DVDs: Irm Hermann

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Anonyma - Eine Frau in Berlin - Nina HossAnonyma - Eine Frau in Berlin
Nina Hoss, Jewgeni Sidikhin, Irm Hermann, August Diehl, Jördis Triebel

DVD, 30. Juni 2009
     Verkaufsrang: 12092      Noch nicht veröffentlicht

Preis: € 24,99 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Der neue Film von Erfolgsproduzent Günter Rohrbach (DIE WEISSE MASSAI, SCHTONK!, DAS BOOT) beruht auf den Tagebuchaufzeichnungen einer bis heute anonym gebliebenen Autorin und greift die bis heute tabuisierten Vergewaltigungen deutscher Frauen durch Soldaten der Roten Armee am Ende des zweiten Weltkriegs als Thema auf. Regie führte Max Färberböck (AIMÉE & JAGUAR), der auch das Drehbuch geschrieben hat.
ANONYMA - EINE FRAU IN BERLIN
mit: Nina Hoss, Evgeny Sidikhin, Irm Hermann, Jördis Triebel, Ulrike Krumbiegel, Rosalie Thomass, Sandra Hüller, Juliane Köhler, Rüdiger Vogler und als Gast August Diehl
Regie & Drehbuch: Max Färberböck
Produzent: Günter Rohrbach
Eine Constantin Filmproduktion in Co-Produktion mit Tempus Film, in Zusammenarbeit mit dem ZDF
April 1945. Die Rote Armee marschiert in Berlin ein. In einem halb zerstörten Wohnhaus werden die Frauen Opfer von Vergewaltigungen. Eine von ihnen ist Anonyma (NINA HOSS), einst Journalistin und Fotografin. In der Not fasst sie den Entschluss, sich einen russischen Offizier zu suchen, der sie beschützt. Und es geschieht, worauf sie am wenigsten gefasst war. Es entsteht eine Beziehung zu dem Offizier Andrej (EVGENY SIDIKHIN), die sich wie Liebe anfühlt, wäre da nicht die Barriere, die sie bis zum Ende Feinde bleiben lässt.
Der Film stützt sich auf die Tagebuchaufzeichnungen einer bis zu ihrem Tod anonym gebliebenen Autorin, die als einzige Frau über die bis heute tabuisierten Vergewaltigungen deutscher Frauen durch Soldaten der Roten Armee am Ende des zweiten Weltkriegs berichtet hat. Das Buch ist ein einzigartiges historisches Dokument, das weltweit Aufsehen erregt und nach seiner deutschen Neuauflage im Jahre 2003 alle Bestsellerlisten gestürmt hat.
Die Hauptrolle der Anonyma spielt Nina Hoss (DIE WEISSE MASSAI), die im vergangenen Jahr für den Film YELLA bei den Internationalen Berliner Filmfestspielen mit dem Silbernen Bären als beste Darstellerin ausgezeichnet wurde. Auch alle weiteren Rollen sind prominent besetzt, darunter die Trägerin des Deutschen Filmpreises Sandra Hüller (REQUIEM), die Fassbinder-Ikone Irm Hermann, Jördis Triebel (zuletzt filmpreisnominiert für EMMAS GLÜCK), August Diehl (DIE FÄLSCHER), Wim Wenders-Star Rüdiger Vogler und Juliane Köhler (DER UNTERGANG). Alle sowjetischen Soldaten werden von russischen Schauspielern gespielt, darunter der Kino- und Theaterstar Evgeny Sidikhin.


Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Männer-Frauen-Männer      5 von 5 Punkten
Ende des Krieges, die Russen in Berlin. Das Schicksal der Frauen- Beute der Sieger.

Die russischen Männer sind sehr differenziert in diesem Film dargestellt. Ein melancholischer, korrekter Major mit Herz und Mut, ein Hallodri,Oberleutnant,verschiedene namenlose Mannschaften, die morodierend durch die Häuser ziehen. Max Färberböck versucht eine umfassende Wahrheit aufzuzeigen: die Wut der Russen, ihre Erfahrung mit den Schrecken des Krieges durch die Deutschen ( die ihn begonnen haben), die Lebensfreude, aber auch die Brutalität und Geilheit, Gewaltätigkeit,auch Unschuldige werden einfach abgeknallt. Unsere vertuschende Sprache nennt dies: Kolleratalschaden.

Die deutschen Frauen erleben totale Gewalt. Sie sind ein verfügbares Stück Fleisch,ohne Chance, ihre Würde zu wahren. Ist dann ein Wunder, dass Anonyma sich ihre Würde zurückholt,indem sie sich einen Leitwolf sichert, der sie vor wahlloser Willkür schützt.
Für mich die bemerkenswerteste Scene: die Frauen unter sich, alle Betroffene, sicher animiert durch Alkohol, aber sie zeigen Überlebenswille und gewinnen der schrecklichen Situation fröhliche Seiten ab, reden über ihre Wünsche und ihre deutschen Männer in aller Offenheit.Sie sind unter sich.
"Wie oft".. ist die Begrüssung zwischen Frauen.

Die deutschen Männer sind sehr im Hintergrund.Geschlagene, deprimierte,kraftlose. Sie stehen dabei,sehen zu und können nicht helfen.
Der Mann der Anonyma liest das Tagebuch,versteht seine Frau nicht, verurteilt sie und verschwindet. Ein äusserst schwaches Bild.

Was Wunder, dass 1959, als das Buch veröffentlicht wurde, das Volk davon nichts wissen wollte. Die Frauen, die sich schämten;die Männer, die eine so kümmerliche Rolle gespielt hatte. Das wollte keiner wissen.

Gut, dass der Film diese Zustände nochmals offenbart.

Das Leid der Frauen gegen Ende des Krieges      5 von 5 Punkten
Der Film spielt sich im Jahr 1945 ab, Berlin, gegen Ende des 2. Weltkrieges. Die "Rote Armee" nimmt immer mehr die Stadt ein, und lässt hier ihren Hass, Wut, und Trauer an eigenen Verlusten hauptsächlich an deutschen Frauen aus.
Ich finde den Film wichtig, den sehr oft hörte und sah man im 2. Weltkrieg nur das Leiden und Kämpfen der Männer, aber kaum das von den Frauen. Man denkt sich dabei wie das alles nur diese Frauen ausgehalten und durchgestanden haben. Oft werden verstörende und schwer zu ertragende Bilder gezeigt. Menschen ohne Gefühle, sondern mit Hass, Rache und Gewalt
übersät. Er zeigt was das damalige Deutschland und Hitler angerichtet hat und was ein Krieg anrichten kann. Es gibt hier nicht viel positives zu sehen, selbst wenn die Frauen im kleinen Kreis ab und zu feierten und versuchten Spaß zu haben, diese überspielten ihr durchgestandenes Leid nur. Ich habe den Film mit meheren Leuten angeschaut, und als er zu Ende war sagte niemand was, weil man die verstörende Bilder und Handlungen erst mal selber verarbeiten musste.


Mein Bruder ist ein Hund - Christine NeubauerMein Bruder ist ein Hund
Christine Neubauer, Martin Lindow, Irm Hermann

DVD, 12. Mai 2005
     Verkaufsrang: 10610      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 16,99 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Eurovideo Mein Bruder ist ein Hund, USK/FSK: oA VÃ-Datum: 12.05.05

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

gelungene Kinderkomödie      5 von 5 Punkten
Der Film hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich kein Fan deutscher Filme bin. Aber die Schauspieler, unter ihnen Maria Ehrich und Ingolf Lück, haben sowohl bei den traurigen als auch bei den komischen Szenen eine überzeugende Leistung abgeliefert. Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist die Tatsache das die Großmutter nicht nur der 08/15-Griesgram ist, sondern das hinter ihrem Verhalten auch ein Grund ist. Alles in allem also eine empfehlenswerte Kinderkomödie.


Die bitteren Tränen der Petra von Kant - Irm HermannDie bitteren Tränen der Petra von Kant
Irm Hermann, Margit Carstensen, Hanna Schygulla

DVD, 2. Februar 2007
     Verkaufsrang: 7758      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 18,99 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Arthaus Die bitteren Tränen der Petra von Kant, USK/FSK: 16+ VÃ-Datum: 02.02.07

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Was wir bereit sind, für Liebe zu geben      5 von 5 Punkten
DIE BITTEREN TRÄNEN DER PETRA VON KANT mag heute etwas dialoglastig, langsam und theaterhaft erscheinen, aber er ist ein Schlüsselwerk im Schaffen des Regisseurs, er war ein großer internationaler Erfolg, und Fassbinders unglaubliche Präzision, mit der er das Beziehungsdrama an nur einem einzigen Schauplatz (Petras Wohnung) inszeniert, fasziniert heute noch wie seinerzeit, wenn man sich darauf einlässt.
Petra (Margit Carstensen) ist eine erfolgreiche Modedesignerin, die ihre Sekretärin schlecht behandelt und sich in Karin (Hanna Schygulla) verliebt. Karin zieht zu Petra, und damit beginnt der Horror. Die anfangs so klar verteilten Rollen (Petra ist mit ihrer Bildung, ihrem Erfolg und ihrer Eleganz der dominante Part, Karin unterwirft sich gerne) verschieben sich. Petra wird unsicher. Aus Liebe wird Abhängigkeit, aus Überheblichkeit schließlich Masochismus. Das Tee-Geschirr geht zu Bruch, die Liebe ebenfalls. Grausamkeit und Qual sind das Ende der Gefühle - oder sind sie das Höchste der Gefühle? Für Liebe tun wir alles, geben wir alles, nehmen alles auf uns. Und werden deswegen nie glücklich. "Ich will doch nur, dass ihr mich liebt" lautet der Titel eines weiteren Fassbinder-Films. "Wir brauchen den anderen, aber wir haben nicht gelernt, miteinander zu leben", sagt Petra von Kant. Und werden es auch nie.
Wie Fassbinder hier mit dem geringsten Aufwand die Beziehung zweier Menschen seziert, ist schlicht großartig. Margit Carstensen ist eine Offenbarung als Petra von Kant. In einer kleinen, aber wichtigen Nebenrolle brilliert Irm Herrmann als still vor sich hinliebende und leidende Sekretärin Marlene. Die langen Kamera-Einstellungen sind genauestens duchkomponiert, kein Dekorationsstück steht zufällig an seinem Platz. Die Schaufensterpuppen in Petras Wohnung sind die glücklicheren Geschöpfe. Ohne Gefühle können sie einfach nur schön sein.
Man darf dazu sagen, dass Fassinder mit PETRA VON KANT seine eigene komplizierte Liebesbeziehung zu Schauspieler Günther Kaufmann verarbeitet hat, doch seine Charaktere sind stellvertretend für uns alle wahrhaftig. PETRA VON KANT gehört zu den Sternstunden des deutschen Films. So anspruchsvoll und lohnenswert kann Kino sein.
Und neben all den klugen Sachen, die bereits über Fassbinders Werke und ihre Komplexität gesagt wurden, gerät eine Tatsache leicht in Vergessenheit, gerade weil seine Filme so oft in Hoffnungslosigkeit und Chaos enden - er hatte einen bösartigen, anarchischen Humor, der sogar seine spröderen Werke auszeichnet und die Zeit glänzend überdauert. Man darf über Petras Liebesfrust und Qualen auch lachen, und doch ist man sich immer bewusst, dass sie dem eigenen Ich erschreckend ähnlich sieht.

Laaaaangatmig      3 von 5 Punkten
Themroc ist einer der skurrilsten Filme, dieser hier einer der langatmigsten...

Zwei Frauen (die dritte tippt auf einer Schreibmaschine) reden über Kollektionen, Beziehungen und reden und reden und reden und reden und reden und reden und reden und reden und reden und reden und reden... (manchmal schweigen sie, nur um dann wieder zu reden und zu reden und zu reden und zu reden und...)

Dachte immer, meine Freundin redet viel, aber sie wird um Längen von den beiden Hauptdarstellerinnen in diesem Film geschlagen ;-) (meine redet wenigstens über sinnvolle oder interessante Themen...)

Sie reden relativ langsam, daher ist dieser Film auf 119 Minuten aufgebläht...

Man muss schon viel Zeit und Geduld aufbringen, um sich diesen Film anzusehen...


Händler der vier Jahreszeiten - Hans HirschmüllerHändler der vier Jahreszeiten
Hans Hirschmüller, Irm Hermann, Hanna Schygulla

DVD, 9. März 2007
     Verkaufsrang: 12127      Gewöhnlich versandfertig in 5 bis 6 Tagen.

Preis: € 19,99 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Arthaus Händler der Vier Jahreszeiten, USK/FSK: 16+ VÃ-Datum: 09.03.07



Schlingensief - Freakstars 3000 - Regie: Christoph SchlingensiefSchlingensief - Freakstars 3000
Regie: Christoph Schlingensief, mit: Christoph Schlingensief, Kerstin Graßmann, mit: Irm Hermann, mit: Mario Garzaner

DVD, 17. Mai 2004
     Verkaufsrang: 37210      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 23,99 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Schlingensief sucht seine Superstars. Hier kommt Schlingensiefs Version der RTL-Show "Popstars" über die Entstehungsgeschiche einer Band - vom ersten Casting, über das Training, über Konflikte und Tonaufnahmen bis hin zur ersten Tour. FREAKSTARS 3OOO wirft die ungestellte Frage auf, wer hier eigentlich behindert, und wer in seinen natürlichen Ausdrucksmitteln eingeschränkt ist.

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Großartig.      5 von 5 Punkten
Sie werden sich amüsieren. Ja, mehr noch. Sie werden sich halb tot lachen. Und spätestens dann wird Ihnen Ihr Lachen im Hals stecken bleiben. Ja, dürfen Sie denn das überhaupt? Über Behinderte lachen?
Ja, sie dürfen. Mit Ihnen, über Sie, über sich selbst. Sie werden sich fragen, wer "normal" ist und wer "behindert". Und dann ... dann werden Sie sich selbst auslachen.
Einfach großartig. Sehr lehrreich. Und wirklich lustig. Viel Spaß dabei.

Herrlich !      5 von 5 Punkten
Christoph Schlingensiefs Angriff auf das Massenmedium FERNSEHEN ist wohltuend, großartig, herrlich. Endlich hält jemand der grenzenlosen Volksverdummung FERNSEHEN den Spiegel vor! Solche Theateraktionen sollte es mehr geben! Unbedingt ansehen!


Effi Briest [UK IMPORT] - Hanna SchygullaEffi Briest [UK IMPORT]
Hanna Schygulla, Wolfgang Schenk, Karlheinz Böhm, Ulli Lammel, Lilo Pempeit

Videokassette, 31. Mai 1994
     Verkaufsrang: 14292     

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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

"Stilistisch geschlossene Verfilmung!!!"      5 von 5 Punkten
"Theodor Fontanes Roman vom Scheitern einer Ehe in einem beklemmenden Geflecht gesellschaftlicher Zwänge in einer vor allem in der Lichtführung äußerst subtil inszenierten Verfilmung. Fassbinder reflektiert dabei die gesellschaftliche Situation seiner Figuren!"

Werbespot für Valium      1 von 5 Punkten
Ich habe das Buch "Effi Briest" schon zig mal gelesen und es gefällt mir immer besser. Eine Bekannte hat mir den Fassbinder-Film auf Video ausgliehen und ich habe ihn geguckt, in der Hoffnung etwas von diesem Buch "erleben" zu können. Leider bin ich dabei fast mehrmals ins Koma gefallen. Die Schauspieler, allen voran Hanna Schygulla (die ich eigentlich hervorragend finde), müssen mit Überdosen von Valium gefüttert worden sein, damit sie ihren Text so emotionslos wie nur möglich herunterlabern und sich ja nicht zu sehr bewegen. Die Kostüme, Frisuren und von mir aus auch die Kaffeetassen mögen stilecht gewesen sein, genützt hats nicht viel - ich hab mich gelangweilt wie noch nie. Mir kam der Film eher vor wie ein Werbespot für Valium. Schade.

Ein Filmjuwel in chamois      5 von 5 Punkten
Kurz nachdem der Film "Effi Briest" von Fassbinder damals ins Kino kam, habe ich ihn kurz nacheinander drei Mal gesehen. Ich war einfach entzueckt. Wie Fassbinder die Atmosphaere dieses Buches auf die Leinwand gebracht hat, ist einfach wunderbar. Wahrscheinlich spielt dabei auch die Farbe Chamois, in der der Film gemacht wurde, eine Rolle. Man muss natuerlich daran denken dass die Geschichte im 19. Jahrhundert spielt. Die Welt war langsamer, das hier portraettierte Familienleben auch. Man kann sich heute kaum noch vorstellen, wie eine Frau aus einer sogenannten guten Familie damals ihre Tage verbrachte und wie sie eingeengt war in Tradition und Borniertheit. Die Filmstars, besonders Hanna Schygulla, haben das sehr gut dargestellt. Ich glaube nicht der Film ist einschlaefernd, sondern das Leben von Effi Briest war es. Wie sie bezahlen musste fuer ein relativ kleiner Faux-pas und wie sie Opfer der Ideeen der Mutter wurde, das kann man heute kaum noch verstehen. Vielleicht ein Bisschen sentimental ist der Film, aber das ist das Buch fuer moderne Leute moeglich auch. Interessant ist es, dass gerade ein Mensch wie Fassbinder, die Borniertheit hasste, dieses Buch fuer einen Film ausgewaehlt hat. Ich freue mich schon jetzt auf mein Weihnachtsgeschenk.

absolut nicht sehenswert      1 von 5 Punkten
Dieser Film ist nicht zu empfehlen, es sei denn,man hat chronische Einschlafprobleme. Aber auch da sollte man vielleicht erst seinen Arzt oder Apotheker fragen, da die Gefahr besteht, so tief zu schlafen, dass man nicht wieder aufwacht.
Wenn man das Buch nicht gelesen hat, ist es schwer diesen Film zu verstehen. Er ist steif und emotionslos und hat keinerlei Unterhaltungswert.
Aber er ist ein Kunstwerk, das muss man Fassbinder zugute halten.
Den Film kann man durch und durch interpretieren. Die Kleidung, die Sprache, die Farben ( hell oder dunkel), die Frisuren... einfach alles. Jede Kleinigkeit hat eine Bedeutung. Wenn man darauf Wert legt, würde der Film 5 Sterne verdienen.
Ich jedoch tue es nicht, da ich der Meinung bin, auch Wertevermittlung kann unterhalten und muss nicht steif und langweilig sein.

Einschläfernd      1 von 5 Punkten
Ich habe mir den Film gestern im Kino im Rahmen meines Deutsch-Kurses angesehen (der Film wurde hier anlässlich einer Ausstellung auf der großen Leinwand gezeigt). Und auch wenn ich damit jetzt einigen Kultur-Freunden auf die Zehen drehe: Ich habe selten im meinem Leben einen derart langweiligen und v.a. langweilig in Szene gesetzten Film gesehen. Faß hat sich eng an die Buchvorlage gehalten - vielleicht hätte er das nicht tun sollen. Während das Buch noch einigermaßen erträglich daher kommt, kann man die Verfilmung nur noch als einschläfernd bezeichnen: Uninteressante Gespräche, nicht ein Funken von Spannung und Mitgefühl für die Protagonisten entwickelt sich gar nicht erst.


Die bitteren Tränen der Petra von Kant - Irm HermannDie bitteren Tränen der Petra von Kant
Irm Hermann, Margit Carstensen, Hanna Schygulla

Videokassette, 22. August 2002
     Verkaufsrang: 14396     

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In den 13 Jahren, in denen seine Fernseh- und Kinofilme entstanden sind, hat Rainer Werner Fassbinder zugleich immer auch noch an verschiedenen Bühnen in Deutschland gearbeitet und dort eigene genauso wie fremde Stücke inszeniert. Einige dieser Theaterarbeiten hat er dann später selbst verfilmt. So basiert neben seinem zweiten Film Katzelmacher auch das 1972 entstandene Melodrama Die bitteren Tränen der Petra von Kant auf einem von ihm geschriebenen Stück, das er 1971 bei der Experimenta in Frankfurt uraufgeführt hat. Doch während Katzelmacher mit seinen wechselnden Schauplätzen die Spuren seiner Entstehung etwas zu verwischen scheint, betont Fassbinder bei seiner Umsetzung von Petra von Kant den Ursprung des Stoffes ganz bewusst und lässt uns nie vergessen, dass wir hier Kino gewordenes Theater sehen.
Die Modeschöpferin Petra von Kant (Margit Carstensen) lebt nach der Scheidung von ihrem Mann alleine mit ihrer die ganze Zeit über stumm bleibenden Dienerin Marlene (Irm Hermann) in einer großbürgerlichen Wohnung zusammen. Getrieben von ihren emanzipatorischen Vorstellungen kritisiert sie jede Form von Liebe, die auf Herrschaft und Unterwürfigkeit basiert. Nur vergisst sie augenblicklich ihre Ideen, als sie sich in die aus dem Arbeitermilieu kommende Karin (Hanna Schygulla) verliebt. Die Jüngere ist zwar bereit, sich kaufen zu lassen, aber ihre Freiheit will sie auf keinen Fall aufgeben. So bleibt ihr letztlich nichts anderes übrig, als Petra zu verlassen. Nach einem Zusammenbruch an ihrem 35. Geburtstag erkennt die Modeschöpferin, dass sie lernen muss, zu lieben, ohne Forderungen zu stellen.
Nach den ersten sehr spröden Filmen, die sich einer konventionellen oder auch nur klassischen Kinoästhetik konsequent entzogen haben, begann Rainer Werner Fassbinder relativ bald mit seiner Suche nach einer Filmsprache, in der sich seine Ideen und die Traditionen des großen Erzählkinos zu einer perfekten Einheit fügen. Bei Die bitteren Tränen der Petra von Kant hat er diese ersehnte Harmonie zum ersten Mal erreicht. Auch wenn das Theaterhafte des Projekts - der Film verlässt den Raum, in dem Petra arbeitet und schläft, liebt und herrscht, praktisch nicht, und auch die ursprüngliche Akteinteilung ist noch genau zu erkennen - ganz im Vordergrund steht, war Fassbinder mit keinem anderen Film, vielleicht einmal abgesehen von Lili Marleen, Hollywood so nah wie hier.
Die Geschichte der Modeschöpferin, die von einer anderen, gleichberechtigten Liebe träumt und doch die Fehler ihres Mannes wiederholt, ist Fassbinders Version eines der amerikanischen Woman's Films, der Frauenfilme der 40er- und 50er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Wie George Cukor, Joseph Mankiewicz und Douglas Sirk porträtiert er nicht nur das Schicksal einer Frau, die sich im gleichen Maße selbst zerstört, wie sie von anderen zerstört wird, er seziert zugleich die gesellschaftlichen Bedingungen, die den Niedergang seiner Heldin unvermeidlich machen. In der bürgerlichen Welt, deren Gefangene Petra von Kant ist - sie scheint ihre Wohnung nie zu verlassen -, wird Liebe immer einem Besitzverhältnis gleichkommen. Diese wahrhaft bittere Erkenntnis präsentiert uns Fassbinder hier in so kunstvollen wie künstlichen Bildkompositionen, deren betörende Schönheit nie von Margit Carstensens grandioser Charakterstudie ablenkt, ihr ganz im Gegenteil sogar noch eine größere Intensität verleiht. -Sascha Westphal


Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Kammerspiel, Trauerspiel, Lustspiel, Frustspiel-Geilo!      5 von 5 Punkten
Das klassische Lindenberg-Geilo für eine Doppel-DVD der Extraklasse:
DVD 1: Fassbinders Verfilmung des Theaterstücks mit einer alles sehr gute noch bei weitem übertreffenden Margit Carstensen in der Rolle der Petra von Kant. Sie spielt so intensiv, dass man
den Eindruck hat, man stünde direkt mit ihr in der Szene. Hanna Schygulla und Irm Hermann, als Gesichtsvorgängerin von Zellweger im Bridget Jones-Stil zurechtgeschminkt, flankieren und quälen die Carstensen verlässlich klassisch. Genial auch Eva Mattes im Internats-Outfit und mit Bubiköpfchen toupiert. Zwei Stunden intensive Dialogintensität und Bildpower vom Meister der Kamera, Michael Ballhaus. Die Ausstattung ist besonders erwähnenswert.
Extra hier: Interview mit Irm Hermann, Bios von Schygulla, Carstensen, Hermann.
DVD2: Life, Love und Celluloid: Semidoku-Film von J.Lorenz über Fassbinder-Retro im MOMA, New York, featuring Gotti John, Rosi Zech, Günni Lamprecht und Hanna Schygulla als Sängerin.
Dazu: Fassbinders Kurzfilm "Stadtstreicher". Legendärer Anfangsstreifen Fassbinders, in München aufgenommen.
Schade, dass RWF so früh abtrat, aber wenn einer, dann konnte er sich einen so zeitigen Abgang leisten wie das vorliegende 2DVD-Set einmal mehr eindrucksvoll beweist.
5 Sterne für faszinierendes Filmschaffen, tolle Menschen und würdige Wiederveröffentlichungen durch die Fassi Foundation.
Hut ab!


 Weitere Kundenmeinungen


Händler der vier Jahreszeiten - Hans HirschmüllerHändler der vier Jahreszeiten
Hans Hirschmüller, Irm Hermann, Hanna Schygulla

Videokassette, 1. Juni 1992
     Verkaufsrang: 27098     

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Hans ist ein Händler der vier Jahreszeiten, ein Ausschreier, der in den 50er-Jahren mit seinem Marktwagen durch die Münchner Hinterhöfe zieht und dort je nach Saison Obst und Gemüse verkauft. Er verdient nicht schlecht dabei, aber entgegen all der Mythen des Wirtschaftswunders bedeuten Geld und ein gewisser Erfolg nichts für ihn. Hans (Hans Hirschmüller) ist ein kleiner Mann, nicht nur seiner Körpergröße wegen, auch im Inneren fühlt er sich winzig, verkrüppelt. Die Frauen in seinem Leben, seine herrische Mutter (Gusti Kreissl), der er nie etwas recht gemacht hat, der er aber auch nie entfliehen konnte, seine große Liebe (Ingrid Caven), die ihn aus Snobismus zurückgewiesen hat, seine kalte Ehefrau (Irm Hermann), die ihn mit ihrer Eifersucht verfolgt, und seine Schwester (Hanna Schygulla), die viel zu zynisch ist, um ihren gut gemeinten Worten auch Taten folgen zu lassen, haben ihn zerstört. Seine Schwäche lässt ihn zunächst in den Alkohol und in Gewalt, später dann in Schweigen und schließlich in den Tod fliehen.
In einem Interview hat Rainer Werner Fassbinder einmal erzählt, dass Händler der vier Jahreszeiten in einer Zeit entstanden sei, in der er sich "sehr intensiv mit den Melodramen von Douglas Sirk" beschäftigt habe. Seine Auseinandersetzung mit dem großen Melodramatiker prägt diesen Film ganz deutlich. Sirks Kino, sein einzigartiger Stil, ist präsent in den kräftigen, aber nur selten warmen Farben des Films und in dem durchdringenden Blick, den er auf die (klein)bürgerliche Familie und ihre Mechanismen der Zerstörung wirft. Doch Fassbinder ist kein Epigone, der einfach sein Vorbild kopiert. Er hat durch Sirks Melodramen nur die Anregungen erhalten, die es ihm ermöglichten, seine zutiefst persönliche Filmsprache um einige entscheidende Fassetten und Nuancen zu erweitern. Blickt man vom Händler der vier Jahreszeiten aus zurück auf seine früheren Filme, dann scheinen sie alle Teil einer Suche nach einer eigenen Form des Melodramas zu sein, zu der Fassbinder schließlich durch Sirk finden konnte.
Eine Reise ins Dunkel, in die Nacht der Seele ist Händler der vier Jahreszeiten, die auch den Titel "Verzweiflung" hätte tragen können. Fassbinder begleitet Hans auf seinem Weg ins Nichts, in die Auslöschung voller Mitgefühl und Sympathie. Selbst in den Momenten, in denen dieser kleine Mann wild um sich schlägt und nur mit Gewalt auf seine Umwelt reagieren kann, hat er nichts wirklich Verachtenswertes an sich. Sein Verhalten ist zweifellos abstoßend, aber man nimmt die ganze Zeit auch dessen Triebfedern wahr: eine kaum zu ermessende Verlassenheit, die ihn auf seine Frau einprügeln lässt, obwohl er doch eigentlich nur sich selbst treffen will. Die Frauen haben Hans zu dem gemacht, was er ist, doch Fassbinder klagt sie nicht an. In seinem Blick auf sie liegt keine Wut, nur Trauer und vielleicht sogar Vergebung. Nicht der Einzelne ist schuldig, sondern das Ganze. Fassbinder zeigt eine Welt, die verändert werden muss, und weckt damit die Sehnsucht nach einem Wandel. Wie der aussehen könnte, diese Frage muss sich jeder selbst stellen. -Sascha Westphal


Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Tolles Zeitdokument!      5 von 5 Punkten
Zuerst nur fürs Fernsehen produziert und dann doch noch auf der grossen Leinwand (u.a. in New York) gelandet, ist dieses Meisterwerk Fassbinders.
Eines der wenigen Fassbinder-Werke, dass sich auch mit der Vergangenheit der Personen befasst.
Irm Hermann brilliert in einer Ihrer Glanzrollen des Fassbinder-Clans.
In meiner DVD-Collection ein absolutes Muss!

Eines der Fassbinder-Meisterwerke - von Sirk inspiriert      5 von 5 Punkten
Fassbinder hat sich von Douglas Sirk (eigentlich Hans Detlef Sierck, 1938 in die USA emigriert) inspirieren lassen.
Er holte bei Sirk persönlich ein Urteil zu seinem Drehbuch von Der Händler der vier Jahreszeiten ein, wobei er später äußerte, dass er, falls Sirk es für schlecht befunden hätte, das Filmemachen aufgegeben hätte.
Für den jungen Rainer Werner Fassbinder (drehte mit Sirk gemeinsam "Angst essen Seele auf", 1973) waren die Filme Sirks die "schönsten Filme der Welt".
Sirks Kunst war es, auch in scheinbar belanglose Geschichten raffiniert getarnte Gesellschaftskritik einzubauen. Dies gilt uneingeschränkt auch für den "Händler der vier Jahreszeiten".
Sirks Hauptthematiken, nämlich der innerlich zerrissene Mensch im Konflikt mit sich selbst und seiner Umwelt, findet sich immer wieder auch bei Fassbinder.
Sirks spezielle Farbdramaturgie, besondere Lichtspiele und eine symbolhafte Ausstattung der Szenerie beeinflussten Fassbinders Filme.
Irm Hermann beeindruckt durch ihre Ausdrucksstärke, was insbesondere bei den Nahaufnahmen buchstäblich nahe geht. Der Hauptdarsteller Hans Hirschmüller hatte schon anläßlich des 10. Todestages Fassbinders (1992) geäußert, dass die Themen des Films noch immer aktuell sind. Das gilt auch 2003! Wenn auch die "Institution Ehe" heute nicht mehr die Rolle spielt wie in den 60er und 70er Jahren, so beschäftigen doch in erster Linie "Beziehungskisten" unser Bewußtsein. Also: Kaufen, ansehen, nachdenken und den nächsten Fassbinder-Film ordern!
Erfreulich ist die auch Zusatz-DVD, die unter anderem den Kurzfilm "Das kleine Chaos" (1967) bereithält.


Die bitteren Tränen der Petra von Kant - Irm HermannDie bitteren Tränen der Petra von Kant
Irm Hermann, Margit Carstensen, Hanna Schygulla

Videokassette, 1. September 1992
     Verkaufsrang: 41446     

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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Furioses Kammerspiel für Margit Carstensen und die Schygulla      5 von 5 Punkten
Petra von Kant - erfolgreiche Modeschöpferin in den Dreißigern - hat zwei unglückliche Ehe- Beziehungen hinter sich. Auf beruflichem Wege lernt sie das aufstrebende Model Karin Thimm kennen - und ihre erwachende Liebe zum eigenen Geschlecht. Die aus unterpriviligierten Verhältnissen stammende Karin erkennt allerdings schnell, dass ihr Eingehen auf das linkische Liebeswerben ihrer älteren Freundin vor allen Dingen ihrer beruflichen Karriere dient. Den Schein einer glücklichen lesbischen Liebe läßt Karin vollends auffliegen, als sich ihr Ex- Mann am Horizont wiedermeldet. Die verlassene Petra bricht zusammen, läuft Amok und muß am Schluss selber feststellen: "Ich habe sie nicht geliebt, ich habe sie nur besitzen wollen." Fassbinders Moritat über die Schwierigkeit einer echten, selbstlosen Liebe nimmt sich viel Zeit, die beiden Hauptprotagonisten ausführlich zu beschreiben, die hervorragend von den beiden First Ladies der Fassbinder- Familie dargestellt werden: Hanna Schygulla als Karin Thimm und Margit Carstensen als die Petra von Kant - ihre erste Hauptrolle in einem Fassbinder- Film überhaupt. Das mondäne Wohnambiente der Modeschöpferin wird ausgezeichnet von Kameramann Michael Ballhaus in Szene gesetzt und - schließlich ebenso wirkungsvoll dekonstruiert, wenn Petra in blinder Wut die edlen Requisiten zertrümmert, die ihre Welt ausmachen.


Die bitteren Tränen der Petra von Kant - Irm HermannDie bitteren Tränen der Petra von Kant
Irm Hermann, Margit Carstensen, Hanna Schygulla

DVD, 4. September 2002
     Verkaufsrang: 60692     

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In den 13 Jahren, in denen seine Fernseh- und Kinofilme entstanden sind, hat Rainer Werner Fassbinder zugleich immer auch noch an verschiedenen Bühnen in Deutschland gearbeitet und dort eigene genauso wie fremde Stücke inszeniert. Einige dieser Theaterarbeiten hat er dann später selbst verfilmt. So basiert neben seinem zweiten Film Katzelmacher auch das 1972 entstandene Melodrama Die bitteren Tränen der Petra von Kant auf einem von ihm geschriebenen Stück, das er 1971 bei der Experimenta in Frankfurt uraufgeführt hat. Doch während Katzelmacher mit seinen wechselnden Schauplätzen die Spuren seiner Entstehung etwas zu verwischen scheint, betont Fassbinder bei seiner Umsetzung von Petra von Kant den Ursprung des Stoffes ganz bewusst und lässt uns nie vergessen, dass wir hier Kino gewordenes Theater sehen.
Die Modeschöpferin Petra von Kant (Margit Carstensen) lebt nach der Scheidung von ihrem Mann alleine mit ihrer die ganze Zeit über stumm bleibenden Dienerin Marlene (Irm Hermann) in einer großbürgerlichen Wohnung zusammen. Getrieben von ihren emanzipatorischen Vorstellungen kritisiert sie jede Form von Liebe, die auf Herrschaft und Unterwürfigkeit basiert. Nur vergisst sie augenblicklich ihre Ideen, als sie sich in die aus dem Arbeitermilieu kommende Karin (Hanna Schygulla) verliebt. Die Jüngere ist zwar bereit, sich kaufen zu lassen, aber ihre Freiheit will sie auf keinen Fall aufgeben. So bleibt ihr letztlich nichts anderes übrig, als Petra zu verlassen. Nach einem Zusammenbruch an ihrem 35. Geburtstag erkennt die Modeschöpferin, dass sie lernen muss, zu lieben, ohne Forderungen zu stellen.
Nach den ersten sehr spröden Filmen, die sich einer konventionellen oder auch nur klassischen Kinoästhetik konsequent entzogen haben, begann Rainer Werner Fassbinder relativ bald mit seiner Suche nach einer Filmsprache, in der sich seine Ideen und die Traditionen des großen Erzählkinos zu einer perfekten Einheit fügen. Bei Die bitteren Tränen der Petra von Kant hat er diese ersehnte Harmonie zum ersten Mal erreicht. Auch wenn das Theaterhafte des Projekts - der Film verlässt den Raum, in dem Petra arbeitet und schläft, liebt und herrscht, praktisch nicht, und auch die ursprüngliche Akteinteilung ist noch genau zu erkennen - ganz im Vordergrund steht, war Fassbinder mit keinem anderen Film, vielleicht einmal abgesehen von Lili Marleen, Hollywood so nah wie hier.
Die Geschichte der Modeschöpferin, die von einer anderen, gleichberechtigten Liebe träumt und doch die Fehler ihres Mannes wiederholt, ist Fassbinders Version eines der amerikanischen Woman's Films, der Frauenfilme der 40er- und 50er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Wie George Cukor, Joseph Mankiewicz und Douglas Sirk porträtiert er nicht nur das Schicksal einer Frau, die sich im gleichen Maße selbst zerstört, wie sie von anderen zerstört wird, er seziert zugleich die gesellschaftlichen Bedingungen, die den Niedergang seiner Heldin unvermeidlich machen. In der bürgerlichen Welt, deren Gefangene Petra von Kant ist - sie scheint ihre Wohnung nie zu verlassen -, wird Liebe immer einem Besitzverhältnis gleichkommen. Diese wahrhaft bittere Erkenntnis präsentiert uns Fassbinder hier in so kunstvollen wie künstlichen Bildkompositionen, deren betörende Schönheit nie von Margit Carstensens grandioser Charakterstudie ablenkt, ihr ganz im Gegenteil sogar noch eine größere Intensität verleiht. -Sascha Westphal


Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)

Kammerspiel, Trauerspiel, Lustspiel, Frustspiel-Geilo!      5 von 5 Punkten
Das klassische Lindenberg-Geilo für eine Doppel-DVD der Extraklasse:
DVD 1: Fassbinders Verfilmung des Theaterstücks mit einer alles sehr gute noch bei weitem übertreffenden Margit Carstensen in der Rolle der Petra von Kant. Sie spielt so intensiv, dass man
den Eindruck hat, man stünde direkt mit ihr in der Szene. Hanna Schygulla und Irm Hermann, als Gesichtsvorgängerin von Zellweger im Bridget Jones-Stil zurechtgeschminkt, flankieren und quälen die Carstensen verlässlich klassisch. Genial auch Eva Mattes im Internats-Outfit und mit Bubiköpfchen toupiert. Zwei Stunden intensive Dialogintensität und Bildpower vom Meister der Kamera, Michael Ballhaus. Die Ausstattung ist besonders erwähnenswert.
Extra hier: Interview mit Irm Hermann, Bios von Schygulla, Carstensen, Hermann.
DVD2: Life, Love und Celluloid: Semidoku-Film von J.Lorenz über Fassbinder-Retro im MOMA, New York, featuring Gotti John, Rosi Zech, Günni Lamprecht und Hanna Schygulla als Sängerin.
Dazu: Fassbinders Kurzfilm "Stadtstreicher". Legendärer Anfangsstreifen Fassbinders, in München aufgenommen.
Schade, dass RWF so früh abtrat, aber wenn einer, dann konnte er sich einen so zeitigen Abgang leisten wie das vorliegende 2DVD-Set einmal mehr eindrucksvoll beweist.
5 Sterne für faszinierendes Filmschaffen, tolle Menschen und würdige Wiederveröffentlichungen durch die Fassi Foundation.
Hut ab!


 Weitere Kundenmeinungen


Effi Briest - Rainer Werner Fassbinder - Hanna SchygullaEffi Briest - Rainer Werner Fassbinder
Hanna Schygulla, Wolfgang Schenk, Karlheinz Böhm, Ulli Lammel, Lilo Pempeit

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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

"Stilistisch geschlossene Verfilmung!!!"      5 von 5 Punkten
"Theodor Fontanes Roman vom Scheitern einer Ehe in einem beklemmenden Geflecht gesellschaftlicher Zwänge in einer vor allem in der Lichtführung äußerst subtil inszenierten Verfilmung. Fassbinder reflektiert dabei die gesellschaftliche Situation seiner Figuren!"

Werbespot für Valium      1 von 5 Punkten
Ich habe das Buch "Effi Briest" schon zig mal gelesen und es gefällt mir immer besser. Eine Bekannte hat mir den Fassbinder-Film auf Video ausgliehen und ich habe ihn geguckt, in der Hoffnung etwas von diesem Buch "erleben" zu können. Leider bin ich dabei fast mehrmals ins Koma gefallen. Die Schauspieler, allen voran Hanna Schygulla (die ich eigentlich hervorragend finde), müssen mit Überdosen von Valium gefüttert worden sein, damit sie ihren Text so emotionslos wie nur möglich herunterlabern und sich ja nicht zu sehr bewegen. Die Kostüme, Frisuren und von mir aus auch die Kaffeetassen mögen stilecht gewesen sein, genützt hats nicht viel - ich hab mich gelangweilt wie noch nie. Mir kam der Film eher vor wie ein Werbespot für Valium. Schade.

Ein Filmjuwel in chamois      5 von 5 Punkten
Kurz nachdem der Film "Effi Briest" von Fassbinder damals ins Kino kam, habe ich ihn kurz nacheinander drei Mal gesehen. Ich war einfach entzueckt. Wie Fassbinder die Atmosphaere dieses Buches auf die Leinwand gebracht hat, ist einfach wunderbar. Wahrscheinlich spielt dabei auch die Farbe Chamois, in der der Film gemacht wurde, eine Rolle. Man muss natuerlich daran denken dass die Geschichte im 19. Jahrhundert spielt. Die Welt war langsamer, das hier portraettierte Familienleben auch. Man kann sich heute kaum noch vorstellen, wie eine Frau aus einer sogenannten guten Familie damals ihre Tage verbrachte und wie sie eingeengt war in Tradition und Borniertheit. Die Filmstars, besonders Hanna Schygulla, haben das sehr gut dargestellt. Ich glaube nicht der Film ist einschlaefernd, sondern das Leben von Effi Briest war es. Wie sie bezahlen musste fuer ein relativ kleiner Faux-pas und wie sie Opfer der Ideeen der Mutter wurde, das kann man heute kaum noch verstehen. Vielleicht ein Bisschen sentimental ist der Film, aber das ist das Buch fuer moderne Leute moeglich auch. Interessant ist es, dass gerade ein Mensch wie Fassbinder, die Borniertheit hasste, dieses Buch fuer einen Film ausgewaehlt hat. Ich freue mich schon jetzt auf mein Weihnachtsgeschenk.

absolut nicht sehenswert      1 von 5 Punkten
Dieser Film ist nicht zu empfehlen, es sei denn,man hat chronische Einschlafprobleme. Aber auch da sollte man vielleicht erst seinen Arzt oder Apotheker fragen, da die Gefahr besteht, so tief zu schlafen, dass man nicht wieder aufwacht.
Wenn man das Buch nicht gelesen hat, ist es schwer diesen Film zu verstehen. Er ist steif und emotionslos und hat keinerlei Unterhaltungswert.
Aber er ist ein Kunstwerk, das muss man Fassbinder zugute halten.
Den Film kann man durch und durch interpretieren. Die Kleidung, die Sprache, die Farben ( hell oder dunkel), die Frisuren... einfach alles. Jede Kleinigkeit hat eine Bedeutung. Wenn man darauf Wert legt, würde der Film 5 Sterne verdienen.
Ich jedoch tue es nicht, da ich der Meinung bin, auch Wertevermittlung kann unterhalten und muss nicht steif und langweilig sein.

Einschläfernd      1 von 5 Punkten
Ich habe mir den Film gestern im Kino im Rahmen meines Deutsch-Kurses angesehen (der Film wurde hier anlässlich einer Ausstellung auf der großen Leinwand gezeigt). Und auch wenn ich damit jetzt einigen Kultur-Freunden auf die Zehen drehe: Ich habe selten im meinem Leben einen derart langweiligen und v.a. langweilig in Szene gesetzten Film gesehen. Faß hat sich eng an die Buchvorlage gehalten - vielleicht hätte er das nicht tun sollen. Während das Buch noch einigermaßen erträglich daher kommt, kann man die Verfilmung nur noch als einschläfernd bezeichnen: Uninteressante Gespräche, nicht ein Funken von Spannung und Mitgefühl für die Protagonisten entwickelt sich gar nicht erst.


Hamlet - This Is Your Family / Nazi Line - Christoph SchlingensiefHamlet - This Is Your Family / Nazi Line
Christoph Schlingensief, Irm Hermann, Bibiana Beglau

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Margit Carstensen, Irm Hermann, Volker Spengler

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The Bitter Tears Of Petra Von Kant [UK IMPORT] - Hanna SchygullaThe Bitter Tears Of Petra Von Kant [UK IMPORT]
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