DVDs: Barbara Sukowa

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Homo Faber (Arthaus Premium Edition; 2 DVDs) - Sam ShepardHomo Faber (Arthaus Premium Edition; 2 DVDs)
Sam Shepard, Julie Delpy, Barbara Sukowa

DVD, 14. Dezember 2007
     Verkaufsrang: 2796      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Arthaus Homo Faber - Premium, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 14.12.07

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Romanverfilmung ohne Tiefgang      2 von 5 Punkten
Das Problem einer Romanverfilmung ist meistens der Roman selbst. Er legt dem Regisseur eine Handlung vor, die ihn sowohl inspiriert, als auch im Wege steht. So lässt sich fast kein Buch originalgetreu dem Text gegenüber verfilmen. Der Regisseur ist also gezwungen, Passagen des Textes umzuschreiben oder wegzulassen, um ein vernünftiges Drehbuch zu erstellen. Zweifellos ist Homo Faber von Max Frisch ein Roman, der nach einer Verfilmung schreit, jedoch auch durch seine Art und Weise, wie es geschrieben ist, schwer umzusetzen ist.

Der Film handelt von Walter Faber, einem Ingenieur aus der Schweiz um die 50, der auf einer Schiffsreise die junge Sabeth trifft, in die er sich auch bald verliebt. Es entwickelt sich eine Beziehung zwischen den beiden. Erst später erkennt er, dass Sabeth die Tochter seiner ehemaligen Geliebten Hanna ist, die ihn vor 20 Jahren verlassen hat. Er findet heraus, dass Sabeth auch seine Tochter ist. Faber befindet sich darauf in einem Konflikt mit sich selbst und seiner ihn prägenden rationalen Denkweise.

Die Charaktere für den Film sind meiner Meinung nach gut besetzt, Sam Shepard als Walter Faber mit monoton grimmigem Gesichtsausdruck hätte allerdings mehr aus seiner Rolle machen können. Julie Delpy als Sabeth sowie Barbara Sukowa dagegen spielen meiner Meinung nach überzeugend. Delpy verkörpert Sabeths unschuldiges, naives und kindliches Wesen so, wie ich es mir im Buch vorgestellt habe. Sukowa passt ganz in die Rolle der etwas suspekten und auch widersprüchlichen Karrierefrau Hanna, die ähnlich wie im Buch Faber mit seiner ideologischen Denkweise konfrontiert.
Der Film von Volker Schlöndorff thematisiert hauptsächlich die Beziehung zwischen Sabeth und Faber. Das ist nachvollziehbar, da die Handlung so deutlich vereinfacht wird und der Zuschauer sich nicht auf mehrere Handlungsstränge konzentrieren muss. Doch durch das Weglassen von, meiner Meinung nach, wichtigen Handlungssträngen wie z.B. Fabers Krankheit oder seinem Aufenthalt auf Kuba, geht der Tiefgang der Romanvorlage verloren. Es werden wesentliche Charakterzüge Fabers überhaupt nicht erwähnt, die in die Handlung locker mit eingebaut hätten werden können, zumal ich nach fast zwei Stunden das Gefühl nicht losgeworden bin, dass der Film ziemlich langatmig gewesen ist.

Alles in allem eine Verfilmung über die man sich streiten kann. Kennt man das Buch nicht, ist der Film vielleicht ganz nett, den Tiefgang des Buches erreicht es jedenfalls nicht.


Man fragt nach dem Sinn dieser DVD...      4 von 5 Punkten
Lange hat es gedauert, ehe die Verfilmung eines der populärsten deutschsprachigen Romane überhaupt auch das Licht der digitalen Welt erblickte: Max Frischs Homo faber". Der Erlebnisbericht des Technikers, der in seiner rationalen Welt verfangen ist, der zwar die notwendigen Erkenntnisse über sein falsch gelebtes Leben noch gewinnt, aber dafür teuer bezahlen muss.

1991 setzte Volker Schlöndorff den Stoff um. Für Freunde und Verehrer der grandios geschriebenen Geschichte Walter Fabers war dies endlich die Möglichkeit, neue Einblicke und Erkenntnisse zu gewinnen. Oder doch nicht? Das Echo auf Seiten der Kritik fiel gemischt aus, denn Schlöndorff vereinfachte den Stoff stark. Das Krebsleiden Fabers wird nur äußerst subtil angedeutet (dazu gleich mehr), die Liebesgeschichte rückt ins Zentrum und somit nicht der eigentliche Mittelpunkt: Fabers Dilemma eines selbst auferlegten, falschen Menschenbildes. Es geht im Leben um weit weit mehr als Ratio und Technik. Nicht die Macht des Schicksals läutert Faber, nicht bloße Zufälle - denn nach Frischs Verständnis, war und ist es immer das "Fällige", das einem passiert.

Schlöndorff wählte zur Verkörperung des Walter Faber Sam Shepard, einen smarten, groß gewachsenen Charaktermimen. Der Oscar nominierte Pulitzerpreisträger Shepard - eine nicht gerade häufige Konstellation - vermag in seine Mimik Stoik zu legen; aber ebenso eine gewisse Fragilität. Das macht ihn eigentlich wie geschaffen für die Rolle, wäre er nicht ein viel zu charismatischer Walter Faber. Dass dieser Mensch nämlich ein zynischer Misanthrop ist, der seinen toten Jugendfreund Joachim lieber mit der Kamera filmt, als in Trauer zu verfallen, der seine Geliebte - Ivy - kurzerhand abserviert und sich zu den bewegenden Worten: "mag sein, ich war gemein" hinreißen lässt, all das glaubt man Shepard nicht. Oder besser: Man würde es ihm nicht glauben, hätte Schlöndorff die Figur plastischer gezeichnet.

Julie Delpy als Sabeth verzaubert und betört. Unschuldig, engelsgleich erweckt sie in Faber das Gefühl echter Liebe. Einer wie ihr nimmt man das ab. Definitiv ist die Französin eine Sabeth, die man sich so vorgestellt hätte. Ein weiterer Volltreffer ist Barbara Sukowa als Hanna. Ihre verhärmte Mimik deutet die Defizite der Figur aus dem Roman an. Auch Hanna ist ja letztlich ein sozial eher schwieriger Fall, eine etwas skurrile Person. Sukowa spielt dies grandios. Lässt man also mal beiseite, dass da eine nicht nur sprachlich hochklassige Romanvorlage existiert, bietet der Film ein sehr gutes Schauspielerensemble, das eine eher einfache, aber relativ souveräne Dramaturgie gut umsetzt. Anders gesagt, Schlöndorffs Film ist als Film gut.

Was macht nun die DVD. Wer den Film bereits kannte, der darf sich wundern, denn einiges fehlt. Kein zusammengebrochener Walter Faber auf der Flughafentoilette, kein "Sturz vornüber in die Bewusstlosigkeit", keine Odyssee, bis der Jugendfreund endlich gefunden wurde. Die Szenen sind zwar als Extras vorhanden, aber eben nur als solche. Das ist schade, denn so verliert der Streifen nochmals an Komplexität. Eigentlich ist das ein Unding. Denn wer schaut sich eine Literaturverfilmung mehrheitlich an? Freunde von Actionfilmen, oder doch eher Schulklassen, die darüber diskutieren - bzw. Menschen, die sich damit auseinandersetzen wollen.

Frisch, der die Premiere des Films nicht mehr miterlebte, war von Schlöndorffs Arbeit ausgesprochen angetan. Dank Shepard, Delpy, Sukowa und weiteren Akteuren, versteht man das. Aber man versteht nicht, warum hier ein deutschsprachiger Roman behandelt wird, als ginge es drum, Popcorn-Cineasten dafür zu begeistern. Das ist definitiv nicht die DVD-Umsetzung, die man sich erhofft hatte. Leider. 4 Sterne gibt es dennoch: Wegen einer sonst sehr soliden, gut ausgestatteten Arthaus-DVD.


Berlin Alexanderplatz (6 DVDs) - Hanna SchygullaBerlin Alexanderplatz (6 DVDs)
Hanna Schygulla, Barbara Sukowa, Günter Lamprecht, Peer Raben

DVD, 10. Februar 2007
     Verkaufsrang: 6277      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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BERLIN ALEXANDERPLATZ

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Berlin im Zimmer      5 von 5 Punkten
Endlich - 25 Jahre nach der Erstausstrahlung wurde anläßlich der Bienale Fassbinders "Berlin Alexanderplatz" restauriert und wieder aufgeführt.Gleichzeitig gibt die Süddeutsche die restaurierte Fassung in einer umfangreichen DVD-Sammlung zu einem Schnäppchenpreis heraus.
Dabei ist die Restaurierung durchaus als gelungen zu bezeichnen, vor allem die sehr dunkle Ausleuchtung der ursprünglichen Fassung wurde erheblich verbessert.Weiterhin glänzt die Sammlung mit umfangreichen Extras zur Entstehung von Fassbinders Verfilmung.
Innerhalb der Verfilmung wird die Geschichte von Franz Bieberkopf nach der Romanvorlage von Alfred Döblins Berlin-Alexanderplatz erzählt.Fassbinder gelingt es,keine bloße Romanbebilderung abzuliefern,vielmehr lässt er auch hier die schon in seinen früheren Filmen eingeflossenen Erfahrungen als Theaterintendant einfliessen:Er inszeniert Berlin Alexanderplatz als Melodram,in dessen Mittelpunkt die homoerotische Beziehung zwischen Franz und Reinhold gestellt wird;ohne allerdings die Handlung der Romanvorlage außer Auge zu verlieren.
Aus Mangel an Originalschauplätzen wird die Handlung meist ins Innen verlegt,Außenaufnahmen finden nur in der sogenannten Berliner Straße,ein Straßennachbau,der auch für andere Filme genutzt wurde,statt.Berlin wird also ins Zimmer verlegt,ein Zimmer,dessen Bildkader immer gebrochen wird,sei es durch Gitterfenster oder geschickte Licht-Schatten-Einstellungen.In diesem Kammerspiel kommen vor allem anderen die phantastischen Leistungen der Schauspieler zur Geltung:Günther Lamprecht brilliert als Franz Bieberkopf,Gottfried John als dessen Gegenspieler Reinhold und Fassbinders Muse Hanna Schygulla überzeugt als Eva.
Ans Ende der Verfilmung stellt Fassbinder einen Epilog,der eine Phantasmagorie aus traumhaften Bildern und für die Zeit der Erstausstrahlung (1982) unerhörten Bildern beeinhaltet, Fassbinders "Mein Traum von Franz Bieberkopf".
Da der Roman aufgrund seiner Montage-und Collageverfahren schon sehr "filmisch" ist,sperrt er sich auf gewisse Weise gegen eine Verfilmung.Trotzdem zeigt Fassbinder,wie die Verfilmung von Literatur gelingen kann:Indem er sich traut,über die Bebilderung des Stoffes hinaus zu interpretieren und neuzuschöpfen.Bestes Indiz dafür ist die Anfangsszene des Films,in der Fassbinder in einer brillianten,ungeschnittenen Einstellung den Weg Bieberkopfs in die Freiheit inszeniert und somit mit filmischen Mitteln den unvermittelten Einstieg des Romans für den Zuschauer verständlicher macht.
Empfohlen sei die Verfilmung allerdings nur unter dem Hinweis,dass schon das Buch keine "leichte Kost" und die vorliegende Verfilmung keineswegs weniger abstrakt ist.


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Hierankl - Johanna WokalekHierankl
Johanna Wokalek, Barbara Sukowa, Josef Bierbichler

DVD, 27. Januar 2006
     Verkaufsrang: 7649      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Schwarz Weiss Hierankl, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 27.01.06

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Gib mir deine Hand - wir springen      5 von 5 Punkten
Sie hat geglaubt, dass wir unsere Liebe nur retten, wenn wir gemeinsam sterben. Und ich hab' gesagt: Ich tu's nicht. Und da hatte ich begriffen, dass ich sie verloren hatte. Das war Mama.


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Die bleierne Zeit - Jutta LampeDie bleierne Zeit
Jutta Lampe, Barbara Sukowa, Rüdiger Vogler

DVD, 6. Juni 2008
     Verkaufsrang: 6342      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Arthaus Die Bleierne Zeit, USK/FSK: 16+ VÃ-Datum: 06.06.08

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Ein Kapitel deutscher Geschichte      5 von 5 Punkten
Die "Die bleierne Zeit" schildert die Beziehung der beiden Schwestern Juliane (Jutta Lampe) und Marianne Klein (Barbara Sukowa) zueinander. Ihre Kindheit ist vom Zweiten Weltkrieg geprägt, ihre Jugend durchleben und durchleiden sie in der bleiernen Zeit der 50er Jahre. Während die ältere Juliane offen gegen ihre Eltern und Lehrer rebelliert, scheint sich Marianne anzupassen. Devot bezirzt sie den autoritären Vater, einen evangelischen Pfarrer, um ihm Zugeständnisse zu entlocken. In den späten 60er Jahren scheinen sich die Rollen vertauscht zu haben: Juliane ist engagierte Mitarbeiterin bei einer feministischen Frauenzeitschrift, Mariannes gesellschaftspolitisches Engagement führt sie in den Untergrund, u.a. in ein palästinensisches Ausbildungslager, ihren Sohn überlässt sie ihrem Ex-Mann. Nach ihrer Gefangennahme kommt es zu einer intensiven Auseinandersetzung über den richtigen Weg, gesellschaftliche Veränderungen durchzusetzen. Juliane verteidigt ihre pragmatische Einstellung, die zu einer Veränderung in kleinen Schritten führe, Marianne will nicht warten bis sie eine alte Frau ist. Der Tod Mariannes (v.a. der Anblick ihrer entstellten Leiche) wirft Juliane aus der Bahn.
Unschwer sind Parallelen zum Leben von Christiane und Gudrun Ensslin zu erkennen. Tatsächlich lernte Margarethe von Trotta nach dem Tod Gudrun Ensslin deren Schwester Christiane kennen. Nach intensiven Gesprächen mit ihr entwickelte sie die Idee für diese Art Doppelportrait. Jutta Lampe arbeitete intensiv mit Christiane Ensslin zusammen, während bei der Person Mariannes sicherlich mehrere radikale Frauen (u.a. Ulrike Meinhof) Pate gestanden haben.
Wer sich für Mariannes Motivation, ihren Sohn für ihren Kampf aufzugeben oder ihre Einstellung zur Gewalt interessiert, wird enttäuscht werden, im Vordergrund steht die intensive, schwierige Schwesterbeziehung. Hier könnte der einzige Schwachpunkt (wenn es denn überhaupt einer ist) ausgemacht werden: Wer sich mit der Geschichte des Linksterrorismus überhaupt noch nicht auseinandergesetzt hat, wird nur schwer einen Zugang zum Film finden.
Besonders eindrucksvoll sind die schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarstellerinnen. Wenn Sukowa über ihre Isolationshaft redet, läuft es dem Zuschauer eiskalt den Rücken hinunter. Es ist ein leiser Film, die Filmmusik (oft monoinstrumental, Nicolas Economous) hält sich oft zurück, lediglich bei Juliannes Nervenzusammenbruch gibt es plötzlich "große Oper".
Die für mich eindrucksvollste Szene ist die letzte Begegnung der beiden im Gefängnis. Aus Sicherheitsgründen ist eine Glasscheibe zwischen den beiden. Juliane ist gehemmt, kann kaum etwas erzählen, Marianne wirkt unendlich erschöpft, fragt inständig, wann Juliane wieder zu Besuch kommen werde. Für einen Augenblick verweilt Julianes Spiegelbild auf Mariannes Gesicht. Die beiden scheinen für kurze Zeit miteinander zu verschmelzen, ein seltsam surrealer Moment.
Irritierend ist der Schluss des Films, in dem Juliane Beweise für einen Mord an ihrer Schwester sucht, darüber zerbricht auch ihre Liebe zu Wolf (Rüdiger Vogler). Jahre später interessiert sich niemand mehr dafür. Sie nimmt sich vor, Mariannes Sohn von dieser "außergewöhnlichen" (die Wortwahl fanden manche Zuschauer äußerst provokativ) Frau zu erzählen.
Beim Filmfestival in Venedig (1981) erhielt der Film den "Goldenen Löwen", sowie Einzelpreise für die Regie und die beiden Hauptdarstellerinnen.
Als Extras gibt es den Trailer, ein Interview mit Margarethe von Trotta (22 min., angenehm selbstironisch und informativ), ihre Biografie auf Bildtafeln, das Presseheft zum Film als PDF-Datei (allerdings habe ich meinen Computer noch nicht dazu überreden können, diese anzuzeigen, ich bin allerdings kein Profi), sowie mehrere Werbetrailer.
Für mich einer der wichtigsten deutschen Filme der Nachkriegszeit. Gewidmet ist er Christiane Ensslin. Sehr empfehlenswert!


Rosa Luxemburg - Barbara SukowaRosa Luxemburg
Barbara Sukowa, Daniel Olbrychski, Doris Schade

DVD, 11. Juli 2008
     Verkaufsrang: 7701      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Arthaus Rosa Luxemburg -, USK/FSK: oA VÃ-Datum: 11.07.08

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Leben und Sterben einer radikalen Sozialistin      5 von 5 Punkten
1985 drehte Margarethe von Trotta diese Filmbio über die deutsch-polnische Sozialistin Rosa Luxemburg (1870-1919). Die Rahmenhandlung spielt im 1. Weltkrieg, in dem Luxemburg (Barbara Sukowa) überwiegend in Breslau inhaftiert ist. In Rückblenden erinnert sie sich an ihren politischen Kampf an der Seite ihres Mitstreiters und Geliebten Leo Jogiches (Daniel Olbrychski, "Die Blechtrommel"), an ihre Gefangenschaft in Warschau, an die Auseinandersetzungen mit führenden deutschen Sozialdemokraten über die Position der SPD zur Revolution (Hintergrund bildet die russische Revolution von 1905). Ihre radikal-pazifistische Haltung macht sie weit über die Grenzen der SPD bekannt - und zur Zielscheibe des Hasses rechtsgerichteter Kreise. Nach ihrer Haftentlassung im November 1918 bleiben ihr nur noch wenige Wochen, ihre Ziele voranzutreiben. Zusammen mit Karl Liebknecht (Otto Sander) wird sie am 15.1.1919 nach der Niederschlagung des Spartakusaufstandes von Freikorpssoldaten ermordet und anschließend in den Landwehrkanal geworfen.
Die unaufdringliche Regie von Trottas verlässt sich vollkommen auf die herausragende Darstellerin Barbara Sukowas. Dass sie der realen Luxemburg nicht besonders ähnlich sieht, hat man aufgrund ihres nuancierten Spiels bald vergessen. Sie zeigt nicht nur die politische Agitatorin, sondern auch eine humorvolle und leidenschaftliche Frau. Ihre Albereien mit ihrer besten Freundin Louise Kautzky gehören ebenso zu ihr wie ihre spätere Einsamkeit nach dem Zerwürfnis mit Jorges und dem Tod mancher Mitstreiter. Die Zustimmung der SPD zu den Kriegskrediten untergräbt auch ihr vertrauensvolles Verhältnis zu ihrem ehemaligen Mentor Karl Kautzky.
Der Film ist weder chronologiosche Geschichtsstunde, noch "Heldinnenverehrung".
Die Filmhandlung ist sehr verschachtelt, so dass Zuschauer ohne ungefähre Kenntnisse der deutschen Geschichte sich mit dem Film schwertun könnten. Es gibt auch keine erklärenden Zwischentitel oder eingestreuten Jahreszahlen. Die Handlung spielt überwiegend von 1900 bis 1919. Durch ihre z.T. sehr poetischen Briefe erzeugt die Darstellung Luxemburgs zwar sehr viel Wärme, aber auch ihre Unduldsamkeit, ihr beißender Spott (in einer Szene erklärt sie dem entgeisterten Bebel, sie und Clara Zetkin seien die letzten Männer der deutschen Sozialdemokratie) und ihre manchmal fehlende Kompromissbereitschaft werden dargestellt.
Bis in die kleinsten Rollen ist der Film hervorragend besetzt: Jan-Paul Biczycki (Bebel), Doris Schade (Clara Zetkin), Jürgen Holtz (Kautzky) und Charles Brauer (in einer kleinen, aber feinen Rolle als Gefängniswärter in Breslau) um nur einige hervorzuheben.
Der Film ist überwiegend in gedeckten Farben gehalten. Rot taucht selten auf. Der Teppich, über den Luxemburg kurz vor ihrem Tod geführt wird, ist fast wie eine Blutspur, die das 20. Jahrhundert durchziehen wird, das eben nicht das Jahrhundert der Erfüllung werden würde, wie es Bebel in seiner Neujahrsansprache 1900 hoffte. Luxemburg glaubt, lediglich ins Gefängnis gebracht zu werden, als sie erschossen wird. Eine Umkehrung einer Anfangsszene, in der sie eine Scheinhinrichtung in Warschau durchlebt. In der letzen Einstellung ruht die Kamera lange auf dem Landwehrkanal. Die "rote" Rosa ist tot, die Geschichte geht weiter.

Dass der Film so authentisch wirkt, hängt mit der außerordentlich guten Quellenlage zusammen. Über 2300 Briefe sind von Luxemburg erhalten, die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten noch nicht alle veröffentlicht worden waren. Als einer der wenigen Westdeutschen war es von Trotta vergönnt, im Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED zu recherchieren. Glücklicherweise konnte sie eine von der DDR gewünschte Coproduktion vermeiden. Dann wäre es wohl ein ganz anderer Film geworden.

Der Film erhielt zwei Filmbänder in Gold (bester Film, beste Darstellerin), bei den Filmfestspielen in Cannes 1986 erhielt Sukowa den Preis für die beste Darstellerin.

Bild und Ton (deutsches Original mit optionalen Untertiteln) sind sehr gut. Als Extras gibt es ein paar Informationstafeln zu Regisseurin, Produzent und Darstellerin Karin Baal, einige Trailer, Bildgalerien zum Film und zu den Dreharbeiten, sowie zwei Interviews mit von Trotta und Sukowa (20 bzw. 5 min).

Sehr empfehlenswert!


Der Sizilianer - Christopher LambertDer Sizilianer
Christopher Lambert, Terence Stamp, Barbara Sukowa

DVD, 15. Juli 2004
     Verkaufsrang: 7888      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 5,95 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Der Sizilianer musste sich immer am Erfolg und der Qualität des Paten messen lassen und hier konnte das Gespann Michael Cimino und Christopher Lambert gegen Francis Ford Coppola und Marlon Brando nur verlieren. Doch zumindest das Buch, das ebenfalls von Mario Puzo stammt und für den Film von Gore Vidal bearbeitet wurde, braucht sich hinter dem Paten nicht zu verstecken.
Der sizilianische "Robin Hood" Savlvatore Giuliano führt einen blutigen Befreiungskampf gegen Polizei, Mafia, Kirche und Adel, gegen das gesamte Establishment Siziliens also, um die Unabhängigkeit der Insel zu erreichen. Vom Volk geliebt, vom Staat verfolgt, kämpft er auch gegen Verräter in den eigenen Reihen. Zwar kann Ciminos Inszenierung durch schöne Bilder und aufregende Action-Szenen durchaus überzeugen, der Humor des Buches bleibt jedoch vor allem durch Chistopher Lamberts etwas hölzernes Spiel ein wenig auf der Strecke. Dennoch ein gelungener Film. -Peter Grosser


Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)

Lambert sein bester!!!      5 von 5 Punkten
Keine Ahnung was die Leute hier für einen Film gesehen haben.Denke er war zu schwer für manch einer.Der Film ist brilliant,Lambert hat noch nie so überzeugend gespielt,Nebencast ist ebenfalls gut,Score ist gut und melancholisch.Also wenn auch die DVD nicht so berauschend ist gibt es 5 Sterne.


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BRD-Trilogie (3 DVDs) - Hanna SchygullaBRD-Trilogie (3 DVDs)
Hanna Schygulla, Barbara Sukowa, Rosel Zech, Armin Müller-Stahl, Mario Adorf

DVD, 23. August 2005
     Verkaufsrang: 6847      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 24,97 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Arthaus Fassbinder BRD Trilogie, USK/FSK: 16+ VÃ-Datum: 23.08.05

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Fassbinders Nachkriegsdeutschland - 3 Meisterwerke der Filmgeschichte      5 von 5 Punkten
Fast schon eine Seltenheit: eine DVD-Box, in der die enthaltenen Filme tatsächlich zusammen gehören! Die sogenannte BRD-Trilogie von Rainer Werner Fassbinder besteht aus DIE EHE DER MARIA BRAUN, LOLA und DIE SEHNSUCHT DER VERONIKA VOSS. Alle Drei sind filmische Meisterwerke, und obwohl sie alle die Nachkriegsjahre Deutschlands beleuchten, sind sie vollkommen unterschiedlich und zeigen, wie breit das Spektrum des genialen Regisseurs war.
MARIA BRAUN war Fassbinders national und international erfolgreichstes Werk, das sogar von deutschen Kritikern anerkannt wurde (die üblicherweise mit Fassbinders Filmen wenig anfangen konnten). Hanna Schygulla spielt die Maria Braun, die nach Ende des Krieges auf ihren Ehemann wartet und sich aus der Not zum Überleben in eine zielstrebige Selfmade-Woman verwandelt, die konsequent ihren Weg geht. Liebe und Gefühle sind nur Mittel zum Zweck, die Ökonomie steht über allem. Fassbinder schildert das Schicksal der Maria Braun als persönlichen Aufstieg ohne Rücksicht auf Verluste. Die Frau muss sich - ebenso wie das gesamte Land - neu erfinden und ihre Rolle definieren. Politisch und gesellschaftlich ist Maria Brauns Deutschland ein Pulverfass, was in der makaberen Schluss-Sequenz seinen sarkastischen Höhepunkt erreicht.
LOLA spielt in den letzten Jahren der Adenauer-Zeit und ist gleichzeitig Satire und Sittengemälde einer typischen Kleinstadt. Armin Müller-Stahl ist der Saubermann vom Baudezernat, der im friedlichen Coburg nach kurzer Zeit der Hure Lola verfällt und Teil eines korrupten Systems wird, das hinter der heilen Fassade regiert. Mit Bezügen zu Sternbergs BLAUEM ENGEL zeichnet Fassbinder in knallbunten Farben und greller Ausstattung ein düsteres Bild der biederen Gesellschaft, die vom Krieg nichts mehr wissen will und nur noch Macht und Geld im Kopf hat. Barbara Sukowa versucht als Hure Lola Teil dieser feinen Gesellschaft zu werden und trotzdem ihre Identität zu behalten. LOLA ist fantastisches Schauspieler-Kino, ungemein unterhaltsam an der Oberfläche und entlarvend in der Tiefe.
VERONIKA VOSS ist dagegen schwärzestes Kino, eine bittere Tragödie. Rosel Zech spielt Veronika Voss, Filmstar der Nazi-Zeit (angelehnt an UFA-Star Sybille Schmitz), die verzweifelt ein Comeback versucht und von einer dämonischen Ärztin in Drogen-Abhängigkeit gehalten wird. Die Geschichte ist zeitlich zwischen MARIA BRAUN und LOLA angesiedelt. Deutschland ist hier ein Land der Verdrängung, aber die Gespenster der Vergangenheit (wie Untote tauchen Rudolf Platte und Johanna Hofer als Überlebende des Konzentrationslagers auf), die keine Berechtigung im Jetzt haben, sind dennoch allgegenwärtig. Veronika Voss ist auch eines dieser Gespenster, ihre Beseitigung ist Teil einer Gewissens-Säuberung durch die Gewissenlosen. VERONIKA VOSS, einer der außergewöhnlichsten Schwarz/Weiß-Filme aller Zeiten, ist ein großes Meisterwerk des Kinos und trifft tief in Herz und Hirn. Anders als die Trümmerlandschaft von Maria Braun oder der Tanz auf dem Vulkan in LOLA ist VERONIKA VOSS auch ein Film der Resignation und Hoffnungslosigkeit, eine bittere Abrechnung mit der ach so heilen Welt der 50er.
Fassbinders Filme bestechen auch dadurch, dass er keinerlei Rücksichten nimmt, weder auf die Charaktere noch den Zuschauer oder den Massengeschmack (LOLA z.B. ist ein Film voller verlogener und korrupter Charaktere, die heute nicht einmal ansatzweise einen Spielfilm bevölkern dürften). Seine Filme sind ehrlich und konsequent, ohne jeden Kitsch oder Pathetik und großartig in der filmischen Umsetzung und der Schauspielführung. Die BRD-Trilogie ist bestes deutsches Kino - anspruchsvoll, unterhaltsam und bedeutend, so wie es heute leider nicht mehr existiert.

Zur DVD-Box: die Bild- und Tonqualität der vorliegenden Filme ist hervorragend, insbesondere die expressiven Schwarz/Weiß-Bilder von VERONIKA VOSS sind fantastisch aufbereitet. Als Bonus gibt es verschiedene Interviews, die Doku "Eine deutsche Geschichte" (ca. 30 Minuten aus dem 3SAT "Kinomagazin") sowie Trailer und Bildergalerien. Für echte Fassbinder-Fans ist die Box ein Muss, sofern man die Einzel-DVDs nicht schon besitzt.
Ein Tipp für Fans: die amerikanische DVD-Box der BRD-Trilogie aus der Criterion Collection bietet (neben der deutschen Tonspur!) etwas mehr als diese deutsche Box, u.a. sehr gute Audiokommentare zu allen Filmen und eine Dokumentation über den Tod der Sybille Schmitz, die Vorlage für VERONIKA VOSS war.

ein muss      5 von 5 Punkten
Unter den Fassbinder Filmen, die wohl auch international Bekanntesten. Fassbinder und seine Protagonisten Schygulla und Sukova präsentieren Nachkriegsdeutschland in eigentümlicher Detailschärfe. Wer jedoch dann genau hinschauen möchte, wird durch Verfremdungen und kleine filmische Sackgassen iritiert und verwirrt. Das merkwürdige Nebeneinander von Klischees und beeindruckenden Tiefen lassen diese Filme mehr als Unterhaltung sein. Komisches ist oft nur vordergründig lustig und bekommt zumeist etwas Bitteres nebenbei. Wer sich diese Filme mehrmals ansieht kann sich immer wieder auf neue Überraschungen gefasst machen, mit Bekannten aus Frankreich zusammen angeschaut, habe ich aber erlebt, daß man diese Trilogie eher als Dokumentarfilm versteht. Last not least - selber ankucken, einen nach dem anderen mit einwöchiger Pause, ist meine Empfehlung .


M. Butterfly - Jeremy IronsM. Butterfly
Jeremy Irons, John Lone, Barbara Sukowa

DVD, 12. Mai 2006
     Verkaufsrang: 9251      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 12,99 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Warner Home M. Butterfly, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 12.05.06

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Das Wesen der Liebe      5 von 5 Punkten
Basierend auf dem historischen Spionagefall Bernard Boursicot entspinnt David Cronenberg ein bizarres Liebesdrama: Der akkurate französische Diplomat Rene Gallimard (Jeremy Irons) lernt bei einer Opernaufführung die chinesische Sängerin Song Liling kennen. Gefesselt von ihrer Darstellung der Madame Butterfly beginnt er, sie aggresiv zu umwerben. Song Liling ihrerseits/seinerseits ist lediglich (männlicher) Frauendarsteller der Peking-Oper, der im maoistischen China als degeneriert und potentiell konterrevolutionär erachtet wird und deshalb den Diplomaten aushorchen soll, um nicht selbst im Arbeitslager zu enden. Wir befinden uns 1964 am Beginn des Vietnam-Kriegs.
So klischeehaft Gallimards Vorstellungen vom "Wesen" der asiatischen Frau sind (die Musik Puccinis bildet die ideale Projektionsfläche für seine eurozentrierte Sicht), so falsch sind auch seine politischen Einschätzungen, die später auch zu seiner Abberufung aus China führen. Doch damit ist das Liebesdrama noch längst nicht vorbei.
Das eigentlich Erstaunliche ist nicht so sehr die Tatsache, dass Gallimard nicht merkt oder merken will, dass Song Liling ein Mann ist. Der Betrug ist nur möglich, weil Gallimard glauben will, dass sie seine perfekte Butterfly ist. Der Einwand mancher Kritiker, John Lone (als Song Liling) wirke weniger weiblich als beispielsweise Jaye Davidson in Neil Jordans "The Crying Game", so dass der Film unglaubwürdig sei, ist insofern nicht ganz schlüssig. Cronenberg geht es doch nicht um eine seltsame Transvestitengeschichte, sondern um ganz universelle Themen wie Liebe, Betrug, Selbsttäuschung, (sexuelle) Identität.
Wirklich aufregend wird die Beziehung der beiden nach Aufdeckung der Spinagetätigkeit Gallimards. Eigentlich könnte Song Liling, der Gallimard nach Paris gefolgt ist, froh sein, die Maskerade endlich aufgeben zu können. Während er in China wenig skrupulös als Spion arbeitet (besonders haarsträubend die Szene, in der er Gallimard das angebliche gemeinsame Kind präsentiert), entwickelt er sich im Laufe der Zeit zum Liebenden, der ehrlich an der durch die Aufdeckung erzwungenen Trennung leidet. Und Gallimard? Er ist nicht über Song Lilings Spionagetätigkeit enttäuscht. Er jammert nur seinem verlorenen Ideal der aufopfernden Asiatin hinterher. Im Grunde hat er nie einen Menschen, sondern nur ein Bild geliebt. Quälende Frage: Liebt man einen Menschen um seiner selbst willen oder weil er (anscheinend) einer Vorstellung entspricht, die man für liebenswert hält. Oft mag das deckungsgleich sein, was aber passiert, wenn eigene Vorstellung und Liebesobjekt nicht (mehr) deckungsgleich sind? Fällt man da wieder ganz auf sich zurück und hört auf zu lieben?
Das Ende der zunehmend lächerlichen Figur Gallimards ist tragisch, löst aber nicht nur Mitleid, sondern auch Stirnrunzeln aus.
Auch die Nebenrollen sind hervorragend besetzt. Ian Richardson ("Das Kartenhaus") als Gallimards Vorgesetzter verleiht dem Liebesdrama einen Hauch von englischem Agententhriller. Barbara Sukowa als Gallimards Ehefrau ist superb, angesichts der Unbedeutenheit der Rolle eindeutig zu gut besetzt.
Leider ist der Film längst nicht so bekannt wie es ihm gebührt. Er kam fast zeitgleich mit dem nicht minder beeindruckenden "Lebewohl meine Konkubine" (der ein ähnliche Thematik hat) in die deutschen Kinos.
Die Ausstattung der DVD ist schmal. Keine Extras und der entwaffnend ehrliche Hinweis, dass die DVD NICHT digital bearbeitet wurde. Dennoch kann ich es nicht übers Herz bringen, diesem Meisterwerk weniger als 5 Sterne zuzubilligen.


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Lola - Barbara SukowaLola
Barbara Sukowa, Armin Mueller-Stahl, Mario Adorf

DVD, 18. April 2008
     Verkaufsrang: 25634      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 19,99 (versandkostenfrei ab 20 € Bestellwert, Versandbedingungen s.o.)
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Kinowelt Lola, VÃ-Datum: 18.04.08

Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Schöne, bunte, verlogene Adenauer-Zeit...      5 von 5 Punkten
Rainer Werner Fassbinders LOLA ist eine grelle Satire auf die verlogenen Adenauer-Jahre, in denen die Gräueltaten des Krieges kollektiv ausgeblendet wurden und Geld und Korruption regierten. So kommt der Saubermann vom Baudezernat Armin Müller-Stahl ins schöne Coburg, wo er nach kurzer Zeit der Hure Lola verfällt und Teil eines korrupten Systems wird. Ursprünglich wollte Fassbinder mit der Geschichte eine Variante vom BLAUEN ENGEL erzählen, von dieser Idee sind aber nur noch Fragmente vorhanden - der Name Lola ist noch der deutlichste Bezug. Mit diesem Hintergrundwissen kann man allerdings noch viele weitere Details entdecken. An der Oberfläche ist LOLA quietschbunt (das Licht-Design von LOLA ist außergewöhnlich), fröhlich und unglaublich unterhaltsam. Es sind aber die Subtexte und Fassbinders kluge Sicht auf Nachkriegsdeutschland, welche den Film so besonders machen und ihm thematische Tiefe verleihen. So ist LOLA auch ein Film über die Frauen und ihre Suche nach einer Identität in der von Männern dominierten Gesellschaft. Die Hure Lola möchte dazugehören und schafft es auch, selbst wenn sie dafür gleich nach der Hochzeit mit Müller-Stahl mit Adorf ins Bett steigen muss. Er schenkt Lolas unehelicher Tochter dafür das städtische Bordell ("Sie soll es mal besser haben", sagt er dazu). Schöne neue Welt.
Die Schauspieler-Riege ist exzellent. Mario Adorf spielt in seinen Szenen als schmieriger Bauunternehmer ("Du süße Sau", wie Sukowa ihn passend nennt) alle an die Wand, und Barbara Sukowa entgeht mühelos jedem Huren-Klischee in ihrer eigenwilligen Darstellung. Ihre Interpretationen von "Am Tag als der Regen kam" und den "Caprifischern" sind grandiose Nummern (einmal sanft gesungen, einmal herzerfrischend gebrüllt). In Nebenrollen versammelt Fassbinder Stammschauspieler (Hark Bohm, Matthias Fuchs), Filmhelden von früher (Karin Baal) sowie Darsteller aus der TV-Unterhaltung (Elisabeth Volkmann, Helga Feddersen), und er holt das Beste aus allen heraus. Gerade Volkmann und Feddersen haben die ehrlichsten und ergreifendsten Momente im Film. Entzückend auch Rosel Zech als biedere Bürgermeisterfrau, die lieber wieder in der guten alten Zeit leben würde, wo "Haushälterinnen noch nicht mit am Tisch saßen". Fassbinder-Gefährte Günther Kaufmann ist - wie in allen drei Filmen der BRD-Trilogie, zu denen auch MARIA BRAUN und VERONIKA VOSS zählen, als amerikanischer GI zu sehen (komplett mit Marlboro-Zigaretten im Gepäck) und verkörpert die allgegenwärtige Siegermacht.
LOLA ist großes deutsches Kino, wie es (leider) nicht mehr existiert.

Die DVD präsentiert den Film in hervorragender Bildqualität (überwacht von der Fassbinder-Foundation), als Extras gibt es den Trailer und Interviews mit Barbara Sukowa, Xaver Schwarzenberger (Kamera) und Peter Märtesheimer (Drehbuch).


Barbara Sukowa - Im wunderschönen Monat Mai - Barbara SukowaBarbara Sukowa - Im wunderschönen Monat Mai
Barbara Sukowa, Reinbert de Leeuw, Schönerberg Ensemble

DVD, 14. März 2008
     Verkaufsrang: 23678      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 25,95 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Im wunderschönen Monat Mai      5 von 5 Punkten
Angeregt durch die Sendung Echo-Klassik-Preis 2008 habe ich Barbara Sukowas Aufnahme "Im wunderschönen Monat Mai" mit dem Schönberg Ensemble bestellt und soeben gehört. Fast 60 Minuten versank ich in einen Zauber neuartiger Interpretation von Schubert- und Schumann-Liedern, von denen ich glaubte, ich kenne sie. Sauber, klar, modern und durchsichtig instrumentiert und vielleicht dadurch so emotional anrührend. Keine unnötigen Textwiederholungen, die Musik führt verbale Andeutungen zu Ende; und was für ein Klang im Sprechen, welche Kraft und Zärtlichkeit im Singen, wie ich es noch nie so gehört habe. Zum Beispiel dieser Doppelsinn bei dem Wort "Dahin... " in Schumanns "Kennst du das Land?" oder das "Heidenröslein" überraschend gekürzt und emotional mit den Vertonungen Schubert und Schumann verknüpft, oder gar "Der Erlkönig" ... ein verwobenes Miteinander der Instrumente und Sukowas unvergleichliche Darstellungskunst im Gesang. Dank besonders auch Reinbert de Leeuw, der seine "Leier zu ihren Liedern drehte".
(Trotz guter Verständlichkeit wäre eine Textbeilage angebracht.)


M. Butterfly - Jeremy IronsM. Butterfly
Jeremy Irons, John Lone, Barbara Sukowa

Videokassette, 5. Dezember 1994
     Verkaufsrang: 1294     

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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Das Wesen der Liebe      5 von 5 Punkten
Basierend auf dem historischen Spionagefall Bernard Boursicot entspinnt David Cronenberg ein bizarres Liebesdrama: Der akkurate französische Diplomat Rene Gallimard (Jeremy Irons) lernt bei einer Opernaufführung die chinesische Sängerin Song Liling kennen. Gefesselt von ihrer Darstellung der Madame Butterfly beginnt er, sie aggresiv zu umwerben. Song Liling ihrerseits/seinerseits ist lediglich (männlicher) Frauendarsteller der Peking-Oper, der im maoistischen China als degeneriert und potentiell konterrevolutionär erachtet wird und deshalb den Diplomaten aushorchen soll, um nicht selbst im Arbeitslager zu enden. Wir befinden uns 1964 am Beginn des Vietnam-Kriegs.
So klischeehaft Gallimards Vorstellungen vom "Wesen" der asiatischen Frau sind (die Musik Puccinis bildet die ideale Projektionsfläche für seine eurozentrierte Sicht), so falsch sind auch seine politischen Einschätzungen, die später auch zu seiner Abberufung aus China führen. Doch damit ist das Liebesdrama noch längst nicht vorbei.
Das eigentlich Erstaunliche ist nicht so sehr die Tatsache, dass Gallimard nicht merkt oder merken will, dass Song Liling ein Mann ist. Der Betrug ist nur möglich, weil Gallimard glauben will, dass sie seine perfekte Butterfly ist. Der Einwand mancher Kritiker, John Lone (als Song Liling) wirke weniger weiblich als beispielsweise Jaye Davidson in Neil Jordans "The Crying Game", so dass der Film unglaubwürdig sei, ist insofern nicht ganz schlüssig. Cronenberg geht es doch nicht um eine seltsame Transvestitengeschichte, sondern um ganz universelle Themen wie Liebe, Betrug, Selbsttäuschung, (sexuelle) Identität.
Wirklich aufregend wird die Beziehung der beiden nach Aufdeckung der Spinagetätigkeit Gallimards. Eigentlich könnte Song Liling, der Gallimard nach Paris gefolgt ist, froh sein, die Maskerade endlich aufgeben zu können. Während er in China wenig skrupulös als Spion arbeitet (besonders haarsträubend die Szene, in der er Gallimard das angebliche gemeinsame Kind präsentiert), entwickelt er sich im Laufe der Zeit zum Liebenden, der ehrlich an der durch die Aufdeckung erzwungenen Trennung leidet. Und Gallimard? Er ist nicht über Song Lilings Spionagetätigkeit enttäuscht. Er jammert nur seinem verlorenen Ideal der aufopfernden Asiatin hinterher. Im Grunde hat er nie einen Menschen, sondern nur ein Bild geliebt. Quälende Frage: Liebt man einen Menschen um seiner selbst willen oder weil er (anscheinend) einer Vorstellung entspricht, die man für liebenswert hält. Oft mag das deckungsgleich sein, was aber passiert, wenn eigene Vorstellung und Liebesobjekt nicht (mehr) deckungsgleich sind? Fällt man da wieder ganz auf sich zurück und hört auf zu lieben?
Das Ende der zunehmend lächerlichen Figur Gallimards ist tragisch, löst aber nicht nur Mitleid, sondern auch Stirnrunzeln aus.
Auch die Nebenrollen sind hervorragend besetzt. Ian Richardson ("Das Kartenhaus") als Gallimards Vorgesetzter verleiht dem Liebesdrama einen Hauch von englischem Agententhriller. Barbara Sukowa als Gallimards Ehefrau ist superb, angesichts der Unbedeutenheit der Rolle eindeutig zu gut besetzt.
Leider ist der Film längst nicht so bekannt wie es ihm gebührt. Er kam fast zeitgleich mit dem nicht minder beeindruckenden "Lebewohl meine Konkubine" (der ein ähnliche Thematik hat) in die deutschen Kinos.
Die Ausstattung der DVD ist schmal. Keine Extras und der entwaffnend ehrliche Hinweis, dass die DVD NICHT digital bearbeitet wurde. Dennoch kann ich es nicht übers Herz bringen, diesem Meisterwerk weniger als 5 Sterne zuzubilligen.


Wunderbarer Soundtrack von Oscar-Preisträger Howard Shore!      5 von 5 Punkten
Manchmal könnte man denken, der kanadische Oscar-Preisträger Howard Shore (* 1946) hätte nicht schon vor dem Gewinn seiner beiden Acedemy Awards anspruchsvolle Musik komponiert. Offensichtlich ist sein Name mittlerweile so untrennbar mit Peter Jacksons Trilogie-Epos vom Herrn der Ringe (absolut grandios!), verbunden, daß einige (Fans) gar nicht auf die Idee kommen, daß Howard Shore schon eine beachtliche Filmographie - VOR Herr der Ringe! vorzuweisen hatte - Schönes Beispiel gefällig - M. Butterfly - bitteschön!

Titel-Liste

1. M. Butterfly (02:02)
2. Concubine (04:10)
3. Entrance Of Butterfly*/Drunken Beauty** (03:02)
*Composed by G. Puccini, arranged by H. Shore/**Public Domain
4. Dragonfly (03:18)
5. The Great Wall (01:48)
6. Even The Softest Skin (04:39)
7. Sha Jia Bang (02:10)
Public Domain
8. Bonfire Of The Vanities/Cultural Revolution* (03:27)
*Public Domain
9. He Was The Perfect Father (00:53)
10. Are You My Butterfly? (02:18)
11. The Only Time I Ever Really Existed (04:08)
12. What I Loved Was The Lie (01:03)
13. Everything Has Been Destroyed (01:44)
14. Un Bel Di (04:15)
Composed by G. Puccini
15. My Name Is Rene Gallimard (03:35)

Spielzeit der CD => 00:42:32

blinde liebe      5 von 5 Punkten
ich bin ja sowieso fan vom herrn cronenberg-
das hier ist mein lieblingsfilm von ihm !
schauplatz peking während der kulturrevolution:
der französischer diplomat rene gallimard verliebt sich in die chinesische operndiva song liling, die bei einem empfang an der schwedischen botschaft, die arie der (japanerin!!) madam butterfly vorträgt.
song hat erst nur spott für den europäer über, der peinlich wenig ahnung von der chinesischen kultur hat.
für gallimard aber (wie für viele andere europäer auch), verkörpert butterfly das idealbild der weiblichkeit, an das er voll sehnsucht, mit ganzen herzen glauben will ..gallimard verfällt "seiner" butterfly mit haut und haaren ..
der beste film über konsequenten selbstbetrug aus liebe, den ich kenne

Zikade auf dem Zeigefinger      5 von 5 Punkten
Das ist Cronenbergs bester Film, obwohl man sich natürlich darüber streiten kann, ob nicht doch vielleicht "Dead Ringers" diese Zuschreibung verdienen sollte - Jeremy Irons ist in beiden Filmen von absoluter Glaubwürdigkeit, und die hat die Story von "M. Butterfly" auch bitter nötig. Er gibt Gallimard eine spezielle Form der Hochnäsigkeit, die sich mit gnadenloser Naivität paart (entsprungen aus Unwissenheit und dem Festhalten am Mythos China), die den Zuschauer glauben lässt, dass sich ein Intellektueller tatsächlich auf eine Liebesbeziehung mit einem Transvestiten eingeht, ohne auch nur zu ahnen, dass er einen Mann bekuschelt. Die Inszenierung einer Liebe manifestiert das Beharren Gallimards - der spätestens zum Ende hin zu einer zutiefst lächerlichen, ganz am Schluss zu einer tragischen Figur wird - auf einer reinen, höheren Liebe zu einer sich opfernden Ostasiatin, was heute immer noch gerade viele deutsche Thai-Urlauber denken (sich einbilden), wenn sie in Phuket der Familie ihrer "Freundin" vorgestellt werden. Die Vermengung mit einer Kunstfigur (aus der Oper) ist da nur ein Hilfsmittel für den französischen Botschaftsmitarbeiter, der von nichts eine Ahnung hat und vielleicht auch gar nicht haben will. Die gleitende Kamera von Cronenberg-Freund Suschitzky, die schönen Bilder, die an Puccini gemahnende Musik von Howard Shore, der hervorragende Vorspann (mit chinesischen Requisiten, die von oben nach unten fallen), die androgyne Darstellung von John Lone, das Gesicht von Irons, immer wieder das Gesicht - wer kann schon so viel mit seinem Gesicht ausdrücken wie dieser Schauspieler? Die Sequenz im Gefängniswagen am Schluss ist natürlich eine Konfrontationssituation, wie sie sich in der Realität wohl kaum ergeben kann, aber ein schöner Kniff, um zu zeigen, dass Gallimard das "Begreifen" nicht ertragen kann - er hat eine Lüge geliebt (oder anders: sich eine Liebe imaginiert, die nie existiert hat). Wenn Sie das alles hier lesen und denken, dass ich zu viel verrate: Nein, tue ich nicht. Denn ich kann Ihnen nicht beschreiben, warum der Film tatsächlich funktioniert, und dass John Lone ein Mann ist, dürfte bekannt sein. Sie müssen es sehen! Zur Zikadensequenz: Sie illustriert fast ohne Worte, dass sich Herr Weißnix in einem Traum von China befindet - die Seltsamkeit des Insekts, des Zikadensammlers, die schwüle Nacht (nach der Liebeserklärung), das ist eine wunderbare Illustration seiner Stimmung. Ein unsympathischer Idiot (mit einer noch unsympathischeren Ehefrau, gespielt von Barbara Sukowa), der einem irgendwie leid tut. Besondere Extras darf man von der DVD jedoch nicht erwarten, schon "Dead Ringers" (deutsch: "Die Unzertrennlichen") bietet da nichts und wartet sogar mit Fehlern und Knistern auf der Tonspur auf - leider deshalb keine Empfehlung für den Zwillings-Film (deutsche Version).


Romance And Cigarettes [UK IMPORT] - James GandolfiniRomance And Cigarettes [UK IMPORT]
James Gandolfini, Elaine Stritch, David Thornton, Barbara Sukowa, Susan Sarandon

DVD, 17. Juli 2006
     Verkaufsrang: 29949      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 20,99 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Schräger gehts nicht - Kult!      5 von 5 Punkten
Super Film, hat mir und meinem Freund sehr gut gefallen.

Ich habe mir dieses rotzfreche Filmchen vor allem wegen Kate Winslet gekauft (Winslet schießt hier in ihrer Rolle der liebstollen Tula den Vogel ab - ein Feuerwerk der Obszönitäten!).

Überzeugt hat mich dann der gesamte Film, das ganze Ensemble. Susan Sarandon, James Gandolfini, Christopher Walken, Mandy Moore... alle toll besetzt bis in die kleinste Nebenrolle. Der Film fängt mit dem superschrägen Romance-Teil an, in dem viel gesungen wird. Hier sind sie Szenen teilweise so absurd, dass man ungläubig mit dem Kopf schüttelt oder einfach losprusten muss. Die Schauspieler sind hier wirklich sehr mutig! Eine tolle Szene: Susan Sarandon singt "Piece of My Heart" mit dem Kirchenchor!

Am Schluss, dem Cigarettes-Part, schlägt der Film dann weitaus leisere Töne an und es wird kaum noch gesungen. Grandiose Unterwasser-Szene: Kate Winslet singt "Under Here"!

Ein Kultfilm, 100% Entertainment, sehr speziell, vielleicht nicht für jedermann.

Gute Idee, schwacher Plot!      3 von 5 Punkten
Romance And Cigarettes ist eine Art moderner Musikfilm, in dem allseits bekannte Oldies in verschiedenen Szenen gespielt werden und wozu dann die Schauspieler zusammen mit der originalen Liedstimme mitsingen und tanzen. Diese Musikszenen sind auch das beste am Film. Die Tanzeinlagen sorgen für eine ordentliche Portion Humor und geben dem Film einen gewissen Charm.
Allerdings ist die Handlung ziemlich mangelhaft und überspielt den Mangel an tiefsinnigen und gekonnt humorösen Dialogen mit derber Sprache.
Die Geschichte des Films dreht sich um eine Ehekrise, ausgelöst durch das Fremdgehen des Mannes. Nebenhandlungen gibt es dabei eigentlich keine und alles dreht sich um die Ehemisere, die als einzige Ausschmückung die Musikeinlagen enthält, aber sonst nichts weiter.
Als Fazit gilt also: die Idee an sich ist ziemlich gut und wenn alles nur noch mit einem etwas besseren Skript ausgestattet wurden wäre, dann hätte der Film ein echter Burner werden können. So aber fällt die Leistung eher schwach aus und landet nur aufgrund der originellen Idee noch gerade so im Mittelfeld.
Wer allerdings Christopher Walken ziemlich gut findet, wird um diesen Film nicht drumrum kommen. Ich finde ihn in diesem Film echt köstlich!


Rosa Luxemburg - Barbara SukowaRosa Luxemburg
Barbara Sukowa, Daniel Olbrychski, Doris Schade

Videokassette, 15. April 2002
     Verkaufsrang: 2385     

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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Ein großartiger Film über eine großartige Frau      5 von 5 Punkten
Ein toller Film, gut recherchiert und glänzend gespielt mit einer überragenden Barbara Sukowa als Rosa Luxemburg. Der Film beschäftigt sich zwar zu einem Gutteil mit Luxemburgs Privatleben, vergisst aber nicht, die politische Situation in Polen und Deutschland vor, während und nach des 1. Weltkrieges zu schildern. Er zeigt eine starke, lebensfrohe Frau die sich nicht unterkriegen lässt und trotz aller Schikanen weiter ihren Weg geht um für die Ideale eines echten Sozialismus zu kämpfen. Eines Sozialismus, der nichts am Hut hat mit sozialdemokratischer Anpassung im "Westen" oder stalinistischer Degeneration im "Osten". Die Diskussionen innerhalb der deutschen Sozialdemokratie über Massenstreik, Parlamentarismus und Militarismus, die Kontroversen der "roten Rosa" mit führenden Sozialdemokraten wie August Bebel, Eduard Bernstein oder Karl Kautsky und ihr gemeinsamer Kampf mit Karl Liebknecht und Clara Zetkin - all das weiß der Film überzeugend und absolut spannend dazustellen. Einzig und allein die Verwendung historischer Aufnahmen hätte nicht gar so sparsam ausfallen müssen. Dafür jagen die flammenden Reden der brillanten Rhetorikerin dem Zuschauer/der Zuschauerin Schauer über den Rücken. Rosa Luxemburg meinte einmal: In Anlehung an einen berühmten Ausspruch Rosa Luxemburgs meine ich: Dieser Film ist großartig, alles andere ist Quark.


Die bleierne Zeit - Jutta LampeDie bleierne Zeit
Jutta Lampe, Barbara Sukowa, Rüdiger Vogler

Videokassette, 18. März 1997
     Verkaufsrang: 2720     

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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Herausragend      5 von 5 Punkten
Bedrückend und gleichzeitig hochspannend erzählt Margarete von Trotta hier die Geschichte von Gudrun Ensslin; ihren Weg aus dem elterlichen Pfarrhaus in die RAF und schließlich in den Untergrund. Beklemmend wird hier die "bleierne Zeit" der 50er und 60er Jahre geschildert, die geistige Enge im Elternhaus, die Verdrängung der Verbrechen der Nazi-Zeit, die Nichtbearbeitung der "deutschen" Schuld und wie ein junges Mädchen dies realisiert und am Ende daran zerbricht. Eindringlich wird der Weg der "braven Tochter aus gutem Hause" in die Terrorszene geschildert. Margarete von Trotta beleuchtet die vielen Facetten der Protagonistin, ihre Widersprüchlichkeit und innere Zerissenheit; gibt aber gleichzeitig dem Zuschauer immer genügend Raum, eine eigene Stellung einzunehmen. Einer der wichtigsten deutschen Filme überhaupt.


Liebe, Lügen, Leidenschaften (Teile 1-6) (3 DVDs) - Maximilian SchellLiebe, Lügen, Leidenschaften (Teile 1-6) (3 DVDs)
Maximilian Schell, Barbara Sukowa, Rosemarie Fendel

DVD, 5. März 2004
     Verkaufsrang: 36965     

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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)

Denverclan auf deutsch      3 von 5 Punkten
Nach dem dritten Teil war die Saga eigentlich zu Ende. Ganz toll die Schauspieler, wobei mir Valerie zu jung vorkam. Aber dennoch habe ich 6 Folgen lang mit Albert gelitten. Er hat Alpha wirklich verdient. Beide passen 100 % zusammen: erst die Firma dann der Rest.
Ein zweites Mal schaue ich mit die Serie aber nicht mehr an.

Ein überwältigender Film...      5 von 5 Punkten
Der Film "Liebe, Lügen, Leidenschaften" ist ein Meisterwerk. Intrigen und Lügen und ganz viel Liebe sind in diesem Film das Hauptthema. Stars wie Rosemarie Fendel, Barbara Wussow und Christian Kohlund bezaubern einen als Zuschauer. Dieser Film ist einer der genialsten Filme aller deutschen Fernsehproduktionen. Den muss man einfach gesehen haben!!!

Super Romantisch      5 von 5 Punkten
Bei diesem Mehrteiler haben Sie die Garantie, das sie immer weiter schAuen wollen. Man kommt garnicht davon los. Super Schauspieler und einfach so so so romantisch.

Grandioses Werk!!!      5 von 5 Punkten
Bin total begeistert, wahnsinnig spannend, grandiose Schauspieler und sehr sehenswert. Man nimmt die Liebe, die Lügen und die Leidenschaften total in sich auf, man fühlt mit den Menschen mit; Trauer, Glück und manchmal auch großen Ärger, obwohl es "nur" ein Film ist... Unbeschreiblich, wie einem dabei die Gefühle durcheinander geraten. WOW, kann ich nur sagen, das geht voll unter die Haut! Darum verdiente 5 Sterne!!!


Deadly Game - Die Jäger - Helmut BergerDeadly Game - Die Jäger
Helmut Berger, Mel Ferrer, Barbara Sukowa

DVD, 10. Mai 2007
     Verkaufsrang: 49120      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

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Daniela erschoss vor Jahren ihren Mann auf der Jagd, weil sie eine Affäre mit dem Jagdhüter Boris hatte. Dieser half ihr, den Mord als Jagdunfall zu kaschieren. Inzwischen ist Daniela mit dem Diplomaten Stephan Matthisens verheiratet, der von ihrer Vergangenheit nichts weiß. Als die Matthisens in der Hohen Tatra (Tschechoslowakei) auf die Jagd gehen, gibt es ein Wiedersehen zwischen Daniela und ihrem ehemaligen Geliebten. Vor dem Hintergrund der Jagd entwickelt sich erneut eine Dreiecksbeziehung mit tödlichem Ausgang.



Homo Faber - Sam ShepardHomo Faber
Sam Shepard, Julie Delpy, Barbara Sukowa

Videokassette, 1. September 1992
     Verkaufsrang: 9311     

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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)

würd ich nomma gucken du...      3 von 5 Punkten
Schlöndorffs Interpretation des Romans Homo Faber von Max Frisch ist trotz einiger Aspekte überzeugend. Die Persönlichkeit der Hauptcharaktere, wie zum Beispiel die Anhänglichkeit Sabeths und Hannas einnehmende Art werden im Film gut dargestellt.
Auch der emotionale Wandel Fabers ist deutlich zu sehen. Generell wird Faber von Sam Shepard sehr gut verkörpert. Und dennoch fehlen wichtige Aspekte wie der zweite Berichtsteil Fabers und seine übertriebene Körperhygiene, unter die auch sein ständiges Rasieren fällt. Die wichtigste Szene, der Schlangenbiss Sabeths und der Sturz auf den Stein, welcher zum Tod durch Schädelbasisbruch führte, wird im Film völlig neu interpretiert und in meinen Augen auch verfälscht, da Faber selbst keine Schuld trägt wie es im Buch der Fall ist.
Alles in allem eine gute Umsetzung dieses deutschen Klassikers.

Filmkritik      2 von 5 Punkten
Die Verfilmung des Buches Homo Faber von Max Frisch würde ich auf einer Skala von 5 möglichen Sternen mit 2 bewerten. Die Schauspieler sind gut gewählt, weil sie sich sehr gut in ihre individuelle Rolle hineinversetze. Ausschlaggebend für meine geringe Bewertung ist der Vergleich zum Buch, das zuvor gelesen habe. Dabei wird deutlich, dass viele Dinge wie zum Beispiel das häufige Rasieren einfach weggelassen werden. Der im Buch beschriebene Krankenhausaufenthalt Fabers wird im Film ausgelassen. Szenen, die im Buch sehr ausführlich beschrieben werden, sind dagegen im Film oberflächlich oder teilweise ungenau dargestellt. Die entscheidende Szene, als Sabeth von einer Schlange gebissen wird und anschließend mit dem Hinterkopf auf einen Stein stürzt, wird im Buch ganz anders wiedergegeben. Sabeth wird zwar von einer Schlange gebissen, fällt jedoch nicht nur auf einen Stein, sondern ist erschrocken als Faber nackt aus dem Meer kommt, sodass weiter zurückweicht und anschließend in die Tiefe stürzt.
Obwohl die Schauspieler gut ausgesucht wurden, werden einige Szenen im Film unrealistisch gespielt, wie zum Beispiel die Notlandung in der Wüste, bei der die Figuren Mittags trotz der enormen Hitze nicht schwitzen, sondern völlig entspannt Schach spielen.
Im Buch wird die Schuld an Sabeths Tod eindeutig auf Faber geschoben. Dadurch dass er die Szene zwei Mal unterschiedlich erzählt, macht er dem Leser den Eindruck, dass er die Schuld für ihren Tod trägt. Der Film macht jedoch den Eindruck, dass er an ihrem Tod nicht Schuld sei.
Mein Fazit:
Hätte man sich genauer am Buch orientiert und daraus folgend die Schlüsselszenen richtig dargestellt, wäre meine Beurteilung besser ausgefallen. Um dieser Verfilmung den letzten Schliff zu geben, müsste man die Drehorte realistischer gestalten.


Buch-/Filmvergleich      3 von 5 Punkten
Die Vorkenntnisse aus dem Buch Homo Faber von Max Frisch führen uns zu dem Entschluss, dass die gleichnamige Verfilmung wegen der Ungenauigkeiten gegenüber dem Buch nicht sehr gelungen ist. Zwar spiegeln die Schauspieler die Hauptcharaktere des Buches gut wider, jedoch kommt es zu Verwirrungen, da der Regisseur einige Handlungen verändert: Zum einen fehlt der komplette zweite Bericht, in dem es um die Krankheit Fabers geht, die im Film kaum erwähnt wird. Es gibt zwar Andeutungen wie z.B. die Szene im Treppenhaus, wo Faber sich den Bauch reibt und inne hält, doch was später ist, bleibt fraglich. Des Weiteren werden auch Handlungen hinzugefügt, die das Verhältnis Fabers zu Frauen aufzeigt, da er mit der Stewardess im Flugzeug flirtet. Außerdem wird im Film der Dschungelaufenthalt verkürzt, was wir positiv finden, da es im Buch viel zu lange beschrieben und eklig dargestellt wird, somit wird es für den Leser schnell uninteressant und unangenehm. Ebenso wird Faber im Film keine Schuld an Sabeths Tod gegeben, da sie durch den Schlangenbiss auf den Stein gefallen ist und durch den Aufprall auf den Hinterkopf an einem Schädel-Basisbruch gestorben ist.
Im ganzen war der Film aber doch ansehenlich.

Literarische Verfilmung oder Flopp      2 von 5 Punkten
Wir würden dem Film Homo Faber mit zwei von fünf Sternen bewerten.
An erster Stelle ist zu erwähnen, dass die Wahl der Schauspieler gut getroffen wurde. Sam Shepard bringt die Rationalität Walther Fabers gut mit seiner Mimik zum Ausdruck. Jedoch erscheint diese manchmal etwas übertrieben, z.B. als er beim Flugzeugabsturz anfängt die Zeitung zu lesen während andere in Panik geraten.
Vergleicht man das Buch mit dem Film, stellt man fest, dass es zwischen beiden große Differenzen gibt, so fehlen z.B. ganze essentielle Passagen des Buches im Film (vgl. Szene in Kuba, Fabers Krankheit). Desweiteren sind Abschnitte dem Film hinzugefügt, die im Buch nicht erwähnt sind, z.B. die Stewardess, die Faber umschwärmt.
Die Szene in der Wüste wird schlecht umgesetzt, da sie sehr unrealistisch erscheint (vgl. Absturz im Film, Fabers Gelassenheit im Flugzeug übertrieben dargestellt). Außerdem wird Elisabeths Unfall so dargestellt, dass es dem Ganzen einen anderen Sinn verleiht, so kann man im Film Faber aufgrund des Unfallhergangs keine Schuld zuweisen.
Insgesamt finden wir, dass die Umsetzung des Filmes hätte besser gestaltet werden können, z.B. die Schuldfrage Fabers bie Sabeths Tod...

Die Vernichtung eines vernichteten Kulturwerkes      1 von 5 Punkten
Die Darstellung des Romans Homo Faber: Ein Bericht" von dem, von mir als inkompetent beurteilten Buchautors Max Frisch, in Form des Mediums der bewegten Bilddarstellung erweißt sich mir als suboptimal. Dies begründet sich aus den folgenden Gesichtspunkten.
Das obig genannte Werk ist exorbitant bild astig, was sich zum Nachteil des rhetorischen Segments der Verfilmung auswirkt. Des Weiteren ist die Umsetzung des Buches eher inkonsequent von statten gegangen als dem gegebenen Pfad Frischs zu folgen. Die Charakterzüge der Charaktere sind gezwungen stark dargestellt, nicht vorhanden oder Falsch (nach Buchvorlage). Dazu sind starke Schwankungen in der Schauspielkunst der Protagonisten zu erkennen. Die Kulissen erweisen sich selbst dem Laien als minderwertig und plump (Wüste). Dem nicht genug nimmt sich der Regisseur das Recht vorweg den gesamten zweiten Teil des Buches aus der Verfilmung zu entbinden.

Das Werk ist nicht empfehlenswert.


 Weitere Kundenmeinungen


Homo Faber - Sam ShepardHomo Faber
Sam Shepard, Julie Delpy, Barbara Sukowa, Dieter Kirchlechner, Tracy Lind

Videokassette
     Verkaufsrang: 4727     

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Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)

würd ich nomma gucken du...      3 von 5 Punkten
Schlöndorffs Interpretation des Romans Homo Faber von Max Frisch ist trotz einiger Aspekte überzeugend. Die Persönlichkeit der Hauptcharaktere, wie zum Beispiel die Anhänglichkeit Sabeths und Hannas einnehmende Art werden im Film gut dargestellt.
Auch der emotionale Wandel Fabers ist deutlich zu sehen. Generell wird Faber von Sam Shepard sehr gut verkörpert. Und dennoch fehlen wichtige Aspekte wie der zweite Berichtsteil Fabers und seine übertriebene Körperhygiene, unter die auch sein ständiges Rasieren fällt. Die wichtigste Szene, der Schlangenbiss Sabeths und der Sturz auf den Stein, welcher zum Tod durch Schädelbasisbruch führte, wird im Film völlig neu interpretiert und in meinen Augen auch verfälscht, da Faber selbst keine Schuld trägt wie es im Buch der Fall ist.
Alles in allem eine gute Umsetzung dieses deutschen Klassikers.

Filmkritik      2 von 5 Punkten
Die Verfilmung des Buches Homo Faber von Max Frisch würde ich auf einer Skala von 5 möglichen Sternen mit 2 bewerten. Die Schauspieler sind gut gewählt, weil sie sich sehr gut in ihre individuelle Rolle hineinversetze. Ausschlaggebend für meine geringe Bewertung ist der Vergleich zum Buch, das zuvor gelesen habe. Dabei wird deutlich, dass viele Dinge wie zum Beispiel das häufige Rasieren einfach weggelassen werden. Der im Buch beschriebene Krankenhausaufenthalt Fabers wird im Film ausgelassen. Szenen, die im Buch sehr ausführlich beschrieben werden, sind dagegen im Film oberflächlich oder teilweise ungenau dargestellt. Die entscheidende Szene, als Sabeth von einer Schlange gebissen wird und anschließend mit dem Hinterkopf auf einen Stein stürzt, wird im Buch ganz anders wiedergegeben. Sabeth wird zwar von einer Schlange gebissen, fällt jedoch nicht nur auf einen Stein, sondern ist erschrocken als Faber nackt aus dem Meer kommt, sodass weiter zurückweicht und anschließend in die Tiefe stürzt.
Obwohl die Schauspieler gut ausgesucht wurden, werden einige Szenen im Film unrealistisch gespielt, wie zum Beispiel die Notlandung in der Wüste, bei der die Figuren Mittags trotz der enormen Hitze nicht schwitzen, sondern völlig entspannt Schach spielen.
Im Buch wird die Schuld an Sabeths Tod eindeutig auf Faber geschoben. Dadurch dass er die Szene zwei Mal unterschiedlich erzählt, macht er dem Leser den Eindruck, dass er die Schuld für ihren Tod trägt. Der Film macht jedoch den Eindruck, dass er an ihrem Tod nicht Schuld sei.
Mein Fazit:
Hätte man sich genauer am Buch orientiert und daraus folgend die Schlüsselszenen richtig dargestellt, wäre meine Beurteilung besser ausgefallen. Um dieser Verfilmung den letzten Schliff zu geben, müsste man die Drehorte realistischer gestalten.


Buch-/Filmvergleich      3 von 5 Punkten
Die Vorkenntnisse aus dem Buch Homo Faber von Max Frisch führen uns zu dem Entschluss, dass die gleichnamige Verfilmung wegen der Ungenauigkeiten gegenüber dem Buch nicht sehr gelungen ist. Zwar spiegeln die Schauspieler die Hauptcharaktere des Buches gut wider, jedoch kommt es zu Verwirrungen, da der Regisseur einige Handlungen verändert: Zum einen fehlt der komplette zweite Bericht, in dem es um die Krankheit Fabers geht, die im Film kaum erwähnt wird. Es gibt zwar Andeutungen wie z.B. die Szene im Treppenhaus, wo Faber sich den Bauch reibt und inne hält, doch was später ist, bleibt fraglich. Des Weiteren werden auch Handlungen hinzugefügt, die das Verhältnis Fabers zu Frauen aufzeigt, da er mit der Stewardess im Flugzeug flirtet. Außerdem wird im Film der Dschungelaufenthalt verkürzt, was wir positiv finden, da es im Buch viel zu lange beschrieben und eklig dargestellt wird, somit wird es für den Leser schnell uninteressant und unangenehm. Ebenso wird Faber im Film keine Schuld an Sabeths Tod gegeben, da sie durch den Schlangenbiss auf den Stein gefallen ist und durch den Aufprall auf den Hinterkopf an einem Schädel-Basisbruch gestorben ist.
Im ganzen war der Film aber doch ansehenlich.

Literarische Verfilmung oder Flopp      2 von 5 Punkten
Wir würden dem Film Homo Faber mit zwei von fünf Sternen bewerten.
An erster Stelle ist zu erwähnen, dass die Wahl der Schauspieler gut getroffen wurde. Sam Shepard bringt die Rationalität Walther Fabers gut mit seiner Mimik zum Ausdruck. Jedoch erscheint diese manchmal etwas übertrieben, z.B. als er beim Flugzeugabsturz anfängt die Zeitung zu lesen während andere in Panik geraten.
Vergleicht man das Buch mit dem Film, stellt man fest, dass es zwischen beiden große Differenzen gibt, so fehlen z.B. ganze essentielle Passagen des Buches im Film (vgl. Szene in Kuba, Fabers Krankheit). Desweiteren sind Abschnitte dem Film hinzugefügt, die im Buch nicht erwähnt sind, z.B. die Stewardess, die Faber umschwärmt.
Die Szene in der Wüste wird schlecht umgesetzt, da sie sehr unrealistisch erscheint (vgl. Absturz im Film, Fabers Gelassenheit im Flugzeug übertrieben dargestellt). Außerdem wird Elisabeths Unfall so dargestellt, dass es dem Ganzen einen anderen Sinn verleiht, so kann man im Film Faber aufgrund des Unfallhergangs keine Schuld zuweisen.
Insgesamt finden wir, dass die Umsetzung des Filmes hätte besser gestaltet werden können, z.B. die Schuldfrage Fabers bie Sabeths Tod...

Die Vernichtung eines vernichteten Kulturwerkes      1 von 5 Punkten
Die Darstellung des Romans Homo Faber: Ein Bericht" von dem, von mir als inkompetent beurteilten Buchautors Max Frisch, in Form des Mediums der bewegten Bilddarstellung erweißt sich mir als suboptimal. Dies begründet sich aus den folgenden Gesichtspunkten.
Das obig genannte Werk ist exorbitant bild astig, was sich zum Nachteil des rhetorischen Segments der Verfilmung auswirkt. Des Weiteren ist die Umsetzung des Buches eher inkonsequent von statten gegangen als dem gegebenen Pfad Frischs zu folgen. Die Charakterzüge der Charaktere sind gezwungen stark dargestellt, nicht vorhanden oder Falsch (nach Buchvorlage). Dazu sind starke Schwankungen in der Schauspielkunst der Protagonisten zu erkennen. Die Kulissen erweisen sich selbst dem Laien als minderwertig und plump (Wüste). Dem nicht genug nimmt sich der Regisseur das Recht vorweg den gesamten zweiten Teil des Buches aus der Verfilmung zu entbinden.

Das Werk ist nicht empfehlenswert.


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