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| DVDs: Djocko Rossitch | Kundenmeinungen Kurzbeschreibungen Inhaltsangaben |
Werckmeister Harmonies / Damnation [UK IMPORT] Hanna Schygulla, Peter Fitz, Janos Derzsi, Djocko Rossitch DVD, 23. Februar 2004 Verkaufsrang: 45681 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Werckmeister Harmonies 2 von 5 Punkten In eine ungarische Kleinstadt kommt mitten im kältesten Winter eine Wanderschau, die einen toten Wal ausstellt. Unermüdlich stehen die Menschen in der eisigen Kälte Schlange, um das Monster zu betrachten. Von überall her strömen sie, aus dem ganzen Land. Die extreme Kälte und all die Fremden bringen die Stadt an den Rand des Wahnsinns - und es benötigt nur noch eine einzige unkontrollierte Bewegung, um das Chaos loszulösen, um die angespannte Stimmung zum Explodieren zu bringen. Ein Film über "den jahrhundertelangen Kampf zwischen Barbarei und Zivilisation" (so Béla Tarr über sein Werk), in tristen Schwarz-Weiss Bildern. Ich habe nur "Werckmeister Harmonies" im Kino gesehen. "Damnation" kenne ich nicht. "Werckmeister Harmonies" ist mit 145 Minuten viel zu lang. Die Brillianz eines Tarkowskij oder Bergman erreicht Tarr mit diesem Film, trotz des Einsatzes beeindruckend subtiler Musik, einiger durchaus gelungener Szenen und überzeugender Darsteller, meiner Meinung nach nicht.
Nach Werckmeister Harmonies wird man keinen Film mehr so sehen können wie zuvor 4 von 5 Punkten Die ersten Minuten von Werckmeister Harmonies wirken seltsam und irritierend, dann jedoch setzt die Musik ein und die ganze Schönheit des Films tritt mit einem Mal hervor und und bleibt für 2 1/2 Stunden bestehen. Es wäre unangebracht, inhaltlich etwas von dieser wunderbaren Geschichte vorwegzunehmen, denn jeder sollte die Chance bekommen, gleichermaßen davon beeindruckt und überrascht zu werden. Ich will mich daher darauf beschränken, auf welche Weise es Béla Tarr gelingt, das scheinbar Alltägliche umzukehren und ganz langsam eine andere Wirklichkeit zu kreieren.
Trotz der Ruhe, mit der Tarr erzählt, ist sein Hauptelement Bewegung. Die Kamerafahrten dürften wohl als eine der bedeutensten Innovationen des modernen Kunstfilms betrachtet werden, mit den meist mehr als 5 Minuten andauernden Plansequenzen kreiert Tarr eine sehr eigene Filmsprache, welche ihn in eine Reihe mit Größen wie Bergman, Ozu, Bresson oder Tarkovsky stellt. Wie bei diesen Regisseuren werden die Sehgewohnheiten vernachlässigt, um dem Zuschauer eine neue künstlerische Ausdrucksform vor Augen zu führen, ich denke, dass es beruhigend ist, zu Beginn des 21. Jahrhunderts einen Regisseur zu finden, der bereit ist, alle Konventionen hinter sich zu lassen und einen neuen Weg einzuschlagen.
Es geht Tarr nicht darum (und dies betont er im Interview der artificial eye-DVD), Symbole oder Allegorien zu verwenden, um das menschliche Schicksal zu verdeutlichen, sondern abzubilden, Realität zu zeigen, die gerade in der Konfrontation mit Kunst/Ästhetik zu etwas ganz Fremdartigem wird, das sich nur noch schwer fassen lässt. Es lässt sich jedoch bauch schwer fassen, wieso artificial eye auf der zweiten DVD das vergleichsweise schwache Frühwerk Damnation veröffentlicht hat, der Film ist in seiner Sterilität und Gekünsteltheit nur schwer erträglich und es mangelt ihm noch an dem Zauber, der Werckmeister Harmonies zu einem derart tiefgreifenden Filmerlebnis macht.
Es wäre schön gewesen, Tarrs zweites Meisterwerk, das 7-stündige Epos Sátántango mit auf der DVD veröffentlicht zu wissen, da eine andere Wertung als 5 Sterne für Werckmeister Harmonies undenkbar ist und Damnation nicht über 3 Sterne hinauskommt, liegt die Gesamtwertung also bei 4. Wer sich mit einem modernen Künstler auseinandersetzen will, der sich dadurch auszeichnet, nicht modern zu sein, im Jahr 2000 noch Schwarz/weiß-Filme zu drehen und sich von der Hollywood-Ästhetik (und Schnittechnik) in größtmöglichem Maße zu distanzieren, wird an Béla Tarr nicht vorbeikommen. Werckmeister Harmonies stellt in jedem Fall eine Bereicherung dar und macht noch einmal deutlich, dass die Zeit der großen Regisseure nicht vorbei ist. |
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