Astronomie oder
Astrologie?

Das Zeitalter
des Wassermanns

Tierkreiszeichen
und Sternbilder,
Frühlingssternzeichen



Wenn wir die Begriffe Sternbilder oder Tierkreiszeichen hören, denken wir sofort an Astrologie, an eine Möglichkeit, die Zukunft vorherzusehen oder über den Zeitpunkt der Geburt etwas über unsere Mitmenschen zu erfahren. Die Sternbilder dienen jedoch auch der Astronomie. Sie helfen Astronomen, sich am Himmel zu orientieren. In früheren Jahrhunderten gab es keine strikte Trennung zwischen Astronomie und Astrologie und auch heute noch ist der Übergang für viele Menschen fließend.

An dieser Stelle möchte ich vorwegschicken, dass ich nicht daran glaube, dass die Stellung der Sterne zum Zeitpunkt der Geburt etwas über den Charakter eines Menschen aussagt und auch nicht, dass er über sein Leben und seine Zukunft bestimmt. Trotzdem gibt es Einflüsse, seien sie psychologischer, mystischer oder physikalischer Natur. Auch psychologische Einflüsse sind eben real und unter Umständen messbar und verifizierbar.
Zeitalter des Wassermanns
Wassermann, Stich von 1782, gemeinfrei

Zeitalter

Wollen wir uns am Anfang mal kurz mit Zeitaltern allgemein beschäftigen. Oft hört man auch die Begriffe Epoche oder Ära. Das sind unterschiedlich lange Zeiträume, in denen ein bestimmter Zustand herrscht. Am Anfang und am Ende muss sich dieser Zustand also ändern. Ein Jahrhundert oder Jahrtausend ist an sich kein wirkliches Zeitalter, weil der Beginn und das Ende rein zufällig durch unsere Zeitrechnung und durch unser Zahlensystem bestimmt werden. Jahrhundertwenden oder Jahrtausendwenden haben jedoch auch einen indirekten psychologischen Einfluss auf unser Leben, einfach weil die Menschen daran glauben und ihr Verhalten anpassen. Im Gegensatz zu Epoche oder Ära denkt man bei dem Begriff Zeitalter eher an sehr lange Zeiträume, gemessen in Jahrtausenden oder gar Jahrmillionen.

Aber erst mal zurück zur leichter nachvollziehbaren Physik: Wer denkt z.B. schon daran, dass wir jetzt im Jahr 2007 noch mitten in einem Eiszeitalter leben! Wir haben doch alle in der Schule gelernt, dass die Eiszeit vor über 10 000 Jahren zu Ende ging! "Eiszeitalter" ist definitionsgemäß ein Zeitraum, in dem mindestens ein Pol der Erde dauerhaft vereist ist. Wenn demnächst das Eis am Nordpol im Sommer schmilzt, dauert das Eiszeitalter immer noch an. Erst wenn auch der Südpol im Sommer eisfrei ist, wird dieses zu Ende gehen. Was wir als Eiszeit bezeichnen, war nur eine Kaltzeit im Eiszeitalter. Wir leben jetzt in einer Warmzeit. Zeitalter werden also dadurch begrenzt, dass ein bestimmter Zustand eintritt und am Ende wieder verschwindet.
Beispiel:
Klimaschwankungen im Phanerozoikum
(Zeitalter des ohne Mikroskop sichtbaren Lebens),
das gegenwärtiges Eiszeitalter
besteht aus den letzten 30 Millionen Jahren
und nennt sich  Känozoisches Eiszeitalter Klimaschwankungen, Eiszeitalter
Bild: GNU-Lizenz

  • Warum sangen Fifth Dimension "Age of Aquarius" aus dem Musical Hair?
  • Warum hat das Volk  Israel ein goldenes Kalb verehrt, als Moses für ein paar Wochen weg war?
  • Warum wollte er, dass sie stattdessen Widder (Lämmer) opferten?
  • Warum findet man in  Ägypten und anderen Teilen des Mittelmeerraumes in den Jahren 4000 v.Chr. bis 2000 v.Chr an Statuen und Reliefs vermehrt Stierköpfe, ab dann vermehrt Schafsköpfe?
  • Warum wurde der Fisch das Zeichen der frühen Kirche?

Scheinbar zusammenhanglose Fragen?
Ägypten: Sphingen mit Widderkopf

Für viele Kulturen war es wichtig festzustellen, in welcher Jahreszeit man lebte, vor allem wegen des Zeitpunkts der Aussaaten oder anderer landwirtschaftlicher Tätigkeiten. Wintersonnenwende und Sommersonnenwende waren noch relativ leicht zu sehen. Schwieriger war es schon dazwischen, z.B. um im alten Ägypten den Zeitpunkt der Nilfluten vorherzusagen. Nun steht die Sonne zum Frühlingsanfang, also zur Tag- und Nachtgleiche, immer in einem bestimmten Sternbild. Steht sie am einen Rand hat man Vorfrühling, am anderen Vollfrühling. Betrachtet man jedoch längere Zeiträume, wandert der Frühlingspunkt mit der Zeit von einem Sternbild zum nächsten, und zwar in umgekehrter Reihenfolge wie die Sonne im Jahreslauf. Ein voller Durchlauf bis er wieder an die gleiche Stelle kommt, dauert 25 700 Jahre. Bezogen auf die zwölf siderischen Sternbilder hält sich der Frühlingspunkt also rein rechnerisch 2140 Jahre in jedem Sternbild auf. Da die Sternbilder jedoch unterschiedlich groß sind, herrscht keine Einigkeit, wo sich die Grenzen befinden und in Folge dessen auch keine Einigkeit über den Zeitpunkt des Übergangs von einem ins andere.

Für Esoteriker sind die Übergänge immer mit einschneidenden Ereignissen verbunden: Vom Stier zum Widder war es der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Geht man davon aus, dass die ägyptischen Plagen, die nach der Bibel von Gott verursacht wurden, um die Befreiung des Volkes Israel zu erzwingen, von einer großen vulkanischen Katastrophe verursacht wurden, wahrscheinlich die Explosion des Vulkans auf Santorin, kann man den Zeitpunkt ziemlich genau eingrenzen. Nach Eisbohrkernen aus Grönland war es um das Jahr 1645 v.Chr. Während das Volk Israel konservativ dachte und an alten Vorstellungen hing, hat der impulsive Moses von den ägyptischen Sterndeutern mitbekommen, dass ab jetzt nicht mehr der Stier, sondern der Widder zu verehren war, weil der Frühlingspunkt allmählich ins Sternbild Widder gewandert war. Kaum war er mal ein paar Wochen verschwunden, um auf dem Berg Sinai die Zehn Gebote zu empfangen, fiel das Volk wieder in den alten Glauben zurück und verehrte ein goldenes Kalb (einen Stier). Moses konnte sich jedoch durchsetzen und so wurden 2000 Jahre lang von den Israeliten Widder (Schafe, Lämmer) geopfert. Das Opferlamm ging deshalb in unseren Sprachgebrauch ein.

Im  3. Buch Mose, 1. Kapitel, ist noch beides möglich:
  • 3. Vers: Will er ein Brandopfer tun von Rindern, so opfere er ein Männlein (Stier) ...
  • 10. Vers: Will er aber von Schafen oder Ziegen ein Brandopfer tun, so opfere er ein Männlein (Widder) ...

Bis schließlich Jesus kam. Seine Eltern waren ja nach seiner Geburt mit ihm nach Ägypten geflohen und er wuchs wahrscheinlich zum größten Teil dort auf. Während das konservative, rückwärtsgewandte Volk Israel an der Widderverehrung und Lammopferung festhielt, erfuhr Jesus in Ägypten vom Wechsel zum Frühlingssternbild der Fische. Ein neues Zeitalter brach an!

Liest man die Bibel unter dem Aspekt, dass Jesus die Verehrung und Opferung der Lämmer beenden und die Verehrung des Sternbilds der Fische einführen wollte, bekommen viele Geschichten eine neue Bedeutung, zumal man berücksichtigen muss, dass die Evangelien erst lange nach Christi Tod geschrieben wurden und bei der mündlichen Überlieferung manches falsch verstanden und weitergegeben wurde.

Im  Evangelium des Johannes 2, Vers 15 liest man zum Beispiel die Geschichte, wie Jesus in den Tempel kam, der von Händlern bevölkert war:
» ... er trieb sie alle zum Tempel hinaus samt den Schafen und Ochsen und verschüttete den Wechslern das Geld und stieß die Tische um.«
In Wahrheit wollte Jesus verhindern, dass nach wie vor junge Stiere und Lämmer verkauft wurden um sie zu opfern. Das Zeitalter des Widders war vorbei, aber die Leute wollten es nicht wahrhaben, sie hatten jahrtausendelang diese Tiere geopfert. Die mit erwähnten Geldwechsler waren vor allem deshalb da, damit von weit her angereiste Pilger mit fremdem Geld Kälber und vor allem Lämmer als Opfertiere kaufen konnten.

Karl-Heinz Engels bietet in seinem Buch "Vom Neandertaler zum Kosmos" z.B. eine andere Interpretation der Geschichte an, die im  Evangelium des Matthäus 14, Vers 17 bis 21 steht - Die Speisung der Fünftausend: In der Geschichte sättigt Jesus durch ein Wunder 5000 Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen.
Geht man davon aus, dass Jesus ein Mensch war, wenn auch ein außergewöhnlicher, und kein Gott, ist es schwer einen Sinn zu erkennen, außer den, dass die Schreiber der Evangelien ihn unbedingt zum Gott oder zum Messias machen wollten, dazu mussten sie ihn Wunder vollbringen lassen.

Engels bietet eine Erklärung an, was ursprünglich zu Grunde liegen könnte: Das jeweils gültige Frühlingssternbild hatte ja nicht nur mystische Bedeutung sondern auch ganz praktische, nämlich die, den Zeitpunkt der Aussaat im Frühjahr zu bestimmen. Der falsche Zeitpunkt der Aussaat wegen der Verschiebung der Sternbilder hätte schlechte Ernten bedeutet. Die Ägypter hatten diese Verschiebung bemerkt und Jesus brachte dieses Wissen aus Ägypten mit. Also sagte er einer großen Menge von Bauern: »Ab jetzt müsst ihr dann säen und pflanzen, wenn die Sonne im Sternbild der Fische steht, nicht mehr im Widder, dann könnt ihr aus dem Korn für fünf Brote soviel ernten, dass ihr 5000 Menschen sättigen könnt!«, und schon ist das Rätsel um die zwei Fische und fünf Brote gelöst.

Die Menschen damals haben einfach nicht verstanden, was er meinte. So wurde die Geschichte völlig falsch weitererzählt und beim ersten Aufschreiben Jahrzehnte später in ein Wunder verwandelt.
Frühlingssternbild Widder
Frühlingssternbild Widder, Stich von 1782
Auf keinen Fall darf man die astronomische Bestimmung des Frühlingssternbildes mit den im Frühjahr eingeordneten astrologischen Tierkreiszeichen verwechseln.
 Näheres
Sternbilder Herbst und Winter
Astrologische
Herbst- und Wintersternbilder


Sternbilder Frühling und Sommer
Astrologische
Frühlings- und Sommersternbilder









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