Physik, Geist und Gott?

Evolution oder Schöpfung?


Als Charles Darwin 1859 seine Theorie der Selektion und Mutation vorstellte, klangen die dargestellten Zusammenhänge sehr logisch und viele glaubten schon, die Forschung auf diesem Gebiet sei an einem Ziel angekommen. Obwohl auch heute noch religiöse Fundamentalisten das Alter der Erde auf nur 6000 Jahre beziffern, und behaupten, Gott habe eben die Millionen Jahre alten versteinerten Skelette von Dinosauriern so miterschaffen, dass sie uns so alt erscheinen, ist die Evolutionstheorie doch allgemein anerkannt.

Im Lauf der Zeit fanden sich jedoch Merkwürdigkeiten, die nicht erklärt werden konnten oder die zumindest eine gewisse Anpassung der Theorie erforderlich machten. So schien die Entwicklung vom gemeinsamen Vorfahren von Affe und Mensch zu den heutigen Lebensformen nicht allmählich vonstatten gegangen zu sein, wie man es nach der Theorie erwartet hätte, sondern in plötzlichen Sprüngen, die verschiedene Teile des Körpers gleichzeitig erfassten. Die Frage nach den missing links beunruhigte die Forscher. 

In den plötzlichen Sprüngen der evolutorischen Entwicklung sahen viele doch das Wirken einer höheren Macht, die einen Gott, die anderen Außerirdische. Auch heute versucht man sich in Erklärungen für dieses Phänomen, aber eine richtig schlüssige Lösung habe ich noch nicht gehört. Als Beispiel möchte ich anführen, dass die Menschen zur Zeit der neolithischen Revolution schon ein Gehirn besaßen, das weitgehend dem unseren entspricht. Unser Gehirn hat sich in den letzten 10 000 Jahren tatsächlich kaum verändert. Aber wozu hat der Mensch vor 10 000 Jahren ein Gehirn entwickelt, das herausfinden kann, wie man zum Mond fliegt oder wie man einen Teilchenbeschleuniger baut? Solche Fähigkeiten boten damals keinen Vorteil und hätten nach der Theorie von Mutation und Selektion wieder verschwinden müssen. Unser hoch entwickeltes Gehirn verbraucht bis zu 20% unserer Energie, was damals ein gravierender Nachteil war, unnützer Ballast. Für die damaligen Probleme der Menschen war das Gehirn total überdimensioniert! Eine vorausschauende Erhaltung von eher belastenden Mutationen kennt die Evolution nicht.

Die Schöpfungsgeschichte der Bibel, dass die Welt in sieben Tagen erschaffen wurde, darf man keinesfalls wörtlich nehmen, das wäre christlicher Fundamentalismus, und der liegt nahe am religiösen Wahn, der den Menschen jahrtausendelang Kriege, Leid und Tod gebracht hat.

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Bitte beachten Sie: © 2010, 2021 von Erwin Purucker


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