DVDs: Sibel Kekilli

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Gegen die Wand - Sibel KekilliGegen die Wand
Sibel Kekilli, Birol Ünel, Catrin Striebeck

DVD, 23. September 2004
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Universal Gegen die Wand, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 15.09.04

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 48 Bewertungen)

Gegen die Wand      5 von 5 Punkten
Zu Beginn des Films sehen wir Cahit, einen heruntergekommen Menschen, der in einem Hamburger Laden mit dem Namen "Fabrik" arbeitet. In der Fabrik verdient er sich sein Einkommen durch Gläser und Flaschen abräumen. Man braucht keine 10 Minuten des Films zu sehen und man weiß, dass Cahit mit seinem Leben nicht nur unzufrieden ist - er ist mehr als überfordert. Darum wundert es auch nicht, dass er kurz darauf seinen Wagen frontal gegen die Wand fährt (eine schöne Szene untermalt mit dem Depeche Mode Song "I Feel You").

Szenenwechsel: In der geschlossenen Abteilung eines Krankenhauses.

Cahit lebt und trägt ab jetzt eine Halskrause. Dem behandelnden Arzt Dr. Schiller (Hermann Lause) wird sofort klar, dass es sich um keinen Unfall handelt, sondern um einen Suizidversuch. Als Dr Schiller ihn mit seiner Tat konfrontiert, fragt ihn Cahit uninteressiert woher er denn wisse, dass es kein Unfall sei. Der Arzt antwortet:"es gab keine Bremsspuren."

Im besagten Krankenhaus lernt er die ebenfalls stark selbstmordgefährdete Türkin Sibel (Sibel Kekilli) kennen. Ohne ihn überhaupt wirklich zu kennen, bittet sie ihn sie zu heiraten. Eine Frage, die Cahit mit "Verpiss Dich" beantwortet.

Später sehen wir Sibels' Familie wie sie auf sie einreden und sie fragen, warum sie ihr Leben einfach so wegwerfen will. Stumm sitzt sie da, schaut auf den Boden und gibt keinen Ton von sich. Es muss hier aber erwähnt werden, dass Sibels' Selbstmordversuche nicht wirklich in Selbstmord enden sollten. Sie sind laute Hilfeschreie, die von der Familie nicht als solche wahr genommen werden.

Sibel bleibt weiterhin eine tragische, isolierte Frau, die nicht mit der Situation klar kommt, ein strenges muslimisches Leben zu führen. Dieses Leben ist für sie unendlich mal schlimmer als der Tod. Mit ihren eigenen Worten sagt sie es so "Ich will leben, ich will tanzen, ich will ficken. Und nicht nur mit einem Typen" Um Leben zu können, wie sie es sich vorstellt, scheint es nur eine Lösung zu geben: Scheinheirat. Für eine solche Scheinheirat ist Cahit perfekt. Ein gleichgültiger Landsmann, der keinerlei Interesse an ihr hat. Und tatsächlich schafft Sibel es Cahit zur Scheinheirat zu überreden.

Anfangs läuft alles wie abgemacht und beide leben ihr Leben eher nebeneinander als miteinander. Während sich Sibel in zahlreiche Affären stürzt, hat Cahit mit seiner Sexfreundin Maren (Catrin Striebeck) weiterhin ungehemmten Sex.

Eigentlich sollte die Heirat einiges erleichtern, doch wo die Probleme weniger werden sollten, fängt der Ärger gerade erst mal an. Cahit verliebt sich in Sibel, diese ist aber noch damit beschäftigt weiterhin Männer aufzureißen. Eine Tatsache, die Cahit an den Rande des Wahnsinns treibt.

Aber es kommt eine Wende, die für beide hätte glücklich enden können. Denn Sibel geht in sich und auch sie bemerkt, dass sie Gefühle für Cahit hat. Wer jetzt mit einem Happy End rechnet, wird bitter enttäuscht. Denn es folgt eine endlos, niemals endende Tragödie.

Kritk:

Bei seinem ersten Spielfilm "kurz und schmerzlos" konnte man echt schöne Ansätze finden. Ich rede natürlich von Fatih Akin dem türkischstämmigen Regisseur." Kurz und schmerzlos" hatte aber einige Schwächen. Schwächen über die sich Fatik Akin, teilweise selbst bewusst ist. Ich rede speziell über die Qualität der Schauspiels seiner Darstellerriege und auch über den Entschluss selbst im Filme eine Szene mit zu spielen. Akin hat wohl erkannt, dass sein Talent eher in der Regie als in der Schauspielerei liegt und vielleicht ist deswegen einer seiner geplanten Sequenz im Film "Gegen die Wand" glücklicherweise der Schere zum Opfer gefallen.

Von Film zu Film wurden die Schauspieler besser, seine Regie souveräner und dies wertete seine Filme qualitativ auf. Seinen vorläufigen Höhepunkt hat er mit "Gegen die Wand" erreicht. Ein Film der meines Erachtens zurecht mit Preisen überhäuft wurde.

Akins Regie ist so erfrischend anders. Er offenbart sich mir als hervorragender Geschichtenerzähler und nicht als Regisseur für stupide Actionfilme. Keine plumpen Effekte oder große Explosionen und deshalb erreicht er sicherlich nicht den typischen Actionfan, der lieber auf eine gute Handlung verzichtet, dafür mehr "Geballer" sehen möchte. Diese Fans befriedigt Akin nicht, aber er stellt Zuschauer zufrieden, die wie gesagt eine schöne Geschichte sehen möchten. Dabei nimmt er sich die Zeit und erstellt ein kurzes Profil seiner tragischen Figuren. Es ist nur ein kurzes aber gleichzeitig ein ausführliches Profil. Hier z.B. zeigt er uns einen großen Teil der Gefühlswelt seine Figuren, aber er demaskiert sie nicht. Akin hat instinktiv erkannt, dass wenn er das getan hätte, dies ein Verrat an seine liebevoll gestalten Protagonisten wäre.

Schauspielerisch bekommt man großes Kino. Birol Ünel, der den Cahit spielt, fasziniert mich von der ersten Sekunde des Films. Alles an ihm stimmt, auch seine chaotische Wohnung, die offensichtlich sein Innenleben widerspiegelt. Am Anfang war seine Wohnung und sein Leben chaotisch. Sibel kommt und räumt seine Wohnung und nach und nach sein Leben auf. Damit komm ich zur Hauptdarstellerin Sibel Kekilli. Auch sie ist in jeder einzelnen Wandlung und Lebensphase glaubwürdig. Für den Film ein absoluter Gewinn (auch wenn sich Kritiker lieber für ihre Vergangenheit mehr interessiert haben als für ihre Leistung in dem Film).

Bis in die Nebendarstellerriege ist dieses Drama glänzend besetzt. Aber nicht nur die Darsteller sind ein Schmaus, auch die tollen Ideen, die Akin in den Film einbaut. So wird die Handlung des Films immer wieder zwischendurch unterbrochen und es erscheint eine türkische Folklore Band, die jeweils eine kurze Performance einlegt. Diese kurze Einlagen sind interessant und verwirrend zugleich. Es ist fast so als würde Akin seinen Film in mehreren Akten (1. Akt, 2. Akt usw) unterteilen.

Einige türkischstämmige Personen kritisierten den Film. Sie behaupteten, dass es so wirke, als wäre es Standard, dass jede muslimische Frau unterdrückt wird und am liebsten ein Leben wie Sibel führen möchte (mit verschiedenen Sexualpartnern usw). Es gibt natürlich auch viele muslimische Frauen, die ihren Glauben aus freien Stücken auswählen und Ich denke nicht, dass Akin hier verallgemeinern wollte. Sein Film ist eher wie eine moderne Romeo und Julia Tragödie zu verstehen. Und somit stehen nicht die Religion, Kultur usw im Mittelpunkt, sondern wieder seine Protagonisten, die auf eine Art und Weise zum Polarisieren einladen.



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Winterreise - Josef BierbichlerWinterreise
Josef Bierbichler, Sibel Kekilli, Hanna Schygulla

DVD, 26. Oktober 2007
     Verkaufsrang: 2435      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Warner Home Winterreise, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 26.10.07

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Sehr schön erzählt      5 von 5 Punkten
Eine Winterlandschaft, trostlos-traurige Klaviermusik des polnischen Komponisten Anton Lazarkiewicz, die Kameraführung von Bella Halben, die geschickt mit Schärfe, Unschärfe, Perspektiven und Schatten spielt, sehr intensive Stimmung gleich zu Beginn, ein Mann, der einen Strick auf seine Festigkeit testet, als wolle er sich aufhängen, so beginnt Hans Steinbichlers Film "Winterreise", der national und international mit Filmpreisen und anderen Auszeichnungen bedacht wurde. Die Stimmung driftet mal in den latenten Wahnsinn ab, mal in entspanntere Szenen, kehrt aber immer wieder zu diesem Level zurück. Und mehr kann man über diesen gefühlvoll erzählten Film nicht sagen, ohne Hauptdarsteller Josef Bierbichler zu erwähnen. Denn um ihn dreht sich die Handlung, er trägt den ganzen Film und es gibt in Deutschland wohl kaum einen anderen Schauspieler, der die Rolle des Franz Brenninger so glaubhaft hätte darstellen können. Und durch ihn wird diese Figur zu einer der wohl tiefgründigsten, die das deutsche Kino je hervorgebracht hat. Bierbichler gibt einen guten Teil seiner selbst in diese Figur und wirkt dadurch so natürlich, dass es eine Wonne ist, ihm zuzuschauen. Die anderen Schauspieler spielen Bierbichler sehr gut zu, allen voran die frühere Leinwandgröße Hanna Schygulla, die als Martha einen starken ruhigen Gegenpol zu Brenninger darstellt.
Der Film - der, nebenbei angemerkt, keine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Meinrad Braun ist - spielt zu zwei Dritteln im verschneiten Bayern und danach in Nairobi, der Hauptstadt von Kenia. Dort wurde auch gedreht und vieles davon besitzt dokumentarischen Charakter. Steinbichler erzählt im Kommentar, dass sie beim Dreh in den Straßen der Stadt improvisieren mussten, weil sich diese Kulisse nicht kontrollieren ließ, und das merkt man den Bildern sehr an. Dadurch wirken sie sehr authentisch. Brenningers Charakterwandel wird hier auch bildlich mit dem Kontrast von Schneelandschaft und afrikanischer Hitze verdeutlicht. Überhaupt hat Steinbichler viel Bildsprache in seine Inszenierung gebracht, die selbst dem Laien auffallen kann.

Den Film kann man auch mit Audiokommentar von Regisseur Steinbichler anschauen. Dadurch erfährt man viel über die "Winterreise", er erklärt eine Menge, driftet auch öfter von den einzelnen Szenen zum Gesamtwerk ab, was ebenfalls interessant ist. An weiteren Extras bietet die DVD ein Making Of mit Interviews von allen Beteiligten außer Bierbichler, was ein wenig verwundert, weiterhin kann man der Entstehung einer Szene beiwohnen, eine recht kurze Fotostrecke und einen Trailer anschauen und sich die Biografien der Beteiligten durchlesen. Außerdem versetzt sich Philipp Hochmair, der Brenningers Sohn spielt, in seine Rolle als Baumarkt-Filialleiter, was nicht ganz so lustig ist, wie es wohl gedacht war.

Der Film ist wertvoll als Charakterstudie und sehr schön erzählt. Eine gelungene Inszenierung um diesen hervorragenden Schauspieler Bierbichler herum, der alle Facetten eines manisch depressiven Unsympathen und seinen Weg heraus aus sich selbst leidenschaftlich und nachvollziehbar darstellt. Sehr empfehlenswert, aber er hinterlässt eine etwas traurige Stimmung und das Bedürfnis, nachher mit irgendwem darüber zu reden.


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Winterreise - Sibel Kekilli, Hanna Schygulla Josef BierbichlerWinterreise
Sibel Kekilli, Hanna Schygulla Josef Bierbichler

DVD
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Unternehmer Franz Brenninger lässt sich auf ein dubioses Spiel ein, um sein marodes Geschäft zu retten. Dazu braucht der grantelnde Bayer ausgerechnet die Hilfe einer jungen Übersetzerin, denn er spricht nur wenige Worte Englisch. Und er hofft, in Nairobi sein investiertes Geld noch irgendwie retten zu können und einfach sein altes Leben hinter sich zu lassen, nämlich seine erblindende Frau und seine beiden erwachsenen Kinder, die dem psychisch Kranken einen Krankenhausaufenthalt nahe legen.



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