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Ich, Claudius - Kaiser und Gott, Folge 01-13 (Limited Special Edition, 5 DVDs) - Derek JacobiIch, Claudius - Kaiser und Gott, Folge 01-13 (Limited Special Edition, 5 DVDs)
Derek Jacobi, Sian Phillips, Brian Blessed

DVD, 8. Dezember 2005
     Verkaufsrang: 3961      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 31,45 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Eurovideo Ich,Claudius,Kaiser und Gott S.E. Folge 1-13 (5DVD, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 08.12.05

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)

Lektionen in römischer Geschichte - garantiert nicht langweilig      5 von 5 Punkten
Mussten Sie vielleicht die Analen von Herrn Tacitus im Lateinunterricht lesen und haben immer noch keinen Plan was eigentlich abging - wer mit wem wie verwandt war und wer wen warum vergiftet hat?
Dann ist es höchste Zeit für diese herrliche BBC-Serie! Der Kaiser und Gott Tiberius Claudius Drusus Nero Germanicus höchstpersönlich führt den Zuschauer hinter die Kulissen seines dubiosen kaiserlichen Familienunternehmens.

Vergessen Sie also Tacitus und den beschwerlichen Lateinunterricht, denn in seinem Arbeitszimmer sitzt der greise Claudius und erinnert sich an sein Leben, seine längst (mehr oder weniger gewaltsam) dahin gegangene Familie und ihre Leiden- und Machenschaften. Er weiß, dass auch sein Ende bereits besiegelt ist, denn seine "geliebte" Gattin und Nichte Agrippina, Mutter des künftigen Kaisers Nero, will ihn vergiften und das soll ihr gelingen, so hat es die Sybille dem jungen Claudius einst prophezeit. Aber bevor es so weit ist, schreibt er alles über seine Familie nieder, und 13 Episoden lang darf man sich von dem vermeintlichen "Deppen" Claudius auf eine hochgradig informative, spannende und amüsante Art unterhalten lassen.

Die alte aber keineswegs angestaubte Serie aus dem Jahre 1976 von Jack Pulman beginnt als Claudius noch nicht mal geboren ist und sein Großvater, der göttliche Augustus, gerade den 7. Jahrestag zum Sieg über Marcus Antonius bei Actium feiert. Von diesem Tag an wird nun akribisch aufgerollt was unter den väterlichen Fittichen des großen Augustus und unter den mütterlichen Argusaugen der unerbittlichen Livia aus den Juliern und Claudiern wird - eine Art "Denver Clan" im alten Rom.
Ja, so könnte es gewesen sein, denkt man, und schmunzelt dabei. Ein Augustus als Pantoffelheld, ein Tiberus als Muttersöhnchen, ein Caligula, dem man gerne einen Therapeuten an die Hand geben möchte und einen unbeholfenen Claudius, der als Depp verspottet wird und sich doch gewitzt den Fängen seiner mörderischen Familie entziehen kann und es schließlich - obwohl ein überzeugter Republikaner - durch mehr Glück als durch Ambitionen bis zum Kaiser von Rom bringt.
Diese Geschichte ist (von ein paar ärgerlichen weil völlig unnötigen Anachronismen abgesehen) wirklich sehr authentisch und vermittelt ganz nebenbei sehr viel Hintergrundwissen über die Familie der Julier und Claudier, die über mehrere Generationen hinweg die Geschicke Roms und der Welt lenkten.
Was die überaus spannende und unterhaltsame Schilderung der damaligen Intrigen, Machenschaften, politischen Verhältnisse und familiären Beziehungen angeht, da kann "Ich, Claudius..." mit dem jüngeren Filmen "Augustus - Mein Vater, der Kaiser" (mit Peter O`Toole als Augustus) locker mithalten. Ich meine es ist sogar die deutlich bessere Serie, weil sie ausführlicher erzählt, weil die Emotionen und Handlungen der einzelnen Familienmitglieder nachvollziehbarer sind und weil die Darsteller deutlich besser ausgewählt sind.
Was allerdings Kulissen, Action, Tricktechnik oder gar die Maske angeht, so ist die neue Serie "Rom" von 2005 unübertroffen (und ganz nebenbei gesagt ein absolutes Must-Have für Sandalenfilm-Fans). Dagegen kommt natürlich ein 30 Jahre alter Schinken nicht an. Schon die Masken der allmählich alternden Darsteller - wenn sie auch für die 70er Jahre phänomenal waren - kommen einem verwöhnten Zuschauer heute reichlich unnatürlich vor. Aber auch Kulissen und Actionszenen (welche sowieso kaum vorhanden sind) wirken hier sehr ehern und altbacken.
Das ganz große Plus dieser alten Serie, und das ist es was sie unbedingt sehenswert macht, sind die sagenhaften Darsteller, allen voran Derek Jacobi als stotternder und hinkender Claudius - von Knabentagen bis ins hohe Alter ist die Darstellung dieses Claudius' ein wahrer Genuss - oscarreif.
Und dann gibt es da Sian Phillips als Livia, die mörderische Mutter aller Römer, die eiskalt jeden abmurkst (auch Kinder und Enkel), der ihren ehrgeizigen Plänen im Weg ist. Sie hat ein Gesicht und eine Stimme und die Ausstrahlung der geborenen, und vor allem tötlichen Intrigantin, und bis zur letzten Sekunde ihres kaiserlichen Lebens lehrt sie den Zuschauer das Fürchten. (Ehrlich, man wagt kaum mehr genussvoll in einen Apfel zu beißen... er könnte ja vergiftet sein;-)).
Brian Blessed ist für mich ein absolut überzeugender Augustus - nicht mehr der junge Cäsar-Neffe der sich noch Octavianus nannte - sondern der gediegene Familienvater, als Kaiser bereits gefestigt, gut satuiert und in Gegenwart seines Eheweibes so brav wie eine Pfarrerstochter ;-).
Ganz nebenbei sind aber noch Film- und Kinogrößen wie Patrick Steward (damals noch mit üppigem Haar) als Präfekt Sejanus und John Rhys-Davies (nicht als Gimli sondern) als Prätorianer Macro zu bewundern. Und der vampirähnliche John Hurt als größenwahnsinniger Caligula treibt einem wirklich fast in den Wahnsinn.
Habe ich schon Tiberius, dieses Weichei, erwähnt? George Baker zeigt die tragischen und hassenswerten Facetten eines großen Kaisers wie Tiberius, wie man sie im Geschichtsunterricht nie erfährt.

Also:
Erstklassige Schauspieler und etliche schreckliche und schrecklich unterhaltsame Stunden, die einem mindestens ein Semester römische Geschichte ersparen ;-). Wer auf monumentales Heldenkino à la Ben Hur oder Troja auch mal verzichten kann, dem sei diese kammerspielartige Serie unbedingt ans Herz gelegt.

DVD:
Diese "Uncut" Ausgabe enthält auch zusätzliche und erweiterte Szenen, die damals im deutschen Fernsehen nicht zu sehen waren (und by the way, damals war man offenbar noch wirklich streng mit dem Jugendschutz). Diese Szenen sind zum Teil nur im Originalton vorhanden und an entsprechender Stelle eingefügt.Sie sind aber englisch untertitelt. Besonders hier ist eine wirklich schlechte Tonqualität zu bemängeln. Insgesamt ist Ton und Bildqualität dieser DVD Ausgabe nicht auf dem Stand der Zeit, was aber für einen echten Claudius Nostalgiker (wie z.B. mich) fast belanglos ist.
650 Minuten Filmzeit,
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 1.0), Englisch (Dolby Digital 1.0), Dolby, HiFi Sound, PAL
Bildseitenforamt 4:3


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Valmont [UK IMPORT] - Meg TillyValmont [UK IMPORT]
Meg Tilly, Fairuza Balk, Colin Firth, Sian Phillips, Henry Thomas

DVD, 25. Februar 2008
     Verkaufsrang: 5657      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 8,99 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Colin Firth Fan      5 von 5 Punkten
Colin Firth (Pride and Prejudice) spielt Valmont, einen notorischen Verführer, der gemeinsam mit der Marquise de Merteuil (Annette Bening) ein Mädchen nach dem anderen runiert. Als der langjährige Liebhaber der Witwe ein sehr junges unberührtes Mädchen, Cecil (Meg Tilly), heiraten möchte, stiftet die Marquise Valmont an, das Mädchen zu verführen. Im Laufe der Intrige bleibt keiner der Beteiligten unschuldig.
Colin Firth spielt eher kühl und unbeteiligt, aber dennoch brilliant den übersättigten Lebemann, der zum Schluss doch auch sein Herz entdeckt.
Annette Bening gibt sich außergewöhnlich und intrigant.
Herrliche Bilder und eine romantisch-schöne Umsetzung des bekannten Stoffes!
Eiskalte Engel, Gefährliche Liebschaften


Valmont [UK IMPORT] - Colin FirthValmont [UK IMPORT]
Colin Firth, Annette Bening, Meg Tilly, Fairuza Balk, Sian Phillips

DVD, 2. April 2007
     Verkaufsrang: 11834     

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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Spitzenklasse      5 von 5 Punkten
Diese Verflimung gefällt mir um einiges besser als die mit John Malkovich und Michelle Pfeiffer. Die Geschichte weicht in Details vom Buch ab, tut ihr dadruch aber keinen Abbruch. Das auf der DVD keine deutsche Tonspur ist, ist überhaupt nicht schlimm, im Gegenteil, ich brauchte nicht mal einen Untertietel denn die Schauspieler sprechen so deutlich und artikuliert, dass es problemlos verstanden werden kann wenn man ein wenig Ahnung von der englichen Sprache hat.
Extrem gut hat mir Annette Bening gefallen, sie versprüht so einen Charme, dass ihre Boshaftigkeit nur noch perfekter in Szene gesetzt wird. Fairuza Balk ist die Unschuld in Person und der Film dreht sich (anders als bei der späteren Verfilmung) primär um sie. Auch dies fand ich klasse denn es brachte einige interessante neue Aspekte zum Vorschein.
Colin Firth spielt souverän und überzeugend, ich kenne allerdings auch keinen Film, in dem er mir nicht gefallen würde. Hochachtung.

FAZIT: Ein wunderschöner Film der wirklich zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist und ich bin sehr froh, dass ich mich nach langem Ringen dazu entschlossen habe, ihn mir zu kaufen. Das Geld ist er wirklich wert!!

Der wahre "Valmont"!      5 von 5 Punkten
Dieser Film der nach dem Briefroman von Choderlos de Laclos im Jahre 1989 unter der Regie von Milos Forman ("Amadeus") verfilmt wurde, hatte das Pech, ein Jahr nach Stephen Frears "Les Liaisons Dangereuses - Gefährliche Liebschaften" in die Kinos zu kommen. Er blieb leider fast unbeachtet, obwohl er meiner Meinung nach, wesentlich gelungener ist, auch was die Besetzung betrifft.
Die intrigante Marquise de Merteuil (Annette Bening) schlägt Vicomte de Valmont (Colin Firth) vor die junge Cécile de Volanges (Fairuza Balk, absolut glaubhaft in ihrer Unschuld) noch vor deren Hochzeit mit Gercourt (einem ehemaligen Liebhaber der Merteuil) die Unschuld zu nehmen, um sich an Gercourt zu rächen. Valmont ist aber viel mehr an der verheirateten Madame de Tourvel (Meg Tilly) interessiert, und läßt nichts unversucht sie zu verführen. Die Marquise de Merteuil bietet ihm eine Wette an, bei der sie sich als Preis anbietet, falls es ihm gelingen sollte, die tugendhafte junge Frau tatsächlich in sein Bett zu bekommen. Intrigen, Verführungen und Lügen bestimmen das dekadente Leben der handelnden Personen. Ein Highlight ist die wunderbare Fabia Drake in ihrer letzten Rolle, als Madame de Rosemonde.

Der junge wunderschöne Colin Firth spielt den Valmont, einen nicht gerade liebenswerten Charakter, so unwiderstehlich, daß man John Malkovich in Stephen Frears Film einfach vergessen kann. Die Intrigen der Hauptpersonen verselbständigen sich im Laufe des Films und lassen deren Leben aus dem Ruder laufen. Die wunderbare Musik, opulente Kostüme und eine verschwenderische Ausstattung tun ein Übriges, um diesen Film zu einem Ereignis zu machen. Ein wirklich zu Unrecht vergessener Streifen, den es zu entdecken gilt. Allein Colin Firth als Valmont rechtfertigt schon den Kauf der DVD. Absolut sehenswert!

Noch ein Tipp, für alle Fans von Colin Firth, die die "Wet Shirt"-Szene bei Pride & Prejudice lieben: in "Valmont" gibt es eine Sequenz an einem See, die es zu entdecken gilt!!!!

Übrigens endete das Verhältnis von Meg Tilly und Colin Firth, die sich während der Dreharbeiten kennenlernten, privat keineswegs so tragisch wie im Film. Sie lebten einige Jahre zusammen und bekamen einen Sohn.


Ivanhoe [UK IMPORT] - Christopher LeeIvanhoe [UK IMPORT]
Christopher Lee, Sian Phillips, Victoria Smurfit, Ciaran Hinds

DVD, 4. Februar 2008
     Verkaufsrang: 29259      Der Artikel ist bald verfügbar. Sichern Sie sich jetzt Ihr Exemplar!

Preis: € 28,99 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Gigantisches Ritterepos mit Suchteffekt      5 von 5 Punkten
Von mir 100 Sterne und die goldene Lanze am Band.
Das ist wieder mal so ein atemberaubender Film aus UK, bei dem ich mich frage, warum man den nicht schon längst im deutschen Fernsehen gezeigt hat. Aber seit Februar 2008 gibt es nun diese (immerhin) englischsprachige DVD Ausgabe, das ist doch wenigstens schon mal ein Anfang. ;-) Hier hat die BBC zusammen mit A&E den Roman von Sir Walter Scott beinahe wortgetreu verfilmt und damit ein zeitloses Filmepos sondergleichen geschaffen, dessen einziger Fehler es ist, dass nur so wenige es kennen!

Vergessen Sie den alten knallbunten Schinken aus dem Jahre 1952 mit Robert Taylor als Wilfried of Ivanhoe, vergessen sie das kitschige Hollywood Szenario von damals und vergessen Sie vor allem Liz Taylor als Rebecca, denn in dieser Serie aus 1997 wird all das weit in den Schatten gestellt. Hier wird man absolut authentisch, actionreich, mitreißend und mit erstklassiger Besetzung fast 5 Stunden lang unterhalten und dabei lässt diese Verfilmung nichts mehr zu wünschen übrig.

Die geschätzte Rezensentin "romantica" hat alles Wichtige schon zutreffend gesagt und viel Informatives noch dazu. Daher gibt's von mir hier "nur" ein paar Sätze zu meinen ganz persönlichen Highlights (irgendwie muss ich meine 100 Sterne ja begründen ;-)):
Die kulturellen und politischen Gegensätze von Sachsen und Normannen sind sowohl optisch als auch sprachlich so subtil herausgearbeitet, dass jede Filmminute (selbst für altehrwürdige Historiker) ein Leckerbissen ist. Jedes Detail stimmt, jeder Satz, jeder Akzent. Grandios!
Der wahre Held dieser Geschichte ist für mich der vermeintliche Bösewicht Brian de Bois Guilbert, der eine unglaublich tragische Figur darstellt und von Ciaràn Hinds leidenschaftlich verkörpert wird. Zum Hinknien genial. (Hach wie habe ich mich in diesen Bösewicht verliebt - verzücktes Doppelseufzen).
Christopher Lee als fanatischer Großmeister der Templer Beaumanoir ist schlicht gesagt göttlich! Stimme, Mimik, Aussprache zum Todesangst kriegen.
Diese Rebecca (Susan Lynch) ist einfach perfekt besetzt. Ihr Gesicht ein Genuss, die Aussprache (mit einem köstlichen jüdischen Akzent)gigantisch, ihre Darstellung ohne jeden Tadel.
Die Kampfsequenzen, sowohl bei den Turnieren als auch wenn es richtig ernst und blutig wird, sind mit jedem Ridley Scott Film auf Augenhöhe und echte Herzschlag-Aussetzer und Schnell-die-Augen-Zuhalter!

Fazit:
Wer auch nur einigermaßen passabel Englisch beherrscht und wer Freude an authentischen und opulenten Historiendramen hat, wer Ritterfilme der Luxusklasse liebt, der sollte sich UNBEDINGT auf diesen Film einlassen.
Für mich ist das ein Film, den ich mindestens genau so oft ansehen werde wie "Herr der Ringe" (also sehr, sehr oft) ;-).

DVD:
2 DVDs, Englisch mit englischen Untertiteln, Aspect Ratio 4:3, Dolby Digital, Lauflänge 306 Minuten, Special Features: Behind the Scenes Picture Gallery, Filmographies, Subtitels

Normannen und Sachsen - Blutiger Kampf und raue Romantik (Ivanhoe BBC 1997)      5 von 5 Punkten
Der Inhalt in Kurzform:
Ende des 12. Jahrhunderts. Als Wilfred von Ivanhoe um die Hand der schönen und gesellschaftlich höher stehende Lady Rowena anhält, wird er von seinem Vater Cedric aus dem Haus geworfen, der seine eigenen Pläne für sein schönes Mündel hat. Er will sie dem angelsächsischen Fürsten Lord Athelstane zur Frau geben, der auch sein Freund ist. Ivanhoe zieht in den Krieg, er begleitet König Richard I. auf seinem Kreuzzug. In der Zwischenzeit leitet der schwächere und zerrissene Prinz John das Land. Er liebäugelt mit den Franzosen und bevorzugt die eher unmoralischen normannischen Fürsten an seinem Hof. Als Ivanhoe aus dem Kreuzzug Heim kehrt, wird Rowena gerade mit Lord Athelstane verlobt. Auf einem Turnier, in dem Angelsachsen gegen Normannen antreten sollen, nimmt Prinz John seine besten Kämpfer, die den angelsächsischen Fürsten keine Chance lassen. Erst spät erscheint ein neuer Ritter, der alle Normannen herausfordert und, obwohl dann auch selbst verletzt, alle Kämpfe gewinnt. Bald ist auch die Identität des geheimnisvollen Reiters aufgedeckt und alle - auch Sir Cedic - wissen, dass Wilfred von Ivanhoe wieder in England ist. Er bleibt aber unversöhnlich.
Ivanhoe verbündet sich mit dem Juden Isaak von York, dem er das Leben rettet und der ihn finanziell unterstützt. Dessen Tochter Rebecca verliebt sich in ihn. Sie heilt seine Wunden und kümmert sich um seine Genesung. In der Meinung, dass Rowena mit dem angelsächsischen Lord vermählt ist, erwidert er diese Liebe. Einige Ereignisse folgen dem, die in der Gefangennahme von Rowena, Sir Cedric, Lord Athelstane, Rebecca und dem verwundeten Ivanhoe, enden. König Richard ist in der Zwischenzeit unerkannt wieder in England eingetroffen und mit Hilfe Robin Hoods und seinen Mannen versucht er sie zu befreien. Die Eroberung der Burg gelingt, sie geht in Flammen auf, die Rettung aller gelingt nur teilweise. Der Templer und Günstling Prinz Johns, Bois-Guilbert flieht mit Rebecca, der sie heftig begehrt und liebt. Rebecca weist ihn aber immer wieder ab. Der leicht perverse Großmeister der Templer, Lucas de Beaumanoir, ist erzürnt über Bois-Gilberts sündhaft Zuneigung zu der jüdischen ,Hexe` Rebecca. Er verurteilt sie genussvoll dazu, am Scheiterhaufen verbrannt zu werden. Da Prinz John der ,Gerichtsverhandlung` auch beiwohnt und der Schauprozess deshalb auch ein säkulares Standbein hat, beruft sich Rebecca auf ein Gottesurteil - einen Zweikampf. Das Gericht nimmt Bois-Guilbert, der sich verzweifelt wehrt und Rebecca muss auf einen Ritter warten, der diesen Kampf für sie kämpft....

Roman und Film(e):
"Wie nennst du das grunzende Viechzeug, das sich auf vier Beinen rumtreibt?" fragte Wamba.
"Schweine, Narr, Schweine," sagte der Hirt, "das weiß jeder Narr."
"Und Schwein ist 'n gut sächsisch Wort," sagte der Hausnarr. "Aber wie nennst du die Sau, wenn sie ausgeweidet, abgesengt und aufgehängt ist wie 'n Hochverräter?"
"Porc!" versetzte der Hirt.
"Freut mich, dass auch das jeder Narr weiß," antwortete Wamba. "Und Porc ist gut normännisch-französisch. Wenn das Viech lebt und von nem sächsischen Leibeignen gehütet wird, dann hat`s seinen sächsischen Namen, aber es wird 'n Normanne und heißt Porc, wenn es in 'n stattliches Schloss gebracht und den edlen Herren zum Mahle aufgetischt wird. Was sagst du dazu, Freund Gurth?" "Das hat Hand und Fuß, Freund Wamba, wenn`s auch der Schädel eines Narren ausgeheckt hat."
Aus diesem witzigen Dialog im ersten Kapitel des 1820 publizierten, berühmten Romans von Sir Walter Scott, zwischen Gurth, dem Schweinehirten und Wamba, dem Hofnarren, beide Leibeigene des Angelsachsen Sir Cedric von Ivanhoe, lässt sich der schreckliche Konflikt zwischen Normannen und Sachsen in sehr humorvoller Weise herauslesen.
Der Roman hat bereits viele Filme inspiriert. Die erste Verfilmung war 1913 zu sehen. Der Film mit der größten Publizität war und ist bis heute der im Jahr 1952 gedrehte Film: Ivanhoe - Der Schwarze Ritter" unter der Regie von Richard Thorpe, mit den berühmtesten Schauspielern der damaligen Zeit, Robert Taylor in der Titelrolle, Elisabeth Taylor als Rebecca und Joan Fontaine als Lady Rowena, um nur einige zu nennen.
BBC und A&E nahmen sich 1997 dieses Themas erneut an und schufen eine großartige Miniserie von 306 Minuten Länge. Auf Grund dieses Umstandes werden die Figuren, die in der 1952 Version vergleichsweise flach erscheinen, hier sehr rund und authentisch gezeigt. Die Geschichte selbst sowie die Figuren dürfen sich langsam entwickeln sind dreidimensional gelungen. Die Authenzität reicht hinein bis zu den Landschaften, Kulissen, Kostümen und Dekorationen. Die hervorragende Schauspielerriege tut ihr übriges, um diese Verfilmung zu einem ausgesprochenen Highlight zu machen. Man fühlt sich absolut in das auslaufende 12 Jahrhundert versetzt - ich ,roch` förmlich, trotz der Grippe, den blutverklebten Schweiß und sonstige üble Gerüche, die den oft kämpfenden und nie aus den Klamotten kommenden Menschen so anhaftet...;D! Es ist kein glattgebügelter und farbig aufgepeppter Hollywoodschinken, sondern ein lebensnahes britisches BBC-Epos, mit Schauspielern, die ihre Rolle leben. Eine große Realitätsnähe zeigen die beiden ungleichen Königs-Brüder Richard und John, die ja im wirklichen Leben beide eher wilde Persönlichkeiten waren. Näheres würde hier zu weit führen, nur soviel: der sonst zumeist so glorifizierte König Richard Löwenherz wird in diesem BBC Film endlich auch mit seinen Fehlern gezeigt. Die Figur des John - so zerrissen und eigen sie war - hatte auch seine angenehmen Seiten. Und seine Gunst für die Normannen war schon in seinem Vater gegründet, kam also nicht mutwillig daher und war auch Richard kein Problem.
Ein wunderbarer Steve Waddington in der Titelrolle und der großartige Ciarán Hinds als sein erbitterter Gegenspieler Brian de Bois-Guilbert (männliche Ausstrahlung wie immer...;D...ob ich die gleiche Standfestigkeit wie Rebecca zustande gebracht hätte, ist sehr fraglich...;))!), Susan Lynch spielte sehr stark die tapfere Rebecca und Victoria Smurfit als Rowena ist eine Augenweide. Ralph Brown spielt den zerrissenen und Frankreich-freundlichen Prinz John, oder wie er auf Deutsch hieß, Johann Ohneland einfach perfekt. Weiter waren James Cosmo als sturer Sir Cedric einmalig, Rory Edwards als Richard Löwenherz ein Genuss, David Horowitch als Isaak von York sehr berührend und Christopher Lee als Großmeister der Templer Lucas de Beaumanoir eiskalt und gruselig (DIE Stimme und DIE Sprache - genial). Ich fand bis in die kleinsten Rollen hinein erlesene Schauspielkunst. Erzählte die alte Verfilmung von 1952, die Geschichte mehr aus der Sicht des Wilfred von Ivanhoe, so laufen in diese Miniserie 3 Hauptplots nebeneinander her: Die Geschichte Ivanhoe`s , die Machenschaften von Prinz John und die Rückkehr Richard I., sowie die dunklen Fädenziehereien der Templer. Als roter Faden dazwischen und jeden Bereich durchziehend ist die Geschichte der Juden, im speziellen die Geschichte von Isaak von York und seiner intelligenten Tochter Rebecca. Gemeinsam verflechtet sich alles meisterlich zu dem oftmals blutdurchtränkten Bild des Kampfes zwischen Normannen und Angelsachsen, die in dem erbitternden Zweikampf zwischen Ivanhoe und Bois-Guilbert um das Leben der charakterfesten Jüdin Rebecca gipfelt.

Fazit:
Diese BBC-Miniserie ist schlicht und einfach GRANDIOS. Sie verbindet raue Romantik, blutige und erbitterte Kämpfe, enormer Spannung, Spaß, zarte Momente und ethische Einblicke auf sehr hohem Niveau. Das Drehbuch liegt sehr nahe an der Romanvorlage, weit mehr als der Film von 1952. Ich liebe den alten Film mit Robert Taylor nach wie vor sehr, er begleitet mich, wie auch das Buch, seit meiner Kindheit. Aber diese Miniserie besticht durch ihre Authenzität und Bildgewalt. Die Filmmusik ist tragend und wunderschön, die Filmschauplätze gewaltig! Die Sprache des Films ist Englisch mit englischen Untertiteln. Daher kann man auch, mit normalen Englisch-Kenntnissen, den Film ganz leicht verstehen.
Die 2er DVD-Box enthält keine nennenswerten Extras.
Ich war wirklich beeindruckt, werde den Film noch oft genießen und gebe eine ganz klare Kaufempfehlung.




Ich, Claudius - Kaiser und Gott, Folge 11-13 (Uncut Version) - Derek JacobiIch, Claudius - Kaiser und Gott, Folge 11-13 (Uncut Version)
Derek Jacobi, Sian Phillips, Brian Blessed

DVD, 2. Dezember 2004
     Verkaufsrang: 26338      Gewöhnlich versandfertig in 5 bis 6 Tagen.

Preis: € 16,99 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Allein in seinem Studierzimmer, schreibt der alternde Kaiser Claudius seine Memoiren. Er beginnt mit einem Ereignis vor seiner Geburt jenem Bankett, das Kaiser Augustus und dessen Ehefrau Livia zur Feier des 7. Jahrestags der Schlacht von Actium veranstalten Ausgangspunkt von Intrigen, Verrat und Mord. Folge 11 - 13 "Claudius, Der Kaiser" 52 Min., "Letzte Station Hades" 46 Min. und "Auf den Stufen ins Jenseits 52 Min..

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Hervorragend übersetzt      5 von 5 Punkten
Zu der englischen DVD habe ich bereits eine ausführliche Rezension geschrieben, hier nur kurz was zur Übersetzung. Sie ist bis ins letzte Glied brillant, vor allem Peter Fricke als Claudius vollbringt eine Meisterleistung, nicht zu vergessen Inge Birkmann als Livia, Hartmut Reck als Augustus, Günther Ungeheuer als Tiberius, Helga Anders und die vielen anderen. Hier hat man sich nicht lumpen lassen und nur die besten Leute arbeiten lassen. Der teilweise recht flapsige Charakter der Übersetzung macht das Ganze nur noch besser, denn ernst nehmen darf man diese Geschichte ja wohl kaum

Cui bono?      5 von 5 Punkten
Lang, lang ist's, da gab es aus dem Hause BBC eine 13-teilige TV-Serie nach einem Roman(-Klassiker) von Robert Ranke Graves: "Ich, Claudius, Kaiser und Gott." - Vermutlich habe ich irgendwann als Judendlicher eine Wiederholung im Fernsehen gesehen, denn als die Serie 1976 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde, war ich sicher noch zu klein. Die Erinnerungen daran waren aber RIESENGROSS ... Als ich nun alle 4 DVDs der Serie in Händen hielt war ich begeisterter denn je.
Völlig unspektakulär wird mir hier der Intrigendschungel des "alten Rom" vorgespielt - mit Schauspielern, wie man sie heute weder im TV noch auf der Leinwand noch oft findet. Derek Jacobi spielt einen Claudius, der mir mit all seinen Macken, aber auch seinen Stärken, niemals gekünstelt erscheint. Für mich als Star Trek Fan (Trekkie) ist nun sogar die Nebenrolle von Patrick Stewart ein Highlight. Sian Phillips, die die Kaiserin Livia spielt und William Hurt, Brian Blessed ... !
Wer mit "Ich, Claudius..." einen Film wie "Ben Hur" oder "Gladiator" erwartet, würde hier enttäuscht werden. Vielmehr handelt es sich um eine feinfühlige Serie nach einem geschichtlich gut recherchiertem Roman, der mit erstklassigen Schauspielern besetzt ist. Mein Tipp: Es lohnt sich, die Serie im Original anzusehen /-hören.

Besonders ratenswert ist der Kauf der DVDs eigentlich nur, weil die Serie lange nicht in ihrer deutschen Fassung erhältlich war. Nun erwerbe ich mit dieser DVD Version sogar zusätzlich eine Originalfassung - und wer "schönes britisches Englisch" mag, der kommt um diesen Kauf sowieso nicht umhin.
Anders kann ich es mir auch nicht erklären, dass ich für eine DVD mit "nur" 4 Folgen einer TV-Serie so viel Geld ausgebe.
[Es gab allerdings auch gekürzte Formen dieser TV-Serie. Hierbei handelt es sich - wie amazon in der Beschreibung auch sicherheitshalber angibt - um die ungekürzte (UNCUT) TV-Serie.]

Warum Euro-Video allerdings nicht gleich alle 13 Folgen in einer Edition herausgegeben hat, ist mir ein Rätsel. Da sich Liebhaber dieser Serie sowieso alle 4 DVDs zulegen werden müssen. -

Als Geschenk für Liebhaber der römischen Geschichte oder für Fans von gutem Schauspiel, ist diese (und die anderen) DVD(s) allerdings optimal geeignet. Vielleicht schmeißt die Familie ja mal 'n bißchen Kohle zusammen um Paps oder Mutt'chen damit zu überraschen, anstelle eines Hemds mit Krawatte oder einer neuen Kochschürze!? ;-)

Punkte ziehe ich dem Produkt hier nicht ab, weil die Serie an sich unübertroffen ist, auch in ihrer Ausgabe auf DVD (mit Bonusmaterial). Aber die Herausgabe EINER (13-teiligen)TV-Serie als 4 einzelne DVDs halte ich mit Verlaub, für ziemlichen Schwachsinn!


Ich, Claudius - Kaiser und Gott, Folge 05-07 (Uncut Version) - Derek JacobiIch, Claudius - Kaiser und Gott, Folge 05-07 (Uncut Version)
Derek Jacobi, Sian Phillips, Brian Blessed

DVD, 11. November 2004
     Verkaufsrang: 27533      Gewöhnlich versandfertig in 6 bis 10 Tagen.

Preis: € 16,99 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Eurovideo Ich, Claudius, Kaiser und Gott - Folge 05 - 07, USK/FSK: 12+

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Absolut sehenswert      5 von 5 Punkten
Vorweg muß ich sagen, man sollte sich schon ein bißchen für römische Geschichte interessieren um an dieser Produktion Gefallen zu finden. Auf dieser DVD gibt es keine aufwendigen Schlachten, keine Gladiatorenkämpfe und keine dramatischen Liebesszenen - hier wird das Leben des römischen Kaisers Claudius zur Zeit seiner Vorgänger geschildert. Die 3 Episoden behandeln die Zeitspanne von den letzten Regierungsjahren des Augustus bis zur darauffolgenden Herrschaft des Tiberius. Die Handlung hält sich an historische Fakten und bietet detallierten Einblick in eine faszinierende Epoche des römischen Reiches. Die Schauspieler agieren überzeugend, besonders Brian Blessed als Kaiser Augustus und Patrick Stewart (kennt man als Captain Picard von der Enterprise) als Prätorianerpräfekt Sejanus. Die gesamte Edition besteht aus 4 DVDs mit insgesamt 13 Episoden, die allesamt das gleiche hohe Niveau aufweisen.


Ich, Claudius - Kaiser und Gott, Folge 01-04 (Uncut Version) - Derek JacobiIch, Claudius - Kaiser und Gott, Folge 01-04 (Uncut Version)
Derek Jacobi, Sian Phillips, Brian Blessed

DVD, 11. November 2004
     Verkaufsrang: 27353      Gewöhnlich versandfertig in 6 bis 9 Tagen.

Preis: € 20,99 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Eurovideo Ich, Claudius, Kaiser und Gott - Folge 01 - 04, USK/FSK: 12+

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Lektionen in römischer Geschichte - garantiert nicht langweilig      5 von 5 Punkten
Nach einer fingierten Biografie von Robert von Ranke-Graves. Diese Rezension bezieht sich auf die gesamte Sammlung Folgen 1 bis 13


Mussten Sie vielleicht die Analen von Herrn Tacitus im Lateinunterricht lesen und haben immer noch keinen Plan was eigentlich abging - wer mit wem wie verwandt war und wer wen warum vergiftet hat?
Dann ist es höchste Zeit für diese herrliche BBC-Serie! Der Kaiser und Gott Tiberius Claudius Drusus Nero Germanicus höchstpersönlich führt den Zuschauer hinter die Kulissen seines dubiosen kaiserlichen Familienunternehmens.

Vergessen Sie also Tacitus und den beschwerlichen Lateinunterricht, denn in seinem Arbeitszimmer sitzt der greise Claudius und erinnert sich an sein Leben, seine längst (mehr oder weniger gewaltsam) dahin gegangene Familie und ihre Leiden- und Machenschaften. Er weiß, dass auch sein Ende bereits besiegelt ist, denn seine "geliebte" Gattin und Nichte Agrippina, Mutter des künftigen Kaisers Nero, will ihn vergiften und das soll ihr gelingen, so hat es die Sybille dem jungen Claudius einst prophezeit. Aber bevor es so weit ist, schreibt er alles über seine Familie nieder, und 13 Episoden lang darf man sich von dem vermeintlichen "Deppen" Claudius auf eine hochgradig informative, spannende und amüsante Art unterhalten lassen.

Die alte aber keineswegs angestaubte Serie aus dem Jahre 1976 von Jack Pulman beginnt als Claudius noch nicht mal geboren ist und sein Großvater, der göttliche Augustus, gerade den 10. Jahrestag zum Sieg über Marcus Antonius bei Actium feiert. Von diesem Tag an wird nun akribisch aufgerollt was unter den väterlichen Fittichen des großen Augustus und unter den mütterlichen Argusaugen der unerbittlichen Livia aus den Juliern und Claudiern wird eine Art "Denver Clan" im alten Rom.
Ja, so könnte es gewesen sein, denkt man, und schmunzelt dabei. Ein Augustus als Pantoffelheld, ein Tiberus als Muttersöhnchen, ein Caligula, dem man gerne einen Therapeuten an die Hand geben möchte und einen unbeholfenen Claudius, der als Depp verspottet wird und sich doch gewitzt den Fängen seiner mörderischen Familie entziehen kann und es schließlich - obwohl ein überzeugter Republikander - durch mehr Glück als durch Ambitionen bis zum Kaiser von Rom bringt.
Diese Geschichte ist (von ein paar ärgerlichen weil völlig unnötigen Anachronismen abgesehen) wirklich sehr authentisch und vermittelt ganz nebenbei sehr viel Hintergrundwissen über die Familie der Julier und Claudier, die über mehrere Generationen hinweg die Geschicke Roms und der Welt lenkten.
Was die überaus spannende und unterhaltsame Schilderung der damaligen Intrigen, Machenschaften, politischen Verhältnisse und familiären Beziehungen angeht, da kann "Ich, Claudius" mit dem jüngeren Filmen "Augustus - Mein Vater, der Kaiser" (mit Peter O`Toole als Augustus) locker mithalten. Ich meine es ist sogar die deutlich bessere Serie, weil sie ausführlicher erzählt, weil die Emotionen und Handlungen der einzelnen Familienmitglieder nachvollziehbarer sind und weil die Darsteller deutlich besser ausgewählt sind.
Was allerdings Kulissen, Action, Tricktechnik oder gar die Maske angeht, so ist die neue Serie "Rom" von 2005 unübertroffen (und ganz nebenbei gesagt ein absolutes Must-Have für Sandalenfilm-Fans). Dagegen kommt natürlich ein 30 Jahre alter Schinken nicht an. Schon die Masken der allmählich alternden Darsteller - wenn sie auch für die 70er Jahre phänomenal waren - kommen einem verwöhnten Zuschauer heute reichlich unnatürlich vor. Aber auch Kulissen und Actionszenen (welche sowieso kaum vorhanden sind) wirken hier sehr ehern und altbacken.
Das ganz große Plus dieser alten Serie, und das ist es was sie unbedingt sehenswert macht, sind die sagenhaften Darsteller, allen voran Derek Jacobi als stotternder und hinkender Claudius von Knabentagen bis ins hohe Alter ist die Darstellung dieses Claudius' ein wahrer Genuss - oscarreif.
Und dann gibt es da Sian Phillips als Livia, die mörderische Mutter aller Römer, die eiskalt jeden abmurkst (auch Kinder und Enkel), der ihren ehrgeizigen Plänen im Weg ist. Sie hat ein Gesicht und eine Stimme und die Ausstrahlung der geborenen, und vor allem tötlichen Intrigantin, und bis zur letzten Sekunde ihres kaiserlichen Lebens lehrt sie den Zuschauer das Fürchten. (Ehrlich, man wagt kaum mehr genussvoll in einen Apfel zu beißen... er könnte ja vergiftet sein;-)).
Brian Blessed ist für mich ein absolut überzeugender Augustus - nicht mehr der junge Cäsar-Neffe der sich noch Octavianus nannte - sondern der gediegene Familienvater, als Kaiser bereits gefestigt, gut satuiert und in Gegenwart seines Eheweibes so brav wie eine Pfarrerstochter ;-).
Ganz nebenbei sind aber noch Film- und Kinogrößen wie Patrick Steward (damals noch mit üppigem Haar) als Präfekt Sejanus und John Rhys-Davies (nicht als Gimli sondern) als Prätorianer Macro zu bewundern. Und der vampirähnliche John Hurt als größenwahnsinniger Caligula treibt einem wirklich fast in den Wahnsinn.
Habe ich schon Tiberius, dieses Weichei, erwähnt? George Baker zeigt die tragischen und hassenswerten Facetten eines großen Kaisers wie Tiberius, wie man sie im Geschichtsunterricht nie erfährt.

Also:
Erstklassige Schauspieler und etliche schreckliche und schrecklich unterhaltsame Stunden, die einem mindestens ein Semester römische Geschichte ersparen ;-). Wer auf monumentales Heldenkino à la Ben Hur oder Troja auch mal verzichten kann, dem sei diese kammerspielartige Serie unbedingt ans Herz gelegt.

DVD:
Diese "Uncut" Ausgabe (Folge 1 bis 4) enthält auch zusätzliche und erweiterte Szenen, die damals im deutschen Fernsehen nicht zu sehen waren (und by the way, damals war man offenbar noch wirklich streng mit dem Jugendschutz). Diese Szenen sind zum Teil nur im Originalton vorhanden und an entsprechender Stelle eingefügt.Sie sind aber englisch untertitelt. Besonders hier ist eine wirklich schlechte Tonqualität zu bemängeln. Insgesamt ist Ton und Bildqualität dieser DVD Ausgabe nicht auf dem Stand der Zeit, was aber für einen echten Claudius Nostalgiker (wie z.B. mich) fast belanglos ist.
650 Minuten Filmzeit,
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 1.0), Englisch (Dolby Digital 1.0), Dolby, HiFi Sound, PAL
Bildseitenforamt 4:3



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Ich, Claudius - Kaiser und Gott, Folge 08-10 (Uncut Version) - Derek JacobiIch, Claudius - Kaiser und Gott, Folge 08-10 (Uncut Version)
Derek Jacobi, Sian Phillips, Brian Blessed

DVD, 2. Dezember 2004
     Verkaufsrang: 27638      Gewöhnlich versandfertig in 5 bis 6 Tagen.

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Eurovideo Ich, Claudius, Kaiser und Gott - Folge 08 - 10, USK/FSK: 12+

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

cui bono !? (Und wer profitiert davon?)      5 von 5 Punkten
Lang, lang ist's her. Da gab's aus dem Hause BBC eine 13-teilige TV-Serie nach einem Roman(-Klassiker) von Robert Ranke Graves: "Ich, Claudius, Kaiser und Gott." - Vermutlich habe ich irgendwann als Judendlicher eine Wiederholung im Fernsehen gesehen, denn als die Serie 1976 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde, war ich sicher noch zu klein. Die Erinnerungen daran waren aber RIESENGROSS; und nciht die Schlechtesten!
Als ich nun die ersten 4 Folgen der Serie als DVD in Händen hielt war ich begeisterter denn je.
Völlig unspektakulär wird mir hier der Intrigendschungel des "alten Rom" vorgespielt - mit Schauspielern, wie man sie heute weder im TV noch auf der Leinwand noch oft findet. Derek Jacobi spielt einen Claudius, der mir mit all seinen Macken, aber auch seinen Stärken, niemals gekünstelt erscheint. Für mich als Star Trek Fan (Trekkie) ist nun sogar die Nebenrolle von Patrick Stewart ein Highlight. Sian Phillips, die die Kaiserin Livia spielt und William Hurt, Brian Blessed ... !
er mit "Ich, Claudius..." einen Film wie "Ben Hur" oder "Gladiator" erwartet, würde hier enttäuscht werden. Vielmehr handelt es sich um eine feinfühlige Serie nach einem geschichtlich gut recherchiertem Roman, der mit erstklassigen Schauspielern besetzt ist. Mein Tipp: Es lohnt sich, die Serie im Original anzusehen /-hören.
Ich mag hier nicht zu lange ausholen, mir geht es in dieser Rezension um etwas anderes ... !
Besonders ratenswert ist der Kauf der DVDs eigentlich nur, weil die Serie lange nicht in ihrer deutschen Fassung erhältlich war. Nun erwerbe ich mit dieser DVD Version sogar zusätzlich eine Originalfassung - und wer "schönes britisches Englisch" mag, der kommt um diesen Kauf sowieso nicht umhin.
Anders kann ich es mir auch nicht erklären, dass ich so viel Geld für "nur" 4 Folgen einer TV-Serie auf DVD ausgebe. (Es gab allerdings auch gekürzte Formen dieser TV-Serie. Hierbei handelt es sich - wie amazon in der Beschreibung auch sicherheitshalber angibt - um die ungekürzte (UNCUT) TV-Serie.
Warum Euro-Video allerdings nicht gleich alle 13 Folgen in einer Edition herausgegeben hat, ist mir ein Rätsel. Da sich Liebhaber dieser Serie sowieso alle 4 DVDs zulegen werden müssen. - Ich mag Euro Video keine Geldmacherei, sprich: Abzoke, unterstellen. .
Als Geschenk für Liebhaber der römischen Geschichte oder für Fans von gutem Schauspiel, ist diese (und die anderen) DVD(s) allerdings optimal geeignet. Vielleicht schmeißt die Familie ja mal 'n bißchen Kohle zusammen um Paps oder Mutt'chen damit zu überraschen, anstelle eines Hemds mit Krawatte oder einer neuen Kochschürze!? ;-)
Punkte ziehe ich dem Produkt hier nicht ab, weil die Serie an sich unübertroffen ist, auch in ihrer Ausgabe auf DVD (mit Bonusmaterial). Aber die Herausgabe EINER (13-teiligen)TV-Serie als 4 einzelne DVDs halte ich mit Verlaub, für ziemlichen Schwachsinn!


Becket [UK IMPORT] - John GielgudBecket [UK IMPORT]
John Gielgud, Richard Burton, Peter O'Toole, Donald Wolfit, Pamela Brown

DVD, 14. Mai 2007
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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Finally on DVD      5 von 5 Punkten
`Becket' is about how Archbishop Thomas Becket (Richard Burton) stood up to King Henry II (Peter O'Toole) and was, eventually, killed for it. The story based on a play by Jean Anouilh.
The movie is still a visual feast, it's beautiful to look at, wonderful to take in. All the colors, landscapes, skies, castles, costumes, filmed with the vibrant, life-capturing cameras of the 60s that have been unequaled since.
The movie starts with Henry II visiting the grave of Becket, ready to be punished for something we have yet to know about (but something that's still easy to guess). We then flash back to when Becket was still alive, mischievously playing with a young village woman with Henry II before escaping on horseback. This scene is key in showing what little morals Henry II has, and how little Becket cares about it. Henry II and Becket are good friends, Henry II talks to Becket about how much he despises all of the properness and superficiality of royal life and Becket listens, nods and passes wisdom.
But there is something Henry II doesn't know about Thomas Becket: he's an honest man. If he's supposed to do something, he will, without submitting to corruptness. This is because he does not want to risk losing any self-respect or dignity. That's why when Henry II announces him Archbishop he begs for him not to. Henry II is doing this so he can control the church, but Becket will not listen to Henry II when he is carrying a title that says he listens to God before anyone.
When an English lord kills a fugitive monk before trial, Becket demands he be punished. Henry II can't do this because he'll lose favor with the people. Becket excommunicates the lord from the church. This angers Henry II so much that hate sets in, and he starts plotting to kill Becket, who becomes a fugitive of England. Henry II hates Becket because he thinks he's stubborn, but what Henry II doesn't realize is that Becket is standing up for what he believes in.
Throughout this whole story both characters are played perfectly by Burton and O'Toole, neither actors ever losing their focus on their performance. O'Toole's performance is very physical, he screams, cries, stomps around whatever room he's in like a storm. Burton's is more inward; all the acting is entirely in his face, eyes, mouth and voice, and he conveys Becket's emotions effortlessly with these four tools. Both men are fantastic actors, two I respect very much.
The film, beautifully shot and emotionally acted, was nominated for twelve Academy Awards, winning only for its screenplay, but how neither Burton nor O'Toole won I'll never know.
If you like 'A Man for All Seasons' you'll like this too.


Age Of Innocence [UK IMPORT] - Daniel Day-LewisAge Of Innocence [UK IMPORT]
Daniel Day-Lewis, Michelle Pfeiffer, Winona Ryder, Miriam Margolyes, Richard E. Grant

DVD, 29. August 2003
     Verkaufsrang: 55815      Gewöhnlich versandfertig in 1 bis 3 Wochen.

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Martin Scorsese würde einem nicht unbedingt als erster einfallen, um bei Zeit der Unschuld, einer Adaption von Edith Whartons Roman über Anstand und Moral im New York der 1870er-Jahre, die Regie zu übernehmen. Aber auch hier geht es um den Hexenkessel der Großstadt, und die psychische Gewalt, die sich diese Charaktere gegenseitig antun, wirkt sich mindestens genauso schädigend aus wie die physische, die von Scorseses sonstigen Gangstern ausgeübt wird.
Die Handlung dreht sich um Newland Archer (Daniel Day-Lewis), einen sehr zurückhaltenden jungen Mann, der mit der höchst ehrbaren May Welland (Winona Ryder) verlobt ist. Archer wird jedoch durch die Anwesenheit von Mays Cousine, der Gräfin Olenska (eine strahlende Michelle Pfeiffer), aus der Ruhe gebracht, die kürzlich aus Europa zurückgekehrt ist. Als verheiratete Dame, die die Scheidung anstrebt, ist die Gräfin der gesamten New Yorker Gesellschaft jedoch ein peinlicher Dorn im Auge. Archer dagegen ist fasziniert von ihrer aufgeweckten Intelligenz und ihrer weltlichen Art.
Scorsese beobachtet die winzigen Details dieser Welt und dieser unmöglichen Situation mit scharfem Blick; in diesem Film kann eine Augenbewegung genauso bedeutsam sein wie der Schuss aus einer Pistole. Scorseses Sinn für Farben war noch nie so stark, seine Arbeit mit den Schauspielern noch nie so subtil. Die Erzählerstimme gehört im Original Joanne Woodward, die uns nur so viel erzählt, wie wir unbedingt wissen müssen - was einer der Gründe ist, warum der Höhepunkt schließlich so überraschend kommt. -Robert Horton


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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)

immer wieder...      5 von 5 Punkten
Zeit der Unschuld = Eine Zeit des absoluten Genusses für den Zuschauer. Formal und inhaltlich - ein Film den ich schon ca. 25X gesehen habe.

- Das Buch habe ich einmal gelesen. Es ist erstaunlich wie romanhaft der Film ist. Das ist gut.

- Ein Film - so lehrreich wie ein ganzes Studium an einer Filmhochschule

- Danke, Martin Scorsese!


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I Claudius [UK IMPORT] - Brian BlessedI Claudius [UK IMPORT]
Brian Blessed, John Hurt, Derek Jacobi, Sian Phillips, David Robb

DVD, 30. September 2002
     Verkaufsrang: 52665      Der Artikel ist bald verfügbar. Sichern Sie sich jetzt Ihr Exemplar!

Preis: € 59,99 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

jetzt auch auf Deutsch      5 von 5 Punkten
Diese hervorragende BBC-Produktion gibt es ab 11. Nov. 2004 auch auf Deutsch. Viele werden sich darauf freuen!

Nichts für historische Perfektionisten      5 von 5 Punkten
Vor 25 Jahren war diese Serie im deutschen Fernsehen in deutscher Übersetzung zu sehen. Jetzt ist die DVD in Englisch erhältlich, aber die deutsche Fassung wäre schon toll!!
Wer aber mit der englischen Sprache einigermaßen klarkommt, sollte keine Scheu haben, die Darsteller sprechen ein perfektes und gut verständliches Englisch, und es gibt ja auch Untertitel.
Jaja, toll trieben es die alten Römer und Römerinnen! Zur Beruhigung sei gesagt: Auch wenn Autor Robert Ranke Graves die historischen Quellen gut studiert hat, die Wahrheit zeigen Buch und Film nicht, sondern eindeutig eine Chronique Scandaleuse über die Familie des Kaisers Augustus und seine Nachkommen. Kaiserin Livia war keine Verbrecherin und Claudius war lange nicht so intelligent, wie der Film scheinen läßt. Auch die verkommene Messalina ist wohl eher ein Opfer der Regenbogenpresse gewesen, heute versucht man auch recht erfolgreich, sie in einem positiveren Licht darzustellen. Aber bei den Untaten eines Caligula ist der Film denn doch geradezu dezent.
Eine weitere wichtige Sache: Es handelt sich um eine Studioproduktion, große Massenszenen a la Ben Hur, Quo vadis oder Gladiator sucht man vergebens. Es ging den Produzenten nicht um Showeffekte, sondern um die komplexen Beziehungen der beteiligten Personen.
Und diese Beziehungen haben es in sich: Man ist wirklich fassungslos über die vielen Tricks, mit denen hier gelogen, betrogen und gemordet wird. Man wundert sich geradezu darüber,
dass hier jemand mal länger als 2 Folgen am Leben bleibt, und es ist völlig nachvollziehbar, dass nur ein "Trottel" wie Claudius ungeschoren durch 13 Folgen kommt, aber dann erwischt es ihn auch, und was nachkommt, ist eher schlimmer als besser.
Man tut gut daran, sich vorab über die historischen Zusammenhänge und über die verwandtschaftlichen Beziehungen zu informieren, sonst hat man es bei diesem Wust von Figuren und Ereignissen doch recht schwer.
Sehr positiv ist anzumerken, dass trotz aller Grausamkeiten der Handlung nur sehr wenige Gewaltszenen im Film zu sehen sind. Vieles wird nur angedeutet oder erzählt, und das reicht durchaus hin, um einem die Haare zu Berge stehen zu lassen. Billige Effekthascherei mit Blut und Ekel lägen auf der Hand, aber nein, Vordergründige Effekte sind die Sache dieser Serie an keiner Stelle.
Zu den Darstellern: Hier reichen 5 Sterne nicht aus, da hat selbst der kleinste Nebendarsteller mehr verdient, und jede Hauptrolle ist locker ihre 10 Sterne wert. Derek Jacobi spielt den Claudius als erbarmenswerten Trottel mit versteckter Intelligenz, aber nichts daran ist vordergründig oder effekthaschend, hier ist jede Nuance absolut glaubhaft. Brian Blessed als Augustus, Patrick Stewart als Sejanus(Man kennt ihn als Captain Picard in Starwars) und John Hurt als Caligula seien stellvertretend für die vielen grandiosen Leistungen genannt. Und eine verdient das Spitzenlob schlechthin: Sian Phillips als Kaiserin Livia. Sie hätte für ihre Darstellung dieser Rolle gleich 5 Oscars verdient!!!
Viele bezeichnen "Claudius" als die beste BBC- Serie aller Zeiten. Das kann ich nicht beurteilen, dazu kenne ich mich nicht gut genug aus. Aber zu den Top Ten gehört "Claudius" mit absoluter Sicherheit.

Besser gehts nicht !      5 von 5 Punkten
Für alle die einen DVD-Player besitzen und die des Englischen mächtig sind gibt es glücklicherweise diese Box mit allen Folgen der fantastischen BBC-Serie.
Basierend auf den Romanen von Robert Graves wird die Epoche von Augustus bis zum Beginn der Herrschaft Neros geschildert. Im Mittelpunkt steht Claudius, der von seiner kaiserlichen Verwandtschaft wegen seines Stotterns und wegen körperlicher Missbildung für einen Trottel gehalten wird. Claudius, der im gegnteil ein äußerst heller Kopf ist, kann so als unbeachteter Außenseiter die mörderischen Intrigen um die Herrschaft in Rom beabachten und überleben. Auf Augustus folgt Tiberius, auf Tiberius der wahnsinnige Claigula und immer kann Claudius überleben (im Gegensatz zu vielen anderen Akteuren) und berichten.
Doch nach der Ermordung Caligulas wird Claudius als Notlösung gegen seinen Willen selbst zum kaiser ausgerufen und gerät in das Ränkespiel der antiken Politik. Seine Gattin Messalina hintergeht ihn und er muss sie hinrichten lassen. Mit der Wahl seiner nächsten Frau Agrippina begeht er dann selbst einen tödlichen Fehler...
Kammerspielartig in Form eines Shakespeare-Dramas inszeniert entfaltet sich auch ohne grandiose Kulissen, Computertricks oder massen von Statisten ein TV-Spiel ohnegleichen. Voller Spannung und Witz verfolgt man Claudius Leben.
Erstklassige Schaupieler (a. William Hurt, Brian Blessed und der unvergleichliche Derek Jacobi als Claudius) und eine erstklassige Regie ganrantieren stundenlanges anspruchsvolles Sehvergnügen.

CLAUDIUS RULES!!!      5 von 5 Punkten
HINWEIS:
Jegliche von mir nicht genehmigte Wiedergabe der folgenden Rezension (auch in Auszügen) wird rechtliche Konsequenzen haben! Der Verfasser.


Wer "Ich Claudius, Kaiser und Gott" noch aus den späten 70ern kennt, feiert hier ein Wiedersehen mit dieser unvergesslichen Serie.
Alle anderen haben mit der DVD die Gelegenheit, ein turbulentes Stück römischer Geschichte neu zu entdecken. Obwohl sparsam inszeniert und auf die zentralen Punkte der beiden Romanvorlagen fokussiert (ein vollständiger Film mit allen Romanelementen würde im vermutlich TAGE dauern), ist der Geist der Romane von Robert Graves perfekt getroffen. Diese sind nicht nur mit pikanten Anekdoten gespickt (die der Serie natürlich den gewissen Thrill verleihen ;o) ), sondern zeugen auch von tiefem Humanismus - außerdem ist die literarische Vorlage bis in die kleinsten Details historisch genau recherchiert.
Das alles hat der Regisseur Herbert Wise in der "Claudius"-Serie zusammen mit dem Drehbuchautor Jack Pulman so prägnant wie möglich (und nötig) zusammengefasst. Die Schauspieler - von den zentralen Charakteren bis zu den kleinsten Nebenrollen - agieren entsprechend: sehr konzentriert und überzeugend, nie übertrieben.
Das größte Lob spende ich natürlich dem Shakespeare-Darsteller Derek Jacobi, der die schwierige Rolle des Claudius vollkommen gestaltet: dessen Behinderungen wirken mitleiderregend und in keinster Weise effektheischend oder gar albern. Dazu kommt Claudius' vertrauensseliges und naives Wesen (das aber recht schnell in cholerische Rage umschlagen kann) und eine mit hohem Intellekt gepaarte Belesenheit - dies alles glaubwürdig zu vermitteln, ist eine enorme Aufgabe, der Jacobi absolut gewachsen ist.
Die DVD beinhaltet jede Menge Bonusmaterial (u.a. ein Interview mit den Hauptdarstellern aus dem Jahr 2002 und einen Beitrag von 1962 über das unvollendete "Claudius"-Epos der 1930er Jahre).

Ich bin begeistert von dieser Edition der BBC und kann sie nur empfehlen. CLAUDIUS RULES!!!

I Claudius, Rezension von Andreas Holland      5 von 5 Punkten
Endlich - nach langer Zeit ist nun eine der international (insbesondere den USA) erolgreichsten Mini-Serien als DVD-Ausgabe erschienen.
In ihr wird die Geschichte des römischen Imperiums von der Zeit des Kaisers Augustus bis zum Beginn der Herrschaft Neros, des letzten der Cäsaren, aus dem Blickwinkel von Kaiser Claudius, dem stotternden, hinkenden und von vielen als Idiot bespöttelten Enkel von Livia (der Gattin des Augustus), beschrieben. Dieser - keineswegs der Idiot, für den ihn auch die eigene Familie hält, verfolgt in dieser fiktiven Autobiographie die Absicht, der Nachwelt die Wahrheit über seine Verwandschaft mit all Ihren Intrigen, Morden und Skandalen zu vermitteln. Und hiervon gibt es jede Menge ! Mit ungläubigem Staunen verfolgt der Zuschauer das Treiben und stellt sich die Frage, ob mit dem Autoren hier nicht die Fantasie durchgegangen ist ! Man kann sich kaum vorstellen, daß sich derartige Verbrechen tatsächlich in solcher Anhäufung ereignet haben sollen - hier stirbt kaum einer eines natürlichen Todes. Man wird hier entweder vergiftet, erdolcht, hingerichtet oder doch zumindest auf eine der vielen winzigen Inseln verbandt, wo man schließlich elend zugrundegeht.
Doch Robert Graves, der den dieser Verfilmung zugrundeliegenden Roman 1934 schrieb, hat umfangreiches Quellenstudium betrieben und sich der bedeutendsten Historiker der römischen Geschichte bedient und nur dort, wo die Geschichte Lücken ließ, diese durch seine eigene Fantasie vortrefflich ergänzt.
Bei Romanverfilmungen ist es häufig so eine Sache - wer den Roman gelesen hat, ist häufig von der filmischen Umsetzung enttäuscht. Teilweise wird vieles (aufgrund der Begrenzten Spielfildauer) weggelassen und/oder die eigene Fantasie sieht manches anders. Nachdem ich sowohl die deutsche Übersetzung als auch das doppelt so dicke Romanoriginal gelesen habe, glaube ich sagen zu können, daß selten eine Verfilmung dem Original so gerecht geworden ist, wie diese. Zum eine sorgt die Länge der aus 12 Teilen bestehenden Serie mit einer Gesamtspielzeit von 648 Minuten für ausreichenden Spielraum, alles Wichtige unterzubringen, zum anderen sind die Haupt- und Nebenrollen brilliant besetzt (die im Fernsehen ausgestrahlte Serie bestand aus 13 Teilen - keine Sorge, man hat bei der DVD Version die ersten beiden Folgen zu einer zusammengefaßt). Und was bei einer derartigen Länge besonders ins Gewicht fällt: In keinen Moment wird man in einer der Episoden gelangweilt.
Eine Warnung muß ich allerdings gegenüber Freunden von Monumentalfilmen aussprechen:
Wer Massenszenen oder Gladiatorenkämpfe a la "Gladiator" sucht, wird enttäuscht sein. Dekoration und Kostüme wurden zwar in dem Maß eingesetzt, daß sie dem Zuschauer ein nachvollziehbares und lebendiges Bild des Alten Rom vermitteln, der Schwerpunkt liegt jedoch eindeutig in der Handlung sowie den großartigen Dialogen. Erwähnenswert ist ebenfalls die Arbeit der Maskenbilder, die es vollbracht haben, die über die einzelnen Folgen auftretenden Personen auf perfekte Weise altern zu lassen.
Was nun das Formale anbelangt, so enthält die DVD-Box 5 DVDs, von denen eine ganze DVD ausschließlich umfangreiches Zusatzmaterial bereithält. Neben Erinnerungen des Regisseurs und mehrerer Hauptdarsteller enthält diese als filmische Rarität die Filmdokumentation "The Epic That Never Was". Robert Graves Roman sollte bereits 1937 mit hochkarätiger Besetzung (u.a. Charles Laughton sowie Merle Oberon !) verfilmt werden. Der Zuschauer erfährt hier, weshalb das schon gestartete Projekt nicht abgeschlossen wurde und erhält einen Einblick, wie der Film hätte werden können - sämtliche erhalten gebliebenen Filmszenen werden gezeigt. Besonders reizvoll ist es daher, die unterschiedliche Auffassung in der Darstellung der Rollen vergleichen zu können.

Einen Wermutstropfen gibt es jedoch: Die hervorragende deutsche Synchronisation oder doch zumindest deutsche Untertitel sucht man vergebens. Außer dem Originalton können lediglich englische Untertitel eingeblendet werden. Wer jedoch sowieso auf Orignalstimmen schwört, wird sich daran nicht stören. Darüberhinaus bietet einem die Serie dann notgedrungen die Möglichkeit, auf unterhaltsame Weise seine Englischkenntnisse zu verbessern - die Schauspieler sprechen sehr klar und deutlich, keineswegs eine Selbstverständlichkeit, wie ich in mehreren englischen Filmen feststellen mußte.
Ich kann daher abschließend diese DVD-Box sowohl denen empfehlen, die einen Einblick in die dunklen Seiten der römischen Geschichte gewinnen wollen, als auch denjenigen, die einfach nur 648 spannende und hervorragend gespielte Filmminuten genießen wollen - das Geld ist in jedem Fall gut angelegt.


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Martin Scorsese würde einem nicht unbedingt als erster einfallen, um bei Zeit der Unschuld, einer Adaption von Edith Whartons Roman über Anstand und Moral im New York der 1870er-Jahre, die Regie zu übernehmen. Aber auch hier geht es um den Hexenkessel der Großstadt, und die psychische Gewalt, die sich diese Charaktere gegenseitig antun, wirkt sich mindestens genauso schädigend aus wie die physische, die von Scorseses sonstigen Gangstern ausgeübt wird.
Die Handlung dreht sich um Newland Archer (Daniel Day-Lewis), einen sehr zurückhaltenden jungen Mann, der mit der höchst ehrbaren May Welland (Winona Ryder) verlobt ist. Archer wird jedoch durch die Anwesenheit von Mays Cousine, der Gräfin Olenska (eine strahlende Michelle Pfeiffer), aus der Ruhe gebracht, die kürzlich aus Europa zurückgekehrt ist. Als verheiratete Dame, die die Scheidung anstrebt, ist die Gräfin der gesamten New Yorker Gesellschaft jedoch ein peinlicher Dorn im Auge. Archer dagegen ist fasziniert von ihrer aufgeweckten Intelligenz und ihrer weltlichen Art.
Scorsese beobachtet die winzigen Details dieser Welt und dieser unmöglichen Situation mit scharfem Blick; in diesem Film kann eine Augenbewegung genauso bedeutsam sein wie der Schuss aus einer Pistole. Scorseses Sinn für Farben war noch nie so stark, seine Arbeit mit den Schauspielern noch nie so subtil. Die Erzählerstimme gehört im Original Joanne Woodward, die uns nur so viel erzählt, wie wir unbedingt wissen müssen - was einer der Gründe ist, warum der Höhepunkt schließlich so überraschend kommt. -Robert Horton


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immer wieder...      5 von 5 Punkten
Zeit der Unschuld = Eine Zeit des absoluten Genusses für den Zuschauer. Formal und inhaltlich - ein Film den ich schon ca. 25X gesehen habe.

- Das Buch habe ich einmal gelesen. Es ist erstaunlich wie romanhaft der Film ist. Das ist gut.

- Ein Film - so lehrreich wie ein ganzes Studium an einer Filmhochschule

- Danke, Martin Scorsese!


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Videokassette, 9. November 1998


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