DVDs: Frederick Parslow

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Die letzte Flut - Richard ChamberlainDie letzte Flut
Richard Chamberlain, Olivia Hamnett, Frederick Parslow

DVD, 21. Juni 2005
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Arthaus Die letzte Flut, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 21.06.05

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

australischer Klassiker des Horrorfilms von Peter Weir      5 von 5 Punkten
Der australische Film "Die letzte Flut" von Peter Weir entstand nach seinem großen Kultklassiker "Picknick am Valentinstag", und genau wie dort herrscht auch in diesem Werk eine unheilschwangere, bedrohliche Atmosphäre, werden die meisten aufgeworfenen Fragen nicht beantwortet und erzählt Peter Weir von einer Kultur innerhalb einer Kultur.
Der Inhalt: Als im australischen Syndey ein Aborigine unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, übernimmt der junge Anwalt und Familienvater Chris (Richard Chamberlain) die Verteidigung des unter Mordanklage stehenden Stammesburders des Toten. Während er immer mehr in die geheimnisvolle Welt der Ureinwohner eintaucht, wird er von düsteren Träumen und Visionen heimgesucht, die eine nahende Apokalypse ankündigen...
"Die letzte Flut" ist ein Horrorfilm, der sich an ein aufmerksames und interessiertes Publikum richtet. Man kann den Film nicht einfach "so nebenbei" sehen (man kann zwar, aber dann dürfte er eher enttäuschen). Es ist die Fülle von kleinsten Details, auf Bild - und Tonebene, die den Reiz dieses sperrigen kleinen Meisterwerks ausmacht. Auf äußerst subtile Weise gelingt es Regisseur Weir, eine intensive, unheimliche Spannung aufzubauen, die in einem atemberaubenden Finale mündet, das mittlerweile berühmt für seine Vieldeutigkeit ist. Anders als "Picknick am Valentinstag", der in sommerliches Licht und helle Farben getaucht ist, überwiegen in der "letzten Flut" kräftige Farben und dunkle Bildkompositionen. Der andauernde Regen, der immer mehr in das Leben des jungen Anwalts einbricht, und die mysteriösen Visionen sorgen für eine konstante Bedrohungskulisse. Die Spezialeffekte und der elektronische Soundtrack können auch heute noch überzeugen. Dazu liefert der Film viel Denkmaterial in Form von sozio-politischen Subtexten wie dem Zusammenleben der Aborigines mit der großstädtischen Bevölkerung, bzw. den Einwanderern. Chamberlains Frau (Olivia Hamnett) zum Beispiel lebt in der 4. Generation in Sydney und hat nie einen Ureinwohner gesehen. In der Kultur der Aborigines gilt das Gesetz mehr als der Einzelne, d.h. nicht wie in unserer Gesellschaft werden die Gesetze den Bedürfnissen der Menschen angepasst, sondern der Mensch hat sich den Gesetzen unterzuordnen. Dazu gibt es intelligente, philosophischen Betrachtungen über die Natur von Träumen und Vorahnungen.
Richard Chamberlain in der Hauptrolle spielt mit hervorragendem Understatement, und es ist sehr traurig, dass er schon bald in TV-Schmonzetten sein Talent vergeudet hat. Auch Peter Weir hat mit seinem Gang nach Hollywood (nachdem er in Australien noch das skurrile Psycho-Drama "The Plumber - Wenn der Klempner kommt" gedreht hat, das es leider noch nicht auf DVD gibt) seine künstlerischen Ambitionen weitgehend aufgegeben und zwar einige ansehbare Mainstream-Filme gemacht, von denen aber keiner seinen australischen Meisterwerken künstlerisch oder intellektuell das Wasser reichen kann.
Zur DVD: Arthaus hat "Die letzte Flut" dankenswerterweise in einem hervorragenden Print auf DVD veröffentlicht, der ziemlich identisch mit der großartigen US-Version der Criterion Collection ist. Der deutsche Ton liegt nur in mono vor, der O-Ton dafür in 5.1, was besonders wegen der raffinierten Soundeffekte lohenswert ist. Für Englisch-Muffel ein kleiner Tipp: nach 100 Minuten Lauflänge unbedingt auf den O-Ton umschalten. Dialog kommt keiner mehr, dafür aber eine beängstigende Schlusseinstellung, die man auf jeden Fall im vollen Sound erleben muss!
Leider befinden sich außer dem Trailer (und einigen weiteren Trailern) keinerlei Extras auf der Scheibe, aber das soll den Filmgenuss nicht schmälern. Für Fans des Films empfehle ich die gerade erwähnte US-DVD. Dort kann man ein 30minütiges Interview mit Peter Weir bewundern, der viel über den Film und die Mitwirkung der Aborigines erzählt.
Fazit: ein kleines, künstlerisches Mystery-Meisterwek für Freunde des anspruchsvollen Films. Kein Horror von der Strange, sondern intelligentes Kino für ein reifes Publikum.

Australische Geheimnisse      5 von 5 Punkten
Ziehen Sie "Horror" vor, der in Blut, Bergen hingemetzelter Teenager und raffinierten Abschlachtungswerkzeugen besteht? - Lassen Sie Ihre Finger von "Die letzte Flut"! Das ist nämlich ein unblutiger Film. Aber einer, der sich dem Gedächtnis einbrennt mit Bildern und Szenen. Und wirklich beunruhigend ist. Weil Weir nichts erklärt. Weil der Übergang von Realität zu Fantastik völlig unmerklich stattfindet und dem Zuseher den Boden unter den Füßen wegzieht. Weil das Unheil unausweichlich ist - und der wahre Schrecken darin besteht, die Unausweichlichkeit zu erkennen. Und so nebenbei kann Chamberlain zeigen, dass er nicht nur gut aussieht, sondern dass er auch ein glänzender Schauspieler sein kann.
Kurz: Ein Meisterwerk, das bei wiederholten Sehen sogar noch gewinnt!


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