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| DVDs: Joy Kim | Kundenmeinungen Kurzbeschreibungen Inhaltsangaben |
Into the Woods [UK IMPORT] Bernadette Peters, Chip Zien, Joanna Gleason, Tom Aldredge, Robert Westenberg DVD Bei Amazon z.Zt. leider nicht lieferbar! |
Bruchteile von Märchen einer dunkleren Färbung bilden den außergewöhnlichen Kontext für Into the Woods das die die Gebrüder Grimm nach Rod-Serling-Manier interpretiert. Die Gesichter und Namen mögen einem bekannt vorkommen, aber hier leben Aschenputtel, Rapunzel, Rotkäppchen und ihre Kameraden in einer Art Wald, in dem Hexen und Bäcker Tür an Tür wohnen, gut aussehende Prinzen aus ursprünglich verschiedenen Märchen sich jetzt nicht nur gegenseitig Konkurrenz machen, sondern auch schrecklich eitel sind, und sich die einzelnen Märchen durch unerwartete, neue Handlungswendungen überschneiden. Stephen Sondheims Tony-gekröntes Erfolgsmusical arbeitet auf komplizierte Weise mit der Größe des Ensembles, und stellt so die zunächst auseinander klaffenden, später sich überschneidenden Ängste und Sehnsüchte der einzelnen Figuren dar. Und es sind vor allem die Sehnsüchte, welche die Verbindung zu James Lapines unverhohlen rätselhaften Buch herstellen, das sich mit der Unvermeidlichkeit - und dem trügerischen Blendwerk - unserer tiefsten Wünsche auseinandersetzt. Diesem Thema wird im ersten Akt eine absurde Kraft verliehen, der allein mit seinen komische Interventionen, scharfen Dialogen und der einfallsreichen Musik den Theaterbesuch schon mehr als Wert ist. Dann bieten Sondheim und Lapine allerdings einen mutigeren, düstereren zweiten Akt, der einen Blick darauf wirft, was nach dem "Und so lebten sie glücklich bis an ihr Lebensende" folgt. Damit geht das Stück über eine geistreiche Parodie hinaus und erhält eine allegorische Ernsthaftigkeit. Spätestens mit den letzten Szenen geht einem das Musical, das als intelligente Unterhaltung begann, doch näher und drückt auf die Tränendrüse. Diese Videoproduktion der ursprünglichen Broadway-Besetzung zeichnet sich vor allem durch Bernadette Peters hervorragend interpretierte Hexe aus. Wirklich brillant ist allerdings Joanna Gleason (erhielt für ihre schauspielerische Leistung einen Tony), welche die Frau des Bäckers mit einer Mischung aus Wärme, Pragmatismus und einem plötzlichen, ergreifenden romantischen Strahlen darstellt. Die DVD-Version ist vergleichsweise blass, vor allem wenn man bedenkt, dass die Ursprünge von Into the Woods in den amerikanischen Musiktheatern liegen, aber der Digital-Audioklang im Multiformat gibt die Musik bis ins kleinste Detail der Aufführung wieder. -Sam Sutherland
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)
Märchenhaft schön böse 5 von 5 Punkten Selten war ich so von einem Musical begeistert. Allein die Idee, die verschiedensten Märchen auf die groteskeste Art zu vermixen, finde ich ja schon interessant. Das ganze aber mit absolut bösem, schwarzem Humor und hervorragenden Schauspielern zu versehen, ist ein Meisterwerk. Die Musik ist für ein Sondheim-Musical erstaunlich melodisch. Allein die Spielzeit von 151 Minuten empfiehlt, eine Pause zwischen dem ersten und zweiten Akt zu machen. Die Handlung: Im Märchenreich leben die verschiedensten Märchengestalten nebeneinander her, jeder in seinem eigenen Handlungsstrang und am Anfang unglücklich mit seiner Lebenssituation: Cinderella will zum Ball im Schloß, Jack (der mit der Bohnenranke) will seine geliebte Kuh nicht verkaufen und ein kinderloser Bäcker mit seiner Frau (musicaleigenes Märchen) wünscht sich nichts sehnlicher, als ein Baby. Die Hexe von nebenan erzählt ihm, daß ein Fluch daran Schuld ist, der auf seiner ganzen Familie lastet. Um diesen Fluch aufzuheben, muß der Bäcker der Hexe diverse Zutaten für einen Zaubertrank bringen: Einen Pantoffel aus purem Gold (Cinderella), eine Kuh, so weiß wie Schnee (von Jack), einen Umhang, so rot wie Blut (finden wir bei Rotkäppchen) und Haarbüschel, so gelb wie Mais (vermuten wir es mal bei Rapunzel). Alle Märchengestalten machen sich also aus den verschiedensten Gründen auf in Wald. Die Handlungsstränge verwirren und entwirren sich im ersten Akt, so daß am Ende alle glücklich und zufrieden sind bis an ihr seliges Ende... oder doch zumindest bis zum zweiten Akt. Cinderella langweilt sich im Schloß, weil ihr Prinzgemahl (im übrigen nicht besonders treu und monogam veranlagt) sich in den Wäldern vergnügt. Jack sehnt sich in sein Riesenreich oberhalb der Bohnenranke zurück und der Bäcker, seine Frau und das neugeborene Baby sind in ihrem kleinen Haus platzmäßig mehr als ausgelastet. Aber der große Ärger kommt erst noch. Am Ende des ersten Aktes hat Jack einen bösen Riesen erschlagen und eine Zauberharfe und ein Zauberhuhn gestolen. Jetzt, im zweiten Akt haben wir es mit der Frau des Riesen zu tun, die wütend durch das Märchenreich stampft, dabei Häuser und Märchenwesen gleichermaßen unbeindruckt plattwalzt und nach dem Mörder ihres Mannes sucht. Die Märchengestalten müssen erkennen, daß sie nur eine Chance haben, wenn sie zusammenhalten und ihre Taten mit Bedacht und verantwortungsvoll für das Wohl ihrer Mit-gestalteten durchführen. Obwohl der zweite Akt etwas nachdenklicher stimmt, ist es ein sehr heiteres Musical, das immer wieder auf seinen (lehrenden) Märchencharakter zurückkommt. Die Schauspieler überzeugen sowohl stimmlich, als auch schauspielerisch voll und ganz. Der Klang der Aufnahme ist auch mit bloßem Stereo räumlich genug und klar und sauber. Meine DVD verfügt im übrigen - im Gegensatz zur Erstausgabe - über Untertitel in allen erdenklichen Sprachen, auch deutsch und englisch. Aber das gesprochene und gesungene Englisch ist in den meisten Fällen so deutlich und einfach zu verstehen, daß man durchaus auch ohne die Untertitel auskommt. Es gibt leider keine weiteren Extras, wie etwa Hintergrundinfos zur Cast oder dem Musical, geschweige denn ein "Making of". Durch die Gesamtleistung dieses Musicals wird man aber voll und ganz entschädigt. Ich kann die DVD nur empfehlen und daher bewerte ich sie hier auch mit vollen fünf Sternen.
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