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| DVDs: Hans Hirschmüller | Kundenmeinungen Kurzbeschreibungen Inhaltsangaben |
Händler der vier Jahreszeiten Hans Hirschmüller, Irm Hermann, Hanna Schygulla DVD, 9. März 2007 Verkaufsrang: 11410 Gewöhnlich versandfertig in 5 bis 6 Tagen. Arthaus Händler der Vier Jahreszeiten, USK/FSK: 16+ VÃ-Datum: 09.03.07
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Händler der vier Jahreszeiten Hans Hirschmüller, Irm Hermann, Hanna Schygulla Videokassette, 1. Juni 1992 Verkaufsrang: 27095 Hans ist ein Händler der vier Jahreszeiten, ein Ausschreier, der in den 50er-Jahren mit seinem Marktwagen durch die Münchner Hinterhöfe zieht und dort je nach Saison Obst und Gemüse verkauft. Er verdient nicht schlecht dabei, aber entgegen all der Mythen des Wirtschaftswunders bedeuten Geld und ein gewisser Erfolg nichts für ihn. Hans (Hans Hirschmüller) ist ein kleiner Mann, nicht nur seiner Körpergröße wegen, auch im Inneren fühlt er sich winzig, verkrüppelt. Die Frauen in seinem Leben, seine herrische Mutter (Gusti Kreissl), der er nie etwas recht gemacht hat, der er aber auch nie entfliehen konnte, seine große Liebe (Ingrid Caven), die ihn aus Snobismus zurückgewiesen hat, seine kalte Ehefrau (Irm Hermann), die ihn mit ihrer Eifersucht verfolgt, und seine Schwester (Hanna Schygulla), die viel zu zynisch ist, um ihren gut gemeinten Worten auch Taten folgen zu lassen, haben ihn zerstört. Seine Schwäche lässt ihn zunächst in den Alkohol und in Gewalt, später dann in Schweigen und schließlich in den Tod fliehen. In einem Interview hat Rainer Werner Fassbinder einmal erzählt, dass Händler der vier Jahreszeiten in einer Zeit entstanden sei, in der er sich "sehr intensiv mit den Melodramen von Douglas Sirk" beschäftigt habe. Seine Auseinandersetzung mit dem großen Melodramatiker prägt diesen Film ganz deutlich. Sirks Kino, sein einzigartiger Stil, ist präsent in den kräftigen, aber nur selten warmen Farben des Films und in dem durchdringenden Blick, den er auf die (klein)bürgerliche Familie und ihre Mechanismen der Zerstörung wirft. Doch Fassbinder ist kein Epigone, der einfach sein Vorbild kopiert. Er hat durch Sirks Melodramen nur die Anregungen erhalten, die es ihm ermöglichten, seine zutiefst persönliche Filmsprache um einige entscheidende Fassetten und Nuancen zu erweitern. Blickt man vom Händler der vier Jahreszeiten aus zurück auf seine früheren Filme, dann scheinen sie alle Teil einer Suche nach einer eigenen Form des Melodramas zu sein, zu der Fassbinder schließlich durch Sirk finden konnte. Eine Reise ins Dunkel, in die Nacht der Seele ist Händler der vier Jahreszeiten, die auch den Titel "Verzweiflung" hätte tragen können. Fassbinder begleitet Hans auf seinem Weg ins Nichts, in die Auslöschung voller Mitgefühl und Sympathie. Selbst in den Momenten, in denen dieser kleine Mann wild um sich schlägt und nur mit Gewalt auf seine Umwelt reagieren kann, hat er nichts wirklich Verachtenswertes an sich. Sein Verhalten ist zweifellos abstoßend, aber man nimmt die ganze Zeit auch dessen Triebfedern wahr: eine kaum zu ermessende Verlassenheit, die ihn auf seine Frau einprügeln lässt, obwohl er doch eigentlich nur sich selbst treffen will. Die Frauen haben Hans zu dem gemacht, was er ist, doch Fassbinder klagt sie nicht an. In seinem Blick auf sie liegt keine Wut, nur Trauer und vielleicht sogar Vergebung. Nicht der Einzelne ist schuldig, sondern das Ganze. Fassbinder zeigt eine Welt, die verändert werden muss, und weckt damit die Sehnsucht nach einem Wandel. Wie der aussehen könnte, diese Frage muss sich jeder selbst stellen. -Sascha Westphal
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Tolles Zeitdokument! 5 von 5 Punkten Zuerst nur fürs Fernsehen produziert und dann doch noch auf der grossen Leinwand (u.a. in New York) gelandet, ist dieses Meisterwerk Fassbinders. Eines der wenigen Fassbinder-Werke, dass sich auch mit der Vergangenheit der Personen befasst. Irm Hermann brilliert in einer Ihrer Glanzrollen des Fassbinder-Clans. In meiner DVD-Collection ein absolutes Muss!
Eines der Fassbinder-Meisterwerke - von Sirk inspiriert 5 von 5 Punkten Fassbinder hat sich von Douglas Sirk (eigentlich Hans Detlef Sierck, 1938 in die USA emigriert) inspirieren lassen. Er holte bei Sirk persönlich ein Urteil zu seinem Drehbuch von Der Händler der vier Jahreszeiten ein, wobei er später äußerte, dass er, falls Sirk es für schlecht befunden hätte, das Filmemachen aufgegeben hätte. Für den jungen Rainer Werner Fassbinder (drehte mit Sirk gemeinsam "Angst essen Seele auf", 1973) waren die Filme Sirks die "schönsten Filme der Welt". Sirks Kunst war es, auch in scheinbar belanglose Geschichten raffiniert getarnte Gesellschaftskritik einzubauen. Dies gilt uneingeschränkt auch für den "Händler der vier Jahreszeiten". Sirks Hauptthematiken, nämlich der innerlich zerrissene Mensch im Konflikt mit sich selbst und seiner Umwelt, findet sich immer wieder auch bei Fassbinder. Sirks spezielle Farbdramaturgie, besondere Lichtspiele und eine symbolhafte Ausstattung der Szenerie beeinflussten Fassbinders Filme. Irm Hermann beeindruckt durch ihre Ausdrucksstärke, was insbesondere bei den Nahaufnahmen buchstäblich nahe geht. Der Hauptdarsteller Hans Hirschmüller hatte schon anläßlich des 10. Todestages Fassbinders (1992) geäußert, dass die Themen des Films noch immer aktuell sind. Das gilt auch 2003! Wenn auch die "Institution Ehe" heute nicht mehr die Rolle spielt wie in den 60er und 70er Jahren, so beschäftigen doch in erster Linie "Beziehungskisten" unser Bewußtsein. Also: Kaufen, ansehen, nachdenken und den nächsten Fassbinder-Film ordern! Erfreulich ist die auch Zusatz-DVD, die unter anderem den Kurzfilm "Das kleine Chaos" (1967) bereithält. |
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