|
| DVDs: Hanna Schygulla | Kundenmeinungen Kurzbeschreibungen Inhaltsangaben | |
Auf der anderen Seite (Einzel-DVD) Baki Davrak, Nursel Köse, Tuncel Kurtiz, Hanna Schygulla, Patrycia Ziolkowska DVD, 29. Februar 2008 Verkaufsrang: 2248 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden AUF DER ANDEREN SEITE
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Weiter so Fatih Akin 5 von 5 Punkten In Bremen lebt der Türke Ali Aksu. Auf der Suche nach Liebe trifft er auf die Prostituierte Yeter Öztürk. Nachdem Yeter von türkischen Fundamentalisten aufgefordert wurde ihren Job aufzugeben, entschließt sie das Angebot Alis anzunehmen und bei ihm zu wohnen. Im Hinterkopf Yeters schlummert ihre Tochter Ayten.
Ali hat einen Sohn. Nejat Aksu ist Literaturprofessor. Zunächst ist er alles andere als begeistert, als er Yeters Geschichte erfährt. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ist sowieso sehr gespannt.
Im Rausch schlägt Ali Yeter. Sie stürtzt und fällt äußerst unglücklich. Ali landet im Gefängnis. Nejat überführt die Tote in die Türkei. Dort will er die Tochter von Yeter ausfindig machen.
Ayten Öztürk ist Anhängerin der Agitprop-Bewegung in Istambul. Bei einer misslungen Aktion werden viele Mitglieder der Bewegung verhaftet. Ayten flüchtet nach Deutschland um ihre Mutter zu finden. Als Illegale lernt sie die Studentin Lotte Staub kennen. Diese nimmt sie mit zu sich nach Hause. Doch ihre Mutter Susanne ist alles andere als begeistert. Als Ayten nach einer Routinekontrolle erwischt wird, wird sie in die Türkei abgeschoben. Lotte will ihrer neuen Freundin helfen. Deshalb reist sie in die Türkei. Es wird Lottes letzte Reise werden.
Wird Lotte Ayten helfen können? Kann Nejat seinem Vater Ali verzeihen? Wie verarbeiten die Protagonisten ihr Schicksal?
Der Film verflechtet in genialer Weise verschiedene Einzelschicksale. Mit immenser Wucht inszeniert Fatih Akin ein weiteres Meisterwerk. Wollen wir Akin aus rein subjektiver Sicht kleine Makel an Perfektion wie z.B. bei der spiegelverkehrten Überführung des Sarges die erneute Verwendung von Turkish Airlines, nachsehen. Der Film ist einfach zu gut, als dass man sich über solche Marginalien mokieren kann.
Weitere Kundenmeinungen |
Auf der anderen Seite (Special Edition, 2 DVDs) Baki Davrak, Nursel Köse, Tuncel Kurtiz, Hanna Schygulla, Patrycia Ziolkowska DVD, 29. Februar 2008 Verkaufsrang: 3186 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden AUF DER ANDEREN SEITE S.E.
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 6 Bewertungen)
Absolut genial! 5 von 5 Punkten Dieser Film ist einfach in jeder Beziehung absolut genial!
Grosse Gefühle, tiefe Emotionen, herrlich menschliche Verhaltensweisen, schöne Bilder, wundervolle Musik, tolle Schauspieler - und eine tolle Geschichte... Ein mehr als sehenswertes Meisterwerk.
Weitere Kundenmeinungen |
Fontane - Effi Briest Hanna Schygulla, Ulli Lommel DVD, 24. Mai 2005 Verkaufsrang: 2356 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Die erst 17-jährige Effi Briest wird mit dem deutlich älteren Baron Geert von Innstetten verheiratet. Doch ihre Ehe ist lieblos, da sich der Baron nur für seine Karriere interessiert und Effi keinerlei Zärtlichkeiten entgegenbringt. Um ihrem langweiligen Alltag zu entfliehen, beginnt Effi eine Beziehung zu dem verheirateten Freund ihres Mannes, Major Crampas. Als sie mit von Innstetten nach Berlin zieht, endet die Liason. Sechs Jahre später findet der Baron zufällig Crmpas' damalige Liebesbriefe und fordert den Major zum Duell...
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Für Kenner der Romanvorlage empfehlenswert! 4 von 5 Punkten Die Verfilmung von Theodor Fontanes „Effi Briest“, produziert von Rainer Werner Fassbinder ist der Originalvorlage sehr ähnlich. Atmosphäre, Personen und Handlung werden getreu der Romanvorlage dargestellt. Dies wird ebenfalls in den zum Teil von den Schauspielern wortwörtlich wiedergegebenen Dialogen deutlich. Darüber hinaus benutzt der Regisseur dramaturgische Mittel wie Kleidung, Farben und Frisuren, um die Atmosphäre noch authentischer werden zu lassen. Da Fassbinder die triste und monotone Atmosphäre des Buches auf die Leinwand gebracht hat, erscheint der Film wenig unterhaltsam. Wirklich störend sind jedoch die vom Erzähler eingeschobenen Textpassagen, die in der eigentlichen Handlung keinen Platz finden. Abschließend ist zu sagen, dass der Film für all diejenigen zu empfehlen ist, die die Romanvorlage kennen und sich eine authentische Verfilmung des Buches wünschen.
Weitere Kundenmeinungen |
Die blaue Grenze Antoine Monot jr., Beate Bille, Dominique Horwitz, Hanna Schygulla DVD, 16. November 2006 Verkaufsrang: 11377 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Eigenartige Stimmung 5 von 5 Punkten Habe diesen Film gerade auf ARD gesehen und bin begeistert. Natürlich kann die Stimmung und die karge Landschaft (meine Heimat) und die Jahreszeit einen in eine Depression fließen lassen... ich finde allerdings das ein ganz besonderer Humor alle traurige, trostlose Stimmung zeitweise verschwinden lässt und einem zur rechten Zeit zum Schmunzeln bringt. Toller Film!
Ein typisches deutsches Drama: sehr viel Traurigkeit reißt den Zuschauer in Depressionen! 4 von 5 Punkten Wie viele deutsche Dramen so sind, ist auch "Die blaue Grenze" ein Film, der es durch sehr gute Schauspielerleistungen (u.a. Antoine Monot jr., Beate Bille, Dominique Horwitz) schafft, eine umfassende Stimmung von Traurigkeit aufzubauen. Hierdurch wird eine dermaßen sinnlos wirkende Welt erschaffen, die beim Zuschauer schon beinahe Depressionen auslöst! In diesem Streifen kommen zusätzlich noch schwacher Humor und ein Schuss Fantasie dazu, die es aber trotzdem nicht schaffen, den Film zu einem Top-Movie werden zu lassen!
Fazit: Trauriges Drama nach deutschen Stärken - durchaus sehenswert! |
Berlin Alexanderplatz (6 DVDs) Hanna Schygulla, Barbara Sukowa, Günter Lamprecht, Peer Raben DVD, 10. Februar 2007 Verkaufsrang: 5009 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Ausleuchtung einer Jugenderinnerung 4 von 5 Punkten Rainer Werner Fassbinder war 14 Jahre alt, als er dem Roman »Berlin Alexanderplatz« von Alfred Döblin begegnete. Ich war 14 Jahre alt, als die Verfilmung im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Egal ob Film oder Buch: Es geht um nicht weniger als um eine neue Art, auf die Welt zu sehen im Irgendwo zwischen Nietzsche und Joyce.
Die Fernsehserie - und auch die nun vorliegende DVD-Version - ohne Einbeziehung des Romans zu bewerten ist unmöglich.
Döblin schrieb im neunten Buch: »Wir sind eine dunkle Allee gegangen, keine Laterne brannte zuerst, man wußte nur, hier geht es lang, allmählich wird es heller und heller, zuletzt hängt da die Laterne, und dann liest man endlich unter ihr das Straßenschild. Es war ein Enthüllungsprozeß besonderer Art.« Merke: Die Dunkelheit ist bei »Berlin Alexanderplatz« existentiell. Ob man die Fernsehserie besser auf 35-mm statt auf 16-mm-Film aufgenommen hätte, kann hier nur eine sekundäre Frage sein.
Um auf den Punkt zu kommen: Die DVD-Box enthält auch einige Sequenzen, die nicht »digitally remasterd« wurden. Dabei handelt es sich um die kurzen Trailer, die jeweils vor Beginn einer neuen Folge ausgestrahlt wurden. Hier pulsiert meine Jugenderinnerung wieder auf.
Die New York Times betrachtete »Berlin Alexanderplatz« als singuläres Ereignis. Höhepunkt ist der Epilog. Einen solchen gibt es im Roman namentlich nicht, aber Fassbinder hat sich hier sehr deutlich am letzten, neunten Buch des Romans orientiert. Zum Beleg hier ein kurzer Absatz: »Mit tiefem Beben empfängt er [Biberkopf] das Bild des jämmerlichen Lüders. Der böse Reinhold latscht auf ihn zu. Mit tiefem Beben empfängt er Idas Worte, Miezes Gesicht, sie ist es, nun ist alles erfüllt.« Es ist atemberaubend: Fassbinder hat praktisch Döblins »Regieanweisungen« umgesetzt.
Es gibt nur wenige, gezielte Punkte, wo Fassbinder an seine Zeit anknüpfte. Etwa bei der Auswahl der Musik zum Epilog, u.a. »Radio Activity« von Kraftwerk. Ich bin mir zu 100 Prozent sicher: Das hätte auch Döblin gut gefallen - der Brückenschlag von der Weimarer Republik zur Bundesrepublik Deutschland, die Ende der 70er Jahre am vermeintlichen Vorabend einer nuklearen Katastrophe stand.
Sehr bemerkenswert ist das Bonusmaterial. Etwa 45 Minuten lang dürfen wir RWF bei der Arbeit zusehen. Wir erleben einen hochkonzentriert arbeitenden Vollprofi.
Jetzt bleibt nur noch, auf eine »unplugged«-Version zu warten, mit Kratzern, Flecken, Wacklern und viel düsterer Dunkelheit. [Würden Sie sich eine hellere Mona Lisa wünschen?]
Berlin im Zimmer 5 von 5 Punkten Endlich - 25 Jahre nach der Erstausstrahlung wurde anläßlich der Bienale Fassbinders "Berlin Alexanderplatz" restauriert und wieder aufgeführt.Gleichzeitig gibt die Süddeutsche die restaurierte Fassung in einer umfangreichen DVD-Sammlung zu einem Schnäppchenpreis heraus.
Dabei ist die Restaurierung durchaus als gelungen zu bezeichnen, vor allem die sehr dunkle Ausleuchtung der ursprünglichen Fassung wurde erheblich verbessert.Weiterhin glänzt die Sammlung mit umfangreichen Extras zur Entstehung von Fassbinders Verfilmung.
Innerhalb der Verfilmung wird die Geschichte von Franz Bieberkopf nach der Romanvorlage von Alfred Döblins Berlin-Alexanderplatz erzählt.Fassbinder gelingt es,keine bloße Romanbebilderung abzuliefern,vielmehr lässt er auch hier die schon in seinen früheren Filmen eingeflossenen Erfahrungen als Theaterintendant einfliessen:Er inszeniert Berlin Alexanderplatz als Melodram,in dessen Mittelpunkt die homoerotische Beziehung zwischen Franz und Reinhold gestellt wird;ohne allerdings die Handlung der Romanvorlage außer Auge zu verlieren.
Aus Mangel an Originalschauplätzen wird die Handlung meist ins Innen verlegt,Außenaufnahmen finden nur in der sogenannten Berliner Straße,ein Straßennachbau,der auch für andere Filme genutzt wurde,statt.Berlin wird also ins Zimmer verlegt,ein Zimmer,dessen Bildkader immer gebrochen wird,sei es durch Gitterfenster oder geschickte Licht-Schatten-Einstellungen.In diesem Kammerspiel kommen vor allem anderen die phantastischen Leistungen der Schauspieler zur Geltung:Günther Lamprecht brilliert als Franz Bieberkopf,Gottfried John als dessen Gegenspieler Reinhold und Fassbinders Muse Hanna Schygulla überzeugt als Eva.
Ans Ende der Verfilmung stellt Fassbinder einen Epilog,der eine Phantasmagorie aus traumhaften Bildern und für die Zeit der Erstausstrahlung (1982) unerhörten Bildern beeinhaltet, Fassbinders "Mein Traum von Franz Bieberkopf".
Da der Roman aufgrund seiner Montage-und Collageverfahren schon sehr "filmisch" ist,sperrt er sich auf gewisse Weise gegen eine Verfilmung.Trotzdem zeigt Fassbinder,wie die Verfilmung von Literatur gelingen kann:Indem er sich traut,über die Bebilderung des Stoffes hinaus zu interpretieren und neuzuschöpfen.Bestes Indiz dafür ist die Anfangsszene des Films,in der Fassbinder in einer brillianten,ungeschnittenen Einstellung den Weg Bieberkopfs in die Freiheit inszeniert und somit mit filmischen Mitteln den unvermittelten Einstieg des Romans für den Zuschauer verständlicher macht.
Empfohlen sei die Verfilmung allerdings nur unter dem Hinweis,dass schon das Buch keine "leichte Kost" und die vorliegende Verfilmung keineswegs weniger abstrakt ist.
Kongeniales Monumentalwerk deutscher Filmgeschichte 5 von 5 Punkten Pünktlich zum 25. Todesjahr des erfolgreichsten deutschen Nachkriegsregisseurs, wurde die filmische Umsetzung des Romans von Alfred Döblin aufwendig digital remasted und somit wieder der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Erzählt wird die Geschichte eines gutwilligen, aber schwachen kleinen Mannes, den seine brutale Umgebung in ständiger Abhängigkeit hält und letztlich nicht anständig sein lässt.
Franz Biberkopf, hervorragend dargestellt von Günther Lamprecht, ist immer auf der Flucht vor seiner eigenen Vergangenheit, lässt sich in skrupellose Verbrechen hineinziehen und gelangt schließlich zu der Überzeugung, dass sich das "Anständigsein" in dieser Welt nicht lohnt.
Mit "Berlin Alexanderplatz" schrieb Rainer Werner Fassbinder Fernsehgeschichte und erreichte den Höhepunkt seines Schaffens. Das Monumentalepos gilt als seine persönlichste und zugleich radikalste Arbeit. Durch sein einzigartiges Talent in seinen Filmen auch immer etwas von sich selbst zu erzählen, erscheinen seine Werke auch heute noch unverbraucht und mit hoher Aktualität.
Die Edition der Süddeutschen Zeitung umfasst 6 DVD`s mit 14 Folgen. Zuvor recht dunkle Passagen wurden realistisch aufgehellt und erscheinen in einer angemessenen Bildqualität.
Auch für Leute, die den Roman von Döblin nicht kennen, ist diese Edition sicher ein lohnendes Filmerlebnis.
Endlich auf DVD : Berlin Alexanderplatz 5 von 5 Punkten Das zentrale Werk im Schaffen von RWF wurde nun komplett neu digitalisiert und bearbeitet und stellt sich nun über 25 Jahre später in einer neuen und gerechteren Überarbeitung der Kritik. Es ist ein Werk, auf das man sich einlassen muß. Es braucht einen Zugang und wenn es den in uns Zuschauern gefunden hat, wird seine Wirkung umso stärker sein. Die Geschichte von Franz Biberkopf, der ein besserer Mensch werden möchte und an den Umständen scheitert, fordert, reibt auf, erzählt von Dingen, die unfaßbar, nicht erklärbar sind. Diese DVD Edition wird helfen, den Film und hoffentlich auch RWF besser zu verstehen. |
Winterreise Josef Bierbichler, Sibel Kekilli, Hanna Schygulla DVD, 26. Oktober 2007 Verkaufsrang: 6105 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Winterreise DV
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Sehr schön erzählt 5 von 5 Punkten Eine Winterlandschaft, trostlos-traurige Klaviermusik des polnischen Komponisten Anton Lazarkiewicz, die Kameraführung von Bella Halben, die geschickt mit Schärfe, Unschärfe, Perspektiven und Schatten spielt, sehr intensive Stimmung gleich zu Beginn, ein Mann, der einen Strick auf seine Festigkeit testet, als wolle er sich aufhängen, so beginnt Hans Steinbichlers Film "Winterreise", der national und international mit Filmpreisen und anderen Auszeichnungen bedacht wurde. Die Stimmung driftet mal in den latenten Wahnsinn ab, mal in entspanntere Szenen, kehrt aber immer wieder zu diesem Level zurück. Und mehr kann man über diesen gefühlvoll erzählten Film nicht sagen, ohne Hauptdarsteller Josef Bierbichler zu erwähnen. Denn um ihn dreht sich die Handlung, er trägt den ganzen Film und es gibt in Deutschland wohl kaum einen anderen Schauspieler, der die Rolle des Franz Brenninger so glaubhaft hätte darstellen können. Und durch ihn wird diese Figur zu einer der wohl tiefgründigsten, die das deutsche Kino je hervorgebracht hat. Bierbichler gibt einen guten Teil seiner selbst in diese Figur und wirkt dadurch so natürlich, dass es eine Wonne ist, ihm zuzuschauen. Die anderen Schauspieler spielen Bierbichler sehr gut zu, allen voran die frühere Leinwandgröße Hanna Schygulla, die als Martha einen starken ruhigen Gegenpol zu Brenninger darstellt.
Der Film - der, nebenbei angemerkt, keine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Meinrad Braun ist - spielt zu zwei Dritteln im verschneiten Bayern und danach in Nairobi, der Hauptstadt von Kenia. Dort wurde auch gedreht und vieles davon besitzt dokumentarischen Charakter. Steinbichler erzählt im Kommentar, dass sie beim Dreh in den Straßen der Stadt improvisieren mussten, weil sich diese Kulisse nicht kontrollieren ließ, und das merkt man den Bildern sehr an. Dadurch wirken sie sehr authentisch. Brenningers Charakterwandel wird hier auch bildlich mit dem Kontrast von Schneelandschaft und afrikanischer Hitze verdeutlicht. Überhaupt hat Steinbichler viel Bildsprache in seine Inszenierung gebracht, die selbst dem Laien auffallen kann.
Den Film kann man auch mit Audiokommentar von Regisseur Steinbichler anschauen. Dadurch erfährt man viel über die "Winterreise", er erklärt eine Menge, driftet auch öfter von den einzelnen Szenen zum Gesamtwerk ab, was ebenfalls interessant ist. An weiteren Extras bietet die DVD ein Making Of mit Interviews von allen Beteiligten außer Bierbichler, was ein wenig verwundert, weiterhin kann man der Entstehung einer Szene beiwohnen, eine recht kurze Fotostrecke und einen Trailer anschauen und sich die Biografien der Beteiligten durchlesen. Außerdem versetzt sich Philipp Hochmair, der Brenningers Sohn spielt, in seine Rolle als Baumarkt-Filialleiter, was nicht ganz so lustig ist, wie es wohl gedacht war.
Der Film ist wertvoll als Charakterstudie und sehr schön erzählt. Eine gelungene Inszenierung um diesen hervorragenden Schauspieler Bierbichler herum, der alle Facetten eines manisch depressiven Unsympathen und seinen Weg heraus aus sich selbst leidenschaftlich und nachvollziehbar darstellt. Sehr empfehlenswert, aber er hinterlässt eine etwas traurige Stimmung und das Bedürfnis, nachher mit irgendwem darüber zu reden.
Weitere Kundenmeinungen |
Lili Marleen Hanna Schygulla, Giancarlo Giannini, Mel Ferrer DVD, 25. Februar 2003 Verkaufsrang: 5154 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Zürich 1938 Die Liebe zwischen der deutschen Barsängerin Wilkie und Robert Mendelsson, dem Sohn einer reichen, jüdischen Familie, steht von Anfang an unter einem schlechten Stern Die Judenverfolgung in Deutschland nimmt immer größere Ausmaße an und es herrscht überall Kriegsstimmung. Doch auch Roberts Vater ist gegen die Beziehung der beiden und er sorgt dafür, dass Wilkie nach Deutschland abgeschoben wird. Aber sie hat Glück. Ihr Lied "Lili Marleen" wird im Radio gesendet und hat riesigen Erfolg. Wilkie wird über Nacht zum Star. Während man sie zunehmend in die Propaganda-Aktionen der Nazis einspannt, wird Robert von der Gestapo verhaftet. Mit geheimen Unterlagen über Vernichtungslager, die Wilkie aus Polen herausschmuggelt, versucht sie nun, Roberts Leben zu retten...
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Typisch Fassbinder! 5 von 5 Punkten Nur eine konnte sich an so ein heikles Thema wagen und das Rainer Werner Fassbinder.
Es ist woll eins der wiedersprüchliichsten Figuren des Regimes und vielleicht auch traurigsten Figuren, die Sängerin Lili Marlen. Und anhand dieser Figur, die damaligen Zustände(schlimm-schlimm) so realistisch wie möglich und dadurch auch sehr grausig, ist R.W.Fassbinder sehr woll gelungen. Und das auf einer sehr suptilen Art und Weise. Vorallem in einer Zeit, wo sich kaum jemand an so eine Thematik heranwagte.
Weitere Kundenmeinungen |
BRD-Trilogie (3 DVDs) Hanna Schygulla, Barbara Sukowa, Rosel Zech, Armin Müller-Stahl, Mario Adorf DVD, 23. August 2005 Verkaufsrang: 14332 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Fassbinders Nachkriegsdeutschland - 3 Meisterwerke der Filmgeschichte 5 von 5 Punkten Fast schon eine Seltenheit: eine DVD-Box, in der die enthaltenen Filme tatsächlich zusammen gehören! Die sogenannte BRD-Trilogie von Rainer Werner Fassbinder besteht aus DIE EHE DER MARIA BRAUN, LOLA und DIE SEHNSUCHT DER VERONIKA VOSS. Alle Drei sind filmische Meisterwerke, und obwohl sie alle die Nachkriegsjahre Deutschlands beleuchten, sind sie vollkommen unterschiedlich und zeigen, wie breit das Spektrum des genialen Regisseurs war.
MARIA BRAUN war Fassbinders national und international erfolgreichstes Werk, das sogar von deutschen Kritikern anerkannt wurde (die üblicherweise mit Fassbinders Filmen wenig anfangen konnten). Hanna Schygulla spielt die Maria Braun, die nach Ende des Krieges auf ihren Ehemann wartet und sich aus der Not zum Überleben in eine zielstrebige Selfmade-Woman verwandelt, die konsequent ihren Weg geht. Liebe und Gefühle sind nur Mittel zum Zweck, die Ökonomie steht über allem. Fassbinder schildert das Schicksal der Maria Braun als persönlichen Aufstieg ohne Rücksicht auf Verluste. Die Frau muss sich - ebenso wie das gesamte Land - neu erfinden und ihre Rolle definieren. Politisch und gesellschaftlich ist Maria Brauns Deutschland ein Pulverfass, was in der makaberen Schluss-Sequenz seinen sarkastischen Höhepunkt erreicht.
LOLA spielt in den letzten Jahren der Adenauer-Zeit und ist gleichzeitig Satire und Sittengemälde einer typischen Kleinstadt. Armin Müller-Stahl ist der Saubermann vom Baudezernat, der im friedlichen Coburg nach kurzer Zeit der Hure Lola verfällt und Teil eines korrupten Systems wird, das hinter der heilen Fassade regiert. Mit Bezügen zu Sternbergs BLAUEM ENGEL zeichnet Fassbinder in knallbunten Farben und greller Ausstattung ein düsteres Bild der biederen Gesellschaft, die vom Krieg nichts mehr wissen will und nur noch Macht und Geld im Kopf hat. Barbara Sukowa versucht als Hure Lola Teil dieser feinen Gesellschaft zu werden und trotzdem ihre Identität zu behalten. LOLA ist fantastisches Schauspieler-Kino, ungemein unterhaltsam an der Oberfläche und entlarvend in der Tiefe.
VERONIKA VOSS ist dagegen schwärzestes Kino, eine bittere Tragödie. Rosel Zech spielt Veronika Voss, Filmstar der Nazi-Zeit (angelehnt an UFA-Star Sybille Schmitz), die verzweifelt ein Comeback versucht und von einer dämonischen Ärztin in Drogen-Abhängigkeit gehalten wird. Die Geschichte ist zeitlich zwischen MARIA BRAUN und LOLA angesiedelt. Deutschland ist hier ein Land der Verdrängung, aber die Gespenster der Vergangenheit (wie Untote tauchen Rudolf Platte und Johanna Hofer als Überlebende des Konzentrationslagers auf), die keine Berechtigung im Jetzt haben, sind dennoch allgegenwärtig. Veronika Voss ist auch eines dieser Gespenster, ihre Beseitigung ist Teil einer Gewissens-Säuberung durch die Gewissenlosen. VERONIKA VOSS, einer der außergewöhnlichsten Schwarz/Weiß-Filme aller Zeiten, ist ein großes Meisterwerk des Kinos und trifft tief in Herz und Hirn. Anders als die Trümmerlandschaft von Maria Braun oder der Tanz auf dem Vulkan in LOLA ist VERONIKA VOSS auch ein Film der Resignation und Hoffnungslosigkeit, eine bittere Abrechnung mit der ach so heilen Welt der 50er.
Fassbinders Filme bestechen auch dadurch, dass er keinerlei Rücksichten nimmt, weder auf die Charaktere noch den Zuschauer oder den Massengeschmack (LOLA z.B. ist ein Film voller verlogener und korrupter Charaktere, die heute nicht einmal ansatzweise einen Spielfilm bevölkern dürften). Seine Filme sind ehrlich und konsequent, ohne jeden Kitsch oder Pathetik und großartig in der filmischen Umsetzung und der Schauspielführung. Die BRD-Trilogie ist bestes deutsches Kino - anspruchsvoll, unterhaltsam und bedeutend, so wie es heute leider nicht mehr existiert.
Zur DVD-Box: die Bild- und Tonqualität der vorliegenden Filme ist hervorragend, insbesondere die expressiven Schwarz/Weiß-Bilder von VERONIKA VOSS sind fantastisch aufbereitet. Als Bonus gibt es verschiedene Interviews, die Doku "Eine deutsche Geschichte" (ca. 30 Minuten aus dem 3SAT "Kinomagazin") sowie Trailer und Bildergalerien. Für echte Fassbinder-Fans ist die Box ein Muss, sofern man die Einzel-DVDs nicht schon besitzt.
Ein Tipp für Fans: die amerikanische DVD-Box der BRD-Trilogie aus der Criterion Collection bietet (neben der deutschen Tonspur!) etwas mehr als diese deutsche Box, u.a. sehr gute Audiokommentare zu allen Filmen und eine Dokumentation über den Tod der Sybille Schmitz, die Vorlage für VERONIKA VOSS war.
ein muss 5 von 5 Punkten Unter den Fassbinder Filmen, die wohl auch international Bekanntesten. Fassbinder und seine Protagonisten Schygulla und Sukova präsentieren Nachkriegsdeutschland in eigentümlicher Detailschärfe. Wer jedoch dann genau hinschauen möchte, wird durch Verfremdungen und kleine filmische Sackgassen iritiert und verwirrt. Das merkwürdige Nebeneinander von Klischees und beeindruckenden Tiefen lassen diese Filme mehr als Unterhaltung sein. Komisches ist oft nur vordergründig lustig und bekommt zumeist etwas Bitteres nebenbei. Wer sich diese Filme mehrmals ansieht kann sich immer wieder auf neue Überraschungen gefasst machen, mit Bekannten aus Frankreich zusammen angeschaut, habe ich aber erlebt, daß man diese Trilogie eher als Dokumentarfilm versteht. Last not least - selber ankucken, einen nach dem anderen mit einwöchiger Pause, ist meine Empfehlung . |
Die Ehe der Maria Braun - FOCUS-Edition Hanna Schygulla, Klaus Löwitsch, Ivan Desny DVD, 6. August 2007 Verkaufsrang: 16176 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Während eines Bombenangriffs 1943 heiraten Hermann Braun und das Mädchen Maria im Eilverfahren. Ihre Flitterwochen dauern nur eine Nacht, dann muß er wieder an die Front. Maria wartet. Mit Schwarzmarktgeschäften schlägt sie sich durch. Ihr Mann gilt als verschollen, später als tot. Nach dem Krieg arbeitet Maria bei den Amerikanern. Sie lernt Bill kennen, einen schwarzen GI. Sie ziehen zusammen. Eines Abends steht ihr totgeglaubter Mann vor der Tür. Es kommt zum Streit. Im Affekt erschlägt Maria ihren Liebhaber. Hermann Braun geht für sie ins Gefängnis. Maria will nur noch für ihn leben, eine gemeinsame Zukunft aufbauen. Als Geliebte eines Industriellen macht sie im Wirtschaftswunder Karriere. Doch als Hermann 1954 entlassen wird, ist es für beide zu spät. "...voll von Widerspruch, Lebendigkeit, Witz und Genauigkeit in der Figurenzeichnung - ein exaktes Abbild von Deutschland im Nachkriegswinter und im Wirtschaftswunderfrühling." (Der Spiegel) "Die Ehe der Maria Braun ist einer der erstaunlichsten Filme Fassbinders." (Frankfurter Rundschau)
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Fassbinders Nachkriegsdeutschland - Keine gute Zeit für Gefühle 5 von 5 Punkten DIE EHE DER MARIA BRAUN ist ein moderner Klassiker aus der besten Zeit des Neuen Deutschen Films. Der Film war Fassbinders größter internationaler Erfolg und erhielt sogar in seinem Heimatland gute Kritiken - man glaubt es heute kaum, doch gehörte Fassbinder hierzulande Zeit seines Lebens zu den zwar respektierten, aber regelmäßig im Feuilleton verrissenen Regisseuren, während er im Ausland längst gefeiert wurde. Ein typisch deutsches Problem, leider.
Maria Braun (Hanna Schygulla in ihrer besten Fassbinder-Rolle) heiratet während eines Bombenangriffs ihren Hermann (Klaus Löwitsch), der daraufhin in den Krieg zieht und nicht wiederkommt. Maria ist nach Kriegsende auf sich allein gestellt. Aus der Not zum Überleben heraus nimmt sie ihr Schicksal in die Hand und verwandelt sich in eine zielstrebige Selfmade-Woman, die konsequent ihren Weg geht. Liebe und Gefühle sind nur noch Mittel zum Zweck, die Ökonomie steht über allem. Fassbinder schildert das Schicksal der Maria Braun als persönlichen Aufstieg ohne Rücksicht auf Verluste. Die Frau muss sich - ebenso wie das gesamte Land - neu erfinden und ihre Rolle definieren. Politisch und gesellschaftlich ist Maria Brauns Deutschland ein Pulverfass, was in der makaberen Schluss-Sequenz seinen sarkastischen Höhepunkt erreicht.
Neben Fassbinders kluger Sicht auf Politik und Gesellschaft aber ist MARIA BRAUN ein packendes Drama mit hervorragenden Darstellerleistungen bis hinein in die Nebenrollen. Hanna Schygulla spielt ihre äußerst komplexe Rolle hervorragend und mühelos. Sie ist zunächst sympathische Identifikationsfigur, später mehr als nur ambivalent, dabei aber immer realistisch. Fassbinders Liebe für das Hollywood-Melodram findet sich überall. Schygullas Maria weist deutliche Parallelen zu Joan Crawford (insbesondere MILDRED PIERCE), aber auch zu Marlene Dietrich auf, beides starke Frauen, die sich in der Männerwelt durchsetzen, selbst wenn sie sich dafür verleugnen müssen.
MARIA BRAUN ist eine sarkastischer und deprimierender Kommentar auf das Nachkriegsdeutschland, der mit verlogenen Geschichten von aufopferungsvollen Trümmerfrauen aufräumt. Tatsächlich geht Maria im übertragenen wie im buchstäblichen Sinn über Leichen, und so baut sich auch das ganze Land wieder auf - auf Leichen. Fassbinders Nachkriegsdeutschland ist im wahrhaftigsten Sinne ein Land der Trümmer, mit zerstörten Häusern, Existenzen und zerstörten Seelen. "Keine gute Zeit für Gefühle", sagt Maria zu ihrem Ehemann. Wie wahr. |
Die Geschichte der Piera Hanna Schygulla, Isabelle Huppert, Marcello Mastroianni DVD, 5. Juli 2007 Verkaufsrang: 27012 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Bald nach der Geburt ihrer Tochter Piera widmet sich Eugenia wieder ihrer Hauptbeschäftigung: Tagräumen und Männern, mit denen sie stets vor den Augen ihrer Tochter Sex hat. Die gegenseitige Abhängigkeit und der dauernde Konkurrenzkampf zwischen Mutter und Tochter endet schließlich für Eugenia in einer Nervenheilanstalt, während Piera ihrer hemmungslosen Lebenslust erst dann nachgehen kann.
|
Die Ehe der Maria Braun Hanna Schygulla, Klaus Löwitsch, Ivan Desny DVD, 5. April 2005 Verkaufsrang: 22897 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 3 Bewertungen)
Fassbinders Nachkriegsdeutschland - Keine gute Zeit für Gefühle 5 von 5 Punkten DIE EHE DER MARIA BRAUN ist ein moderner Klassiker aus der besten Zeit des Neuen Deutschen Films. Der Film war Fassbinders größter internationaler Erfolg und erhielt sogar in seinem Heimatland gute Kritiken - man glaubt es heute kaum, doch gehörte Fassbinder hierzulande Zeit seines Lebens zu den zwar respektierten, aber regelmäßig im Feuilleton verrissenen Regisseuren, während er im Ausland längst gefeiert wurde. Ein typisch deutsches Problem, leider.
Maria Braun (Hanna Schygulla in ihrer besten Fassbinder-Rolle) heiratet während eines Bombenangriffs ihren Hermann (Klaus Löwitsch), der daraufhin in den Krieg zieht und nicht wiederkommt. Maria ist nach Kriegsende auf sich allein gestellt. Aus der Not zum Überleben heraus nimmt sie ihr Schicksal in die Hand und verwandelt sich in eine zielstrebige Selfmade-Woman, die konsequent ihren Weg geht. Liebe und Gefühle sind nur noch Mittel zum Zweck, die Ökonomie steht über allem. Fassbinder schildert das Schicksal der Maria Braun als persönlichen Aufstieg ohne Rücksicht auf Verluste. Die Frau muss sich - ebenso wie das gesamte Land - neu erfinden und ihre Rolle definieren. Politisch und gesellschaftlich ist Maria Brauns Deutschland ein Pulverfass, was in der makaberen Schluss-Sequenz seinen sarkastischen Höhepunkt erreicht.
Neben Fassbinders kluger Sicht auf Politik und Gesellschaft aber ist MARIA BRAUN ein packendes Drama mit hervorragenden Darstellerleistungen bis hinein in die Nebenrollen. Hanna Schygulla spielt ihre äußerst komplexe Rolle hervorragend und mühelos. Sie ist zunächst sympathische Identifikationsfigur, später mehr als nur ambivalent, dabei aber immer realistisch. Fassbinders Liebe für das Hollywood-Melodram findet sich überall. Schygullas Maria weist deutliche Parallelen zu Joan Crawford (insbesondere MILDRED PIERCE), aber auch zu Marlene Dietrich auf, beides starke Frauen, die sich in der Männerwelt durchsetzen, selbst wenn sie sich dafür verleugnen müssen.
MARIA BRAUN ist eine sarkastischer und deprimierender Kommentar auf das Nachkriegsdeutschland, der mit verlogenen Geschichten von aufopferungsvollen Trümmerfrauen aufräumt. Tatsächlich geht Maria im übertragenen wie im buchstäblichen Sinn über Leichen, und so baut sich auch das ganze Land wieder auf - auf Leichen. Fassbinders Nachkriegsdeutschland ist im wahrhaftigsten Sinne ein Land der Trümmer, mit zerstörten Häusern, Existenzen und zerstörten Seelen. "Keine gute Zeit für Gefühle", sagt Maria zu ihrem Ehemann. Wie wahr.
Die DVD von Arthaus zeigt den Film in gutem Print (überwacht von der Fassbinder Foundation) und bietet als Extra neben einer Hörfassung für Blinde und dem Trailer die Dokumentation "Eine deutsche Geschichte" aus der WDR/3SAT Sendereihe "Kinomagazin"
Ein interessantes Bild der Nachkriegszeit 4 von 5 Punkten Der Film beginnt mit ein Bild von Hitler in einer Kapelle, das sofort aufgepumpt wird. Maria und Hermann Braun heiraten in Berlin während des Luftangriffs. Hermann muss schnell gehen, und er ist später verloren geworden. Nach einer Weile gibt Maria mit der Fahndung auf, und sie arbeitet als Animiermädchen in einer Kneipe. Hier trifft sie Bill, einen schwarzen amerikanischen Soldat, und er gefällt ihr. Später fand sie heraus, daß sie von Bill schwanger ist. Plötzlich kommt Hermann zurück, und während einer Schlacht tötet Maria Bill zufällig. Hermann schuldet sich dafür und ist ins Gefängnis geworfen. Maria muss für sich selbst kümmern, und sie ist ganz erfolgreich. Sie begegnet Karl Oswald, einen französischen Geschäftsmann, und er gibt ihr einen Job als Assistant. Obwohl sie wird noch immer reicher, wird sie auch weiter von ihrer Familie und Mann entfernt. Sie spricht öffentlich über ihre Affäre mit dem Chef. Sie wird noch immer unangenehmer an andere Menschen.
Die Nachkriegszeit war natürlich eine interessante Zeit für Deutschland. Städte sind zerstört, und Deutschland muss ihrer Identität wieder bauen. In diesen Film kann mann das Leben von Menschen in Westdeutschland in der Nachkriegszeit sehen und erleben. In dieser Zeit werden Waren oft eingetauscht, und Luxus sowie Zigaretten waren sehr kostbar. Im Gegensatz wurden Bücher und andere Werke für Verbrennung benutzt. Es gibt auch viele Szene, in der wir die Ruine sehen können.
Ich fand die Geschichte relativ traurig, aber Maria ist gut gespielt, und der historische Kontext war sehr einsichtig.
Zynische Geschichte der Anfänge des Wirtschaftswunders 5 von 5 Punkten Maria (Hanna Schygulla) und Hermann (Klaus Löwitsch) heiraten während eines Bombenangriffs im zweiten Weltkrieg. Als am Ende des Krieges Maria die Nachricht von seinem Tod an der Front erhält, glaubt sie nicht daran. Sie arbeitet als Animiermädchen, freundet sich mit einem schwarzen Soldaten an. Gerade als sie mit ihm im Bett liegt, kommt Hermann aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Aus Liebe zu Hermann erschlägt Maria den Amerikaner mit einer Flasche. Hermann nimmt die Schuld auf sich und wird zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Maria will inzwischen die Basis für ein Leben in materieller Sicherheit schaffen. Sie wird Geliebte und Teilhaberin des Fabrikanten Oswald (Ivan Desny), dessen Buchhalter Senkenberg (Hark Bohm) die Beziehung mit wachsendem Missfallen beobachtet. Hermann, der von dem Verhältnis erfährt, wandert nach Kanada aus. Am Tag des Fußball-Weltmeisterschaftsendspiels 1954 zu Maria zurückgekehrt, wird ihm und Maria von einer Notarin mitgeteilt, dass der verstorbene Oswald ihnen die Fabrik hinterlassen hat. Da fliegt das Haus - und mit ihm die schön geplante Zukunft - wegen eines nicht ausgeschalteten Gasherdes in die Luft. Rainer Werner Fassbinder (1945-1982) erzählt in seinem erfolgreichsten Film die Geschichte einer ebenso schönen wie ehrgeizigen Frau, die mit Skrupellosigkeit und Gefühlskälte den sozialen Aufstieg schafft, ihre Träume von Liebe und Ehe aber nicht verwirklichen kann. Der Film verknüpft das Einzelschicksal mit der Geschichte der Geschichte der frühen Bundesrepublik und ihrer Entwicklung zur egoistischen, mitleidlosen Gesellschaft. DIE EHE DER MARIA BRAUN (1979) ist der erste Film von Fassbinders BRD-Trilogie, zu der auch LOLA (1980) und DIE SEHNSUCHT DER VERONIKA VOSS (1982)- alle bei KINOWELT als DVD erschienen - zählen. Die DVD enthält neben dem in sehr guter Qualität vorliegenden Film den Trailer sowie die 30 minütige Dokumentation "Eine deutsche Geschichte - Rainer Werner Fassbinder und sein Film Die Ehe der Maria Braun" (WDR 1995, von Peter Kremski), in der Hanna Schygulla, Margarethe von Trotta, Filmkritiker Hans Günther Pflaum und Autor Peter Märthesheimer zu Wort kommen. Für Sammler des anspruchsvollen deutschen Films ein Pflichtkauf! |
Die dritte Generation Eddie Constantine, Hanna Schygulla, Bulle Ogier DVD, 19. Oktober 2004 Verkaufsrang: 29025 Gewöhnlich versandfertig in 6 bis 10 Tagen. Westberlin 1978. Ein Haufen gelangweilter Aussteiger verübt aus Protest eine Reihe von Anschlägen. Was die Möchtegern-Terroristen nicht ahnen Sie werden manipuliert. Ein internationaler Computerkonzern nutzt ihre Aktionen geschickt für seine eigenen Zwecke. Der Staat soll gezwungen werden, neue Fahndungscomputer zu kaufen...
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Verblüffend aktuelle Story 4 von 5 Punkten Fassbinder war seiner Zeit weit voraus...
Die Westberliner Depandance eines weltweiten Computerkonzerns (wer kommt da wohl in Frage, Michael Diemer lässt grüßen??) leidet in den achtziger Jahren unter dem wachsenden Misstrauen, das Bürger und Verwaltung den Mißbrauchsmöglichkeiten eines computerisierten Überwachungsstaates entgegenbringen. Absatz, Umsatz und Profit sinken.
Der Manager und seine Sekräterin kommen auf die rettende Idee: Erst ein terroristisch motivierter Anschlag auf die Öffentlice Verwaltung könnte die staatliche Nachfrage nach neuer Computertechnik wieder ankurbeln. Und so schleust sich die Dame ins Umfeld einer WG, die seit langem nach einem großen Auftritt als Terrorzelle sucht...
Nach einem Überfall auf ein Einwohnermeldeamt in Berlin hat die Verwaltung dann ein Einsehen: Die Gruppe muss ermittelt und gefasst werden. Und dabei können nur neue Computertechniken helfen.
Fiktion? Weiß Gott nicht. Wer " IBM und der Holocaust " von Edwin Black gelesen hat, wer die ökonomischen Hintergründe des US-amerikanischen, nach innen gerichteten Aufrüstungsprogramm Homeland Security kennt, weiß, dass Computerkonzerne heute genauso zum industriellen-militärischen Komplex gehören wie die traditionellen Rüstungskonzerne. Das hat Fassbinder sehr früh erkannt.
Fassbinders Stil wirkt auf heutige Augen und Ohren sehr anstrengend anzuschauen. Minutenlange Einstellungen, ewig lange Studien und Szenen in der WG. Keine Action. Keine Musik als Spannungselement. Trotzdem lohnt es sich, diesen Film gesehen zu haben, weil er wichtige Denkanstöße für die heutige Debatte um die innere Sicherheit liefert. |
Falsche Bewegung Rüdiger Vogler, Hanna Schygulla, Hans-Christian Blech DVD, 19. Mai 2006 Verkaufsrang: 15779 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Wenders und Schygulla 4 von 5 Punkten Rüdiger Vogler zieht aus um das Fürchten zu lernen....
Auf der Reise von Glückstadt zur Zugspitze trifft er einige sonderbare Menschen....u.a. N.Kinski in ihrer ersten Rolle, Hanna Schygulla in ihrem einzigen Wenders Film, Peter Kern als schlechten Dichter....
Nicht der Beste Wenders, aber durchaus sehr merkwürdig.
|
Warnung vor einer heiligen Nutte Lou Castel, Eddie Constantine, Hanna Schygulla DVD, 23. August 2005 Verkaufsrang: 34052 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden In einem Hotel am Meer in Spanien wartet ein Filmteam auf den Regisseur, den Star und auf das Filmmaterial. Währenddessen entwickelt sich eine gereizte Stimmung zwischen Schauspielern und Technikern, in die sich Konkurrenzängste, Langeweile und Eitelkeiten mischen. Als der despotische Regisseur endlich eintrifft, nutzt er das organisatorische wie zwischenmenschliche Chaos rücksichtslos für eigene Zwecke.
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Kabale um Winz-Willi 5 von 5 Punkten »Warnung vor einer heiligen Nutte«, die siebte Kinoarbeit (neben zwei Kurz- und drei Fernsehfilmen) des damals 25-jährigen Rainer Werner Fassbinder, wurde im September 1970 in Sorrento, Italien, gedreht und im August des folgenden Jahres bei der Biennale di Venezia uraufgeführt. Aufgrund ungeklärter Musikrechte (Stücke von Ray Charles, Spooky Tooth, Elvis Presley und Leonard Cohen) konnte der Film nur bei Festivals gezeigt werden und gelangte nicht in den regulären Verleih.»Ich finde ihn ganz, ganz dilettantisch. So kann man nicht arbeiten.« (Eddie, Hauptdarsteller) Im April 1970 hatte Fassbinder in Almería, Spanien, den Western »Whity« gedreht. Das Filmteam setzte sich zum größeren Teil aus den Mitgliedern des »antiteaters« zusammen, einer ursprünglich der Idee des kollektiven Arbeitens verpflichteten Münchener Offtheatertruppe. Die Dreharbeiten zu »Whity« gerieten zu einem künstlerischen, finanziellen und menschlichen Desaster und ließen die »antiteater«-Gruppe an ihre kreativen und weltanschaulichen Grenzen stoßen. Unverzagt versuchte Fassbinder das »Whity«-Debakel schöpferisch fruchtbar zu machen und nahm die erlebten Unbilden als Ausgangsmaterial für seine »Warnung vor einer heiligen Nutte«. »Ich will zehn Cuba libre!« (Jeff, Regisseur) In einem spanischen Hotel wartet ein Filmteam auf seinen Regisseur. Als der schließlich per Helikopter einfliegt, beginnt man zu drehen. Man zankt sich, schwatzt und intrigiert, antichambriert. Alle sind unfähig, alle sind genial, und alle wissen alles besser. Und es wird gesoffen. Nichts geht, und es geht voran. Am Ende ergibt das einen Film hüben und drüben: diegetisch als Mise en abîme, realiter als Fanal im fassbinderschen Œuvre. Der »heiligen Nutte« wurde Genüge geleistet, weiland und in Ewigkeit. »Glaubst du, wegen dem geht einer ins Kino?« (Billie, Maskenbildnerin) Eddie Constantine, kunstfilmgestählt, Godard-zertifiziert, driftet ahnungslos, unbeteiligt, souverän durch den Film. Die Schygulla, linde 26, spielt die Hanna, und die ist eine divenhafte Schauspielerin. Der Rainer selbst tut auch mit, aber nicht als Regisseur, sondern als Herstellungsleiter Sascha, der nichts, aber auch gar nichts zu lachen hat: »Weißt du, das Einzige, was ich akzeptiere, ist Verzweiflung«, vertraut er seinem Regisseur an. Kurt Raab ist als Fred, der Ausstatter, ganz bei sich und gar nicht nett zu Korbinian, dem Aufnahme- und Blitzableiter der Produktion, verkörpert von Ulli Lommel, der Fassbinder bei »Whity« ganz ordentlich in die Bredouille gebracht hatte: als Produzent ohne Geld nämlich. »Tu lieber was arbeiten, du faule Sau«, gehört noch zu den netteren Dingen, mit denen Fred dem Korbinian das Leben vergrätzt. Der famose Werner Schroeter stellt den fastidiösen Fotografen Deiters dar und erzählt uns gleich zu Beginn des Filmes die Geschichte von dem Gangster Winz-Willi und wie der dem Goofy vormacht, dass er ein kleines Mädchen ist, weil der Goofy ja eine Kinderschwester sein will, aber dann fliegt alles auf, und der Winz-Willi wird verhaftet. »Zehn Cuba libre, hörst du?« (Jeff, Regisseur) »Warnung vor einer heiligen Nutte«, großartig gefilmt von Michael Ballhaus, markiert den End- und Höhepunkt von Fassbinders erster Schaffensperiode. Das zentrale Thema seiner filmischen Untersuchungen, die Analyse von Beziehungsstrukturen im Hinblick auf deren individuelle und gesellschaftliche Prägung, tritt hier erstmals in offen selbstreflexiver Form auf. Kurz nach der Fertigstellung des Filmes wird Fassbinder die subversiven Hollywoodmelodramen von Douglas Sirk entdecken und diese fürderhin als Inspirationsquelle für sich nutzen, erstmalig 1971 in »Händler der vier Jahreszeiten«. |
Katzelmacher Hanna Schygulla, Lilith Ungerer DVD, 11. Mai 2007 Verkaufsrang: 18136 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden Katzelmacher DV
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Fassbinder-Tristesse in schwarz-weiß 5 von 5 Punkten Innerhalb von 9 Tagen drehte der 23jährige Rainer Werner Fassbinder 1969 seinen dritten Film "Katzelmacher" in München. Als Katzelmacher werden bzw. wurden im bayerischen Raum v.a. südländische Gastarbeiter beschimpft, da ihnen vorgeworfen wurde, wie streunende Kater umherzuziehen, heimische Frauen zu verführen, ihnen Kinder anzuhängen und dann zu verschwinden.
Inhalt: Die Zusammenkünfte von vier jungen Paaren im Hof der Gemeindesiedlung oder im Wirtshaus sind geprägt von Beziehungsunfähigkeit, Emotionslosigkeit, Langeweile und der Unfähigkeit zur Kommunikation. Die jungen Leute finden erst im Besitzneid, der Denunziation, der üblen Nachrede und dem Fremdenhass zu einer Gemeinsamkeit als der Gastarbeiter Jorgos (gespielt von Fassbinder selbst) auftaucht und ein Zimmer bei der wohlhabenden Elisabeth mietet. Die Abneigung gegen den Fremden und der Sexualneid gegenüber dem vermeintlich potenteren Südländer wächst vor allem bei den Männern, die den Griech' aus Griechenland" zusammenschlagen, in der Hoffnung den Eindringling zu vertreiben und damit die alte Ordnung wiederherzustellen. Aus der Gruppe bricht nur Marie (Hanna Schygulla) aus. Sie lässt sich mit Jorgos ein und träumt davon mit ihm nach Griechenland zu gehen, wo alles anders sei.
Vorsicht: Die karge szenische Ausstattung und die Dürftigkeit der Handlung werden ebenso wie knappe Dialoge (bzw. "Sprachlosigkeit") und extrem lange Kameraeinstellungen gezielt als Stilmittel eingesetzt um die Monotonie und Starrheit im Leben einer Clique darzustellen.
Der Film ist also keine leichte Kost. Jemand, der sich Action, eine spannende Handlung und gute Unterhaltung im Sinne von Zerstreuung erwartet, wird von diesem Film enttäuscht sein!
Da Ende der 60er mit geringem Budget gedreht wurde ist die Bild- und Tonqualität (Nebengeräusche!) teilweise schlecht. Das gehört eben dazu und sollte nicht abschrecken... |
Die bitteren Tränen der Petra von Kant Irm Hermann, Margit Carstensen, Hanna Schygulla DVD, 2. Februar 2007 Verkaufsrang: 34787 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden bitteren Tränen der Petra von Kant DV
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
Was wir bereit sind, für Liebe zu geben 5 von 5 Punkten DIE BITTEREN TRÄNEN DER PETRA VON KANT mag heute etwas dialoglastig, langsam und theaterhaft erscheinen, aber er ist ein Schlüsselwerk im Schaffen des Regisseurs, er war ein großer internationaler Erfolg, und Fassbinders unglaubliche Präzision, mit der er das Beziehungsdrama an nur einem einzigen Schauplatz (Petras Wohnung) inszeniert, fasziniert heute noch wie seinerzeit, wenn man sich darauf einlässt.
Petra (Margit Carstensen) ist eine erfolgreiche Modedesignerin, die ihre Sekretärin schlecht behandelt und sich in Karin (Hanna Schygulla) verliebt. Karin zieht zu Petra, und damit beginnt der Horror. Die anfangs so klar verteilten Rollen (Petra ist mit ihrer Bildung, ihrem Erfolg und ihrer Eleganz der dominante Part, Karin unterwirft sich gerne) verschieben sich. Petra wird unsicher. Aus Liebe wird Abhängigkeit, aus Überheblichkeit schließlich Masochismus. Das Tee-Geschirr geht zu Bruch, die Liebe ebenfalls. Grausamkeit und Qual sind das Ende der Gefühle - oder sind sie das Höchste der Gefühle? Für Liebe tun wir alles, geben wir alles, nehmen alles auf uns. Und werden deswegen nie glücklich. "Ich will doch nur, dass ihr mich liebt" lautet der Titel eines weiteren Fassbinder-Films. "Wir brauchen den anderen, aber wir haben nicht gelernt, miteinander zu leben", sagt Petra von Kant. Und werden es auch nie.
Wie Fassbinder hier mit dem geringsten Aufwand die Beziehung zweier Menschen seziert, ist schlicht großartig. Margit Carstensen ist eine Offenbarung als Petra von Kant. In einer kleinen, aber wichtigen Nebenrolle brilliert Irm Herrmann als still vor sich hinliebende und leidende Sekretärin Marlene. Die langen Kamera-Einstellungen sind genauestens duchkomponiert, kein Dekorationsstück steht zufällig an seinem Platz. Die Schaufensterpuppen in Petras Wohnung sind die glücklicheren Geschöpfe. Ohne Gefühle können sie einfach nur schön sein.
Man darf dazu sagen, dass Fassinder mit PETRA VON KANT seine eigene komplizierte Liebesbeziehung zu Schauspieler Günther Kaufmann verarbeitet hat, doch seine Charaktere sind stellvertretend für uns alle wahrhaftig. PETRA VON KANT gehört zu den Sternstunden des deutschen Films. So anspruchsvoll und lohnenswert kann Kino sein.
Und neben all den klugen Sachen, die bereits über Fassbinders Werke und ihre Komplexität gesagt wurden, gerät eine Tatsache leicht in Vergessenheit, gerade weil seine Filme so oft in Hoffnungslosigkeit und Chaos enden - er hatte einen bösartigen, anarchischen Humor, der sogar seine spröderen Werke auszeichnet und die Zeit glänzend überdauert. Man darf über Petras Liebesfrust und Qualen auch lachen, und doch ist man sich immer bewusst, dass sie dem eigenen Ich erschreckend ähnlich sieht.
Laaaaangatmig 3 von 5 Punkten Themroc ist einer der skurrilsten Filme, dieser hier einer der langatmigsten...
Zwei Frauen (die dritte tippt auf einer Schreibmaschine) reden über Kollektionen, Beziehungen und reden und reden und reden und reden und reden und reden und reden und reden und reden und reden und reden... (manchmal schweigen sie, nur um dann wieder zu reden und zu reden und zu reden und zu reden und...)
Dachte immer, meine Freundin redet viel, aber sie wird um Längen von den beiden Hauptdarstellerinnen in diesem Film geschlagen ;-) (meine redet wenigstens über sinnvolle oder interessante Themen...)
Sie reden relativ langsam, daher ist dieser Film auf 119 Minuten aufgebläht...
Man muss schon viel Zeit und Geduld aufbringen, um sich diesen Film anzusehen... |
Die Niklashauser Fart Michael König, Hanna Schygulla, Rainer Werner Fassbinder DVD, 6. Dezember 2005 Verkaufsrang: 39225 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden 24. März 1476 Bei der jährlichen Winteraustreibung im fränkischen Niklashausen erklärt der Hirte Hans Böhm den versammelten Bauern, eine Offenbarung gehabt zu haben. Die Mutter Gottes sei ihm erschienen und habe ihm aufgetragen, ihr Wort zu verkünden. Bald kommen tausende Bauern aus Sachsen, Bayern, Schwaben, Hessen und Thüringen nach Niklashausen, um seinen Reden zu lauschen. Er fordert die Abschaffung der Zwangsabgaben und eine Gleichstellung aller Menschen. Die Bauern sind begeistert, doch als der Bischof Böhm festnehmen lässt, bleiben sie passiv und hoffen auf ein Wunder.
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 2.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Schwierige Kost 2 von 5 Punkten Ich halte diesen Fassbinder-Film für sehr schwierig anzuschauen. Es gibt keinen Spannungsbogen, der Film lebt von seltsamen Bildern, die ständig zwischen Mittelalter und 70iger Jahre pendeln, was natürlich beabsichtigt ist. Es handelt sich um eine Art politischen Experimentalfilm, welcher für die WDR gedreht wurde. Ich denke, die Niklashauer Fart wäre besser in die Extras eines "vernünftigen" Fassbinderfilms genommen worden. Als eigenständiger Titel besteht die Gefahr, dass Menschen, die Fassbinderfilme kennenlernen wollen, abgeschreckt werden. Anderseits ist die Niklashauser Fart ein interessantes Zeitdokument über die politische Linke der Siebziger Jahre und deren Verständnis von Sozialismus. In diesem Zusammenhang mag auch ein Auftritt der "Krautrockband" Amon Düül II gefallen. Doch letztlich ist es eher ein Film für Archivisten und Fassbinder-Sammler denn für Cineasten. |
Werckmeister Harmonies / Damnation [UK IMPORT] Hanna Schygulla, Peter Fitz, Janos Derzsi, Djocko Rossitch DVD, 23. Februar 2004 Verkaufsrang: 8180 Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden "TWO DISCS FEATURING FILMS BY HUNGARIAN DIRECTOR BELA TARR. WERCKMEISTER HARMONIES: THE POPULATION OF A TOWN ON THE HUNGARIAN PLAINS AWAIT THE ARRIVAL OF A CIRCUS THAT FEATURES THE STUFFED CARCASS OF A WHALE AND A MYSTERIOUS PRINCE. THE PEACE OF THE TOWN IS DISTURBED WHEN IT APPEARS WITH MAYHEM IN ITS' WAKE. DAMNATION: KARRER, LETHARGIC AND MOROSE, HAS ALMOST COMPLETELY RETREATED FROM LIFE AROUND HIM EXCEPT FOR A SINGER WITH WHOM HE IS OBSESSED. A LOOK AT THE CONTRAST BETWEEN BARBARISM AND CIVILISATION."
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 3.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)
langatmig 2 von 5 Punkten In eine ungarische Kleinstadt kommt mitten im kältesten Winter eine Wanderschau, die einen toten Wal ausstellt. Unermüdlich stehen die Menschen in der eisigen Kälte Schlange, um das Monster zu betrachten. Von überall her strömen sie, aus dem ganzen Land. Die extreme Kälte und all die Fremden bringen die Stadt an den Rand des Wahnsinns - und es benötigt nur noch eine einzige unkontrollierte Bewegung, um das Chaos loszulösen, um die angespannte Stimmung zum Explodieren zu bringen. Ein Film über "den jahrhundertelangen Kampf zwischen Barbarei und Zivilisation" (so Béla Tarr über sein Werk), in tristen Schwarz-Weiss Bildern. Ich habe nur "Werckmeister Harmonies" im Kino gesehen. "Damnation" kenne ich nicht. "Werckmeister Harmonies" ist mit 145 Minuten viel zu lang. Die Brillanz eines Tarkowski oder Bergman erreicht Tarr mit diesem Film, trotz des Einsatzes beeindruckend subtiler Musik, einiger durchaus gelungener Szenen und überzeugender Darsteller, meiner Meinung nach nicht.
Nach Werckmeister Harmonies wird man keinen Film mehr so sehen können wie zuvor 4 von 5 Punkten Die ersten Minuten von Werckmeister Harmonies wirken seltsam und irritierend, dann jedoch setzt die Musik ein und die ganze Schönheit des Films tritt mit einem Mal hervor und und bleibt für 2 1/2 Stunden bestehen. Es wäre unangebracht, inhaltlich etwas von dieser wunderbaren Geschichte vorwegzunehmen, denn jeder sollte die Chance bekommen, gleichermaßen davon beeindruckt und überrascht zu werden. Ich will mich daher darauf beschränken, auf welche Weise es Béla Tarr gelingt, das scheinbar Alltägliche umzukehren und ganz langsam eine andere Wirklichkeit zu kreieren.
Trotz der Ruhe, mit der Tarr erzählt, ist sein Hauptelement Bewegung. Die Kamerafahrten dürften wohl als eine der bedeutensten Innovationen des modernen Kunstfilms betrachtet werden, mit den meist mehr als 5 Minuten andauernden Plansequenzen kreiert Tarr eine sehr eigene Filmsprache, welche ihn in eine Reihe mit Größen wie Bergman, Ozu, Bresson oder Tarkovsky stellt. Wie bei diesen Regisseuren werden die Sehgewohnheiten vernachlässigt, um dem Zuschauer eine neue künstlerische Ausdrucksform vor Augen zu führen, ich denke, dass es beruhigend ist, zu Beginn des 21. Jahrhunderts einen Regisseur zu finden, der bereit ist, alle Konventionen hinter sich zu lassen und einen neuen Weg einzuschlagen.
Es geht Tarr nicht darum (und dies betont er im Interview der artificial eye-DVD), Symbole oder Allegorien zu verwenden, um das menschliche Schicksal zu verdeutlichen, sondern abzubilden, Realität zu zeigen, die gerade in der Konfrontation mit Kunst/Ästhetik zu etwas ganz Fremdartigem wird, das sich nur noch schwer fassen lässt. Es lässt sich jedoch bauch schwer fassen, wieso artificial eye auf der zweiten DVD das vergleichsweise schwache Frühwerk Damnation veröffentlicht hat, der Film ist in seiner Sterilität und Gekünsteltheit nur schwer erträglich und es mangelt ihm noch an dem Zauber, der Werckmeister Harmonies zu einem derart tiefgreifenden Filmerlebnis macht.
Es wäre schön gewesen, Tarrs zweites Meisterwerk, das 7-stündige Epos Sátántango mit auf der DVD veröffentlicht zu wissen, da eine andere Wertung als 5 Sterne für Werckmeister Harmonies undenkbar ist und Damnation nicht über 3 Sterne hinauskommt, liegt die Gesamtwertung also bei 4. Wer sich mit einem modernen Künstler auseinandersetzen will, der sich dadurch auszeichnet, nicht modern zu sein, im Jahr 2000 noch Schwarz/weiß-Filme zu drehen und sich von der Hollywood-Ästhetik (und Schnittechnik) in größtmöglichem Maße zu distanzieren, wird an Béla Tarr nicht vorbeikommen. Werckmeister Harmonies stellt in jedem Fall eine Bereicherung dar und macht noch einmal deutlich, dass die Zeit der großen Regisseure nicht vorbei ist. |
Liebe ist kälter als der Tod Ulli Lommel, Hanna Schygulla Videokassette, 22. August 2002 Verkaufsrang: 3451 Liebe ist kälter als der Tod -- es wird wohl in der ganzen Filmgeschichte kein zweites Spielfilmdebüt geben, dessen Titel so programmatisch für das gesamte noch folgende Werk seines Regisseurs ist wie dieser. Mit ihm hat Rainer Werner Fassbinder auf eine geradezu prophetische Weise die zentrale Idee wie auch -- und das ist letztlich noch entscheidender, denn Ideen können alleine keinen Film tragen -- die zentrale Beobachtung seines ganzen künstlerischen Schaffens auf den Punkt gebracht. Aber es ist nicht nur der Titel, der uns eine Art von Generalschlüssel zur Hand gibt, mit dem sich nahezu alle Türen in Fassbinders uvre, das in seinem Aufbau und Entstehungsprozess tatsächlich einem Haus gleichkommt, öffnen lassen. Dieser erste Gangsterfilm ist in jeder Hinsicht der Grundstein eines in 13 Jahren exzessiver Produktivität entstandenen Lebenswerks. Wie in beinahe allen seinen Filmen erzählt Rainer Werner Fassbinder auch in Liebe ist kälter als der Tod eine klassische Kinogeschichte von Liebe und Verrat, Eifersucht und Gewalt. Die Prostituierte Joanna (Hanna Schygulla) liebt den kleinen Gangster und Zuhälter Franz (Rainer Werner Fassbinder). Franz geht seine Unabhängigkeit über alles, und so hat er selbst nach mehreren Tagen der Gefangenschaft und Folter das Angebot des "Syndikats" ausgeschlagen, das ihn zu einem Teil seiner Organisation machen will. Schließlich setzen die Bosse Bruno (Ulli Lommel) auf Franz an. Zwischen den beiden entwickelt sich eine nie ausgesprochene Liebesbeziehung, die in einem gemeinsamen Bankraub gipfelt. Um Franz vor dem Killer Bruno zu retten, verrät Joanna die beiden an die Polizei. Diese Zusammenfassung des Geschehens erweckt den Eindruck, als sei Liebe ist kälter als der Tod ein Action-Film, vergleichbar mit Klaus Lemkes 48 Stunden bis Acapulco oder Rudolf Thomes Detektive, zwei etwa zur selben Zeit entstandene Münchner Genre-Experimente. Doch Fassbinders Debüt trennen Welten von diesen beiden Filmen genauso wie von seinen amerikanischen und französischen Vorbildern. Er löst die Handlung in einer Reihe von nahezu unverbunden nebeneinander stehenden Tableaus auf. Der Zuschauer kann sich hier nicht von den Ereignissen mitreißen lassen; er muss selbst die Verbindungen herstellen, die zwischen ihnen bestehen könnten. So wird Liebe ist kälter als der Tod zum Porträt einer Gesellschaft, die den Menschen systematisch zerstört. Fassbinders Figuren besitzen keine Sprache für ihre Gefühle. Sie können ihre Empfindungen, ihre Liebe und ihre Sehnsucht, nur in Form von Gewalt und Verrat artikulieren und verletzen sich damit selbst am stärksten. In äußerst spröden, aber auch ungeheuer schönen Bildern fängt Fassbinder die Kälte der bürgerlichen Gesellschaft ein, deren erdrückende Organisationsprinzipien selbst die Welt der Outlaws bestimmen. --Sascha Westphal
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.): Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)
Ein absolut erstaunliches Frühwerk 5 von 5 Punkten Dieser vierte Fassbinder-Film ist in jedweder Hinsicht erstaunlich. Franz (R.W.Fassbinder) sitzt im Gefängnis des sogenannten "Syndikats", das ihn zur Mitarbeit zwingen will. Es ist erstaunlich, mit welch einfachen Mitteln in diesem Gefängnis eine dichte Atmosphäre geschaffen wird. Noch erstaunlicher ist die Präsenz des Hauptdarstellers Ulli Lommel, der einen Spitzel des Syndikats spielt. Nicht nur Franz' Freundin Joanna (Hanna Schygulla), sondern auch der Zuschauer selbst spürt den kalten Charme des Killers. Wenn der junge Franz im Gefängnis stolz sagt: "Ich arbeite nur auf eigene Rechnung" - dann meint man fasst den stolzen Filmemacher im Original zu sehen. Der 1969 gedrehte Film ist in der Art der Inszenierung durch das französiche Kino beeinflußt. Etwa im Kapitel "Begegnung im Zug". Da erzählt der Spitzel Bruno (Ulli Lommel) ganz kalt, wie er seinen eigenen Vater getötet hat und zum Kriminellen wurde. Knapp bemessene Dialoge zwar, aber die Präsenz der Gesichter transportiert unausgesprochene Botschaften. Die Liebe von Franz und Joanna zu Bruno entfremdet sich; sie wird kälter als der "Tod" namens Bruno...Wenn man bedenkt, dass nach den Kurzfilmen "Der Stadtstreicher" (auf der Begleit-DVD enthalten) und "Das kleine Chaos" dies der erste abendfüllende Spielfilm Fassbinders ist, stellt man einen unglaublichen Quantensprung fest. Wie er im Alter von 24 Jahren ein darartiges Meisterwerk schaffen konnte, bleibt mir ein Rätsel. Die DVD enthält zusätzlich Statements von Hanna Schygulla und Ulli Lommel zum Film. Hier erfährt man unter anderem, ob es wirklich weh tut, wenn der Schauspieler Fassbinder eine Ohrfeige austeilt... |
 | Seiten: 1 2 3 4 |  |
|

|