene Geistliche, Casaubon, eine Gesellschaft ihres Onkels besucht, glaubt sie eine verwandte Seele entdeckt zu haben, der ihre idealistische Einstellung teilt. Als sie sich zum Entsetzen von Freunden und Verwandten mit dem ältlichen Gelehrten verheiratet, erfüllen sich ihre idealistischen Träume jedoch leider nicht. Seine junge Ehefrau scheint für den herzkranken Casaubon eher wie eine zusätzliche Belastung, so dass Dorothea vergeblich hofft, ihrem Mann eine unverzichtbare Gehilfin zu werden. Zusätzliche Spannung entsteht, als der arme Verwandte und Künstler, Will Ladislav (Rufus Sewell) die Nähe von Dorothea sucht. Dorothea möchte aus reinen und edlen Beweggründen den Cousin ihres Mannes unterstützen und versteht die heftige Reaktion ihres Mannes nicht, der unfähig ist, über seine Eifersucht auf Will zu sprechen und schließlich eine grausame Klausel in seinem Testament ersinnt, um seine Ehefrau für immer an seinen Willen zu binden.
Dann gibt es da noch den Windhund Fred Vinchy, der einen leichtsinnigen Lebenswandel führt und seine Ausbildung als Geistlicher nicht beendet, weil er sowieso auf ein baldiges Vermögen von einem vergreisten Erbonkel hofft. Doch er verspielt seinen Bonus bei dem alten Herrn und geht leer aus. Nicht nur seine Aussichten auf ein erträgliches Auskommen hat er verwirkt, auch seine Chancen mit der lieblichen Mary Garth glücklich zu werden, stehen denkbar schlecht. Zum Glück hat Mary einen verständigen Vater, der eine Schwäche für den jungen Mann hat. Ob aus dem Luftikus doch noch ein tauglicher Ehemann werden kann?
In sieben Episoden auf drei DVDs wird das Portrait einer fiktiven Kleinstadt zum Leben erweckt. Da auf den Hüllen der DVD jeweils Dorothea Brooke, dann Edward Casaubon und schließlich Will Ladislaw zu sehen sind, könnte dies den Eindruck erwecken, dass es hier hauptsächlich um die schwierige Dreiecksbeziehung dieser Personen geht. Dies ist irreführend, da die politische und gesellschaftliche Stimmung einer ganzen Stadt in Bild und Ton eingefangen wird. Auch die Geschichte um den idealistischen Arzt Lydgate, die als parallel erzählte Handlung zu Dorotheas Lebensweg zu sehen ist, findet große Beachtung.
Manche Figuren sind auch schwer zu fassen, wenn man die klassische Buchvorlage nicht kennt. Dazu gehört der temperamentvolle Ladislaw, der oft seine Gefühle nicht öffentlich bekennen darf oder nur unzureichend seine Handlungen und Absichten kund tut. Auf keinen Fall darf man dies Rufus Sewell anlasten, der eine sehr eindrucksvolle Wiedergabe des schwierigen Hitzkopfes darstellt. Aber um die Gefühlswelt des Künstlers besser zu verstehen, wird man wohl zur Lektüre greifen. Leichter hat es da Robert Hardy, der den herrlich takt- und talentlosen Gutsbesitzer, Mr. Brooke, darstellt, der so gerne ins politische Leben einsteigen möchte und so gnadenlos scheitert. Besonders beeindruckend ist die Leistung von Juliet Aubrey, welche die zeitlose Schönheit der Dorothea Brooke besitzt und auch charakterlich dem Roman selbst entsprungen zu sein scheint. Als besonders schönes Beispiel sei hier das Gespräch zwischen Dorothea und der unglücklichen Rosamond Lydgate erwähnt.
Als besonderes Sahnehäubchen hat die unvergleichliche Judi Dench im englischen Original die Schlussworte von Middlemarch gesprochen, die man sinngemäß am Anfang dieser Rezension nachlesen kann.
Diese Adaption des Klassikers überzeugt durch die besonders stimmige Umsetzung mit den vielen einfühlsamen Details, den bezaubernden Schauspielern, der passenden Filmmusik und den gelungenen Kulissen. Besser geht es eigentlich gar nicht.
Weitere Kundenmeinungen |
Middlemarch [UK IMPORT] Juliet Aubrey, Robert Hardy, Douglas Hodge, Michael Hordern DVD, 20. August 2001 Verkaufsrang: 18544 Der Artikel ist bald verfügbar. Sichern Sie sich jetzt Ihr Exemplar!
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Zeitlose Geschichte über die Suche nach dem Sinn im Leben 4 von 5 Punkten Das nenne ich mal ein gewagtes BBC-Großprojekt: Den 800 Seiten fetten und komplexen Gesellschaftsroman von George Eliot aus dem Jahre 1871 in eine Miniserie zu verwandeln, die natürlich unterhaltsam und bewegend sein soll und dabei die Intentionen der guten alten George Eliot nicht aus den Augen verliert.
Middlemarch ist eine imaginäre Kleinstadt in England des frühen 19. Jahrhunderts. Das Leben und Streben der Menschen in dieser Stadt ist Gegenstand der Geschichte. Es gibt viele unterschiedliche Handlungsstränge und Schicksale, die sich treffen und überschneiden. Die vier Wichtigsten davon möchte ich hier kurz vorstellen:
Da ist zum einen die gutherzige und schöne Dorothea Brooke (Juliet Aubrey), die in Wohlstand aufwächst und doch unter ihrem müßigen Leben und der Not anderer Menschen leidet. In der Hoffnung endlich etwas Sinnvolles in ihrem Leben tun zu können, heiratet sie den alternden und verschrobenen Gelehrten Casaubon (Patrik Malahide). Die Ehe verläuft enttäuschend für Dorothea.
Casaubons Vetter Will Ladislaw (Rufus Sewell) ist ein junger Mann voller Idealismus, der aber keinem "richtigen" Beruf nachgeht. Er verliebt sich in Dorothea, doch diese Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Casaubon wacht sogar noch nach seinem Tode eifersüchtig über seine Frau.
Dann gibt es da den ambitionierten jungen Arzt Tertius Lydgate (Douglas Hodge), der nach Middlemarch kommt in der Hoffnung die Medizin zu revolutionieren. Bald schon muss er aus beruflichem und politischem Kalkül heraus Zugeständnisse machen, die sein Gewissen belasten. Noch größere Zugeständnisse macht er, als er die einfältige Rosamond (Trevyn McDowell)heiratet, denn sie treibt ihn mit ihrem exzessiven Lebenswandel und ihrem Streben nach sozialem Aufstieg in den finanziellen Ruin.
Auch Rosamonds Bruder Fred Vincy (Jonathan Firth - hübscher Bruder von Colin Firth) ist ein Taugenichts. In Erwartung einer großen Erbschaft verspielt er Unsummen, und als die Erbschaft ausbleibt, steht er vor den Ruinen seines jungen Lebens. Das Mädchen, das er liebt, will ihn nicht heiraten solange er kein anständiges Leben führt.
Gemecker (Warum "nur" vier Sterne):
Ich kannte das Buch noch nicht als ich den Film sah, was offensichtlich ein Fehler war, weil man sich beim Einstieg in diese Miniserie richtig schwer tut, die Personen und ihre Handlungen zuzuordnen und zu verstehen. Und auch bei den folgenden Episoden muss man ungeheuer aufpassen um bloß nicht den Anschluss an die komplexen und manchmal verwickelten Handlungen zu verlieren. Manche Schlüsselszenen aus dem Buch wurden weggelassen oder verkürzt - wie ich hinterher feststellte - und das kriegt man besonders als buchunkundiger Zuschauer zu spüren. Auf den "Ahnungslosen" wirkt die Geschichte streckenweise zerstückelt und unausgegoren.
Nun aber zum Lob:
Die Darsteller sind mit Abstand das Beste an dieser Verfilmung. Die sanft-schöne Juliet Aubrey ist die ideale "Heilige Dorothea" und Patrik Malahide als schrulliger Casaubon ist ein herrlich hässlicher Charakterkopf. Mir hat auch Colin Firth jüngerer Bruder Jonathan Firth gut gefallen. Nach und nach entwickelt er seine Rolle und gewinnt am Schluss die ganze Sympathie des Zuschauers. Rufus Sewell ist optisch zwar kein Mann nach meinem Geschmack, aber mit seinen tragisch-leidenden Gesichtsausdruck macht er wieder gut, dass er den Idealisten Ladislaw etwas zu reserviert spielt. All die anderen ausgezeichneten Darsteller, die ich nicht erwähne fehlen hier nur aus Platzmangel ;-).
Vielleicht bräuchte ich auch gar nicht extra auf Kulissen und Kostüme einzugehen, denn die sind wie immer bei der BBC vorzüglich und authentisch. Hier hat man eine ganze "vorindustrielle Landschaft" entworfen und mit Hilfe von Schlossparks, Kutschfahrten, Ausritten und diversen Herrenhäusern wunderbar gezeichnet. Von der Stadt Middlemarch selbst sieht man helle und prachtvolle Patrizierhäuser. Die Stadt wirkt wohlhabend und aufstrebend. Alles, nicht nur die Menschen befindet sich im Umbruch. Die Eisenbahn wird gerade gebaut, Landvermesser sind unterwegs, und als ein paar Landarbeiter sich voller Aggression auf die Vermesser der Eisenbahngesellschaft stürzen, ahnt man die Konflikte der kommenden Jahrzehnte. Durch viele solche Szenarien erhält man allmählich ein sehr plastisches und farbiges Bild dieser Epoche und dem Leben in ihr.
Aber nicht die Äußerlichkeiten machten den Roman von George Eliot zu einem Werk der Weltliteratur, sondern die Auseinandersetzung mit den inneren Vorgängen in den Menschen, ihr Streben nach Glück und die unterschiedliche Vorstellung die Menschen davon haben. Während die eine (Dorothea) leidet, weil sie ihr Leben für sinnlos und eitel hält, strebt die andere (Rosamond) verbissen und egoistisch nach genau so einem Leben. Lydgate und Casabaun haben ihr Leben der Wissenschaft verschrieben, während der eine pedantisch an seinem Lebenswerk herum tüftelt ist der andere voller Dynamik und Tatendrang und sicher, sein Ziel zu erreichen. Dennoch versagen beide aus ganz unterschiedlichen Gründen aber gleichsam auf tragische Weise.
Achtung Spoiler:
In meinen Augen hat diese Geschichte auch kein wirkliches Happy End - freilich die Liebespaare bekommen sich - aber letztlich sind viele der Helden mit ihren ursprünglichen Lebenszielen gescheitert, haben billige Zugeständnisse gemacht oder gar eine ganz andere Richtung eingeschlagen. Spoiler Ende.
FAZIT:
Das ist eine prächtige, berührende und sehr komplexe Literaturverfilmung der BBC, aber VOR Anschaffung dieser Serie empfehle ich dringend, die Lektüre des Romanes. Das hilft beim Verständnis des Films und gewährleistet den vollen Filmgenuss.
P.S.:
Wer solche komplexen Literaturverfilmungen mag, dem möchte ich an dieser Stelle unbedingt die um Längen bessere BBC-Verfilmung des Dickens Romans "Our Mutual Friend" empfehlen (Hat sogar englische Untertitel). Hier hat die BBC nämlich einen weiteren vielschichtigen Gesellschaftsroman verfilmt mit deutlich mehr Detailfreude, Tiefgang, Emotionen und Bildpracht. In meinen Augen bietet "Our Mutual Friend" eine qualitative und dramatische Steigerung zu "Middlemarch" und ist damit die ideale Fortsetzung für alle leidenschaftlichen BBC-Schauer.
Großes Epos mit einigen Längen 4 von 5 Punkten Eins gleich vorweg: wer in der ersten Folge pennt, der hat es in den restlichen 6 nicht leicht! Im Gegensatz zu manch anderen grandiosen BBC-Verfilmungen hat man es bei "Middlemarch" nämlich nicht mit einer einzigen stringenten Handlung zu tun, sondern gleich mit mehreren, die parallel zu einander verlaufen und mitunter auch miteinander verbunden sind. Somit hat man auch nicht eine Hauptperson, sondern gleich eine ganze Sammlung an Charakteren vor sich und wer halt hier in der ersten Folge nicht aufpasst, um herauszufinden, wer diese Leute eigentlich sind und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen, der wird sich auch in den restlichen 6 Folgen damit schwer tun.
Tatsächlich kann man es "Middlemarch" vorwerfen, daß es mitunter einfach zu viele unterschiedliche Handlungen sind, die hier präsentiert werden. Mitunter erscheint es einem zu ausführlich an der einen Stelle und zu oberflächlich an der anderen. So kommt es leider zu einigen Längen, die durchaus vermeidbar gewesen wären. Eine Rezensentin auf dieser Seite hat vermerkt, daß "Middlemarch" ihr ein wenig zu viel Schicksal zeigt, ein wenig zu viel Mißverständnisse und Unglück. Solchen Leuten sei geraten, sich mal eine durchschnittliche Folge "Lindenstraße" anzuschauen, wo mitunter noch viel mehr Elend präsentiert wird...
Zu viel Elend, Schicksal, Missverständnisse und Leid konnte ich bei der Menge an Figuren jedoch nicht erkennen, zumal die Darsteller glaubhaft und authentisch rüberkommen. Besonders hervorzuheben seien hier sicherlich die darstellerischen Leistungen von Juliet Aubrey als Dodo und Douglas Hodge als Dr Lydgate, aber auch Rufus Sewell (bekannt aus dem BBC-Biopic "Charles II.") als Ladislaw oder Patrick Malahide als Casaubon spielen großartig. Da es sich bei "Middlemarch" jedoch eher um ein Ensemblestück handelt, kann man eigentlich alle Darsteller nur als sehr gut bezeichnen.
Leider weist das Drehbuch scheinbar einige Lücken auf. Zwar habe ich das Buch nie gelesen, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß besonders zum Ende hin arg gekürzt worden wäre. So habe ich nicht wirklich verstanden, was denn nun genau der Säufer mit Mr Bulstrode zu tun hat. Genau dies scheint aber mit zur Lösung der großen Konflikte zusammen zu hängen, so daß einem das Ende etwas ratlos zurückläßt.
Auch wenn das Drehbuch von Andrew Davies (richtig, der, der auch die Drehbücher zu "Pride&Prejudice" und "Vanity Fair" geschrieben hat) einige Längen hat, so garantiert "Middlemarch" doch angenehme Unterhaltung der britischen Art, die jedem Fan der wunderbaren BBC-Literaturverfilmungen (hallo, Öffentlich-Rechtliche, nehmt Euch mal ein Beispiel!) garantiert gefallen wird.
Perfect 5 von 5 Punkten Auf die "kleine Serie" Middlemarch bin ich durch Zufall vor einigen Jahren im Regionalprogramm gestoßen. Damals war ich überrascht, weil ich von einem solchen Programm sowas nicht erwartet hätte, nichts desto weniger war ich begeistert. George Eliot beschreibt wunderbare Charaktere. Der Originaltitel "Middlemarch-A study of provincial life" beschriebt so einiges. Im Gegensatz zu Jane Austen steht bei Eliot die Romantik nicht im Vordergrund und auch nicht direkt eine oder zwei Hauptfiguren. Vielmehr wird hier eine Gruppe von Menschen gezeigt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie alle meistern auf unterschiedliche Weise ihr Leben, mit Erfolg oder Misserfolg. Die Schauspieler sind ausnahmslos und bringen die Charaktere so auf die Leinwand, wie man sie sich beim Lesen der Romanvorlage vorgestellt hat. Aber bei Verfilmungen der BBC ist das selten anders. Fazit: Wer zum Beispiel die Jane Austen Verfilmungen mochte oder auch Martin Chuzzlewit, der wird den Kauf dieser Box nicht bereuen.
Spannung zwischen Dünkel und Warmherzigkeit 5 von 5 Punkten Für mich ist es erstaunlich wie modern und frisch das Werk von George Eliot heute wirkt (wenn man mal davon absieht, dass man der Bildqualität der DVD den Produktionstermin Anfang der 90er Jahre durchaus ansieht). Während Jane Austen (siehe beispielsweise Pride & Prejudice oder Sense and Sensibility) die Suche nach der Liebe in den Vordergrund ihrer Romane stellt und damit auch nur 2x2 Personen, ist Middlemarch in diesen Punkten anderes: Hier geht es eher darum, wie eine Vielzahl von Personen, deren Geschichte quasi simultan erzählt wird, das Leben bestehen und sich entwickeln, Fehlentscheidungen treffen, arm werden, reich werden, an Einfluß gewinnen, an Einfluß verlieren, ja gut und auch Liebe finden - aber das ist nur ein Ereignis unter vielen. Den Anfang der Geschichte ganz kurz zusammengefasst (ist eigentlich unmöglich, da 6 Epsioden a 1 Stunde): Dorothea, eine warmherzige und empfindsame aber auch pragmatische Frau mag keine oberflächlichen Männer und heiratet daher ziemlich schnell Mr Casaubon, einen egozentrischen Gelehrten (könnte vom Outfit als Riff-Raff in die Rocky Horror Picture Show passen), von dessen immateriellen Zielen sie sich angezogen fühlt. Schnell stellt sich heraus, das Casaubon Dorothea aber von seiner Arbeit ausschließt und sie höchstenfalls Sekretärin sein darf. Auf einer Reise sieht sich Mr Ladislaw wieder - ein verarmter Verwandter von Mt Casaubon. Obwohl sie sich nur kurz sehen, mögen sie sich, was Mr. Casaubon nicht gefällt. Obwohl Dodo immer treu ist, verfügt er im Testament, das sie das Erbe nur behalten darf, wenn sie nicht Ladislaw heiratet. Er stirbt und sie beschliesst (ohne mit Ladislaw direkt zu sprechen), nie wieder zu heiraten. Soweit so gut. Kommen wir zum zweiten Handlungsstrang. Dr. Lydgate ist ein guter, moderner Arzt mit modernen Ideen, unkompliziert geradeheraus und wohl gutaussehend. Leider ahnt man schnell was kommt (vor allem wenn man die Istvan Szabo Filme kennt - Hanussen/Oberst Redl/Mephisto/Sonnenschein): Er wird Arzt am Krankenhaus durch den Banker Mr Bulstrode. Dummerweise mag den fast keiner. Lydgate passt sich Bulstrode an und votiert gegen seinen Freund, der gerne Krankenhauspfarrer geworden wäre (diese Freundschaft geht aber nicht kaputt). Und das ist erst der Anfang seiner Anpassung. Er heiratet eine ausgemacht blöde wie schöne (zumindest in der Augen des Films) Frau, die ihn erst durch hemmungslose Kaufwut fast in den Ruin treibt aber jede Versuche aus dem Schlamassel zu kommen, verhindert. Dann haben wir da noch Mr. Brooke, der Prototyp des Erzkapitalisten, der ständig Progress und Reform auf den Lippen führt aber dem "Links reden, rechts handeln" zum Opfer fällt; einen Säufer, der mehr über das Vorleben von Mr. Bullstrode weiss; Fred Vincy, der nie Glück mit Pferden hat ("Lord, I wish I had a decent horse" - running gag) und von dem man nicht weiss, ob etwas aus ihm wird und Dodos oberflächliche Schwester, die standesgemäß einen hohlen Dünkelträger heiratet. Nun ja, jetzt darf ich noch nicht alles erzählen, aber es stellen sich folgende Fragen: Was geschieht mit Dr. Lydgate? Wie wird sich seine Abhängigkeit von Bulstrode und seiner Frau auswirken? Wird Dodo es wieder schaffen, Sinn in ihrem Leben zu finden? Was hat der verwahrloste Kerl mit dem Banker zu schaffen? Wird aus Fred noch ein guter Kerl? Und alles in allem: Wer behält die Oberhand? Diejenigen, die nur Geld oder der Standesdünkel im Kopf haben oder die, die sich echten Idealen verschrieben haben, wie schwer sie auch zu verwirklichen sind. Und weil es so viele spannende Dinge sind, fiebert man wirklich der letzten Episode entgegen. Es sei soviel vorweggenommen, das es ein gutes Ende gibt, ohne Hollywoodmässig gut zu sein. Die Charaktere sind fast ausnahmslos nicht schwarz-weiss gezeichnet sondern changieren teilweise - partiell machen sie auch sichtbar eine Entwicklung im Laufe des Films mit. Auch dies ein Indiz für die Qualität des Films. Wir treffen übrigens auch wieder jede Menge gute Schauspieler, die man aus anderen BBC-Produktionen, nicht aber aus Hollywood kennt (was in meinen Augen für deren Qualität spricht :-) ). Moniert habe ich schon die mäßige Bildqualität. Ton ist Stereo, ist man leider von BBC-Produktionen gewöhnt. Schade, die schöne Musik hätte ein bischen DD-Aufarbeitung durchaus verdient gehabt. Also: Wer genug Zeit hat für 6 Fersehabende und ein spannendes englisches Historiendrama sehen möchte, für den sollte dieser Film genau die richtige Unterhaltung sein.
Wunderschoene & nie langweilige Umsetzung des Buches! 5 von 5 Punkten Auf Middlemarch bin ich gekommen, als ich alle Jane-Austen-Verfilmungen gesehen hatte und nach aehnlichen Stoffen suchte; es ist ebenso sorgfältig gemacht wie "Pride & Prejudice" und womoeglich noch interessanter. Die Geschichte spielt in einer Zeit des Umbruchs und bezieht gesellschaftliche und politische Verhaeltnisse mit ein; sehr gute Darsteller (besonders die Frauen sind, finde ich, eine Augenweide!), die herrliche englische Landschaft und interessante Dialoge machen es leicht, sich in die Geschichte zu vertiefen. Schwierigkeiten hatte ich manchmal, den Dialekt zu verstehen, den die einfachen Leute sprechen - das Video kann man ja zurueckspulen! - Es gibt auch kein "Rundum-Happyend" - individuelle Schicksale werden am Ende aus dem Off weiter erzaehlt. Der Film ist so lang, dass man ihn sich für einen Tag aufheben sollte, an dem man sich nur Gutes tun will. |
The Way We Live Now [UK IMPORT] David Suchet, Matthew MacFadyen, Paloma Baeza, Cheryl Campbell, Shirley Henderson DVD, 2. Oktober 2006 Verkaufsrang: 14375 Der Artikel ist bald verfügbar. Sichern Sie sich jetzt Ihr Exemplar!
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Grandioses Drama um Liebe und die Macht des Geldes 5 von 5 Punkten Ich muß mal wieder was gestehen: obwohl ich mehrere Jahre meines Lebens mit dem Studium der Anglistik verbracht (manche Leute sagen verschwendet) habe, hatte ich noch nie zuvor von Anthony Trollope gehört, geschweige denn gelesen, bevor ich diese DVD in den Händen hielt. Und somit saß ich auch ohne große Erwartungen vor dem Fernseher und ließ mich mal wieder einfach überraschen...
"The way we live now" spielt zwar im viktorianischen England, erinnert aber vom Plot her mitunter auch an so manchen Wirtschaftsskandal der letzten Jahre, sei es nun der um Jürgen Schneider, Mannesmann oder der Zusammenbruch des sog. "neuen Marktes". Im Gegensatz zu so manch anderem BBC period drama geht es hier nämlich nicht (hauptsächlich) um das Suchen und Finden von Liebe, sondern vor allem um das ewige Spiel um Geld und Macht. Das alles ist äußerst spannend erzählt, mit packenden Charakteren und so mancher Wendung, die man so nicht erwartet hätte.
Für das Drehbuch zeichnet mal wieder Andrew Davies verantwortlich, an sich schon ein Qualitätssiegel. Die Regie von David Yates verleiht dem ganzen die richtige Atmosphäre, so daß von Anfang an klar wird: hier haben wir es nicht nur mit einem viktorianischen Spiel um Liebeleien zu tun, sondern mit einem waschechten Wirtschaftsskandal. Die Darsteller, darunter so prominente Namen wie Matthew MacFadyen (Mr Darcy aus der "Pride&Prejudice"-Version mit Keira Knightley), Shirley Henderson (Jude aus "Bridget Jones"), Douglas Hodge ("Middlemarch"), Miranda Otto (Éowyn aus der "Herr der Ringe"-Trilogie) und Cillian Murphy ("Batman begins") spielen allesamt durch die Bank weg grandios, der eigentliche Star dieses Films ist jedoch definitiv David Suchet, den man bisher nur als Hercule Poirot aus den Agatha-Christie-Verfilmungen der BBC kannte. Suchet ist großartig als Augustus Melmotte, er erinnert an ein wildes Tier, einen gewaltigen Bären, der zwar freundlich schaut, vor dem man aber auf der Hut sein sollte und dem man vor allem nicht aus der Hand fressen sollte. Er ist der Zeremonienmeister dieses Films, er steht über den anderen und will sie nicht nur finanziell beherrschen, indem er ihr Geld "anlegt", sondern sie auch noch politisch beherrschen, indem er sich ins Parlament wählen läßt.
"The way we live now" ist also ein durchaus aktueller Film, den sich so mancher Investor mal anschauen sollte. Daß dieser Film auch als Satire über den Tanz ums Goldene Kalb funktioniert, beweisen vor allem die Szenen um den Besuch des Kaisers von China herum, vor allem die Dinnerszene: Das große Fressen, bei dem sich alle zukünftigen Melmotte-"Investoren" die Bäuche vollschlagen, während der Meister selber nichtmals einen Finger rührt, sondern lediglich wie ein Raubtier seine Beute beobachtet.
Dennoch gibt es auch hier leider einige dramaturgische Schwächen. So wirkt die Handlung um die Longestaffes nicht ganz ausgearbeitet und diese Charaktere wirken dadurch leider ein wenig flach, auch die "Liebesgeschichte" zwischen Sir Felix (MacFadyen) und Ruby (Maxine Peake) hätte an so mancher Stelle gekürzt werden können, ebenso wie die Dreierbeziehung zwischen Hetta (Paloma Baeza)/Montague (Murphy) und Mrs. Hurtle (Miranda Otto).
Abgesehen von diesen eher kleineren dramaturgischen Schwächen (die Charaktere sind einem einfach zu sympathisch, als das man dies wirklich als Schwäche auslegen möchte) ist "The way we live now" jedoch großartige Unterhaltung der britischen Art: Für alle Fans der BBC period dramas genau das, was man bislang kennen- und schätzengelernt hat und für all diejenigen, die einfach nur einen spannenden Wirtschaftskrimi sehen wollen. |
Barbara Vine 3 DVD Box [UK IMPORT] Douglas Hodge, Jeremy Northam, Saira Todd, Paul Rhys, Michael Sheen DVD, 31. Oktober 2005 Verkaufsrang: 64332
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Fernsehen at its best! 5 von 5 Punkten Zugegeben, ich habe noch keinen der Romane von Barbara Vine gelesen, wohl aber von Ruth Rendell. Mit Literaturumsetzungen in filmische Sprache ist das immer so eine Gratwanderung zwischen Reduktion und Neuinterpretation. Selten jedoch wurden Atmosphäre und Stimmung im Werk einer Autorin so kongenial umgesetzt.
Dazu tragen nicht zuletzt unglaublich gute Darsteller, eine sehr kluge Regie und die adäquat geniale Kameraführung bei.
Einmal mehr Hut ab vor britischer Filmkunst, die ihren hohen Qualitätsstandard auch bei Fernsehproduktionen hält.
Ich habe selten drei so großartige Verfilmungen gesehen.
A Fatal Inversion 5 von 5 Punkten Um die Finessen und Details dieses leider nur auf englisch (mit englischen Untertitel) zu geniessenden Filmes zu erfassen, ist es unbedingt notwendig, das Buch "Und scheint die Sonne noch so schön" von B.V. gelesen zu haben. Dann aber kann man gut folgen und gleichzeitig durch die schön gesprochenen Dialoge sein Englisch verbessern. Zum Film selbst: ich habe einmal gelesen, das hier der Film besser als das Buch gelungen sei - es stimmt! Die Handlung geht wirklich sehr eng an der Buchvorlage entlang. Fast keine der Einzelheiten wird ausgelassen und die Charaktere der Akteure, 5 junge Leute aus verschiedensten Schichten, sind durch die hervorragende Besetzung sehr gut getroffen. Adam, gefühlsbetont und unsicher, der überraschend ein herrliches Haus in Suffolk erbt, möchte gerne aus seinem beschaulichen Leben ausbrechen und mehr wie sein Freund Rufus in den Tag hineinleben und ebenso "cool" sein. Dieser egomane Kumpan begleitet ihn dann tatsächlich nach Suffolk, sieht er doch hier ein Chance nocheinmal - bevor er sich seiner Karriere als zukünftiger Gynäkologe widmet, die er trotz aller an den Tag gelegter Gelasseheit nie aus den Augen verliert - exzessiv einige Wochen mit Drogen, Trinken, Nichtstun und Sex zu verbringen. Die Eltern wähnen die Studenten während Ihrer Ferien in Griechenland. Nach kurzer Zeit macht sich Mary, Rufus`s Freundin auch nach dorthin auf den Weg um wenig später wegen eines Streites mit Rufus wieder abzurauschen. Er liest daraufhin eines Nachts die kindgleiche, geheimnisvoll und irgendwie verstörte Zosie auf der Landstraße auf und bringt sie, weniger selbstlos als berechnend, mit nach "Ecalpemos", so hat Adam in der Zwischenzeit seinen Besitz getauft. Jetzt nimmt das Verhängnis seinen Lauf, denn Zosie schließt sich kurze Zeit später Adam an, der meint die Liebe seines Lebens gefunden zu haben. In der sonnentrunkenen, scheinbar unbeschwerten Atmosphäre eines heißen Sommers in einer idyllischen englischen Landschaft entwickelt sich langsam ein Drama, das sich durch das Auftauchen von Shiva, eines jungen Inders, zusammen mit Vivian, einem verwaisten Hippie-Mädchen, zuspitzt. Die traumatisierte Zosie entführt bei einem Trip nach London ein Baby und die ganze Kommune gerät in einen Konflikt, der Tod und Verderben, Vertuschen und Angst nach sich zieht. Nach 10 Jahren holt das Geschehen die mittlerweile gut situierten Beteiligten ein, und wieder gilt es, eine Lebenslüge aufrecht zu erhalten.
Ob das gelingt, oder eine späte Vergeltung eintritt - das möchte ich hier noch nicht verraten.
Alle Akteure werden perfekt wiedergegeben: der eigentlich immer etwas ängstliche Adam, der auch älter geworden einen gehetzten Eindruck macht. Rufus, kaltblütig und beunruhigend in seinem Auftreten, hat scheinbar auch 10 Jahre später seine Emotionen im Griff. Und Shiva, immer noch durch seine Abstammung gehemmt, immer noch versucht sich, damals wie heute, der Gesellschaft in der er lebt und arbeitet anzupassen und zu gefallen. Der Film gewinnt durch abwechselnd ruhige und sehr temporeiche Passagen, bleibt immer spannend und wartet mit einem absolut überraschenden Ende auf! 170 Minuten Eintauchen in die menschliche Psyche, die völlig normal, verstörrend und unergründlich tief ist! |
Mansfield Park [UK IMPORT] Billie Piper, Jemma Redgrave, Maggie O'Neill, Douglas Hodge, James D'Arcy DVD, 19. März 2007 Verkaufsrang: 48556 Der Artikel ist bald verfügbar. Sichern Sie sich jetzt Ihr Exemplar!
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 9 Bewertungen)
sehbar 3 von 5 Punkten gerade habe ich diesen film gesehen & so schlimm wie befürchtet ist er gar nicht, fest im mittelmass mit leichter tendenz nach oben
was mir am wenigsten gefallen hat sind die Crawfords, die viel zu sympathisch & natürlich dargestellt wurden, als sie hätten sein müssen, auch sind die 'Love Vows' theaterepisode & Marys eskapade mit Henry Crawford dramaturgisch verschenkt, die inszenierung insgesamt wirkt zu sparsam & findet nur in Mansfield Park statt, weder in London noch bei Fannys familie, was den film erheblich aufgelockert hätte
die musik ist nett, die kamera, die kostüme & das licht erträglich, bis auf Edmund, der sehr glücklich besetzt wurde sind die schaupieler nicht gerade glänzend gecasted, incl Billie Piper, die zwar erfrischend ist aber nicht viel mit der original Fanny zu tun hat
alles in allem eine sehbare 'Mansfield Park' verfilmung, besser als die erste von 1983
Diese Rezi fällt mir richtig schwer 2 von 5 Punkten und das aus unterschiedlichen Gründen.
Zum einen gehört schon die Buchvorlage nicht gerade zu meinen Lieblingen >hüstl<. Die ist mir einfach ein bis zwei Nummern zu depressiv.
Zum anderen fand ich ITVs "Northanger Abbey" ganz hervorragend und kann es kaum fassen, daß die in der Lage waren, zwei (bzw. drei) in der Qualität so extrem voneinander abweichende Filme zu produzieren.
Ich mochte schon die Bozema-Verfilmung nicht, aber diese hier finde ich in der Tag noch schlechter. Dabei glaube ich noch nicht mal, daß sich das alles an der Figur von Billie Piper festmachen läßt. Sie ist ja wohl kaum selbst für Kostüm und Maske verantworlich gewesen, oder? Das sind für mich jedenfalls schon mal zwei ziemlich dicke Brocken, die irgendwie so gar nicht hinhauen.
Schlimmer ist allerdings wohl, daß die Figur der Fanny einfach völlig falsch angelegt ist. Ich gehöre nicht zu den Verfechtern der "nur buchstabengetreu ist das einzig Ware"-Theorie, aber diese Fanny Price hat nicht nur nix mit dem Buch, sondern auch nix mit Jane Austen zu tun. Außerdem hat mich das ständige herumgerenne ziemlich genervt.
Das muß ich dann vielleicht doch noch zugestehen: die schwierige depressiv-bedrückende Grundtendenz des Buches ist hier überhaupt nicht spürbar. Wenn ich denn bereit und in der Lage wäre, das als positiv zu werten...
Der Edmund-Darsteller war irgendwie ganz süß.
Zu empfehlen eher für Menschen, die noch nie zuvor etwas von / über Jane Austen gehört, gelesen oder gesehen haben. Ansonsten eher mit Vorsicht zu genießen.
Ganz übel 1 von 5 Punkten Wer Mansfield Park gelesen hat, kann mit der Besetzung von Billie Piper wohl kaum etwas anfangen. Nicht nur ihre blutleere Darstellung, auch ihr Outfit entsprechen einfach nicht dem, was man von einer Austen-Heldin erwartet. Ihr Haar scheint ständig ungekämmt zu sein und die Blondierung wirkt ziemlich schäbig.
Auch die übrige Besetzung, mit Ausnahme der Crawfords, konnte mich nicht überzeugen.
Ehe man Geld für diese DVD ausgibt, sollte man lieber die alte BBC-Fassung oder sogar die Verfilmung mit Francis O'Connor kaufen.
Die anderen ITV-Austen-Verfilmungen kann man vorbehaltlos empfehlen, da dort der großartige Andrew Davies beteiligt war. Vielleicht nimmt er sich ja auch noch einmal Mansfield Park vor, damit man endlich eine zufriedenstellende Verfilmung zu den anderen Adaptionen von Austen-Werken stellen kann.
Ich liebe Billie Piper 5 von 5 Punkten Die arme Billy Piper, die hier in den Kritiken leider sehr schlecht wegkommt, völlig ungerechtfertigt. Zuerst gesehen habe ich die Dame als Rose in der aktuellen "Doctor Who"-Serie, die übrigens auch bald bei uns auf Prosieben laufen soll (kleine Empfehlung an dieser Stelle!), und dort ist mir die Gute bereits sehr positiv aufgefallen. Insofern hatte ich mich gefreut, sie in dieser Verfilmung eines Jane Austen Romans zu sehen. Was viele hier stören mag, ist die Tatsache, dass sie sehr auffällig ist. Eine typische Blondine mit Schmollmund mögen viele sagen, was aber dann doch sehr oberflächlich ist. Dass sie gut spielen kann, beweist sie nicht nur hier, sie konnte sogar 2005 und auch 2006 jeweils den britischen National Television Award als beliebteste Schauspielerin gewinnen. Einen TV Quick Award 2005 und eine Nominierung 2007 für den äußerst renommierten BAFTA Award kommen noch dazu. Alleine schon dieser Umstand qualifiert Billie Piper für eine Hauptrolle in einer Jane-Austen-Verfilmung. Okay, die Geschichte wurde im Ganzen etwas modernisiert, da mag man von halten was man möchte, es passt trotzdem. Als Purist könnte man sich an manchen Dingen stoßen, wieder andere werden vielleicht das erste Mal von Jane Austen begeistert sein. Man sieht, die Geister scheiden sich manchmal, ich persönlich, auch wenn ich eher zu den Puristen gehöre, hatte trotzdem Spaß an dem Film. Man sollte ihn einfach nicht als "die" Verfilmung des Romans ansehen, sondern als gute Ergänzung. Unter diesen Gesichtspunkten kann ich nur 5 Punkte vergeben, denn es kommt drauf an, ob ein Film unterhält und bei der Stange hält, und das tut er!
Schlecht, schlechter, Billie Piper 2 von 5 Punkten Warum man die eher ruhigen, vielleicht sogar etwas kränklichen Fannny mit Billie Piper besetzt hat, bleibt mir ein Rätsel. Ebenso, wieso eben jene sich alle fünf Minuten nach vorne beugt und der Kamera einen ganz zufälligen einen immer recht langen Blick in ihr Dekolte gönnt.
Diese Verfilmung ist einfach schlecht. Was kann man mehr dazu sagen. Jemand, der noch nie das Buch gelesen hat und auch sonst nicht viel mit Jane Austen am Hut hat und auf hübsche Einblicke liebt, könnte auch diesen Film "schön" finden.
Aber vielleicht kann man mit diesem Werk ein paar Leute mehr auf Jane Austen aufmerksam machen.
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Middlemarch [UK IMPORT] Juliet Aubrey, Robert Hardy, Douglas Hodge, Michael Hordern Videokassette, 5. April 1994 Verkaufsrang: 12227
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Zeitlose Geschichte über die Suche nach dem Sinn im Leben 4 von 5 Punkten Das nenne ich mal ein gewagtes BBC-Großprojekt: Den 800 Seiten fetten und komplexen Gesellschaftsroman von George Eliot aus dem Jahre 1871 in eine Miniserie zu verwandeln, die natürlich unterhaltsam und bewegend sein soll und dabei die Intentionen der guten alten George Eliot nicht aus den Augen verliert.
Middlemarch ist eine imaginäre Kleinstadt in England des frühen 19. Jahrhunderts. Das Leben und Streben der Menschen in dieser Stadt ist Gegenstand der Geschichte. Es gibt viele unterschiedliche Handlungsstränge und Schicksale, die sich treffen und überschneiden. Die vier Wichtigsten davon möchte ich hier kurz vorstellen:
Da ist zum einen die gutherzige und schöne Dorothea Brooke (Juliet Aubrey), die in Wohlstand aufwächst und doch unter ihrem müßigen Leben und der Not anderer Menschen leidet. In der Hoffnung endlich etwas Sinnvolles in ihrem Leben tun zu können, heiratet sie den alternden und verschrobenen Gelehrten Casaubon (Patrik Malahide). Die Ehe verläuft enttäuschend für Dorothea.
Casaubons Vetter Will Ladislaw (Rufus Sewell) ist ein junger Mann voller Idealismus, der aber keinem "richtigen" Beruf nachgeht. Er verliebt sich in Dorothea, doch diese Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Casaubon wacht sogar noch nach seinem Tode eifersüchtig über seine Frau.
Dann gibt es da den ambitionierten jungen Arzt Tertius Lydgate (Douglas Hodge), der nach Middlemarch kommt in der Hoffnung die Medizin zu revolutionieren. Bald schon muss er aus beruflichem und politischem Kalkül heraus Zugeständnisse machen, die sein Gewissen belasten. Noch größere Zugeständnisse macht er, als er die einfältige Rosamond (Trevyn McDowell)heiratet, denn sie treibt ihn mit ihrem exzessiven Lebenswandel und ihrem Streben nach sozialem Aufstieg in den finanziellen Ruin.
Auch Rosamonds Bruder Fred Vincy (Jonathan Firth - hübscher Bruder von Colin Firth) ist ein Taugenichts. In Erwartung einer großen Erbschaft verspielt er Unsummen, und als die Erbschaft ausbleibt, steht er vor den Ruinen seines jungen Lebens. Das Mädchen, das er liebt, will ihn nicht heiraten solange er kein anständiges Leben führt.
Gemecker (Warum "nur" vier Sterne):
Ich kannte das Buch noch nicht als ich den Film sah, was offensichtlich ein Fehler war, weil man sich beim Einstieg in diese Miniserie richtig schwer tut, die Personen und ihre Handlungen zuzuordnen und zu verstehen. Und auch bei den folgenden Episoden muss man ungeheuer aufpassen um bloß nicht den Anschluss an die komplexen und manchmal verwickelten Handlungen zu verlieren. Manche Schlüsselszenen aus dem Buch wurden weggelassen oder verkürzt - wie ich hinterher feststellte - und das kriegt man besonders als buchunkundiger Zuschauer zu spüren. Auf den "Ahnungslosen" wirkt die Geschichte streckenweise zerstückelt und unausgegoren.
Nun aber zum Lob:
Die Darsteller sind mit Abstand das Beste an dieser Verfilmung. Die sanft-schöne Juliet Aubrey ist die ideale "Heilige Dorothea" und Patrik Malahide als schrulliger Casaubon ist ein herrlich hässlicher Charakterkopf. Mir hat auch Colin Firth jüngerer Bruder Jonathan Firth gut gefallen. Nach und nach entwickelt er seine Rolle und gewinnt am Schluss die ganze Sympathie des Zuschauers. Rufus Sewell ist optisch zwar kein Mann nach meinem Geschmack, aber mit seinen tragisch-leidenden Gesichtsausdruck macht er wieder gut, dass er den Idealisten Ladislaw etwas zu reserviert spielt. All die anderen ausgezeichneten Darsteller, die ich nicht erwähne fehlen hier nur aus Platzmangel ;-).
Vielleicht bräuchte ich auch gar nicht extra auf Kulissen und Kostüme einzugehen, denn die sind wie immer bei der BBC vorzüglich und authentisch. Hier hat man eine ganze "vorindustrielle Landschaft" entworfen und mit Hilfe von Schlossparks, Kutschfahrten, Ausritten und diversen Herrenhäusern wunderbar gezeichnet. Von der Stadt Middlemarch selbst sieht man helle und prachtvolle Patrizierhäuser. Die Stadt wirkt wohlhabend und aufstrebend. Alles, nicht nur die Menschen befindet sich im Umbruch. Die Eisenbahn wird gerade gebaut, Landvermesser sind unterwegs, und als ein paar Landarbeiter sich voller Aggression auf die Vermesser der Eisenbahngesellschaft stürzen, ahnt man die Konflikte der kommenden Jahrzehnte. Durch viele solche Szenarien erhält man allmählich ein sehr plastisches und farbiges Bild dieser Epoche und dem Leben in ihr.
Aber nicht die Äußerlichkeiten machten den Roman von George Eliot zu einem Werk der Weltliteratur, sondern die Auseinandersetzung mit den inneren Vorgängen in den Menschen, ihr Streben nach Glück und die unterschiedliche Vorstellung die Menschen davon haben. Während die eine (Dorothea) leidet, weil sie ihr Leben für sinnlos und eitel hält, strebt die andere (Rosamond) verbissen und egoistisch nach genau so einem Leben. Lydgate und Casabaun haben ihr Leben der Wissenschaft verschrieben, während der eine pedantisch an seinem Lebenswerk herum tüftelt ist der andere voller Dynamik und Tatendrang und sicher, sein Ziel zu erreichen. Dennoch versagen beide aus ganz unterschiedlichen Gründen aber gleichsam auf tragische Weise.
Achtung Spoiler:
In meinen Augen hat diese Geschichte auch kein wirkliches Happy End - freilich die Liebespaare bekommen sich - aber letztlich sind viele der Helden mit ihren ursprünglichen Lebenszielen gescheitert, haben billige Zugeständnisse gemacht oder gar eine ganz andere Richtung eingeschlagen. Spoiler Ende.
FAZIT:
Das ist eine prächtige, berührende und sehr komplexe Literaturverfilmung der BBC, aber VOR Anschaffung dieser Serie empfehle ich dringend, die Lektüre des Romanes. Das hilft beim Verständnis des Films und gewährleistet den vollen Filmgenuss.
P.S.:
Wer solche komplexen Literaturverfilmungen mag, dem möchte ich an dieser Stelle unbedingt die um Längen bessere BBC-Verfilmung des Dickens Romans "Our Mutual Friend" empfehlen (Hat sogar englische Untertitel). Hier hat die BBC nämlich einen weiteren vielschichtigen Gesellschaftsroman verfilmt mit deutlich mehr Detailfreude, Tiefgang, Emotionen und Bildpracht. In meinen Augen bietet "Our Mutual Friend" eine qualitative und dramatische Steigerung zu "Middlemarch" und ist damit die ideale Fortsetzung für alle leidenschaftlichen BBC-Schauer.
Großes Epos mit einigen Längen 4 von 5 Punkten Eins gleich vorweg: wer in der ersten Folge pennt, der hat es in den restlichen 6 nicht leicht! Im Gegensatz zu manch anderen grandiosen BBC-Verfilmungen hat man es bei "Middlemarch" nämlich nicht mit einer einzigen stringenten Handlung zu tun, sondern gleich mit mehreren, die parallel zu einander verlaufen und mitunter auch miteinander verbunden sind. Somit hat man auch nicht eine Hauptperson, sondern gleich eine ganze Sammlung an Charakteren vor sich und wer halt hier in der ersten Folge nicht aufpasst, um herauszufinden, wer diese Leute eigentlich sind und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen, der wird sich auch in den restlichen 6 Folgen damit schwer tun.
Tatsächlich kann man es "Middlemarch" vorwerfen, daß es mitunter einfach zu viele unterschiedliche Handlungen sind, die hier präsentiert werden. Mitunter erscheint es einem zu ausführlich an der einen Stelle und zu oberflächlich an der anderen. So kommt es leider zu einigen Längen, die durchaus vermeidbar gewesen wären. Eine Rezensentin auf dieser Seite hat vermerkt, daß "Middlemarch" ihr ein wenig zu viel Schicksal zeigt, ein wenig zu viel Mißverständnisse und Unglück. Solchen Leuten sei geraten, sich mal eine durchschnittliche Folge "Lindenstraße" anzuschauen, wo mitunter noch viel mehr Elend präsentiert wird...
Zu viel Elend, Schicksal, Missverständnisse und Leid konnte ich bei der Menge an Figuren jedoch nicht erkennen, zumal die Darsteller glaubhaft und authentisch rüberkommen. Besonders hervorzuheben seien hier sicherlich die darstellerischen Leistungen von Juliet Aubrey als Dodo und Douglas Hodge als Dr Lydgate, aber auch Rufus Sewell (bekannt aus dem BBC-Biopic "Charles II.") als Ladislaw oder Patrick Malahide als Casaubon spielen großartig. Da es sich bei "Middlemarch" jedoch eher um ein Ensemblestück handelt, kann man eigentlich alle Darsteller nur als sehr gut bezeichnen.
Leider weist das Drehbuch scheinbar einige Lücken auf. Zwar habe ich das Buch nie gelesen, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß besonders zum Ende hin arg gekürzt worden wäre. So habe ich nicht wirklich verstanden, was denn nun genau der Säufer mit Mr Bulstrode zu tun hat. Genau dies scheint aber mit zur Lösung der großen Konflikte zusammen zu hängen, so daß einem das Ende etwas ratlos zurückläßt.
Auch wenn das Drehbuch von Andrew Davies (richtig, der, der auch die Drehbücher zu "Pride&Prejudice" und "Vanity Fair" geschrieben hat) einige Längen hat, so garantiert "Middlemarch" doch angenehme Unterhaltung der britischen Art, die jedem Fan der wunderbaren BBC-Literaturverfilmungen (hallo, Öffentlich-Rechtliche, nehmt Euch mal ein Beispiel!) garantiert gefallen wird.
Perfect 5 von 5 Punkten Auf die "kleine Serie" Middlemarch bin ich durch Zufall vor einigen Jahren im Regionalprogramm gestoßen. Damals war ich überrascht, weil ich von einem solchen Programm sowas nicht erwartet hätte, nichts desto weniger war ich begeistert. George Eliot beschreibt wunderbare Charaktere. Der Originaltitel "Middlemarch-A study of provincial life" beschriebt so einiges. Im Gegensatz zu Jane Austen steht bei Eliot die Romantik nicht im Vordergrund und auch nicht direkt eine oder zwei Hauptfiguren. Vielmehr wird hier eine Gruppe von Menschen gezeigt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie alle meistern auf unterschiedliche Weise ihr Leben, mit Erfolg oder Misserfolg. Die Schauspieler sind ausnahmslos und bringen die Charaktere so auf die Leinwand, wie man sie sich beim Lesen der Romanvorlage vorgestellt hat. Aber bei Verfilmungen der BBC ist das selten anders. Fazit: Wer zum Beispiel die Jane Austen Verfilmungen mochte oder auch Martin Chuzzlewit, der wird den Kauf dieser Box nicht bereuen.
Spannung zwischen Dünkel und Warmherzigkeit 5 von 5 Punkten Für mich ist es erstaunlich wie modern und frisch das Werk von George Eliot heute wirkt (wenn man mal davon absieht, dass man der Bildqualität der DVD den Produktionstermin Anfang der 90er Jahre durchaus ansieht). Während Jane Austen (siehe beispielsweise Pride & Prejudice oder Sense and Sensibility) die Suche nach der Liebe in den Vordergrund ihrer Romane stellt und damit auch nur 2x2 Personen, ist Middlemarch in diesen Punkten anderes: Hier geht es eher darum, wie eine Vielzahl von Personen, deren Geschichte quasi simultan erzählt wird, das Leben bestehen und sich entwickeln, Fehlentscheidungen treffen, arm werden, reich werden, an Einfluß gewinnen, an Einfluß verlieren, ja gut und auch Liebe finden - aber das ist nur ein Ereignis unter vielen. Den Anfang der Geschichte ganz kurz zusammengefasst (ist eigentlich unmöglich, da 6 Epsioden a 1 Stunde): Dorothea, eine warmherzige und empfindsame aber auch pragmatische Frau mag keine oberflächlichen Männer und heiratet daher ziemlich schnell Mr Casaubon, einen egozentrischen Gelehrten (könnte vom Outfit als Riff-Raff in die Rocky Horror Picture Show passen), von dessen immateriellen Zielen sie sich angezogen fühlt. Schnell stellt sich heraus, das Casaubon Dorothea aber von seiner Arbeit ausschließt und sie höchstenfalls Sekretärin sein darf. Auf einer Reise sieht sich Mr Ladislaw wieder - ein verarmter Verwandter von Mt Casaubon. Obwohl sie sich nur kurz sehen, mögen sie sich, was Mr. Casaubon nicht gefällt. Obwohl Dodo immer treu ist, verfügt er im Testament, das sie das Erbe nur behalten darf, wenn sie nicht Ladislaw heiratet. Er stirbt und sie beschliesst (ohne mit Ladislaw direkt zu sprechen), nie wieder zu heiraten. Soweit so gut. Kommen wir zum zweiten Handlungsstrang. Dr. Lydgate ist ein guter, moderner Arzt mit modernen Ideen, unkompliziert geradeheraus und wohl gutaussehend. Leider ahnt man schnell was kommt (vor allem wenn man die Istvan Szabo Filme kennt - Hanussen/Oberst Redl/Mephisto/Sonnenschein): Er wird Arzt am Krankenhaus durch den Banker Mr Bulstrode. Dummerweise mag den fast keiner. Lydgate passt sich Bulstrode an und votiert gegen seinen Freund, der gerne Krankenhauspfarrer geworden wäre (diese Freundschaft geht aber nicht kaputt). Und das ist erst der Anfang seiner Anpassung. Er heiratet eine ausgemacht blöde wie schöne (zumindest in der Augen des Films) Frau, die ihn erst durch hemmungslose Kaufwut fast in den Ruin treibt aber jede Versuche aus dem Schlamassel zu kommen, verhindert. Dann haben wir da noch Mr. Brooke, der Prototyp des Erzkapitalisten, der ständig Progress und Reform auf den Lippen führt aber dem "Links reden, rechts handeln" zum Opfer fällt; einen Säufer, der mehr über das Vorleben von Mr. Bullstrode weiss; Fred Vincy, der nie Glück mit Pferden hat ("Lord, I wish I had a decent horse" - running gag) und von dem man nicht weiss, ob etwas aus ihm wird und Dodos oberflächliche Schwester, die standesgemäß einen hohlen Dünkelträger heiratet. Nun ja, jetzt darf ich noch nicht alles erzählen, aber es stellen sich folgende Fragen: Was geschieht mit Dr. Lydgate? Wie wird sich seine Abhängigkeit von Bulstrode und seiner Frau auswirken? Wird Dodo es wieder schaffen, Sinn in ihrem Leben zu finden? Was hat der verwahrloste Kerl mit dem Banker zu schaffen? Wird aus Fred noch ein guter Kerl? Und alles in allem: Wer behält die Oberhand? Diejenigen, die nur Geld oder der Standesdünkel im Kopf haben oder die, die sich echten Idealen verschrieben haben, wie schwer sie auch zu verwirklichen sind. Und weil es so viele spannende Dinge sind, fiebert man wirklich der letzten Episode entgegen. Es sei soviel vorweggenommen, das es ein gutes Ende gibt, ohne Hollywoodmässig gut zu sein. Die Charaktere sind fast ausnahmslos nicht schwarz-weiss gezeichnet sondern changieren teilweise - partiell machen sie auch sichtbar eine Entwicklung im Laufe des Films mit. Auch dies ein Indiz für die Qualität des Films. Wir treffen übrigens auch wieder jede Menge gute Schauspieler, die man aus anderen BBC-Produktionen, nicht aber aus Hollywood kennt (was in meinen Augen für deren Qualität spricht :-) ). Moniert habe ich schon die mäßige Bildqualität. Ton ist Stereo, ist man leider von BBC-Produktionen gewöhnt. Schade, die schöne Musik hätte ein bischen DD-Aufarbeitung durchaus verdient gehabt. Also: Wer genug Zeit hat für 6 Fersehabende und ein spannendes englisches Historiendrama sehen möchte, für den sollte dieser Film genau die richtige Unterhaltung sein.
Wunderschoene & nie langweilige Umsetzung des Buches! 5 von 5 Punkten Auf Middlemarch bin ich gekommen, als ich alle Jane-Austen-Verfilmungen gesehen hatte und nach aehnlichen Stoffen suchte; es ist ebenso sorgfältig gemacht wie "Pride & Prejudice" und womoeglich noch interessanter. Die Geschichte spielt in einer Zeit des Umbruchs und bezieht gesellschaftliche und politische Verhaeltnisse mit ein; sehr gute Darsteller (besonders die Frauen sind, finde ich, eine Augenweide!), die herrliche englische Landschaft und interessante Dialoge machen es leicht, sich in die Geschichte zu vertiefen. Schwierigkeiten hatte ich manchmal, den Dialekt zu verstehen, den die einfachen Leute sprechen - das Video kann man ja zurueckspulen! - Es gibt auch kein "Rundum-Happyend" - individuelle Schicksale werden am Ende aus dem Off weiter erzaehlt. Der Film ist so lang, dass man ihn sich für einen Tag aufheben sollte, an dem man sich nur Gutes tun will. |
Salomes letzter Tanz / Salome's Last Dance [ Italienische Fassung, Keine Deutsche Sprache ] Denis Lill, Douglas Hodge, Glenda Jackson, Imogen Claire, Imogen Millais-Scott DVD Italien Edition, PAL/Region 2 DVD:TON: Englisch ( Dolby Digital 2.0 ),Italienisch ( Dolby Digital 2.0 ),Italienisch ( Dolby Digital 5.1 ),Italienisch ( Untertitel ),BONUSMATERIAL: Remastered, Szene Zugang, Wechselwirkendes Menü,SYNOPSIS: London 1892: Zu Ehren und in Anwesenheit des Dichters Oscar Wilde führt eine Gruppe Laienschauspieler in einem Bordell dessen verbotenes Stück "Salome" auf. Grell-"erotische" Inszenierung von Wildes Bühnenstück und Leben, die mit Stilmitteln der Travestie und Farce moralische Normen und bürgerliche Zuschauererwartungen provokativ unterlaufen will, jedoch meist in vordergründig-derben Kalauern steckenbleibt.
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Capital City - Series 2 - Complete [UK IMPORT] William Armstrong, Jason Isaacs, John Bowe, Denys Hawthorne, Douglas Hodge DVD, 4. Juni 2007 Verkaufsrang: 59002 Der Artikel ist bald verfügbar. Sichern Sie sich jetzt Ihr Exemplar!
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