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Das 1. Kapitel

1. Nachdem vorzeiten Gott manchmal und mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten,

2. hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzt hat zum Erben über alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat;

3. welcher, sintemal er ist der Glanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat gemacht die Reinigung unserer Sünden durch sich selbst, hat er sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe,

4. so viel besser worden denn die Engel, so gar viel einen höhern Namen er vor ihnen geerbt hat.

5. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt? Und abermal: Ich werde sein Vater sein, und er wird mein Sohn sein?

6. Und abermal, da er einführt den Erstgeborenen in die Welt, spricht er: Und es sollen ihn alle Gottesengel anbeten.

7. Von den Engeln spricht er zwar: Er macht seine Engel Geister und seine Diener Feuerflammen;

8. aber von dem Sohn: Gott, dein Stuhl währt von Ewigkeit zu Ewigkeit; das Zepter deines Reichs ist ein richtiges Zepter.

9. Du hast geliebt die Gerechtigkeit und gehasst die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, gesalbt dein Gott mit dem Öle der Freuden über deine Genossen;

10. und: Du, Herr, hast von Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk.

11. Dieselbigen werden vergehen, du aber wirst bleiben; und sie werden alle veralten wie ein Kleid,

12. und wie ein Gewand wirst du sie wandeln, und sie werden sich verwandeln. Du aber bist derselbige, und deine Jahre werden nicht aufhören.

13. Zu welchem Engel aber hat er jemals gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße?

14. Sind sie nicht allzumal dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit?

Das 2. Kapitel

1. Darum sollen wir desto mehr wahrnehmen des Worts, das wir hören, dass wir nicht dahinfahren.

2. Denn so das Wort fest worden ist, das durch die Engel geredet ist, und eine jegliche Übertretung und Ungehorsam hat empfangen seinen rechten Lohn:

3. wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche Seligkeit nicht achten? welche, nachdem sie erstlich gepredigt ist durch den Herrn, ist sie auf uns kommen durch die, so es gehört haben.

4. Und Gott hat ihr Zeugnis gegeben mit Zeichen, Wundern und mancherlei Kräften und mit Austeilung des Heiligen Geistes nach seinem Willen.

5. Denn er hat nicht den Engeln untertan die zukünftige Welt, davon wir reden.

6. Es bezeugt aber einer an einem Ort und spricht: Was ist der Mensch, dass du sein gedenkest, und des Menschen Sohn, dass du ihn heimsuchst?

7. Du hast ihn eine kleine Zeit der Engel mangeln lassen; mit Preis und Ehren hast du ihn gekrönet und hast ihn gesetzt über die Werke deiner Hände;

8. alles hast du untertan zu seinen Füßen. In dem, dass er ihm alles hat untertan, hat er nichts gelassen, das ihm nicht untertan sei; jetzt aber sehen wir noch nicht, dass ihm alles untertan sei.

9. Den aber, der eine kleine Zeit der Engel gemangelt hat, sehen wir, dass es Jesus ist, durch Leiden des Todes gekrönet mit Preis und Ehren, auf dass er von Gottes Gnaden für alle den Tod schmeckete.

10. Denn es ziemte dem, um deswillen alle Dinge sind, und durch den alle Dinge sind, der da viel Kinder hat zur Herrlichkeit geführt, dass er den Herzog ihrer Seligkeit durch Leiden vollkommen machte.

11. Sintemal sie alle von einem kommen, beide, der da heiligt, und die da geheiligt werden. Darum schämt er sich auch nicht, sie Brüder zu heißen,

12. und spricht: Ich will verkündigen deinen Namen meinen Brüdern und mitten in der Gemeinde dir Lob singen.

13. Und abermal: Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen. Und abermal: Siehe da, ich und die Kinder, welche mir Gott gegeben hat.

14. Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist er‘s gleichermaßen teilhaftig worden, auf dass er durch den Tod die Macht nähme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist, dem Teufel,

15. und erlöste die, so durch Furcht des Todes im ganzen Leben Knechte sein mußten.

16. Denn er nimmt nirgend die Engel an sich, sondern den Samen Abrahams nimmt er an sich.

17. Daher mußte er allerdinge seinen Brüdern gleich werden, auf dass er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu versöhnen die Sünde des Volks.

18. Denn darinnen er gelitten hat und versucht ist, kann er helfen denen, die versucht werden.

Das 3. Kapitel

1. Derhalben, ihr heiligen Brüder, die ihr mit berufen seid durch die himmlische Berufung, nehmt wahr des Apostels und Hohenpriesters, den wir bekennen, Christi Jesu,

2. der da treu ist dem, der ihn gemacht hat (wie auch Mose) in seinem ganzen Hause.

3. Dieser aber ist größerer Ehre wert denn Mose, nachdem der eine größere Ehre am Hause hat, der es bereitet, denn das Haus.

4. Denn ein jeglich Haus wird von jemand bereitet; der aber alles bereitet, das ist Gott.

5. Und Mose zwar war treu in seinem ganzen Hause als ein Knecht zum Zeugnis des, das gesagt sollte werden;

6. Christus aber als ein Sohn über sein Haus; welches Haus sind wir, so wir anders das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung bis ans Ende fest behalten.

7. Darum, wie der Heilige Geist spricht: Heute, so ihr hören werdet seine Stimme,

8. so verstocket eure Herzen nicht, als geschah in der Verbitterung, am Tage der Versuchung in der Wüste,

9. da mich eure Väter versuchten; sie prüften mich und sahen meine Werke vierzig Jahre lang;

10. darum ich entrüstet wurde über dies Geschlecht und sprach: Immerdar irren sie mit dem Herzen, aber sie wußten meine Wege nicht,

11. dass ich auch schwur in meinem Zorn, sie sollten zu meiner Ruhe nicht kommen.

12. Seht zu, liebe Brüder, dass nicht jemand unter euch ein arges, ungläubiges Herz habe, das da abtrete von dem lebendigen Gott,

13. sondern ermahnt euch selbst alle Tage, solange es heute heißt, dass nicht jemand unter euch verstocket werde durch Betrug der Sünde.

14. Denn wir sind Christi teilhaftig worden, so wir anders das angefangene Wesen bis ans Ende fest behalten,

15. solange gesagt wird: Heute, so ihr seine Stimme hören werdet, so verstocket eure Herzen nicht, wie in der Verbitterung geschah.

16. Denn etliche, da sie hörten, richteten eine Verbitterung an, aber nicht alle, die von Ägypten ausgingen durch Mose.

17. Über welche aber wurde er entrüstet vierzig Jahre lang? Ist‘s nicht also, dass über die, so da sündigten, deren Leiber in der Wüste verfielen?

18. Welchen schwur er aber, dass sie nicht zu seiner Ruhe kommen sollten, denn den Ungläubigen?

19. Und wir sehen, dass sie nicht haben können hineinkommen um des Unglaubens willen.

Das 4. Kapitel

1. So lasst uns nun fürchten, dass wir die Verheißung, einzukommen zu seiner Ruhe, nicht versäumen, und unser keiner dahintenbleibe.

2. Denn es ist uns auch verkündigt gleichwie jenen; aber das Wort der Predigt half jenen nichts, da nicht glaubten die, so es hörten.

3. Denn wir, die wir glauben, gehen in die Ruhe, wie er spricht: Daß ich schwur in meinem Zorn, sie sollten zu meiner Ruhe nicht kommen. Und zwar, da die Werke von Anbeginn der Welt waren gemacht,

4. sprach er an einem Ort von dem siebten Tage also: Und Gott ruhte am siebten Tage von allen seinen Werken.

5. Und hier an diesem Ort abermal: Sie sollen nicht kommen zu meiner Ruhe.

6. Nachdem es nun noch vorhanden ist, dass etliche sollen zu derselbigen kommen, und die, denen es zuerst verkündigt ist, sind nicht dazu kommen um des Unglaubens willen,

7. bestimmte er abermal einen Tag nach solcher langen Zeit und sagte durch David: Heute, wie gesagt ist, heute, so ihr seine Stimme hören werdet, so verstocket eure Herzen nicht!

8. Denn so Josua sie hätte zur Ruhe gebracht, würde er nicht hernach von einem andern Tage gesagt haben.

9. Darum ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volk Gottes.

10. Denn wer zu seiner Ruhe kommen ist, der ruht auch von seinen Werken, gleich wie Gott von seinen.

11. So lasst uns nun Fleiß tun, einzukommen zu dieser Ruhe, auf dass nicht jemand falle in dasselbige Exempel des Unglaubens.

12. Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn kein zweischneidig Schwert und durchdringt, bis dass es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.

13. Und ist keine Kreatur vor ihm unsichtbar; es ist aber alles bloß und entdeckt vor seinen Augen; von dem reden wir.

14. Dieweil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesum, den Sohn Gottes, der gen Himmel gefahren ist, so lasst uns halten an dem Bekenntnis.

15. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte Mitleid haben mit unserer Schwachheit, sondern der versucht ist allenthalben gleich wie wir, doch ohne Sünde.

16. Darum lasst uns hinzutreten mit Freudigkeit zu dem Gnadenstuhl, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden auf die Zeit, wenn uns Hilfe not sein wird.

Das 5. Kapitel

1. Denn ein jeglicher Hoherpriester, der aus den Menschen genommen wird, der wird gesetzt für die Menschen gegen Gott, auf dass er opfere Gaben und Opfer für die Sünden,

2. der da könnte mitleiden über die, so unwissend sind und irren, nachdem er auch selbst umgeben ist mit Schwachheit.

3. Darum muß er auch, gleichwie für das Volk, also auch für sich selbst opfern für die Sünden.

4. Und niemand nimmt sich selbst die Ehre, sondern der auch berufen sei von Gott gleichwie Aaron.

5. Also auch Christus hat sich nicht selbst in die Ehre gesetzt, dass er Hoherpriester würde, sondern der zu ihm gesagt hat: Du bist mein Sohn; heute habe ich dich gezeugt.

6. Wie er auch am andern Ort spricht: Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.

7. Und er hat in den Tagen seines Fleisches Gebet und Flehen mit starkem Geschrei und Tränen geopfert zu dem, der ihm von dem Tode konnte aushelfen; und ist auch erhört, darum dass er Gott in Ehren hatte.

8. Und wiewohl er Gottes Sohn war, hat er doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt.

9. Und da er ist vollendet, ist er worden allen, die ihm gehorsam sind, eine Ursache zur ewigen Seligkeit,

10. genannt von Gott ein Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks.

11. Davon hätten wir wohl viel zu reden; aber es ist schwer, weil ihr so unverständig seid.

12. Und die ihr solltet längst Meister sein, bedürfet ihr wiederum, dass man euch die ersten Buchstaben der göttlichen Worte lehre, und dass man euch Milch gebe und nicht starke Speise.

13. Denn wem man noch Milch geben muß, der ist unerfahren in dem Wort der Gerechtigkeit; denn er ist ein junges Kind.

14. Den Vollkommenen aber gehört starke Speise, die durch Gewohnheit haben geübte Sinne zum Unterschied des Guten und des Bösen.

Das 6. Kapitel

1. Darum wollen wir die Lehre vom Anfang christliches Lebens jetzt lassen und zur Vollkommenheit fahren, nicht abermal Grund legen von Buße der toten Werke, vom Glauben an Gott,

2. von der Taufe, von der Lehre, vom Händeauflegen, von der Toten Auferstehung und vom ewigen Gerichte.

3. Und das wollen wir tun, so es Gott anders zulässt.

4. Denn es ist unmöglich, dass die, so einmal erleuchtet sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und teilhaftig worden sind des Heiligen Geistes

5. und geschmeckt haben das gütige Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt,

6. wo sie abfallen und wiederum sich selbst den Sohn Gottes kreuzigen und für Spott halten, dass sie sollten wiederum erneuert werden zur Buße.

7. Denn die Erde, die den Regen trinkt, der oft über sie kommt, und bequem Kraut träget denen, die sie bauen, empfängt Segen von Gott.

8. Welche aber Dornen und Disteln träget, die ist untüchtig und dem Fluch nahe, welche man zuletzt verbrennt.

9. Wir versehen uns aber, ihr Liebsten, Besseres zu euch, und dass die Seligkeit näher sei, ob wir wohl also reden.

10. Denn Gott ist nicht ungerecht, dass er vergesse eures Werks und Arbeit der Liebe, die ihr bewiesen habt an seinem Namen, da ihr den Heiligen dientet und noch dient.

11. Wir begehren aber, dass euer jeglicher denselbigen Fleiß beweise, die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende,

12. dass ihr nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch den Glauben und Geduld ererben die Verheißungen.

13. Denn als Gott Abraham verhieß, da er bei keinem Größeren zu schwören hatte, schwur er bei sich selbst

14. und sprach: Wahrlich, ich will dich segnen und vermehren.

15. Und also trug er Geduld und erlangte die Verheißung.

16. Die Menschen schwören wohl bei einem Größeren, denn sie sind; und der Eid macht ein Ende alles Haders, dabei es fest bleibt unter ihnen.

17. Aber Gott, da er wollte den Erben der Verheißung überschwenglich beweisen, dass sein Rat nicht wankete, hat er einen Eid dazugetan,

18. auf dass wir durch zwei Stücke, die nicht wanken (denn es ist unmöglich, dass Gott lüge), einen starken Trost haben, die wir Zuflucht haben und halten an der angebotenen Hoffnung,

19. welche wir haben als einen sicheren und festen Anker unserer Seele, der auch hineingeht in das Inwendige des Vorhangs,

20. dahin der Vorläufer für uns eingegangen, Jesus, ein Hoherpriester worden in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.

Das 7. Kapitel

1. Dieser Melchisedek aber war ein König zu Salem, ein Priester Gottes, des Allerhöchsten, der Abraham entgegenging, da er von der Könige Schlacht wiederkam, und segnete ihn,

2. welchem auch Abraham gab den Zehnten aller Güter. Aufs erste wird er verdolmetscht ein König der Gerechtigkeit; danach aber ist er auch ein König Salem, das ist, ein König des Friedens;

3. ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlecht; und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens. Er ist aber verglichen dem Sohn Gottes und bleibt Priester in Ewigkeit.

4. Schaut aber, wie groß ist der, dem auch Abraham, der Patriarch, den Zehnten gibt von der eroberten Beute!

5. Zwar die Kinder Levi, da sie das Priestertum empfangen, haben sie ein Gebot, den Zehnten vom Volk, das ist, von ihren Brüdern, zu nehmen nach dem Gesetz, wiewohl auch dieselben aus den Lenden Abrahams kommen sind.

6. Aber der, des Geschlecht nicht genannt wird unter ihnen, der nahm den Zehnten von Abraham und segnete den, der die Verheißung hatte.

7. Nun ist‘s ohne alles Widersprechen also, dass das Geringere von dem Besseren gesegnet wird.

8. Und hier nehmen den Zehnten die sterbenden Menschen; aber dort bezeugt er, dass er lebe.

9. Und dass ich also sage, es ist auch Levi, der den Zehnten nimmt, verzehntet durch Abraham.

10. Denn er war je noch in den Lenden des Vaters, da ihm Melchisedek entgegenging.

11. Ist nun die Vollkommenheit durch das levitische Priestertum geschehen (denn unter demselbigen hat das Volk das Gesetz empfangen), was ist denn weiter not zu sagen, dass ein anderer Priester aufkommen solle nach der Ordnung Melchisedeks und nicht nach der Ordnung Aarons?

12. Denn wo das Priestertum verändert wird, da muß auch das Gesetz verändert werden.

13. Denn von dem solches gesagt ist, der ist von einem andern Geschlecht, aus welchem nie keiner des Altars gepflegt hat.

14. Denn es ist ja offenbar, dass von Juda aufgegangen ist unser Herr; zu welchem Geschlecht Mose nicht geredet hat vom Priestertum.

15. Und es ist noch viel klarer, so nach der Weise Melchisedeks ein anderer Priester aufkommt,

16. welcher nicht nach dem Gesetz des fleischlichen Gebots gemacht ist, sondern nach der Kraft des unendlichen Lebens.

17. Denn er bezeugt: Du bist ein Priester ewiglich nach der Ordnung Melchisedeks.

18. Denn damit wird das vorige Gesetz aufgehoben, darum dass es zu schwach und nicht nütze war

19. (denn das Gesetz konnte nichts vollkommen machen), und wird eingeführt eine bessere Hoffnung, durch welche wir zu Gott nahen;

20. und dazu, das viel ist, nicht ohne Eid. Denn jene sind ohne Eid Priester worden;

21. dieser aber mit dem Eid durch den, der zu ihm spricht: Der Herr hat geschworen, und wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.

22. Also eines so viel besseren Testaments Ausrichter ist Jesus worden.

23. Und jener sind viel, die Priester wurden, darum dass sie der Tod nicht bleiben ließ;

24. dieser aber darum, dass er bleibt ewiglich, hat er ein unvergänglich Priestertum;

25. daher er auch selig machen kann immerdar, die durch ihn zu Gott kommen, und lebt immerdar und bittet für sie.

26. Denn einen solchen Hohenpriester sollten wir haben, der da wäre heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher, denn der Himmel ist,

27. dem nicht täglich not wäre wie jenen Hohenpriestern, zuerst für eigene Sünden Opfer zu tun, danach für des Volks Sünden; denn das hat er getan einmal, da er sich selbst opferte.

28. Denn das Gesetz macht Menschen zu Hohenpriestern, die da Schwachheit haben; dies Wort aber des Eides, das nach dem Gesetz gesagt ist, setzt den Sohn ewig und vollkommen.

Das 8. Kapitel

1. Das ist nun die Summa, davon wir reden: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der da sitzt zu der Rechten auf dem Stuhl der Majestät im Himmel;

2. und ist ein Pfleger der heiligen Güter und der wahrhaftigen Hütte, welche Gott aufgerichtet hat und kein Mensch.

3. Denn ein jeglicher Hoherpriester wird eingesetzt, zu opfern Gaben und Opfer. Darum muß auch dieser etwas haben, das er opfere.

4. Wenn er nun auf Erden wäre, so wäre er nicht Priester, dieweil da Priester sind, die nach dem Gesetz die Gaben opfern,

5. welche dienen dem Vorbilde und dem Schatten der himmlischen Güter; wie die göttliche Antwort zu Mose sprach, da er sollte die Hütte vollenden: Schaue zu, sprach er, dass du machest alles nach dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt ist.

6. Nun aber hat er ein besser Amt erlangt, als der eines besseren Testaments Mittler ist, welches auch auf besseren Verheißungen steht.

7. Denn so jenes, das erste, untadelig gewesen wäre, würde nicht Raum zu einem andern gesucht.

8. Denn er tadelt sie und sagt: Siehe, es kommen die Tage, spricht der Herr, dass ich über das Haus Israel und über das Haus Juda ein neu Testament machen will;

9. nicht nach dem Testament, das ich gemacht habe mit ihren Vätern an dem Tage, da ich ihre Hand ergriff, sie auszuführen aus Ägyptenland. Denn sie sind nicht geblieben in meinem Testament; so habe ich ihrer auch nicht wollen achten, spricht der Herr.

10. Denn das ist das Testament, das ich machen will dem Hause Israel nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will geben meine Gesetze in ihren Sinn, und in ihr Herz will ich sie schreiben, und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.

11. Und soll nicht lehren jemand seinen Nächsten noch jemand seinen Bruder und sagen: Erkenne den Herrn! Denn sie sollen mich alle kennen, von dem Kleinsten an bis zu dem Größten.

12. Denn ich will gnädig sein ihrer Untugend und ihren Sünden, und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken.

13. Indem er sagt: Ein neues, macht er das erste alt. Was aber alt und überjahret ist, das ist nahe bei seinem Ende.

Das 9. Kapitel

1. Es hatte zwar auch das erste seine Rechte des Gottesdienstes und äußerliche Heiligkeit.

2. Denn es war da aufgerichtet das Vorderteil der Hütte, darinnen war der Leuchter und der Tisch und die Schaubrote; und diese heißt das Heilige.

3. Hinter dem andern Vorhang aber war die Hütte, die da heißt das Allerheiligste.

4. Die hatte das güldene Rauchfaß und die Lade des Testaments, allenthalben mit Gold überzogen, in welcher war die güldene Gelte, die das Himmelbrot hatte, und die Rute Aarons, die gegrünet hatte, und die Tafeln des Testaments.

5. Oben darüber aber waren die Cherubim der Herrlichkeit, die überschatteten den Gnadenstuhl; von welchem jetzt nicht zu sagen ist insonderheit.

6. Da nun solches also zugerichtet war gingen die Priester allezeit in die vorderste Hütte und richteten aus den Gottesdienst.

7. In die andere aber ging nur einmal im Jahr allein der Hohepriester, nicht ohne Blut, dass er opferte für sein selbst und des Volks Unwissenheit.

8. Damit der Heilige Geist deutete, dass noch nicht offenbart wäre der Weg zur Heiligkeit, solange die erste Hütte stünde,

9. welche mußte zu derselbigen Zeit ein Vorbild sein, in welcher Gaben und Opfer geopfert wurden, und konnten nicht vollkommen machen nach dem Gewissen den, der da Gottesdienst tut

10. allein mit Speise und Trank und mancherlei Taufen und äußerlicher Heiligkeit, die bis auf die Zeit der Besserung sind aufgelegt.

11. Christus aber ist kommen, dass er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebaut ist;

12. Auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden.

13. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche, von der Kuh gesprengt, heiligt die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit,

14. wieviel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den Heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!

15. Und darum ist er auch ein Mittler des Neuen Testaments, auf dass durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen.

16. Denn wo ein Testament ist, da muß der Tod geschehen des, der das Testament machte.

17. Denn ein Testament wird fest durch den Tod, anders hat es noch nicht Macht, wenn der noch lebt, der es gemacht hat.

18. Daher auch das erste nicht ohne Blut gestiftet wurde.

19. Denn als Mose ausgeredet hatte von allen Geboten nach dem Gesetz zu allem Volk, nahm er Kälber - und Bocksblut mit Wasser und Purpurwolle und Ysop und besprengete das Buch und alles Volk.

20. Und sprach: Das ist das Blut des Testaments, das Gott euch geboten hat.

21. Und die Hütte und alles Geräte des Gottesdienstes besprengete er desselbigengleichen mit Blut.

22. Und wird fast alles mit Blut gereinigt nach dem Gesetz. Und ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung.

23. So mußten nun der himmlischen Dinge Vorbilder mit solchem gereinigt werden; aber sie selbst, die himmlischen, müssen bessere Opfer haben, denn jene waren.

24. Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heilige, so mit Händen gemacht ist (welches ist ein Gegenbild des rechtschaffenen), sondern in den Himmel selbst, nun zu erscheinen vor dem Angesichte Gottes für uns.

25. Auch nicht, dass er sich oftmals opfere, gleichwie der Hohepriester geht alle Jahr in das Heilige mit fremdem Blut.

26. Sonst hätte er oft müssen leiden von Anfang der Welt her. Nun aber am Ende der Welt ist er einmal erschienen, durch sein eigen Opfer die Sünde aufzuheben.

27. Und wie den Menschen ist gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht,

28. also ist Christus einmal geopfert, wegzunehmen vieler Sünden. Zum andernmal aber wird er ohne Sünde erscheinen denen, die auf ihn warten, zur Seligkeit.

Das 10. Kapitel

1. Denn das Gesetz hat den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht das Wesen der Güter selbst. Alle Jahr muß man opfern immer einerlei Opfer und kann nicht, die da opfern, vollkommen machen;

2. sonst hätte das Opfern aufgehört, wo die, so am Gottesdienst sind, kein Gewissen mehr hätten von den Sünden, wenn sie‘ einmal gereinigt wären;

3. sondern es geschieht nur durch dieselbigen ein Gedächtnis der Sünden alle Jahr.

4. Denn es ist unmöglich, durch Ochsen - und Bocksblut Sünden wegzunehmen.

5. Darum, da er in die Welt kommt, spricht er: Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; den Leib aber hast du mir zubereitet.

6. Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht.

7. Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch steht vornehmlich von mir geschrieben, dass ich tun soll, Gott, deinen Willen.

8. Droben, als er gesagt hatte: Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt; sie gefallen dir auch nicht (welche nach dem Gesetz geopfert werden),

9. da sprach er: Siehe, ich komme zu tun, Gott, deinen Willen. Da hebt er das erste auf, dass er das andere einsetze.

10. In welchem Willen wir sind geheiligt, einmal geschehen durch das Opfer des Leibes Jesu Christi.

11. Und ein jeglicher Priester ist eingesetzt, dass er alle Tage Gottesdienst pflege und oftmals einerlei Opfer tue, welche nimmermehr können die Sünden abnehmen.

12. Dieser aber, da er hat ein Opfer für die Sünden geopfert, das ewiglich gilt, sitzt er nun zur Rechten Gottes

13. und wartet hinfort, bis dass seine Feinde zum Schemel seiner Füße gelegt werden.

14. Denn mit einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet, die geheiligt werden.

15. Es bezeugt uns aber das auch der Heilige Geist. Denn nachdem er zuvor gesagt hatte:

16. Das ist das Testament, das ich ihnen machen will nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben, und in ihre Sinne will ich es schreiben,

17. und ihrer Sünden und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken.

18. Wo aber derselbigen Vergebung ist, da ist nicht mehr Opfer für die Sünde.

19. So wir denn nun haben, liebe Brüder, die Freudigkeit zum Eingang in das Heilige durch das Blut Jesu,

20. welchen er uns zubereitet hat zum neuen und lebendigen Wege durch den Vorhang, das ist, durch sein Fleisch,

21. und haben einen Hohenpriester über das Haus Gottes:

22. so lasst uns hinzugehen mit wahrhaftigem Herzen, in völligem Glauben, besprenget in unsern Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen am Leibe mit reinem Wasser;

23. und lasst uns halten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken denn er ist treu, der sie verheißen hat.

24. Und lasst uns untereinander unser selbst wahrnehmen mit Reizen zur Liebe und guten Werken

25. und nicht verlassen unsere Versammlung, wie etliche pflegen, sondern untereinander ermahnen, und das viel mehr, soviel ihr seht, dass sich der Tag naht.

26. Denn so wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir fürder kein ander Opfer mehr für die Sünden,

27. sondern ein schrecklich Warten des Gerichts und des Feuereifers, der die Widerwärtigen verzehren wird.

28. Wenn jemand das Gesetz Mose‘s bricht, der muß sterben ohne Barmherzigkeit durch zwei oder drei Zeugen.

29. Wieviel meint ihr, ärgere Strafe wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Testaments unrein achtet, durch welches er geheiligt ist, und den Geist der Gnaden schmähet?

30. Denn wir wissen den, der da sagte: Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr. Und abermal: Der Herr wird sein Volk richten.

31. Schrecklich ist‘s, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.

32. Gedenkt aber an die vorigen Tage, in welchen ihr, erleuchtet, erduldet habt einen großen Kampf des Leidens,

33. zum Teil selbst durch Schmach und Trübsal ein Schauspiel worden, zum Teil Gemeinschaft gehabt mit denen, denen es also geht.

34. Denn ihr habt mit meinen Banden Mitleid gehabt und den Raub eurer Güter mit Freuden erduldet, als die ihr wisst, dass ihr bei euch selbst eine bessere und bleibende Habe im Himmel habt.

35. Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.

36. Geduld aber ist euch not, auf dass ihr den Willen Gottes tut und die Verheißung empfanget.

37. Denn noch über eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und nicht verziehen.

38. Der Gerechte aber wird des Glaubens leben. Wer aber weichen wird, an dem wird meine Seele kein Gefallen haben.

39. Wir aber sind nicht von denen, die da weichen und verdammt werden, sondern von denen, die da glauben und die Seele erretten.

Das 11. Kapitel

1. Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuversicht des, das man hofft, und nicht zweifeln an dem, das man nicht sieht.

2. Durch den haben die Alten Zeugnis überkommen.

3. Durch den Glauben merken wir, dass die Welt durch Gottes Wort fertig ist, dass alles, was man sieht, aus nichts worden ist.

4. Durch den Glauben hat Abel Gott ein größer Opfer getan denn Kain, durch welchen er Zeugnis überkommen hat, dass er gerecht sei, da Gott zeugte von seiner Gabe; und durch denselbigen redet er noch, wiewohl er gestorben ist.

5. Durch den Glauben wurde Enoch weggenommen, dass er den Tod nicht sähe, und wurde nicht gefunden, darum dass ihn Gott wegnahm; denn vor seinem Wegnehmen hat er Zeugnis gehabt, dass er Gott gefallen habe.

6. Aber ohne Glauben ist‘s unmöglich, Gott gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, dass er sei und denen, die ihn suchen, ein Vergelter sein werde.

7. Durch den Glauben hat Noah Gott geehrt und die Arche zubereitet zum Heil seines Hauses, da er einen göttlichen Befehl empfing von dem das man noch nicht sah; durch welchen er verdammte die Welt und hat geerbt die Gerechtigkeit, die durch den Glauben kommt.

8. Durch den Glauben wurde gehorsam Abraham, da er berufen wurde, auszugehen in das Land, das er ererben sollte; und ging aus und wußte nicht, wo er hinkäme.

9. Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheißenen Lande als in einem fremden und wohnte in Hütten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselbigen Verheißung.

10. Denn er wartete auf eine Stadt, die einen Grund hat, welcher Baumeister und Schöpfer Gott ist.

11. Durch den Glauben empfing auch Sara Kraft, dass sie schwanger wurde, und gebar über die Zeit ihres Alters; denn sie achtete ihn treu, der es verheißen hatte.

12. Darum sind auch von einem, wie wohl erstorbenen Leibes, viele geboren wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Rande des Meeres, der unzählig ist.

13. Diese alle sind gestorben im Glauben und haben die Verheißung nicht empfangen, sondern sie von ferne gesehen und sich der vertröstet und wohl genügen lassen und bekannt, dass sie Gäste und Fremdlinge auf Erden sind.

14. Denn die solches sagen, die geben zu verstehen, dass sie ein Vaterland suchen.

15. Und zwar, wo sie das gemeint hätten, von welchem sie waren ausgezogen, hatten sie ja Zeit, wieder umzukehren.

16. Nun aber begehren sie eines besseren, nämlich eines himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, zu heißen ihr Gott; denn er hat ihnen eine Stadt zubereitet.

17. Durch den Glauben opferte Abraham den Isaak, da er versucht wurde, und gab dahin den Eingebornen, da er schon die Verheißung empfangen hatte,

18. von welchem gesagt war: In Isaak wird dir dein Same geheißen werden,

19. und dachte: Gott kann auch wohl von den Toten erwecken; daher er auch ihn zum Vorbilde wieder nahm.

20. Durch den Glauben segnete Isaak von den zukünftigen Dingen den Jakob und Esau.

21. Durch den Glauben segnete Jakob, da er starb, beide Söhne Josephs und neigte sich gegen seines Zepters Spitze.

22. Durch den Glauben redete Joseph vom Auszug der Kinder Israel, da er starb, und tat Befehl von seinen Gebeinen.

23. Durch den Glauben wurde Mose, da er geboren war, drei Monate verborgen von seinen Eltern, darum dass sie sahen, wie er ein schön Kind war, und fürchteten sich nicht vor des Königs Gebot.

24. Durch den Glauben wollte Mose, da er groß wurde, nicht mehr ein Sohn heißen der Tochter Pharaos

25. und erwählte viel lieber, mit dem Volk Gottes Ungemach zu leiden, denn die zeitliche Ergötzung der Sünde zu haben,

26. und achtete die Schmach Christi für größeren Reichtum denn die Schätze Ägyptens; denn er sah an die Belohnung.

27. Durch den Glauben verließ er Ägypten und fürchtete nicht des Königs Grimm; denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn.

28. Durch den Glauben hielt er Ostern und das Blutvergießen, auf dass, der die Erstgeburten würgte, sie nicht träfe.

29. Durch den Glauben gingen sie durch das Rote Meer als durch trocken Land; welches die Ägypter auch versuchten und ersoffen.

30. Durch den Glauben fielen die Mauern Jerichos, da sie sieben Tage umhergegangen waren.

31. Durch den Glauben wurde die Hure Rahab nicht verloren mit den Ungläubigen, da sie die Kundschafter freundlich aufnahm.

32. Und was soll ich mehr sagen? Die Zeit würde mir zu kurz, wenn ich sollte erzählen von Gideon und Barak und Simson und Jephthah und David und Samuel und den Propheten,

33. welche haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit gewirkt, die Verheißung erlangt, der Löwen Rachen verstopft,

34. des Feuers Kraft ausgelöscht, sind des Schwerts Schärfe entronnen, sind kräftig worden aus der Schwachheit, sind stark worden im Streit, haben der Fremden Heer daniedergelegt.

35. Die Weiber haben ihre Toten von der Auferstehung wieder genommen; die andern aber sind zerschlagen und haben keine Erlösung angenommen, auf dass sie die Auferstehung, die besser ist, erlangten.

36. Etliche haben Spott und Geißeln erlitten, dazu Bande und Gefängnis.

37. Sie sind gesteinigt, zerhackt, zerstochen, durchs Schwert getötet; sie sind umhergegangen in Pelzen und Ziegenfellen, mit Mangel, mit Trübsal, mit Ungemach

38. (deren die Welt nicht wert war) und sind im Elend gegangen in den Wüsten, auf den Bergen und in den Klüften und Löchern der Erde.

39. Diese alle haben durch den Glauben Zeugnis überkommen und nicht empfangen die Verheißung,

40. darum dass Gott etwas Besseres für uns zuvor versehen hat, dass sie nicht ohne uns vollendet würden.

Das 12. Kapitel

1. Darum auch wir, dieweil wir solchen Haufen Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen die Sünde, so uns immer anklebt und träge macht, und lasst uns laufen durch Geduld in dem Kampf, der uns verordnet ist,

2. und aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens, welcher, da er wohl hätte mögen Freude haben, erduldete er das Kreuz und achtete der Schande nicht und ist gesessen zur Rechten auf dem Stuhl Gottes.

3. Gedenkt an den, der ein solches Widersprechen von den Sündern wider sich erduldet hat, dass ihr nicht in eurem Mut matt werdet und ablasst.

4. Denn ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden über dem Kämpfen wider die Sünde

5. und habt bereits vergessen des Trostes, der zu euch redet als zu den Kindern: Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst;

6. denn welchen der Herr liebhat, den züchtiget er; er schlägt aber einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt.

7. So ihr die Züchtigung erduldet, so erbeut sich euch Gott als Kindern; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtiget?

8. Seid ihr aber ohne Züchtigung, welcher sie alle sind teilhaftig worden, so seid ihr Bastarde und nicht Kinder.

9. Auch so wir haben unsere leiblichen Väter zu Züchtigern gehabt und sie gescheuet, sollten wir denn nicht viel mehr untertan sein dem geistlichen Vater, dass wir leben?

10. Und jene zwar haben uns gezüchtiget wenige Tage nach ihrem Dünken, dieser aber zu Nutz, auf dass wir seine Heiligung erlangen.

11. Alle Züchtigung aber, wenn sie da ist, dünkt sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit sein; aber danach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübt sind.

12. Darum richtet wieder auf die lässigen Hände und die müden Kniee

13. und tut gewissen Tritt mit euren Füßen, dass nicht jemand strauchele wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde.

14. Jaget nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, ohne welche wird niemand den Herrn sehen.

15. Und seht darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume, dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte, und viele durch dieselbige verunreinigt werden;

16. dass nicht jemand sei ein Hurer oder ein Gottloser wie Esau, der um einer Speise willen seine Erstgeburt verkaufte.

17. Wisst aber, dass er hernach, da er den Segen ererben wollte, verworfen ist; denn er fand keinen Raum zur Buße, wiewohl er sie mit Tränen suchte.

18. Denn ihr seid nicht kommen zu dem Berge, den man anrühren konnte, und mit Feuer brannte, noch zu dem Dunkel und Finsternis und Ungewitter

19. noch zu dem Hall der Posaune und zur Stimme der Worte, welcher sich weigerten, die sie hörten, dass ihnen das Wort ja nicht gesagt würde

20. (denn sie mochten‘s nicht ertragen, was da gesagt wurde. Und wenn ein Tier den Berg anrührte, sollte es gesteinigt oder mit einem Geschoß erschossen werden.

21. Und also erschrecklich war das Gesicht, dass Mose sprach: Ich bin erschrocken und zittere),

22. sondern ihr seid kommen zu dem Berge Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, zu dem himmlischen Jerusalem, und zu der Menge vieler tausend Engel

23. und zu der Gemeinde der Erstgebornen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollkommenen Gerechten

24. und zu dem Mittler des Neuen Testaments, Jesus, und zu dem Blut der Besprengung, das da besser redet denn Abels.

25. Seht zu, dass ihr euch des nicht weigert, der da redet! Denn jene nicht entflohen sind, die sich weigerten, da er auf Erden redete, viel weniger wir, so wir uns des weigern, der vom Himmel redet,

26. welches Stimme zu der Zeit die Erde bewegte. Nun aber verheißt er und spricht: Noch einmal will ich bewegen nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel.

27. Aber solches »Noch einmal« zeigt an, dass das Bewegliche soll verändert werden, als das gemacht ist, auf dass da bleibe das Unbewegliche.

28. Darum, dieweil wir empfangen ein unbeweglich Reich, haben wir Gnade, durch welche wir sollen Gott dienen, ihm zu gefallen, mit Zucht und Furcht.

29. Denn unser Gott ist ein verzehrend Feuer.

Das 13. Kapitel

1. Bleibt fest in der brüderlichen Liebe!

2. Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn durch dasselbige haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherbergt.

3. Gedenkt der Gebundenen als die Mitgebundenen und derer, die Trübsal leiden, als die ihr auch noch im Leibe lebt.

4. Die Ehe soll ehrlich gehalten werden bei allen und das Ehebett unbefleckt; die Hurer aber und Ehebrecher wird Gott richten.

5. Der Wandel sei ohne Geiz; und lasst euch begnügen an dem, was da ist. Denn er hat gesagt: Ich will dich nicht verlassen noch versäumen,

6. also dass wir dürfen sagen: Der Herr ist mein Helfer, und will mich nicht fürchten; was sollte mir ein Mensch tun?

7. Gedenkt an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben, welcher Ende schaut an und folgt ihrem Glauben nach.

8. Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

9. Lasst euch nicht mit mancherlei und fremden Lehren umtreiben; denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade, nicht durch Speisen, davon keinen Nutzen haben, so damit umgehen.

10. Wir haben einen Altar, davon nicht Macht haben zu essen, die der Hütte pflegen.

11. Denn welcher Tiere Blut getragen wird durch den Hohenpriester in das Heilige für die Sünde, derselbigen Leichname werden verbrannt außer dem Lager.

12. Darum auch Jesus, auf dass er heiligte das Volk durch sein eigen Blut, hat er gelitten außen vor dem Tor.

13. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen außer dem Lager und seine Schmach tragen.

14. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

15. So lasst uns nun opfern durch ihn das Lobopfer Gott allezeit, das ist, die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.

16. Wohlzutun und mitzuteilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott wohl.

17. Gehorcht euren Lehrern und folgt ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf dass sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das ist euch nicht gut.

18. Betet für uns! Unser Trost ist der, dass wir ein gut Gewissen haben und fleißigen uns, guten Wandel zu führen bei allen.

19. Ich ermahne euch aber zum Überfluß, solches zu tun, auf dass ich aufs schierste wieder zu euch komme.

20. Gott aber des Friedens, der von den Toten ausgeführt hat den großen Hirten der Schafe durch das Blut des ewigen Testaments, unsern Herrn Jesum,

21. der mache euch fertig in allem guten Werk, zu tun seinen Willen, und schaffe in euch, was vor ihm gefällig ist, durch Jesum Christum, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

22. Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, haltet das Wort der Ermahnung zugute; denn ich habe euch kurz geschrieben.

23. Wisst, dass der Bruder Timotheus wieder ledig ist, mit welchem, so er bald kommt, will ich euch sehen.

24. Grüßt alle eure Lehrer und alle Heiligen. Es grüßen euch die Brüder aus Italien.

25. Die Gnade sei mit euch allen! Amen.

(Geschrieben aus Italien durch Timotheus. )





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